Montag, 17. Juni 2019

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80. Geburtstag

Ministerpräsidentin Malu Dreyer würdigt Volker Schlöndorff: Großartiger Regisseur des deutschen Nachkriegsfilms

„Volker Schlöndorff ist ein Regisseur, ohne den der neue deutsche Film nicht vorstellbar wäre. Er begeistert deutsches Publikum für internationale Literatur und ein internationales Publikum für deutsche Literatur“, unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer anlässlich des 80. Geburtstages des Filmemachers. Volker Schlöndorff ist Träger der Carl-Zuckmayer-Medaille, der Auszeichnung für besondere Verdienste um die deutsche Sprache und Verdienste um das künstlerische Wort des Landes Rheinland-Pfalz. „Sie gehören zu den wichtigen Persönlichkeiten im deutschsprachigen Raum, die sich mit und über die Sprache für Menschlichkeit einsetzen“, sagte die Ministerpräsidentin.

Volker Schlöndorff gehöre zu den bedeutendsten Filmschaffenden des deutschen Nachkriegsfilms. Mit der Oscar-prämierten Verfilmung des Romans „Die Blechtrommel“ gelang Schlöndorff 1979 der internationale Durchbruch, zahlreiche bedeutende Werke folgten. „In seinen Filmen ist immer ein Standpunkt erkennbar – für die Schwachen. Sie sind politisch und gesellschaftskritisch und unterhalten zugleich. Das ist eine ganz hohe Kunst“, so die Ministerpräsidentin.

„Nicht zuletzt ist Volker Schlöndorff ein bedeutender Vermittler zwischen Generationen und Kulturen“, lobte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Neben seinem künstlerischen Werk verdiene der Regisseur besondere Anerkennung für seinen Einsatz für das rheinland-pfälzische Partnerland Ruanda. Dort engagiert sich Volker Schlöndorff für junge Film- und Medienschaffende. Zu seinem besonderen Geburtstag wünsche sie ihm alles Gute, Gesundheit und kreative Schaffenskraft, so die Ministerpräsidentin.

Konzert Barocktrio

MONTABAUR. Rasante Spielfreude, virtuoses Musizieren, musikalische Dialogfähigkeit – das sind nur drei von vielen weiteren möglichen Schlagworten, die das auserlesene Konzertprogramm des Frankfurter Barocktrios mit Isabel Müller-Hornbach (Viola da Gamba), Flora Fabri (Cembalo und Orgel) und Martin Jantzen (Viola da Gamba) in der Evangelischen Pauluskirche Montabaur charakterisieren. Das übergeordnete Thema des lebendigen Programmes in der 45. Geistlichen Abendmusik waren Werke von Georg Philipp Telemann und Georg Friedrich Händel: zwei typisch deutsche Barockkomponisten, die sich schon zu ihren Lebzeiten besonderen und überregionalen, ja sogar internationalen Ruhm erarbeiteten. Nicht ohne Grund, wie die Konzertgäste durch ihre Bravorufe am Ende des Abends bestätigen – in den beiden Triosonaten von Telemann und Händel fühlte man sich an Goethes Bonmot erinnert, dass bei einem Streichquartett vier vernünftige Leute miteinander parlieren. So aber eben auch bei einer Triobesetzung, die höchste Ansprüche an die Musikalität der Ausführenden stellt: in der Durchsichtigkeit der Sätze sind alle Beteiligten gleichberechtigt und aussagegefordert. Delikat und gekonnt musiziert wurden auch die beiden erst kürzlich entdeckten Telemann´schen Fantasien für Gambe solo, die an diesem Konzertabend aufgeführt wurden: eine echte Rarität und Bereicherung in den Wäller Kirchen unsrer Region! Einen klanglichen und strukturellen Kontrast hierzu bildeten eine Händel´sche Solosuite für Cembalo sowie eine Telemann´sche Gambensonate. Isabel Müller-Hornbach stammt aus Montabaur und hat nach ihrem Abitur am Landesmusikgymnasium sowohl die Fächer Violoncello, Barockvioloncello als auch Viola da Gamba studiert und abgeschlossen; mit Flora Fabri und Martin Jantzen verbindet sie eine enge überregionale und internationale künstlerische Zusammenarbeit. Darüber hinaus kooperiert sie seit Jahren mit der Dekanatskantorei Montabaur und der Cappella Taboris. „Mit dem Barocktrio musiziert ein hochrangiges und spielfreudiges Ensemble, das mit seiner Leidenschaft für historische Interpretationspraxis und möglichst authentische Spielweise die Musik der Barockzeit auf virtuose Weise lebendig werden lässt“, meint Dekanatskantor Jens Schawaller, der als Gastgeber das Barocktrio empfing. Die Gäste bedankten sich mit donnerndem Applaus bei den drei Ausführenden, den die drei jungen Menschen mit einer Zugabe beantworten mussten.

Der Frühling muss geboren werden – Gedanken zu einer Jahreszeit

Von Hans-Peter Meyer

Von den Gezeiten des Jahres wird von den meisten Mitmenschen der Übergang vom Winter zum Frühling am stärksten empfunden. Ist er einmal da, der Frühling, wächst das Jahr organisch weiter; die Nahtstellen der übrigen Jahreszeiten sind kaum wahrnehmbar. Der Frühling aber muß geboren werden – oft  unter Schneeschauern, allerdings war es in diesem Jahr ein eher abwechslungsreicher Winter.

Das Wunder der Wandlung von der grauen zur grünenden Flur erregt uns jedes Jahr wieder Die Frühlingssehnsucht ist umso ungestümer, je später der Winter zum Endspurt angesetzt und je zäher er sich gehalten hat. Junge Menschen nehmen den Frühling zumeist als etwas Selbstverständliches – wie etwas, das sie fordern können, das ihnen zusteht. Menschen im Herbst des Lebens freuen sich seiner eher gedämpft. Eine leise Wehmut befällt sie bei dem Gedanken, dass der größte Teil der Erdenlenze schon hinter ihnen liegt; sie schwelgen in der Erinnerung an entschwundenes Frühlingsglück, während die Jungen nur den Augenblick genießen.

Jeder hat sein erstes kleines Frühlingserlebnis: Den Augenblick nämlich, da ihm bewusst wird, dass etwas Neues in der Luft liegt. Das kann vor dem 20. März liegen – die beseelte Natur richtet sich nicht pedantisch nach dem Abreißkalender.

Für den einen ist es ein erstes Amsellied, für den anderen der erste blühende Krokus im Vorgarten. Es kann auch ein Frauen- oder Kinderlachen sein, das uns unterwegs zufliegt, ein nettes, ein gutes Wort.

Auch das bevorstehende Osterfest ist nach Überlieferungen ein altgermanisches Frühlingsfest.

In den Läden werden schon seit Wochen Schokoladenhasen und bunt gefärbte Eier angeboten, aber Ostern ist mehr als eine gewöhnliche Tradition.

Darin steckt die „Oster“-Botschaft Gottes an alle Menschen, die voller Hoffnung, Freude und Zukunft ist: Jesus Christus ist auferstanden – er lebt.

Denn die Auferstehung ist eine Zentralbotschaft der Bibel und soll uns im Frühling Zuversicht vermitteln.

Plötzlich merken wir: Alles ist anders geworden. Dann ist es nicht nur sicht- und hörbar in der Natur, sondern auch in unseren Herzen ist Frühling geworden.

Im Zeitalter von Computer, Produktion und Konsum, da Blumenläden das liebe lange Jahr hindurch ihre fast verwirrende Fülle und Pracht ausbreiten, haben viele verlernt, welche Freude es machen kann, auf einem Spaziergang die erste Anemone, das erste Veilchen zu entdecken. Wer darin noch jenes kleine Wunder sieht, darf sich glücklich preisen.

Merkwürdig: Jahr für Jahr vollzieht sich das Werden des neuen Frühlings.

Und wir haben doch niemals das Gefühl, dass sich dabei etwas „wiederholt“, so ursprünglich und jedes Mal neu erleben wir die Premiere dieses Wunders auf jener Bühne, über der – unsichtbar, doch spürbar – eine höhere, größere Macht waltet.

Ludwig Uhland formuliert es in „Frühlingsglaube“ folgendermaßen:

„Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muss sich alles, alles wenden.
Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun, armes Herz, vergiss der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden!“.

Und das vielleicht berühmteste Gedicht über den Frühling stammt von Eduard Mörike:“

„Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!“

Musikschulen erhalten 3 Millionen Euro Förderung

Das Kulturministerium bewilligte einen Landeszuschuss von insgesamt 3 Millionen Euro für die 42 Musikschulen, die Mitglied im Landesverband der Musikschulen in Rheinland-Pfalz sind. Damit steigt die Landesförderung um 200.000 Euro zum vergangenen Jahr an.

„Die Musikschulen sind Grundpfeiler des musikalischen Lebens in unserem Land. Als erste Adresse in Sachen kultureller Bildung kommt ihnen mit ihrem breit gefächerten Angebot eine große Bedeutung zu, den musikalischen Nachwuchs in unserem Land auszubilden. Die besonderen Leistungen, die von deren Absolventinnen und Absolventen beispielsweise bei den Wettbewerben Jugend musiziert und Jugend jazzt erreicht werden, sind ein Ergebnis ihres hochwertigen Instrumental- und Gesangsunterrichts. Um diese herausragende Arbeit zukünftig noch stärker zu unterstützen, wird die Landesförderung im laufenden Haushaltsjahr auf insgesamt drei Millionen Euro erhöht“, stellt Kulturminister Konrad Wolf heraus.

Die Förderung kommt den kommunal geförderten Musikschulen zugute, die im Landesverband organisiert sind. Die Schulen bieten damit ein nahezu flächendeckendes Angebot kultureller Bildung in allen Landkreisen oder kreisfreien Städten von Rheinland-Pfalz an.

„Mir ist es besonders wichtig, dass wir in allen Teilen unseres Landes die Möglichkeit haben, Musikschulen zu besuchen. Ich möchte, dass jedes Kind die Möglichkeit hat, kostengünstig ein Musikinstrument zu erlernen und, falls vorhanden, an seinem Talent zu arbeiten. Die Musikschulen stellen hierfür die notwendige Infrastruktur zur Verfügung“, ergänzt Wolf.

Passionskonzert FRECHBLECH

RANSBACH-BAUMBACH. Mit Johann Sebastian Bachs höchstpolyphonen „Contrapunctus IV“ aus dessen Schwanengesang „Die Kunst der Fuge“ eröffnete Frechblech als das Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald das diesjährige Passionskonzert im schönen Klangraum der Evangelischen Kirche von Ransbach-Baumbach. Im Bewusstsein der siebenwöchigen Bußzeit und der Karwoche sowie in Anlehnung an Martin Luthers legendäre Invokavitpredigten standen sich moderne Choralbearbeitungen über „Ein feste Burg ist unser Gott“ und „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Christian Sprenger den romantischen Motetten „Psalm 100“ und „Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren“ von Felix Mendelssohn Bartholdy kontrastierend gegenüber. Martin Löw, erfahrener Organist aus Goddert, meditierte in großen und phantasievollen Choralvorspielen die Choräle „Du großer Schmerzensmann“, „Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld“ und „Stimme, die Stein zerbricht“ und spielte sowohl mit der Disposition der Orgel aus der Werkstatt von Förster und Nicolaus als auch mit dem Raum, in dem das charmante Instrument seinen obertonreichen Klang entwickelte. Gekonnt nahm Martin Löw bei den Chorälen die anwesenden Gäste ganz in seine musikalische Welt mit hinein und führte den Gemeindegesang und das Orgelspiel höchst delikat zusammen. Frechblech zeigte sich mit Rudi Weide (Trompete und Flügelhorn), Claudia Liebe (Trompete und Flügelhorn), Dorit Gille (Waldhorn), Ben Bereznai (Basstrompete) und Dekanatskantor Jens Schawaller (Helikon und Leitung) von seiner gewohnt intonationssicheren, rhythmisch-präzisen, polyphon-geschulten und stilistisch differenzierten Seite; die Lesungen übernahm Ben Bereznai, der auch die Auswahl der geistlichen Texte übernahm. Pfarrer Wolfgang Weik begrüßte und verabschiedete als Gastgeber das bekannte Dekanatsensemble und dankte allen Aktiven und allen Gästen für den Besuch in der Evangelischen Kirche in Ransbach. Mit einer Komposition des ein paar Generationen nach Johann Sebastian Bach wirkenden Thomaskantors Albert Becker über den Lutherchoral „Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort“ und Johann Sebastian Bachs Werk „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ klang das diesjährige Passionskonzert aus, die Anwesenden bedankten sich mit langanhaltendem Applaus.

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