Sonntag, 07. März 2021

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Wahl KirchenprÀsidentin/Evangelische Kirche der Pfalz

MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer gratuliert Dorothee WĂŒst

MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer hat OberkirchenrĂ€tin Dorothee WĂŒst zu ihrer Wahl zur KirchenprĂ€sidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz gratuliert. „Ich freue mich sehr, dass die Hohe Synode zum ersten Mal in der mehr als 200-jĂ€hrigen Geschichte der Protestantischen Landeskirche eine Frau an die Spitze gewĂ€hlt hat“, so die MinisterprĂ€sidentin.

FĂŒr ihr zukĂŒnftiges Amt bringe sie reiche Erfahrungen mit. Als Pfarrerin und als Gebietsdezernentin fĂŒr die Kirchenbezirke Homburg, Kaiserslautern, Pirmasens und ZweibrĂŒcken wisse Dorothee WĂŒst, was die BĂŒrger und BĂŒrgerinnen bewegt. Über den SĂŒdwestrundfunk erreichten ihre Gedanken seit mehr als zehn Jahren auch sehr viele Menschen außerhalb der Kirche. „Bildung liegt Ihnen besonders am Herzen. Als Verantwortliche fĂŒr Schul- und Bildungsfragen in der Evangelischen Kirche der Pfalz ist fĂŒr Sie Kommunikation ein SchlĂŒssel fĂŒr kirchliches Handeln, ganz im Sinne Ihrer Vision einer Kirche, die den Menschen zugewandt und an den Menschen orientiert ist“, betonte MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer.

Sie sei sehr dankbar fĂŒr die vertrauensvolle Beziehung der Landesregierung zur Evangelischen Kirche der Pfalz unter der Leitung von KirchenprĂ€sidenten Dr. Christian Schad „Ich freue mich darauf, die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Ihnen als KirchenprĂ€sidentin fortzusetzen“, so die MinisterprĂ€sidentin in ihrem Gratulationsschreiben. Dorothee WĂŒst tritt das Amt am 1. MĂ€rz 2020 an. MinisterprĂ€sidentin Dreyer wird den scheidenden KirchenprĂ€sidenten Dr. Schad bei seiner Verabschiedung wĂŒrdigen.

Auch Friedhöfe mĂŒssen sich gesellschaftlicher RealitĂ€t anpassen

AnlĂ€sslich des Tags des Friedhofs am 20. September 2020 fordert die Deutsche Friedhofsgesellschaft von Lokalpolitik und Verwaltungen mehr langfristiges Denken. Den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern immer höhere FriedhofsgebĂŒhren zuzumuten, könne auf Dauer keine Lösung sein. An grundlegenden VerĂ€nderungen auf vielen Friedhöfen fĂŒhre letztendlich kein Weg mehr vorbei.

Nach EinschĂ€tzung von Karl-Heinz Könsgen, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Deutschen Friedhofsgesellschaft, haben bundesweit nahezu alle Kommunen erhebliche Probleme, Friedhöfe zu betreiben: „Vielerorts wurden die FriedhofsgebĂŒhren derart massiv erhöht, dass Menschen auf ĂŒberregional ausgerichtete Friedhöfe ausweichen,“ so Könsgen. Das wiederum fĂŒhrt zu einem Teufelskreis, da Friedhöfe sich aus den Einnahmen finanzieren mĂŒssen und deshalb die GebĂŒhren noch weiter erhöht werden.

Leider fĂŒhrt die angespannte finanzielle Situation in manchen Kommunen dazu, dass eine gewisse KreativitĂ€t bei Kostenpositionen entsteht. „Wir raten Angehörigen immer, sich alle GebĂŒhren und Kosten vorab bestĂ€tigen zu lassen“, sagt Könsgen. Man mĂŒsse dabei nicht nur an die FriedhofsgebĂŒhren und die GebĂŒhren fĂŒr die Nutzung der Trauerhalle denken. Es gibt weitere GebĂŒhren, die anfallen können - nicht mĂŒssen. So lassen sich manche Gemeinden die Aufbewahrung von Sarg oder Urne bezahlen, verlangen GebĂŒhren fĂŒr das Öffnen und Schließen des Grabes oder berechnen am Ende der Grablaufzeit GebĂŒhren fĂŒr das AbrĂ€umen der GrabstĂ€tte. Eine weitere nicht zu vernachlĂ€ssigende Kostenposition ist die gĂ€rtnerische Pflege des Grabes.

Konzepte wie BestattungswĂ€lder oder pflegefreie Grabanlagen genießen nach Überzeugung von Könsgen auch deshalb einen so großen Zuspruch, weil sie preislich ĂŒberschaubar sind und keine zusĂ€tzlichen Kosten fĂŒr die Grabgestaltung und Pflege anfallen.

Viele Friedhöfe können aus Sicht der Deutschen Friedhofsgesellschaft gar nicht mehr wirtschaftlich vertretbar gefĂŒhrt werden. Allein die GebĂŒhrenschraube fĂŒr GrĂ€ber immer weiter anzudrehen könne keine Lösung sein: „Wenn Angehörige fĂŒr ein Rasengrab einmalig 200 Euro zahlen und das gleiche Grab andernorts ĂŒber 1.500 € kostet, dann ist das nicht mehr vermittelbar“, sagt Könsgen. „Wir brauchen mutige Lokalpolitiker, die die unbequeme Wahrheit aussprechen, dass mancher Friedhof verĂ€ndert oder geschlossen werden muss.“

Manche Friedhöfe könnte man nach Auffassung der Deutschen Friedhofsgesellschaft vor der Schließung bewahren. In den lĂ€ndlichen Gebieten kĂŒmmern sich beispielsweise Heimatvereine ehrenamtlich um den Erhalt der Ortsfriedhöfe. GrĂ¶ĂŸere Gemeinden verĂ€ndern Teile ihrer Friedhöfe in Parks, wie kĂŒrzlich fĂŒr den Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg beschlossen.

Die Zeiten, in denen lokale Friedhöfe Auskunft ĂŒber viele Generationen des Ortes gaben, sind fĂŒr Könsgen vorbei: „Die RealitĂ€t ist, dass die GrĂ€ber aus den 1990er Jahren heute meist schon eingeebnet sind. Friedhöfe mit großen Grabmalen, wie auf dem Melaten Friedhof in Köln, bleiben die historische Ausnahme.“

Kultur

Neues Hygienekonzept fĂŒr die Musik

Am Mittwoch tritt die 11. Corona-BekĂ€mpfungsverordnung in Kraft. Mit ihr erfolgen weitere Lockerungen fĂŒr die Kulturszene und die Veranstaltungsbranche im Land. In enger Abstimmung mit dem Landesmusikrat Rheinland-Pfalz wurde erstmals ein umfassendes Hygienekonzept fĂŒr den Musikbereich mit Ausnahme der Schulen und KindertagesstĂ€tten auf den Weg gebracht. Es sieht verringerte AbstĂ€nde bei Gesang und Blasmusik vor.

„Die enge Kooperation mit dem Landesmusikrat und meinem Ministerium ermöglichte die Erarbeitung eines Hygienekonzepts, das den wichtigen Aspekt des Schutzes des Einzelnen und der Gruppe mit der Praxis des Musizierens in Einklang bringt. Das einheitliche Musikkonzept vereinfacht nun die Anwendung der Hygienebestimmungen in den Ensembles und Vereinen. Angesichts der Pandemieentwicklung in Rheinland-Pfalz konnten wir auch die AbstĂ€nde im Chorgesang und bei der Blasmusik reduzieren. Damit erfolgt ein weiterer Schritt in Richtung NormalitĂ€t fĂŒr das praktische Musizieren“, so Kulturminister Konrad Wolf.

Das neue Hygienekonzept entstand in Zusammenarbeit mit dem Landesmusikrat und den ihm angeschlossenen FachverbĂ€nden. Das Gesamtkonzept vereinigt sĂ€mtliche Hygieneregelungen fĂŒr die professionelle Musik, den Amateurbereich sowie den außerschulischen Musikunterricht. Damit bestehen einheitliche Vorgaben, die fĂŒr Musikvereine, Chöre, freie Musikensembles und Musikschulen im Land gelten. Das Konzept sieht unter anderem eine Verringerung des Abstands im Freien zwischen SĂ€ngerinnen und SĂ€ngern auf anderthalb Meter seitlich und zwei Meter in Singrichtung vor. FĂŒr das Spielen von Blasmusikinstrumenten gilt zukĂŒnftig ein Abstand von zwei Metern in InnenrĂ€umen zwischen den Musikerinnen und Musikern. Damit ist eine wesentliche Verbesserung der Proben- und AuffĂŒhrungssituation fĂŒr Blasorchester und Ensembles mit Blasinstrumenten gegeben. Das Konzept umfasst auch Regelungen fĂŒr gemischte Ensembles mit Instrumenten mit und ohne verstĂ€rktem Aerosolausstoß bzw. fĂŒr Instrumentalbesetzungen mit Chor- und Gesangsbeteiligung.

FĂŒr den Bereich der elementaren MusikpĂ€dagogik ist der Unterricht bis zu einer maximalen GruppengrĂ¶ĂŸe von 12 Personen gestattet. Das vorliegende Hygienekonzept berĂŒcksichtigt verantwortlich den gesundheitlichen Schutz des Einzelnen in AbwĂ€gung zu den Erfordernissen der praktischen MusikausĂŒbung.

Der PrĂ€sident des Landesmusikrats, Peter Stieber, freut sich: „Wir sind sehr froh darĂŒber, dass die 11. Corona-BekĂ€mpfungsverordnung des Landes in enger Kooperation und Abstimmung mit den MusikverbĂ€nden und dem Ministerium fĂŒr Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur entstanden ist. Sowohl fĂŒr die professionelle Musikszene als auch fĂŒr die Laienmusik ergeben sich neue Möglichkeiten und eindeutigere Regelungen fĂŒr das Musizieren und Konzertieren innerhalb und außerhalb von GebĂ€uden.


51. Orgelmusik im GesprÀch

WAHLROD. Die Orgel ist nicht nur traditionell die Königin der Instrumente, sie ist obendrein auch das Instrument des Jahres 2021. Beides sind zwei gute GrĂŒnde, auf dies besondere und ĂŒbrigens uralte Musikinstrument hinzuweisen, meint Dekanatskantor Jens Schawaller, der in der mit viel Geschmack und Kunstsinn restaurierten Evangelischen Kirche von Wahlrod die dortige Denkmalorgel aus der Werkstatt von Gustav Raßmann aus dem Jahr 1867 einem dankbaren Publikum in einer fröhlichen „Orgelmusik im GesprĂ€ch“ vorstellte.

Dabei ist das romantische Werk mit seinen sieben Registern auf einem Manual und Pedal eine eher zierliche Königin, die mit ihrem zeittypischen Klang des 19. Jahrhunderts aber bestens in das warme Ambiente der Kirche aus dem Jahr 1852 passt. „Man kann deshalb von einem SchmuckkĂ€stchen in einem SchmuckkĂ€stchen sprechen“, erklĂ€rt Jens Schawaller. „Hier gehen die architektonische Raumgestaltung und die musikalische Klangdisposition eine Einheit ein, so dass man getrost von einem Gesamtkunstwerk sprechen kann.“

Im GesprĂ€chskonzert wandte sich der Dekanatskantor direkt an die anwesenden GĂ€ste und erlĂ€uterte sowohl orgelbautechnische Einzelheiten der Raßmannorgel, als auch musikalische Besonderheiten der Musiken, die er als Organist vorstellte: So erklangen Choralimprovisationen im Stile der deutschen und französischen Romantik ĂŒber „Geh aus , mein Herz, und suche Freud“ und „Freuet euch der schönen Erde“, als barockes Concerto und klassizistischem CharakterstĂŒck ĂŒber „Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit“ und „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“ nebst einer Norddeutschen Toccata im Style antico ĂŒber „Himmel, Erde, Luft und Meer“ und ein SwingstĂŒck ĂŒber „Erd und Himmel sollen singen“.

Dabei erwies sich Jens Schawaller als erfahrener Improvisator, der nach seinem A-Examen noch Studien im Fach KĂŒnstlerische Ausbildung Orgelimprovisation belegte – machte doch der Umstand, dass ein unter seiner Leitung geplantes Kammermusikkonzert kurzfristig verschoben werden musste, ein schnelles Handeln nötig.

„Sowohl die Wahlroder Gastgeber als auch ich waren einhellig der Meinung, dass wir musikinteressierte Menschen auf jeden Fall zu einem Konzert empfangen wollen“, resĂŒmiert Dekanatskantor Schawaller, der aus diesem Anlass kurzerhand die Konzertreihe der „Orgelmusiken im GesprĂ€ch“ wieder aufnahm.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer genossen den prÀchtigen SpÀtsommerabend in der lichtdurchfluteten Kirche auf der Anhöhe in Wahlrod und bedankten sich mit einem herzlichen Applaus.

Sommerkonzert FRECHBLECH

MONTABAUR. Zahlreiche GĂ€ste und sommerlich-flotte Musik im charmanten Garten hinter der Evangelischen Pauluskirche.

Wieder einmal konzertierte mit Frechblech das witzig-geistreiche WĂ€ller Soloquartett des Evangelischen Dekanates Westerwald unter der Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller (Helikon) mit Rudi Weide (Trompete), Claudia Liebe (Trompete) und Ben Bereznai (Basstrompete).

In dem kontrastreichen und vielfÀltigen Programm des abendlichen Freiluftkonzertes im Kerzenschein erfreute das kirchliche Ensemble alle Anwesenden mit gekonnt geblasenen und virtuos vorgetragenen Kompositionen der Tanz- und Schlagerkultur.

Im Mittelpunkt stand ein neu einstudiertes stilistisches Crossover zwischen alten Kino-Schlagern der UFA und modernen Liedern von Max Raabe mit Jens Schawaller als SĂ€nger und Moderator. Die GĂ€ste des sommerlichen Platzkonzertes dankten es Frechblech mit einem lang anhaltendem Applaus!

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