Freitag, 23. August 2019

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Ausstellung „Verschweigen – Verurteilen“ im Rathaus zu sehen

Noch bis zum 26. Juli 2019 wird im Rathaus der Stadt Koblenz (Rathausgebäude I, Foyer vor dem Historischen Rathaussaal, Eingang Jesuitenplatz) die Ausstellung „Verschweigen – Verurteilen“ gezeigt. Sie widmet sich mit ausführlichen Informationen der strafrechtlichen Verfolgung homosexueller Männer und der Diskriminierung lesbischer Frauen und ihrer Lebensumstände in Rheinland-Pfalz von 1946 bis 1973 auf der Basis der Forschungsarbeiten von Dr. Kirsten Plötz und Dr. Günter Grau.
Rheinland-Pfalz gab als erstes deutsches Flächenland eine solche Forschung in Auftrag. Damit wird ein trauriges Kapitel aufgegriffen und öffentlich gemacht: In Rheinland-Pfalz wurden – wie überall in Deutschland -  homosexuelle Menschen verfolgt und ausgegrenzt von der Gesellschaft. Sie wurden in der freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit beeinträchtigt, ihrer Menschenwürde beraubt und verurteilt. Auch mit Inkrafttreten des Grundgesetzes 1949 blieb männliche Homosexualität verboten – die Vorschriften des Paragraphen 175 galten weiter. Eine erste Änderung erfuhr der Paragraph im Jahr 1969. Ab da war Homosexualität unter erwachsenen Männern über 21 Jahren keine Straftat mehr. 1973 wurde das Alter auf 18 Jahre herabgesetzt. Erst 1994 – im Zuge der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten und der Zusammenführung der Rechtssysteme – wurde der Paragraph 175 endgültig aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.
Die Ausstellung ist montags bis donnerstags von 8 Uhr und 19 Uhr und freitags von 8 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Infos finden Sie auf www.frauen.koblenz.de und auf den Flyern, die u.a. im Rathaus ausliegen.