Thursday, 23. January 2020

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Einkehr im November – Eine nachdenkliche Betrachtung zum Herbstmonat

Von Hans-Peter Meyer

Er beginnt wieder -  der Monat November mit seinen zum Nachdenken und zur inneren Einkehr anregenden Feier- und Gedenktagen Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag und Totensonntag. Dieser Monat hat ein ganz besonderes Gepräge und bestimmt unsere Empfindungen und Gefühle in besonderem Maße.

Der November ist dazu angetan, Gedanken der Wehmut und Trauer zu wecken. Die Blätter fallen von den Bäumen, die Natur scheint abzusterben. Am späten Nachmittag senkt sich schon das Dunkel über die Landschaft. Der Wind fegt durch die leeren Straßen….

Im November trauern wir mehr als sonst um liebe Menschen und denken an die Zeit, als wir sie noch bei uns hatten. Wir gehen zu den Gräbern auf die Friedhöfe, zünden entsprechend der Sitte unserer keltischen Vorfahren kleine Lichter an und vieles wird plötzlich wieder gegenwärtig. Kein anderer Monat des Jahres ist so geeignet in uns diese Nachdenklichkeit zu wecken, wie dieser nasse, neblige und windige Monat. An langen Abenden werden Schubladen und Schatullen geöffnet. Wir greifen zu Briefen aus vergilbten Umschlägen. Dann werden wir unruhiger, unsere Gedanken flüchten zu den Dingen, aus denen die Dahingegangenen lauter zu uns sprechen als aus Grab und Stein.

Das Grün und die Blüten der Gräber erinnern trostreich an die Menschen, die nicht mehr unter uns sind. Zwiegespräche halten wir mit Bildern, aus denen  uns alte und junge Augenpaare ansehen, ernste und auch lachende. Sie blicken beredt auf unser Alltagsleben. Letzte Stunden und Gespräche kommen in Erinnerung, kleine Gesten der Liebe und Zärtlichkeit. Viele Einzelheiten sind ins Gedächtnis eingebrannt, denn liebe Tote kann man nicht vergessen. Wehmut beschleicht uns, weil uns nicht mehr mit den Toten verbindet als die Erinnerung. Im Laufe des Lebens wird jeder Mensch mit dem Tod konfrontiert – durch den Verlust von Angehörigen und Freunden oder weil eine schwere Krankheit die eigene Sterblichkeit unmittelbar vor Augen führt. Friedhofsbesuche, Grabpflege und Rituale an Trauertagen, wie zum Beispiel an Allerheiligen oder am Totensonntag, können bei der Trauerbewältigung hilfreich sein.  Der Schmerz wird dann leichter, unser Leben ist durch den Alltag mit neuen Aufgaben erfüllt.

Doch wer könnte einen Bruder, eine Schwester vergessen, einen Sohn oder eine Tochter, einen Ehemann oder die Ehefrau, einen Vater, die Mutter, einen vertrauensvollen Freund oder eine Freundin, die so zu unserem Leben gehörten, wie der Wechsel von Tag und Nacht? Wie sollte man aber weiterleben, wenn man nicht vergessen kann? Unsere Erinnerung darf uns nicht so gefangen nehmen, dass wir uns der Gegenwart und dem „Heute“ nicht mehr zu stellen vermögen. Es ist das ewige Gesetz der Natur: Werden, Vergehen und Werden. Das Große stirbt und das Kleine wächst nach.

Ehrfurcht, Achtung und Respekt vor den Toten sind so alt wie die Welt. Im christlichen Glauben wurzelt aber darüber hinaus die Hoffnung auf das, was uns erwartet, wenn auch wir die letzte Grenze überschritten haben. Niemand geht von uns, er geht nur voraus. Die Gedenktage im November fordern uns zur Selbstbesinnung auf. Stellen wir uns dem Schmerz, weil er notwendig ist, aber verharren wir nicht in ihm.

© Hans-Peter Meyer

FRECHBLECH in Bad Ems

BAD EMS. Am Samstag, dem 19.10. lädt FRECHBLECH, das Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald, um 19.00 Uhr zu einem herbstlich-fröhlichen Konzert in die Evangelische Martinskirche, Kirchgasse in 56130 Bad Ems ein.

In dem bewusst heiteren Programm gestaltet das Wäller Ensemble eine frische Herbstmusik, deren Eintritt frei ist.

Es musizieren Rudi Weide (Trompete und Flügelhorn), Claudia Liebe (Trompete und Flügelhorn), Dorit Gille (Waldhorn), Ben Bereznai (Bariton und Basstrompete) und Dekanatskantor Jens Schawaller (Helikon und Leitung).

Lächeln ist die Musik der Seele

Gedanken zum Tag des Lächelns
Erkenntnisse beim Umgang mit Menschen

Von Hans-Peter Meyer

Immer am ersten Freitag im Oktober gibt es einen besonders schönen Feiertag zu begehen. Denn seit 1999 wird an diesem Tag immer der sogenannte World Smile Day (WSD), der“ Tag des Lächelns“ gefeiert. Welch wunderbare und zauberhafte Idee, dieser besagte World Smile Day. Die Idee zum Tag liegt Harvey Ball zugrunde, der ein Werbegrafiker aus Worcester, Massachusetts (USA) ist und als Erfinder des „Smileys“ gilt. Grund genug, heute einen Beitrag Gedanken zum „Tag des Lächelns“  zu veröffentlichen.

Beim täglichen Umgang mit unseren Mitmenschen entdecken wir viele Arten und Unarten, Erträgliches und Unerträgliches, Verständliches und Unverständliches. Und doch kommen wir in der Hast und im Stress des Alltags selten dazu, dass Positive in unserem Mitmenschen zu verstehen und zu genießen.

Zum Beispiel das Lächeln. Lachen ist etwas ungemein Menschliches, ja, es ist dem Menschen allein vorbehalten. Den Schmerz, die Trauer und Gefühle teilen wir mit der Tierwelt, aber lachen und lächeln kann nur der Mensch. Der griechische Philosoph Heraklit schrieb schon in vorchristlicher Zeit, das Lachen, das Weinen und das Niesen seien heilige Handlungen, weil sie die Seele befreien. Und der berühmte deutsche Arzt  und Physiologe Hufeland schrieb im 18. Jahrhundert: „Die Gewohnheit unserer Vorfahren, durch Lustigmacher und Hofnarren Lachen zu erregen, beruhte auf richtigen gesundheitlichen Grundsätzen“.

Medizinisch gesehen ist das Lachen im wahrsten Sinne des Wortes ein zwerchfellerschütternder – oder besser gesagt   zwerchfellerregender Vorgang. Der Betreffende muss tief einatmen. Die aufgenommene Luft wird dann unter kräftiger Anspannung  der Bauchmuskulatur in mehreren Atemstößen wieder abgegeben.

So ist jedes Lachen eine elementare Tiefatem- und Ausatemübung.

Sie durchlüftet die Lunge, sorgt für mehr Sauerstoff.

Dieses und vieles mehr kann man in wissenschaftlichen Büchern nachlesen und das würde alles zu schwierig.  Machen wir uns etwas einfacher.

Nicht von ungefähr ist der eigentliche Sitz des Lachens und des Lächelns in den Augen, jener Schalk in den Augenwinkeln, jenes belustigte Blitzen, das auch ernsten Dingen eine Sonnenseite abzugewinnen vermag.

Die stillere Schwester des Lachens ist das Lächeln. Es ist nicht explosiv, es ist nicht stürmisch, aber irgendwie ist es elementar. Es durchleuchtet den Menschen von innen heraus.

Ein wirkliches Lächeln kann ein Gesicht verklären. Vielleicht könnte man von einem stilleren, vergeistigteren Prozess des Lachens sprechen. Vielleicht verstehen wir das Lächeln besser, wenn wir an seinem Gegensatz, das Grinsen denken.

Ein berühmter spanischer Philosoph und Soziologe bezeichnete  das Lachen und das Lächeln als ein spezifisch menschliches Attribut im Reiche der Schöpfung. Es ist ein Erbe aus der Zeit der Kindheit, das wir in das spätere Leben hineinzuretten vermögen. Bei dem Säugling und dem Kleinkind ist das Lachen  und das Lächeln noch der Ausdruck einer Heiterkeit, die sich selbst genügt. Im späteren Leben aber brauchen wir einen äußeren Anlass dazu. Dies setzt freilich einen Sinn für das Komische, für den Humor voraus, für die verschiedenen Arten des Witzes, eines skurrilen Gedankenganges, einer Karikatur, einer erheiternden Vorstellung.

Lachen und Lächeln sind eine geistige Macht. Beide vermögen den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes aus der Verspannung des Alltags zu lösen. Nicht nur im übertragenen Sinne wird hier der Mensch gelöst oder erlöst, sondern ganz real, seelisch und körperlich. Curt Goetz, einer der großen Meister des Humors, schrieb in seinem Buch „Dr. med. Hiob Prätorius“ den inhaltschweren Satz „Was uns fehlt, ist Freude; was wir brauchen, ist Hoffnung; was uns nottut, ist Zuversicht; wonach wir dürsten, ist Liebe, und wonach wir verschmachten, ist Frohsinn“.

So können wir den tieferen Sinn des Lachens und des Lächelns verstehen.

© Hans-Peter Meyer

Das Erntedankfest - Ursprung und Entwicklung

Von Hans-Peter Meyer

Das Erntedankfest ist in vielen Gemeinden einer der feierlichen Höhepunkte des ansonsten eher tristen Herbstes. Dabei soll einerseits die Freude über eine erfolgreiche Ernte zum Ausdruck gebracht werden, was den weltlichen Charakter des Erntedankfestes widerspiegelt. Andererseits steht aber gerade im christlich geprägten Europa nicht das Feiern, sondern der Dank an Gott für die Ernteerträge im Mittelpunkt des Festes. Dabei ist es recht unterschiedlich, an welchem Tag das Erntedankfest begangen wird. So feiert man in evangelischen Gemeinden in der Regel am Michaelistag (29. September) oder am darauf folgenden Sonntag, während das Erntedankfest in katholischen Gemeinden meist am ersten Sonntag im Oktober begangen wird. Der letztgenannte Tag wurde von der deutschen Bischofskonferenz im Jahre 1972 als Festtermin festgelegt, jedoch nicht für verbindlich erklärt, sodass jede katholische Kirchengemeinde für sich entscheiden kann, ob und wann sie das Erntedankfest veranstaltet.

Ursprünge des Erntedankfestes

Seinen Ursprung hat das Erntedankfest schon in vorchristlicher Zeit. Zeitpunkt dieses Festes war die Tagundnachtgleiche im Herbst, also der 23. September. Im Mittelpunkt stand der Dank an die Götter und die verschiedenen Feld- und Fruchtbarkeitsgeister, was mit allerlei Opfergaben verbunden war. Diese Opfergaben sollten das Wohlwollen der höheren Mächte sichern, indem man ihnen etwas von dem zurückgab, was sie einst gegeben hatten. Eine besondere Bedeutung kam dabei der ersten bzw. letzten Garbe zu. Diese Getreidebündel mit dem zuerst bzw. zuletzt geernteten Korn dienten einerseits als Opfergabe, andererseits aber auch zur Durchführung allerlei Schutz- und Fruchtbarkeitszauber. Setzte sich z.B. die Binderin auf die erste Garbe, sollte dies die Fruchtbarkeit des Korns im nächsten Jahr begünstigen. Nach der Opfergabe in Form von Korn, Obst und Früchten wurde am Abend des Erntefestes das Erntemahl begangen. Dieses diente in erster Linie kultischen Zwecken, nämlich der "Verspeisung" des Fruchtbarkeitsgeistes und sorgte somit für eine Bindung des Geistes an den Acker. Bei diesem gemeinsamen Mahl wurde aber auch den Feldarbeitern, welche in der Regel Wanderarbeiter waren, mit der Darreichung von guten Speisen und Getränken für ihre Hilfe gedankt. Ein weiterer Höhepunkt des Festes war schließlich der Reigen, welcher vom Landbesitzer mit einem Tanz mit einer aus der letzten Garbe gebundenen Puppe eröffnet wurde. Diese symbolisierte den Fruchtbarkeitsgeist und wurde daher nach dem Fest bis zur nächsten Ernte an einem sicheren Ort aufbewahrt.

Erntedankfest heute

Im Mittelpunkt des heutigen Erntedankfestes steht der gemeinsame Gottesdienst, bei der eine Auswahl von landwirtschaftlichen Produkten dekorativ in der Kirche platziert wird. Diese haben freilich keinen Opfercharakter mehr, sondern sollen den Gläubigen wieder in Erinnerung rufen, welche Vielfalt an Nahrungsmitteln die Erde für die Menschen bereitstellt und dass die Früchte des Bodens nicht selbstverständlich existieren, sondern Teil göttlicher Schöpfung sind. Dennoch finden sich viele Bräuche aus der vorchristlichen Zeit auch im heutigen Erntedankfest wieder. So existiert z.B. die letzte Garbe in Form der aus Getreidehalmen gebundenen und mit farbenfrohen Blumen und Bändern bestückten Erntekrone weiter. Diese wird nach dem Gottesdienst in einer feierlichen Prozession auf einem Wagen durch das Dorf gezogen, wobei meist ein landwirtschaftliches Fahrzeug zum Einsatz kommt.

Auch die Kornpuppe findet sich noch vereinzelt auf heutigen Erntedankfesten wieder, dient dabei aber fast immer nur dekorativen Zwecken.

Machen wir uns den tieferen Sinn des Erntedankfestes in diesen Tagen besonders bewusst.

©  Hans-Peter Meyer

Malu Dreyer erhält August-Bebel-Preis

Hälfte des Preisgeldes geht an das Quartierbüro der SPD Rheinland-Pfalz

Malu Dreyer hat heute in Berlin den August-Bebel-Preis erhalten. Mit dem Preis ehrt die August-Bebel-Stiftung Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um soziale Gerechtigkeit verdient gemacht haben. Daniel Stich, Generalsekretär der SPD Rheinland-Pfalz, gratuliert:

„Dass der August-Bebel-Preis heute an Malu Dreyer verliehen wurde, freut mich sehr. Sie ist eine sehr würdige Preisträgerin. Herzlichen Glückwunsch an Malu Dreyer! Jeden Tag kämpft sie mit Leidenschaft und Herzblut für Zusammenhalt, Freiheit und Solidarität. Die Verleihung des August-Bebel-Preises ist eine große Wertschätzung ihrer Arbeit und sie ist hochverdient!“

In ihrer Rede teilte Malu Dreyer mit, eine Hälfte des Preisgeldes dem Quartierbüro der SPD Rheinland-Pfalz zukommen zu lassen. „Seit über eineinhalb Jahren sind wir mit unserem Quartierbüro in der Ludwigshafener Gartenstadt fest verwurzelt“, so Stich weiter. „Wir packen genau dort an, wo wir gebraucht werden, sind da für die Menschen und helfen ihnen bei ihren Problemen. Die Spende von Malu Dreyer ist eine Ehre, die den Menschen in der Gartenstadt guttut und Ansporn ist für unsere tägliche Arbeit. Ein großes Dankeschön im Namen des gesamten Quartierbüro-Teams!“

Hintergrund
Der August-Bebel-Preis wird seit 2011 von der August-Bebel-Stiftung verliehen. Mit ihm werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich um die soziale Bewegung in Deutschland verdient gemacht haben. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. In ihrer Rede gab Malu Dreyer bekannt, jeweils die Hälfte des Preisgeldes dem Quartierbüro der SPD-Rheinland-Pfalz und dem Projekt „Storch Heinar“ der Jusos Mecklenburg-Vorpommern zukommen zu lassen. Die bisherigen Preisträger des August-Bebel-Preises waren Oskar Negt (2011), Günter Wallraff (2013), Klaus Staeck (2015) und Gesine Schwan (2017).

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