Montag, 23. September 2019

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Junge Liberale: Fake News belohnen?

Robert MENASSE wird am kommenden Freitag, den 18. Januar, die Carl-Zuckmayer-Medaille erhalten.

Diese wird ihm vom Land Rheinland-Pfalz in Andenken an den in Nackenheim geborenen Schriftsteller verliehen. Dazu äußert sich Luca LICHTENTHÄLER, Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Rheinland-Pfalz:

„Wir Junge Liberale halten die Entscheidung von Ministerpräsidentin Malu DREYER, Robert MENASSE die Carl-Zuckmayer-Medaille zu verleihen, für falsch. MENASSE selbst musste einräumen, in einem seiner Romane dem ersten EWG-Kommissionsvorsitzenden Walter Hallstein Zitate zugeschrieben zu haben, die er wörtlich so nicht gesagt habe. Es ist nobel, dass der Autor für seinen Fehler in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit Malu DREYER geradesteht und sich entschuldigt. Ihm dennoch diese Medaille zu verleihen, ist fragwürdig.

MENASSE stünde mit dieser Auszeichnung in einer Reihe mit Friedrich Dürrenmatt, Martin Walser, Herta Müller oder Edgar Reitz – große Namen der Kunst in Vergangenheit und Gegenwart. Einem Mann, der scheinbar nicht in der Lage ist - ob wissentlich oder nicht - in seinem Wirken zwischen Fiktion und Wirklichkeit sauber zu trennen, sollte man diese Ehre nicht erweisen. In Zeiten der sogenannten ‚Fake News‘ wäre die Ministerpräsidentin gut beraten, ein deutliches Signal zu setzen. Die Politik ist der Wahrheit verpflichtet. Die Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille an Robert MENASSE konterkariert diesen Grundsatz.“

Zum Tod der Carl-Zuckmayer-Preisträgerin Mirjam Pressler

Ministerpräsidentin Malu Dreyer würdigt Mirjam Pressler: Hat Kindern Raum für Erzählungen und Phantasie gegeben

Mit Trauer hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf die Nachricht vom Tod der erfolgreichen Kinder- und Jugendbuchautorin und Trägerin der Carl-Zuckmayer-Medaille, Mirjam Pressler, reagiert. Sie ist gestern im Alter von 78 Jahren verstorben. „Mirjam Pressler hat Kindern viel Raum für Erzählungen und Phantasie gegeben. Als Schriftstellerin, Übersetzerin und einfühlsame Stimme der Kinder- und Jugendliteratur waren ihre Bücher von ihrer Gabe getragen, sich in andere Wesen hinein zu fühlen. Diese Literatur wird immer bleiben“, würdigte die Ministerpräsidentin die Autorin.

Mirjam Pressler war neben ihrer Arbeit als Autorin auch als Übersetzerin tätig. „Sie hat uns und insbesondere auch jungen Menschen dadurch die Chance gegeben, an anderen Kulturen teilzuhaben und daraus eine Perspektive zu entwickeln, die über die eigenen Sprachgrenzen hinausgeht“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Für ihre Arbeit wurde die Autorin und Übersetzerin vielfach ausgezeichnet. Unter anderem verlieh ihr im Jahr 2001 der damalige Ministerpräsident Kurt Beck für ihre Verdienste um die deutsche Sprache die Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz.

„Mirjam Pressler hat sich in vielen Bereichen unermüdlich für die Literatur eingesetzt“, sagte die Ministerpräsidentin. „Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Mein Mitgefühl gilt vor allem ihren Angehörigen und Freunden. Ich wünsche ihnen viel Kraft“, sagte die Ministerpräsidentin.

Winterzeit – Stille Zeit

Eine meditative Betrachtung

Von Hans-Peter Meyer

Wer kennt die Bilder im Winter nicht? Die Straßen und Felder sind zugeschneit. Die Erde ruht unter einer dicken Schneedecke und rüstet sich für den kommenden Frühling. Am Rand eines Baches ist eine dünne Eisschicht, so als wenn das Eis ihn bezwingen möchte. Es ist schön und tut gut, den knisternden Schnee unter den Füßen zu spüren. Es ist eine Wohltat am Ufer entlang zu gehen, zuzuschauen, wie das Wasser plätschert, wie es noch in Bewegung ist.

Dieses Bild eines fließenden Baches in der Winterlandschaft wirkt einerseits belebend, andererseits beruhigend auf viele von uns. Auf der einen Seite ist Lebendigkeit zu spüren: Das Wasser bahnt sich einen Weg durch die eisige Landschaft. Es bringt vieles in Bewegung. Auf der anderen Seite wirkt der Bach eher tot und düster. Am Ufer, am Rand des Bachs, stehen kahle Bäume und Büsche. Es ist (noch) Winter, und die Natur ruht sich aus von der übrigen Zeit. Sie macht sich bereit für das kommende Frühjahr, für den bevorstehenden Frühling. Es ist (in aller Regel) die stille Jahreszeit. Wir Menschen brauchen die Stille in unserem Lebensrhythmus.

Es gibt Zeiten und Augenblicke im Leben der Menschen, wo sie schweigen und staunen über die Schönheit der Natur, die sie am Weg entdecken. Dabei ist wichtig, in jeder Jahres- und Lebenszeit die Augen zu öffnen und darüber nachzudenken, welcher Weg momentan angesagt ist; zu spüren und herauszufinden, an welchem Ufer des Lebens wir stehen. Gerade die Wintermonate sind für uns dazu geeignet, sich auf das Wesentliche zu besinnen: Nämlich auf den Ursprung, auf den Grund unsres Lebens und Glaubens, auf die Mitte und das Ziel.

Unser Leben ist einem natürlichen Rhythmus von Lebendigkeit und Ruhe unterstellt.

Die Stille und Ruhe in unserer hektischen und schnelllebigen Zeit ist wichtig für uns. Denn wer von uns genießt es nicht, über den knirschenden Schnee zu gehen, dem Plätschern des Baches zu lauschen, einen Stein hineinzuwerfen und zu sehen, wie das Wasser Kreise zieht: zu unseren Mitmenschen und zu unserem Schöpfer, bei dem wir uns geborgen fühlen dürfen, und zwar zu jeder Zeit unseres Lebens.

Ein Gedicht von Christa Peikert-Flaspöhler drückt das sehr schön aus:

Auf schwebenden Brücken

sind wir unterwegs

und zu Hause.

Immer aufs neue

von vertrauten Ufern

entlassen

suchen wir.

Drängend und zögernd

suchen wir,

widerstrebend

und voller Sehnsucht

suchen wir,

glaubend und zweifelnd

suchen wir,

ohne zu wissen

suchen wir.

Bis wir ans letzte Ufer

gelangen

suchen wir –

die verschiedensten

Namen nennend –

DICH.

Auf unserem Weg sind und bleiben wir Suchende, und zwar zu jeder Zeit und in jedem Augenblick unseres Lebens.

©  Hans-Peter Meyer

 

95. Geburtstag

Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratuliert dem ersten Zuckmayer-Preisträger Günther Fleckenstein

Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratuliert Günther Fleckenstein herzlich zu seinem 95. Geburtstag am 13. Januar. Der Theaterregisseur, Dramaturg und Intendant wurde 1979 als erster Kulturschaffender mit der Carl-Zuckmayer-Medaille ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung würdigt das Land Rheinland-Pfalz Künstlerinnen und Künstler für Verdienste um die deutsche Sprache und um das künstlerische Wort. „In seinem Schaffen hat er durch Intellekt, Gefühl, Leidenschaft und Intuition das deutsche Theater geprägt und dabei sein außergewöhnliches künstlerisches Talent umfangreich unter Beweis gestellt. Dabei galt sein besonderes Engagement Carl Zuckmayer und seinen Werken. Das hat mich sehr beeindruckt“, so die Ministerpräsidentin.

Günther Fleckenstein sei sich stets treu geblieben und habe seine Beziehung zu Rheinland-Pfalz und Mainz immer aufrechterhalten. Insbesondere beim alljährlichen Festakt für die neuen Zuckmayer Preisträger sei er ein oft und gern gesehener Gast. Zu seinem Ehrentag wünsche sie ihm alles Gute, Glück und Wohlergehen, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Günther Fleckenstein wurde 1924 in Mainz-Mombach geboren. Der studierte Theaterwissenschaftler war unter anderem Regieassistent und stellvertretender Dramaturg an den Kammerspielen Mainz sowie von 1966 bis 1986 Intendant des Deutschen Theaters in Göttingen.

Die Stadt Koblenz und Markus Dietze . . .

. . . verlängern den laufenden Intendantenvertrag bis zum Ende der Spielzeit 2024/2025.

Nachdem der Stadtrat durch einen einstimmigen Beschluss der Vertragsverlängerung zwischen der Stadt Koblenz und Intendant Markus Dietze bereits in seiner Sitzung vom 14. Dezember 2018 seine Zustimmung erteilt hatte, haben nun Anfang Januar 2019 Oberbürgermeister David Langner und Markus Dietze die Vertragsverlängerung bis zum 31. Juli 2025 unterzeichnet.

Oberbürgermeister David Langer und Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz erklärten anlässlich der Vertragsunterzeichnung:

„Markus Dietze hat in den vergangenen Jahren für das Theater Koblenz Hervorragendes geleistet: Eine künstlerisch klare Positionierung des Theaters Koblenz im Kontext der Theater in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus geht Hand in Hand mit einer soliden, transparenten und sachorientierten Betriebsführung.

Mit dieser Vertragsverlängerung unterstreicht die Stadt Koblenz ihr deutliches Bekenntnis zum Theater und trifft eine strategisch wichtige Entscheidung im Hinblick auf eine erfolgreiche künstlerische Zukunft genauso wie in Bezug auf die für die Zukunft anstehenden Sanierungs-maßnahmen und die Weiterentwicklung des Theaters Koblenz.

Wir begrüßen, dass der Stadtrat der Stadt Koblenz uns in dieser Angelegenheit so einmütig unterstützt und freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit Intendant Markus Dietze.“

Der 1972 in Waiblingen bei Stuttgart geborene Dietze ist seit der Spielzeit 2009/2010 Intendant des Theaters Koblenz. Zuvor war er, nach einem Regiestudium in Hamburg und der Arbeit als freiberuflicher Regisseur und Produktionsleiter – unter anderem bei Festivals wie den Salzburger Festspielen und der Ruhrtriennale – von 2004 bis 2009 Intendant des Theaters der Altmark in Stendal. Neben seiner Tätigkeit als Intendant und Opern- und Schauspielregisseur ist Dietze regelmäßig im Rahmen der universitären Lehre an verschieden Hochschulen tätig und engagiert sich ehrenamtlich im Deutschen Bühnenverein vor allem in Fragen des Tarif- und des Urheberrechts.

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