Sonntag, 15. Dezember 2019

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SGD Nord: Preisträger ausgezeichnet

Wettbewerb Bau- und Gartenkultur im Welterbe Oberes Mittelrheintal

Finanz-und Bauministerin Doris Ahnen und der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Dr. Ulrich Kleemann, haben im Rahmen des Wettbewerbs Bau- und Gartenkultur im Welterbe Oberes Mittelrheintal vorbildlich umgesetzte Projekte ausgezeichnet. Bei der feierlichen Veranstaltung im Kuppelsaal der Festung Ehrenbreitstein, wurden am Donnerstag insgesamt elf Projekte in drei Kategorien prämiert.

„Jeder weiß, wie ein besonderes Gebäude oder ein beeindruckender Garten eine ganze Nachbarschaft oder einen Ort prägen können. Markante Gebäude erzählen die Geschichte eines Ortes und stehen für seine Unverwechselbarkeit und Qualität. Dabei ist ein angemessener Umgang mit der alten Bausubstanz wichtig, damit das Typische und Besondere der Region erhalten bleiben. Die heutigen Preisträger sind solche prägenden Vorbilder und herausragendes Beispiel für die regionale Baukultur in der einzigartigen Kulturlandschaft des Welterbes Oberes Mittelrheintal“, sagte Ministerin Ahnen.

„Die hohe Qualität der eingereichten Projekte und die positive Resonanz ist für uns auch mit Blick auf die Bundesgartenschau 2029 ein wichtiges Indiz dafür, welchen Stellenwert die Baukultur im Oberen Mittelrheintal innehat,“ so der Präsident der SGD Nord, Dr. Kleemann.

Unter dem Dach der SGD Nord ist die Geschäftsstelle der Initiative Baukultur angesiedelt, die schon viele Projekte im Welterbe begleitet und initiiert hat – darunter den Wettbewerb zur Neugestaltung des Loreley Plateaus und die Entwicklung von Leitlinien für das welterbegerechte Bauen. Die Partner der Initiative sind neben der SGD Nord das Ministerium der Finanzen, der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal, die Generaldirektion Kulturelles Erbe und die Architektenkammer Rheinland-Pfalz.

Der Wettbewerb ist ein gemeinsames Projekt der Initiative Baukultur mit dem für den hessischen Teil des Welterbes zuständigen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, der hessischen Architekten- und Stadtplanerkammer und der Beratungsstelle für Denkmalpflege der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern RLP. Anerkannt wird das beispielhafte Engagement für qualitätsvolles Bauen im Welterbe.

Hintergrund:
Im Rahmen des Wettbewerbs für vorbildlich umgesetzte Bau- und Gartenanlagen im Welterbe Oberes Mittelrheintal hatten öffentliche sowie private Bauherren und Planer die Möglichkeit, ihre Projekte vorzustellen. Ziel des Wettbewerbs ist es, gelungene Umbauten und Erweiterungen vorhandener Gebäude, Neubauten und neugestaltete Frei- und Gartenanlagen, die in dem Zeitraum zwischen 2009 und 2019 fertiggestellt wurden, besonders herauszustellen und damit auch öffentlich bekannt zu machen. Sie sollen beispielgebend für die baukulturelle Entwicklung des Welterbes sein.

Wegen der Vielzahl an eingereichten Projekten hatte ein interdisziplinär zusammengesetztes Preisgericht die Qual der Wahl. Entscheidend war, mit wieviel Begeisterung und Hingabe sich Bauherren und Planer ihres Projektes angenommen und ob sie „die Sprache des Welterbes“ verstanden haben. Elf von ihnen dürfen nun das Prädikat „Vorbildliches Vorhaben“ tragen. Gleichzeitig wurden auch elf Handwerksbetriebe, die mit ihrer feinen Detailarbeit wesentlich zum Erfolg der Projekte beigetragen haben, ausgezeichnet.

Die Ausstellung zum Wettbewerb wurde bei der Veranstaltung erstmals präsentiert. Sie wird an vielen Orten im Welterbe zu sehen sein. Ab sofort kann sie bis zum 13. September in den Räumen des SGD Nord besichtigt werden.

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Rap die Kunst – Kulturprojekt

Jugendliche texten Song über urbanes Leben

Seit April diesen Jahres treffen sich junge Musikfans unter der Leitung von Oliver Metzele und David Schirmberg. Ziel ihrer wöchentlichen Treffen ist es, einen Song zu schreiben, zu proben und aufzunehmen, der sich mit Bildern der Sammlung Ludwig Koblenz im Ludwig Museum beschäftigt. Nach intensiver Auseinandersetzung mit den Werken unter Anleitung von Museumspädagoge Marko Sommer, wählten die Jugendlichen selbst zwei Werke aus, die Ausgangspunkt für ihre Texte werden sollten. François Boisronds „ohne Titel, 1985“ zeigt lebendige Facetten einer Großstadt – wie zum Beispiel Paris, Hervé di Rosas Bild „La vie des pauvres“, 1986 weist eher auf die Schattenseiten hin. Bald war die Idee geboren beides in ein Lied zu packen. Ein bewusster Stilbruch im Song bringt die konträren Seiten zum Ausdruck. Zu viel soll noch nicht verraten werden. Zunächst wurde in den Sommerferien in einem dreitägigen Workshop an dem Lied musikalisch gefeilt und in den nächsten Wochen vollendet. Die Treffen finden in den Räumen der Goethe RS plus statt, deren Lehrerin Andrea Zipfel, die Schülerinnen und Schüler dafür gewann in ihrer Freizeit ein solches Projekt anzugehen. Präsentiert wird die außergewöhnliche Produktion aus Kunst, Pop & Rap dann zur Museumnacht am 7. September vor den Werken im Ludwig Museum. Das Projekt findet im Rahmen des Programms „POP TO GO - unterwegs im Leben“ statt und wird vor Ort durch das Kompetenzzentrum pop rlp betreut.

Text: Marko Sommer

Enten-Marsch und Enten-Theater

Ausführliches Begleitprogramm beflügelt „MeisterENTEN“

MeisterENTEN“ bevölkern momentan die Neuwieder StadtGalerie und sorgen für spezielle „MomENTE“. Rund um die gleichermaßen hochkarätige wie amüsante Ausstellung, die rund 150 „auf Ente getunte“ Werke aus fast allen geschichtlichen Epochen präsentiert, hat das Amt für Stadtmarketing ein umfangreiches Rahmenprogramm erstellt.

Bis zum 16. Februar 2019 sind die „MeisterENTEN“ der Duckomenta in der StadtGalerie zu sehen. Von Beginn an sorgt eine Vielzahl von Veranstaltungen für stets spannende Einblicke in die Enten-Welt. So gibt es bis zum Ausstellungsende eine Kooperation mit dem Zoo Neuwied. Jeder, der die „MeisterENTEN“ betrachtet, kann anschließend im Zoo Neuwied echte Enten und deren gefiederte Verwandtschaft erleben. Wer mit dem Gutschein, den es beim Eintritt in die Ausstellung gibt, innerhalb von zwei Wochen den Zoo besucht, erhält beim Einlass eine kleine Überraschung.

Enten-Marsch: Jeden 1. Sonntag im Monat findet in der StadtGalerie ein vergnüglicher Ausflug in die faszinierende Welt der Enten statt. Termine: 1. September, 6. Oktober, 3. November, 1. Dezember, 5. Januar 2020 und 2. Februar 2020, jeweils um 14 Uhr. Kosten: 3 Euro plus Galerieeintritt; Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Großeltern und Enkel auf Entenjagd: Gemeinsam sind Groß und Klein der Geschichte der Enten auf der Spur. Wer wohl die meisten berühmten Schnäbel der Kunstgeschichte entdeckt? Termine: 22. September und 2. Februar 2020, jeweils um 14 Uhr. Kosten: 3 Euro plus Galerieeintritt; Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Der besondere Enten-Marsch: Der ehemalige Klinikseelsorger Rainer Neuendorff zeigt in einer szenischen Führung die großen Weltklassiker - humorvolle Rezitationen bei einem Glas Wein. Termin: 10. Oktober, 18 Uhr. Kosten: 10 Euro, Eintritt inklusive; Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Enten-Kunst und Kulinaria: Nach einer Führung durch die Ausstellung wartet ein Überraschungsmenü! Dabei gibt es alles vom „Esstisch“ der Informa gGmbH – nur keine Ente. Die Kunstwerke der Duckomenta zeigen, dass auch die Bewohner der Entenwelt die Verbindung zwischen Kunst und kulinarischem Genuss zu schätzen wussten. Termin: 15. Oktober, 18 Uhr. Kosten: 38 Euro inklusive Eintritt und Führung, nur mit Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Duckomenta und Wein: Bei einer „Schlender-Weinprobe“ mit Winzermeister Gotthard Emmerich wird den Besuchern die Vorliebe der Enten für ein edles Tröpfchen deutlich. Termin: 15. November, 19 Uhr. Kosten: 18 Euro pro Person inklusive Eintritt und Schlenderweinprobe durch die Ausstellung; Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Aus dem Leben „Keines“ Superhelden: In Kooperation mit dem MinsKi, den Filmtheaterbetrieben Weiler und dem städtischen Kinder- und Jugendbüro läuft im Metropol-Kino ein Film über Donald Duck, der im wahren Entenleben kein Superheld war. Termin: 4. Dezember, 16 Uhr. Kosten: Erwachsene 4 Euro, Kinder 2,50 Euro.

Enten-Theater: Ein Abend in der StadtGalerie mit dem bekannten Schauspieler Boris Weber, der Comic- und Originaltexte unserer Enten neu interpretiert. Termin: 15. Dezember, 19 Uhr. Kosten: 13 Euro. Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Geöffnet ist die Stadt-Galerie Neuwied in der ehemaligen Mennonitenkirche aus dem Jahr 1768 mittwochs von 12 bis 17 Uhr, donnerstags bis samstags von 14 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr, Gruppen nach Vereinbarung. Weitere Informationen: Schlossstraße 2, 56564 Neuwied (für Navis: Deichstraße 1), Telefon 02631 20687 oder E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

KulturLeben Rheinhessen: Villa Musica ist neuer Kulturpartner

Kultur erlebbar machen - auch für Menschen mit niedrigem Einkommen. Das ist das Ziel des Projekts „KulturLeben Rheinhessen“ der Bürgerstiftung Rheinhessen. Als neuer Kooperationspartner konnte nun auch die Stiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz auf Initiative von Staatssekretär Dr. Denis Alt, Vorstandsvorsitzender der Villa Musica und Unterstützer des Projekts „KulturLeben Rheinhessen“, gewonnen werden. Mehr als 30 Kulturinstitutionen, -vereine und –initiativen Rheinhessens sind mittlerweile Kulturpartner der Bürgerstiftung und stellen kostenlos Eintrittskarten zu Veranstaltungen wie Theateraufführungen, Konzerten oder Ausstellungsbesuchen zur Verfügung. Die Tickets werden an Menschen mit niedrigem Einkommen weitergegeben, die von den Sozialpartnern des Projekts „KulturLeben Rheinhessen“ vorgeschlagen werden.

„‘Kultur ist kein Luxus, Kultur ist Lebensmittel‘, ein Zitat von Johannes Rau, dass das Anliegen der Bürgerstiftung, allen Menschen den Zugang zu Kultur zu ermöglichen, unterstreicht. Kultur ist ein Menschenrecht. Menschen, die es sich sonst nicht leisten können, sollen selbstverantwortlich und würdevoll am sozialen und kulturellen Leben teilhaben können. Die ‚Bürgerstiftung Rheinhessen‘ hat hier ein vorbildliches Projekt für Rheinhessen auf den Weg gebracht“, freut sich Dr. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur. „Mit der Villa Musica als neuem Kooperationspartner haben wir einen kulturellen Leuchtturm mit einem hochwertigen musikalischen Angebot zur Unterstützung unseres Projektes gewonnen.“

Prof. Dr. Karl Böhmer, Wissenschaftlicher Direktor der Villa Musica Rheinland-Pfalz, ergänzt: "Mit ihren Veranstaltungen in Mainz deckt Villa Musica viele Facetten ab: vom ClassicClash im Frankfurter Hof über Kindertheater in der Villa Musica bis hin zu Vivaldi und Mozart im Landesmuseum. Wir freuen uns auf die neuen Zuhörerinnen und Zuhörer, die dank KulturLeben Rheinhessen zu uns kommen!"

Das Projekt „KulturLeben Rheinhessen“ wurde im August 2018 ins Leben gerufen. Die Liste der Partner, die das Konzept unterstützen, ist bereits nach einem knappen Jahr auf 32 Kulturinstitutionen angewachsen. Auch die Zahl der Sozialpartner ist beständig gewachsen und mit Standorten in Bingen, Ingelheim, Mainz und Worms über ganz Rheinhessen verteilt.

Weitere Informationen finden sich unter: www.kulturleben-rheinhessen.de

Die psychologischen Faktoren des Aufstiegs der AfD

Trierer Wissenschaftler erklären, wie die AfD Wählerstimmen gewinnt – aber auch, was gegen Rechtspopulismus getan werden kann.

Sechs Jahre nach ihrer Gründung ist die Alternative für Deutschland (AfD) in allen deutschen Landesparlamenten, als größte Oppositionsfraktion im Bundestag und im Europäischen Parlament vertreten. Bislang wurde dieser Aufstieg aus politischer und gesellschaftlicher Perspektive analysiert. Prof. Dr. Eva Walther und Diplom-Psychologe Simon Isemann haben die Partei aus psychologischer Perspektive betrachtet, denn „Politik wirkt immer durch psychologische Faktoren“. In ihrem neuen Buch kommen sie zu dem Schluss, dass die AfD auf unerfüllte psychologische Bedürfnisse der Menschen wie Sicherheit, Versorgung und Wertschätzung scheinbare Lösungen anbietet. Zum Beispiel gelingt es der AfD auf der einen Seite, bei Menschen das Gefühl von Benachteiligung zu wecken. Auf der anderen Seite suggeriert die Partei, „man werde dieser Benachteiligung entgegenwirken“.

Dagegen können Regierungsparteien mit Fakten schwerlich ankommen. „Objektive Faktoren sind für das subjektive Empfinden oft nicht maßgeblich. Was zählt ist der soziale Vergleich mit anderen und auf dieser Basis das Gefühl von Benachteiligung“, sagt Eva Walther. „Die etablierten Parteien tun sich in der Abwehr von Populismus deshalb schwer“, so Simon Isemann, „weil sie ihre Politik mühsam mit Argumenten vermitteln.“ Dagegen setze die AfD – skrupelloser als andere Parteien – verstärkt auf psychologische Faktoren. So werden Missmut und Ängste bestimmter Gruppen gezielt geschürt und entsprechende Sündenböcke präsentiert.

Laut Eva Walther widerspricht das AfD-Programm sogar den Interessen erheblicher Teile der eigenen Wählerschaft. „Mit der AfD geht die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander. Im AfD-Programm ist kaum Verbesserung für ärmere Schichten in Sicht“. Auf eine klare politische Linie kann sich die Partei jedoch bisher nicht verständigen. Dahinter vermutet Simon Isemann Kalkül, um möglichst heterogene Wählergruppen anzusprechen.

Den regierenden Kräften empfehlen Walther und Isemann, einen genauen Blick auf die psychologischen Grundbedürfnisse der Menschen zu werfen, wie materielle Sicherheit, Kontrolle, Wertschätzung und eigene Bedeutung. „In dem Maße wie es die Politik schafft, diese Bedürfnisse aufzugreifen, schwindet auch die Anziehungskraft populistischer Parteien“.

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