Donnerstag, 24. Mai 2018

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Konvent der nebenamtlichen Kirchenmusiker*innen

WALLMEROD. Wieder einmal fand der Konvent der ehren- und nebenamtlichen Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in einer fruchtbaren Zusammenarbeit des Evangelischen Dekanatskantorates Westerwald Süd mit Regina Kehr als Referentin für Familien- und Erwachsenenbildung im Dekanat Westerwald statt. Noch zur Amtszeit des ehemaligen Ausschusses für Kirchenmusik im Altdekanat Selters geplant, arbeiten mit den beiden damaligen Vorsitzenden Monika Schlößer und Ricarda Schneider zwei hochaktive Musikerinnen in der Dekanatskirchenmusik, die ihre unterschiedlichen Qualifikationen und jahrzehntelangen Erfahrungen sowohl musikalisch-praktisch als auch in der synodalen Gremienarbeit eifrig einspeisen. Beiden Musikerinnen ist es wichtig, all diejenigen nebenberuflichen Gruppen und Einzelpersonen zusammenzubringen, die angesichts des zukünftigen und absehbaren Mangels an Hauptamtlichen in der Verkündigung mit dem Wort und mit der Musik mehr und mehr das praktische gottesdienstliche Leben in der Region sichern werden. Zahlreiche Instrumentalistinnen und Instrumentalisten sowie Ensembleleitende nahmen die Gelegenheit dankbar an, ihre Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen und Kontakte zu pflegen. Pfarrerin Heike Meissner, die Gastgeberin des Abends, und Dekan Dr. Axel Wengenroth hießen alle Anwesenden herzlich willkommen, Dekanatskantor Jens Schawaller (Klavier, Kontrabass und Gesang) musizierte im Verlauf des Abends gemeinsam mit Kantorin im Dekanat Eva Maria Mombrei (Klavier), Monika Schlößer, Ricarda Schneider, Dorit Engel (jeweils Gesang) als trio flex & friends mit allen Anwesenden aus dem EG Plus. Mit knappen und humorvollen Worten erläuterte er die vorwiegend modernen Lieder unterschiedlichster Stile in aktueller Tonsprache, die das neue gemeinsame Gesangbuch der EKHN und der EKKW bereitstellt. Darüberhinaus wurde den Konventteilnehmerinnen und -teilnehmern im Laufe des Abends das neue Material des EG Plus für die Chor-, die Posaunenchor- und die Orgelarbeit vorgestellt. Dass dies ein Konvent von besonderer menschlicher und fachlicher Qualität war – darin waren sich alle Beteiligte und Gäste einig, die abends fröhlich nach Hause gingen.

5 Millionen Euro für Gedichte

Universität Trier ist Zentrum internationaler Spitzenforschung zur Lyrik

Satiriker Jan Böhmermann, Poetry-Slammerin Julia Engelmann und das Rapper-Duo Kollegah und Farid Bang haben eins gemeinsam: Sie haben ein Gedicht geschrieben und lösten damit eine Welle der Begeisterung beziehungsweise Empörung aus. Entgegen des angestaubten Images des Wortes Lyrik, bewegen solche Kurztexte die Gemüter: Aktualität zeichnet das hochdotierte, geisteswissenschaftliche Forschungsprojekt „Russischsprachige Lyrik in Transition“ aus, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird und an der Universität Trier angesiedelt ist.

Böhmermanns Gedicht über den türkischen Staatspräsidenten Erdoğan bleibt verboten, der YouTube-Clip mit dem Gedicht „One Day“ von Julia Engelmann hat über 11 Millionen Klicks, durch die Auszeichnung der antisemitischen Texte der Rapper Kollegah und Farid Bang gibt es den Musikpreis Echo nicht mehr. So löst Lyrik auch in Deutschland Skandale mit erheblicher gesellschaftlicher Reichweite aus. Gedichte spielen in unserem Alltag eine Rolle und sind kein alter Hut von gestern. „Lyrik ist nicht mehr nur das, was man in der Schule gelernt hat, elitär, schwierig, abgehoben“, stellt Professorin Henrieke Stahl am Rednerpult des Audimax der Universität Trier fest. Für sie gilt: „Lyrik ist hautnah, sie berührt, aber sie verletzt auch, geht unter die Haut. Gerade in totalitären Staaten sind Gedichte eine künstlerische Ausdrucksform freier Gedanken“. Das fasziniert die Wissenschaftlerin als Leiterin des Forschungskollegs „Lyrik in Transition“ und damit erklärt sie den Forschungszweck am feierlichen Eröffnungsabend am vergangenen Donnerstag.

Die Bewilligung des Projekts erhielt die Gruppe schon vor einem Jahr; der Startschuss fiel zum 1. Oktober 2017. Das Team stürzte sich direkt in die Arbeit, schon im ersten halben Jahr des Projekts fanden Konferenzen in Moskau, Washington, Tokyo und Trier statt. Stahl hat ein Forschungsnetzwerk aufgebaut, dem sich inzwischen mehr als 200 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus 23 Ländern und mehr als zehn Fachgebieten angeschlossen haben. Die Slavistin betritt damit Forschungsneuland, was die DFG erkannt hat, indem sie das Projekt mit 5 Millionen Euro unterstützt. Eine solche Kolleg-Forschungsgruppe ist eines der höchstdotierten und hochkompetitiven Programme der DFG und ging mit dem Lyrik-Kolleg zum ersten Mal nach Rheinland-Pfalz.

Für die Grußworte und Festrede reisten Wissenschaftsminister Konrad Wolf und Ex-Bundesinnenminister Gerhart Baum an. Konrad Wolf bezeichnete die Lyrik-Forschung als Leuchtturm der Universität Trier: „Das neue Forschungsnetzwerk ist ein einmaliges Zentrum für vergleichende Forschung zur Gegenwarts-Lyrik. Es ist ein wichtiger Beitrag zur Profilbildung der Universität Trier“.

Auch der ehemalige Amtsträger Gerhart Baum unterstrich in seiner Festrede im Audimax, dass die DFG in Zeiten des Umbruchs, in der sich die Welt befindet, ihr Geld genau richtig investiere.  Denn Umbrüche befördern Ängste, und leider schüren auch deutsche Politiker diese - trotz sich positiv entwickelnder Kriminalstatistik. Dem müsse man entgegenwirken: „Die Kreativen brauchen Freiräume, um die Zukunft neuzugestalten.“

Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des Kollegs analysieren Lyrik und beobachten in ihr unsere Zeit. Aber sie sitzen nicht nur vor Texten, diskutieren auf internationalen Konferenzen darüber, sie treffen auch AutorInnen und arbeiten eng mit ihnen zusammen. Auch fördern sie den wissenschaftlichen Nachwuchs. Am Eröffnungsabend begleiteten gleich fünf Künstler aus Russland, Armenien, Japan und Deutschland die Reden, indem sie Gedichte vortrugen, die Zeilen mit Bewegungen und Jonglage interpretierten oder mit Videosequenzen unterstrichen.

Die Universität Trier ist jetzt Mittelpunkt internationaler Lyrik-Forschung. Federführend forschen hier Slavistin Henrieke Stahl und weitere ProfessorInnen aus allen modernen Philologien der Universität zur Lyrik der letzten 30 Jahre in Europa, Asien und Amerika. Universitätspräsident Michael Jäckel ist begeistert: „Die Forschungsgruppe ist einer der größten Erfolge der Trierer Geisteswissenschaft. Ich bin stolz, dass sie sich die Universität Trier als Standort ausgesucht hat.“

Von dem Forschungskolleg „Lyrik in Transition“ wird man spannende Gegenwartsanalysen erwarten können, von Fukushima-Gedichten bis zum Poetry War im Kontext des Ukraine-Russland-Konflikts. Als Seismograph für die Befindlichkeiten von Einzelnen und der Gesellschaft wird es Krisen und Potentiale deutlich machen. Im Fokus steht die Frage, wie Lyrik die Grenzen von Gattung, Sprache, Kultur und Gesellschaft verändert und wie sich diese Transformationsprozesse in der Lyrik in den verschiedenen Ländern Europas, Asiens und Amerikas vergleichen lassen. Schon jetzt steht für die Projektleiterin Henrieke Stahl fest: „Die Gattung erfindet sich neu. Lyrische Sprache ist poly- und sogar translingual sowie intermedial. Kulturen verbinden sich in Hybridformen im poetischen Text oder handeln ihre Grenzziehung neu darin aus.“

Weitere Hauptverantwortliche

Prof. Dr. Alexander Bierich, Slavistik Universität Trier

Prof. Dr. Andreas Regelsberger, Japanologie Universität Trier

Prof. Dr. Christian Soffel, Sinologie Universität Trier

5 Jahre Kultur im Herzen von Koblenz - Forum Confluentes feiert Geburtstag

Im Juni 2013 brachen für StadtBibliothek, Mittelrhein-Museum, Romanticum und Tourist-Information mit Theaterkasse neue Zeiten an: mit den Eröffnungen im Forum Confluentes am Zentralplatz rückte die Kultur in die Neue Mitte von Koblenz. Seit 5 Jahren arbeiten die Einrichtungen bereits erfolgreich im neuen Gebäude, was nun mit einem großen Familienfest gefeiert wird.

Am Samstag, 9. Juni 2018, bieten die Einrichtungen im Forum Confluentes von 10.00 bis 18.00 Uhr ein umfangreiches Programm. Erstmals gibt es auch Programmpunkte auf dem Zentralplatz.

Das Familienfest wird gegen 11.00 Uhr im Foyer ebenso von Oberbürgermeister David Langer eröffnet wir die beiden Ausstellungen „KUULIus“ von Editha Pröbstle und „FussballKunst – Die wirklich schönste Nebensache der Welt“ mit Iris Stephan und Julija Schneider im Mittelrhein-Museum.
Neben allgemeinen Führungen durch das Romanticum (12.00, 14.00 16.00 Uhr) gibt es an diesem Tag auch spezielle Führungen. Um 14.00 Uhr einen „Einblick in Kostproben aus dem historischen Altbestand der StadtBibliothek“, um 15.00 Uhr eine Direktorenführung durch die Sonderausstellung „Das Erbe der Väter – Mit der Malerfamilie Zick durch zwei Jahrhunderte“, um 16.30 Uhr eine Führung durch die Ausstellung „ARTvisite: Fussballkunst – Die wirklich schönste Nebensache der Welt“ und um 17.00 Uhr eine Interaktive Führung „Das Koblenzer Schloss in der virtuellen Realität“ im Mittelrhein-Museum.

Um 13.00 und 15.00 Uhr macht Singer/Songwriter René Tholey für jeweils eine Stunde Musik. Das Mittelrhein-Museum veranstaltet gemeinsam mit der JuKuWe eine „Baustellenaktion“ auf dem Zentralplatz.
In der Weinlounge der Tourist-Information findet ganztägig ein Basteln mit dem Modellbauverein statt.

Und auch die kleinen Besucher kommen nicht zu kurz: neben einem professionellen Kinderschminken im 4. OG der StadtBibliothek von 13.00 bis 18.00 Uhr führt das bekannte Koblenzer Puppentheater um 14.00 Uhr und 16.00 Uhr je eine Vorstellung des Stückes „FINDUS und der Hahn im Korb“ in der Bibliothek auf. Der Einlass zum Puppentheater erfolgt mit kostenlosen Einlasskarten, die nur am 9.6.18 im EG der Bibliothek erhältlich sind.

Das und viele weitere Aktionen wie Walking Acts des Stadttheaters Koblenz um 12.30 Uhr in der Bibliothek oder eine Museumsrally warten an diesem Tag auf die Besucher. Die StadtBibliothek präsentiert ihren Bücherbus auf dem Zentralplatz.

Den ganzen Tag gibt es preisreduzierte Haustickets für Museum und Romanticum – ein Besuch lohnt sich also!

Weitere Infos unter www.forum-confluentes.de.

Stadtorchester Andernach ausgezeichnet

Landrat verleiht Kulturförderpreis

KREIS MYK. Landrat Dr. Alexander Saftig zeichnete das Stadtorchester Andernach mit dem Kulturförderpreis 2018 des Landkreises aus. Das Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro stellten die Sparkasse Koblenz und die Kreissparkasse Mayen zur Verfügung.

„Das Orchester ist seit 50 Jahren ein wichtiger kultureller Träger der Stadt Andernach und der Region. Der Verein wird professionell geführt und tritt ebenso auf. Die Musikerinnen und Musiker, wie auch die Verantwortlichen des Vereins haben sich die Auszeichnung mehr als verdient. Ganz besonders freut mich die sehr gute Jugendarbeit des Orchesters“, so der Kreischef bei der Ehrung im Kreishaus.

Seit 1997 verleiht der Landkreis Mayen-Koblenz den Kulturförderpreis für herausragendes kulturelles Engagement. Die Palette der Preisträger umfasst viele Sparten: Theatergruppen, Musikvereine, Bands, Künstler-gruppen, Kulturvereine, Denkmalschützer und Schriftsteller. „So unterschiedlich die Preisträger sind, so unterschiedlich sind auch deren Geschichten, deren Strukturen und deren Menschen, die dahinter stecken“, erklärt Dr. Saftig.

Einrichtung eines ehrenamtlichen Kulturforums

Partizipation, Bürgerbeteiligung und Austausch sind wichtige Bausteine in der langfristig und nutzerorientierten Weiterentwicklung des lokalen und regionalen Kulturraums. Anknüpfend an die Überlegungen des letzten Jahres im Kontext der möglichen Kulturhauptstadt-Bewerbung richtete die Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz zur Erhöhung der Beteiligungsmöglichkeiten für BürgerInnen ein ehrenamtliches Kulturforum ein. Neben weiteren Begegnungsräumen, wie dem zweimal im Jahr stattfindenden Kulturfrühstück oder der monatlichen Kultursprechstunde der Kulturdezernentin, bietet sich das Kulturforum als weitere Dialogmöglichkeit und zur Stärkung des gezielten Austausches zwischen der Verwaltung und den Kulturakteuren sowie auch zwischen Kulturakteuren und NutzerInnen.

Das ehrenamtliche Kulturforum besteht aus Repräsentanten verschiedenster Altersgruppen und unterschiedlichster gesellschaftlicher Gruppierungen des Koblenzer Kulturraums. Es soll als Ideengeber für kulturelle Projekte und Vorhaben im Kulturraum Koblenz und Region fungieren. Die Mitglieder bringen dabei ihre in der Kulturarbeit gewonnenen Erfahrungen, Kenntnisse und Netzwerke zu dessen Weiterentwicklung mit ein. Ein öffentliches Bewusstsein für kulturelle Belange und die Möglichkeit der Mitwirkung von Bürgern und Bürgerinnen, von Vereinen und Initiativen an der Entwicklung und Zukunftsgestaltung des Kulturraums sollen daneben gestärkt werden. In regelmäßigen Abständen kommt das Forum zusammen. Dabei können die Mitglieder Anliegen und anregende Impulse formulieren, neue Aktionsräume eröffnen sowie über Entwicklungen und Herausforderungen im Kulturraum informieren.

Bei der ersten Zusammenkunft wurden Highlights der Europäischen Kulturhauptstädte der vergangenen 8 Jahre präsentiert. Es ging dabei um die Frage, welche besonders gelungenen, nachhaltig wirkenden Projekte, Veranstaltungen und Aktionen für die Koblenzer Kulturarbeit inspirierend sein könnten. Insbesondere kulturelle Nachwuchsförderung, Kunst und Kultur im öffentlichen Raum sowie Stadtteilkultur und regionale Zusammenarbeit im Kulturbereich standen dabei im Mittelpunkt. Auch das Bedürfnis nach einer Bestandsaufnahme der bestehenden Kulturangebote in den verschiedenen Bereichen, der Koordination sowie das Aufzeigen von Bedarf und zukünftigen Entwicklungspotentialen waren Thema. Das nächste Treffen des ehrenamtlichen Kulturforums findet im Herbst statt.

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