Sonntag, 07. März 2021

Letztes Update:05:06:15 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Vorstellung der Broschüre „Museen in Koblenz und Region“

Die Stadt Koblenz und ihre Region pflegen eine reiche Kulturlandschaft, die sich insbesondere durch eine Vielfalt an musealen Einrichtungen auszeichnet. Erstmals initiierte nun das Kulturdezernat der Stadt Koblenz mit „Museen in Koblenz und der Region“ eine Broschüre, in der sich 15 der hiesigen hauptamtlich geleiteten Museen mit ihren spezifischen Schwerpunkten in Sammlung, Ausstellung und Vermittlung einem breiten Publikum bekannt machen.

Am heutigen Tage stellte PD Dr. Theis-Scholz, Kultur- und Bildungsdezernentin der Stadt Koblenz, den neuen „Museumsführer Koblenz und Region“ vor.

Auch die rheinland-pfälzischen und nordrhein-westfälischen Kulturinstitutionen waren in der Zeit vom 13.03. bis 11.05.2020 per Landesverordnung von einer kurzfristigen Schließung betroffen, um der weiteren Verbreitung des Covid19-Virus` entgegenzuwirken. Dieser jähe Verlust der bis dahin uneingeschränkten, variablen Möglichkeiten zur kulturellen Teilhabe hat deutlich gemacht, wie notwendig und selbstverständlich ihre Angebote im Alltag der Bevölkerung verankert sind.

Seit 11. Mai 2020 ist den Museen die Öffnung für den Publikumsverkehr wieder erlaubt und damit der ideale  Anlass gegeben, den Museumsführer zu präsentieren, der das breite Spektrum der Ausstellungshäuser in Koblenz, Bendorf, Boppard, Höhr-Grenzhausen, Königswinter, Neuwied, Mayen und Remagen aufzeigt. Reich bebildert und mit kompakten Museumsprofilen richtet er sich  sowohl an die Tourist*innen als auch die Bürger*innen dieser Region an, die kulturhistorischen Entwicklungslinien dieser reizvollen Gegend zwischen Mittelrheintal und Siebengebirge zu entdecken.

Besonderen Anreiz, das kulturelle Angebot der verschiedenen Ausstellungshäuser wahrzunehmen, bietet sicherlich die mit dieser Broschur verbundene Aktion „Kulturprämie voraus“, die im Zeitraum vom 01.06.2020 bis 31.12.2021 stattfindet. Auf der der Broschur beiliegenden Museumsrallye-Karte kann man den Museumsbesuch durch Stempel und Unterschrift dokumentieren lassen. Nach Erreichen von zehn Stempeln kann man aus einem vielfältigen Prämienangebot eine Kulturprämie wählen, beispielsweise in Form von Katalogpaketen,  Familieneintrittskarten, Kreativ- oder Kindergeburtstags-Workshops.

„Museen in Koblenz und der Region“ ist ab 1. Juni 2020 kostenfrei erhältlich in den beteiligten Museen und in ausgewählten Touristik-Informationen erhältlich.

Ausstellung „Max Jacoby – Leben und Werk eines jüdischen Fotografen“

Seit der Wiederöffnung des Landesmuseums Koblenz auf der Festung Ehrenbreitstein ist dort die Ausstellung „Max Jacoby – Leben und Werk eines jüdischen Fotografen“ zu sehen, die gemeinsam mit dem Stadtarchiv Koblenz konzipiert wurde.
Max Jacoby wurde 1919 als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Koblenz geboren. Das elterliche Textilgeschäft lag mitten in der Löhrstraße. Während Max Jacoby noch eine sorglose Kindheit verleben konnte, prägte die nationalsozialistische Verfolgungspolitik ab 1933 die Familien- und Firmengeschichte. 1937/38 sahen sich die Jacobys zur Emigration nach Argentinien gezwungen. 20 Jahre später kehrte Max Jacoby als Fotograf nach Deutschland zurück und wurde zu einem bekannten Bildreporter. 1987 erhielt er den Kulturpreis der Stadt Koblenz. Er starb 2009 in Berlin.
Die Ausstellung gibt nicht nur einen Einblick in das umfangreiche fotografische Werk Jacobys. Seine Lebensgeschichte wird eingebettet in die Geschichte des jüdischen Lebens in Koblenz von 1919 bis 1938. Eine beeindruckende Übersichtskarte von Koblenz dokumentiert zum Beispiel, wie groß und vielfältig der jüdische Anteil unter den Selbständigen und Geschäftsleuten noch um 1935 war, als bereits viele Juden aus ihrer Heimat hatten fliehen müssen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 6. September 2020 täglich von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen.

Was ist Pfingsten? Eine verständliche Darstellung der Gaben des Heiligen Geistes.

Pfingsten leitet sich vom griechischen Wort  Pentekoste her, das einen fünfzigsten Tag bezeichnet. Pfingsten ist eines der großen christlichen Feste. Darum wird es in unserem Land zwei Tage hindurch begangen. Es wird fünfzig Tage nach Ostern gefeiert und bezeichnet den Abschluss der Osterzeit. Doch trägt das Pfingstfest  auch eigene Akzente. In ihm lebt, freilich verwandelt, ein im Alten Testament bezeugtes jüdisches Fest weiter: Im Buch Exodus wurde das „Fest der Erstlingsfrüchte von der Weinernte“, als Fest am fünfzigsten Tag bezeichnet, also als Pfingstfest (Ex 34,22). Nach dem Buch Deuteronomium war es auch eines der Wallfahrtsfeste im Laufe des Jahres (vgl. Dt. 6,9-12).

Aufgrund der Ostererfahrung der Christen erhielt das jüdische Pfingstfest, auch Wochenfest“ genannt, eine neue Bedeutung: als die junge Christengemeinde am Pfingstfest versammelt war, wurde sie vom Heiligen Geist erfüllt, so berichtet die Apostelgeschichte im 2. Kapitel. Es erfüllte sich, was der Prophet Joel vorausgesagt hatte: „Ich (Jahwe)…werde von meinem Geiste ausgießen über alles Fleisch…“ Die erste Frucht der Begabung mit dem Heiligen Geist war der Glaube an Jesus, denn, so Paulus, „niemand kann sagen: Herr ist Jesus, außer im Heiligen Geist“ (1. Kor  12,3) Aber auch andere Früchte zeigten sich bei den an Pfingsten Versammelten: Liebe, Freude, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut,  Selbstbeherrschung“ (Gal  5,22 f). Am Pfingstfest ereignete sich darüber hinaus das Sprachenwunder. Die, die den Christen begegneten, hörten sie in ihren eigenen Sprachen reden und verstanden sie – ein Hinweis, dass das Evangelium nun in alle Völker hineingetragen werden soll. Die Kirche ist ja Gottes neues Volk aus Juden und Heiden.

Dass Pfingsten am fünfzigsten Tag nach Ostern gefeiert wird, hat seinen Grund zum einen in seiner alttestamentarischen Herkunft und zum anderen darin, dass die vom Evangelisten Lukas  stammenden  Berichte in der Apostelgeschichte von einem zeitlichen  Abstand zischen Ostern und Pfingsten ausgehen. Dies hat zur heutigen Praxis geführt. Sachlich wäre es auch denkbar gewesen, die innere Zusammengehörigkeit des Oster- und Pfingstgeheimnisses stärker zu betonen – Sinne der Texte des Johannesevangeliums. Denn dort schenkt der auferstandene Christus seinen Jüngern den Heiligen Geist bereits bei seiner Begegnung mit ihnen am Abend des „ersten Tages der Woche“ also am Ostertag selbst (Joh  20, 19-23).

Nach dem Bericht des Lukas in der Apostelgeschichte gingen dem Pfingstfest einige Tage voraus, an denen die Jünger Jesu zusammen mit Maria, der Mutter Jesu, und einige anderen aus der christlichen Urgemeinde zum Gebet versammelt waren (Apg 1, 12-14) An dieses Beten erinnert die bis heute lebendige Praxis der Pfingstnovene. Vor Pfingsten beten Christen neun Tage hindurch um die Gaben des Heiligen Geistes für sich selbst und für die Kirche und die Welt. Seit einiger Zeit kommt in den Gebeten der Pfingstnovene ein ergänzender Akzent zum Tragen: Christen aus den verschiedenen Kirchen und Konfessionen beten um die Einheit der Christenheit.

© Hans-Peter Meyer

Verleihung des Gerty-Spies-Literaturpreises wird verschoben

Verschiebung der am 24. Mai in Landau vorgesehenen Verleihung des Gerty-Spies-Literaturpreises an Milo Rau / Neuer Termin wird bekanntgegeben

Die für den 24. Mai 2020 in Landau vorgesehene Verleihung des Gerty-Spies-Literaturpreises der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz an Milo Rau muss verschoben werden! Ein neuer Termin wird bekanntgegeben, wenn sicher ist, wann die nötigen Veranstaltungsbeschränkungen durch die Covid-19-Pandemie dies wieder in einem angemessenen Rahmen zulassen.

Den diesjährigen Gerty-Spies-Literaturpreis erhielt Anfang April der Regisseur und Autor Milo Rau zugesprochen. Die Jury zeichnete ihn dafür aus, dass er wie kein anderer Kunst, Literatur und Politik verbinde.

"Gerade in der heutigen Zeit, in der Rassismus, Antisemitismus und Extremismus Menschen und Gesellschaft, auch über Terroranschläge, bedrohen, sei eine klare Positionierung der Gesellschaft und der Kunst für Menschlichkeit und politisches Engagement notwendiger denn je", heißt es in der Begründung.

Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale: "Milo Rau verbindet auf vielfältige und beeindruckende Weise Politik und Realität mit Theater, Literatur und Kunst. Man könnte sagen, für ihn ist Kunst eine pazifistische Waffe im Kampf für mehr Menschlichkeit. Dabei bleibt sie Kunst, keine Agitation. Wo andere wegschauen, schaut er genauer hin.

Dass Milo Rau kontroverse Themen mit den Mitteln der Kunst thematisiert, trifft sich mit dem Ziel der politischen Bildung, auch kontroverse Themen - neben historisch-politischer Bildung - aufzugreifen. Politische Bildung muss in Zukunft weiter neue Wege gehen, um neue und weitere Zielgruppen zu erreichen, und dies kann auch mit den Mitteln des Theaters geschehen. Das Theater ist der politischen Bildung und der Politik hier oft schon voraus".

Der Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale fĂĽr politische Bildung ist nach der Schriftstellerin Gerty Spies benannt, die 1897 in Trier geboren wurde und in der NS-Diktatur als JĂĽdin in das KZ Theresienstadt deportiert wurde. Dort begann sie zu schreiben, auch um geistig zu ĂĽberleben. Gerty Spies starb am 10. Oktober 1997 im Alter von 100 Jahren in MĂĽnchen.
Die letzten Preisträger waren Ralf Rothman, Ulrich Pelzer, Ursula Krechel und Navid Kermani.

Der Vatertag – und seine Bedeutung

Gedanken zu einem Ehrentag

Von Hans-Peter Meyer

Wohl die meisten Männer, die alljährlich Christi Himmelfahrt als „Vatertag“ begehen, sind sich kaum bewusst, was sie da eigentlich feiern und wie aus einem hohen kirchlichen Feiertag ein weltlicher Brauch entstand.

Um altheidnische Flurbegehungen zu verdrängen, verlegte die Kirche im 5. Jahrhundert die ursprünglichen Bet-, Gang- und Kreuzwochen von vor Ostern auf die Woche vor Christi Himmelfahrt, welches als neues Kirchenfest vierzig Tage nach der Auferstehung gefeiert wird. Man begründete das mit der Apostelgeschichte 1.12, wo die Rückkehr der Jünger vom Ölberg beschrieben ist und Prozessionen an den letzten gemeinsamen Gang Jesu mit seinen Getreuen erinnern sollten. Lange Zeit standen im Mittelpunkt des Festes solche Prozessionen, in bestimmten Regionen bis heute durchgehend der Brauch, andernorts wieder neu auflebend.

Was ursprünglich an den letzen Gang Jesu mit seinen Jüngern erinnern sollte, hat sich nach dem zweiten Weltkrieg bei vielen als regelrechter „Besäufnistag“ entwickelt, wobei die Erinnerung am folgenden Tag meist auf der Strecke bleibt. Aus der Himmelfahrt Christi  entstand ein irdisches Freudenfest, oft ausgedehnt auf das gesamte folgende Wochenende sogar mit Flugbuchungen zum Ballermann 6.

Hier soll keine Moral gepredigt oder an den Ursprung dieses hohen Festtages erinnert werden, es handelt sich lediglich um die Aufzählung von Fakten. Wie kam es zum Vatertag?

Um 1936 entstand in den Niederlanden der Brauch, an Christi Himmelfahrt ein volkstümliches Fest zu veranstalten, welches vor allem von Wirten und Tabakhändlern gefördert wurde. Die noch älter „Berliner Herrenpartie“ führte am gleichen Tag die Väter von Kneipe zu Kneipe, man wanderte, fuhr mit dem Boot über Berliner Seen, sang frohe Lieder, spielte Karten und sprach den alkoholischen Getränken reichlich zu. Es war jedoch ein Brauch der besser gestellten Herren, das einfache Volk konnte es sich aus finanziellen Gründen nicht leisten.

Damals war der Begriff „Vatertag“ noch nicht geboren, aber die „Berliner Herrenpartie“ gilt als Vorläufer.

Durch holländische und deutsche Einwanderer gelangte der Brauch in die USA. Dort wurde unter dem Motto „equal rights for fathers! (gleiches Recht den Vätern) das Auffahrtsfest sozusagen als Ausgleich zum Muttertag begründet, zuerst als Tag der Freiheit und des Dankes, später in urwüchsigere Formen übergehend. Nach dem zweiten Weltkrieg fand die Sitte in Westeuropa, besonders bei trinkfreudigen Männern, eine enorme und schnelle Verbreitung.   Mit dem Wirtschaftswunder stieg auch der Drang immer mehr in diese Richtung, besonders Kegelclubs und Stammtischler machten dem Begriff „Vatertag“ alle Ehre .Er wurde in Westdeutschland zu einer alljährlichen festen Einrichtung. Ob dies der tiefere Sinn des Vatertages ist?

Auch bei uns wird gerne angeführt, es sei ein Ausgleich zum Muttertag, aber dafür gibt es keine sachliche oder historische Grundlage, denn es ist im Grunde ein von den Herren der Schöpfung selbst eingeräumtes Privileg.

Es wäre vielleicht angebracht, einmal intensiver über den Sinn des Vatertages nachzudenken und sich in diesem Zusammenhang die Rolle des „Vater-Daseins“ wieder neu bewusst zu machen.

© Hans-Peter Meyer

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL