Mittwoch, 27. März 2019

Letztes Update:08:15:40 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Winterzeit – Stille Zeit

Eine meditative Betrachtung

Von Hans-Peter Meyer

Wer kennt die Bilder im Winter nicht? Die Straßen und Felder sind zugeschneit. Die Erde ruht unter einer dicken Schneedecke und rĂŒstet sich fĂŒr den kommenden FrĂŒhling. Am Rand eines Baches ist eine dĂŒnne Eisschicht, so als wenn das Eis ihn bezwingen möchte. Es ist schön und tut gut, den knisternden Schnee unter den FĂŒĂŸen zu spĂŒren. Es ist eine Wohltat am Ufer entlang zu gehen, zuzuschauen, wie das Wasser plĂ€tschert, wie es noch in Bewegung ist.

Dieses Bild eines fließenden Baches in der Winterlandschaft wirkt einerseits belebend, andererseits beruhigend auf viele von uns. Auf der einen Seite ist Lebendigkeit zu spĂŒren: Das Wasser bahnt sich einen Weg durch die eisige Landschaft. Es bringt vieles in Bewegung. Auf der anderen Seite wirkt der Bach eher tot und dĂŒster. Am Ufer, am Rand des Bachs, stehen kahle BĂ€ume und BĂŒsche. Es ist (noch) Winter, und die Natur ruht sich aus von der ĂŒbrigen Zeit. Sie macht sich bereit fĂŒr das kommende FrĂŒhjahr, fĂŒr den bevorstehenden FrĂŒhling. Es ist (in aller Regel) die stille Jahreszeit. Wir Menschen brauchen die Stille in unserem Lebensrhythmus.

Es gibt Zeiten und Augenblicke im Leben der Menschen, wo sie schweigen und staunen ĂŒber die Schönheit der Natur, die sie am Weg entdecken. Dabei ist wichtig, in jeder Jahres- und Lebenszeit die Augen zu öffnen und darĂŒber nachzudenken, welcher Weg momentan angesagt ist; zu spĂŒren und herauszufinden, an welchem Ufer des Lebens wir stehen. Gerade die Wintermonate sind fĂŒr uns dazu geeignet, sich auf das Wesentliche zu besinnen: NĂ€mlich auf den Ursprung, auf den Grund unsres Lebens und Glaubens, auf die Mitte und das Ziel.

Unser Leben ist einem natĂŒrlichen Rhythmus von Lebendigkeit und Ruhe unterstellt.

Die Stille und Ruhe in unserer hektischen und schnelllebigen Zeit ist wichtig fĂŒr uns. Denn wer von uns genießt es nicht, ĂŒber den knirschenden Schnee zu gehen, dem PlĂ€tschern des Baches zu lauschen, einen Stein hineinzuwerfen und zu sehen, wie das Wasser Kreise zieht: zu unseren Mitmenschen und zu unserem Schöpfer, bei dem wir uns geborgen fĂŒhlen dĂŒrfen, und zwar zu jeder Zeit unseres Lebens.

Ein Gedicht von Christa Peikert-Flaspöhler drĂŒckt das sehr schön aus:

Auf schwebenden BrĂŒcken

sind wir unterwegs

und zu Hause.

Immer aufs neue

von vertrauten Ufern

entlassen

suchen wir.

DrÀngend und zögernd

suchen wir,

widerstrebend

und voller Sehnsucht

suchen wir,

glaubend und zweifelnd

suchen wir,

ohne zu wissen

suchen wir.

Bis wir ans letzte Ufer

gelangen

suchen wir –

die verschiedensten

Namen nennend –

DICH.

Auf unserem Weg sind und bleiben wir Suchende, und zwar zu jeder Zeit und in jedem Augenblick unseres Lebens.

©  Hans-Peter Meyer

 

95. Geburtstag

MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer gratuliert dem ersten Zuckmayer-PreistrĂ€ger GĂŒnther Fleckenstein

MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer gratuliert GĂŒnther Fleckenstein herzlich zu seinem 95. Geburtstag am 13. Januar. Der Theaterregisseur, Dramaturg und Intendant wurde 1979 als erster Kulturschaffender mit der Carl-Zuckmayer-Medaille ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung wĂŒrdigt das Land Rheinland-Pfalz KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler fĂŒr Verdienste um die deutsche Sprache und um das kĂŒnstlerische Wort. „In seinem Schaffen hat er durch Intellekt, GefĂŒhl, Leidenschaft und Intuition das deutsche Theater geprĂ€gt und dabei sein außergewöhnliches kĂŒnstlerisches Talent umfangreich unter Beweis gestellt. Dabei galt sein besonderes Engagement Carl Zuckmayer und seinen Werken. Das hat mich sehr beeindruckt“, so die MinisterprĂ€sidentin.

GĂŒnther Fleckenstein sei sich stets treu geblieben und habe seine Beziehung zu Rheinland-Pfalz und Mainz immer aufrechterhalten. Insbesondere beim alljĂ€hrlichen Festakt fĂŒr die neuen Zuckmayer PreistrĂ€ger sei er ein oft und gern gesehener Gast. Zu seinem Ehrentag wĂŒnsche sie ihm alles Gute, GlĂŒck und Wohlergehen, sagte MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer.

GĂŒnther Fleckenstein wurde 1924 in Mainz-Mombach geboren. Der studierte Theaterwissenschaftler war unter anderem Regieassistent und stellvertretender Dramaturg an den Kammerspielen Mainz sowie von 1966 bis 1986 Intendant des Deutschen Theaters in Göttingen.

Die Stadt Koblenz und Markus Dietze . . .

. . . verlÀngern den laufenden Intendantenvertrag bis zum Ende der Spielzeit 2024/2025.

Nachdem der Stadtrat durch einen einstimmigen Beschluss der VertragsverlĂ€ngerung zwischen der Stadt Koblenz und Intendant Markus Dietze bereits in seiner Sitzung vom 14. Dezember 2018 seine Zustimmung erteilt hatte, haben nun Anfang Januar 2019 OberbĂŒrgermeister David Langner und Markus Dietze die VertragsverlĂ€ngerung bis zum 31. Juli 2025 unterzeichnet.

OberbĂŒrgermeister David Langer und Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz erklĂ€rten anlĂ€sslich der Vertragsunterzeichnung:

„Markus Dietze hat in den vergangenen Jahren fĂŒr das Theater Koblenz Hervorragendes geleistet: Eine kĂŒnstlerisch klare Positionierung des Theaters Koblenz im Kontext der Theater in Rheinland-Pfalz und darĂŒber hinaus geht Hand in Hand mit einer soliden, transparenten und sachorientierten BetriebsfĂŒhrung.

Mit dieser VertragsverlĂ€ngerung unterstreicht die Stadt Koblenz ihr deutliches Bekenntnis zum Theater und trifft eine strategisch wichtige Entscheidung im Hinblick auf eine erfolgreiche kĂŒnstlerische Zukunft genauso wie in Bezug auf die fĂŒr die Zukunft anstehenden Sanierungs-maßnahmen und die Weiterentwicklung des Theaters Koblenz.

Wir begrĂŒĂŸen, dass der Stadtrat der Stadt Koblenz uns in dieser Angelegenheit so einmĂŒtig unterstĂŒtzt und freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit Intendant Markus Dietze.“

Der 1972 in Waiblingen bei Stuttgart geborene Dietze ist seit der Spielzeit 2009/2010 Intendant des Theaters Koblenz. Zuvor war er, nach einem Regiestudium in Hamburg und der Arbeit als freiberuflicher Regisseur und Produktionsleiter – unter anderem bei Festivals wie den Salzburger Festspielen und der Ruhrtriennale – von 2004 bis 2009 Intendant des Theaters der Altmark in Stendal. Neben seiner TĂ€tigkeit als Intendant und Opern- und Schauspielregisseur ist Dietze regelmĂ€ĂŸig im Rahmen der universitĂ€ren Lehre an verschieden Hochschulen tĂ€tig und engagiert sich ehrenamtlich im Deutschen BĂŒhnenverein vor allem in Fragen des Tarif- und des Urheberrechts.

Das neue Jahr hat begonnen – Gedanken zum Wandel der Zeit


Die Jahreszeiten

Es beginnt wieder ein neues Jahr. Auch wenn wir nicht wissen, was es fĂŒr uns bereit hĂ€lt, so wissen wir doch genau, dass es in vier Abschnitte eingeteilt ist: FrĂŒhling, Sommer, Herbst und Winter. In all dem  Wandel und Wechsel der Zeiten erfahren wir in den Jahreszeiten BestĂ€ndiges und Wederkehrendes und darin birgt sich viel Gutes fĂŒr uns Menschen.

Im FrĂŒhling ersehnen wir alle das neue Leben. Wen die Winterstarre sich löst,  wenn an kahlen, toten Zweigen erste Knospungen sich bilden, wenn aus dunklen Tiefen der Erde neue Sprösslinge aufbrechen, dann wird augenfĂ€llig, was Leben heißt. Die Totenstarre ist ĂŒberwunden, das neue Leben triumphiert. Der Mensch wird lebendiger


Der Sommer ist die Zeit des Wachsens und des Reifens, die Zeit der Ruhe und der Erholung. Die Natur steht in Saft und Kraft und so entsteht neue Lebensfreude. Die Schöpfung blĂŒht und reift.

Der Herbst ist die Zeit der Ernte, der Kreis vollendet sich. MĂŒhe und Arbeit erhalten in der Ernte ihre sinnvolle BestĂ€tigung. Es wird Bilanz gezogen, wie es mit den eigenen LebensfrĂŒchten bestellt ist.

Der Winter wiederum fĂŒhrt uns in die dunkle Zeit. Die SĂ€fte ziehen sich in die Wurzeln zurĂŒck, brach und kalt liegt die Natur danieder.  Es gibt die lĂ€ngste Nacht und den kĂŒrzesten Tag des Jahres und dennoch  dĂŒrfen wir uns auf das neue Licht freuen. Nicht das Dunkel, sondern letztendlich das  Licht wird triumphieren.

Die Tage und Jahreszeiten sollen uns lehren, bewusster mit unserer Zeit und unserem Leben umzugehen. Umso mehr uns dies gelingt, umso besser können wir den Wandel gestalten, die Tiefen ertragen und die Positive dankbar annehmen


Hans-Peter Meyer

Carl-Zuckmayer-Preis 2019

Dreyer und Menasse: Vorbehaltlose Anerkennung von Fakten gehört zum Wertefundament unserer liberalen Öffentlichkeit

Nach GesprĂ€chen zwischen MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer, dem Kommissionsvorsitzenden Kulturminister Professor Konrad Wolf, Kommissionsmitgliedern und Robert Menasse hat MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer entschieden, den Carl Zuckmayer Preis am 18. Januar 2019 an Robert Menasse zu ĂŒberreichen. Hier die gemeinsame ErklĂ€rung im Wortlaut:

ErklÀrung zur Verleihung des Carl-Zuckmayer-Preises 2019 an Robert Menasse

„Robert Menasse hat sich große Verdienste um die deutsche Sprache erworben, er hat in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes literarisches Gesamtwerk geschaffen, fĂŒr das er zurecht große Anerkennung erhĂ€lt. Sein engagiertes Streiten fĂŒr die europĂ€ische Idee trifft europaweit auf große Resonanz und hat die politische Debatte um die Zukunft der EuropĂ€ischen Union sehr bereichert. In WĂŒrdigung dieses beeindruckenden Wirkens werde ich Robert Menasse am 18. Januar 2019 die Carl-Zuckmayer-Medaille verleihen“, so MinisterprĂ€sidentin Dreyer.

Die öffentliche Diskussion um den Umgang von Robert Menasse mit angeblichen Zitaten von Walter Hallstein hatte einen intensiven Austausch zwischen MinisterprÀsidentin Malu Dreyer, dem Kommissionsvorsitzenden, Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf und Robert Menasse zur Folge.

„Wir sind davon ĂŒberzeugt, dass die vorbehaltlose Anerkennung von Fakten zum Wertefundament unserer liberalen Öffentlichkeit gehört. Die Bereitschaft, ja die Notwendigkeit, Gewissheiten von Annahmen und Fakten von Meinungen zu trennen, ist fĂŒr das Gelingen einer demokratischen Debatte unerlĂ€sslich“, so Dreyer und Menasse. In einem offenen politischen Austausch mĂŒsse der Konsens gelten, dass in höchstem Maße gewissenhaft und sorgfĂ€ltig mit Zitaten und historischen Tatsachen umgegangen werde.

„Es war ein Fehler von mir, Walter Hallstein in öffentlichen Äußerungen und nicht-fiktionalen Texten Zitate zuzuschreiben, die er wörtlich so nicht gesagt hat. Es war unĂŒberlegt, dass ich im Vertrauen auf Hörensagen die Antrittsrede von Hallstein in Auschwitz verortet habe. Diese hat dort nicht stattgefunden. Das hĂ€tte ich ĂŒberprĂŒfen mĂŒssen. Ich habe diese Fehler nicht absichtsvoll und nicht mit dem Ziel der TĂ€uschung begangen. Ich hielt diese Geschichte fĂŒr ein starkes symbolisches Bild des europĂ€ischen Einigungsprojekts, das doch zweifellos mit dem Schwur ‘Nie wieder Auschwitz‘ verbunden ist. In meinem Roman ist das stimmig, aber die Vermischung von literarischen Fiktionen mit Äußerungen in europapolitischen Diskussionen bedauere ich sehr und entschuldige mich bei allen, die sich getĂ€uscht fĂŒhlen“, erklĂ€rt Robert Menasse.

Es gebe einen Unterschied zwischen der kĂŒnstlerischen Freiheit, die ein Schriftsteller in seinem fiktionalen Schaffen genieße, und der Verantwortung, der er gerecht werden mĂŒsse, wenn er sich in den politischen Diskurs begebe. WĂ€hrend Ersterer mit der historischen wie gegenwĂ€rtigen RealitĂ€t kĂŒnstlerisch umgehen, sie deuten und modellieren dĂŒrfe, unterliege Letzterer der Verpflichtung, Fakten von Fiktion zu trennen.

„Das Spiel von Fakten und Fiktionen zuzuspitzen und zu polarisieren – das war lange Zeit im öffentlichen Diskurs eine Rolle des Dichters. Es war eine produktive Methode, Diskussionen auszulösen, vor der sich Pragmatiker und so genannte Realisten drĂŒcken. Dass aber heute, in Zeiten der allgemeinen Verunsicherung, in Zeiten von Hetze und absichtlichen FĂ€lschungen, hier klar abgegrenzt werden muss, verstehe ich. Die kĂŒnstlerische Freiheit im Roman und die Spielregeln im politischen Diskurs dĂŒrfen nicht vermischt werden. Darauf werde ich achten und darauf können Sie sich verlassen“, so Menasse.

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL