Montag, 19. August 2019

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Musikschulen erhalten 3 Millionen Euro Förderung

Das Kulturministerium bewilligte einen Landeszuschuss von insgesamt 3 Millionen Euro für die 42 Musikschulen, die Mitglied im Landesverband der Musikschulen in Rheinland-Pfalz sind. Damit steigt die Landesförderung um 200.000 Euro zum vergangenen Jahr an.

„Die Musikschulen sind Grundpfeiler des musikalischen Lebens in unserem Land. Als erste Adresse in Sachen kultureller Bildung kommt ihnen mit ihrem breit gefächerten Angebot eine große Bedeutung zu, den musikalischen Nachwuchs in unserem Land auszubilden. Die besonderen Leistungen, die von deren Absolventinnen und Absolventen beispielsweise bei den Wettbewerben Jugend musiziert und Jugend jazzt erreicht werden, sind ein Ergebnis ihres hochwertigen Instrumental- und Gesangsunterrichts. Um diese herausragende Arbeit zukünftig noch stärker zu unterstützen, wird die Landesförderung im laufenden Haushaltsjahr auf insgesamt drei Millionen Euro erhöht“, stellt Kulturminister Konrad Wolf heraus.

Die Förderung kommt den kommunal geförderten Musikschulen zugute, die im Landesverband organisiert sind. Die Schulen bieten damit ein nahezu flächendeckendes Angebot kultureller Bildung in allen Landkreisen oder kreisfreien Städten von Rheinland-Pfalz an.

„Mir ist es besonders wichtig, dass wir in allen Teilen unseres Landes die Möglichkeit haben, Musikschulen zu besuchen. Ich möchte, dass jedes Kind die Möglichkeit hat, kostengünstig ein Musikinstrument zu erlernen und, falls vorhanden, an seinem Talent zu arbeiten. Die Musikschulen stellen hierfür die notwendige Infrastruktur zur Verfügung“, ergänzt Wolf.

Passionskonzert FRECHBLECH

RANSBACH-BAUMBACH. Mit Johann Sebastian Bachs höchstpolyphonen „Contrapunctus IV“ aus dessen Schwanengesang „Die Kunst der Fuge“ eröffnete Frechblech als das Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald das diesjährige Passionskonzert im schönen Klangraum der Evangelischen Kirche von Ransbach-Baumbach. Im Bewusstsein der siebenwöchigen Bußzeit und der Karwoche sowie in Anlehnung an Martin Luthers legendäre Invokavitpredigten standen sich moderne Choralbearbeitungen über „Ein feste Burg ist unser Gott“ und „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Christian Sprenger den romantischen Motetten „Psalm 100“ und „Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren“ von Felix Mendelssohn Bartholdy kontrastierend gegenüber. Martin Löw, erfahrener Organist aus Goddert, meditierte in großen und phantasievollen Choralvorspielen die Choräle „Du großer Schmerzensmann“, „Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld“ und „Stimme, die Stein zerbricht“ und spielte sowohl mit der Disposition der Orgel aus der Werkstatt von Förster und Nicolaus als auch mit dem Raum, in dem das charmante Instrument seinen obertonreichen Klang entwickelte. Gekonnt nahm Martin Löw bei den Chorälen die anwesenden Gäste ganz in seine musikalische Welt mit hinein und führte den Gemeindegesang und das Orgelspiel höchst delikat zusammen. Frechblech zeigte sich mit Rudi Weide (Trompete und Flügelhorn), Claudia Liebe (Trompete und Flügelhorn), Dorit Gille (Waldhorn), Ben Bereznai (Basstrompete) und Dekanatskantor Jens Schawaller (Helikon und Leitung) von seiner gewohnt intonationssicheren, rhythmisch-präzisen, polyphon-geschulten und stilistisch differenzierten Seite; die Lesungen übernahm Ben Bereznai, der auch die Auswahl der geistlichen Texte übernahm. Pfarrer Wolfgang Weik begrüßte und verabschiedete als Gastgeber das bekannte Dekanatsensemble und dankte allen Aktiven und allen Gästen für den Besuch in der Evangelischen Kirche in Ransbach. Mit einer Komposition des ein paar Generationen nach Johann Sebastian Bach wirkenden Thomaskantors Albert Becker über den Lutherchoral „Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort“ und Johann Sebastian Bachs Werk „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ klang das diesjährige Passionskonzert aus, die Anwesenden bedankten sich mit langanhaltendem Applaus.

Heimatfilm, Regionalkrimi und die „Völkermühle Europas“

Kultursommer 2019 feiert „heimat/en“

Kaum ein Begriff hat so viele Facetten und wird so unterschiedlich interpretiert, wie der Begriff „Heimat“. Der 28. Kultursommer Rheinland-Pfalz spiegelt diese Vielfalt in seinem Programm wieder. Er hat sich das Motto „heimat/en“ gegeben. „Wir haben mit dem Begriff bewusst etwas gespielt und ihn in den ungewohnten Plural gesetzt. Heimat ist vielfältig und jeder verbindet etwas anderes damit “, so Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf bei der heutigen Pressekonferenz in Mainz.

Mehr als 200 Projekte zwischen Mai und Oktober werden auch in diesem Jahr wieder vom Land und vom Kultursommer Rheinland-Pfalz gefördert – viele von ihnen beschäftigen sich intensiv mit dem Motto „heimat/en“. Eine Auswahl wird in der gleichnamigen Publikation des Kultursommers vorgestellt: einem Büchlein mit launigen Texten, phantasievollen Grafiken und Veranstaltungen aller Kultursparten in allen Regionen des Landes.

Pünktlich zur ITB in Berlin ist auch wieder die Broschüre „Gastlandschaften

Rheinland-Pfalz“ fertig geworden – eine Koproduktion mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe und der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH. Mit ihren Bildern, Geschichten und Kulturtipps zum „Ansehen“ und „Hingehen“ lädt sie Gäste von nah und fern dazu ein, das Land, seine Lebensart und seine Attraktionen näher kennenzulernen.

Beide Publikationen sind ab sofort auf der WEB-Seite des Kultursommers zu finden oder zu bestellen. In Kürze werden Sie auch an vielen Stellen im Land ausliegen.

Man könnte fast glauben, dass Rheinland-Pfälzer den Begriff „Heimat“ erfunden haben müssen: Carl Zuckmayer aus Nackenheim nennt in „Des Teufels General“ seine rheinhessische Heimat die „Völkermühle Europas“, Edgar Reitz ließ seine FilmTrilogie „Heimat“ im Hunsrück spielen, Jacques Berndorf erfand mit seinen „EifelKrimis“ gleich ein neues Genre – heute gibt es Heimatkrimis aus fast allen Regionen Deutschlands. Aber auch die Landschaft selber prägt unsere Kultur: von kargen Regionen, die Wellen an Auswanderungen und die westpfälzischen Wandermusikanten hervorbrachten, über den romantischen Mittelrhein bis zu Naturschätzen wie im Kannenbäckerland im Westerwald. Heilquellen lockten u.a. Jacques Offenbach nach Bad Ems, der im Marmorsaal (der noch original erhalten ist) viele seiner Operetten aufführte und dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.

All diese Themen und vieles mehr wird im Kultursommer 2019 zu finden, entdecken und erleben sein.

Und es gibt weitere Jubiläen:

SAALÜ! ist das Heimatprojekt des Kultursommers Rheinland-Pfalz. Und das bereits seit 25 Jahren. Bei Theater, Comedy, Musik und ganz viel Dorf(geschichte) steht das Dorf, zusammen mit Bühnenprofis, selbst auf der Bühne  Ein maßgeschneiderter Heimatabend, fünfzehn Abende von Mai bis Ende Oktober, landesweit.

Seit nunmehr 20 Jahren gibt es „Via Mediaeval – Musik und Räume des Mittelalters“ – eine Konzertreihe, die in dieser Form deutschlandweit einmalig ist: Die Musik des Mittelalters erklingt im September in Gebäuden, meist Kirchen, romanischen Ursprungs in der Pfalz, also sozusagen am „Originalspielort“.

Der schwedische Männerchor Orphei Drängar (die Söhne des Orpheus) – viele bezeichnen ihn als den Besten der Welt – ist im Oktober in Zweibrücken, Ludwigshafen, Mainz und Koblenz zu erleben. Die Konzerte präsentieren große Männerchorwerke, wobei deutsche und schwedische Volkslieder nicht fehlen werden. Damit bilden sie einen Brückenschlag zum Motto des Kultursommers 2020.

„Nachdem wir im Jahr 2017 auf die Reformation und ihre Folgen zurückgeblickt haben und in 2018 der Industriegeschichte und den von ihr verursachten Veränderungen nachspürten, endet mit dem Motto ‚heimat/en‘ in 2019 der Spannungsbogen mit Fragen nach unserer Herkunft, dem Entstehen und der Wandlung unserer Identitäten“, erläuterte Minister Wolf. „2020 starten wir mit ‚Kompass Europa: Nordlichter‘ in vier Jahre, in denen wir unseren Kontinent in allen Himmelsrichtungen noch besser kennenlernen wollen.“

Erst einmal wird Ingelheim am ersten Maiwochenende zur Bühne für Kabarett, Straßentheater, Tanz, Musik, Kunstinstallationen und Film rund um das Motto 2019.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Minister Wolf werden den Kultursommer am Samstag, 4. Mai, offiziell eröffnen. Aber vor allem sind die drei Tage ein großes Kulturfest für die ganze Familie – bei freiem bzw. nur sehr geringem Eintritt.

Mehr zum aktuellen Kultursommer-Programm unter www.kultursommer.de

44. Geistliche Abendmusik

MONTABAUR. In der 44. Geistlichen Abendmusik am Sonntag, 24.03. um 17 Uhr in der Evangelischen Pauluskirche Montabaur an der Koblenzer Straße 5a können sich alle Gäste auf professionelle und hochlebendige Barockmusik freuen: Isabel Müller-Hornbach (Barockcello und Viola da Gamba), Flora Fabri (Cembalo) und Martin Jantzen (Barockcello und Viola da Gamba) laden zu einem Triokonzert der Extraklasse ein!

Mit dem Barocktrio musiziert ein hochrangiges und spielfreudiges Ensemble, das mit seiner Leidenschaft für historische Interpretationspraxis und möglichst authentische Spielweise die Musik der Barockzeit auf virtuose Weise lebendig werden lässt. Das besondere Ensemble legt seinen Schwerpunkt auf das barocke, galante und klassische Repertoire: im Fokus dieses Konzertes liegen Werke von Georg Philipp Telemann und Georg Friedrich Händel.

Der Eintritt ist frei, um eine Spende für die jungen Musiker wird herzlich gebeten.

Gottesdienst gegen Rassismus

MONTABAUR. Auch die Evangelische Kirchengemeinde Montabaur ließ es sich nicht nehmen, im Gottesdienst am Sonntag vor den internationalen Wochen gegen Rassismus in der Evangelischen Pauluskirche Montabaur eindeutig Stellung zu beziehen: Pfarrerin Anna Meschonat erinnerte in Hinblick auf den zunehmenden Rassismus und die immer stärker werdende Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft die Gottesdienstbesuchenden an eine biblisch-evangelische Position und ermutigte zu Selbstreflexion und beherzt diakonisch-geistlichen Denken und Handeln. „Der Auftrag, einander – besonders Fremden – friedlich und offen zu begegnen, ist ein Fundament jüdisch-christlichen Handelns. Gott befreit uns davon, Fremde zu fürchten und dazu jeden Menschen unabhängig von Geschlecht, Kultur und Herkunft, jeweils als Individuum wahrzunehmen und zu respektieren.“, meint die junge Pfarrerin, der das Thema sehr am Herzen liegt. Die kirchenmusikalische Begleitung übernahm das Trio flex & friends als die Combo des Evangelischen Dekanatskantorates Westerwald Süd, die sich in der Literaturwahl der Gemeindelieder, der Choräle und der Instrumentalmusiken ganz dem Thema anschloss und für Offenheit und Inklusion aller fremd erscheinenden Menschen warb. Es musizierten Dorit Gille (Gitarre, Waldhorn und Gesang), Sophie Jungbluth (Viola da braccia und Gesang), Ben Bereznai (Basstrompete und Gesang), Joachim Westphal (Percussion, Althorn und Gesang) sowie Dekanatskantor Jens Schawaller (Tasten, Tenortuba und Gesang).

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