Montag, 18. November 2019

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Daniel Kempin und Dimitry Reznik im Kreishaus in Bad Ems

Rhein-Lahn-Kreis. Der Kantor Daniel Kempin und der Geiger Dimitry Reznik werden unter dem Titel „mir leben ejbik! – Wir leben ewig“ am kommenden Samstag, 9. November 2019, die Gedenkveranstaltung „Gegen das Vergessen" im Kreishaus des Rhein-Lahn-Kreises gestalten. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein eindrucksvoller Abend mit jüdischer Musik vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Seit mehr als 30 Jahrenhält die Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises mit besonderen Veranstaltungen das Gedenken an die schrecklichen Ereignisse des 9. Novembers 1938 wach. Mit Lesungen, Konzerten, Vorträgen oder Theaterdarbietungen wird dabei an das Niederbrennen und die Zerstörung der jüdischen Geschäfte und Synagogen durch den nationalsozialistischen Mob in jener Nacht erinnert, an jene Ereignisse also, die unmittelbar zum Holocaust, der Verfolgung und Ermordung von Millionen jüdischer Mitbürger, führten. Die Veranstaltungen wollen dabei die ganze Welt des Judentums widerspiegeln, Hoffnung und Leid, Humor und Traurigkeit, Frohsinn und Verzweiflung. Besondere Gäste waren in den vergangenen Jahren unter anderem die Wiener Schauspielerin Andrea Eckert, das Ensemble „Klezmers Techter“ oder eine szenische Lesung mit dem Autor Ernst Heimes.

Bereits 2010 war das Duo Daniel Kempin und Dimitry Reznik eingeladen, die Veranstaltung „Gegen das Vergessen“ im Kreishaus zu gestalten. Doch Dimitry Reznik war kurzfristig verhindert, und Daniel Kempin gestaltete den Abend – vor begeistertem Publikum – alleine. In diesem Jahr werden nun alle beide da sein und den Abend gestalten. Ihre Musik beschreibt die Besonderheiten des jüdischen Lebens und Alltags. Im ersten Teil werden sowohl kulturelle Besonderheiten als auch historische Stationen thematisiert. Innerjüdische Gruppierungen als Reaktion auf diese Bedingungen werden mit zum Teil ausgelassenen, selbstironischen Liedern dargestellt. Im zweiten Teil wird u.a. am Beispiel des berühmten Dichters und Komponisten Mordechai Gebirtig (1877-1942) ein Auszug aus dessen musikalischem Ghetto-Tagebuch vorgestellt. Aber auch hier wird – wie der Titel des Programmes und des trotzigen Liedes aus dem Wilnaer Ghetto andeuten – der ungeheure (Über-) Lebenswillen und eine fast unverständliche Hoffnung zum Ausdruck gebracht.

Daniel Kempin, geboren 1964 in Wiesbaden, hat Musik und Judaistik studiert. Neben seinen Konzerten, Workshops und CD-Produktionen ist er auch als Vorbeter in der Frankfurter Jüdischen Gemeinde tätig. Der Geiger Dimitry Reznik wurde in Petrosawodsk (Russland) geboren. Auch er studierte Musik, u. a. bei Yehudi Menuhin, und ist durch eine umfangreiche Konzerttätigkeit (Frankreich, USA, Großbritannien, Russland, Israel etc.) und mehrere CD-Produktionen international bekannt geworden.

Die Gedenkveranstaltung „mir leben ejbik! – Wir leben ewig!“ mit Daniel Kempin und Dimitry Reznik findet am Samstag, 9. November 2019, um 20 Uhr im großen Sitzungssaal des Kreishauses des Rhein-Lahn-Kreises, Insel Silberau 1, 56130 Bad Ems statt. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Karten gibt es in der Buchhandlung Meckel, Römerstraße Bad Ems, und an der Information im Kreishaus. Kartenreservierung: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . Weitere Infos und Reservierung unter Tel.: 02603/972-177. Restkarten an der Abendkasse.