Donnerstag, 13. Mai 2021

Letztes Update:04:57:11 PM GMT

region-rhein.de

Online bei der Landeszentrale: Jüdische Ab- und Zuwanderung nach der Shoa

Online-Veranstaltung „Jüdische Ab- und Zuwanderung in Deutschland nach 1945“ mit Judith Kessler am Donnerstag, 29. April 2021 / Teilnahme kostenlos – Anmeldung nötig

Am Donnerstag, 29. April 2021 um 19.00 Uhr lädt die Landeszentrale für politische Bildung im Rahmen ihres Halbjahresschwerpunkts „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ zur Online-Veranstaltung „Koffer ein, Koffer aus… Jüdische Ab- und Zuwanderung in Deutschland nach 1945“ ein. Die Sozialwissenschaftlerin und Autorin Judith Kessler erzählt die Geschichte der jüdischen Migration aus und nach Deutschland in den 76 Jahren nach der Shoa.
Eine Anmeldung ist unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder auf der LpB-Homepage www.politische-bildung-rlp.de nötig. Der Link zur Teilnahme wird dann zugemailt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Zum Thema
Von 1933 noch 600.000 jüdischen Deutschen hatten das systematische Morden Nazi-Deutschlands 1945 gerade einmal 14.000 überlebt, untergetaucht und versteckt in der eigenen Heimat. Aus den befreiten KZs kamen vor allem osteuropäische Juden hinzu – 50.000 sog. DPs, Displaced Persons. Viele wollten ins damalige Palästina, ab Mai 1948 Israel, andere blieben. Mit den Ereignissen in der DDR 1953, Ungarn 1956, Polen und Prag 1968 kamen neue jüdische Migranten. Die Einwanderung vor 1990 führte aber kaum zu einer Vergrößerung der überalterten jüdischen Gemeinden.
Das änderte sich grundlegend erst 1989/90 mit dem Zuzug von Juden aus der Ex-Sowjetunion. Damit änderte sich auch das Gefüge und die Ausrichtung(en) der Gemeinschaft. Und die bisherige Majorität in den Gemeinden wurde zur Minorität. Heute leben geschätzt ca. 200.000- 220.000 Menschen jüdischen Glaubens in der Bundesrepublik.

Judith Kessler
ist Sozialwissenschaftlerin und Autorin. Sie arbeitet in Berlin als Redakteurin und Kulturmanagerin und publiziert vorrangig im Themenumfeld jüdische Gegenwartskultur, Migration und Biografieforschung. Zu ihren Publikationen gehören u.a.: Identitätssuche und Subkultur (1999), Zum kulturell-religiösen Selbstverständnis Berliner Juden (2002), Jüdisches im Grünen (mit Lara Dämmig 2007); Homo sovieticus in Disneyland (2008), Fast unsichtbar. Juden in der SBZ/DDR (2013); Edith Jacobson. Gefängnisaufzeichnungen (mit Roland Kaufhold 2015).