Montag, 01. Juni 2020

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Unser Kulturerbe - Schätze des Landes Rheinland-Pfalz

Die Ausstellung der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz ist vom 09.02.2020 bis zum 15.03.2020 zu Gast in der Stadt Boppard.

Eröffnung, Sonntag, 09.02.2020, 11.30 Uhr, Museum Boppard, Kurfürstlichen Burg

Begrüßung: Helmut Schröder (Erster Beigeordneter der Stadt Boppard)

Grußwort: Florentine Schneider (Kulturerbin und Weinkönigin)

Grußwort: Roger Lewentz (Beauftragter für die BUGA 2029 und Innenminister)

Einführung: Thomas Metz (Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz)

Musikalische Begleitung: Manfred Pohlmann (Liedermacher)

Über die Ausstellung:

„Der Staat nimmt die Denkmäler der Kunst, der Geschichte und der Natur sowie die Landschaft in seine Obhut und Pflege. Die Teilnahme an den Kulturgütern des Lebens ist dem ganzen Volk zu ermöglichen.“

Diese Selbstverpflichtung hat das Land Rheinland-Pfalz bei seiner Gründung 1947 als Grundsatz in seine Verfassung aufgenommen. Als Land ist Rheinland-Pfalz immer noch jung, seine Regionen sind jedoch Teil einer der bedeutendsten europäischen Kulturlandschaften mit einer über viele Jahrtausende währenden kontinuierlichen Geschichte. Es sind die naturräumlichen Gegebenheiten, die diesen Raum prägen: Mittelgebirgslandschaften mit einem reichen Vorkommen an Bodenschätzen, dichtem Waldbestand und landwirtschaftlich nutzbaren Höhenplateaus. Daneben eine breite Tiefebene mit fruchtbaren Böden entlang eines mächtigen Flusses.

Dieser Fluss, der Rhein, bildet bis heute mit seinem Tal die zentrale europäische Verkehrsachse in Nord-Süd-Richtung und ist über seine Seitenflüsse, wie die Mosel und der Main, auch nach Osten und Westen verbunden. Nahezu alle Völker Europas kamen im Laufe der Geschichte durch die Regionen die sich heute Rheinland-Pfalz nennen, manche blieben, siedelten hier und ließen urbane Zentren entstehen. Sie alle haben Spuren hinterlassen, Kulturschätze, die heute zum kulturellen Erbe des Landes gehören.

Diese Ausstellung richtet den Blick auf dieses kulturelle Erbe in all seinen Facetten, Gattungen und zeitlichen Einordnungen. Es geht nicht um einen Überblick, sondern eher um ein Neugierig-Machen. Es geht auch um die Menschen von heute, die Erben und Erbinnen. Auch sie sollen „zu Wort“ kommen, ganz im Sinne von: „Wir machen Geschichte lebendig“.Die Ausstellung umfasst 13 Objekte, die in Boppard um drei weitere Objekte ergänzt werden.Exklusiv zur Ausstellungsstation in Boppard konnten Florentine Schneider, Weinkönigin der Stadt Boppard; Roger Lewentz, Minister des Innern und für Sport sowie Dr. Walter Bersch, Oberbürgermeister der Stadt Boppard als Kulturpaten gewonnen werden, die zusammen mit Kulturgütern der Region in der Ausstellung vertreten sein werden.

Verleihung des deutschen Preises für politische Fotografie und Karikatur

Marcel Kusch und Rolf Henn (Luff) gewinnen die Rückblende 2019

Die Sieger der 36. Rückblende stehen fest: Es sind der Fotograf Marcel Kusch und der Kari­ka­turist Rolf Henn (Luff). Beide konnten die Jury des deutschen Preises für politische Fotogra­fie gemeinsam mit dem Karikaturenpreis der deutschen Zeitungen überzeugen, der von der Lan­desver­tretung Rheinland-Pfalz und dem Bun­desverband Deutscher Zeitungs­verleger (BDZV) vergeben wird. Mit Unterstüt­zung zahlreicher Kooperationspart­ner (Bundespressekon­ferenz, Leica Camera AG, Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz u.a.) eröffnet die Rückblende das politi­sche Jahr in der Bundeshauptstadt. Die Jury-Vorsitzende Staatssekretärin Heike Raab und der Hauptgeschäftsführer des BDZV Dietmar Wolff überreichten in der Landesvertretung von Rhein­land-Pfalz in Berlin die Preise an die Sieger.

7.000 Euro erhält der Fotograf Marcel Kusch für eine Aufnahme vom Sternmarsch der Bewe­gung „Fridays for Future“ in Aachen. Mehrere zehntausend junge Menschen aus 16 Nationen waren im Juni 2019 zum ersten länderübergreifenden Protesttag in die Grenzstadt gereist. Der Karikaturist Rolf Henn, der mit dem Kürzel Luff signiert, gewinnt den Karikaturenpreis der deut­schen Zeitungen für eine Zeichnung, die sich mit der zunehmenden Gefährdung der Presse­frei­heit auseinandersetzt. Der Preis ist verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro.

Marcel Kusch arbeitet seit 2011 als Fotograf für Agenturen und Unternehmen in Deutschland. Seit 2013 ist er als freier Fotojournalist für die Deutsche Presse-Agentur (dpa) in Nordrhein-Westfalen tätig. 2019 schloss Kusch den Studiengang der Fotografie an der Fachhochschule Dortmund mit dem Bachelor ab. Er lebt in Recklinghausen.
Rolf Henn, 1957 in Idar-Oberstein geboren, hat Kunsterziehung an der Universität Mainz stu­diert.1987 erschien seine erste Karikatur. Seither zeichnet er für verschiedene Zeitungen wie die Märkische Oderzeitung, die Nordsee-Zeitung, die Stuttgarter Zeitung, die Hannoversche Allge­meine und andere.

Während der ersten Station der Tournee in der Landesvertretung in Berlin (bis 26. Februar 2020) haben die Besucher die Möglichkeit, ihr Lieblingsfoto und ihre Lieblingskarika­tur zu wählen. Der so ermittelte Publikumspreis wird bei der Finissage am 26. Februar 2020 überreicht. Die beiden Sieger aus den Sparten Fotografie und Karikatur gewinnen Übernach­tungen in den erstklassi­gen Hotels Romantik-Hotel Bellevue (Traben-Trarbach) und Alte Rebschule (Rhodt unter Riet­burg).
Nach der Ausstellung in Berlin geht die Rückblende auf Tournee. Während des Jahres wer­den dann auch in Trier, Neustadt, Leipzig, Bonn, Mainz, Koblenz, Dortmund und Brüssel 85 ausge­wählte Fotografien, fünf Foto-Serien und 50 Karikaturen zu sehen sein. Alle Ausstellungstermi­ne finden sich auf www.rueckblende.rlp.de.

Die Teilnehmerzahlen der Rückblende 2019 erreichten mit 205 Fotografinnen und Fotografen sowie 59 Karikatu­ristinnen und Karikaturisten das hohe Niveau der Vorjahre. Für den Wettbe­werb zum deutschen Preis für politische Foto­grafie und Karikatur wurden 1.327 Arbeiten ein­ge­reicht. Die Landesvertretung Rheinland-Pfalz richtet die Rückblende seit vielen Jahren in Zu­sammenarbeit mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungs­verleger, der den Ka­rikaturen­preis aus­schreibt, und weiteren Preisstiftern aus. Im Bereich Fotografie wurde erneut der Preis „Beste Serie“ verliehen, den die Leica Camera AG stiftet. Die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz stiftet den Fotografie-Preis „Das Scharfe Sehen“. Den Preis „Bestes Foto“ lobt wie im­mer die Bevoll­mächtigte des Landes Rheinland-Pfalz als das Siegerfoto der Rückblende aus.

Alle Teilnehmer-Beiträge werden im Internet präsentiert unter www.rueckblende.rlp.de.

48. Geistliche Abendmusik mit den „Kirchenmäusen“

MONTABAUR. Lebendig und fröhlich geht es zu, wenn der Kinder- und Jugendchor „Die Kirchenmäuse“ die Wände der Evangelischen Lutherkirche in Montabaur so richtig ins Wackeln bringt: „Wir freuen uns sehr, so engagierte und begabte junge Leute in der Wäller Dekanatskirchenmusik zu haben“, meint Dekanatskantor Jens Schawaller, der den kleinen aber feinen Chor der jungen Menschen schon vor über 20 Jahren gründete. Seit 1999 singen die „Kirchenmäuse“ regelmäßig in den Gottesdiensten in der Evangelischen Kirchengemeinde Montabaur und zu besonderen Anlässen auch in weiteren Kirchengemeinden des Dekanates Westerwald. Gemäß dem Jahresmotto „bewegt“ des Evangelischen Dekanates Westerwaldes brachten die jungen Musikerinnen und Musiker im Rahmen der 48. Geistlichen Abendmusik nicht nur fetzige und freche Gesänge zur Aufführung, sie glänzten auch durch dynamische und sportliche Choreographien. Unterstützt wurden die Musikerinnen und Musiker durch Joachim Westphal, der als erfahrener Perkussionist die Kinder und Jugendliche geschmackvoll, abwechslungsreich und phantasievoll begleitete. Gemeinsam mit Dekanatskantor Jens Schawaller an der Truhenorgel begleiteten die beiden Erwachsenen den Chor durch den Nachmittag und bereiteten zusammen allen Gästen eine außergewöhnliche und energiereiche Geistliche Abendmusik, für die sich die Gäste mit einem donnernden Applaus bedankten.

Vor 75 Jahren: Beim Bombenangriff im Bunker verschüttet

Ein Tag, den die Niederadenauer nicht vergessen werden

Von Hans-Peter Meyer

Niederadenau/Bad Ems.  Jedes Jahr zu Beginn des Monats Februar kommen insbesondere bei den älteren Menschen von Niederadenau die Erinnerungen zurück: Ein schwarzer Tag in der Geschichte der Niederadenauer ist der 2. Februar 1945.

An diesem Tag, der sich nun zum 75. Male jährt, starben acht Menschen - darunter drei Kinder im Alter zwischen sieben und elf Jahren - durch einen Bombenangriff.

Obwohl es im zweiten Weltkrieg in Niederadenau keine direkten Angriffsziele für die feindlichen Bomber gab, hatten die Bewohner vorsorglich in den Berg über dem heutigen „Tannenweg“ einen Schutzbunker gebaut. Ihn suchten die Bürger des Ortes immer dann auf, wenn man in der Luft „bedrohliche“ Fliegergeräusche hörte und Flugzeuge im Anflug schienen. Allerdings waren in den letzten Kriegstagen sehr viele Soldaten in Niederadenau untergebracht. So waren dann auch am 2. Februar 1945 schon zeitig morgens die feindlichen Bomber in der Luft zu hören, und ein großer Teil der Bevölkerung suchte Schutz im Bunker. Gegen zehn Uhr eröffneten feindliche Flieger mit Bordwaffengeschützen das Feuer und setzten einige Häuser und Scheunen in Brand, so dass besonders Männer den Schutzbunker verließen, um zu retten, was noch zu retten war.
Durch einen weiteren Bordwaffenschuss wurde dabei ein 49-jähriger Mann - verheiratet und Vater von fünf Kindern - so schwer verletzt, dass er am nächsten Morgen nach einer Operation im Adenauer Krankenhaus verstarb. Gegen 12.30 Uhr, als sich die meisten Bürger um ihr Hab und Gut im Dorf kümmerten, fielen drei Bomben hinter dem heutigen „Tannenweg“, und eine Bombe detonierte genau vor dem Eingang zum Bunker, wodurch dieser verschüttet wurde. Sofort eilten Mitbürger aus dem Ort zum Bunker, doch konnten nur noch zwei Menschen, Franz Kossmann und dessen Tochter Elisabeth (später verheiratete Meyer), lebend gerettet werden. Für die übrigen kam jede Hilfe zu spät. Im Bunker starben zwei Soldaten, drei Kinder (Werner Ginsterblum, elf Jahre alt; Erwin Schooß, sieben Jahre, und Arthur Hollender, ebenfalls sieben Jahre alt), Gertrud Kossmann und Elisabeth Kaas geb. Merten, einziges Kind ihrer Eltern und gerade seit neun Monaten verheiratet, ihr Ehemann als Soldat an der Kriegsfront.

Das Dorf war wie gelähmt. Hier und da brannte es lichterloh, und dazu dann der Tod von insgesamt acht Menschen. Noch heute sagen die Bürger, das Leid wäre noch unermesslich größer gewesen, hätten nicht die meisten Bürger den Bunker wegen der Brände im Ort morgens verlassen, denn zunächst waren etwa 40 Niederadenauer in den Bunker geeilt, von denen sicherlich noch viele mehr ums Leben gekommen wären. Aber auch so bescherte der 2. Februar 1945 dem Ort Niederadenau große Trauer und unsägliches Leid.

Noch heute sieht man die Mulde des Bombeneinschlags, dort errichtete nach dem Krieg der Niederadenauer Mitbürger Matthias Ginsterblum einen Muttergottes-Bildstock mit den Namen all derer, die an diesem Tag auf so schreckliche Weise ums Leben kamen. Und auch heute nach genau dreiundsiebzig Jahren ist diese stille Gedenkstätte immer mit brennenden Kerzen und Blumen geschmückt. Der Gärtner und Gastwirt Reinhold Ginsterblum, dessen Bruder Werner bei dem Bombenangriff  im Alter von 11 Jahren sein Leben verlor, hat sich viele Jahrzehnte mit großem Engagement um die Pflege des Bildstocks und auch um die Gemeinschaftsgrabstätte der gemeinsam auf dem Friedhof in Dümpelfeld beigesetzten Opfer gekümmert hat, ist vor drei Jahren im Alter von 88 Jahren verstorben.  

Wer von uns heute Lebenden weiß wirklich , was Krieg heißt, wer kennt noch die Menschen, deren Namen auf den Gedenktafeln eingraviert sind? Namen und Schicksale verblassen vielleicht im Laufe der  Jahrzehnte. Im Bewusstsein der nachfolgenden Generationen sollte das Erinnern an diese bitteren Zeiten als eine Verpflichtung  gelebt werden. Wir dürfen und wollen nicht vergessen, deshalb sollten wir uns immer wieder erinnern und der Opfer gedenken.

Zur Erinnerung an diesen Tag vor 75 Jahren bleibt als Fazit: Die Toten mahnen uns täglich zum Frieden und zur Versöhnung unter den Menschen. Versöhnung ist die Wurzel, aus der Frieden wächst wie ein Baum, in dessen Schatten die Menschen Verständnis füreinander und innere Zufriedenheit finden. Diese Botschaft möchte ich immer wieder – solange wie möglich - als mahnende Erinnerung an die folgenden Generationen weitergeben.

Text und Foto: Hans-Peter Meyer

Hintergrund: 
Den Autor Hans-Peter Meyer verbindet eine traurige Erinnerung an dieses schlimme Ereignis. Das ist ein Teil seiner Vita.

Bei dem Bombenangriff am 2. Februar 1945 kam – wie vorerwähnt - seine Großmutter Gertrud Kossmann geb. Hoffmann ums Leben.

Sein Großvater Franz Kossmann (verst. +1954) und seine Mutter Elisabeth Kossmann (später verheiratete Meyer) wurden verschüttet und konnten als einzige lebend gerettet werden. In Gesprächen mit seiner  im Dezember 1999 verstorbenen Mutter hat der Autor versucht, dieses traumatische Geschehen aufzuarbeiten und schriftlich für nachfolgende Generationen festzuhalten. Möge die örtliche Gemeinde dazu beitragen,dass die Gedenkstätten als mahnende Erinnerung weiter erhalten und gepflegt werden.

Hans-Peter Meyer (Foto, Jahrgang 1950), in Niederadenau geboren und aufgewachsen, beschäftigte sich auch mit den zum  Teil traurigen Abschnitten der Geschichte seines Heimatortes.  Seit einigen Jahren lebt er in Bad Ems.

40. Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille

Witzig, pointiert und feministisch - Ministerpräsidentin Malu Dreyer würdigt künstlerisches Schaffen von Maren Kroymann

Für ihre Verdienste um die deutsche Sprache hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer die deutsche Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin Maren Kroymann mit der Carl-Zuckmayer-Medaille ausgezeichnet. Bei der Feierstunde im Mainzer Staatstheater würdigte die Ministerpräsidentin die Künstlerin und ihr Werk: „Maren Kroymann steht seit fast 40 Jahren auf der Bühne und jongliert in einer scheinbar großen Leichtigkeit mit der deutschen Sprache so, dass wir manchmal erst lachen und dann verstehen, dass es vielleicht auch zum Weinen wäre. In ihren Texten hat sie eine ganz eigene Sprache für sich gefunden. Elegant und sprachbewusst, ganz leise, aber gestochen präzise sind ihre Pointen“, so die Ministerpräsidentin.

Rund 750 Gäste aus Politik, Medien, Wirtschaft und Kultur sowie 120 Schülerinnen und Schüler aus Mainzer Schulen waren zur diesjährigen Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille ins Mainzer Staatstheater gekommen. Unter ihnen konnte die Ministerpräsidentin auch die früheren Preisträger Edgar Reitz und Robert Menasse begrüßen. Sie dankte der Laudatorin Cordula Stratmann, die, wie Maren Kroymann selbst, eine Vorreiterin als Frau im Bereich Kabarett und Comedy ist.

„Seit fast 40 Jahren ist unsere Preisträgerin das weibliche Gesicht des deutschen politischen Kabaretts. Als erste Frau im Fernsehen hatte sie mit ‚Nachtschwester Kroymann‘ bis 1997 ein eigenes Comedy TV-Format, das witzig, frech, kühn und intelligent war. Durch ihr Vorbild und auch ihr Engagement bei pro Quote für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Medienbranche hat sie vielen starken jungen Kabarettistinnen und Comedians den Weg auf die Bühne geebnet“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Maren Kroymann parodiere nicht nur, sondern sie beziehe in ihren Formaten wie im echten Leben Stellung zu wichtigen gesellschaftlichen Fragen, so die Ministerpräsidentin. Ihren Ruhm und die öffentliche Sichtbarkeit nutze sie, um sich für die Rechte homosexueller Menschen einzusetzen. „Ihre klare Haltung und ihre Bereitschaft, sich mit Nachdruck für Ideale einzusetzen, verbindet Maren Kroymann und den Namensträger des Preises“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Carl Zuckmayer habe sich durch seinen kritischen Geist ausgezeichnet, der den Opportunismus seiner Zeit feinzüngig und scharf karikierte. „Ihm war die Heuchelei und Manipulierbarkeit seiner Zeitgenossen zuwider. Weil er für das Nazi-Regime unbequem war, musste er aus Deutschland fliehen“, so die Ministerpräsidentin. Mehr denn je müsse heute deutlich gemacht werden, dass eine freie, kritische und künstlerische Meinungsäußerung ein hohes Gut sei, das gelebt und beschützt werden müsse. Auch dies sei ein Anliegen des Carl-Zuckmayer-Preises, einer der bedeutendsten kulturellen Auszeichnungen des Landes Rheinland-Pfalz.

„Als Künstlerin ist sie in vielen Bereichen Vorreiterin, nicht nur als erste Kabarettistin mit einer eigenen Sendung und eine der wenigen Schauspielerinnen jenseits der 50, die nicht vom Bildschirm verschwindet, sondern neue Sendeplätze bekommt. In den letzten Jahren hat ihre Karriere unglaublich rasant Fahrt aufgenommen und sie wird, so kann man es schon sagen, am laufenden Band mit den wichtigsten Kunstpreisen geehrt, die es in der Branche gibt“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Ihre Sprache sei scharf wie ein Skalpell und es gelinge ihr, die sprachlichen Strategien derer zu durchschauen, die Diskurse von Ungleichheit und Spaltung verfestigen, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer weiter. „Sie deckt dadurch gesellschaftliche Widersprüche, Ungerechtigkeiten und Heuchelei auf.“ Als ein gelungenes Beispiel nannte sie ein Stück ihres aktuellen Formats, in dem eine Frau und ein Rollstuhlfahrer um einen Vorstandsposten konkurrieren. „Klarer „Gleichstand – zwei Kandidaten mit Behinderung“ sage der Chef in der Satire, im wahren Leben mag das so manche Frau schon genau so empfunden haben“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Für die Preisträgerin bzw. den Preisträger gibt es traditionell eine Medaille aus Bronze, die von dem Künstler Otto Kallenbach gestaltet wurde.

Zur Auszeichnung gehört außerdem ein Fass des von Zuckmayer geschätzten Nackenheimer Riesling-Weines. Die Verleihung findet jährlich am Todestag des großen rheinhessischen Dramatikers statt.

Die Trägerinnen und Träger der Carl-Zuckmayer-Medaille seit 1979 sind:

Günther Fleckenstein (1979), Werner Hinz (1980), Georg Hensel (1982), Friedrich Dürrenmatt (1984), Ludwig Harig (1985), Dolf Sternberger (1986), Tankred Dorst (1987), Günter Strack (1988), Hanns Dieter Hüsch (1989), Martin Walser, Adolf Muschg, André Weckmann (1990), Albrecht Schöne (1991), Hilde Domin (1992), Hans Sahl (1993), Fred Oberhauser (1994), Grete Weil (1995), Mario Adorf (1996), Katharina Thalbach (1997), Harald Weinrich (1998), Eva-Maria Hagen (1999), Peter Rühmkorf (2000), Mirjam Pressler (2001), Herta Müller (2002), Monika Maron, Wolf von Lojewski (2003), Edgar Reitz (2004), Thomas Brussig (2005), Armin Mueller-Stahl (2006), Udo Lindenberg (2007), Bodo Kirchhoff (2008), Volker Schlöndorff (2009), Emine Sevgi Özdamar (2010), Hans Werner Kilz (2011), Uwe Timm (2012), Doris Dörrie (2013), Dieter Kühn (2014) und Bruno Ganz (2015), Sven Regener (2016), Joachim Meyerhoff (2017), Dr. Yoko Tawada (2018), Robert Menasse (2019)

Der Jury unter Leitung von Staatsminister Prof. Dr. Konrad Wolf gehörten an:

Dr. Robert Menasse (Preisträger 2019), Professor Dr. Lothar Bluhm (Universität Koblenz-Landau), Monika Böss (stellvertretende Landesvorsitzende des Verbands deutscher Schriftsteller), Silke Müller (Buchhändlerin), Petra Gerster (Moderatorin und Autorin), Professorin Dr. Dagmar von Hoff (Johannes-Gutenberg-Universität Mainz), Günter Beck (Präsident der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft Mainz e.V.), Melanie Mohr (Staatskanzlei), Markus Müller (Intendant des Staatstheaters Mainz), Petra Plättner (Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz), Professorin Dr. Andrea Geier (Universität Trier), Denis Scheck (Literaturkritiker), Susanne Schmaltz (Journalistin) und Dr. Joachim Unseld (Verleger, Frankfurter Verlagsanstalt).

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