Dienstag, 09. März 2021

Letztes Update:05:29:24 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille

MinisterprÀsidentin Malu Dreyer: Neuer Erinnerungsort eröffnet neue Perspektive

Vor der Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille im Mainzer Staatstheater hat MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer am Nachmittag die DauerprĂ€sentation „Die Zuckmayers – eine Familie aus Rheinhessen“ eröffnet. „Das Nackenheimer Alleinstellungsmerkmal, das mit dem Namen Zuckmayer verbunden ist, hat eine reale Adresse bekommen. Im Ortsmuseum ist ein wunderbarer Erinnerungsort entstanden, der sehr anschaulich ĂŒber die Familie und insbesondere das Leben der BrĂŒder Carl und Eduard Zuckmayer informiert“, so die MinisterprĂ€sidentin. Anhand ihrer Lebenswege erzĂ€hle die PrĂ€sentation einen wichtigen Teil deutscher Geschichte und eigne sich deshalb besonders auch dafĂŒr, in den Schulunterricht eingebunden zu werden.

„Mit dem Namen Zuckmayer verbinden die einen den renommierten Schriftsteller, dessen literarisches Werk international bekannt ist. Andere haben möglicherweise Musik im Ohr, durchaus auch in tĂŒrkischer Sprache, denn Eduard war ein bekannter Musiker, der im Exil in der TĂŒrkei den Grundstock fĂŒr eine moderne MusikpĂ€dagogik legte“, sagte MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer. Die PrĂ€sentation beleuchte unterschiedliche Ereignisse und Stationen aus dem Leben der BrĂŒder, die beide in ihrer Heimat keine Perspektive mehr hatten und vor den Nazis fliehen mussten. Insofern ließen sich durchaus auch RĂŒckschlĂŒsse fĂŒr heute daraus ziehen.

„Der Rundgang durch die Geschichte beginnt im 19. Jahrhundert und fĂŒhrt bis in die Gegenwart“, fĂŒgte die MinisterprĂ€sidentin hinzu. Bisher habe es in Nackenheim keinen solchen Erinnerungsort fĂŒr die bemerkenswerte Familie Zuckmayer gegeben. Die DauerprĂ€sentation werde mit ihrer ĂŒberregionalen Bedeutung dazu beitragen, Nackenheim als Reiseziel noch bekannter zu machen.

Von Anfang an habe sich das ehrenamtliche Projekt durch die Freude an der kreativen Arbeit, die Verbundenheit mit dem Ort und großen persönlichen Einsatz ausgezeichnet. Die MinisterprĂ€sidentin dankte dafĂŒr dem Heimat- und Verkehrsverein e.V. Nackenheim und insbesondere den beiden Kuratoren Thomas FlĂŒgen und Peter J. Klein sowie deren ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen. Neben vielen weiteren Partnern und Partnerinnen habe auch die Stiftung Rheinland-Pfalz fĂŒr Kultur das Vorhaben gerne unterstĂŒtzt. „Ich wĂŒnsche der DauerprĂ€sentation zahlreiche neugierige Besucher und Besucherinnen, die vieles ĂŒber Nackenheim und die Familie Zuckmayer erfahren und zudem die Schönheit dieser wunderbaren Region auf sich wirken lassen können“, so MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer.

Junge Liberale: Fake News belohnen?

Robert MENASSE wird am kommenden Freitag, den 18. Januar, die Carl-Zuckmayer-Medaille erhalten.

Diese wird ihm vom Land Rheinland-Pfalz in Andenken an den in Nackenheim geborenen Schriftsteller verliehen. Dazu Ă€ußert sich Luca LICHTENTHÄLER, Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Rheinland-Pfalz:

„Wir Junge Liberale halten die Entscheidung von MinisterprĂ€sidentin Malu DREYER, Robert MENASSE die Carl-Zuckmayer-Medaille zu verleihen, fĂŒr falsch. MENASSE selbst musste einrĂ€umen, in einem seiner Romane dem ersten EWG-Kommissionsvorsitzenden Walter Hallstein Zitate zugeschrieben zu haben, die er wörtlich so nicht gesagt habe. Es ist nobel, dass der Autor fĂŒr seinen Fehler in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit Malu DREYER geradesteht und sich entschuldigt. Ihm dennoch diese Medaille zu verleihen, ist fragwĂŒrdig.

MENASSE stĂŒnde mit dieser Auszeichnung in einer Reihe mit Friedrich DĂŒrrenmatt, Martin Walser, Herta MĂŒller oder Edgar Reitz – große Namen der Kunst in Vergangenheit und Gegenwart. Einem Mann, der scheinbar nicht in der Lage ist - ob wissentlich oder nicht - in seinem Wirken zwischen Fiktion und Wirklichkeit sauber zu trennen, sollte man diese Ehre nicht erweisen. In Zeiten der sogenannten ‚Fake News‘ wĂ€re die MinisterprĂ€sidentin gut beraten, ein deutliches Signal zu setzen. Die Politik ist der Wahrheit verpflichtet. Die Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille an Robert MENASSE konterkariert diesen Grundsatz.“

Zum Tod der Carl-Zuckmayer-PreistrÀgerin Mirjam Pressler

MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer wĂŒrdigt Mirjam Pressler: Hat Kindern Raum fĂŒr ErzĂ€hlungen und Phantasie gegeben

Mit Trauer hat MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer auf die Nachricht vom Tod der erfolgreichen Kinder- und Jugendbuchautorin und TrĂ€gerin der Carl-Zuckmayer-Medaille, Mirjam Pressler, reagiert. Sie ist gestern im Alter von 78 Jahren verstorben. „Mirjam Pressler hat Kindern viel Raum fĂŒr ErzĂ€hlungen und Phantasie gegeben. Als Schriftstellerin, Übersetzerin und einfĂŒhlsame Stimme der Kinder- und Jugendliteratur waren ihre BĂŒcher von ihrer Gabe getragen, sich in andere Wesen hinein zu fĂŒhlen. Diese Literatur wird immer bleiben“, wĂŒrdigte die MinisterprĂ€sidentin die Autorin.

Mirjam Pressler war neben ihrer Arbeit als Autorin auch als Übersetzerin tĂ€tig. „Sie hat uns und insbesondere auch jungen Menschen dadurch die Chance gegeben, an anderen Kulturen teilzuhaben und daraus eine Perspektive zu entwickeln, die ĂŒber die eigenen Sprachgrenzen hinausgeht“, so MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer. FĂŒr ihre Arbeit wurde die Autorin und Übersetzerin vielfach ausgezeichnet. Unter anderem verlieh ihr im Jahr 2001 der damalige MinisterprĂ€sident Kurt Beck fĂŒr ihre Verdienste um die deutsche Sprache die Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz.

„Mirjam Pressler hat sich in vielen Bereichen unermĂŒdlich fĂŒr die Literatur eingesetzt“, sagte die MinisterprĂ€sidentin. „Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Mein MitgefĂŒhl gilt vor allem ihren Angehörigen und Freunden. Ich wĂŒnsche ihnen viel Kraft“, sagte die MinisterprĂ€sidentin.

Winterzeit – Stille Zeit

Eine meditative Betrachtung

Von Hans-Peter Meyer

Wer kennt die Bilder im Winter nicht? Die Straßen und Felder sind zugeschneit. Die Erde ruht unter einer dicken Schneedecke und rĂŒstet sich fĂŒr den kommenden FrĂŒhling. Am Rand eines Baches ist eine dĂŒnne Eisschicht, so als wenn das Eis ihn bezwingen möchte. Es ist schön und tut gut, den knisternden Schnee unter den FĂŒĂŸen zu spĂŒren. Es ist eine Wohltat am Ufer entlang zu gehen, zuzuschauen, wie das Wasser plĂ€tschert, wie es noch in Bewegung ist.

Dieses Bild eines fließenden Baches in der Winterlandschaft wirkt einerseits belebend, andererseits beruhigend auf viele von uns. Auf der einen Seite ist Lebendigkeit zu spĂŒren: Das Wasser bahnt sich einen Weg durch die eisige Landschaft. Es bringt vieles in Bewegung. Auf der anderen Seite wirkt der Bach eher tot und dĂŒster. Am Ufer, am Rand des Bachs, stehen kahle BĂ€ume und BĂŒsche. Es ist (noch) Winter, und die Natur ruht sich aus von der ĂŒbrigen Zeit. Sie macht sich bereit fĂŒr das kommende FrĂŒhjahr, fĂŒr den bevorstehenden FrĂŒhling. Es ist (in aller Regel) die stille Jahreszeit. Wir Menschen brauchen die Stille in unserem Lebensrhythmus.

Es gibt Zeiten und Augenblicke im Leben der Menschen, wo sie schweigen und staunen ĂŒber die Schönheit der Natur, die sie am Weg entdecken. Dabei ist wichtig, in jeder Jahres- und Lebenszeit die Augen zu öffnen und darĂŒber nachzudenken, welcher Weg momentan angesagt ist; zu spĂŒren und herauszufinden, an welchem Ufer des Lebens wir stehen. Gerade die Wintermonate sind fĂŒr uns dazu geeignet, sich auf das Wesentliche zu besinnen: NĂ€mlich auf den Ursprung, auf den Grund unsres Lebens und Glaubens, auf die Mitte und das Ziel.

Unser Leben ist einem natĂŒrlichen Rhythmus von Lebendigkeit und Ruhe unterstellt.

Die Stille und Ruhe in unserer hektischen und schnelllebigen Zeit ist wichtig fĂŒr uns. Denn wer von uns genießt es nicht, ĂŒber den knirschenden Schnee zu gehen, dem PlĂ€tschern des Baches zu lauschen, einen Stein hineinzuwerfen und zu sehen, wie das Wasser Kreise zieht: zu unseren Mitmenschen und zu unserem Schöpfer, bei dem wir uns geborgen fĂŒhlen dĂŒrfen, und zwar zu jeder Zeit unseres Lebens.

Ein Gedicht von Christa Peikert-Flaspöhler drĂŒckt das sehr schön aus:

Auf schwebenden BrĂŒcken

sind wir unterwegs

und zu Hause.

Immer aufs neue

von vertrauten Ufern

entlassen

suchen wir.

DrÀngend und zögernd

suchen wir,

widerstrebend

und voller Sehnsucht

suchen wir,

glaubend und zweifelnd

suchen wir,

ohne zu wissen

suchen wir.

Bis wir ans letzte Ufer

gelangen

suchen wir –

die verschiedensten

Namen nennend –

DICH.

Auf unserem Weg sind und bleiben wir Suchende, und zwar zu jeder Zeit und in jedem Augenblick unseres Lebens.

©  Hans-Peter Meyer

 

95. Geburtstag

MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer gratuliert dem ersten Zuckmayer-PreistrĂ€ger GĂŒnther Fleckenstein

MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer gratuliert GĂŒnther Fleckenstein herzlich zu seinem 95. Geburtstag am 13. Januar. Der Theaterregisseur, Dramaturg und Intendant wurde 1979 als erster Kulturschaffender mit der Carl-Zuckmayer-Medaille ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung wĂŒrdigt das Land Rheinland-Pfalz KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler fĂŒr Verdienste um die deutsche Sprache und um das kĂŒnstlerische Wort. „In seinem Schaffen hat er durch Intellekt, GefĂŒhl, Leidenschaft und Intuition das deutsche Theater geprĂ€gt und dabei sein außergewöhnliches kĂŒnstlerisches Talent umfangreich unter Beweis gestellt. Dabei galt sein besonderes Engagement Carl Zuckmayer und seinen Werken. Das hat mich sehr beeindruckt“, so die MinisterprĂ€sidentin.

GĂŒnther Fleckenstein sei sich stets treu geblieben und habe seine Beziehung zu Rheinland-Pfalz und Mainz immer aufrechterhalten. Insbesondere beim alljĂ€hrlichen Festakt fĂŒr die neuen Zuckmayer PreistrĂ€ger sei er ein oft und gern gesehener Gast. Zu seinem Ehrentag wĂŒnsche sie ihm alles Gute, GlĂŒck und Wohlergehen, sagte MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer.

GĂŒnther Fleckenstein wurde 1924 in Mainz-Mombach geboren. Der studierte Theaterwissenschaftler war unter anderem Regieassistent und stellvertretender Dramaturg an den Kammerspielen Mainz sowie von 1966 bis 1986 Intendant des Deutschen Theaters in Göttingen.

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL