Montag, 21. Oktober 2019

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FRECHBLECH in Bad Ems

BAD EMS. Am Samstag, dem 19.10. lädt FRECHBLECH, das Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald, um 19.00 Uhr zu einem herbstlich-fröhlichen Konzert in die Evangelische Martinskirche, Kirchgasse in 56130 Bad Ems ein.

In dem bewusst heiteren Programm gestaltet das Wäller Ensemble eine frische Herbstmusik, deren Eintritt frei ist.

Es musizieren Rudi Weide (Trompete und Flügelhorn), Claudia Liebe (Trompete und Flügelhorn), Dorit Gille (Waldhorn), Ben Bereznai (Bariton und Basstrompete) und Dekanatskantor Jens Schawaller (Helikon und Leitung).

Lächeln ist die Musik der Seele

Gedanken zum Tag des Lächelns
Erkenntnisse beim Umgang mit Menschen

Von Hans-Peter Meyer

Immer am ersten Freitag im Oktober gibt es einen besonders schönen Feiertag zu begehen. Denn seit 1999 wird an diesem Tag immer der sogenannte World Smile Day (WSD), der“ Tag des Lächelns“ gefeiert. Welch wunderbare und zauberhafte Idee, dieser besagte World Smile Day. Die Idee zum Tag liegt Harvey Ball zugrunde, der ein Werbegrafiker aus Worcester, Massachusetts (USA) ist und als Erfinder des „Smileys“ gilt. Grund genug, heute einen Beitrag Gedanken zum „Tag des Lächelns“  zu veröffentlichen.

Beim täglichen Umgang mit unseren Mitmenschen entdecken wir viele Arten und Unarten, Erträgliches und Unerträgliches, Verständliches und Unverständliches. Und doch kommen wir in der Hast und im Stress des Alltags selten dazu, dass Positive in unserem Mitmenschen zu verstehen und zu genießen.

Zum Beispiel das Lächeln. Lachen ist etwas ungemein Menschliches, ja, es ist dem Menschen allein vorbehalten. Den Schmerz, die Trauer und Gefühle teilen wir mit der Tierwelt, aber lachen und lächeln kann nur der Mensch. Der griechische Philosoph Heraklit schrieb schon in vorchristlicher Zeit, das Lachen, das Weinen und das Niesen seien heilige Handlungen, weil sie die Seele befreien. Und der berühmte deutsche Arzt  und Physiologe Hufeland schrieb im 18. Jahrhundert: „Die Gewohnheit unserer Vorfahren, durch Lustigmacher und Hofnarren Lachen zu erregen, beruhte auf richtigen gesundheitlichen Grundsätzen“.

Medizinisch gesehen ist das Lachen im wahrsten Sinne des Wortes ein zwerchfellerschütternder – oder besser gesagt   zwerchfellerregender Vorgang. Der Betreffende muss tief einatmen. Die aufgenommene Luft wird dann unter kräftiger Anspannung  der Bauchmuskulatur in mehreren Atemstößen wieder abgegeben.

So ist jedes Lachen eine elementare Tiefatem- und Ausatemübung.

Sie durchlüftet die Lunge, sorgt für mehr Sauerstoff.

Dieses und vieles mehr kann man in wissenschaftlichen Büchern nachlesen und das würde alles zu schwierig.  Machen wir uns etwas einfacher.

Nicht von ungefähr ist der eigentliche Sitz des Lachens und des Lächelns in den Augen, jener Schalk in den Augenwinkeln, jenes belustigte Blitzen, das auch ernsten Dingen eine Sonnenseite abzugewinnen vermag.

Die stillere Schwester des Lachens ist das Lächeln. Es ist nicht explosiv, es ist nicht stürmisch, aber irgendwie ist es elementar. Es durchleuchtet den Menschen von innen heraus.

Ein wirkliches Lächeln kann ein Gesicht verklären. Vielleicht könnte man von einem stilleren, vergeistigteren Prozess des Lachens sprechen. Vielleicht verstehen wir das Lächeln besser, wenn wir an seinem Gegensatz, das Grinsen denken.

Ein berühmter spanischer Philosoph und Soziologe bezeichnete  das Lachen und das Lächeln als ein spezifisch menschliches Attribut im Reiche der Schöpfung. Es ist ein Erbe aus der Zeit der Kindheit, das wir in das spätere Leben hineinzuretten vermögen. Bei dem Säugling und dem Kleinkind ist das Lachen  und das Lächeln noch der Ausdruck einer Heiterkeit, die sich selbst genügt. Im späteren Leben aber brauchen wir einen äußeren Anlass dazu. Dies setzt freilich einen Sinn für das Komische, für den Humor voraus, für die verschiedenen Arten des Witzes, eines skurrilen Gedankenganges, einer Karikatur, einer erheiternden Vorstellung.

Lachen und Lächeln sind eine geistige Macht. Beide vermögen den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes aus der Verspannung des Alltags zu lösen. Nicht nur im übertragenen Sinne wird hier der Mensch gelöst oder erlöst, sondern ganz real, seelisch und körperlich. Curt Goetz, einer der großen Meister des Humors, schrieb in seinem Buch „Dr. med. Hiob Prätorius“ den inhaltschweren Satz „Was uns fehlt, ist Freude; was wir brauchen, ist Hoffnung; was uns nottut, ist Zuversicht; wonach wir dürsten, ist Liebe, und wonach wir verschmachten, ist Frohsinn“.

So können wir den tieferen Sinn des Lachens und des Lächelns verstehen.

© Hans-Peter Meyer

Das Erntedankfest - Ursprung und Entwicklung

Von Hans-Peter Meyer

Das Erntedankfest ist in vielen Gemeinden einer der feierlichen Höhepunkte des ansonsten eher tristen Herbstes. Dabei soll einerseits die Freude über eine erfolgreiche Ernte zum Ausdruck gebracht werden, was den weltlichen Charakter des Erntedankfestes widerspiegelt. Andererseits steht aber gerade im christlich geprägten Europa nicht das Feiern, sondern der Dank an Gott für die Ernteerträge im Mittelpunkt des Festes. Dabei ist es recht unterschiedlich, an welchem Tag das Erntedankfest begangen wird. So feiert man in evangelischen Gemeinden in der Regel am Michaelistag (29. September) oder am darauf folgenden Sonntag, während das Erntedankfest in katholischen Gemeinden meist am ersten Sonntag im Oktober begangen wird. Der letztgenannte Tag wurde von der deutschen Bischofskonferenz im Jahre 1972 als Festtermin festgelegt, jedoch nicht für verbindlich erklärt, sodass jede katholische Kirchengemeinde für sich entscheiden kann, ob und wann sie das Erntedankfest veranstaltet.

Ursprünge des Erntedankfestes

Seinen Ursprung hat das Erntedankfest schon in vorchristlicher Zeit. Zeitpunkt dieses Festes war die Tagundnachtgleiche im Herbst, also der 23. September. Im Mittelpunkt stand der Dank an die Götter und die verschiedenen Feld- und Fruchtbarkeitsgeister, was mit allerlei Opfergaben verbunden war. Diese Opfergaben sollten das Wohlwollen der höheren Mächte sichern, indem man ihnen etwas von dem zurückgab, was sie einst gegeben hatten. Eine besondere Bedeutung kam dabei der ersten bzw. letzten Garbe zu. Diese Getreidebündel mit dem zuerst bzw. zuletzt geernteten Korn dienten einerseits als Opfergabe, andererseits aber auch zur Durchführung allerlei Schutz- und Fruchtbarkeitszauber. Setzte sich z.B. die Binderin auf die erste Garbe, sollte dies die Fruchtbarkeit des Korns im nächsten Jahr begünstigen. Nach der Opfergabe in Form von Korn, Obst und Früchten wurde am Abend des Erntefestes das Erntemahl begangen. Dieses diente in erster Linie kultischen Zwecken, nämlich der "Verspeisung" des Fruchtbarkeitsgeistes und sorgte somit für eine Bindung des Geistes an den Acker. Bei diesem gemeinsamen Mahl wurde aber auch den Feldarbeitern, welche in der Regel Wanderarbeiter waren, mit der Darreichung von guten Speisen und Getränken für ihre Hilfe gedankt. Ein weiterer Höhepunkt des Festes war schließlich der Reigen, welcher vom Landbesitzer mit einem Tanz mit einer aus der letzten Garbe gebundenen Puppe eröffnet wurde. Diese symbolisierte den Fruchtbarkeitsgeist und wurde daher nach dem Fest bis zur nächsten Ernte an einem sicheren Ort aufbewahrt.

Erntedankfest heute

Im Mittelpunkt des heutigen Erntedankfestes steht der gemeinsame Gottesdienst, bei der eine Auswahl von landwirtschaftlichen Produkten dekorativ in der Kirche platziert wird. Diese haben freilich keinen Opfercharakter mehr, sondern sollen den Gläubigen wieder in Erinnerung rufen, welche Vielfalt an Nahrungsmitteln die Erde für die Menschen bereitstellt und dass die Früchte des Bodens nicht selbstverständlich existieren, sondern Teil göttlicher Schöpfung sind. Dennoch finden sich viele Bräuche aus der vorchristlichen Zeit auch im heutigen Erntedankfest wieder. So existiert z.B. die letzte Garbe in Form der aus Getreidehalmen gebundenen und mit farbenfrohen Blumen und Bändern bestückten Erntekrone weiter. Diese wird nach dem Gottesdienst in einer feierlichen Prozession auf einem Wagen durch das Dorf gezogen, wobei meist ein landwirtschaftliches Fahrzeug zum Einsatz kommt.

Auch die Kornpuppe findet sich noch vereinzelt auf heutigen Erntedankfesten wieder, dient dabei aber fast immer nur dekorativen Zwecken.

Machen wir uns den tieferen Sinn des Erntedankfestes in diesen Tagen besonders bewusst.

©  Hans-Peter Meyer

Malu Dreyer erhält August-Bebel-Preis

Hälfte des Preisgeldes geht an das Quartierbüro der SPD Rheinland-Pfalz

Malu Dreyer hat heute in Berlin den August-Bebel-Preis erhalten. Mit dem Preis ehrt die August-Bebel-Stiftung Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um soziale Gerechtigkeit verdient gemacht haben. Daniel Stich, Generalsekretär der SPD Rheinland-Pfalz, gratuliert:

„Dass der August-Bebel-Preis heute an Malu Dreyer verliehen wurde, freut mich sehr. Sie ist eine sehr würdige Preisträgerin. Herzlichen Glückwunsch an Malu Dreyer! Jeden Tag kämpft sie mit Leidenschaft und Herzblut für Zusammenhalt, Freiheit und Solidarität. Die Verleihung des August-Bebel-Preises ist eine große Wertschätzung ihrer Arbeit und sie ist hochverdient!“

In ihrer Rede teilte Malu Dreyer mit, eine Hälfte des Preisgeldes dem Quartierbüro der SPD Rheinland-Pfalz zukommen zu lassen. „Seit über eineinhalb Jahren sind wir mit unserem Quartierbüro in der Ludwigshafener Gartenstadt fest verwurzelt“, so Stich weiter. „Wir packen genau dort an, wo wir gebraucht werden, sind da für die Menschen und helfen ihnen bei ihren Problemen. Die Spende von Malu Dreyer ist eine Ehre, die den Menschen in der Gartenstadt guttut und Ansporn ist für unsere tägliche Arbeit. Ein großes Dankeschön im Namen des gesamten Quartierbüro-Teams!“

Hintergrund
Der August-Bebel-Preis wird seit 2011 von der August-Bebel-Stiftung verliehen. Mit ihm werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich um die soziale Bewegung in Deutschland verdient gemacht haben. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. In ihrer Rede gab Malu Dreyer bekannt, jeweils die Hälfte des Preisgeldes dem Quartierbüro der SPD-Rheinland-Pfalz und dem Projekt „Storch Heinar“ der Jusos Mecklenburg-Vorpommern zukommen zu lassen. Die bisherigen Preisträger des August-Bebel-Preises waren Oskar Negt (2011), Günter Wallraff (2013), Klaus Staeck (2015) und Gesine Schwan (2017).

Kantatenkonzert der DekanatsKantorei Montabaur

MONTABAUR. Mit einem weiteren Kantatenkonzert feierte die Dekanatskantorei Montabaur als der Kammerchor des Evangelischen Dekanates Westerwald in der Evangelischen Lutherkirche Montabaur mit einem sommerlich-frischen Programm ihr zwanzigjähriges Jubiläum und bildete damit auch gleichzeitig ihr inhaltliches Konzept und ihre künstlerische Arbeitsweise ab: Die Dekanatskantorei Montabaur zeichnet sich nämlich durch das auffallende Alleinstellungsmerkmal der protestantischen Kantatenkultur in der hiesigen Kulturlandschaft besonders aus.

Das Ensemble nimmt dabei bewusst anspruchsvoll-polyphone Kompositionen in den Fokus, die sich auf die Bibel und die Frühzeit der evangelischen Kirche beziehen. Dadurch musiziert die Dekanatskantorei Montabaur in jeder Hinsicht kammermusikalisch, jeder einzelne Ton wird transparent gesungen und für die Zuhörenden luzide hörbar. „Die Probenarbeit ist deshalb für alle Beteiligten allerdings auch wirklich Arbeit, die uns aber alle in Hinblick auf das Ergebnis sehr glücklich macht“, so Dekanatskantor Jens Schawaller. „Zu unserem Konzept gehört dabei aber auch immer das ökumenische Miteinander“, betont der künstlerische Leiter. „Wir bieten ein offenes, einladendes und tolerantes Musizieren über Konfessions- und sonstige Grenzen hinaus und pflegen eine liberale protestantische Musikkultur im Dekanat Westerwald.“

Viele musikalisch-aktive Zugezogene finden hier eine spürbare Willkommens- und Beheimatungskultur. Besonderer Dank gebührt dem Förderverein Musica Sacra e. V., der dies Jubiläumskonzert in finanzieller Hinsicht ermöglicht hat. Eröffnet wurde das dritte Konzert in Folge im Jubiläumsjahr mit Dietrich Buxtehudes Kantate „Alles, was ihr tut“.

Neben der DekanatsKantorei Montabaur wirkte das bewährte Orchester mit der kurzfristig eingesprungenen Almut Wenzel (Violine I), Leah Münzer (Violine II), Sophie Jungbluth (Viola da braccia I), Anne-Rose Selbach (Viola da braccia II), Anneke Jung (Violoncello), Gudula Marxsen (Kontrabass), Andrea Scheugenpflug (Blockflöte I), Lydia Neumann (Blockflöte II) und Susanne Schawaller (Orgel). Die Vokalsoli übernahm die Cappella Taboris, das Vokalensemble des Evangelischen Dekanates Westerwald, das sich aus engagierten Kantoristinnen und Kantoristen zusammensetzt: Es sangen Angelika Wies (Sopran), Monika Schlößer (Alt), Hildegard Sthamer (Tenor) und Jens Schawaller (Tenor). Mit der Arie „Süße Stille, sanfte Quelle“ von Georg Friedrich Händel schwang sich Angelika Wies in die luftigen Höhen ihres Sopranes hinauf, begleitet von Monika Schlößer (Altblockflöte), Susanne Schawaller (Orgel) und Jens Schawaller (Kontrabass) – die Cappella Taboris ermöglicht auch vielfältige Instrumentalbesetzungen bis hin zum Streichquartett.

Im Kontrast hierzu gesellte sich die Solokantate „Erstanden ist der heilige Christ“ von Nicolaus Bruhns für zwei Männerstimmen, zwei Violinen und Basso continuo. Mit Teilen aus Arnold Melchior Brunckhorst lebendiger „Ostergeschichte“ nahmen die Kantorei und das Orchester die Zuhörerinnen und Zuhörer mit in einen festlich-musikalischen Rausch hinein. Einen charakterlichen Gegensatz hierzu bildete Johann Sebastian Bachs Arie „Ich will auf den Herren schau´n“ aus der Kantate Nr. 93 für Sopransolo, Altblockflöte und Basso continuo, mit der die Cappella Taboris wieder sehr kammermusikalisch konzertierte. Mit der Kantate „Mein Freund ist mein“ von Georg Böhm erklang ein groß angelegtes norddeutsches Barockwerk, das sowohl den Sängerinnen und Sängern der Dekanatskantorei Montabaur, den Solistinnen und Solisten der Cappella Taboris als auch dem Orchester eine dankbare und schöne Aufgabe war.

Den Abschluss machte Johann Sebastian Bachs Choralbearbeitung „Wohl mir, dass ich Jesum habe“, die alle Beteiligten in diesem charmanten Werk für Chor und Orchester vereinigte. Die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer bedankten sich mit einem donnernden Applaus.

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