Mittwoch, 21. November 2018

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Friedrich Wilhelm Raiffeisen als Pate der „Industrie-Kultur“

Eröffnung des Kultursommers Rheinland-Pfalz in Neuwied

Der Kultursommer Rheinland-Pfalz ist offiziell eröffnet: Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat am Samstagabend gemeinsam mit Kulturminister Konrad Wolf und Neuwieds Oberbürgermeister Jan Einig den Startschuss gegeben. Der Kultursommer steht in diesem Jahr unter dem Motto „Industrie-Kultur“. „Das jährlich wechselnde Motto des Kultursommers soll immer wieder neu Aufmerksamkeit auf Themen und Orte in unserem Land lenken, in diesem Jahr auf die spannenden Orte der Industriekultur. Der Industriekapitalismus hat die Gesellschaft, die Lebensverhältnisse und auch die politischen Verhältnisse massiv verändert. Zu seinem 200. Geburtstag in diesem Jahr passt es daher, den Blick auf die Industriekultur zu richten und Raiffeisens Leitsatz mit den Mitteln der Kunst und Kultur zu gestalten“, sagte die Ministerpräsidentin.

Zu der Eröffnungsveranstaltung „Zusammen! Ein Abend für Friedrich Wilhelm Raiffeisen“ kamen neben Neuwieder Bürgerinnen und Bürgern und Gästen von nah und fern auch Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Wirtschaft sowie der Kulturszene. „Ich möchte ihnen herzlich danken für die vielen tollen Festivals und Ausstellungen, Kunst- und Kulturprojekte, mit denen sie unser Land reicher machen“, dankte Ministerpräsidentin Malu Dreyer den Künstlern. „Viele von ihnen tun das ehrenamtlich. Andere unterstützen den Kultursommer mit Geld oder mit Räumlichkeiten. Auch das ist solidarisches Handeln im Sinne Raiffeisens“, sagte die Ministerpräsidentin.

Dem Begründer der Genossenschaftsidee wird der Satz zugeschrieben „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“ – und so prägen viele Mitmach-Aktionen für alle Altersstufen das dreitägige Fest zu Eröffnung des Kultursommers. Kulturminister Wolf hat schon seinen Teil zum Blumenteppich und zur Fotoaktion „Ein Lächeln für Neuwied“ beigetragen, auch einige Bausteine des Projekts „vergängliche Stadt“ wurden von ihm eingesetzt. „Es ist einfach toll“, so Wolf begeistert, „hier können alle dabei sein, jede und jeder kann ihren und seinen Beitrag leisten. Das schafft Gemeinschaft, die heute genauso wichtig ist wie zu Raiffeisens Zeiten vor 200 Jahren. Das muss Kultur leisten.“

Die ganze Innenstadt ist ein großes Veranstaltungsgelände: von der ‚Kunst im Karree‘ an der Pfarrstraße bis zur Musikbühne auf der Schlossstraße und noch darüber hinaus. „Es klappt alles wunderbar“, freute sich Oberbürgermeister Einig. „Unsere Stadt ist groß genug, aber nicht zu groß, um so ein Fest zu stemmen. Die Besucherinnen und Besucher können die Entfernungen bequem zu Fuß zurücklegen, immer wieder stößt man auf beeindruckende Musik- und Straßentheatergruppen.  Was will man mehr!“

Das Kulturfest zur Eröffnung des Kultursommers in Neuwied am Rhein geht noch bis zum Sonntagnachmittag. Dann wird ab 17.00 Uhr „Die vergängliche Stadt“ genauso gemeinschaftlich abgerissen, wie sie aufgebaut wurde.

Mehr zum Kultursommer 2018 unter www.kultursommer.de. Aktuelle Infos und mögliche Programmänderungen zur Kultursommer-Eröffnung in Neuwied unter https://www.facebook.com/stadtneuwied und https://www.facebook.com/kultursommer.rlp/ .

 

Arno Geiger erhält den Joseph-Breitbach-Preis 2018

Die Stiftung Joseph Breitbach und die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz verleihen den Joseph-Breitbach-Preis 2018 an den österreichischen Schriftsteller Arno Geiger.

Die Jury zeichnet Arno Geiger für sein literarisches Gesamtwerk aus und hebt besonders sein jüngstes Buch ›Unter der Drachenwand‹ hervor. Darin begegnen sich 1944 am Mondsee »als Treibgut des Weltkrieges ein in Russland verwundeter Soldat, eine Wiener Lehrerin mit ihren aufs Land verschickten Mädchen und eine dem Untergang von Darmstadt entgangene junge Mutter mit ihrem Baby und verharren in einer Art Zeitstillstand vor dem Untergang der Welt. Ganz auf den Augenblick und seine Erfordernisse konzentriert, könnte es dem Einzelnen wie seiner Umgebung gelingen, in der Katastrophe den jeweils nächsten Moment zu überleben.«

Für die Jury hat »Arno Geigers Meisterschaft der Anverwandlung – bewährt schon bei der Rückgewinnung einer ganzen Epoche in ›Es geht uns gut‹ und in der Reflexion des eigenen Bewusstseins über das fremdgewordene in ›Der alte König in seinem Exil‹ – jetzt in dieser seismographischen Nachzeichnung der letzten Phase des Dritten Reichs und seiner Selbstzerstörung einen neuen Höhepunkt erreicht.«

Der Preis ist mit 50.000 € dotiert. Die Verleihung findet am 28. September 2018 im Theater Koblenz statt. Die Laudatio hält der Kritiker und Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Franz Haas.

Für seine Romane wurde Arno Geiger  mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Vorarlberger Literaturstipendium (1999), dem Deutschen Buchpreis (2005), dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2011), dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung (2011), dem Literaturpreis der österreichischen Industrie (2012) und dem Alemannischen Literaturpreis (2017).

Arno Geiger, 1968 in Bregenz geboren, lebt in Wolfurt (Vorarlberg) und Wien. Er studierte Deutsche Philologie, Alte Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft in Innsbruck und Wien. Von 1986 bis 2002 arbeitete er als Videotechniker bei den Bregenzer Festspielen, seit 1993 lebt er als freier Schriftsteller in Wien.

Veröffentlichungen (Auswahl)›Kleine Schule des Karussellfahrens‹ (1997), ›Schöne Freunde‹ (2002), ›Es geht uns gut‹ (2005), ›Anna nicht vergessen. Erzählungen‹ (2007), ›Alles über Sally‹ (2011), ›Der alte König in seinem Exil‹ (2011), ›Unter der Drachenwand‹ (2018)

Bisherige Preisträger
Hans Boesch, Friedhelm Kemp, Brigitte Kronauer (1998); Reinhard Jirgl, Wolf Lepenies, Rainer Malkowski (1999); Ilse Aichinger, W.G. Sebald, Markus Werner (2000); Thomas Hürlimann, Ingo Schulze, Dieter Wellershoff (2001); Elazar Benyoëtz, Erika Burkart, Robert Menasse (2002); Christoph Meckel, Herta Müller, Harald Weinrich (2003); Raoul Schrott (2004); Georges-Arthur Goldschmidt (2005); Wulf Kirsten (2006); Friedrich Christian Delius (2007); Marcel Beyer (2008); Ursula Krechel (2009); Michael Krüger (2010); Hans Joachim Schädlich (2011); Kurt Flasch (2012); Jenny Erpenbeck (2013); Navid Kermani (2014); Thomas Lehr (2015); Reiner Stach (2016); Dea Loher (2017)

Ausstellung zu jüdischen Lebenswelten in Deutschland mit Vernissage eröffnet

Ringvorlesung startet am 26. April

KOBLENZ. Mit großer Resonanz ist die Ausstellung „Jüdische Lebenswelten in Deutschland heute“ an der Hochschule Koblenz eröffnet worden. Sie wird bis 17. Juni im Foyer des RheinMoselCampus in der Konrad-Zuse-Straße 1 zu sehen sein, zeitgleich mit der Ausstellung „Neue Synagoge Koblenz“ von Architektur-Studierenden der Hochschule.

Die Ausstellung veranschaulicht anhand von Porträttafeln die Vielfalt jüdischer Biografien im 21. Jahrhundert und zeigt auf, dass sich die deutsch-jüdische Geschichte nicht auf den Holocaust beschränkt. Bei der Auswahl der meist jungen Protagonistinnen und Protagonisten wurde sorgsam darauf geachtet, die Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland sichtbar zu machen. Die Tafeln werfen dabei Schlaglichter auf ausgewählte Ereignisse und sollen zu einer tiefgreifenderen Auseinandersetzung mit der deutsch-jüdischen Geschichte anregen. Die Ausstellung ist ein Projekt der Zeitbild Stiftung und wird vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert. (Foto: Die beiden Organisatoren der Ausstellung mit Felix Eitel ("Demokratie Leben!" RLP). Foto: Demokratie Leben! RLP)

Im Mittelpunkt der Vernissage stand der Vortrag von Prof. Dr. Brumlik vom Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg, der über die Geschichte der Juden in Deutschland von der Nachkriegszeit bis heute referierte. Er zeigte unter anderem auf, wie sich seit Ende der 1940er Jahre wieder jüdische Gemeinden in Deutschland gründeten und welche jüdischen Persönlichkeiten an der intellektuellen Neugründung Deutschlands beteiligt waren.

Die Initiatoren Prof. Dr. Bundschuh und Prof. Dr. Wyrobnik aus dem Fachbereich Sozialwissenschaften unterstrichen in ihrer gemeinsamen Eröffnung der Vernissage die lange Geschichte und Tradition von Juden und Judentum im Rheinland.

Irit Wyrobnik hob dabei hervor, dass vor allem in den Städten Speyer, Worms und Mainz die jüdische Kultur im 11. Jahrhundert aufblühte und jüdische Gelehrte, Künstler und Geschäftsleute Teil der Gesellschaft waren. Sie betonte: „Die Kombination aus Ausstellungen, Vorträgen im Rahmen der Ringvorlesung, Filmen und kulturellem Beisammensein ist ein Angebot, sich längerfristig und auf verschiedenen Wegen mit jüdischem Alltag zu beschäftigen.“ Sie verwies auch auf den Büchertisch der Hochschulbibliothek, auf dem ausleihbare Literatur zum Thema präsentiert wurde. Stephan Bundschuh verband mit der Ausstellung die Hoffnung, durch die Sichtbarmachung verschiedener Lebenswelten zum Abbau bestehender Vorurteile, fälschlicher Annahmen und möglicher Berührungsängste beizutragen. Er sagte: „Hoffentlich fördert unser Vorhaben den Dialog zwischen Juden und Nichtjuden bei uns.“

Die Grußworte des Präsidenten der Hochschule Prof. Dr. Bosselmann-Cyran, der Koblenzer Kulturdezernentin Frau Dr. Theis-Scholz und von Prof. Dr. Herrmanns, der für die Synagogen-Ausstellung verantwortlich zeichnet, unterstrichen die besondere Bedeutung der Ausstellung für Stadt und Hochschule.

Die Ausstellung „Jüdische Lebenswelten in Deutschland heute“ wird von einer Ringvorlesung begleitet. Im ersten Vortrag am 26. April spricht Rabbiner Julian-Chaim Soussan zum Thema „Jüdische Religion heute“. Im zweiten Vortrag am 3. Mai referiert Rabbinerin Prof. Dr. Elisa Klapheck über „Frauen im Judentum heute“. Den Abschluss bildet am 24. Mai der Vortrag „Herausforderungen politischer Bildung und Empowermentarbeit“ von Marina Chernivsky (ZWST). Die Vorträge finden jeweils donnerstags ab 14.00 im Raum A 250 statt.  Der Eintritt zur Ausstellung und zu allen Vorträgen ist frei.

Ausstellung und Ringvorlesung werden an der Hochschule Koblenz vom Allgemeinen Studierendenausschuss, dem Fachbereich Sozialwissenschaften, dem Gleich-stellungsbüro, der Hochschulbibliothek sowie dem Institut für Forschung und Weiterbildung organisiert. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich unter www.hs-koblenz.de/judentum.

LebensWert Arbeit – Wo bleibt der Mensch bei 4.0?

Spannender Auftakt einer Reihe zum Thema Digitalisierung

Arbeit 4.0 ist ein fester Bestandteil aktueller Diskussionen und Berichterstattungen. Der Begriff vereint zukunftsweisende Ideen der Digitalisierung, von Automatisierung bis Cloudworking und bezeichnet den derzeitigen massiven Umbruch in der Arbeitswelt. Robotik und Automatisierung bieten der Wirtschaft scheinbar grenzenlose und faszinierende Möglichkeiten, doch der digitale Wandel vollzieht sich nicht nur auf diese Ebene. Auch die Art, wie wir zukünftig arbeiten, verändert sich grundlegend, neue Varianten der Einteilung von Arbeit und Freizeit werden möglich.

Im Vorfeld einer dreiteiligen Reihe hatten am 15. April die drei Veranstalter Themenschwerpunkt Arbeit im Bistum Trier, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und das Kolpingwerk Trier zu einer Auftaktveranstaltung eingeladen.

Mit fast achtzig Personen war der Raum so gefüllt, dass Zuspät-Kommer gar nicht mehr hinein kamen.

Referent Prof. Dr. Armin Schneider von der Hochschule Koblenz beleuchtete auf gut verständliche und unterhaltsame Weise verschiedenste Aspekte der Digitalisierung. Er zeigte auf, dass immer Ängste und Hoffnungen mit (technischen) Entwicklungen verbunden sind. Welche Vorteile und Nachteile letztlich eintreten hängt zumeist daran, wie die Entwicklungen gestaltet werden.

Das wurde auch deutlich in der anschließenden Diskussion mit Josef Holtkotte, dem Präses des Kolpingwerkes Deutschland und dem Publikum. Wir alle nehmen durch unser Handeln Einfluss auf Entwicklungen. Gerade auch Sozialverbände wie Kolping und die KAB, aber auch kirchliche Bildungsträger können durch Bewusstseinsbildung in allen Bereichen der Gesellschaft zur Reflexion von Vor- und Nachteilen und einer vorausschauenden (Mit-)Gestaltung beitragen. Sich zur Bewertung Zeit zu nehmen und nicht jede Meldung unhinterfragt zu glauben, ist immer ratsam.

Am 7. September findet von 17.00 bis 19.00 Uhr im Priesterseminar in Trier die nächste Veranstaltung statt: Digitalisierung und Gender.

Den Impulsvortrag hält Prof. Dr. Ingrid Kurz-Scherf.

Es diskutieren: Claudia Winter (Universität Trier), Lucia Schneiders-Adams (KAB) und Christian Z. Schmitz (IG Metall)

Nach der Veranstaltung findet eine Vorabführung durch die Fotoausstellung „Frauenarbeit hat viele Gesichter“ des KDFB in der Jesuitenkirche statt.

Kulturfrühstück: Impulse für das Koblenzer Kulturleben

Auf Einladung von Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz fand am vergangenen Samstag das 5. Koblenzer Kulturfrühstück statt. In lockerer Atmosphäre begegneten sich zahlreiche Akteure und Engagierte aus den verschiedensten Koblenzer Kultursparten, aus der Wissenschaft und dem Vereinsleben. Das Kulturfrühstück dient der gegenseitigen Vernetzung und Informationsweitergabe, der Dialogstärkung sowie der inhaltlichen Weiterentwicklung des Koblenzer Kulturraums. Daneben geht es der Kulturdezernentin auch darum, Impulse, Anregungen und Wünsche von einzelnen Akteuren für die zukünftige städtische Kulturarbeit zu erhalten.

Zu Beginn berichtete die Kulturdezernentin über vergangene, aktuelle und sich in Planung befindende Projekte und Veranstaltungen des Kulturamts. Im Anschluss hatten die Anwesenden Gelegenheit ihre eigenen Projekte vorzustellen. Die Ausführungen der Dezernentin bezogen sich diesmal auf Projekte aus den Bereichen Erinnerungskultur, Literatur im öffentlichen Raum, kulturelle Nutzung der Festungsanlagen, die Konzeption eines jungen Kulturkalenders für Koblenz, die regionale Zusammenarbeit im Kulturbereich und weitere Einzelprojekte.

Über das Kulturfrühstück hinaus bietet die Kulturdezernentin nun auch seit längerem eine offene Kultursprechstunde an. Jeweils am 4.Montag des Monats, ab 16:00 Uhr mit vorheriger Vereinbarung unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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