Mittwoch, 11. Dezember 2019

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Sankt Nikolaus – Ursprung und Brauchtum

Die Figur des heiligen Nikolaus und seine Geschichte.

Von Hans-Peter Meyer

Der legendäre Nikolaus ist eine Verschmelzung aus zwei historischen Personen: dem Bischof Nikolaus von Myra im kleinasiatischen Lykien, der wahrscheinlich im 4. Jahrhundert gelebt hat, und dem gleichnamigen Abt von Sion, der Bischof von Pinora war, und am 10. Dezember 564 in Lykien starb.

Aus diesen beiden historischen Personen entwickelte sich die ab dem 6. Jahrhundert in Legenden zu findende sagenumwobene Figur des wundertätigen Bischofs von Myra.

St. Nikolaus ist seit jeher einer der populärsten christlichen Heiligen.
Nikolaus ist insbesondere der Schutzpatron der Seefahrer, reisenden Händler, Ministranten und Kinder. In der orthodoxen Kirche ist seine Verehrung seit dem 6. Jahrhundert belegt, als Justinian I. in Konstantinopel eine ihm geweihte Kirche errichtete.


Nach Deutschland kam der Nikolauskult im 11. Jahrhundert, vermutlich durch Theophanu, die byzantinische Frau Ottos des Zweiten.
Ab dem 17. Jahrhundert bekam der Nikolaus Furcht einflößende Gehilfen als Begleiter zur Seite gestellt.

In Deutschland Knecht Ruprecht oder Hans Muff, in der Schweiz Schmutzli, in Österreich den Krampus, in Luxemburg den Housecker, in den Niederlanden den Zwarte Piet.
Das Gedenken an den Bischof von Myra ist katholischen Ursprungs und wurde von Martin Luther abgeschafft.   

Doch der Brauch lebt bis zum heutigen Tage weiter!

Bei uns wird Sankt Nikolaus oft auch der „Heilige Mann“ genannt.

In anderen Ländern ist Nikolaus auch unter folgenden Namen bekannt:

Klass, Sint Nicolaas, Sveti Nikola (Serbien), Sinterklaas (Niederlande), Samichlaus (Schweiz) oder Kleeschen (Luxemburg). Father Christmas (England), Père Noël (Frankreich), Noel Baba (Türkei), Santa Claus (Nord-Amerika), Papai Noel (Brasilien). Einst war er auch der Gabenbringer an Weihnachten.

In Mitteleuropa wurde er zunehmend vom Christkind (Kunstfigur von Martin Luther erfunden, der damit sein Vorhaben, den heiligen Nikolaus abschaffen zu wollen, untermauerte) verdrängt.

Später wurde das Christkind durch den Weihnachtsmann und in heutiger Zeit zunehmend durch den amerikanischen Santa Claus ersetzt.

Hans-Peter Meyer

Adventskonzerte FRECHBLECH

WALLMEROD / MONTABAUR. Zu einem geistlichen Konzert mit Musik und Lesungen zum Advent luden Frechblech als das Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald und der Organist Martin Löw aus Goddert gemeinsam jeweils in die Evangelische Christuskirche Wallmerod und in die Evangelische Pauluskirche Montabaur ein. Unter der Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller (Helikon) musizierte das Ensemble in den beiden charmant-neugotischen Wäller Kirchen, wobei Rudi Weide (Trompete), Claudia Liebe (Trompete), Dorit Gille (Waldhorn) und Benjamin Bereznai (Basstrompete) souverän und spielfreudig Kompositionen von der Renaissance bis in die Gegenwart in den beiden denkmalgeschützten Kirchen zum Leben erweckten. Zwei zeitgenössische Werke über „Fröhlich soll mein Herze springen“ von Christian Sprenger und Burkhard Kinzler rahmten den Gemeindegesang über das gleichnamige Lied des Berliner Kantors Johann Crüger, den Martin Löw an der Raßmannorgel bzw. der Wagnerorgel gekonnt führte. Nach dieser Eröffnung erklangen die polyphonen Motetten „O Heiland, reiß die Himmel auf“ von Johannes Brahms sowie „Adventi ének“ von Zoltán Kodály. Die Lesungen, allesamt mit viel liturgischem Sachverstand von Ben Bereznai verfasst und gekonnt rezitiert, gliederten dabei die Kompositionen und spannten einen geistlichen Bogen durch das ganze Konzert. Martin Löw ließ die Gäste beider Abende an seiner hohen Improvisationskunst teilhaben und extemporierte an drei Stellen über selbst gewählte und höchst unterschiedliche Themata aus der Literatur, die er mit Chorälen zu jeweils einem Orgelwerk synthetisierte. Ein weiteres Mal rahmten alle Musikerinnen und Musiker den Gemeindegesang „Es ist ein Ros entsprungen“ mit einer Choralbearbeitung von Christian Sprenger und Melchior Vulpius, bevor Martin Löw und Frechblech ihre Zuhörerinnen und Zuhörern mit dem Choral „Macht hoch die Tür“ und der Motette „Übers Gebirg Maria geht“ von Johann Eccard in den stimmungsvollen Adventsabend verabschiedeten.

Advent – Zeit der Besinnung ? Gedanken in der Vorweihnachtszeit

Von Hans-Peter Meyer

Die Kerzen am Adventskranz brennen wieder.

Die schönste, aber auch hektischste Zeit des Jahres ist angebrochen.

Welche Geschenke, welches unbedenkliche Festessen, wie feiern wir in diesem Jahr Weihnachten und Silvester? Das sind die primären Fragen, all das geht uns durch den Kopf.  Sorgen, um die uns viele Menschen in der Welt beneiden.

Weltweit gibt es ein Viertel Reiche und drei Viertel Arme. Ein Viertel der Menschheit ist nicht in der Lage, seine Grundbedürfnisse wie Ernährung, Kleidung, Wohnung, Gesundheit und Bildung zu sichern.

Millionen Menschen auf unserem Globus kämpfen täglich um die nackte Existenz. Weltweit gibt es über 30 Kriege und bewaffnete Konflikte. In den Kriegs- , Krisen- und Katastrophengebieten dieser Welt gibt es zunehmend grauenvolle Szenarien,  in  Syrien, in der Ost-Ukraine, in Afghanistan, im Irak, in Pakistan, in Haiti,  in vielen afrikanischen Ländern, wo überall täglich unschuldige Menschen auf schreckliche Art und Weise  ihr Leben verlieren. Grausame Bilder. Krieg tötet alles. Weltweit sterben täglich  30 000 Kinder an den Folgen von Hunger und Krankheit; eine alarmierende Zahl, die man sich immer wieder nachhaltig bewusst machen muß.

Dann gibt es noch die anderen, die allein und einsam sind. Nicht wenige, die auf ein Wort des Trostes und der Ermunterung warten. Menschen – die Hoffnung brauchen.

Auch daran sollten wir in der Adventszeit denken – mit etwas mehr  Demut und Dankbarkeit,  mit herzlicher Anteilnahme, mit weniger Egoismus.

Aber da gibt es auch noch etwas anderes:

Advent ist seit dem 5. Jahrhundert bezeugte Zeit der Muße und Vorbereitung auf das Fest der Geburt Christi und bedeutet „Ankunft“ so wie es der christliche Glaube lehrt.

Aber wer setzt sich heute noch mit dieser Interpretation auseinander?

Nach den trüben Tagen des November ist die Adventszeit heute  eine eher hektische Zeitspanne geworden.

Die Fassaden vieler Häuser strahlen im Lichterglanz und im Alltag herrscht hektische Geschäftigkeit.

Die Adventszeit sollte aber im Grunde alles andere sein als nur eine Zeit der Hektik und des Kerzenscheins; sie ist auch die Zeit des  Nachdenkens über den tieferen Sinn und den Ursprung des Advent, das alles ist aus dem Bewusstsein zumeist verdrängt.

So ist es Zeit, das wir diese Wochen auch mit anderen Inhalten füllen, in dem wir Ausschau halten nach dem Sinn unserer Schöpfung, die uns zu einem erfüllten und versöhnten Leben verhelfen will.

Auch wenn es trotz aller Hektik schwerfällt:

Versuchen wir doch einmal den Advent als „besinnliche Zeit“ wahrzunehmen und zu leben.

© Hans-Peter Meyer

 

Adventskonzerte der DekanatsKantorei Montabaur

MONTABAUR / SELTERS. „Uns ist ein Kind geboren“ – so lesen wir im Propheten Jesaja Kapitel 9, Vers 5. Und das ist auch die kirchenmusikalische Richtschnur, an der sich die beiden traditionellen Adventskonzerte der DekanatsKantorei Montabaur als dem Kammerchor des Evangelischen Dekanates Westerwald in ihrem 20. Jahr seit ihrer Gründung orientieren. Gemäß ihres selbstgewählten Auftrages einer lebendigen konzertanten Kantatenkultur bringen die Kantorei sowie die Cappella Taboris gemeinsam mit einem Orchester nord- und mitteldeutsche Barockwerke in zwei Wäller Kirchen zu Gehör. Für die DekanatsKantorei Montabaur endet mit diesen beiden Konzerten auch der Jubiläumszyklus von Kompositionen aus der Feder von Friedrich Wilhelm Zachow, dem Lehrer Georg Friedrich Händels, der Ausführende wie Zuhörende das Jahr 2019 über begleitet hat.

Auf dem Programm steht die Kantate zum Weihnachtsfest für Chor, 2 Violinen, Viola da braccia und Basso continuo „Das neugeborne Kindelein“ von Dietrich Buxtehude (1637 – 1707), die Kantate zum Weihnachtsfest für Soli, Chor, Blockflöte, 2 Violinen, 2 Violae da braccia und Basso continuo „Uns ist ein Kind geboren“ von Friedrich Wilhelm Zachow (1663 – 1712) sowie die Kantate zum Weihnachtsfest für Soli, Chor, Blockflöte, 2 Violinen, Viola da braccia und Basso continuo „Also hat Gott die Welt geliebet“ von Christian August Jacobi (1688 – nach 1725).

Die Adventskonzerte finden statt am Dienstag, dem 10.12.2019 um 20.00 Uhr in der Evangelischen Kirche Selters an Kirchstraße 10 in 56242 Selters (Westerwald) und am 3. Adventssonntag, dem 15.12.2019 um 18.30 Uhr in der Evangelischen Lutherkirche an der Martin-Luther-Straße 1 in 56410 Montabaur. Der Eintritt ist frei, die Leitung liegt in den Händen von Dekanatskantor Jens Schawaller.

Partizipation von Anfang an - Neues Buch am Tag der Kinderrechte in Kita Mainzelkinder vorgestellt

MAINZ/KOBLENZ. Demokratische Werte sind bereits in der Kindertageseinrichtung von Bedeutung und müssen dort eingeübt und gelebt werden. Dies war der Tenor bei der Vorstellung des Buches „Demokratiepädagogik in Kindertageseinrichtungen“ in der Kita Mainzelkinder am 30. Jahrestag der Deklaration der UN-Kinderrechtskonvention. Bei der Veranstaltung des Institutes für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit | Rheinland-Pfalz (IBEB) der Hochschule Koblenz überreichten die beiden Herausgeber, Prof. Dr. Armin Schneider und Carmen Jacobi-Kirst, das Buch der Vizepräsidentin des rheinland-pfälzischen Landtages, Astrid Schmitt, der Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig sowie den Vertreterinnen der DRK-Kita Mainzelkinder.

Mitten im Kita-Alltag stellte Nicole Bikri, Leiterin der Einrichtung, dar, wie in der Kita Demokratiepädagogik praktisch durch Abstimmungsverhalten und durch eine frühe Selbst- und Mitbestimmung der Kinder gelebt wird. Ministerin Hubig machte in ihrem Statement deutlich, dass sich die Kita zur Umsetzung des Curriculums „Was MACHT was?!“ für eine Kultur des Miteinander einsetzt. In dem vom Bildungsministerium geförderten Projekt steht die Kultur des Hinschauens, der Kommunikation und des Umgangs mit den Kindern auf der Basis der Kinderrechte im Mittelpunkt. Die Vizepräsidentin des Landtags, Astrid Schmitt, ließ erkennen, wie wichtig dem Landtag die Demokratiepädagogik ist und dass auch Gruppen von pädagogischen Fachkräften eingeladen sind, am Besuchsprogramm des Landtages zur Demokratie teilzunehmen.

In dem von Schneider und Jacobi-Kirst vorgestellten Buch werden Grundlagen der Demokratiepädagogik, Praxisbeispiele und Herausforderungen vorgestellt. Nahezu alle Artikel im Buch sind von rheinland-pfälzischen Fachleuten geschrieben. Schneider zitierte aus dem neuen rheinland-pfälzischen KiTa-Gesetz, dass in der Kindertages-betreuung „ein Leben in einer demokratischen Gesellschaft erfahrbar“ gemacht werden soll. Gerade am Tag der Kinderrechte sei es wichtig darauf hinzuweisen, dass durch die längeren Betreuungszeiten die Kita in höherem Maße zur Erziehung beitrage und dass Beteiligungs- und Schutzrechte von Kindern noch lange nicht überall gewährleistet seien: „Demokratie bedarf der Haltung, unseres täglichen Einsatzes und des Lebens und Vorlebens demokratischer Werte und wo können wir dies besser sehen als hier in einer Kita. Und dafür sind wir alle in unseren jeweiligen Funktionen verantwortlich.“

„Demokratie heißt für uns als Rotes Kreuz offen und partnerschaftlich zu leben,“ erklärt Gerhard Lenzen, Bereichsleiter Soziale Arbeit im DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz. „Deshalb freuen wir uns, dass in unserer DRK-Kita Mainzelkinder nun das praxisnahe Buch zur Demokratieförderung vorgestellt wird. Seit vielen Jahren übernehmen wir - ob in unseren Kitas, den Häusern für Jugend- und Familienhilfe, dem Kinderschutzdienst oder den DRK-Jugendpflegern - die anwaltschaftliche Vertretung von Kindern und Jugendlichen, die stark deren Beteiligung fördert. Konkret heißt das z.B. für unsere DRK-Kitas, gemeinsam mit den Kindern den Tagesablauf und Räume zu gestalten, sie vielfältige Materialien erleben zulassen und die Kinder wie auch ihre Eltern an Entscheidungen zu beteiligen,“ so Lenzen.

Das Koblenzer IBEB-Institut nutzt den Tag der Kinderrechte, um in vielfältiger Art auf die Schutz-, Beteiligungs- und Förderrechte der Kinder aufmerksam zu machen. Nähere Informationen: www.ibeb-rlp.de.

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