Sonntag, 24. Juni 2018

Letztes Update:02:54:03 AM GMT

region-rhein.de

RSS

Pater Richard Henkes/ Gedenkveranstaltungen zum 73. Todestag

P. Richard Henkes starb vor 73 Jahren im KZ Dachau Pallottiner in Vallendar und Limburg gedenken ihres mutigen Mitbruders

Am 22. Februar 1945 starb der Westerwälder Pallottinerpater Richard Henkes im KZ Dachau. Mit seinem freiwilligen Dienst als Pfleger typhuskranker Mithäftlinge riskierte er sein Leben. Die hochansteckende Infektionskrankheit übertrug sich auch auf ihn. Sein Tod trat nach nur wenigen Tagen ein. Für viele Menschen ist P. Richard Henkes seither ein „Märtyrer der Nächstenliebe“.

Seit 2003 läuft der Seligsprechungsprozess für den Priester aus RuppachGoldhausen. Die Pallottiner in Vallendar und Limburg bewahren ihm ein ehrendes Andenken.

Zu seinem Todestag in diesem Jahr finden zwei Veranstaltungen statt:

Am Samstag, den 24. Februar 2018, gestalten die Pallottiner in Vallendar um 17 Uhr eine Vesper mit Unterstützung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „43. Vallendarer Liedtages“ in der Pallottikirche (Pallottistraße).

Mit einem Wortgottesdienst im Richard-Henkes-Saal (Saal unter der Pallottinerkirche „St. Marien“) beginnt am Sonntag, den 25. Februar 2018 um 14.30 Uhr die Veranstaltung in Limburg (Wiesbadener Straße 1), gefolgt von einem gemeinsamen Gedenken am Grab von P. Richard Henkes auf dem nahe gelegenen Pallottinerfriedhof.

Alle Freunde und Verehrer von P. Richard Henkes sind zu diesen Veranstaltungen herzlich eingeladen

Zur Person:

Der im Jahre 1900 in Ruppach-Goldhausen/WW. geborene Pallottinerpater Richard Henkes strebte schon als Schüler im Studienheim Schönstatt (1912-1919) nach Wahrheit und Freiheit. Im Jahr 1925 wurde er zum Priester geweiht und ab 1926 war er als begeisterter und begeisternder Lehrer tätig. Ab dem Jahr 1931 wirkte er in Katscher, Frankenstein und in Branitz im östlichen Teil des damaligen Deutschen Reiches.

Nach einer Predigt am 7. März 1937 in Ruppach gegen die Nazis wurde er bei der Gestapo angezeigt und man leitete eine Untersuchung gegen ihn ein. Sie endete mit einer Verwarnung. Ebenfalls 1937 wurde er wegen einer Äußerung gegen Adolf Hitler in Katscher/Oberschlesien angezeigt. Der drohenden Verurteilung vor einem Sondergericht in Breslau entging er durch die  Amnestie beim Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.

Am 8. April 1943 wurde er wegen einer Predigt in Branitz/Oberschlesien verhaftet, in Ratibor gefangen gehalten und am 10. Juli 1943 ins KZ Dachau eingeliefert. Dort ließ er sich Ende November/Anfang Dezember 1944 freiwillig in der Zugangsbaracke 17 zur Pflege und Seelsorge Typhuskranker einschließen, steckte sich dabei an und starb am 22. Februar 1945 im KZ Dachau.

Seligsprechungsprozess:

Dachauer KZ-Priester und der Richard-Henkes-Kreis haben sich seit 1982 für die Seligsprechung des Pallottiners eingesetzt.

Nach der Einigung zwischen der Bistumsleitung und den Pallottinern fand die feierliche Eröffnung des Bischöflichen Erhebungsverfahrens am 25. April 2003 in der Marienkirche der Pallottiner in Limburg statt.

Am 23. Januar 2007 konnte der damalige Limburger Bischof Franz Kamphaus mit einem Pontifikalamt in der St. Marienkirche den Abschluss des Bischöflichen Erhebungsverfahrens feiern.

Inzwischen ist die sogenannte "Positio", das Grundsatzdokument für eine Seligsprechung, in italienischer Sprache bei der Kongregation für die Heiligsprechungen eingereicht. Sie hat bei den Historikern die erste Prüfungsrunde bestanden. Zurzeit läuft die Begutachtung durch die zuständige Theologen-Kommission, die in Kürze abgeschlossen soll.

Großer Erfolg der Musikschule der Stadt Koblenz im Wettbewerb Jugend musiziert

32 Teilnehmer, 29 erste Preise und 3 zweite Preise

Die Musikschule freut sich über eine große Anzahl von Preisträgern im Wettbewerb Jugend musiziert. Die Wertungskategorien des diesjährigen Wettbewerbs, die Kategorien wechseln alle 3 Jahre, waren ausgeschrieben für Blas- und Zupfinstrumente mit einem Soloprogramm sowie für Streich- und Tasteninstrumente in der Duo-Wertung.
In der ersten Stufe des Wettbewerbs in Engers und Montabaur (Regionalwettbewerb) konnten sich 19 Schüler für den Landeswettbewerb qualifizieren. Von den insgesamt 32 Teilnehmern der Musikschule erhielten 29 Schüler in der Bewertung einen ersten Preis und 3 Schüler einen zweiten Preis. Die Wertungen im Einzelnen:

1. Preis (23-25 Punkte) mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb:
Jonathan Ide, Gitarre solo (25 Punkte/AG 2); Stefan König, Gitarre solo (25 Punkte/AG 3); Lena Terhorst, Klavierbegleitung (25 Punkte/AG 3);Charlotte Dohr, Klarinette solo (25 Punkte/AG 4); Xin Jin, Gitarre solo (25 Punkte/AG 4); Siqi Chen, Gitarre solo (25 Punkte/AG 5); Poquen Kang, Gitarre solo (25 Punkte/AG 5); Johannes Schmack, Horn (25 Punkte/AG 6); Anne Terhorst (24 Punkte/AG 2);
Clara Wagner, Klarinette solo (24 Punkte/AG 3); Mira Heinke, Gitarre solo (24 Punkte/AG 4); Lena Terhorst, Klarinette solo (23 Punkte/AG 3); Emilio Lutz, Gitarre solo (23 Punkte/AG 3); Samuel Kremer, Duo Viola-Klavier (23 Punkte/AG 3); Valentin Steiner, Duo Klavier-Viola (23 Punkte/AG 3); Mathias Alsbach, Gitarre solo (23 Punkte/AG 2); Michel Heinke, Gitarre solo (13 Punkte/AG 5); Anna-Lena Pabst, Duo Violine-Klavier (23 Punkte/AG 5); Anastasia Kalter, Duo Klavier-Violine (23 Punkte/AG 5)

1. Preis (23-15 Punkte) ohne Weiterleitung aufgrund der Altersstufe/Teilnehmer der Gruppe 1a und 1b dürfen noch nicht zum Landeswettbewerb:

Theresia Nauroth, Klarinette solo (25 Punkte/AG 1a); Lennard Hoffmann, Gitarre solo (25 Punkte/AG 1a); Connor Holzhausen, Posaune solo (24 Punkte/AG 1b); Fabian Mader, Oboe solo (24 Punkte/AG 1b); Marlene Seintsch, Gitarre solo (23 Punkte/AG 1b); Daniel Altergott, Gitarre solo (23 Punkte/AG 1b)

1. Preis (21-22 Punkte) ohne Weiterleitung zum Landeswettbewerb:

Fenja Krautkragel, Gitarre solo (21 Punkte/AG 2); Kira Gutberlet, Gitarre solo (21 Punkte/AG 2); Amélie Adam, Posaune solo (21 Punkte/AG 2); Tobias Bartscher, Gitarre solo (21 Punkte/AG 3);

2. Preis (17-20 Punkte):

Veronika Pabst, Duo Violine-Klavier (20 Punkte/AG 3); Anne Damker, Duo Klavier-Violine (20 Punkte/AG 3); Lena Hennige, Gitarre solo (20 Punkte/AG 4)

Vor 72 Jahren: Beim Bombenangriff im Bunker verschüttet

Ein Tag, den die Niederadenauer nicht vergessen werden

Von Hans-Peter Meyer

Niederadenau/Bad Ems.  Jedes Jahr zu Beginn des Monats Februar kommen insbesondere bei den älteren Menschen von Niederadenau die Erinnerungen zurück: Ein schwarzer Tag in der Geschichte der Niederadenauer ist der 2. Februar 1945.

An diesem Tag, der sich nun zum 72. Male jährt, starben acht Menschen - darunter drei Kinder im Alter zwischen sieben und elf Jahren - durch einen Bombenangriff.

Obwohl es im zweiten Weltkrieg in Niederadenau keine direkten Angriffsziele für die feindlichen Bomber gab, hatten die Bewohner vorsorglich in den Berg über dem heutigen „Tannenweg“ einen Schutzbunker gebaut. Ihn suchten die Bürger des Ortes immer dann auf, wenn man in der Luft „bedrohliche“ Fliegergeräusche hörte und Flugzeuge im Anflug schienen. Allerdings waren in den letzten Kriegstagen sehr viele Soldaten in Niederadenau untergebracht. So waren dann auch am 2. Februar 1945 schon zeitig morgens die feindlichen Bomber in der Luft zu hören, und ein großer Teil der Bevölkerung suchte Schutz im Bunker. Gegen zehn Uhr eröffneten feindliche Flieger mit Bordwaffengeschützen das Feuer und setzten einige Häuser und Scheunen in Brand, so dass besonders Männer den Schutzbunker verließen, um zu retten, was noch zu retten war.

Durch einen weiteren Bordwaffenschuss wurde dabei ein 49-jähriger Mann - verheiratet und Vater von fünf Kindern - so schwer verletzt, dass er am nächsten Morgen nach einer Operation im Adenauer Krankenhaus verstarb. Gegen 12.30 Uhr, als sich die meisten Bürger um ihr Hab und Gut im Dorf kümmerten, fielen drei Bomben hinter dem heutigen „Tannenweg“, und eine Bombe detonierte genau vor dem Eingang zum Bunker, wodurch dieser verschüttet wurde. Sofort eilten Mitbürger aus dem Ort zum Bunker, doch konnten nur noch zwei Menschen, Franz Kossmann und dessen Tochter Elisabeth (später verheiratete Meyer), lebend gerettet werden. Für die übrigen kam jede Hilfe zu spät. Im Bunker starben zwei Soldaten, drei Kinder (Werner Ginsterblum, elf Jahre alt; Erwin Schooß, sieben Jahre, und Arthur Hollender, ebenfalls sieben Jahre alt), Gertrud Kossmann und Elisabeth Kaas geb. Merten, einziges Kind ihrer Eltern und gerade seit neun Monaten verheiratet, ihr Ehemann als Soldat an der Kriegsfront.

Das Dorf war wie gelähmt. Hier und da brannte es lichterloh, und dazu dann der Tod von insgesamt acht Menschen. Noch heute sagen die Bürger, das Leid wäre noch unermesslich größer gewesen, hätten nicht die meisten Bürger den Bunker wegen der Brände im Ort morgens verlassen, denn zunächst waren etwa 40 Niederadenauer in den Bunker geeilt, von denen sicherlich noch viele mehr ums Leben gekommen wären. Aber auch so bescherte der 2. Februar 1945 dem Ort Niederadenau große Trauer und unsägliches Leid.

Noch heute sieht man die Mulde des Bombeneinschlags, dort errichtete nach dem Krieg der Niederadenauer Mitbürger Matthias Ginsterblum einen Muttergottes-Bildstock mit den Namen all derer, die an diesem Tag auf so schreckliche Weise ums Leben kamen. Und auch heute nach genau zweiundsiebzig Jahren ist diese stille Gedenkstätte immer mit brennenden Kerzen und Blumen geschmückt. Der Gärtner und Gastwirt Reinhold Ginsterblum, dessen Bruder Werner bei dem Bombenangriff  im Alter von 11 Jahren sein Leben verlor, hat sich viele Jahrzehnte mit großem Engagement um die Pflege des Bildstocks und auch um die Gemeinschaftsgrabstätte der gemeinsam auf dem Friedhof in Dümpelfeld beigesetzten Opfer gekümmert hat, ist im vergangenen Jahr im Alter von 88 Jahren verstorben.  

Wer von uns heute Lebenden weiß wirklich , was Krieg heißt, wer kennt noch die Menschen, deren Namen auf den Gedenktafeln eingraviert sind? Namen und Schicksale verblassen vielleicht im Laufe der  Jahrzehnte. Im Bewusstsein der nachfolgenden Generationen sollte das Erinnern an diese bitteren Zeiten als eine Verpflichtung  gelebt werden. Wir dürfen und wollen nicht vergessen, deshalb sollten wir uns immer wieder erinnern und der Opfer gedenken.

Zur Erinnerung an diesen Tag vor 72 Jahren bleibt als Fazit: Die Toten mahnen uns täglich zum Frieden und zur Versöhnung unter den Menschen. Versöhnung ist die Wurzel, aus der Frieden wächst wie ein Baum, in dessen Schatten die Menschen Verständnis füreinander und innere Zufriedenheit finden. Diese Botschaft möchte ich immer wieder als mahnende Erinnerung an die folgenden Generationen weitergeben.

©) Hans-Peter Meyer

Hintergrund: 
Den Autor Hans-Peter Meyer verbindet eine traurige Erinnerung an dieses schlimme Ereignis. Das ist ein Teil seiner Vita.
Bei dem Bombenangriff am 2. Februar 1945 kam – wie vorerwähnt - seine Großmutter Gertrud Kossmann geb. Hoffmann ums Leben.
Sein Großvater Franz Kossmann (verst. +1954) und seine Mutter Elisabeth Kossmann (später verheiratete Meyer) wurden verschüttet und konnten als einzige lebend gerettet werden. In Gesprächen mit seiner  im Dezember 1999 verstorbenen Mutter hat der Autor versucht, dieses traumatische Geschehen aufzuarbeiten und schriftlich für nachfolgende Generationen festzuhalten. Möge die örtliche Gemeinde
dazu beitragen,dass die Gedenkstätten als mahnende Erinnerung weiter erhalten und gepflegt werden.

Hans-Peter Meyer (Foto, Jahrgang 1950), in Niederadenau geboren und aufgewachsen, beschäftigte sich auch mit den zum  Teil traurigen Abschnitten der Geschichte seines Heimatortes.  Seit einigen Jahren lebt er in Bad Ems.

Kulturämter der Region trafen sich in Koblenz

Auf Einladung der Koblenzer Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz trafen sich Mitarbeiter der Kulturämter benachbarten Kommunen im Rathaus. Bereits zum 7. Mal traf man zusammen, um gemeinsame Kulturveranstaltungen wie die diesjährige Veranstaltung "Wein & Musik an besonderen Orten" zu planen. Die Treffen finden mit dem Ziel einer engeren regionalen Zusammenarbeit und Vernetzung statt, ferner sind weitere gemeinsame Veranstaltungen für die Zukunft geplant.
Das Foto zeigt v.l.: Barbara Friedhofen und Celina Klingenberg (Stadt Bendorf), Dr. Christina Runkel-Horre und Jochen Schuth (Stadt Neuwied), Thomas Preußer und Dr. Margit Theis-Scholz (Stadt Koblenz), Claudia Schick (Stadt Mayen), Walter Nouvortne (Stadt Lahnstein), Charlotte Everling (Stadt Andernach), Elena Heth (Stadt Koblenz).

Dänischer Klassik-Preis für die Rheinische Philharmonie

Anlässlich einer Preisverleihung am vergangenen Freitag in Kopenhagen wurde die aktuelle CD-Veröffentlichung des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie, das sich in der Trägerschaft des Landes Rheinland-Pfalz befindet und seinen Sitz in Koblenz hat, mit einem Preis des Radiosenders P2 für die besten Klassik-Alben des letzten Jahres ausgezeichnet.

Der P2-Preis 2018 in der Kategorie „Dänische Alben des Jahres, Klassik“ ging an eine Aufnahme mit  Werken des dänischen Spätromantikers Louis Glass, der von 1864 bis 1936 lebte. Der Komponist erhält oft relativ wenig Aufmerksamkeit, was sich mit der Veröffentlichung seiner Sinfonie Nr. 5 und der Fantasie für Klavier und Orchester durch das Staatsorchester Rheinische Philharmonie mit Daniel Raiskin als Dirigent und der armenisch-dänischen Pianistin Marianna Shirinyan am Klavier nun jedoch geändert hat.

„Daniel Raiskin hat an der Spitze des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie eine würdige Aufnahme einer bedeutenden dänischen Sinfonie geschaffen, die große Aufmerksamkeit verdient“, hieß es unter anderem in der Begründung.

„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, zeigt sie doch, dass die Rheinische Philharmonie zwischenzeitlich auf einem Niveau angesiedelt ist, das die enorme Bedeutung des Klangkörpers in der Region, aber auch weit darüber hinaus im gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland widerspiegelt, die wir mittlerweile genießen“, sagte der Intendant des Orchesters, Günter Müller-Rogalla, dazu.

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL