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80. Geburtstag Klaus Staeck

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Engagierter Streiter für Demokratie

„Klaus Staeck setzt sich mit seinen Werken seit über 50 Jahren für die Schwachen ein. Er kämpft gegen Ungerechtigkeit und ist ein engagierter Streiter für die Demokratie.“ Mit diesen Worten gratuliert Ministerpräsidentin Malu Dreyer dem Künstler zu seinem 80. Geburtstag am 28. Februar. Staeck, der 1938 in Pulsnitz bei Dresden geboren wurde, begleitet seit Jahrzehnten das politische Geschehen in Deutschland und der Welt mit seinen satirischen Postkarten, Flugblättern und Plakaten. Auch heute noch greift er große politische Debatten wie die Flüchtlingskrise, das Freihandelsabkommen TTIP oder die Politik von Donald Trump in seinen Werken auf.

Als überzeugter Demokrat mache er mit seinen Werken darauf aufmerksam, dass es sich lohne, für Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfen, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Staeck, aufgewachsen in der DDR, habe dort gelernt, die Freiheit zu schätzen, weil er als Jugendlicher die Unfreiheit erlebt habe. Seither setze er sich für die Demokratie ein. Er sehe in ihr die beste Möglichkeit, sich einzumischen und Fragen zu stellen, die andere möglicherweise nicht gern hören.

Klaus Staeck wurde 2010 der 65. Stern auf dem „Walk of Fame des Kabaretts“ auf dem Mainzer Romano-Guardini-Platz gewidmet.

Pater Richard Henkes/ Gedenkveranstaltungen zum 73. Todestag

Gedenken in Vallendar und Limburg zum 73. Todestag von P. Richard Henkes

Pallottiner starb im KZ Dachau, weil er Todkranke pflegte

Vallendar, 22.02.2018. Die Liebe zum Nächsten war ihm wichtiger als der Schutz des eigenen Lebens. Der Westerwälder Pallottinerpater Richard Henkes starb vor 73 Jahren im KZ Dachau an Flecktyphus. Infiziert hatte er sich bei der Pflege todgeweihter Häftlinge. Als er sich zum Dienst in der „Typhus-Baracke“ meldete, war ihm das damit verbundene Risiko für sein eigenes Leben bewusst. Für ihn gab es jedoch keine Alternative: im Namen der Nächstenliebe war es für ihn Bedürfnis und Verpflichtung, seine erkrankten Mithäftlinge bis zu ihrem letzten Atemzug zu begleiten.

Für die Gemeinschaft der Pallottiner ist P. Richard Henkes ein starkes Vorbild. Nicht nur aufgrund seines leidenschaftlichen Engagements für die sterbenskranken Mithäftlinge im Konzentrationslager, sondern auch wegen seines Mutes, die Stimme gegen ein Unrechtsregime zu erheben. Seine offenen Worte gegen die Nazischergen hatten 1943 seine Einweisung in das KZ Dachau zur Folge. Am 22. Februar 1945 starb Henkes nach wochenlanger aufopfernder Pflege der Erkrankten in Baracke 17 an Flecktyphus.

Seit 2003 läuft der Seligsprechungsprozess für den Pallottiner. Auch in diesem Jahr erinnerten die pallottinischen Gemeinschaften in Vallendar und Limburg anlässlich seines Todestages an Leben und Wirken von P. Richard Henkes.

Gedenkvesper in der Pallottikirche in Vallendar

In Vallendar gedachten die Pallottiner ihres Mitbruders am Samstag, dem 24. Februar, mit einer musikalisch gestalteten Vesper. Teilnehmer des „43. Vallendarer Liedtages“, veranstaltet von Haus Wasserburg, interpretierten u.a. Lieder, die eigens in Erinnerung an P. Richard Henkes komponiert wurden:

„…dass Leben blüht dem Tod“, ein Stück des Rektors der pallottinischen Gemeinschaft in Haus Wasserburg, Pater Jörg Gattwinkel SAC, und „Menschen wacht auf“ von Pater Alexander Diensberg SAC beispielsweise.

Gemeinsam sangen rund siebzig Teilnehmer in Erinnerung an Pater Richard Henkes. Gebete und Fürbitten für den mit nur 44 Jahren verstorbenen Pallottiner rundeten die feierliche Vesper ab.

Andacht und Statio in Limburg a. d. Lahn

Die Pallottiner in Limburg luden am Sonntag, den 25. Februar, zu einer gemeinsamen Andacht für P. Richard Henkes in der Unterkirche von St. Marien ein. Pater Leo Wiszniewsky SAC, Rektor der örtlichen pallottinischen Gemeinschaft, begrüßte trotz des eisigen Wetters rund 40 Gäste, darunter Mitbrüder aus Limburg und Vallendar und Angehörige aus dem Westerwald.

Er erinnerte in seiner Ansprache an den Priester Richard Henkes, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, im Block 17 des KZ Dachau die Todgeweihten zu pflegen und ihnen die Sterbesakramente  zu spenden. Er habe tatsächlich das Ideal als Opferpriester und Kreuzträger für andere bewusst erfüllt, das er sich vor der Priesterweihe selbst zum Ziel gesetzt hatte. Henkes sei eine gereifte Persönlichkeit gewesen, ein Glaubenszeuge, der nicht nationalistisch dachte. Seine Asche im Bischofsgrab der Pallottiner in Limburg sei ein kostbares Zeichen der Hoffnung und der Ermutigung. Sie sei das Zeugnis eines Mitbruders, der das vom Evangelium gelebt habe, was er verstanden habe und wozu ihn die Nöte seiner Zeit herausgefordert hatten. Pater Henkes sei ein großes Geschenk gewesen, für die Pallottiner und für viele Menschen bis hin nach Schlesien und Tschechien.

Nach dem Wortgottesdienst zogen die Teilnehmer zum nahegelegenen PallottinerFriedhof, um am Grab von P. Richard Henkes für seine baldige Seligsprechung zu beten.

Zur Person:

Der im Jahre 1900 in Ruppach-Goldhausen/WW. geborene Pallottinerpater Richard Henkes strebte schon als Schüler im Studienheim Schönstatt (1912-1919) nach Wahrheit und Freiheit. Im Jahr 1925 wurde er zum Priester geweiht und ab 1926 war er als begeisterter und begeisternder Lehrer tätig. Ab dem Jahr 1931 wirkte er in Katscher, Frankenstein und in Branitz im östlichen Teil des damaligen Deutschen Reiches.

Nach einer Predigt am 7. März 1937 in Ruppach gegen die Nazis wurde er bei der Gestapo angezeigt und man leitete eine Untersuchung gegen ihn ein. Sie endete mit einer Verwarnung. Ebenfalls 1937 wurde er wegen einer Äußerung gegen Adolf Hitler in Katscher/Oberschlesien angezeigt. Der drohenden Verurteilung vor einem Sondergericht in Breslau entging er durch die  Amnestie beim Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.

Am 8. April 1943 wurde er wegen einer Predigt in Branitz/Oberschlesien verhaftet, in Ratibor gefangen gehalten und am 10. Juli 1943 ins KZ Dachau eingeliefert. Dort ließ er sich Ende November/Anfang Dezember 1944 freiwillig in der Zugangsbaracke 17 zur Pflege und Seelsorge Typhuskranker einschließen, steckte sich dabei an und starb am 22. Februar 1945 im KZ Dachau.

Seligsprechungsprozess:

Dachauer KZ-Priester und der Richard-Henkes-Kreis haben sich seit 1982 für die Seligsprechung des Pallottiners eingesetzt.

Nach der Einigung zwischen der Bistumsleitung und den Pallottinern fand die feierliche Eröffnung des Bischöflichen Erhebungsverfahrens am 25. April 2003 in der Marienkirche der Pallottiner in Limburg statt.

Am 23. Januar 2007 konnte der damalige Limburger Bischof Franz Kamphaus mit einem Pontifikalamt in der St. Marienkirche den Abschluss des Bischöflichen Erhebungsverfahrens feiern.

Inzwischen ist die sogenannte "Positio", das Grundsatzdokument für eine Seligsprechung, in italienischer Sprache bei der Kongregation für die Heiligsprechungen eingereicht. Sie hat bei den Historikern und den Theologen die Prüfung bestanden. Zurzeit warten die Pallottiner und das Bistum Limburg auf die Bestätigung durch die Bischöfe und Kardinäle der Heiligsprechungskongregation in Rom.

Passionskonzert FRECHBLECH Montabaur

MONTABAUR. Zu einer weiteren Musik zur Passion lädt Frechblech, das Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald,

am Sonntag, 18. März um 18.30 Uhr

in die Evangelische Pauluskirche an der Koblenzer Straße 5a in 56410 Montabaur ein. Unter der bewährten Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller musiziert das Wäller Ensemble geistliche Musik von Heinrich Schütz, Johann Michael Bach, Johann Sebastian Bach, Zsolt Gárdonyi und Christian Sprenger; die wertvolle Wagnerorgel von 1875 spielt Martin Löw aus Goddert. Der Eintritt ist frei!

Staatssekretär Barbaro eröffnet Ausstellung „Luminanz“ des Kunstvereins Junge Kunst in Trier

Kulturstaatssekretär Salvatore Barbaro hat heute die Ausstellung „Luminanz“ der Künstlerin Andrea Flemming in der Galerie des Trierer Kunstvereins Junge Kunst eröffnet. Die Foto-Ausstellung findet in den frisch sanierten Räumlichkeiten des Kunstvereins statt. Die Stiftung Kultur für Rheinland-Pfalz hatte die Neuanschaffung einer Beleuchtungsanlage mit 8.000 Euro unterstützt.

„In Trier, der ältesten Stadt Deutschlands, zeigt der Kunstverein Junge Kunst seit über 30 Jahren zeitgenössische Positionen und Ausdrucksformern: Eine mutige Entscheidung und anspruchsvolle Aufgabe zugleich. Mit der Auswahl der Künstlerin Andrea Flemming aus Halle an der Saale für die aktuelle Ausstellung ‚Luminanz‘ dokumentiert der Kunstverein Junge Kunst sein Selbstverständnis, junge zeitgenössische Kunst in Trier selbstbewusst in den Fokus zu stellen und nun auch ins rechte Licht zu rücken“, so Barbaro. „Wir freuen uns, dass wir mit der Kulturstiftung Rheinland-Pfalz hier einen wesentlichen Beitrag leisten konnten, die Galerie des Kunstvereins in der Trierer Karl-Marx-Straße mit einer verbesserten Ausstellungsinfrastruktur auszustatten.“

In seinem Grußwort würdigte der Staatssekretär das künstlerische Wirken des Vereins in den vergangenen Jahrzehnten und dankte den ehrenamtlichen Protagostinnen und Protagonisten: „Ich gratuliere dem Kunstverein Trier Junge Kunst zur Neu-Erschaffung eines wichtigen Raumes für aktuelle Kunst in Trier und seinen Bürgerinnen und Bürgern zu dem bemerkenswerten kulturellen Engagement dieses professionell agierenden Kunstvereins. Denn Kunstvereine wie dieser stellen einen wesentlichen Teil der lebendigen kulturellen Öffentlichkeit her, die für ein demokratisches Gemeinwesen unverzichtbar ist. Sie sichern und fördern - unterstützt durch öffentliche Mittel von vergleichsweise sehr geringem Umfang - die Lebensqualität, die Erneuerung der Kultur, die Innovationsfähigkeit und die Attraktivität des Landes sowie seiner Städte und Gemeinden. Diese meist ehrenamtliche Tätigkeit kann man nicht hoch genug schätzen und anerkennen.“

Kulturminister Wolf: Alexander Dettmar bewahrt Spuren

„Die Synagogenbilder von Alexander Dettmar stehen in ganz spezifischer Weise dafür, dass Kunst, insbesondere zeitgenössische Kunst, einen sehr wertvollen Beitrag leisten kann, wenn es darum geht, historische Ereignisse und Geschichte zu reflektieren. In einer Gegenwart, in der der Nationalismus aktuell wieder einen Aufschwung in ganz Europa und der westlichen Welt erfährt, gewinnen daher solche Positionen und Bausteine einer reflektierten Erinnerungskultur zunehmend und erneut an aktueller gesellschaftlicher Relevanz. Und nicht zuletzt dafür sind wir Ihnen und Ihren Bildern ausgesprochen dankbar“, betonte Kulturminister Konrad Wolf in seinem Grußwort anlässlich der Ausstellungseröffnung von Alexander Dettmar „Bilder der Erinnerung - Zerstörte deutsche Synagogen“ im Stadtmuseum Zweibrücken. Der Künstler Alexander Dettmar hat es sich zur Aufgabe gemacht, die in der Progromnacht zerstörten Synagogen vor der Vergessenheit zu bewahren, indem er die verbrannten Bauwerke in seinen Gemälden festhält.

Für die Landesregierung ist zentral, die Ereignisse 1933-1945 nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Daher ist  Aufklärungsarbeit über den Nationalsozialismus und das Gedenken an die Opfer der Gewaltherrschaft eine kontinuierliche staatliche Aufgabe. Mit Hilfe der Landeszentrale für politische Bildung wurde 2001 die Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten- und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz gegründet und hat mit inzwischen 63 Initiativen viel dazu beigetragen, dass in Kreisen, Städten und Gemeinden dortige Aktivitäten zur Gedenkarbeit in starkem Umfang gestiegen sind.

Wolf weiter: „Sie, Alexander Dettmar, haben einmal in einem Interview formuliert, dass Sie Ihre Bilder von jüdischen Gotteshäusern, die es nicht mehr gibt, auch als Erinnerung an die Menschen malen, die es nicht mehr gibt. Ihre Bilder sind somit auch eine beeindruckende Mahnung, dass sich die schrecklichen Geschehnisse niemals wiederholen dürfen."

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