Montag, 23. Juli 2018

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Requiem Kardinal Lehmann

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Kardinal Lehmann war ein großartiger Mensch und herausragende Persönlichkeit

„Unser Land trauert um Karl Kardinal Lehmann. Er war ein großartiger Mensch und eine herausragende Persönlichkeit“; erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer anlässlich des Pontifikalrequiems im Hohen Dom zu Mainz und würdigte dessen „außergewöhnliches Lebenswerk“. Weit über die Grenzen des Bistums hinaus habe er die katholische Kirche entscheidend geprägt und Maßstäbe für einen weltoffenen Katholizismus gesetzt.

„Dass Kardinal Lehmann einen festen Platz in den Herzen der Menschen hat, kam in dieser Woche auf überwältigende Art und Weise zum Ausdruck“, unterstrich die Ministerpräsidentin. „Ich bin tief beeindruckt von der großen Anteilnahme so vieler, die ihren Respekt und ihren Dank für das ausdrücken, was Kardinal Lehmann über Jahrzehnte für die Kirche, für Mainz und für unser Land getan hat.“ Auch ihr sei es ein Bedürfnis gewesen, sich in den Strom der Menschen in der Augustinerkirche einzureihen, um persönlich Abschied zu nehmen und sich in das Kondolenzbuch einzutragen. „Ich erinnere mich an zahlreiche Begegnungen mit ihm und bin dankbar für manch guten Rat. Seine Warmherzigkeit, sein Lachen, sein schier unendliches Wissen und sein beeindruckendes gesellschaftliches Engagement werden mir lebendig in Erinnerung bleiben“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Karl Kardinal Lehmann stand in Treue zur Kirche, aber vor allen Dingen zu den Menschen“, unterstrich die Ministerpräsidentin. „Er hat Brücken gebaut zwischen verschiedenen Konfessionen, zwischen verschiedenen Religionen und auch zwischen Kirche und Politik. Dabei war er der Politik immer ein kritischer Mahner und wichtiger Begleiter“, erinnerte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Passionskonzert FRECHBLECH Montabaur / Gemünden

MONTABAUR / GEMÜNDEN. Mit Heinrich Schütz´ imitativ-fünfstimmiger Motette „Die mit Tränen säen“ eröffnete Frechblech, das Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald unter der Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller, die beiden hochklassigen Konzerte zur Passion in der altehrwürdigen Evangelischen Stiftskirche St. Severus in Gemünden und in der Evangelischen Pauluskirche Montabaur. Als bewährter Organist begleitete Martin Löw aus Goddert das Wäller Bläserensemble, der die beiden wertvollen und denkmalgeschützten Orgeln aus den Werkstätten von Schöler aus Bad Ems und Wagner aus Bad Hersfeld auf gekonnte Art zum Klingen brachte: nach einem ausgiebigen Choralvorspiel über „Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld“ begleitete der ideenreiche Improvisator die anwesenden Gäste beim Gemeindegesang auf der ihm zueigenen charmanten Weise. Mit Johann Sebastian Bachs „Canzona in d-Moll” ließen Rudi Weide (Trompete), Claudia Liebe (Trompete), Dorit Gille (Waldhorn), Ben Bereznai (Basstrompete) und Jens Schawaller (Helikon) ein Stück barocker Musik erklingen, das sich ganz der polyphon-imitativen „Prima Prattica“ verpflichtet zeigt. Nach einer Lesung zur Passion meditierte Martin Löw mit „O Welt, sieh her dein Leben“ einen weiteren Orgelchoral und begleitete den Gemeindegesang der Anwesenden, an den sich eine modern-konzertante Choralbearbeitung über „Wer nur den lieben Gott läßt walten“ von Christian Sprenger anschloss, in der sich die fünf Ensemblemitglieder in einer zeitgenössisch-symphonischen und rhythmisierten Tonsprache musikalisch die Bälle zuspielten. Nach einer zweiten Lesung erklang aus der Feder desselben Komponisten mit „Ein feste Burg ist unser Gott“ eine elaborierte Choralbearbeitung über das Sonntagslied zu Invocavit von Martin Luther, mit dem in der Evangelischen Kirche seit Urzeiten die Passionszeit beginnt. Mit einer weiteren Orgelimprovisation über „Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha“ ließ Martin Löw noch einmal seinem ganzen Ideenreichtum freien Lauf, den Frechblech mit einer modern-jazzigen Motette des ungarndeutschen Komponisten Zsolt Gárdonyi über „Der Mond ist aufgegangen“ beantwortete – der Komponist hält persönlichen Kontakt zum Wäller Ensemble. Nach der Verabschiedung mit Vater unser und Segen schloß das Soloquintett mit Johann Michael Bachs Mottete „Unser Leben währet siebenzig Jahr“ die beiden Konzertabende zur Passion. Mit einem lang anhaltenden Applaus bedankten sich die Zuhörenden bei den Musikerinnen und Musikern.

Preis der einzigen kommunalen Frauenstiftung in Rheinland-Pfalz ging an Journalistin Ingrid Staehle

Ehrenpreis der Johanna-Loewenherz-Stiftung in einer Feierstunde verliehen

Neuwied. In einer Feierstunde überreichte Landrat Achim Hallerbach der Mitgründerin der Frauenrechtsorganisation TERRES DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e.V., Ingrid Staehle, den Ehrenpreis der Johanna-Loewenherz-Stiftung 2017, der einzigen Kommunalen Frauenstiftung in Rheinland-Pfalz.

In seiner Begrüßung betonte Achim Hallerbach, dass wie in jedem Jahr aus der Bürgerschaft eine Reihe von Vorschlägen für die Auszeichnungen der Stiftung eingegangen seien und der Kreisausschuss, als beschlussfassendes Gremium, mit Ingrid Staehle eine mehr als würdige Ehrenpreisträgerin benannt habe.

Die Journalistin Ingrid Staehle gründete 1981 mit einigen Frauen in Hamburg den Verein TERRES DES FEMMES - Menschenrechte für die Frau e.V. Ein Verein, der heute mit 30 Beschäftigten unentwegt mit Aktionen, Projektförderungen und Aufklärungsschriften gegen Genitalverstümmlung, Frauenhandel, Zwangsheirat und –prostitution eintritt und Gewaltopfern ganz konkret hilft, wieder eine Perspektive zu finden.

In der Laudatio zog Doris Eyl-Müller, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Parallelen zwischen der zur Stiftungsgeberin und Preisträgerin und bezeichnete die beiden als Schwestern im Geiste und Handeln. Die Motivation sich für Frauen einzusetzen und gegen bestehendes Unrecht zu kämpfen, basiere bei beiden Frauen auf einem starken Gefühl der Bestürzung und Fassungslosigkeit angesichts des brutalen und blutigen Unrechtes, welches Frauen angetan würde. Johanna Loewenherz war fassungslos angesichts der Prostitution, Ingrid Staehle war bestürzt über Berichte zur Genitalverstümmlung und Witwenverbrennung.

Doris Eyl-Müller zeichnete den Lebenslauf der Preisträgerin nach, die vor dem Studium der Philosophie, Geschichte und Politikwissenschaften an den Universitäten Tübingen, Hamburg und Fribourg in der Schweiz zunächst den Beruf der Fremdsprachenkorrespondentin erlernte und nach dem Studium bei der Deutschen Presseagentur (dpa) im Ressort Ausland und Kultur arbeitete.

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Kulturminister Wolf regt eigenständige Kulturministerkonferenz der Länder an

Eine eigenständige Fachministerkonferenz der Länder für die Kulturpolitik schlägt der rheinland-pfälzische Kulturminister Konrad Wolf vor. Aktuell werden die kulturpolitischen Themen zusammen mit Bildung und Wissenschaft in der Kultusministerkonferenz gemeinsam behandelt.

„In den letzten Jahren haben sich die Rahmenbedingungen entschieden verändert. Der Bund hat sein Engagement in der Kulturpolitik deutlich erhöht. Die Ressortzuschnitte der Länder kombinieren nicht mehr notwendigerweise Bildung mit Kultur. Zeit also, der Kulturpolitik eine eigene politische Koordinierungsebene der Länder zu geben. Eine gesonderte Kulturministerkonferenz stärkt die Kulturpolitik der Länder“, begründete Wolf seinen Vorschlag.

Aktuell verbinden nur noch drei Länder im jeweiligen Ressortzuschnitt Bildung, Wissenschaft und Kultur miteinander. In sieben sind Wissenschaft und Kultur zusammen, in fünf die Kultur eigenständig oder in der Staatskanzlei angesiedelt.

„Eine Kulturministerkonferenz gibt den für Kultur zuständigen Fachministerinnen und Fachminister mehr Raum kulturpolitische Inhalte zu diskutieren und zu koordinieren. Hier können die Absprachen zwischen den Ländern sowie zwischen Ländern und dem Bund getroffen werden. Diese effizientere Struktur wäre eine organisatorische Aufwertung und trägt der wachsenden Bedeutung der Kulturpolitik Rechnung“, ergänzte Kulturminister Wolf.

Vorstellung der Programmreihen 17. Westerwälder Literaturtage und Denkbares

Historischer Blick auf 200 Jahre regionaler Kulturgeschichte

Festivalpass gewährt Eintritt zu allen Veranstaltungen

Zur Vorstellung der beiden Programmreihen 17. Westerwälder Literaturtage und Denkbares im Kultursommer 2018 trafen sich Vertreter von Presse, Politik und Kultur. Kultur-Staatssekretär Prof. Dr. Salvatore Barbaro dankte neben den Programmleitungen auch den Landräten für ihre Unterstützung und ganz besonders den vielen ehrenamtlichen Helfern vor Ort, die sich in der Planung und Durchführung engagieren. Er lobte das beeindruckende Programm, in dem das Motto „Industrie-Kultur“ in vielen Facetten ausgeleuchtet wird und das viele literarisch bedeutende und beim Publikum beliebte Gäste anzubieten hat.

Das Besondere am diesjährigen Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz ‚Industriekultur‘ ist der historische Blick auf die letzten 200 Jahre regionaler Kulturgeschichte, vom Beginn der Industrialisierung bis heute - aus Anlass des zweihundertsten Geburtstages von Karl Marx und von Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Mit beiden haben sich kompetente Autoren auseinandergesetzt, die in diesem Sommer auch zu Gast bei den ‚Westerwälder Literaturtagen und der Reihe Denkbares zu erleben sind.

AK-Landrat Lieber beschrieb die Bedeutung der beiden Reihen für die Landkreise. Sie seinen das Ergebnis einer gemeinsamen Anstrengung vieler engagierter Mitveranstalter im gesamten Westerwald und ein praktisches Beispiel für Friedrich Wilhelm Raiffeisens Worte „Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen Viele“. Er dankte ebenfalls den ehrenamtlichen Helfern und beschrieb die Westerwälder Literaturtage als ganzjährige Aufgabe.

Dem schlossen sich sowohl Landrat Achim Hallerbach (Neuwied) wie auch Landrat Achim Schwickert (Westerwaldkreis) an. Hallerbach zeigte sich erfreut über die gute Repräsentation seines Kreises, besonders aber darüber, dass die Lesung von Michael Klein über den „Bankier der Barmherzigkeit“ im Roentgen-Museum am Raiffeisenplatz einen perfekt passenden Ort gefunden hat.

Schließlich bedankte sich auch Landrat Schwickert für die vielen schönen Veranstaltungen in seinem Kreis. Gerade in ländlichen Gebieten sei ein solches Angebot nicht selbstverständlich, würde aber von den Menschen vor Ort hoch geschätzt.

Maria Bastian-Erll stellte das Programm der 17. Westerwälder Literaturtage vor. Die Programmleiterin wies darauf hin, dass es in diesem Jahr erstmals einen „Festivalpass“ gibt: Für 80 Euro können Literaturfreunde alle Veranstaltungen der Reihe besuchen.

Auch ein Fazit des letzten Jahres wurde gezogen: Die Veranstalter konnten 2017 rund 2.500 Zuhörer begrüßen, darunter gab es eine Lesung mit über 500 Personen, einige mit 100 bis 200, aber auch solche mit 15 Personen. Immer ist in diesem Größenrahmen das Gespräch mit dem Autor möglich, was als Besonderheit sowohl von den Autoren wie auch von den Gästen wahrgenommen wird. Das gesamte Budget der ww-Lit im letzten wie auch in diesem Jahr konnte mit rund 60.000 Euro beziffert werden, ein Drittel davon trägt der Kultursommer, auch drei Landkreise beteiligen sich finanziell.

Das vollständige Programm steht auf der Seite www.ww-lit.de zur Verfügung, auch als pdf zum Download. Alle Eintrittskarten sind über den Ticketshop dieser Seite erhältlich. Das gedruckte Programm ist u.a. in Buchhandlungen, Büchereien, Sparkassen und Volkshochschulen erhältlich. Es kann auch unter 02742-1874 bestellt werden. Informationen über die Reihe Denkbares finden sich unter www.denkbares.org

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