Sonntag, 09. August 2020

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Passionskonzert FRECHBLECH

RANSBACH-BAUMBACH. Mit Johann Sebastian Bachs höchstpolyphonen „Contrapunctus IV“ aus dessen Schwanengesang „Die Kunst der Fuge“ eröffnete Frechblech als das Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald das diesjährige Passionskonzert im schönen Klangraum der Evangelischen Kirche von Ransbach-Baumbach. Im Bewusstsein der siebenwöchigen Bußzeit und der Karwoche sowie in Anlehnung an Martin Luthers legendäre Invokavitpredigten standen sich moderne Choralbearbeitungen über „Ein feste Burg ist unser Gott“ und „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Christian Sprenger den romantischen Motetten „Psalm 100“ und „Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren“ von Felix Mendelssohn Bartholdy kontrastierend gegenüber. Martin Löw, erfahrener Organist aus Goddert, meditierte in großen und phantasievollen Choralvorspielen die Choräle „Du großer Schmerzensmann“, „Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld“ und „Stimme, die Stein zerbricht“ und spielte sowohl mit der Disposition der Orgel aus der Werkstatt von Förster und Nicolaus als auch mit dem Raum, in dem das charmante Instrument seinen obertonreichen Klang entwickelte. Gekonnt nahm Martin Löw bei den Chorälen die anwesenden Gäste ganz in seine musikalische Welt mit hinein und führte den Gemeindegesang und das Orgelspiel höchst delikat zusammen. Frechblech zeigte sich mit Rudi Weide (Trompete und Flügelhorn), Claudia Liebe (Trompete und Flügelhorn), Dorit Gille (Waldhorn), Ben Bereznai (Basstrompete) und Dekanatskantor Jens Schawaller (Helikon und Leitung) von seiner gewohnt intonationssicheren, rhythmisch-präzisen, polyphon-geschulten und stilistisch differenzierten Seite; die Lesungen übernahm Ben Bereznai, der auch die Auswahl der geistlichen Texte übernahm. Pfarrer Wolfgang Weik begrüßte und verabschiedete als Gastgeber das bekannte Dekanatsensemble und dankte allen Aktiven und allen Gästen für den Besuch in der Evangelischen Kirche in Ransbach. Mit einer Komposition des ein paar Generationen nach Johann Sebastian Bach wirkenden Thomaskantors Albert Becker über den Lutherchoral „Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort“ und Johann Sebastian Bachs Werk „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ klang das diesjährige Passionskonzert aus, die Anwesenden bedankten sich mit langanhaltendem Applaus.

Heimatfilm, Regionalkrimi und die „Völkermühle Europas“

Kultursommer 2019 feiert „heimat/en“

Kaum ein Begriff hat so viele Facetten und wird so unterschiedlich interpretiert, wie der Begriff „Heimat“. Der 28. Kultursommer Rheinland-Pfalz spiegelt diese Vielfalt in seinem Programm wieder. Er hat sich das Motto „heimat/en“ gegeben. „Wir haben mit dem Begriff bewusst etwas gespielt und ihn in den ungewohnten Plural gesetzt. Heimat ist vielfältig und jeder verbindet etwas anderes damit “, so Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf bei der heutigen Pressekonferenz in Mainz.

Mehr als 200 Projekte zwischen Mai und Oktober werden auch in diesem Jahr wieder vom Land und vom Kultursommer Rheinland-Pfalz gefördert – viele von ihnen beschäftigen sich intensiv mit dem Motto „heimat/en“. Eine Auswahl wird in der gleichnamigen Publikation des Kultursommers vorgestellt: einem Büchlein mit launigen Texten, phantasievollen Grafiken und Veranstaltungen aller Kultursparten in allen Regionen des Landes.

Pünktlich zur ITB in Berlin ist auch wieder die Broschüre „Gastlandschaften

Rheinland-Pfalz“ fertig geworden – eine Koproduktion mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe und der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH. Mit ihren Bildern, Geschichten und Kulturtipps zum „Ansehen“ und „Hingehen“ lädt sie Gäste von nah und fern dazu ein, das Land, seine Lebensart und seine Attraktionen näher kennenzulernen.

Beide Publikationen sind ab sofort auf der WEB-Seite des Kultursommers zu finden oder zu bestellen. In Kürze werden Sie auch an vielen Stellen im Land ausliegen.

Man könnte fast glauben, dass Rheinland-Pfälzer den Begriff „Heimat“ erfunden haben müssen: Carl Zuckmayer aus Nackenheim nennt in „Des Teufels General“ seine rheinhessische Heimat die „Völkermühle Europas“, Edgar Reitz ließ seine FilmTrilogie „Heimat“ im Hunsrück spielen, Jacques Berndorf erfand mit seinen „EifelKrimis“ gleich ein neues Genre – heute gibt es Heimatkrimis aus fast allen Regionen Deutschlands. Aber auch die Landschaft selber prägt unsere Kultur: von kargen Regionen, die Wellen an Auswanderungen und die westpfälzischen Wandermusikanten hervorbrachten, über den romantischen Mittelrhein bis zu Naturschätzen wie im Kannenbäckerland im Westerwald. Heilquellen lockten u.a. Jacques Offenbach nach Bad Ems, der im Marmorsaal (der noch original erhalten ist) viele seiner Operetten aufführte und dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.

All diese Themen und vieles mehr wird im Kultursommer 2019 zu finden, entdecken und erleben sein.

Und es gibt weitere Jubiläen:

SAALÜ! ist das Heimatprojekt des Kultursommers Rheinland-Pfalz. Und das bereits seit 25 Jahren. Bei Theater, Comedy, Musik und ganz viel Dorf(geschichte) steht das Dorf, zusammen mit Bühnenprofis, selbst auf der Bühne  Ein maßgeschneiderter Heimatabend, fünfzehn Abende von Mai bis Ende Oktober, landesweit.

Seit nunmehr 20 Jahren gibt es „Via Mediaeval – Musik und Räume des Mittelalters“ – eine Konzertreihe, die in dieser Form deutschlandweit einmalig ist: Die Musik des Mittelalters erklingt im September in Gebäuden, meist Kirchen, romanischen Ursprungs in der Pfalz, also sozusagen am „Originalspielort“.

Der schwedische Männerchor Orphei Drängar (die Söhne des Orpheus) – viele bezeichnen ihn als den Besten der Welt – ist im Oktober in Zweibrücken, Ludwigshafen, Mainz und Koblenz zu erleben. Die Konzerte präsentieren große Männerchorwerke, wobei deutsche und schwedische Volkslieder nicht fehlen werden. Damit bilden sie einen Brückenschlag zum Motto des Kultursommers 2020.

„Nachdem wir im Jahr 2017 auf die Reformation und ihre Folgen zurückgeblickt haben und in 2018 der Industriegeschichte und den von ihr verursachten Veränderungen nachspürten, endet mit dem Motto ‚heimat/en‘ in 2019 der Spannungsbogen mit Fragen nach unserer Herkunft, dem Entstehen und der Wandlung unserer Identitäten“, erläuterte Minister Wolf. „2020 starten wir mit ‚Kompass Europa: Nordlichter‘ in vier Jahre, in denen wir unseren Kontinent in allen Himmelsrichtungen noch besser kennenlernen wollen.“

Erst einmal wird Ingelheim am ersten Maiwochenende zur Bühne für Kabarett, Straßentheater, Tanz, Musik, Kunstinstallationen und Film rund um das Motto 2019.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Minister Wolf werden den Kultursommer am Samstag, 4. Mai, offiziell eröffnen. Aber vor allem sind die drei Tage ein großes Kulturfest für die ganze Familie – bei freiem bzw. nur sehr geringem Eintritt.

Mehr zum aktuellen Kultursommer-Programm unter www.kultursommer.de

44. Geistliche Abendmusik

MONTABAUR. In der 44. Geistlichen Abendmusik am Sonntag, 24.03. um 17 Uhr in der Evangelischen Pauluskirche Montabaur an der Koblenzer Straße 5a können sich alle Gäste auf professionelle und hochlebendige Barockmusik freuen: Isabel Müller-Hornbach (Barockcello und Viola da Gamba), Flora Fabri (Cembalo) und Martin Jantzen (Barockcello und Viola da Gamba) laden zu einem Triokonzert der Extraklasse ein!

Mit dem Barocktrio musiziert ein hochrangiges und spielfreudiges Ensemble, das mit seiner Leidenschaft für historische Interpretationspraxis und möglichst authentische Spielweise die Musik der Barockzeit auf virtuose Weise lebendig werden lässt. Das besondere Ensemble legt seinen Schwerpunkt auf das barocke, galante und klassische Repertoire: im Fokus dieses Konzertes liegen Werke von Georg Philipp Telemann und Georg Friedrich Händel.

Der Eintritt ist frei, um eine Spende für die jungen Musiker wird herzlich gebeten.

Gottesdienst gegen Rassismus

MONTABAUR. Auch die Evangelische Kirchengemeinde Montabaur ließ es sich nicht nehmen, im Gottesdienst am Sonntag vor den internationalen Wochen gegen Rassismus in der Evangelischen Pauluskirche Montabaur eindeutig Stellung zu beziehen: Pfarrerin Anna Meschonat erinnerte in Hinblick auf den zunehmenden Rassismus und die immer stärker werdende Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft die Gottesdienstbesuchenden an eine biblisch-evangelische Position und ermutigte zu Selbstreflexion und beherzt diakonisch-geistlichen Denken und Handeln. „Der Auftrag, einander – besonders Fremden – friedlich und offen zu begegnen, ist ein Fundament jüdisch-christlichen Handelns. Gott befreit uns davon, Fremde zu fürchten und dazu jeden Menschen unabhängig von Geschlecht, Kultur und Herkunft, jeweils als Individuum wahrzunehmen und zu respektieren.“, meint die junge Pfarrerin, der das Thema sehr am Herzen liegt. Die kirchenmusikalische Begleitung übernahm das Trio flex & friends als die Combo des Evangelischen Dekanatskantorates Westerwald Süd, die sich in der Literaturwahl der Gemeindelieder, der Choräle und der Instrumentalmusiken ganz dem Thema anschloss und für Offenheit und Inklusion aller fremd erscheinenden Menschen warb. Es musizierten Dorit Gille (Gitarre, Waldhorn und Gesang), Sophie Jungbluth (Viola da braccia und Gesang), Ben Bereznai (Basstrompete und Gesang), Joachim Westphal (Percussion, Althorn und Gesang) sowie Dekanatskantor Jens Schawaller (Tasten, Tenortuba und Gesang).

Der Internationale Frauentag

Gedanken und Erläuterungen zu einem Ehrentag

Von Hans-Peter Meyer

Der Internationale Frauentag – auch Weltfrauentag genannt – wird inzwischen stets am 8. März gefeiert und ist für Frauen auf der ganzen Welt ein wichtiges Datum. In einigen Ländern ist er sogar gesetzlicher Feiertag.

"Heraus mit dem Frauenwahlrecht!" war die Hauptforderung der "Mütter" des Internationalen Frauentags. Auch wenn diese Zielsetzung inzwischen erreicht wurde, so ist die Gleichstellung der Geschlechter dennoch weder in Deutschland noch im Rest der Welt eine Realität.

Der Internationale Frauentag hat seine Wichtigkeit daher nicht verloren und wird weiterhin jährlich begangen.
Frauen auf der ganzen Welt machen am 8. März mit Veranstaltungen, Feiern und Demonstrationen auf noch immer nicht verwirklichte Frauenrechte aufmerksam.

Den internationalen Charakter unterstützt auch die Tatsache, dass die Vereinten Nationen  an die Tradition des Internationalen Frauentags angeknüpft haben. 1977 rief die UN-Generalversammlung in einer Resolution einen Tag im Jahr zum „Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ aus. Die jährlich stattfindenden Veranstaltungen stehen seither unter wechselnden Schwerpunktthemen von länderübergreifender Relevanz.

2015 lautet das Motto der Vereinten Nationen zum Internationalen Frauentag: „Make It Happen“ (Lassen Sie es geschehen). In Deutschland lautet das Motto auch in diesem Jahr: “Heute für morgen Zeichen setzen“.

Deutschland gehört zum kleinen Kreis derjenigen Länder, in denen der Internationale Frauentag von 1911 an gefeiert wurde. Eine wichtige Rolle spielten dabei die  Sozialdemokratinnen Clara Zetkin und Käte Duncker, die mitgewirkt hatten, den Weltfrauentag offiziell ins Leben zu rufen.

100 Jahre nach dem ersten Internationalen Frauentag ist bereits viel von der Geschichte in Vergessenheit geraten. Diese war in Deutschland besonders bewegt: Hier wurde der Tag während des Nationalsozialismus verboten und geriet in der jungen Bundesrepublik zeitweilig in Vergessenheit. Spätestens mit der Wiedervereinigung Deutschlands konnte der Internationale Frauentag aber ein Comeback feiern. Heute ist er Plattform einer vielfältigen Frauenbewegung und fest im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert.

Zur Geschichte des Internationen Frauentags ist weiterhin  anzumerken:

Am 19. März 1911 fand in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA der erste Internationale Frauentag statt. Die Wahl dieses Datums sollte den revolutionären Charakter des Frauentags unterstreichen, weil der 18. März der Gedenktag für die Gefallenen in Berlin während der Revolution 1848 war.

Bereits auf der ersten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz 1907 forderte Clara Zetkin, (gilt  als prägende Initiatorin des Internationalen Frauentags) das allgemeine Frauenwahlrecht, nachdem bereits 1904 in Berlin der Weltbund für das Frauenstimmrecht gegründet wurde. Ein Jahr später am 27. August 1910 beschlossen 100 Delegierte aus 17 Ländern auf dem zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz die Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentags. Hauptziel und –forderung war das Frauenwahlrecht. In den folgenden Jahren wechselte das Datum des Frauentags bis es 1921 auf den 8. März festgelegt wurde.

In Deutschland wurde das Frauenwahlrecht 1918 (genau wie in Österreich, Polen und Russland) im Reichswahlgesetz verankert. Im Januar 1919 konnten deutsche Frauen das erste Mal in der Geschichte wählen und gewählt werden. Als erste Frauen in Europa besaßen 1906 Finninnen dieses Recht (zeitgleich mit der Einführung des allgemeinen Wahlrechts für Männer), gefolgt von Norwegen 1913 und Dänemark (einschließlich Island) 1915. In der Schweiz mussten die Frauen bis 1971 warten, bis sie auf Bundesebene dieses Recht beanspruchen konnten.

Die Einführung hing von einer männlichen Volksabstimmung ab, ebenso wie in Liechtenstein als europäisches Schlusslicht, wo Frauen erst 1984 das Wahlrecht erhielten. Auch heute noch gibt es Länder, in denen das Frauenwahlrecht erschwert oder vorenthalten wird: dazu gehören Bhutan, Brunei und Saudi-Arabien.

Nachdem das Wahlrecht für Frauen errungen war, rückten andere Ungleichbehandlungen in den Mittelpunkt des 8. März, an dem Frauen mit Demonstrationen und Kundgebungen auf ihre Benachteiligung aufmerksam machten. Zentrale Forderungen waren Arbeitsschutzgesetze, gleicher Anspruch auf Bildung, ausreichender Schutz für Mütter und Kinder, gleicher Lohn für gleiche Arbeit oder legaler Schwangerschaftsabbruch. In all diesen Bereichen mussten Frauen massive Einschränkungen und Gebote hinnehmen, die dem hierarchischen Geschlechterverhältnis geschuldet sind.

Während des Nationalsozialismus wurde der Internationale Frauentag in Deutschland verboten und dafür der Muttertag stark in den Vordergrund gerückt.

Hartnäckig haben vier Frauen im Parlamentarischen Rat 1948/49 (Dr. Elisabeth Selbert, Frieda Nadig, Helene Weber und Helene Wessel – als die "Müttern des Grundgesetzes") es  geschafft, fünf entscheidende Wörter ins Grundgesetz zu bringen: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt" (Artikel 3, Abs. 2) Nach langen Diskussionen wurde dann 1994 der Gleichberechtigungs-Artikel im Grundgesetz um einen Zusatz ergänzt: "Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“. Eine aktive Gleichstellungspolitik ist seitdem Verfassungsauftrag.

Selbstverständlich war es nicht, dass der Gleichberechtigungsartikel in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen wurde. 1948/49 arbeiteten 65 Männer und Frauen im Parlamentarischen Rat an einer demokratischen Verfassung für den neuen deutschen Staat. Lange war dabei nur von den "Vätern des Grundgesetzes" die Rede. Den wenigen Frauen im Parlamentarischen Rat – Dr. Elisabeth Selbert, Frieda Nadig, Helene Weber und Helene Wessel – als den "“Müttern des Grundgesetzes“ ist es zu verdanken, dass unsere Verfassung Frauen die volle Gleichberechtigung garantiert.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs fanden bis in die Sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts nur wenige Veranstaltungen statt. Mit ihrer Forderung „Das Private ist politisch“ rückte die Zweite Frauenbewegung neue Themen wie Gewalt in der Ehe, Rechte von Ausländerinnen oder Diskriminierung nicht-heterosexueller Lebensweisen ins Bewusstsein.

1975 erklärten dann auch die Vereinten Nationen einen Tag im Jahr offiziell zum Internationalen Frauentag.

In den letzten 100 Jahren hat sich viel zum Positiven verändert, viele beherzte und mutige Frauen und Männer haben Bestimmungen und Gesetze für mehr Chancengleichheit durchgesetzt. Es ist zwar viel, aber längst noch nicht alles erreicht. In Sachen Bildung haben Mädchen mittlerweile aufgeschlossen und in manchen Bereichen die Jungen überholt. Doch diese Entwicklung setzt sich bei der beruflichen Karriere nicht fort. Nach wie vor sind Frauen unterrepräsentiert in sämtlichen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Bereichen. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist immer noch nicht erreicht.

Deswegen wurde 2008 der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendliche geförderte „Equal Pay Day“ oder auch „Rote-Taschen-Tag“ von der BPW (Business and Professional Women) initiiert, bei dem am 15. April 2008 in Deutschland Frauen durch das Tragen roter Taschen auf die Lohnunterschiede aufmerksam machen. Der Aktionstag findet immer an dem Tag in einem neuen Jahr statt, bis zu dem Frauen bei gleichem Arbeitsvolumen wie die Männer ohne Bezahlung arbeiten müssten, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. Zurzeit beträgt die statistisch ermittelte Differenz zwischen den durchschnittlichen Brutto-Stundenlöhnen der Männer und denen der Frauen 22%. Also die Berechnung für 2014 lautet: 22% von 365 Tagen = 80 Tage.

Im heutigen Deutschland neu ins Bewusstsein gerückte Frauen- und Menschenrechtsverletzungen wie Genitalverstümmelungen und Ehrenmorde, denen in der Regel Frauen zum Opfer fallen, Zwangsheirat und –prostitution sowie Frauenhandel machen deutlich, dass Frauenrechte einklagbare Menschenrechte sein müssen.

Viele Gründe, den 8. März als Tag der erreichten wie der noch ausstehenden Frauenrechte zu feiern und hochzuhalten.

©  Hans-Peter Meyer

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