Sonntag, 15. Dezember 2019

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Clemens Wenzeslaus und die Sayner Hütte – die Gründungszeit ab 1769

Vortrag zur Gründungszeit der Sayner Hütte wird verschoben

Bendorf. Der für Freitag, 19. Juli, 20 Uhr geplante Vortrag von Dr. Hildegard Brog "Clemens Wenzeslaus und die Sayner Hütte" auf dem Denkmalareal Sayner Hütte muss verschoben werden.

Sobald ein Nachholtermin im Herbst feststeht, wird dieser von Stiftung Sayner Hütte und Freundeskreis Sayner Hütte bekanntgegeben.

Vortrag von Dr. Hildegard Brog

Seit 250 Jahren steht sie im Sayntal: Die Sayner Hütte – gegründet im Jahre 1769 durch den Trierer Erzbischof und Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen. Es gibt viele Publikationen zu dem bedeutenden Industriedenkmal. Dennoch fehlten zu den bisherigen Betrachtungen der kurtrierischen Zeit wesentliche Untersuchungen. Der Freundeskreis Sayner Hütte e.V. hat daher zum 250-jährigen Jubiläum die Historikerin Dr. Hildegard Brog beauftragt, Quellen der Gründungszeit der Eisenhütte in Sayn einzusehen, vorhandene Dokumente näher zu beleuchten und Wissenslücken zu schließen. Im Rahmen der Schriftenreihe des Freundeskreis Sayner Hütte e.V. erscheint nun Band 5: „Clemens Wenzeslaus und die Sayner Hütte“.

Am Freitag, 19. Juli, um 20 Uhr laden die Stiftung Sayner Hütte und der Freundeskreis Sayner Hütte e.V. zu einem Vortrag auf dem Denkmalareal: Dr. Hildegard Brog stellt das Ergebnis ihrer umfassenden Recherchearbeit zur Gründungszeit der Sayner Hütte im Jahre des 250-jährigen Jubiläums der Öffentlichkeit vor. Der Eintritt ist frei.

Mit dem vorliegenden Werk hat Dr. Hildegard Brog umfassende Arbeit geleistet. Der Freundeskreis dankt ihr für intensives Quellenstudium, für die Beschäftigung mit historischen Schriften und zahlreichen Bau- und Konstruktionsplänen. Mit ihrer Arbeit schafft sie die spannende Darstellung der Übergangszeit von mittelalterlicher Eisenverarbeitung zur Entwicklung industrieller Fertigung.

Zugleich beleuchtet die Schrift Fragen der Bautätigkeit, der Rohstoffbeschaffung, der Wirtschaftlichkeit und der Arbeitsabläufe und Arbeitsbedingungen jener Zeit.

In seiner fast 30-jährigen Regierungszeit versuchte der reform- und kunstfreudige letzte Trierer Kurfürst, Bildung und Wohlstand in seinem Kurstaat zu heben. Die Gegebenheiten für die Gründung einer Eisenhütte in Sayn, seit 1928 ein Stadtteil von Bendorf/Rhein, waren strategisch ideal. Unmittelbar am Nordhang des Sayner Burgberges, boten das Wasser des Saynbachs, viel Wald und reiche Eisenerzvorkommen in der Umgebung und im unteren Westerwald alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Eisenverhüttung. Es entstanden zunächst ein Hochofen und ein Hammer.

Sein auf Repräsentation angelegtes Ensemble ammerHversorgte schon bald das Rheinland mit Roheisen und einfachen Gusserzeugnissen.

Kurfürst Clemens Wenzeslaus hatte in Sayn in barocker Bauauffassung eine schlossartige Anlage mit axialer Symmetrie entstehen lassen, deren dominierende Mitte die Hüttenverwaltung darstellte. Das sogenannte „Erste Beamtenhaus“ oder „Comptoir“ blieb bis heute erhalten.

Im Rahmen der Neuausrichtung des Denkmalensembles Sayner Hütte seit 2010 kommt dem Comptoir besondere Bedeutung zu. Nach 250 Jahren wird das „Erste Beamtenhaus“ durch umfassende Erhaltungsmaßnahmen durch die Eigentümerin Stadt Bendorf auf seine künftige Aufgabe vorbereitet. Als Sitz der Stiftung Sayner Hütte soll es wieder das geistige Zentrum und der städtebauliche Mittelpunkt des herausragenden Denkmal-Ensembles werden. In diesem Gebäude werden die Kräfte gebündelt, die die kulturhistorische Arbeit leisten und die zugleich die kulturwirtschaftliche Aufgabe der Sayner Hütte in Zukunft gestalten und gewährleisten sollen.

Bissula erklärt die antike Wirtschaftsgeschichte

Mehr als zwei Jahre lang wurde an der Universität Trier ein römisches Schiff für den Seehandel nachgebaut. Nun tritt es seine wissenschaftliche Mission an.

In den vergangenen Jahren hat sich die Universität Trier zu einem führenden Standort für experimentelle Archäologie entwickelt. Das bislang spektakulärste Projekt dieser Forschungsrichtung ist der originalgetreue Nachbau eines 16 Meter langen römischen Handelsschiffs. Die rheinlandpfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat es heute in Trier auf den Namen „Bissula“ getauft, die Geliebte des römischen Dichters Ausonius.

Althistoriker Prof. Dr. Christoph Schäfer ist die treibende Kraft hinter den Rekonstruktionen antiker Vorbilder. Unter seiner wissenschaftlichen Leitung sind bereits römische Feldgeschütze und drei römische Militärschiffe wiedererschaffen und wissenschaftlich untersucht worden. Ein wichtiger Bestandteil des nun fertiggestellten Nachbaus eines Handelsschiffs vom Typ Laurons 2 ist die Kooperation mit Michael Hoffmann und Prof. Dr. Ing. Karl Hofmann-von Kap-herr vom Fachbereich Technik der Hochschule Trier.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Taufpatin für Laurons 2, bezeichnete es als Leuchtturmprojekt der Wissenschaftsallianz Trier. „Es ist ein treffendes Sinnbild für die besonderen Qualitäten der Stadt Trier und der gesamten Region. Die Realisierung des Projekts bestätigt auf eindrucksvolle Weise, dass wir in Trier einen leistungs- und innovationsstarken Wissenschaftsstandort haben, der durch das Projekt noch einmal nachhaltig gestärkt wird“, sagte sie. Zum anderen unterstreiche das Projekt erneut die Bedeutung der Stadt als Zentrum der Antike. „Mich persönlich beeindruckt neben den historischen Aspekten vor allem, dass Studierende der Universität und weitere Helfer und Helferinnen auch ehrenamtlich sehr viel Zeit in das Projekt investiert haben. Es ist toll, mit welcher Einsatzbereitschaft sie sich einbringen. Das verdient Anerkennung und dafür möchte ich mich bei ihnen sowie bei allen anderen Verantwortlichen und Beteiligten ausdrücklich bedanken.“

Für den Wissenschaftsstandort Trier und das Transmare-Institut an der Universität Trier ist das Projekt von besonderer Bedeutung. In Transmare haben sich über 20 Wissenschaftler zusammengeschlossen, um gemeinsam Forschung maritimer Art von der Antike bis ins 21. Jahrhundert zu betreiben. Dabei geht es um den Transfer von Menschen, Gütern und Ideen sowohl aus kultur- wie wirtschaftsgeschichtlicher Perspektive von der Antike bis heute.

„Für alle Beteiligten war es ein `duales Studium´ der besonderen Art an einem besonderen Ort.

Theorie und Praxis haben sich in der gesamten Rekonstruktionsphase des Schiffs die Hand gegeben. Entstanden ist ein Vorzeigeobjekt, das nun zu einer schwimmenden Forschungsstation wird. Das nenne ich moderne Altertumswissenschaft", sagte Prof. Dr. Michael Jäckel, Präsident der Universität Trier.

Die „Bissula“ soll dabei helfen, mehr über die Wirtschaftsgeschichte der römischen Kaiserzeit zu erfahren. Ohne den Seehandel hätte das römische Imperium nicht existieren können. Getreide, Olivenöl, Wein oder andere Massengüter mussten über weite Strecken auf Mittelmeer, Atlantik oder Nordsee transportiert werden, um die dortige Bevölkerung zu versorgen. Historiker stehen vor dem Dilemma, lediglich über wenige überlieferte Informationen zum Seehandel zu verfügen. Die anstehenden Messungen und Datenerhebungen mit der seegängigen „Bissula“ sollen daher belastbare Rückschlüsse auf das Potential und die Intensität der römischen Handelsschifffahrt und des Seehandels erbringen. „Darüber lassen sich höchst aufschlussreiche Globalisierungsphänomene entdecken, die uns helfen können, die Globalisierung heute besser zu verstehen“, erklärt Prof. Dr. Christoph Schäfer.

Auf der Basis gut erhaltener Funde mehrerer römischer Schiffe an der französischen Küste bei Laurons haben Maschinenbauer der Hochschule Trier ein digitales dreidimensionales Modell erstellt. Damit können Simulationen und Berechnungen durchgeführt und mit Daten verglichen werden, die sich bei den realen Messfahrten mit der „Bissula“ ergeben. Letztlich soll der Abgleich dieser beiden Messvarianten zeigen, inwieweit digitale Modelle künftig aufwendige Nachbauten ersetzen können.

„Für die 3D-Rekonstruktion, die numerischen und Virtual Reality Simulationen setzen wir in diesem Projekt Technologien, Software und Methoden ein, die in der heutigen Automobil-, der Luftfahrt- und auch der Schifffahrtindustrie zum Einsatz kommen. Diese Technologien können natürlich auch historische Fragestellungen vorantreiben, denn sicher wird man nicht tausende Schiffswracks im Nachbau rekonstruieren können“, so Michael Hoffmann von der Hochschule Trier.

„Dieses Projekt zeigt erneut, dass Trier prädestiniert ist für eine Wissenschaftsallianz zwischen der Universität Trier und der Hochschule Trier. Wir sind als Hochschule stolz, unseren Beitrag zum Erfolg dieses Projektes beizutragen“, sagte Claudia Hornig, Kanzlerin der Hochschule Trier.

Bei der nun anstehenden wissenschaftlichen Mission der Bissula werden Prof. Dr. Christoph Schäfer und Prof. Dr. Karl Hofmann-von Kap-herr von der Hochschule Trier in erprobter Zusammenarbeit mit modernsten nautischen Instrumenten Messungen zur Leistungsfähigkeit derartiger Handelsschiffe durchführen. Den Fahrten auf der Mosel könnten weitere Tests auf hoher See folgen.

Weitere Informationen zum Projekt: https://www.uni-trier.de/index.php?id=62438

Zum Projekt

Die 1:1-Rekonstruktion des römischen Handelsschiffes unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Schäfer begann im Frühjahr 2016 mit dem Fällen geeigneter Bäume. Nach einer einjährigen Trocknungszeit begann der Schiffsbau, für den Studierende der Universität und weitere Helfer unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden leisteten. Anleiter waren ein spezialisierter Bootsbaumeister und erfahrene Bauleiter. Den Studierenden eröffneten sich Bezüge zur handwerklichen Praxis und tiefere Einblicke in die Leistungen der antiken Handwerker. Nach knapp zweijähriger Bauzeit wurde das Schiff Anfang Juni von der Baustelle auf dem Campus der Universität zum Liegeplatz des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Trier transportiert. Nun folgen Mess- und Testfahrten der Bissula - zunächst auf der Mosel, später möglicherweise auch auf See. Hauptförderer des Projekts sind die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Nikolaus Koch Stiftung.

Zum Namen des Schiffs

Die Alemannin Bissula kam im Jahr 368 bei einem Feldzug in römische Kriegsgefangenschaft. Sie wurde Sklavin des in Trier als Prinzenerzieher tätigen Dichters Decimus Magnus Ausonius. Er verliebte sich in Bissula und setzte ihr in dem Gedicht "de Bissula" ein literarisches Denkmal.

„Ohne Religion wäre unsere Welt nicht besser“

Der Politiker Norbert Lammert und der Trierer Bischof Stephan Ackermann diskutierten an der Uni Trier kontrovers, aber respektvoll.

Sie können miteinander – diesen Beweis haben sie auf dem europäischen Kontinent über viele Jahrhunderte geführt. Aber könnten sie auch ohne einander? Wie sähe unsere Welt ohne Kirche und Religion aus? Mit dieser hypothetischen Frage eröffnete Moderator Prof. Dr. Thomas Raab eine lebhafte und kontroverse Diskussion an der Universität Trier. Über das Spannungsverhältnis zwischen Politik und Religion, so der Titel, redeten und stritten mit dem ehemaligen Bundestagspräsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert und dem Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann zwei exponierte Vertreter beider Institutionen.

Als Thomas Raab nach zwei Stunden die letzte Frage aus dem Publikum zuließ, hatten Politiker Lammert und Kirchenvertreter Ackermann ein weites Themenfeld bearbeitet. Und doch lag noch viel thematisches Brachland vor ihnen, das an diesem Abend nicht mehr beackert werden konnte. Ein Zeichen dafür, wie intensiv verwoben Politik und Religion in Europa und in Deutschland im Besonderen sind, aber auch wie umstritten diese Beziehung ist. Die kontroverse Note der Diskussion war nicht zuletzt der kritischen Distanz des bekennenden Katholiken Norbert Lammert zu seiner Religionsgemeinschaft zu verdanken.

Zurück zur ersten Frage: Wie wäre sie, unsere Welt – ohne Religion? „Sie hätte die Religionskriege nicht erlebt“, goss der Politiker provokant Öl ins Diskussionsfeuer, um dann einen nach wie vor starken Einfluss der Religion auf Politik und Staat einzuräumen: „In unserem Grundgesetz lässt sich Religion mit Händen greifen.“

Lammerts Steilvorlage, dass unsere Welt ohne Religion heute nicht besser aussähe, nahm der Bischof auf zu einem Flankenlauf durch die religiöse Prägung des menschlichen Alltags. Ackermann erinnerte an die Dominanz von Kirchengebäuden im Stadtbild und an den auf biblischer Tradition fußenden Wochen-Rhythmus. Aus theologischer Deutung sei unser gesellschaftliches Leben bestimmt durch das Bild eines Gottes, der Mensch geworden sei.

In einem fruchtbaren Wechselspiel stehen Politik und Religion in ethischen Fragen zu Eingriffen in das Leben, die an diesem Abend weiten Raum einnahmen. „Der medizinische Fortschritt fordert uns permanent derart heraus, dass wir mit ethischen Antworten kaum noch mitkommen. Dies ist ein sehr anspruchsvoller Bereich, mit dem wir als Kirche verantwortlich umgehen“, räumte der Bischof ein. Lammert stellte sich auf die Seite der in Umfragen ermittelten klaren Bevölkerungsmehrheit, nicht alles zuzulassen, was technisch und medizinisch möglich ist. „Es gibt kaum eine kompliziertere Frage als diese. Ich kann mich an kein Thema erinnern, das im Bundestag vorsichtiger und gründlicher diskutiert wurde als dieses“, so Lammert.

Für Norbert Lammert gibt es im Verhältnis von Politik und Kirche aber auch klare Abgrenzungen. So beantwortete er eine Frage aus dem Publikum unmissverständlich damit, dass die 10 Gebote niemals zu einer säkularen Grundlage gemacht werden könnten. Auch im Hinblick auf kritische Bereiche wie Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche oder das kirchliche Arbeitsrecht sieht er „keinen Grund für eine unterschiedliche Beurteilung von Fällen nach kirchlichen oder nach staatlichen Kriterien“.

Während Bischof Stephan Ackermann dieser Haltung für den Umgang mit Missbrauch im kirchlichen Umfeld zustimmte, warb er beim Thema Arbeitsrecht um Verständnis für die kirchliche Perspektive.

Sie beruft sich hier juristisch auf ihr Selbstverwaltungsrecht und auf ihren Anspruch, dass kirchliche Einrichtungen als solche erkennbar sein und sich von weltlichen Einrichtungen abheben müssten. Insofern müsse die Kirche als Arbeitgeber erwarten dürfen, dass Mitarbeiter diesen Grundauftrag mittragen.

Dies waren nicht die einzigen Fragen, in denen der Bischof in die Defensive gedrängt wurde. Das Fremdeln der katholischen Kirche mit den Menschenrechten, ihre Haltung zum Judentum und ihre Rolle beim Holocaust, der Mangel an demokratischen Strukturen – Bischof Ackermann musste wiederholt zu kritischen Fragen Rede und Antwort stehen.

Wie das kontroverse, aber doch respektgeprägte Gespräch zeigte, war der Freundeskreis Trierer Universität gut beraten, erstmals dieses Format für den zweiten Teil von Norbert Lammerts Gastprofessur zu wählen. Der Freundeskreis-Vorsitzende Helmut Schröer blickte bei seinen abschließenden Worten in ein bestens gefülltes Audimax, als er sich bei Diskutanten und Publikum für diese „besonders gelungene Veranstaltung“ im Jubiläumsjahr bedankte.

Schule ohne Rassismus

Schule mit Courage in Rheinland-Pfalz: 150 Schulen, 110.000 Jugendliche und 8.800 Lehrkräfte sind dabei

Erfolgsgeschichte der Landeskoordination geht weiter: 2019 schon 11 neue Schulen im Projekt Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Als die Landeszentrale für politische Bildung (LpB) vor elf Jahren die Landeskoordination des Projekts Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage für Rheinland-Pfalz übernahm, gab es in Rheinland-Pfalz elf Projektschulen.
Heute hat mit der BBS Landau die 150. Schule in Rheinland-Pfalz den Titel Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage verdient. Alleine dieses Jahr sind schon elf neue Projektschulen dazu gekommen. Die Zahl der rheinland-pfälzischen Schülerinnen und Schüler im Projekt liegt heute bei etwa 110.000. Die Zahl der Lehrenden erreicht ca. 8.800.

Der Direktor der Landeszentrale, Bernhard Kukatzki freut sich „Der „rasante Anstieg geht auch dieses Jahr weiter. Und in den letzten 5 Jahren hat sich die Zahl der Projektschulen mehr als verdoppelt! 2019 stehen sogar weitere sieben Anwärter und mehr als 10 Interessierte bereit, sich dem Erfolgsprojekt von Aktion Courage e.V. anzuschließen.“

Landeskoordinatorin Anke Lips ergänzt: „Mit der Weiterentwicklung des Projekts, wie dem Aufbau der zwei Regionalkoordinationen in Koblenz und Neustadt a.d.W. oder dem Ausbau an Kooperationen mit zusätzlichen Projektaktivitäten, können wir die Schulen vor Ort verstärkt unterstützen. So können wir in diesem Jahr auch zwei regionale Netzwerktreffen anbieten.“

Kukatzki und Lips unterstreichen: „Wir als Landeszentrale freuen uns sehr, dass immer mehr Schulen sowie die Patinnen und Paten, unter ihnen bereits seit 2014 Ministerpräsidentin Malu Dreyer, gemeinsam im Netzwerk für Gleichwertigkeit, Demokratie und Zusammenhalt eintreten. Ihr großartiges Engagement verdient höchste Wertschätzung.“

Die Landeskoordination der LpB betreut und berät die Projektschulen in Rheinland-Pfalz, führt landes- und regionsweit Vernetzungstreffen durch, bietet Informationen für interessierte Schulen, vermittelt Workshops, Referenten, Trainings und steht bei Fragen und Problemen mit Rat und Tat den Projektschulen zur Seite. Dabei steht das gesamte Aufgabengebiet der Landeszentrale und der von ihr geleisteten Gedenkarbeit in Osthofen und Hinzert, sowie ihr Publikations- und Veranstaltungsangebot zur Verfügung.

Das Projekt Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ist eine Initiative von Schülerinnen und Schülern, die sich aktiv langfristig gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus und für eine tolerante, gewaltfreie und demokratische Kultur in Schule und Gesellschaft engagieren wollen. Das europaweite Projekt, 1988 in Belgien gegründet, läuft in Deutschland seit 1995.
Weitere Infos gibt es bei der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, Am Kronberger Hof 6, 55116 Mainz. Telefon: 06131/16-4109; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Die Heiligen Petrus und Paulus

Gedanken zum Hochfest (Namenstag)  der beiden Hl.  Apostel

Foto: Die Apostel Petrus (l) und Paulus (r) sind auf dem Petersplatz in Rom in Stein gehauen

Von Hans-Peter Meyer

Wie in jedem Jahr, begehen wir (die Christen) am 29. Juni  das Hochfest der beiden Apostel Petrus (Peter)  und Paulus (Paul). Anlass, sich mit dem Werdegang und dem Wirken der beiden  großen Heiligen zu beschäftigen:.

Petrus wurde  geboren um Christi Geburt in Betsaida (Galiläa), gestorben ist er 64 oder 76 in Rom. Die Geburt von Paulus erfolgte  um 5 nach Christi Geburt in Tarsos (Türkei), gestorben ist er  67 in Rom.

"Du bist Petrus, der Fels, auf den ich meine Kirche bauen werde." Mit diesen Worten machte Jesus den einfachen Fischer aus Kafarnaum am See Genesareth zu seinem wichtigsten Gefolgsmann. Er war der Sprecher und Anführer der Apostel, und gehörte gemeinsam mit Jakobus und Johannes zu den engsten Vertrauten Jesu. So war er zum Beispiel gemeinsam mit ihnen Zeuge der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor.

Als Fischer war Petrus ehr ein praktisch veranlagter Mensch, jedoch nicht frei von Jähzorn. Dies zeigte sich, als er bei der Gefangennahme Jesu dem Diener des Hohepriesters ein Ohr abschlug. Kurz darauf verleugnete er Jesus drei Mal, was für ihn eine tiefe Schmach darstellte.

Auch nach der Auferstehung und den Pfingstereignissen war Petrus der Kopf der jungen Christengemeinde in Jerusalem. Später ging er nach Antiochien und Kleinasien, um dort zu missionieren. In dieser Zeit wurde er in Jerusalem von Jakobus vertreten. Schließlich reiste er nach Rom, um auch dort den Glauben zu verkünden. Dort fiel er der Christenverfolgung des Kaisers Nero zum Opfer, der ihn, vermutlich in seinen Gärten unweit des heutigen Vatikan, kreuzigen ließ. Die Überlieferung, dass Petrus auf eigenen Wunsch mit dem Kopf nach unten hängend ans Kreuz geschlagen wurde, ist nie wissenschaftlich bestätigt worden. Man hält sie aufgrund der historischen Gegebenheiten im römischen Reich für eher unwahrscheinlich.

Paulus, der aus Tarsos stammte, und von seinen Eltern das römische Bürgerrecht geerbt hatte, hieß ursprünglich Saulus. Er war ein frommer Jude, der in der neuen Bewegung mit ihrem gekreuzigten Messias einen Affront gegen die religiösen Überzeugungen des ganzen Volkes sah. Das machte ihn zu einem fanatischen Christenverfolger, der in ganz Judäa gefürchtet war. Als er auf dem Weg nach Damaskus war, um dort eine groß angelegte Verfolgungsaktion durchzuführen, da erschien ihm vor den Toren der Stadt der Gekreuzigte und bekehrte ihn. Vollkommen überwältigt von dieser Erscheinung sank Paulus, wie er von nun an hieß, zu Boden und konnte nicht mehr sehen, bis ihn in Damaskus ein Jünger des Herrn heilte und ihm anschließend die Taufe spendete.

Paulus reiste fortan als Missionar durch den ganzen Mittelmeerraum. Mit den Gemeinden, die er besuchte oder neu gründete, hielt er durch Briefe Kontakt, die uns heute noch im Neuen Testament überliefert sind. Innerhalb der Kirche setzte sich Paulus beim ersten Konzil in Jerusalem dafür ein, dass auch Menschen getauft werden durften, die zuvor keine Juden waren.

Um das Jahr 61 kam Paulus nach Rom, möglicherweise in Gefangenschaft. Er musste bald vor Kaiser Nero Rechnung über sein Wirken ablegen. Der Legende nach traten Petrus und Paulus gemeinsam dem Tyrannen entgegen. Nero verurteilte auch Paulus zum Tode. Da er römischer Bürger war, wurde Paulus nicht ans Kreuz geschlagen, sondern enthauptet. An den Stellen, an denen nach der Hinrichtung sein abgeschlagener Kopf aufschlug, sollen drei Quellen entsprungen sein. Über diesem Ort steht deshalb heute die Kirche zu den drei Quellen (San Paolo alle Tre Fontane).

Über die Grabstätte Petri baute man im Mittelalter den ersten Petersdom, der im 16. Jahrhundert in der uns heute bekannten Form neu gebaut wurde. Die Reliquien des Apostels Paulus befinden sich in der Kirche San Paolo fuori le mura in Rom.

Brauchtum

Petrus wird in unseren Breiten oft als "Wetterheiliger" verehrt, der im Himmel thront. Dies basiert auf der Vorstellung, dass der Heilige am Himmelstor die Geschicke au Erden überblickt. Jesus selbst hatte ja zu Petrus gesagt: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben."

Namensbedeutung

"Petrus" ist griechisch und heißt "der Fels", "Paulus" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "der Kleine, Demütige"

Namensableitungen:

Von "Petrus" lassen sich folgende Namen ableiten: Peter, Peer, Pedro, Perez, Perino, Piet, Pieter, Pit. Von "Paulus" gibt es folgende Ableitungen: Paul,  Paolo, Pablo, Pal, Pavel.

Darstellung:

Petrus wird dargestellt als Apostel oder Papst mit Schlüssel, Buch, Hahn, Fisch, Kreuz oder kopfüber gekreuzigt. Paulus wird dargestellt als Apostel mit Buch und Schwert.

Patron:

Petrus ist Patron der Päpste, des Bistums Osnabrück, der Metzger, Glaser, Schreiner, Uhrmacher, Schlosser, Schmiede, Bleigießer, Töpfer, Maurer, Ziegelbrenner, Brückenbauer, Steinhauer, Netzmacher, Tuchweber, Walker, Fischer, Fischhändler, Schiffer, Schiffbrüchigen, Büße, Beichtenden, Jungfrauen, gegen Schlangenbisse, Fieber, Tollwut, Besessenheit, Fußleiden und Diebstahl.

Paulus ist Patron der Weber, Teppichweber, Sattler, Seiler, Korbmacher, Zeltwirker, Arbeiterinnen, Theologen, Seelsorger, gegen Krämpfe und Ohrenleiden, Blitz und Hagel, Schlangenbisse, für Regen und eine fruchtbare Ernte.

Viele Christen erbitten  in Nöten und Gefahren im Gebet um  Hilfe  bei den  beiden Heiligen Aposteln Petrus und Paulus.

© Hans-Peter Meyer

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