Montag, 01. Juni 2020

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#KulturErbeOnline: Neues Digitalangebot zum kulturellen Erbe online

Die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) erweitert im Zuge der Corona-Krise ihre Digitalaktivitäten. Unter dem Motto „Wir machen Geschichte lebendig“ lädt sie zu einer digitalen Entdeckungsreise in das kulturelle Erbe des Landes ein.

Unter www.gdke.rlp.de im Bereich #KulturErbeOnline sind ab heute, 6. April, die kostenfreien, wechselnden Angebote für Kulturinteressierte zu finden. In einem 14-tägig erscheinenden Newsletter finden sich die Neuigkeiten aus den GDKE-Direktionen. Auch dieser kann unter www.gdke.rlp.de gefunden und abonniert werden.

Kulturminister Konrad Wolf freut sich: „Auch in der aktuell schwierigen Situation wünschen sich die Menschen weiterhin eine Teilhabe am kulturellen Erbe. Es ist ein schönes Zeichen, dass die GDKE ihre digitalen Aktivitäten nun intensiviert. Da lohnt sich ganz sicher ein Klick auf die Internetseiten der Generaldirektion.“

Die kostenfreien Angebote finden sich unter den Rubriken „Einblicke Digital“, „Exponat der Woche“, „Burg/Schloss der Woche“, „Kids und Co.“ und „Lesehäppchen“. Dahinter verbergen sich Einblicke in aktuelle und vergangene Ausstellungen, besondere Exponate, kulturpädagogische Angebote, interessante Artikel und Berichte sowie Bewegtbild-Ausflüge in Museen, Burgen und Schlösser. Diese werden kontinuierlich erweitert und auf der Internetseite eingestellt.

„Im Hintergrund arbeiten wir selbstverständlich weiter an unseren großen Projekten wie dem Kaiserjahr 2020 mit der Landesausstellung `Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht´. Der Ausbau unserer Digitalangebote bietet auch für diesen Themenbereich viele Möglichkeiten, die wir nach unserem Motto ‚Wir machen Geschichte lebendig‘ nutzen wollen", so Thomas Metz, Generaldirektor Kulturelles Erbe.

Flankiert werden die neuen Digital-Angebote von den Social-Media-Kanälen der GDKE. Übergeordnet mit der Facebook-Präsenz „Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz“ unter facebook.com/Kulturtipps. Mit eigenen Angeboten vertreten sind das Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein (facebook.com/FestungEhrenbreitstein), Landesmuseum Koblenz (facebook.com/landesmuseumkoblenz), das Rheinische Landesmuseum Trier (facebook.com/rlmtrier) und das Landesmuseum Mainz (facebook.com/landesmuseum.mainz).

Die Landesmuseen und das Kulturzentrum Ehrenbreitstein sind zusätzlich auf Instagram präsent.

Dreyer/Wolf: Unterstützung für Kulturschaffende im Land steht bereit

„Die Kulturschaffenden in Rheinland-Pfalz sind selbstverständlich bei den neu geschaffenen wirtschaftlichen Hilfen mitbedacht worden und erhalten durch die mit dem Bund ausgehandelten Hilfen eine umfassende Unterstützung, mit der sie durch die Corona-Pandemie bedingte Notlagen bewältigen können. Die bestehenden Regelungen sichern ihren Lebensunterhalt, ihre Wohnung sowie ihre Betriebsräume wie Ateliers, Werkstätten und Proberäume, sie stärken ihre Liquidität und unterstützen sie bei der Zahlung ihrer laufenden Betriebskosten“, unterstrichen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf.

Hierfür wurden weitreichende Maßnahmen beschlossen. Das Hilfspaket umfasst zwei Säulen, die sowohl die betrieblichen Kosten decken als auch den Lebensunterhalt sichern und garantieren, dass die Miete bezahlt werden kann. Umgesetzt wird dies über die Soforthilfe für betriebliche Kosten und einen vereinfachten Zugang zu einer weitreichenden Grundsicherung für Selbständige.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Ich weiß, dass viele Künstler und Künstlerinnen und andere Kulturschaffende sich bei dem Gedanken unwohl fühlen, Grundsicherung zu beantragen. Diese Hilfe wurde nur deshalb in das bestehende System der existenzsichernden Leistungen eingefügt, um die Abwicklung seitens der Verwaltung zu vereinfachen. Die coronabedingten Leistungen gehen deutlich über die normalerweise im Rahmen der Grundsicherung gewährten Leistungen hinaus und sind deshalb nicht mit der üblichen Grundsicherung gleichzusetzen.“ Konkret müsse keine Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse erfolgen, wenn kein erhebliches Vermögen vorliege. Auch werde die Miete unabhängig von der Größe der Wohnung ausgezahlt. Die Grundsicherung decke damit den akuten Notbedarf für alle, die kein Kurzarbeitergeld beziehen und mit 60 bzw. 67 Prozent ihres Einkommens auskommen müssen, auf unbürokratische Weise ab.

Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf ergänzte: „Die zwei Säulen Grundsicherung und Soforthilfe für Betriebskosten sollen unsere Kulturszene in der Krisenzeit stützen. Mir ist wichtig, dass die Hilfen schnell ankommen. Mit der Bewilligung von Anträgen aus dem Zukunftsfonds kann bereits in dieser Woche gerechnet werden. Einzelpersonen können hier eine Unterstützung von bis zu 9.000 Euro erhalten, die nicht zurückgezahlt werden muss. Die unbürokratische Auszahlung einer weitreichenden Grundsicherung sichert, dass die Miete weiter gezahlt und Lebenshaltungskosten gestemmt werden können. Hinzu kommen ergänzende Maßnahmen wie die Herabsetzung und Stundung von Beiträgen zur Künstlersozialkasse sowie von Steuervorauszahlungen. Auch sind Kulturschaffende vor Kündigungen ihrer Atelierräume, Werkstätten und Proberäumen aufgrund von Mietschulden geschützt.“

Abschließend versichern Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Prof. Dr. Kulturminister Konrad Wolf: „Wir haben die spezifischen Bedürfnisse der Kulturschaffenden im Blick und tun alles dafür, dass sie in der Lage sind, ihr künstlerisches Schaffen unverzüglich und vollumfänglich wieder aufzunehmen, sobald die Ausbreitung des Virus dies zulässt. Denn neben der wirtschaftlichen Herausforderung, die die aktuelle Lage mit sich bringt, fehlen unseren Kulturschaffenden sicherlich der Applaus und ihr Publikum. Und die Rheinland-Pfälzer und Rheinland-Pfälzerinnen freuen sich schon heute auf die von ihnen gebotenen kulturellen Highlights, auf die wir alle momentan schmerzlich verzichten müssen!“

Eine ausführliche Information zu Unterstützungsmöglichkeiten und den zuständigen Behörden findet sich unter dem Schlagwort „Kultur“  auf der von der Landesregierung angebotenen Seite www.corona.rlp.de in den FAQs. Bei weiteren Fragen können sich Betroffene auch an ihre jeweiligen Interessensverbände sowie an die Ansprechpartner der Kulturszene im Land wenden. Die beiden Kulturberater Dr. Björn Rodday (nördliches Rheinland-Pfalz) und Roderick Haas (südliches Rheinland-Pfalz) bieten umfassende Beratung für Kulturschaffende an. Ansprechpartnerin für die Kulturelle Bildung ist Christina Biundo von der Servicestelle Kulturelle Bildung in Trier.

Die Ansprechpartnerinnen und -partner sind wie folgt erreichbar:

Dr. Björn Rodday

Tel.: 02621/62 31 5-10

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Roderick Haas

Tel: 0176/23 26 34 83

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Christina Biundo

Tel. 0651/718 2414

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Vor 150 Jahren wurde der Friedhof Sebastianusstraße eingeweiht

Lahnstein hat Geschichte Folge 590

Lahnstein. Als im Mai 1870 der Friedhof an der Sebastianusstraße erstmals belegt wurde, waren die Spannungen zwischen Katholiken und Protostanten nicht nur in Oberlahnstein sehr groß. Es war die Zeit des Ersten Vatikanischen Konzils, das dem Papst Unfehlbarkeit in Glaubens- und Gewissensfragen zusprach und in Preußen einen Konflikt zwischen dem protestantisch geprägten Staat und den Katholiken hervorrief, der im „Kulturkampf“ eskalierte.

Im katholisch geprägten Lahnstein dominierten die Katholiken, die Protestanten hatten noch keine eigene Kirche und nutzten die Schlosskapelle des Martinsschlosses als Betsaal. In der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der evangelischen Kirchengemeinde ist nachzulesen, dass die Weihe des Friedhofs anfangs von Protestanten und Katholiken gemeinsam in Aussicht gestellt wurde. Doch die Katholiken zogen eines Morgens nach der Messe ohne Ankündigung zum Friedhof und nahmen die Weihe vor. Der evangelische Kirchenvorstand beschloss darauf, am Himmelfahrtstage 1870 nach dem Gottesdienst eine besondere Weihe durch einen evangelischen Pfarrer vornehmen zu lassen. Doch Mitglieder der katholischen Gemeinde verkeilten das Schloss des Tores und stellten sich oberhalb des Friedhofs auf, um die Feier zu stören. „Durch Eingreifen der Polizei wurde aber der Anschlag vereitelt und die Weihe konnte ungestört stattfinden“, berichtet die Chronik.

Die ersten Beerdigungen fanden am 14. Mai 1870 statt. Es war zwei Bürger aus Friedrichssegen, denn der dortige Bergmannsfriedhof wurde erst zwei Jahre später in Betrieb genommen. Zuvor war der heutige Schillerpark über 40 Jahre die allgemeine Begräbnisstätte aller Einwohner Oberlahnsteins, außer den Juden, deren Friedhof sich am Ahler Weg befand.

Die neuromanische Leichenhalle in Ziegelsteinmauerwerk mit Basaltsäulen wurde 1889 erbaut. In der Nähe befinden sich die Ehrenfriedhöfe, zum Hang hin die unter Denkmalschutz stehende Gruft der Familie Lessing und am oberen Ende – mit Zugang zum Rheinhöhenweg – die 1981 neuerrichtete Ölbergkapelle.

Das Ehrenmal für die Gefallenen des Krieges 1870/71 besteht aus einem 4,5 m hohen Sandsteinobelisken mit Krone, errichtet 1871 im Auftrag des Kriegervereins Concordia. Nicht weit davon entfernt steht das Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges. Es enthält einen 1928 errichteten Sandsteinblock mit der Aufschrift „Seinen tapferen Helden die dankbare Stadt Oberlahnstein“. Davor ruhen diejenigen gefallenen Soldaten, die in die Heimat überführt wurden oder hier an den Kriegsfolgen starben. Hier liegen auch einige Gefallene des Zweiten Weltkriegs für die auf dem zweiten, südlich gelegenen Ehrenfriedhof kein Platz mehr war.

Dieser zweite Ehrenfriedhof wurde 1960 neugestaltet und mit einer Stele des Koblenzer Bildhauers Rudi Scheuermann versehen. Die Ehrenfriedhöfe genießen nach dem Kriegsgräbergesetz von 1952 ewiges Ruherecht.

In einem Zeitraum von 80 Jahren wurde der Friedhof mit ca. 4.700 Toten belegt und war nach mehreren Erweiterungen auf eine Größe von 1,32 ha angewachsen. Mit Einweihung des neuen Friedhofs an der Braubacher Straße wurde er am 8. April 1951 geschlossen. Bürger, die zuvor ein Pachtgrab erworben hatten, durften noch bis Ende 1977 auf dem alten Friedhof bestattet werden. Die Nutzungsrechte erloschen mit der neuen Friedhofssatzung, die 1978 in Kraft trat. Gemäß Satzung stand den Gräbern nach Belegung eine Ruhefrist von 25 Jahren zu. 2000 wurde der Friedhof entwidmet.

Auf dem Areal südlich des Ehrenfriedhofs wurde 2008 die Sportanlage für die Schüler der Goetheschule errichtet. Die übrigen Flächen dienen heute als Park.

Gerty-Spies-Literaturpreis an Milo Rau

Der Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz geht in diesem Jahr an Milo Rau. Mit dem Gerty-Spies-Literaturpreis werden Literatur und Kunst besonders zu gesellschaftspolitischen Themen gewürdigt.

Der Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung ist nach der Schriftstellerin Gerty Spies benannt, die 1897 in Trier geboren wurde und als Jüdin in das KZ Theresienstadt deportiert wurde. Dort begann sie zu schreiben, auch um geistig zu überleben. Gerty Spies starb am 10. Oktober 1997 im Alter von 100 Jahren in München. Der Gerty-Spies-Literaturpreis wird nunmehr alle zwei Jahre vergeben. Damit soll die Bedeutung der Auszeichnung unterstrichen werden. Die letzten Preisträger waren Ralf Rothman, Ulrich Pelzer, Ursula Krechel und Navid Kermani.

Die Jury wählte Milo Rau aus, da er wie kein anderer Kunst, Literatur und Politik verbinde. „Gerade in der heutigen Zeit, in der Rassismus, Antisemitismus und Extremismus Menschen und Gesellschaft, auch über Terroranschläge, bedrohten, sei eine klare Positionierung der Gesellschaft und der Kunst für Menschlichkeit und politisches Engagement notwendiger denn je“, heißt es in der Begründung.

„Kunst und Theater waren immer auch politisch, angefangen vom Theater der griechischen Antike bis hin zu Friedrich Schiller und Bertolt Brecht. Augusto Boal, Thomas Bernhard, Christoph Schlingensief oder Heiner Müller stehen ebenfalls für diese Verbindung. Heute ist dies der Regisseur und Autor Milo Rau, der auf vielfältige und beeindruckende Weise Politik und Realität mit Theater, Literatur und Kunst verbindet. Man könnte sagen, für ihn ist die Kunst eine pazifistische Waffe im Kampf für mehr Menschlichkeit. Und sie bleibt gleichzeitig Kunst, keine Agitation. Wo andere wegschauen, schaut er genauer hin.

In Rheinland-Pfalz fühlen wir uns besonders mit den Projekten von Milo Rau zum Völkermord in Ruanda („Hate Radio“) oder mit „Das Kongo Tribunal“ verbunden, schließlich pflegt das Land eine langjährige Graswurzelpartnerschaft mit Ruanda. Der weltoffene Anspruch in Rheinland-Pfalz verbindet sich hier mit dem Ziel der politischen Bildung, aufzuklären und für Demokratie zu werben. Dass Milo Rau kontroverse Themen mit den Mitteln der Kunst thematisiert, trifft sich mit dem Ziel der politischen Bildung, auch kontroverse Themen - neben historisch-politischer Bildung - aufzugreifen. Politische Bildung muss in Zukunft weiter neue Wege gehen, um neue und weitere Zielgruppen zu erreichen, und dies kann auch mit den Mitteln des Theaters geschehen. Das Theater ist der politischen Bildung und der Politik hier oft schon voraus“, so Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz für die Jury des Gerty-Spies-Literaturpreises. Die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz gratuliert herzlich!

Es ist geplant, dass die Preisverleihung am 24. Mai 2020 (vorbehaltlich der weiteren Entwicklung hinsichtlich der Corona-Krise) in Landau in der Südpfalz stattfindet.

Kulturminister Wolf: „Wir lassen die Künstlerinnen und Künstler in Rheinland-Pfalz nicht allein“

Im Kampf gegen die Corona-Epidemie ist seit Mitte März der gesamte Kulturbetrieb zum Erliegen gekommen. Alle Veranstaltungen wurden abgesagt, um die Sicherheit und die Gesundheit für Besucherinnen und Besucher zu gewährleisten. Dies betrifft Kultureinrichtungen wie Theater, Orchester, Museen, Bibliotheken, Archive, Musikschulen, viele Projekte, aber auch die Arbeit von Agenturen, Grafikern, Technikfirmen und vielen freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern.

„Viele freischaffende Künstlerinnen und Künstler, wie auch die übrigen Selbständigen im Kultur- und Kreativbereich haben durch die Absage von Veranstaltungen keine Arbeit und damit auch kein Einkommen mehr“, sagte Kulturminister Konrad Wolf. „Kultureinrichtungen stehen vor massiven, teilweise existenzbedrohenden Einnahmerückgängen. Damit das kulturelle Leben nicht nachhaltig Schaden erleidet, werden wir die Künstlerinnen und Künstler in dieser schwierigen Situation nicht allein lassen. Zur Unterstützung nenne ich drei Bausteine: Erstens das 50 Milliarden Euro-Hilfspaket für Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen, auf das ich, gemeinsam mit meinen Länderkolleginnen und -kollegen in der Kulturministerkonferenz der vergangenen Woche hingewirkt habe. Zweitens werden wir die Förderungen des Landes unverändert weiterlaufen lassen. Ich habe heute entschieden, dass für alle Projektförderungen des Landes der Bewilligungszeitraum bis zum Ende des Jahres verlängert wird und die Förderbedingungen des Landes der aktuellen Situation angepasst werden. Zu guter Letzt brauchen wir Ansprechpartner für die Kulturszene. Die Kulturschaffenden und die Einrichtungen haben nun viele Fragen. Unsere Kulturberater Dr. Björn Rodday und Roderick Haas haben sich bereit erklärt als Ansprechpartner den Kulturschaffenden zur Seite zu stehen. Diese Krise können wir nur bewältigen, wenn das Land und die Kulturszene zusammenstehen.“

In der letzten Woche hatten die Kulturminister der Länder und die Kulturstaatsministerin des Bundes vereinbart, Finanzmittel und Mittel für Härtefälle insbesondere für freie Kulturschaffende sowie für private Kultureinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Inzwischen ist klar, dass ein 50 Milliarden Euro-Hilfspaket für Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen auf den Weg gebracht wird mit einem Notfall-Fonds und Krediterleichterungen. Kleine Unternehmen und Solo-Selbständige sollen infolge der Corona-Krise Soforthilfen in Höhe von bis zu 9.000 bzw. 15.000 Euro erhalten. Bereits diese Woche werden Bundestag und Bundesrat entsprechende Beschlüsse fassen.

Darüber hinaus werden die Förderbedingungen in Rheinland-Pfalz der aktuellen Situation angepasst. Zuwendungsempfänger erhalten ihre Förderungen auf der Grundlage ihrer Anträge, die sie bereits bis Ende Februar an das Land gestellt hatten. Grundlegend ist dabei die Verpflichtung durch Veränderungen oder Verschiebungen des Projekts einen möglichen finanziellen Schaden zu minimieren. Für alle Projektförderungen des Landes wird der Bewilligungszeitraum bis zum Ende des Jahres verlängert. Damit werden die Veranstalter unbürokratisch in die Lage versetzt, Veranstaltungen nicht abzusagen, sondern zu verschieben, eventuell bis zum Ende des Jahres.

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft Veranstaltungen oder Projekte, die abgesagt wurden oder noch abgesagt werden müssen. Bei diesen Veranstaltungen müsste das Land die Förderung zurückfordern. Das soll nun grundsätzlich nicht so gehandhabt werden. Bereits getätigte und nicht mehr abwendbare Ausgaben bzw. Verpflichtungen kann der Zuwendungsempfänger nun im Verwendungsnachweis als Ausgaben geltend machen. Ebenso werden die institutionellen Förderungen unbürokratisch gehandhabt und so bewilligt wie im Haushaltsplan des Landes vorgegeben, damit die Liquidität dieser Einrichtungen sichergestellt ist.

Ansprechpartner für die Kulturschaffenden im Norden des Landes ist Björn Rodday, der bei der LAG Soziokultur in Lahnstein angesiedelt ist. Für den Süden des Landes übernimmt Roderick Haas diese Aufgabe. Er sitzt beim Kulturnetz Pfalz e.V. Daneben können sich die Kulturschaffenden auch an ihre jeweiligen Interessenverbände wenden.

„Die Bundesländer und der Bund haben sehr rasch den Ernst der Lage erkannt. Auf mehreren Ebenen, EU, Bund, Länder werden jetzt Hilfspakete und andere Maßnahmenpakete geschnürt. Aktuell wird auf Bundeseben ein 50 Milliarden Euro-Paket für Freiberufler und Solo-Selbständige vorbereitet. Darauf haben wir, die Kulturminister der Länder, immer wieder gedrängt. Das ist eine gute Nachricht für die Kultur- und Kreativszene. Genau das brauchen wir nun. Viele freischaffende Künstlerinnen und Künstler haben keinen Puffer um ihre Einnahmeausfälle zu überbrücken. Da muss jetzt schnell geholfen werden. Wir als rheinland-pfälzische Landesregierung werden alles tun, damit das Paket schnell kommen kann“, so der Kulturminister abschließend.

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