Montag, 21. Oktober 2019

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Zum Tod von Herbert Bonewitz

Ministerpräsidentin Malu Dreyer würdigt Urgestein der Mainzer Fastnacht

Mit Trauer hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf die Nachricht vom Tod des Fastnachters, Kabarettisten, Zeichners und Autors Herbert Bonewitz reagiert. Bonewitz ist im Alter von 85 Jahren verstorben. „Leidenschaftlicher Fastnachter, exzellenter Kabarettist und waschechter „Meenzer“ – er vereinte diese Eigenschaften auf eine Weise, die ihresgleichen sucht. Über Jahrzehnte hat er den Menschen mit unnachahmlicher Brillanz den närrischen Spiegel vorgehalten und mit hintersinnigem Wortwitz und dialektischer Komik seine wunderbaren Bühnenprogramme präsentiert“, würdigte die Ministerpräsidentin das Mainzer Urgestein. „Er hat damit ein beeindruckendes Lebenswerk geschaffen, auf das er stolz sein konnte“, so die Ministerpräsidentin weiter.

Herbert Bonewitz wurde 1933 in Mainz geboren. Bekannt durch die Mainzer Fastnacht hat er sich später als Kabarettist und Autor einen Namen gemacht. Obwohl er ganz Deutschland begeisterte, sei er „seinem“ Mainz immer treu geblieben. „Das wissen die Menschen zu schätzen. Und als Ministerpräsidentin bin ich stolz, ihn hier bei uns in Rheinland-Pfalz gehabt zu haben. Sein Lebenswerk wird unvergessen bleiben, auch wenn sein letzter Vorhang gefallen ist.“

Ihr Mitgefühl gelte jetzt seiner Familie, Angehörigen und Freunden sowie allen, die um ihn trauern. „Ich wünsche ihnen viel Kraft in diesen schweren Stunden“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Der Mai ist gekommen – und bringt neues Leben

Gedanken zum Wonnemonat

Von Hans-Peter Meyer

Der Mai, nach der römischen Göttin Maja benannt, ist der 5. Monat des Jahres. Dieser Monat hat in manchen Regionen unserer Heimat ein besonderes Flair und vereinigt einige besondere Attribute in sich.

Dabei gibt es einerseits die Pflege von Brauchtum und Tradition – das Aufstellen des Maibaums durch die örtlichen Junggesellen, die Wahl des Maikönigs und der Maikönigin, an den Häusern der (noch) ledigen Dorfschönen sieht man buntgeschmückte Birkensträuße – als Zeichen von Sympathie und Verehrung.

Der  Wonnemonat gehört der Jugend und hat auch seine besondere Wirkung auf die Älteren unter uns.

Vielfach vermittelt dieser Monat etwas Traumhaftes – als die Zeit für Liebende, und nicht wenige haben sich diesen Zeitabschnitt zur Hochzeit und Vermählung ausgesucht.

Andere wiederum schwelgen in schönen Erinnerungen.

Die zum Teil unbequeme Winterkleidung kann nunmehr im Schrank verstaut werden. Vom launischen April, der besonders wetterfühligen Menschen  zu schaffen macht, nehmen wir Abschied. Auf Feldern, in Gärten sieht man Menschen wirken -  die Welt lebt wieder sichtbarer und schöner. Vogelgezwitscher sagt uns, dass die Natur wieder neu lebt.

Der Mai ist der Marienmonat. Menschen verehren die Gottesmutter und pilgern zu ihren Anbetungs- und Gedenkstätten.

In diesem herrlichen Monat gibt es den Muttertag und den Vatertag, zwei Tage von besonderer Prägung, die Dank und Anerkennung an liebe Menschen vermitteln sollen.

Der Monat Mai hat aber auch einen tieferen Sinn. Ein neuer hoffnungsvoller und froher Abschnitt kann beginnen. Der Monat Mai – das ist auch ein Pflänzchen Hoffnung, dass auch bei uns und in uns Menschen sich neue Perspektiven eröffnen.

Der Mai beherrscht die Kunst des Zauberns. Der Duft der Natur lässt uns aufwachen. Innerhalb weniger Tage tut sich die beispielhafte Pracht der Natur auf. Wiesen sind grün geworden und der Wald fängt an zu leben, Im Mai macht der Löwenzahn aus den Wiesen gelbe Teppiche und der Ginster blüht farbenprächtig. In leuchtenden Farbtönen glitzert in der Frühjahrssonne manches Naturgebilde und beflügelt die Phantasie.

Es ist herrlich, durch solche Blumenwelt zu wandern und sich der Schöne der Natur und unserer Heimat bewusst zu werden. Der Schöpfer aller Dinge hat hier ein Wunderwerk wachsen lassen.

©  Hans-Peter Meyer

 

Österliches Platzkonzert

MONTABAUR. Am Ostersonntagmorgen lud mit Frechblech – dem Soloquartett des evangelischen Dekanates Westerwald – eine starke Wäller Truppe zum traditionellen österlichen Platzkonzert vor dem alten Rathaus in der Fußgängerzone Montabaur ein.

Mit einem fröhlichen Crossover von geistlicher und modern-flotter Musik erfreute das Bläserensemble unüberhörbar die Zuhörerinnen und Zuhörer der Kreisstadt.

Es musizierten (v. l. n. r.) Rudolf Weide (Trompete und Flügelhorn), Claudia Liebe (Trompete und Flügelhorn), Dorit Gille (Waldhorn) und Jens Schawaller (Helikon und Leitung).

Musik zur Sterbestunde

MONTABAUR. In ihrem 20. Gründungsjahr lud die Dekanatskantorei Montabaur – sie ist der Kammerchor des Evangelischen Dekanates Westerwald – traditionell zur „Musik zur Sterbestunde“ an Karfreitag in die Evangelische Lutherkirche in der Wäller Kreisstadt ein. Gemeinsam mit der Cappella Taboris – dem Vokalensemble des Evangelischen Dekanates Westerwald – und den Musikerinnen des Orchesters gestalteten die Sängerinnen und Sänger ein weiteres Kantatenkonzert unter der Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller, das sich mit dem Passionsgeschehen musikalisch wie textlich auseinandersetzt.

„Meinen Jesum lass ich nicht“ – mit dieser Zeile eines bekannten Kirchenliedes charakterisiert der A-Musiker die theologisch-inhaltliche Ausrichtung des Karfreitagskonzertes, das mit der Kantate „Herr, wenn ich nur dich habe“ von Friedrich Wilhelm Zachow (1663 - 1712) für Soli, Chor, Streicher und Basso continuo eröffnet wurde. In dieser sehr polyphonen Komposition verlangt Zachow in vielfacher Hinsicht erfahrene Sängerinnen und Sänger, die die lebendige Musik adäquat umzusetzen vermögen. Ihr folgte die archaisch anmutende Aria „Jesu, meines Lebens Leben“, eine Chaconne aus der Komponistenwerkstatt des norddeutschen Tonschöpfers Dietrich Buxtehude (1637 - 1707) für solistisch besetzten Sopran, Alt, Tenor, Bass, Streicher, Blockflöten und Basso continuo. Angelika Wies (Sopran), Monika Schlößer (Alt), Hildegard Sthamer (Tenor) und Ingo Jungbluth (Bass) zeigten sich dabei von großer Stimmkultur mit deutlichem Artikulationsvermögen und kammermusikalischer Dialogfähigkeit.

Über einem gleichbleibenden Bass entfaltet Buxtehude einen variationsreichen Chorsatz, den die Cappella sicher und souverän sang. Mit den zwei Motetten „Halt, was du hast“ und „Herr, du lässest mich erfahren“ für jeweils achtstimmigen Doppelchor und Basso continuo von Johann Michael Bach (1648 - 1694) begaben sich Dekanatskantorei und Cappella in ein prächtiges klangliches Zwiegespräch, bei dem Monika Bathon als zuverlässige Codirigentin wirkte. Beide Ensembles sangen sich alternierend und – als große Steigerung – gemeinsam bei hoher rhythmischer und intonatorischer Sicherheit die frühbarocke Musik zu. Dazu bildete die sehr kammermusikalisch-filigrane Kantate „Jesu, meine Freude“ für Soli, Streicher und Basso continuo des Lübecker Komponisten Dietrich Buxtehude (1637 - 1707) einen bewussten Gegensatz.

Im Orchester wirkten als bereits mehrfach bewährte Musikerinnen Cornelia Heppner (Violine I), Marie Hesse (Violine II), Sophie Jungbluth (Viola da braccia I), Anne-Rose Selbach (Viola da braccia II), Anneke Jung (Violoncello), Gudula Marxsen (Kontrabass), Andrea Scheugenpflug (Blockflöte I), Lydia Neumann (Blockflöte II) und Susanne Schawaller (Orgel).

Die Instrumentalistinnen wussten ebenso solistisch-präsent wie begleitend zu musizieren und waren von rhythmischen Souveränität und bester Intonation geprägt. Abgeschlossen wurde die Karfreitagsmusik mit einer weiteren Komposition von Friedrich Wilhelm Zachow, des Lehrers von Georg Friedrich Händel: mit der Kantate „Siehe, ich bin bei euch“ für Soli, Chor, Streicher, Blockflöten und Basso continuo wagten die Ausführenden bereits einen kleinen Blick über Jesu Tod hinaus zu seiner österlichen Auferstehung.

Anstelle eines Applauses erhoben sich die Zuhörerinnen und Zuhörer des Karfreitagskonzertes andachtsvoll schweigend und dankten so allen Aktiven für die ergreifende Musik zur Sterbestunde.

Was ist Ostern?

Eine einfache Darstellung der Passion Christi

Von Hans-Peter Meyer

Mit dem  Palmsonntag beginnt für die Christen in aller Welt die wichtigste Woche des Jahres. In unzähligen und an Verschiedenartigkeiten kaum zu überbietenden Festen, Feiern, Umzügen und Gottesdiensten begehen sie, entweder fröhlich oder nachdenklich, die grundlegenden Ereignisse und Inhalte ihres Glaubens. Dazu kommen die Erinnerungen an die Dramatik der letzten irdischen Lebenstage ihres Glaubensstifters Jesus aus Nazaret (zwischen See Genezareth und Mittelmeer in Israel gelegen). Aber nun der Reihe nach:

Am Palmsonntag, dem Sonntag vor Ostern, feiern die Christen den Einzug von Jesus in Jerusalem. Er wird dort von den Bewohnern mit Palmzweigen und Huldigungsrufen begeistert begrüßt, obwohl der auf einem jungen Esel reitende Jesus alles andere als eine herrschaftliche Figur darstellt. Aber die Gläubigen sehen in dem Vorgang die Erfüllung einer alten Weissagung, nach der der göttliche Erlöser so in Jerusalem einziehen soll.

Am Gründonnerstag – die Gegner von Jesus haben dafür gesorgt, dass sein Aufenthalt in Jerusalem lebensbedrohlich geworden ist – feiert Jesus mit seinen Jüngern zum letzten Mal ein rituelles Abendessen. So ist es unter frommen Juden in Jerusalem vor dem Passafest üblich gewesen. Während der Mahlzeit nimmt Jesus angesichts seines bevorstehenden Todes, von deinen Jüngern Abschied. Aus diesem Essen entsteht später die Feier des Heiligen Abendmahls bzw. der Heiligen Eucharistie, die zur Mitte des christlichen Gottesdienstes werden.

Am Karfreitag geschieht für die Jünger – und heute noch für alle Christen – das Unfassbare: Jesus wird verhaftet und mit dem Kreuzestod grausamst hingerichtet. In Jesus sehen die Jünger, wie heute die Christenheit, den Abgesandten, den Boten, ja den Sohn Gottes. Dass niedrige Intrigen und menschliche Machenschaften so mit Gott – ungestraft – umgehen können – und das Gott dies zulässt! – stürzt alle in tiefsten Glaubenszweifel. Das Ende der „Jesusbewegung“ sehen sie gekommen und den menschenfreundlichen Gott, den Jesus verkündete, als Irrtum entlarvt!

Doch der Ostersonntagmorgen wischt alle Zweifel, alle Ängste beiseite. Immer mehr von ihnen erzählen  von Begegnungen mit und von Erscheinungen von Jesus, die sie gehabt haben. So wird die Gewissheit geboren, dass Jesus lebt und wirkt. Sie – und nachfolgend alle Christen auf der weiten Welt – erkennen, dass seine Botschaft für alle Zeiten gültig bleibt. Auch wissen  und glauben sie, dass der Tod in jedweder Form für das liebevolle, uns Menschen zugewandte Wirken Gottes in uns und mit uns keine unüberwindbare Barriere mehr darstellt. Ein neuer Abschnitt der Menschheit hat damit begonnen.

Das ist Ostern!

© Hans-Peter Meyer

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