Freitag, 23. Oktober 2020

Letztes Update:12:23:13 PM GMT

region-rhein.de

Beste Aussichten auf guten Jazz

Das Simon Seidl Trio kommt am 6. August mit melodischen Harmonien und sensiblen Jazzkompositionen zu „Jazz im Brunnenhof“

Viele Preise allein machen noch keine gute Band aus. Sie können jedoch ein Gütesiegel sein – vorausgesetzt, die Musiker verstehen sich auch sonst gut miteinander und verfolgen die gleichen kompositorischen Ziele. Im Simon Seidl Trio haben sich exakt solche Musiker zusammengefunden. Mit Piano, Kontrabass und Schlagzeug mischen sie am Donnerstag, 6. August, den Brunnenhof auf.

Den Blick schweifen lassen. Klänge, Farben, Bilder auf sich wirken lassen. Die Weite spüren. Bei sich sein. Menschen lieben Aussichtspunkte, weil diese den Stress, die Geschäftigkeit, den Trubel außen vor lassen. Weil sie Dinge ins Verhältnis rücken, einen Überblick verschaffen, das Durchatmen erleichtern, das scheinbar so Wichtige als das entlarven, was es häufig ist: Eine subjektive Einschätzung, keine objektive Wahrheit.

Auf Portugiesisch heißt der Aussichtspunkt „Miradouro“ – es ist zugleich der Titel des ersten Albums, das Jazzpianist Simon Seidl mit seinem Bassist Robert Landfermann und Schlagzeuger Fabian Arends aufgenommen hat. Als Simon Seidl Trio begeben sie sich dabei auf eine synästhetische Reise, die sich auch in ihren Live-Konzerten widerspiegelt: Eine Reise, deren Klänge mehr als nur das Ohr ansprechen, die auf impressionistische Art und Weise das Komponierte mit dem Improvisierten verbinden.

Und dann sind es am Ende doch Preise und Auszeichnungen, die diese Güteklasse nach außen tragen: Simon Seidl selbst war Jungstudent am Konservatorium in München, ist mehrfacher Preisträger bei Jugend jazzt und erreichte 2012 den 1. Platz beim Steinway Förderpreis Jazz für Klavierstudenten aus Nordrhein-Westfalen, was ihm auch die Türen zur renommierten WDR Big Band öffnete, mit der er bereits mehrfach auftrat. Fabian Arends wurde vom Deutschlandfunk als „Shootingstar der Jazzmetropole Köln“ geadelt und besitzt seit 2016 einen Lehrauftrag für Jazz-Schlagzeug an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Robert Landfermann ist WDR- und SWR-Jazzpreisträger und Gewinner des „Neuen Deutschen Jazzpreises“, Dozent an der Folkwang-Universität der Künste in Essen sowie Mitinitiator des Kölner Künstlerkollektivs KLAENG, das jedes Jahr Jazzfestivals und Workshops organisiert.

Gemeinsam ist das Trio seit 2011 auf der Suche nach den vielversprechendsten Aussichtspunkten eines zwar modernen, zugleich aber auch harmoniebedachten Jazz, in dem der Zuhörer schwelgen und sich fallen lassen kann. Und das, obwohl Letzteres bei Aussichtspunkten normalerweise vermieden werden sollte.

Das Konzert startet um 20.00 Uhr im Brunnenhof (Einlass ab 19:00 Uhr). Tickets kosten 10 Euro (nur VVK). Sie sind ab sofort in der Tourist-Information an der Porta Nigra, unter www.ticket-regional.de und an allen Ticket Regional-Vorverkaufsstellen erhältlich. Studierende haben dank des DiMiDo-Kultursemestertickets in Verbindung mit einem gültigen Semesterticket ab 20 Minuten vor Beginn des Konzerts freien Eintritt. Lediglich bei ausverkauftem Konzert verfällt dieser Anspruch. Mehr Infos zum Konzert und zur Jazz im Brunnenhof-Reihe gibt es unter www.trier-info.de/jazz-im-brunnenhof.

Kurz und kompakt:
Die noch ausstehenden Jazz im Brunnenhof-Konzerte im Überblick

06.08.2020, Simon Seidl Trio

13.08.2020, Tele-Port

20.08.2020, Wildes Holz (Partner Mosel Musikfestival)

27.08.2020, Regionalabend mit Woog Band &

Gallery of Jazz

Mehr Infos zur Reihe „Jazz im Brunnenhof“ unter:

www.trier-info.de/jazz-im-brunnenhof