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Mit Dostojewski auf dem Felsenweg unterwegs

Literarische Spurensuche in und über Bad Ems: Evangelisches Dekanat bot Wandergruppe viele Denkanstöße


RHEIN-LAHN. (27. September 2018) „Jemanden zu lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat.“ Das war nur eins vieler Zitate, die eine Wandergruppe in Bad Ems zum Nachdenken brachte. Ralph Skähr-Zöller, der im evangelischen Dekanat Nassauer Land innovative Angebote für jüngere Seniorinnen und Senioren konzipiert, hatte zu der literarischen Wanderung auf den Baedeker-Felsenweg nach Bad Ems eingeladen und für die Tour geistreiche Gedanken des Schriftstellers Fjodor Dostojewski parat.

Skähr-Zöller gab während der Wanderung einen Einblick in die bewegte Biographie des russischen Dichters zwischen Dichtungen, Arbeitslager, Spielsucht, Lungenerkrankung und Frauen. Mehrfach hielt er sich in Bad Ems auf; die entsprechenden Domizile in der Kurstadt wurden während der inspirierenden Tour ebenfalls aufgesucht. „Die Kur in Bad Ems habe ihm das Leben gerettet“, zitierte der Religionspädagoge, bevor es auf dem wunderschönen Felsenweg bergauf Richtung Concordia-Turm ging.

Bei kleinen Pausen gab Skähr-Zöller eine Reihe von Gedanken und Weisheiten Dostojewskis zum Besten, die immer wieder intensiv diskutiert wurden ebenso wie seine ablehnende Haltung zum Emser Bürgertum und dem Adel, die ihn „zu sehr bissigen Kommentaren“ inspiriert hätten, so der Referent. „Diese Leute der goldenen Mitte sind schrecklich von sich eingenommen. Sie sind diejenigen, die auf jeden Neuerer den ersten Stein werfen“, schrieb Dostojewski an anderer Stelle oder auch „Nur in der Ruhe ist die Quelle der größten Kraft“. Die genoss samt herrlichem Blick auf Bad Ems auch die sehr interessierte Wandergruppe immer wieder, die sich bereits auf die nächsten Angebote in ähnlicher Form freut.

Kreative Schreibwerkstatt

Eines ist bereits in der Planung. Für Literaten und solche, die es werden wollen, bietet Skähr-Zöller am Donnerstag, 8. und 15. November jeweils von 15.30 bis 17.30 Uhr unter dem Motto „Schreiben und genießen“ in Diez-Freiendiez eine kreative und genussvolle Schreibwerkstatt an. Dabei sollen die Sinne angeregt werden, um sich Poesie und Texten widmen zu können. Mehr Informationen und Anmeldung unter Telefon 02603-5099271 oder E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

 

SPACES IV - Die ark e.V. in Erfurt

Künstlerinnen und Künstler aus Thüringen und Rheinland-Pfalz im Dialog

Bereits zum 4.Mal traten der Arbeitskreis rheinland-pfälzischer Künstler e.V. zusammen mit dem Verband bildender Künstler Thüringen e.V., dem Kultur- und Schulverwaltungsamt der Stadt Koblenz und der Kulturdirektion der Stadt Erfurt in der Galerie Waidspeicher in den Dialog.

SPACES IV folgt den bereits stattgefunden Ausstellungen SPACES I in Koblenz im Jahr 2011, damals noch mit Werken beider Vereine zusammen, SPACES II in Erfurt, 2012, und SPACES III in Koblenz im vergangenen Jahr.
Die aus Koblenz und der Region stammenden Künstlerinnen und Künstler Maike Baur, Iris Brahm, Eva Maria Enders, Firouzeh Görgen-Ossouli, Dorothea Kirsch, Ute Krautkremer, Violetta Richard, Aloys Rump, Jan Schröder, Isa Steinhäuser und Ulrich Westerfrölke stellen ihre Sichtweisen von Räumen durch die unterschiedlichsten Werke dar. Zu sehen sind unter anderem Objekte, fast fliegend im Raum, bodenständige Skulpturen, Installationen, die die Zeit als Raum wahrnehmen, aber auch Werke, die durch formale Herangehensweise den Bezug herstellen.
In der Ausstellung sind alle Genres vertreten, sei es die klassische Malerei oder Grafik, Objekt, Installation oder Fotografie.

Zur Eröffnung am 15. September in Erfurt sprachen Prof. Dr. Kai Uwe Schierz, Direktor der Erfurter Museen und PD Dr. Margit Theis-Scholz, Beigeordnete und Schul- und Kulturdezernentin der Stadt Koblenz, die Begrüßungsworte. Beide brachten in ihrer Ansprach zum Ausdruck, dass der kulturelle Austausch über die Bundesländer hinweg ein wichtiges Anliegen darstellt und die, von der ark e.V. und dem Vbkth e.V. , gelebte Form einen großen Schritt in die zielführende Richtung der Förderung der Vielfalt der kulturellen Landschaft bedeutet .

Frau Dr. Angelika Steinmetz-Oppelland, Kunsthistorikerin und stellvertretende Sprecherin des VBK Thüringen e.V. nahm die Zuschauer zu einer verbalen Führung durch die Ausstellung mit, bevor die Gäste, nun sehr neugierig geworden, die Werke selbst in Augenschein nahmen.

Die Ausstellungsbegegnung soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

Für die musikalische Begleitung sorgten Johannes Gräber, Kontrabass, mit Kace Kaufmann, Vibraphone. Ihre freien Interpretationen schafften auch für das Ohr reichlich Räume und fügten sich harmonisch in das Konzept des Projektes SPACES ein.

Die Ausstellung ist noch bis zum 4. November in der Galerie Waidspeicher, Michaelisstraße 10, dienstags bis sonntags von 11.00 bis 18.00 Uhr, in Erfurt zu sehen. Am ersten Dienstag im Monat werden dort um 16.30 Uhr öffentliche Führungen angeboten. Ein Besuch lohnt sich.

Land schreibt Arbeitsstipendien für Autorinnen und Autoren aus

Das Land Rheinland-Pfalz vergibt im Bereich der Literaturförderung sechs Arbeitsstipendien. Sie sind mit jeweils 1.500 Euro dotiert und richten sich an Autorinnen und Autoren, die in Rheinland-Pfalz geboren wurden oder dort leben oder die durch ihr literarisches Schaffen mit dem kulturellen Leben in Rheinland-Pfalz besonders verbunden sind. Die Bewerbungsunterlagen sind bis zum 10. Oktober beim Mainzer Kulturministerium einzureichen.

Nähere Informationen zur Ausschreibung und den Förderbedingungen unter http://kulturland.rlp.de/de/kultur-foerdern/stipendien/

Carl-Zuckmayer-Medaille 2019

Ministerpräsidentin Malu Dreyer verleiht Robert Menasse die Carl-Zuckmayer-Medaille

Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse wird für seine Verdienste um die deutsche Sprache mit der Carl-Zuckmayer-Medaille 2019 ausgezeichnet. „Robert Menasse vermittelt in kritisch-ironischer Weise einen Blick auf politische und weltgeschichtliche Zusammenhänge. Er schafft dadurch nicht nur unterhaltsame Literatur, sondern regt auch zum Nachdenken an“, erläuterte Ministerpräsidentin Malu Dreyer ihre Entscheidung, die sie auf Empfehlung einer Fachkommission getroffen hat. Die Ministerpräsidentin wird die bundesweit beachtete Auszeichnung im Rahmen eines Festaktes am 18. Januar 2019 im Staatstheater Mainz verleihen.

Robert Menasse wurde 1954 als Kind einer jüdischen Familie in Wien geboren und fand für sein literarisches Schaffen bereits viel Beachtung. Seine literarischen Werke wie auch seine vielbeachteten Essays zeichnen sich durch ihre politische und philosophische Grundhaltung aus. Neben seinen erfolgreichen Romanen, die meist gesellschaftsrelevante Themen behandeln, widmet sich Robert Menasse zunehmend europa- und globalisierungspolitischen Themen. „Es ist erfrischend, dass solche Themen in der Literatur ihren Platz finden. Mit „Die Hauptstadt“ hat er einen großen EU-Roman geschaffen“, so die Ministerpräsidentin. Menasse trete für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie ein und spreche an, was viele Menschen bewege. „Carl Zuckmayer, der das Gegenteil von Rechtsstaatlichkeit erleben musste, hätte daran sicherlich Gefallen gefunden“, ist sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer sicher.

Die Carl-Zuckmayer-Medaille wird vom Land Rheinland-Pfalz seit 1979 jährlich am 18. Januar, dem Todestag Carl Zuckmayers, an Personen vergeben, die sich um die deutsche Sprache in besonderer Weise verdient gemacht haben. Der Preisträger erhält eine vom Künstler Otto Kallenbach geschaffene Medaille sowie ein 30-Liter-Fass Nackenheimer Wein, dem Lieblingswein Carl Zuckmayers.

Trägerinnen und Träger der Carl-Zuckmayer-Medaille sind:

Günther Fleckenstein (1979), Werner Hinz (1980), Georg Hensel (1982), Friedrich Dürrenmatt (1984), Ludwig Harig (1985), Dolf Sternberger (1986), Tankred Dorst (1987), Günter Strack (1988), Hanns Dieter Hüsch (1989), Martin Walser, Adolf Muschg, André Weckmann (1990), Albrecht Schöne (1991), Hilde Domin (1992), Hans Sahl (1993), Fred Oberhauser (1994), Grete Weil (1995), Mario Adorf (1996), Katharina Thalbach (1997), Harald Weinrich (1998), Eva-Maria Hagen (1999), Peter Rühmkorf (2000), Mirjam Pressler (2001), Herta Müller (2002), Monika Maron, Wolf von Lojewski (2003), Edgar Reitz (2004), Thomas Brussig (2005), Armin Mueller-Stahl (2006), Udo Lindenberg (2007), Bodo Kirchhoff (2008), Volker Schlöndorff (2009), Emine Sevgi Özdamar (2010), Hans Werner Kilz (2011), Uwe Timm (2012), Doris Dörrie (2013), Dieter Kühn (2014), Bruno Ganz (2015) und Sven Regener (2016), Yoko Tawada (2018).

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