Sonntag, 20. Juni 2021

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Zum Muttertag

Eine nachdenkliche Betrachtung

Von Hans-Peter Meyer

Irgendwo habe ich dieser Tage den nachdenklichen Spruch gelesen: „Meine schönste Erfindung, sagt Gott, ist die Mutter.

Am kommenden Sonntag haben wir ihn wieder, den alljährlich im Wonnemonat Mai wiederkehrenden Muttertag. Auch wenn uns derzeit pandemische Einschränkungen und Belastungen hindern, sollten uns die positiven Elemente und Aspekte dieses besonderen Ehrentags bewusst und wichtig bleiben.  Viele von uns beeilen sich, entsprechend alter Tradition und Gepflogenheit einen Glückwunsch auszusprechen, ein paar Blumen, einem Geschenk zu überreichen.

Aber, so denke ich, Muttertag hat eine mehr als nur kalendernotwendige Bedeutung. Nicht wenige unter uns halten den Muttertag inzwischen für ein kommerzielles Geschäft, was zum Teil sicherlich zutrifft, wenn man einmal an die Annoncen verschiedener Geschäftszweige denkt und diese aufmerksam betrachtet. Muttertag ist mehr. Darüber sollten wir einmal nachdenken. Anerkennung für jene Frauen, die alle Tage, jahraus, jahrein, ihren Kindern und Männern gehören. Deren Arbeit niemals ein Ende hat, die keine Vierzigstundenwoche kennen, kein freies Wochenende. Die immer da sind, ohne Lohnerhöhung, ohne Urlaubsansprüche.

Den Müttern einen Tag zu widmen, war die Idee einer Frau, der 1864 geborenen Amerikanerin Ann Jarvis. Sie verstand sich als Frauenrechtlerin, nahm den Tod ihrer Mutter zum Anlass, den Kreuzzug für den Muttertag zu beginnen. Ann Jarvis starb 1948 weitgehend verarmt in einem Altenheim. Selbst war sie nie Mutter geworden. „Ihr“ Ehrentag“ blieb, 1922 kam er nach Deutschland, zehn Jahre später  wurde er hier als Feiertag auf den zweiten Mai-Sonntag gelegt.

Muttertag ist für uns mehr: Die Mutter hat uns das höchste Gut dieser Welt geschenkt – das Leben. Für die meisten von uns war die Mutter  die wichtigste Bezugsperson in den ersten wichtigsten (Entwicklungs-) Jahren unseres Lebens, sie hat uns begleitet in Freud und Leid, hat am Bett gesessen, wenn wir krank waren, hat uns liebevoll gepflegt, und in späteren Jahren haben wir immer wieder gespürt, dass es die Mutter ist, die an unserem Leben, an unseren Sorgen und Nöten teilnimmt, einspringt, wenn niemand mehr da ist. Das Gefühl des „Angenommensein“, die Geborgenheit, die „offenen Arme“ einer liebenden Mutter ist mehr Wert als alle Reichtümer dieser Welt.

Mutterliebe kann man nicht kaufen – sie kommt aus dem Herzen und gibt es nur umsonst.

Wenn das Licht der Hoffnung in uns so manches mal erloschen scheint, sind es nicht nur Worte, die das Herz einer Mutter ausmachen. Da ist ein Gefühl ohne Worte, das sich nur sehr schwer oder gar nicht beschreiben lässt. Vieles nehmen wir als selbstverständlich an, ohne uns tiefere Gedanken zu machen. Ein „Danke“ zu Lebzeiten ist besser als alle Blumen dieser Welt auf den Gräbern unserer Mütter. Eigentlich soll es das ganze Jahr über Muttertage geben. Wieso können wir der Mutter nicht an vielen Tagen des Jahres  das Gefühl geben, dass sie eine ganz besondere Person ist. Wir haben – so denke ich – an jedem neuen Tag des Jahres die große Chance, nicht mit Gold und Edelstein, sondern mit einem kleinen Geschenk, mit ein paar Blumen, mit einer Anerkennung, einer liebenvollen Geste die Mutter zu überraschen.

Der unvergessene  Camillo Felgen (den ich selbst persönlich kennen und schätzen lernen durfte) hat in einem seiner Lieder einmal gesungen: „Ich hab’ Ehrfurcht vor schneeweißen Haaren“. Er hat die Mutter im hohen Alter gemeint. Diese Ehrfurcht sollten wir nicht nur am (Kalender-) Muttertag haben oder erst dann, wenn die Mutter für immer von uns gegangen ist.

Der Muttertag hat viele Komponenten. Er sollte anregen zum Nachdenken und zur Dankbarkeit…

(Text und Foto: © Hans-Peter Meyer)

 

 

Filsener Geschichte(n)

Vor 150 Jahren zog die „Filsener Hochschule“ aus der Wachport aus

von Alfred Neckenich

Jahrzehntelange hatten die Lehrer der Elementarschule zu Filsen im 19. Jahrhundert Klage geführt über den schlechten Zustand des Schulhauses. Mit Schule war seinerzeit die altehrwürdige Wachport, das im Jahre 1611 in schönem Fachwerk errichtete ehemalige Rathaus des Dorfes gemeint. Vor unbestimmter Zeit im 17. oder 18. Jahrhundert hatte man die Wachport zum Schulhaus umgewandelt. Im ersten Stock, direkt über dem Tor der früheren Dorfbefestigung, wohnte der Lehrer mit seiner Familie, der frühere Gemeindesaal im zweiten Stock diente als Klassenraum. Im Filsener Alltag sprach man daher auch von der „Hochschul“. Die Deutlichkeit der in der Schulchronik niedergeschriebenen Beschwerden und Mängellisten und die Klagen über die Untätigkeit der Gemeinde sind ein Zeugnis für die wirtschaftliche Situation und die Armut im Dorf. In der Niederschrift für das Schuljahr 1844/ 45 lesen wir unter Ziffer 4: „Zustand des Schulhauses und des Lehrzimmers“ beispielsweise: „Der Zustand des Schulhauses ist in der That sehr bedenklich, sowohl im Äußeren, wie auch im Inneren. Der Lehrer kann öfters nicht einmal bei der drückensten Kälte wegen des Rauches in seinem geheizten Zimmer bleiben; seine Gesundheit muß damit zu Grunde gehen. Betrachtet man aber die Decke des Lehrzimmers, so erschrickt man, denn dieselbe ist fast überall dem Einsturze nahe und es könnte großes Unglück entstehen, wenn dieselbe während des Unterrichts einstürzte. Es steht viel zu wünschen übrig“.

Im Jahre 1869 zählte man in Filsen 430 Einwohner; ausweislich der Schulchronik besuchten in diesem Schuljahr 92 Kinder (47 Jungen, 45 Mädchen) die einklassige Schule. Die offensichtlich zunehmend misslich Lage, und letztlich wohl auch der Druck der Herzoglichen Schulbehörde, veranlassten Bürgermeister Johann Lahnstein und den Gemeinderat wenig später dann doch zum Handeln. Am 11. Februar 1871 kaufte die Gemeinde Filsen das in der Oberstraße gelegene Haus Dorweiler (heute Haus Helbach), um es zu einem Schulhaus mit Lehrerwohnung umzubauen. Aber, so die Schulchronik, „wurde durch das allzu große Sparsystem die Hoffnung des Lehrers und der Schüler wieder in nebelgraue Ferne gerückt; die Kosten (1800 Thaler) schienen Einigen zu hoch“. Bürgermeister und Gemeinderat brachten das Anwesen erneut zur Versteigerung. Wenige Tage vor dem bereits angesetzten Versteigerungstermin nahm die Gemeinde nach Intervention der Schulbehörde dann doch Abstand davon und die notwendigen Umbaumaßnahmen wurden zeitnah ausgeführt. Der damalige Lehrer Joseph Weismüller brachte seine Freude über den Umzug in das neue Schul- und Wohngebäude mit folgenden Worten zum Ausdruck:  „Am 31. Oktober des Jahres 1871 wurde dem Lehrer der 2. Stock des Hauses als Dienstwohnung angewiesen. Mit frohem Herzen wurde diese Anweisung begrüßt und nicht alleine von dem Lehrer, nein von allen redlich Denkenden!

Endlich war der erste Schritt zu dem geschehen, worauf sich so mancher Lehrer dahier gesehnt, um das soviel gesprochen, geschrieben und gestritten wurde. Möchte diesem bald die gänzliche Beseitigung der dermaligen Kamalitaet ein neuer Schulsaal in dem Haus No. 27 folgen und die alte Bude No. 7 ihren Namen “Wachtpforte” wieder zurückerhalten, denn den Namen einer Schule hat sie nie verdient.“

Doch erst zu Beginn des Jahres 1873 konnte der abschließende Umzug der Schulklassen erfolgen. Dazu schreibt Lehrer Weismüller: „Am 13.ten Januar 1873 wurde aus dem alten Schulgebäude in das neue übergesiedelt. Dem Lehrer ist als Schulwohnung gehörig der Raum des 2. Stockwerkes, der Speicher, Hof, der ganze Keller und die obere abgeschlossene Hälfte des Stalles mit Futterraum zugewiesen. Ferner steht dem Lehrer die Benutzung des an der alten Schule gelegenen Gartens zu. Schulhaus und Lehrzimmer lassen nichts zu wünschen übrig.“

Der Mai ist gekommen – und bringt neues Leben

Gedanken zum Wonnemonat

Von Hans-Peter Meyer

Der Mai, nach der römischen Göttin Maja benannt, ist der 5. Monat des Jahres. Dieser Monat hat trotz aller coronabedingten Einschränkungen und Belastungen  in manchen Regionen unserer Heimat ein besonderes Flair und vereinigt einige besondere Attribute in sich.

Dabei gibt es einerseits die Pflege von Brauchtum und Tradition – das Aufstellen des Maibaums durch die örtlichen Junggesellen, die Wahl des Maikönigs und der Maikönigin, an den Häusern der (noch) ledigen Dorfschönen sieht man buntgeschmückte Birkensträuße – als Zeichen von Sympathie und Verehrung.

Der  Wonnemonat gehört der Jugend und hat auch seine besondere Wirkung auf die Älteren unter uns.

Vielfach vermittelt dieser Monat etwas Traumhaftes – als die Zeit für Liebende, und nicht wenige haben sich diesen Zeitabschnitt zur Hochzeit und Vermählung ausgesucht.

Andere wiederum schwelgen in schönen Erinnerungen.

Die zum Teil unbequeme Winterkleidung kann nunmehr im Schrank verstaut werden. Vom launischen April, der besonders wetterfühligen Menschen  zu schaffen macht, nehmen wir Abschied. Auf Feldern, in Gärten sieht man Menschen wirken -  die Welt lebt wieder sichtbarer und schöner. Vogelgezwitscher sagt uns, dass die Natur wieder neu lebt.

Der Mai ist der Marienmonat. Menschen verehren die Gottesmutter und pilgern zu ihren Anbetungs- und Gedenkstätten.

In diesem herrlichen Monat gibt es den Muttertag und den Vatertag, zwei Tage von besonderer Prägung, die Dank und Anerkennung an liebe Menschen vermitteln sollen.

Der Monat Mai hat aber auch einen tieferen Sinn. Ein neuer hoffnungsvoller und froher Abschnitt kann beginnen. Der Monat Mai – das ist auch ein Pflänzchen Hoffnung, dass auch bei uns und in uns Menschen sich neue Perspektiven eröffnen.

Der Mai beherrscht die Kunst des Zauberns. Der Duft der Natur lässt uns aufwachen. Innerhalb weniger Tage tut sich die beispielhafte Pracht der Natur auf. Wiesen sind grün geworden und der Wald fängt an zu leben, Im Mai macht der Löwenzahn aus den Wiesen gelbe Teppiche und der Ginster blüht farbenprächtig. In leuchtenden Farbtönen glitzert in der Frühjahrssonne manches Naturgebilde und beflügelt die Phantasie.

Es ist herrlich, durch solche Blumenwelt zu wandern und sich der Schöne der Natur und unserer Heimat bewusst zu werden.

Der Schöpfer aller Dinge hat hier ein Wunderwerk wachsen lassen und vertrauen wir auf Zuversicht in unsere Zukunft…

©  Hans-Peter Meyer

Kontinuität und Aufbruch:

Neuer Vorstand des Landesverbandes professioneller freier Theater Rheinland-Pfalz

Im Rahmen einer Mitgliederversammlung des Landesverbandes professioneller freier Theater Rheinland-Pfalz (laprofth) am 20. April 2021 haben sich vierzig Theaterschaffende online ausgetauscht. Gemeinsam wurde diskutiert über die Möglichkeiten der Arbeit für die Bühne, auf und hinter der Bühne – unter den Umständen eines Kulturlockdowns, der das gemeinsame Erleben szenischer Momente zwischen Publikum und Künstler*innen seit nunmehr einem Jahr fast unmöglich macht.

Unter diesen Vorzeichen haben die Mitglieder des Landesverbandes einen neuen Vorstand für die Amtszeit von zwei Jahren gewählt:

Die 1. Vorsitzende Astrid Sacher (Bad Ems) einstimmig wiedergewählt.

Neu im Amt des 2. Vorsitzenden ist Joya Ghosh (Trier).

Alter und neuer Kassenwart ist Frédéric Camus (Bad Ems).

Als Beisitzer*innen werden Hedda Brockmeyer (Neustadt/Weinstraße) und Christoph Bautz (Hachenburg/Westerwald) den geschäftsführenden Vorstand beraten.

laprofth schafft dadurch den Brückenschlag zwischen Kontinuität und Aufbruch.

Astrid Sacher tritt bereits ihre achte Amtszeit an und bekräftigt: „Die Vielfalt der professionellen freien Theaterszene in Rheinland-Pfalz ist ein Geschenk an unser Publikum, das nicht verlorengehen darf. Für deren Wertschätzung und Überleben kämpfe ich, denn nach den Zeiten der Isolation und des Rückzugs, wie wir sie heute erleben, brauchen die Menschen Begegnung, Dialog, neue Blickwinkel – das Theater! – mehr denn je.“

Joya Ghosh als Vertreterin der jüngeren Generation im Verband ergänzt: „Die professionellen freien Theater sind der Motor der Kulturszene – unglaublich kreativ und erfinderisch, Meister der Vernetzung und der organisierten Gemeinsamkeit. Ich freue mich sehr, mich in die Zukunft auch in Vorstandsfunktion in dieser für die Gesellschaft unverzichtbaren Branche einbringen zu dürfen.“

Aufbruch und Veränderung zeigt sich in diesen Tagen auch in der der Geschäftsstelle von laprofth, deren hauptamtliche Arbeit vom Land Rheinland-Pfalz durch eine institutionelle Förderung ermöglicht wird. Seit Mitte April wird dort die Geschäftsführerin Birgit Walkenhorst stundenweise unterstützt durch eine neue Kollegin, Katharina Grundhöfer, als Büroassistenz.

Zahlreiche Ideen und Projekte zur Stärkung der vielfältigen Bereiche der freien darstellenden Künste in Rheinland-Pfalz sollen in den nächsten zwei Jahren realisiert werden. Das Team des Landesverbandes dankt allen Unterstützerinnen und Unterstützern. Wir stehen bereit!

Lale Bender und Lucie Mathias gewinnen beim Vorlesewettbewerb den Bezirksentscheid

Seit 62 Jahren findet der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels statt. Kinder der sechsten Klassen treten gegeneinander an, um in verschiedenen Stufen jeweils die besten Vorleser*innen zu ermitteln.

Die StadtBibliothek Koblenz führt alljährlich im Februar den Stadt- sowie im April den Bezirksentscheid durch. Alle am Bezirksentscheid Teilnehmenden hatten den Wettbewerb zuvor schon in ihrer Schule und auf regionaler Ebene im Landkreis oder kreisfreier Stadt für sich entschieden.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat coronabedingt eine digitale Alternative zum Wettbewerb vor Ort erarbeitet. Die elf Teilnehmer*innen aus allen Kreisen des ehemaligen Regierungsbezirks suchten sich spannende Bücher aus, aus denen sie drei Minuten vorlasen und sich dabei filmen ließen. Die Filme konnten auf der Homepage des Vorlesewettbewerbs dann von der Jury angesehen und bewertet werden.

Alle 10 Mädchen, darunter Lale Bender, Minou Hess, Lisa Schmitt, Stella Mia Sporn, Mira Dahlheimer, Bella Adamy, Lucie Mathias, Lana Kalteyer, Luisa Jeraci und Jessica Schilken sowie auch der einzige Junge, Julien Heidrich, lasen aus ihren Büchern ganz hervorragend und auf hohem Niveau vor. Von fantastischen Geschichten wie „Land of Stories“ bis zu Klassikern wie „Das  Dschungelbuch“ war die Vielfalt der Bücher breit gefächert.

Die erfahrene Jury mit Ernst Heimes, Hermine Engelmann, Marie-Theres Schwaab, Katharina Wiens, Peter Stein, Sabine Scheuer und Nathalie Roschmann ermittelte zwei klare Sieger. Lale Bender (Kreis Neuwied) und Lucie Mathias (Kreis Bad Kreuznach-Ost) überzeugten die Jury mit ihren Leseleistungen. Beide werden nun im Mai beim Landesentscheid Rheinland-Pfalz antreten, der ebenfalls in digitaler Form stattfinden wird. Alle an den Bezirksentscheiden teilnehmenden Kinder erhalten eine Urkunde und ein Buchgeschenk. Die Siegerinnen gewinnen zusätzlich einen Bücherscheck sowie ein Jahres-Abo der Zeitschrift „Dein SPIEGEL“, dem Medienpartner des Vorlesewettbewerbs.

Der Vorlesewettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und zählt zu den größten bundesweiten Schülerwettbewerben. Rund 600.000 Schülerinnen und Schüler beteiligen sich jedes Jahr. Begeisterung für Bücher in die Öffentlichkeit zu tragen, Freude am Lesen zu wecken sowie die Lesekompetenz von Kindern zu stärken, stehen im Mittelpunkt des Vorlesewettbewerbs.

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