Montag, 25. März 2019

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Vorstellung der Programmreihen 17. WesterwÀlder Literaturtage und Denkbares

Historischer Blick auf 200 Jahre regionaler Kulturgeschichte

Festivalpass gewÀhrt Eintritt zu allen Veranstaltungen

Zur Vorstellung der beiden Programmreihen 17. WesterwĂ€lder Literaturtage und Denkbares im Kultursommer 2018 trafen sich Vertreter von Presse, Politik und Kultur. Kultur-StaatssekretĂ€r Prof. Dr. Salvatore Barbaro dankte neben den Programmleitungen auch den LandrĂ€ten fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung und ganz besonders den vielen ehrenamtlichen Helfern vor Ort, die sich in der Planung und DurchfĂŒhrung engagieren. Er lobte das beeindruckende Programm, in dem das Motto „Industrie-Kultur“ in vielen Facetten ausgeleuchtet wird und das viele literarisch bedeutende und beim Publikum beliebte GĂ€ste anzubieten hat.

Das Besondere am diesjĂ€hrigen Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz ‚Industriekultur‘ ist der historische Blick auf die letzten 200 Jahre regionaler Kulturgeschichte, vom Beginn der Industrialisierung bis heute - aus Anlass des zweihundertsten Geburtstages von Karl Marx und von Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Mit beiden haben sich kompetente Autoren auseinandergesetzt, die in diesem Sommer auch zu Gast bei den ‚WesterwĂ€lder Literaturtagen und der Reihe Denkbares zu erleben sind.

AK-Landrat Lieber beschrieb die Bedeutung der beiden Reihen fĂŒr die Landkreise. Sie seinen das Ergebnis einer gemeinsamen Anstrengung vieler engagierter Mitveranstalter im gesamten Westerwald und ein praktisches Beispiel fĂŒr Friedrich Wilhelm Raiffeisens Worte „Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen Viele“. Er dankte ebenfalls den ehrenamtlichen Helfern und beschrieb die WesterwĂ€lder Literaturtage als ganzjĂ€hrige Aufgabe.

Dem schlossen sich sowohl Landrat Achim Hallerbach (Neuwied) wie auch Landrat Achim Schwickert (Westerwaldkreis) an. Hallerbach zeigte sich erfreut ĂŒber die gute ReprĂ€sentation seines Kreises, besonders aber darĂŒber, dass die Lesung von Michael Klein ĂŒber den „Bankier der Barmherzigkeit“ im Roentgen-Museum am Raiffeisenplatz einen perfekt passenden Ort gefunden hat.

Schließlich bedankte sich auch Landrat Schwickert fĂŒr die vielen schönen Veranstaltungen in seinem Kreis. Gerade in lĂ€ndlichen Gebieten sei ein solches Angebot nicht selbstverstĂ€ndlich, wĂŒrde aber von den Menschen vor Ort hoch geschĂ€tzt.

Maria Bastian-Erll stellte das Programm der 17. WesterwĂ€lder Literaturtage vor. Die Programmleiterin wies darauf hin, dass es in diesem Jahr erstmals einen „Festivalpass“ gibt: FĂŒr 80 Euro können Literaturfreunde alle Veranstaltungen der Reihe besuchen.

Auch ein Fazit des letzten Jahres wurde gezogen: Die Veranstalter konnten 2017 rund 2.500 Zuhörer begrĂŒĂŸen, darunter gab es eine Lesung mit ĂŒber 500 Personen, einige mit 100 bis 200, aber auch solche mit 15 Personen. Immer ist in diesem GrĂ¶ĂŸenrahmen das GesprĂ€ch mit dem Autor möglich, was als Besonderheit sowohl von den Autoren wie auch von den GĂ€sten wahrgenommen wird. Das gesamte Budget der ww-Lit im letzten wie auch in diesem Jahr konnte mit rund 60.000 Euro beziffert werden, ein Drittel davon trĂ€gt der Kultursommer, auch drei Landkreise beteiligen sich finanziell.

Das vollstĂ€ndige Programm steht auf der Seite www.ww-lit.de zur VerfĂŒgung, auch als pdf zum Download. Alle Eintrittskarten sind ĂŒber den Ticketshop dieser Seite erhĂ€ltlich. Das gedruckte Programm ist u.a. in Buchhandlungen, BĂŒchereien, Sparkassen und Volkshochschulen erhĂ€ltlich. Es kann auch unter 02742-1874 bestellt werden. Informationen ĂŒber die Reihe Denkbares finden sich unter www.denkbares.org

Nachruf

MinisterprÀsidentin Malu Dreyer: Kardinal Lehmann wird uns fehlen

Zum Tod von Karl Kardinal Lehmann erklÀrte MinisterprÀsidentin Malu Dreyer:

„Rheinland-Pfalz trauert um Karl Kardinal Lehmann. 33 Jahre hat er als Bischof von Mainz gewirkt und MaßstĂ€be fĂŒr einen weltoffenen Katholizismus gesetzt. Weit ĂŒber die Grenzen seines Bistums hinaus wurde ihm wegen seines festen Glaubens, seines beeindruckenden theologischen Wissens, seiner ökumenischen Offenheit, seines gesellschaftlichen Engagements und seiner menschlichen Warmherzigkeit Respekt, Anerkennung und auch Zuneigung entgegen gebracht. In seinem fast einundzwanzigjĂ€hrigen Wirken als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz hat er die katholische Kirche in Deutschland entscheidend mitgeprĂ€gt und in der Weltkirche in herausragender Weise reprĂ€sentiert.

Bei seiner Weihe zum Bischof im Mainzer Dom am 2.10.1983 hatte Kardinal Lehmann sein neues Amt unter den Wahlspruch „Steht fest im Glauben“ („State in fide“) gestellt. Diesem Appell des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth ist er wĂ€hrend seines jahrzehntelangen Wirkens in Wort und Tat mehr als gerecht geworden. Er stand in Treue zur Kirche, aber vor allen Dingen zu den Menschen. Karl Kardinal Lehmann hatte stets ein offenes Ohr fĂŒr ihre Sorgen und Anliegen. FĂŒr ihn galt der Grundsatz, dass die Kirche dort mitanpackt, wo Hilfe gebraucht wird. Auch in der FlĂŒchtlingskrise hat er MaßstĂ€be fĂŒr NĂ€chstenliebe gesetzt. Wer ihm begegnete, konnte erfahren, dass er es ernst meint mit dem, was er verkĂŒndet.

Er hat BrĂŒcken gebaut zwischen verschiedenen Konfessionen, zwischen verschiedenen Religionen und auch zwischen Kirche und Politik.

Karl Kardinal Lehmann wusste um die Zeichen der Zeit. Er hat die Konflikte in Kirche und Gesellschaft benannt und die weltweiten Herausforderungen erkannt. In seiner Haltung, Schwangeren im Gewissenskonflikt kirchlich beizustehen, stellte er sich an die Seite der Frauen und riskierte den Konflikt mit Rom. Wichtige Themen hat er immer wieder aufgegriffen und sich in christlicher Verantwortung mit ihnen auseinandergesetzt. Dabei war er der Politik immer ein kritischer und wichtiger Mahner und Ratgeber.  Auch in schwierigen Zeiten hat er klare Positionen bezogen und Mut zum Umdenken gemacht.

GlaubensstĂ€rke und Humor, Intellekt und Gelassenheit, diese seltene Kombination hat Kardinal Lehmann ausgezeichnet. Ich bin ihm fĂŒr viele gute GesprĂ€che und Anregungen sowie den vertrauensvollen Austausch mit der Landesregierung sehr dankbar.

Rheinland-Pfalz trauert um einen großartigen Menschen und eine herausragende Persönlichkeit. Bischof Dr. Kohlgraf und allen GlĂ€ubigen im Bistum Mainz spreche ich mein aufrichtiges Beileid aus.“

Immaterielles Kulturerbe

Kulturminister Wolf: Besondere Anerkennung fĂŒr WesterwĂ€lder Töpfertradition

„Die WesterwĂ€lder Töpfertradition hat ĂŒber Jahrhunderte hinweg die Region des Westerwaldes sowohl wirtschaftlich als auch kulturell geprĂ€gt. Die herausragende Bedeutung dieser Tradition hat besondere Anerkennung gefunden - sie wurde in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes nach der UNESCO-Konvention aufgenommen“, freute sich Kulturminister Konrad Wolf beim Besuch des Keramikmuseums Westerwald. Im Rahmen einer Feierstunde wurde eine Fliese mit dem Logo des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO an der Außenwand des Museums angebracht.

Insgesamt befinden sich im bundesweiten Verzeichnis 68 Kulturformen und vier Erhaltungsprogramme. Das Verzeichnis soll stetig wachsen und langfristig die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und aus Deutschland sichtbar machen.

Im Nachgang zur offiziellen Feier in Berlin dankte Wolf den UnterstĂŒtzern des Antrags. Der Erfolg war das Ergebnis der BemĂŒhungen des Keramikmuseums Westerwald und seiner langjĂ€hrigen Leiterin Monika Gass, des Vereins ZeitsprĂŒnge Breitscheid e.V., des Dokumentationszentrums KannenbĂ€ckerland und des Bildungs- und Forschungszentrums Keramik (BFZK). Dieses europaweit einzigartige Kompetenzzentrum zum Thema Keramik behandelt mit seinen acht Institutionen diesen Werkstoff in seiner vielfĂ€ltigen Bandbreite und stĂ€rkt dessen Bedeutung auch im Bereich der Technik, der alternativen Energiegewinnung, der Medizin und Umwelt.

In der Region um Höhr-Grenzhausen sind die reinsten, hochwertigsten und mengenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸten Tonvorkommen Europas zu finden. Rund 40 in der Region ansĂ€ssige TöpferwerkstĂ€tten bewahren bis heute die WesterwĂ€lder Töpfertradition und setzen dabei zugleich neue Impulse, damit auch in Zukunft das KannenbĂ€ckerland eine international angesehene Heimat fĂŒr historische und moderne Keramik bleibt.

„Hier im Westerwald erleben wir, wie sehr die Töpfertradition das kulturelle SelbstverstĂ€ndnis der Region prĂ€gt. Keramik hat eine bedeutende historische Vergangenheit, eine vielfĂ€ltige Gegenwart und eine spannende Zukunft, als Werkstoff des Kunsthandwerks und darĂŒber hinaus“, betonte Wolf abschließend.

Der Internationale Frauentag

Gedanken und ErlÀuterungen zu einem Ehrentag

Von Hans-Peter Meyer

Der Internationale Frauentag – auch Weltfrauentag genannt – wird inzwischen stets am 8. MĂ€rz gefeiert und ist fĂŒr Frauen auf der ganzen Welt ein wichtiges Datum. In einigen LĂ€ndern ist er sogar gesetzlicher Feiertag.

"Heraus mit dem Frauenwahlrecht!" war die Hauptforderung der "MĂŒtter" des Internationalen Frauentags. Auch wenn diese Zielsetzung inzwischen erreicht wurde, so ist die Gleichstellung der Geschlechter dennoch weder in Deutschland noch im Rest der Welt eine RealitĂ€t.

Der Internationale Frauentag hat seine Wichtigkeit daher nicht verloren und wird weiterhin jÀhrlich begangen.
Frauen auf der ganzen Welt machen am 8. MĂ€rz mit Veranstaltungen, Feiern und Demonstrationen auf noch immer nicht verwirklichte Frauenrechte aufmerksam.

Den internationalen Charakter unterstĂŒtzt auch die Tatsache, dass die Vereinten Nationen  an die Tradition des Internationalen Frauentags angeknĂŒpft haben. 1977 rief die UN-Generalversammlung in einer Resolution einen Tag im Jahr zum „Tag fĂŒr die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ aus. Die jĂ€hrlich stattfindenden Veranstaltungen stehen seither unter wechselnden Schwerpunktthemen von lĂ€nderĂŒbergreifender Relevanz.

2015 lautet das Motto der Vereinten Nationen zum Internationalen Frauentag: „Make It Happen“ (Lassen Sie es geschehen). In Deutschland lautet das Motto auch in diesem Jahr: “Heute fĂŒr morgen Zeichen setzen“.

Deutschland gehört zum kleinen Kreis derjenigen LÀnder, in denen der Internationale Frauentag von 1911 an gefeiert wurde. Eine wichtige Rolle spielten dabei die  Sozialdemokratinnen Clara Zetkin und KÀte Duncker, die mitgewirkt hatten, den Weltfrauentag offiziell ins Leben zu rufen.

100 Jahre nach dem ersten Internationalen Frauentag ist bereits viel von der Geschichte in Vergessenheit geraten. Diese war in Deutschland besonders bewegt: Hier wurde der Tag wÀhrend des Nationalsozialismus verboten und geriet in der jungen Bundesrepublik zeitweilig in Vergessenheit. SpÀtestens mit der Wiedervereinigung Deutschlands konnte der Internationale Frauentag aber ein Comeback feiern. Heute ist er Plattform einer vielfÀltigen Frauenbewegung und fest im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert.

Zur Geschichte des Internationen Frauentags ist weiterhin  anzumerken:

Am 19. MĂ€rz 1911 fand in DĂ€nemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA der erste Internationale Frauentag statt. Die Wahl dieses Datums sollte den revolutionĂ€ren Charakter des Frauentags unterstreichen, weil der 18. MĂ€rz der Gedenktag fĂŒr die Gefallenen in Berlin wĂ€hrend der Revolution 1848 war.

Bereits auf der ersten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz 1907 forderte Clara Zetkin, (gilt  als prĂ€gende Initiatorin des Internationalen Frauentags) das allgemeine Frauenwahlrecht, nachdem bereits 1904 in Berlin der Weltbund fĂŒr das Frauenstimmrecht gegrĂŒndet wurde. Ein Jahr spĂ€ter am 27. August 1910 beschlossen 100 Delegierte aus 17 LĂ€ndern auf dem zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz die EinfĂŒhrung eines jĂ€hrlichen Internationalen Frauentags. Hauptziel und –forderung war das Frauenwahlrecht. In den folgenden Jahren wechselte das Datum des Frauentags bis es 1921 auf den 8. MĂ€rz festgelegt wurde.

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Karl Kardinal Lehmann

MinisterprÀsidentin Malu Dreyer: Sind in Gedanken bei Kardinal Lehmann

„Als MinisterprĂ€sidentin bin ich, ebenso wie die Landesregierung, in Gedanken bei Kardinal Lehmann“, erklĂ€rte MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer. „Ich schließe ihn in meine Gebete mit ein, Trost und Vertrauen fĂŒr das letzte WegstĂŒck mögen ihn begleiten. Ich wĂŒnsche Kardinal Lehmann Frieden, einen glĂŒcklichen Blick auf sein reiches Wirken und Gottes Segen“, so die MinisterprĂ€sidentin.

Das Bistum Mainz bangt um das Leben des emeritierten ehemaligen Bischofs von Mainz und hat die GlĂ€ubigen gebeten, Kardinal Lehmann in ihr fĂŒrbittendes Gebet aufzunehmen.

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