Montag, 17. Juni 2019

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Winterzeit – Stille Zeit

Eine meditative Betrachtung

Von Hans-Peter Meyer

Wer kennt die Bilder im Winter nicht? Die Straßen und Felder sind zugeschneit. Die Erde ruht unter einer dicken Schneedecke und rüstet sich für den kommenden Frühling. Am Rand eines Baches ist eine dünne Eisschicht, so als wenn das Eis ihn bezwingen möchte. Es ist schön und tut gut, den knisternden Schnee unter den Füßen zu spüren. Es ist eine Wohltat am Ufer entlang zu gehen, zuzuschauen, wie das Wasser plätschert, wie es noch in Bewegung ist.

Dieses Bild eines fließenden Baches in der Winterlandschaft wirkt einerseits belebend, andererseits beruhigend auf viele von uns. Auf der einen Seite ist Lebendigkeit zu spüren: Das Wasser bahnt sich einen Weg durch die eisige Landschaft. Es bringt vieles in Bewegung. Auf der anderen Seite wirkt der Bach eher tot und düster. Am Ufer, am Rand des Bachs, stehen kahle Bäume und Büsche. Es ist (noch) Winter, und die Natur ruht sich aus von der übrigen Zeit. Sie macht sich bereit für das kommende Frühjahr, für den bevorstehenden Frühling. Es ist (in aller Regel) die stille Jahreszeit. Wir Menschen brauchen die Stille in unserem Lebensrhythmus.

Es gibt Zeiten und Augenblicke im Leben der Menschen, wo sie schweigen und staunen über die Schönheit der Natur, die sie am Weg entdecken. Dabei ist wichtig, in jeder Jahres- und Lebenszeit die Augen zu öffnen und darüber nachzudenken, welcher Weg momentan angesagt ist; zu spüren und herauszufinden, an welchem Ufer des Lebens wir stehen. Gerade die Wintermonate sind für uns dazu geeignet, sich auf das Wesentliche zu besinnen: Nämlich auf den Ursprung, auf den Grund unsres Lebens und Glaubens, auf die Mitte und das Ziel.

Unser Leben ist einem natürlichen Rhythmus von Lebendigkeit und Ruhe unterstellt.

Die Stille und Ruhe in unserer hektischen und schnelllebigen Zeit ist wichtig für uns. Denn wer von uns genießt es nicht, über den knirschenden Schnee zu gehen, dem Plätschern des Baches zu lauschen, einen Stein hineinzuwerfen und zu sehen, wie das Wasser Kreise zieht: zu unseren Mitmenschen und zu unserem Schöpfer, bei dem wir uns geborgen fühlen dürfen, und zwar zu jeder Zeit unseres Lebens.

Ein Gedicht von Christa Peikert-Flaspöhler drückt das sehr schön aus:

Auf schwebenden Brücken

sind wir unterwegs

und zu Hause.

Immer aufs neue

von vertrauten Ufern

entlassen

suchen wir.

Drängend und zögernd

suchen wir,

widerstrebend

und voller Sehnsucht

suchen wir,

glaubend und zweifelnd

suchen wir,

ohne zu wissen

suchen wir.

Bis wir ans letzte Ufer

gelangen

suchen wir –

die verschiedensten

Namen nennend –

DICH.

Auf unserem Weg sind und bleiben wir Suchende, und zwar zu jeder Zeit und in jedem Augenblick unseres Lebens.

©  Hans-Peter Meyer

 

95. Geburtstag

Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratuliert dem ersten Zuckmayer-Preisträger Günther Fleckenstein

Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratuliert Günther Fleckenstein herzlich zu seinem 95. Geburtstag am 13. Januar. Der Theaterregisseur, Dramaturg und Intendant wurde 1979 als erster Kulturschaffender mit der Carl-Zuckmayer-Medaille ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung würdigt das Land Rheinland-Pfalz Künstlerinnen und Künstler für Verdienste um die deutsche Sprache und um das künstlerische Wort. „In seinem Schaffen hat er durch Intellekt, Gefühl, Leidenschaft und Intuition das deutsche Theater geprägt und dabei sein außergewöhnliches künstlerisches Talent umfangreich unter Beweis gestellt. Dabei galt sein besonderes Engagement Carl Zuckmayer und seinen Werken. Das hat mich sehr beeindruckt“, so die Ministerpräsidentin.

Günther Fleckenstein sei sich stets treu geblieben und habe seine Beziehung zu Rheinland-Pfalz und Mainz immer aufrechterhalten. Insbesondere beim alljährlichen Festakt für die neuen Zuckmayer Preisträger sei er ein oft und gern gesehener Gast. Zu seinem Ehrentag wünsche sie ihm alles Gute, Glück und Wohlergehen, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Günther Fleckenstein wurde 1924 in Mainz-Mombach geboren. Der studierte Theaterwissenschaftler war unter anderem Regieassistent und stellvertretender Dramaturg an den Kammerspielen Mainz sowie von 1966 bis 1986 Intendant des Deutschen Theaters in Göttingen.

Die Stadt Koblenz und Markus Dietze . . .

. . . verlängern den laufenden Intendantenvertrag bis zum Ende der Spielzeit 2024/2025.

Nachdem der Stadtrat durch einen einstimmigen Beschluss der Vertragsverlängerung zwischen der Stadt Koblenz und Intendant Markus Dietze bereits in seiner Sitzung vom 14. Dezember 2018 seine Zustimmung erteilt hatte, haben nun Anfang Januar 2019 Oberbürgermeister David Langner und Markus Dietze die Vertragsverlängerung bis zum 31. Juli 2025 unterzeichnet.

Oberbürgermeister David Langer und Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz erklärten anlässlich der Vertragsunterzeichnung:

„Markus Dietze hat in den vergangenen Jahren für das Theater Koblenz Hervorragendes geleistet: Eine künstlerisch klare Positionierung des Theaters Koblenz im Kontext der Theater in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus geht Hand in Hand mit einer soliden, transparenten und sachorientierten Betriebsführung.

Mit dieser Vertragsverlängerung unterstreicht die Stadt Koblenz ihr deutliches Bekenntnis zum Theater und trifft eine strategisch wichtige Entscheidung im Hinblick auf eine erfolgreiche künstlerische Zukunft genauso wie in Bezug auf die für die Zukunft anstehenden Sanierungs-maßnahmen und die Weiterentwicklung des Theaters Koblenz.

Wir begrüßen, dass der Stadtrat der Stadt Koblenz uns in dieser Angelegenheit so einmütig unterstützt und freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit Intendant Markus Dietze.“

Der 1972 in Waiblingen bei Stuttgart geborene Dietze ist seit der Spielzeit 2009/2010 Intendant des Theaters Koblenz. Zuvor war er, nach einem Regiestudium in Hamburg und der Arbeit als freiberuflicher Regisseur und Produktionsleiter – unter anderem bei Festivals wie den Salzburger Festspielen und der Ruhrtriennale – von 2004 bis 2009 Intendant des Theaters der Altmark in Stendal. Neben seiner Tätigkeit als Intendant und Opern- und Schauspielregisseur ist Dietze regelmäßig im Rahmen der universitären Lehre an verschieden Hochschulen tätig und engagiert sich ehrenamtlich im Deutschen Bühnenverein vor allem in Fragen des Tarif- und des Urheberrechts.

Das neue Jahr hat begonnen – Gedanken zum Wandel der Zeit…

Die Jahreszeiten

Es beginnt wieder ein neues Jahr. Auch wenn wir nicht wissen, was es für uns bereit hält, so wissen wir doch genau, dass es in vier Abschnitte eingeteilt ist: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. In all dem  Wandel und Wechsel der Zeiten erfahren wir in den Jahreszeiten Beständiges und Wederkehrendes und darin birgt sich viel Gutes für uns Menschen.

Im Frühling ersehnen wir alle das neue Leben. Wen die Winterstarre sich löst,  wenn an kahlen, toten Zweigen erste Knospungen sich bilden, wenn aus dunklen Tiefen der Erde neue Sprösslinge aufbrechen, dann wird augenfällig, was Leben heißt. Die Totenstarre ist überwunden, das neue Leben triumphiert. Der Mensch wird lebendiger…

Der Sommer ist die Zeit des Wachsens und des Reifens, die Zeit der Ruhe und der Erholung. Die Natur steht in Saft und Kraft und so entsteht neue Lebensfreude. Die Schöpfung blüht und reift.

Der Herbst ist die Zeit der Ernte, der Kreis vollendet sich. Mühe und Arbeit erhalten in der Ernte ihre sinnvolle Bestätigung. Es wird Bilanz gezogen, wie es mit den eigenen Lebensfrüchten bestellt ist.

Der Winter wiederum führt uns in die dunkle Zeit. Die Säfte ziehen sich in die Wurzeln zurück, brach und kalt liegt die Natur danieder.  Es gibt die längste Nacht und den kürzesten Tag des Jahres und dennoch  dürfen wir uns auf das neue Licht freuen. Nicht das Dunkel, sondern letztendlich das  Licht wird triumphieren.

Die Tage und Jahreszeiten sollen uns lehren, bewusster mit unserer Zeit und unserem Leben umzugehen. Umso mehr uns dies gelingt, umso besser können wir den Wandel gestalten, die Tiefen ertragen und die Positive dankbar annehmen

Hans-Peter Meyer

Carl-Zuckmayer-Preis 2019

Dreyer und Menasse: Vorbehaltlose Anerkennung von Fakten gehört zum Wertefundament unserer liberalen Öffentlichkeit

Nach Gesprächen zwischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer, dem Kommissionsvorsitzenden Kulturminister Professor Konrad Wolf, Kommissionsmitgliedern und Robert Menasse hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer entschieden, den Carl Zuckmayer Preis am 18. Januar 2019 an Robert Menasse zu überreichen. Hier die gemeinsame Erklärung im Wortlaut:

Erklärung zur Verleihung des Carl-Zuckmayer-Preises 2019 an Robert Menasse

„Robert Menasse hat sich große Verdienste um die deutsche Sprache erworben, er hat in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes literarisches Gesamtwerk geschaffen, für das er zurecht große Anerkennung erhält. Sein engagiertes Streiten für die europäische Idee trifft europaweit auf große Resonanz und hat die politische Debatte um die Zukunft der Europäischen Union sehr bereichert. In Würdigung dieses beeindruckenden Wirkens werde ich Robert Menasse am 18. Januar 2019 die Carl-Zuckmayer-Medaille verleihen“, so Ministerpräsidentin Dreyer.

Die öffentliche Diskussion um den Umgang von Robert Menasse mit angeblichen Zitaten von Walter Hallstein hatte einen intensiven Austausch zwischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer, dem Kommissionsvorsitzenden, Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf und Robert Menasse zur Folge.

„Wir sind davon überzeugt, dass die vorbehaltlose Anerkennung von Fakten zum Wertefundament unserer liberalen Öffentlichkeit gehört. Die Bereitschaft, ja die Notwendigkeit, Gewissheiten von Annahmen und Fakten von Meinungen zu trennen, ist für das Gelingen einer demokratischen Debatte unerlässlich“, so Dreyer und Menasse. In einem offenen politischen Austausch müsse der Konsens gelten, dass in höchstem Maße gewissenhaft und sorgfältig mit Zitaten und historischen Tatsachen umgegangen werde.

„Es war ein Fehler von mir, Walter Hallstein in öffentlichen Äußerungen und nicht-fiktionalen Texten Zitate zuzuschreiben, die er wörtlich so nicht gesagt hat. Es war unüberlegt, dass ich im Vertrauen auf Hörensagen die Antrittsrede von Hallstein in Auschwitz verortet habe. Diese hat dort nicht stattgefunden. Das hätte ich überprüfen müssen. Ich habe diese Fehler nicht absichtsvoll und nicht mit dem Ziel der Täuschung begangen. Ich hielt diese Geschichte für ein starkes symbolisches Bild des europäischen Einigungsprojekts, das doch zweifellos mit dem Schwur ‘Nie wieder Auschwitz‘ verbunden ist. In meinem Roman ist das stimmig, aber die Vermischung von literarischen Fiktionen mit Äußerungen in europapolitischen Diskussionen bedauere ich sehr und entschuldige mich bei allen, die sich getäuscht fühlen“, erklärt Robert Menasse.

Es gebe einen Unterschied zwischen der künstlerischen Freiheit, die ein Schriftsteller in seinem fiktionalen Schaffen genieße, und der Verantwortung, der er gerecht werden müsse, wenn er sich in den politischen Diskurs begebe. Während Ersterer mit der historischen wie gegenwärtigen Realität künstlerisch umgehen, sie deuten und modellieren dürfe, unterliege Letzterer der Verpflichtung, Fakten von Fiktion zu trennen.

„Das Spiel von Fakten und Fiktionen zuzuspitzen und zu polarisieren – das war lange Zeit im öffentlichen Diskurs eine Rolle des Dichters. Es war eine produktive Methode, Diskussionen auszulösen, vor der sich Pragmatiker und so genannte Realisten drücken. Dass aber heute, in Zeiten der allgemeinen Verunsicherung, in Zeiten von Hetze und absichtlichen Fälschungen, hier klar abgegrenzt werden muss, verstehe ich. Die künstlerische Freiheit im Roman und die Spielregeln im politischen Diskurs dürfen nicht vermischt werden. Darauf werde ich achten und darauf können Sie sich verlassen“, so Menasse.

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