Donnerstag, 26. November 2020

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1. Treffen der Koblenzer Kulturfrauen

Anlässlich des diesjährigen internationalen Weltfrauentags am 08.03.2020 lud Kultur- und Bildungsdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz, zum ersten Treffen der Koblenzer Kulturfrauen ins Ludwig Museum ein.

Viele Frauen aus Koblenz und Region gestalten mit großem persönlichen Einsatz tagtäglich aktiv, kreativ und tatkräftig das Koblenzer Kulturleben. Sie sind unverzichtbare Akteurinnen einer vielfältigen Kulturlandschaft – ob als Künstlerinnen, Schauspielerinnen, Musikerinnen, Schriftstellerinnen, Kulturunterstützerinnen in Vereinen, Verbänden, Initiativen, Kulturschaffende in der Freien Szene, Kulturpreisträgerinnen, Weinköniginnen und in vielen anderen Funktionen – auf ihren persönlichen Schultern ruht jeweils ein Teilerfolg unseres lebendigen und abwechslungsreichen Kulturraums.

An diesem besonderen Sonntag hob die Kultur- und Bildungsdezernentin die Leistungen dieser Frauen hervor und bestärkte sie in der Bedeutsamkeit ihres Engagements. Die Rolle von Frauen in Kultur und Medien zeichnete sie anhand der Entwicklungen im Deutschen Kulturrat nach, der sich seit 1994 mit der Thematik in zahlreichen Studien beschäftigt. 2017 rief die Kulturstaatsministerin Monika Grütters zur Förderung der Situation von Frauen das Projektbüro „Frauen in Kultur und Medien“ ins Leben. Im gleichen Jahr konnte hierbei von einer Geschlechtergerechtigkeit im Kultur- und Medienbereich noch nicht gesprochen werden, insbesondere in Jurys, in Gremien, in der Chefetage und auf der Lohnabrechnung. Im gegenseitigen Kennenlernen, in der dichteren Vernetzung und der vertrauensvollen Zusammenarbeit von Kulturfrauen vor Ort, sieht Theis-Scholz jenseits notwendiger politischer Entscheidungen ein entscheidendes Potential, wenn es um die Stärkung und Behauptung in der Kultur geht. Das Treffen der Koblenzer Kulturfrauen, welches in Zukunft regelmäßig stattfinden soll, lädt hierzu ein.
Ein kleines Begleitprogramm, ebenso gestaltet von starken Kulturfrauen, thematisierte auf verschiedenste Ebenen die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft: Die Flötistin Eleonore Ciupka der Rheinischen Philharmonie griff Kompositionen von Frauen auf, die Schauspielerin Annika Woyda gab einen Monolog aus „Und dann kam Mirna“ von Sibylle Berg zum Besten und die Leiterin des Ludwig Museums, Prof. Dr. Beate Reifenscheid-Ronnisch, erläuterte zwei dazu passende Kunstwerke.

Passionskonzerte FRECHBLECH

EMMERICHENHAIN / MONTABAUR. In den diesjährigen traditionellen Passionskonzerten in der Evangelischen Kirche Emmerichenhain sowie in der Evangelischen Pauluskirche Montabaur ging Frechblech, das Soloquintett des evangelischen Dekanates Westerwald, mit anspruchsvoller Musik von Johann Sebastian Bach und Henrich Schütz an die Öffentlichkeit. „Beide Komponisten zählen mit zum Urgestein der Evangelischen Kirche“, meint Dekanatskantor Jens Schawaller (Leitung und Helikon), „und wir haben viel Freude daran, die kontrastierenden Stile des hochbarocken harmonischen Kontrapunktes und der frühbarocken sprachlich feinst nuancierte Musik bläserisch-artikulativ umzusetzen“. Programmatisch eröffneten die Bläserinnen und Bläser die beiden Konzertabende mit dem Schlusschoral der Bach´schen Johannespassion „Ach Herr, lass dein lieb Engelein“. Im Folgenden gelang dem Wäller Ensemble mit Rudi Weide (Trompete und Flügelhorn), Claudia Liebe (Trompete und Flügelhorn), Dorit Gille (Waldhorn) und Benjamin Bereznai (Basstrompete) mit Johann Sebastian Bachs großer fünfstimmiger Mottete über „Jesu, meine Freude“ eine dramatische Umsetzung des Lied- und Bibeltextes in kontrastierend sich gegenüberstehenden Sätzen. Hier zeigte sich das Quintett von besonderer kammermusikalischer Seite und musikalischer Dialogfähigkeit. In der Motette „Ach Gott, vom Himmel sieh darein“ zitiert Bach den Tonfall des Stile antico, in dem der Lutherchoral kontrapunktisch-imitativ in einem engen fünfstimmigen Stimmgeflecht mit Alt-cantus-firmus verarbeitet wird. Mit Johann Bachs filigraner und intimer Motette „Unser Leben ist ein Schatten“ erklang ein Werk von tiefer Poetik und zarter Klangschönheit, das sich sowohl mit menschlichem Leiden und Sterben als auch dem christlichen Auferstehungsgedanken befasst. Der Angehörige der Familie Johann Sebastian Bachs wirkte als Organist in Erfurt und wurde über 80 Jahre vor dem großen Thomaskantor geboren. Beide Konzerte – das eine im Oberen, das andere im Unteren Westerwald – wurden mit der Motette „Die mit Tränen säen“ von Heinrich Schütz beschlossen. Hier verbindet sich die mitteldeutsche Polyphonie des Frühbarocks mit einer aus Italien stammenden und in die deutsche Sprache übertragenen Deklamationskultur – Heinrich Schütz verbrachte drei Jahre zum Studium bei Giovanni Gabrieli in Venedig. Mit den Lesungen des Abends gelang es dem Ensemble, einen weiteren Kontakt zu den anwesenden Gästen herstellten. Die Gäste beider Abende spendeten dem Soloquintett viel Aufmerksamkeit und ausgiebig Applaus.

Der Internationale Frauentag

Gedanken und Erläuterungen zu einem Ehrentag

Von Hans-Peter Meyer

Der Internationale Frauentag – auch Weltfrauentag genannt – wird inzwischen stets am 8. März gefeiert und ist für Frauen auf der ganzen Welt ein wichtiges Datum. In einigen Ländern ist er sogar gesetzlicher Feiertag.

"Heraus mit dem Frauenwahlrecht!" war die Hauptforderung der "Mütter" des Internationalen Frauentags. Auch wenn diese Zielsetzung inzwischen erreicht wurde, so ist die Gleichstellung der Geschlechter dennoch weder in Deutschland noch im Rest der Welt eine Realität.

Der Internationale Frauentag hat seine Wichtigkeit daher nicht verloren und wird weiterhin jährlich begangen.
Frauen auf der ganzen Welt machen am 8. März mit Veranstaltungen, Feiern und Demonstrationen auf noch immer nicht verwirklichte Frauenrechte aufmerksam.

Den internationalen Charakter unterstützt auch die Tatsache, dass die Vereinten Nationen  an die Tradition des Internationalen Frauentags angeknüpft haben. 1977 rief die UN-Generalversammlung in einer Resolution einen Tag im Jahr zum „Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ aus. Die jährlich stattfindenden Veranstaltungen stehen seither unter wechselnden Schwerpunktthemen von länderübergreifender Relevanz.

2015 lautet das Motto der Vereinten Nationen zum Internationalen Frauentag: „Make It Happen“ (Lassen Sie es geschehen). In Deutschland lautet das Motto auch in diesem Jahr: “Heute für morgen Zeichen setzen“.

Deutschland gehört zum kleinen Kreis derjenigen Länder, in denen der Internationale Frauentag von 1911 an gefeiert wurde. Eine wichtige Rolle spielten dabei die  Sozialdemokratinnen Clara Zetkin und Käte Duncker, die mitgewirkt hatten, den Weltfrauentag offiziell ins Leben zu rufen.

100 Jahre nach dem ersten Internationalen Frauentag ist bereits viel von der Geschichte in Vergessenheit geraten. Diese war in Deutschland besonders bewegt: Hier wurde der Tag während des Nationalsozialismus verboten und geriet in der jungen Bundesrepublik zeitweilig in Vergessenheit. Spätestens mit der Wiedervereinigung Deutschlands konnte der Internationale Frauentag aber ein Comeback feiern. Heute ist er Plattform einer vielfältigen Frauenbewegung und fest im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert.

Zur Geschichte des Internationen Frauentags ist weiterhin  anzumerken:

Am 19. März 1911 fand in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA der erste Internationale Frauentag statt. Die Wahl dieses Datums sollte den revolutionären Charakter des Frauentags unterstreichen, weil der 18. März der Gedenktag für die Gefallenen in Berlin während der Revolution 1848 war.

Bereits auf der ersten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz 1907 forderte Clara Zetkin, (gilt  als prägende Initiatorin des Internationalen Frauentags) das allgemeine Frauenwahlrecht, nachdem bereits 1904 in Berlin der Weltbund für das Frauenstimmrecht gegründet wurde. Ein Jahr später am 27. August 1910 beschlossen 100 Delegierte aus 17 Ländern auf dem zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz die Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentags. Hauptziel und –forderung war das Frauenwahlrecht. In den folgenden Jahren wechselte das Datum des Frauentags bis es 1921 auf den 8. März festgelegt wurde.

In Deutschland wurde das Frauenwahlrecht 1918 (genau wie in Österreich, Polen und Russland) im Reichswahlgesetz verankert. Im Januar 1919 konnten deutsche Frauen das erste Mal in der Geschichte wählen und gewählt werden. Als erste Frauen in Europa besaßen 1906 Finninnen dieses Recht (zeitgleich mit der Einführung des allgemeinen Wahlrechts für Männer), gefolgt von Norwegen 1913 und Dänemark (einschließlich Island) 1915. In der Schweiz mussten die Frauen bis 1971 warten, bis sie auf Bundesebene dieses Recht beanspruchen konnten.

Die Einführung hing von einer männlichen Volksabstimmung ab, ebenso wie in Liechtenstein als europäisches Schlusslicht, wo Frauen erst 1984 das Wahlrecht erhielten. Auch heute noch gibt es Länder, in denen das Frauenwahlrecht erschwert oder vorenthalten wird: dazu gehören Bhutan, Brunei und Saudi-Arabien.

Nachdem das Wahlrecht für Frauen errungen war, rückten andere Ungleichbehandlungen in den Mittelpunkt des 8. März, an dem Frauen mit Demonstrationen und Kundgebungen auf ihre Benachteiligung aufmerksam machten. Zentrale Forderungen waren Arbeitsschutzgesetze, gleicher Anspruch auf Bildung, ausreichender Schutz für Mütter und Kinder, gleicher Lohn für gleiche Arbeit oder legaler Schwangerschaftsabbruch. In all diesen Bereichen mussten Frauen massive Einschränkungen und Gebote hinnehmen, die dem hierarchischen Geschlechterverhältnis geschuldet sind.

Während des Nationalsozialismus wurde der Internationale Frauentag in Deutschland verboten und dafür der Muttertag stark in den Vordergrund gerückt.

Hartnäckig haben vier Frauen im Parlamentarischen Rat 1948/49 (Dr. Elisabeth Selbert, Frieda Nadig, Helene Weber und Helene Wessel – als die "Müttern des Grundgesetzes") es  geschafft, fünf entscheidende Wörter ins Grundgesetz zu bringen: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt" (Artikel 3, Abs. 2) Nach langen Diskussionen wurde dann 1994 der Gleichberechtigungs-Artikel im Grundgesetz um einen Zusatz ergänzt: "Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“. Eine aktive Gleichstellungspolitik ist seitdem Verfassungsauftrag.

Selbstverständlich war es nicht, dass der Gleichberechtigungsartikel in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen wurde. 1948/49 arbeiteten 65 Männer und Frauen im Parlamentarischen Rat an einer demokratischen Verfassung für den neuen deutschen Staat. Lange war dabei nur von den "Vätern des Grundgesetzes" die Rede. Den wenigen Frauen im Parlamentarischen Rat – Dr. Elisabeth Selbert, Frieda Nadig, Helene Weber und Helene Wessel – als den "“Müttern des Grundgesetzes“ ist es zu verdanken, dass unsere Verfassung Frauen die volle Gleichberechtigung garantiert.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs fanden bis in die Sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts nur wenige Veranstaltungen statt. Mit ihrer Forderung „Das Private ist politisch“ rückte die Zweite Frauenbewegung neue Themen wie Gewalt in der Ehe, Rechte von Ausländerinnen oder Diskriminierung nicht-heterosexueller Lebensweisen ins Bewusstsein.

1975 erklärten dann auch die Vereinten Nationen einen Tag im Jahr offiziell zum Internationalen Frauentag.

In den letzten 100 Jahren hat sich viel zum Positiven verändert, viele beherzte und mutige Frauen und Männer haben Bestimmungen und Gesetze für mehr Chancengleichheit durchgesetzt. Es ist zwar viel, aber längst noch nicht alles erreicht. In Sachen Bildung haben Mädchen mittlerweile aufgeschlossen und in manchen Bereichen die Jungen überholt. Doch diese Entwicklung setzt sich bei der beruflichen Karriere nicht fort. Nach wie vor sind Frauen unterrepräsentiert in sämtlichen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Bereichen. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist immer noch nicht erreicht.

Deswegen wurde 2008 der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendliche geförderte „Equal Pay Day“ oder auch „Rote-Taschen-Tag“ von der BPW (Business and Professional Women) initiiert, bei dem am 15. April 2008 in Deutschland Frauen durch das Tragen roter Taschen auf die Lohnunterschiede aufmerksam machen. Der Aktionstag findet immer an dem Tag in einem neuen Jahr statt, bis zu dem Frauen bei gleichem Arbeitsvolumen wie die Männer ohne Bezahlung arbeiten müssten, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. Zurzeit beträgt die statistisch ermittelte Differenz zwischen den durchschnittlichen Brutto-Stundenlöhnen der Männer und denen der Frauen 22%. Also die Berechnung für 2014 lautet: 22% von 365 Tagen = 80 Tage.

Im heutigen Deutschland neu ins Bewusstsein gerückte Frauen- und Menschenrechtsverletzungen wie Genitalverstümmelungen und Ehrenmorde, denen in der Regel Frauen zum Opfer fallen, Zwangsheirat und –prostitution sowie Frauenhandel machen deutlich, dass Frauenrechte einklagbare Menschenrechte sein müssen.

Viele Gründe, den 8. März als Tag der erreichten wie der noch ausstehenden Frauenrechte zu feiern und hochzuhalten.

©  Hans-Peter Meyer

 

„Kompass Europa“ – Teil 1: Die Kunst und Kultur Nordeuropas

Nordlichter-Kultursommer 2020

Die Vielfalt Europas, aber auch das Gemeinsame in Kunst und Kultur besser kennenzulernen – dafür nimmt sich der Kultursommer RheinlandPfalz ab jetzt vier Jahre Zeit. Bevor es in den nächsten Jahren mit Ost-,

Süd- und in 2023 mit Westeuropa weitergeht, heißt es im Kultursommer 2020 „Kompass Europa: Nordlichter“. Es geht um die Skandinavischen und Baltischen Länder sowie Island. Aber auch sonst wird von Mai bis Oktober in ganz Rheinland-Pfalz wieder jede Menge geboten!

Etwa die Hälfte der insgesamt ca. 200 geförderten Projekte widmet sich dem aktuellen Motto. Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf freut sich über dieses Interesse: „Europa ist ein Friedens- und Wohlstandsprojekt für fast 450 Millionen Europäerinnen und Europäer. Sicherlich: Wir haben auch viele Herausforderungen. Es wichtig über Europa zu sprechen und daran zu arbeiten, dass man sich gegenseitig besser kennenlernt und kooperiert, denn Europa ist unsere Zukunft. Unsere Kultur besitzt für mich hierbei eine entscheidende Bedeutung.“

Einen Vorgeschmack gab es bereits am Donnerstag: Jazzsängerin Viktoria Tolstoy schaute kurz bei der Kultursommer-Pressekonferenz vorbei – vor ihrem Konzert am selben Abend im Frankfurter Hof, Mainz, das den Auftakt zu einer NordlichterKonzertreihe dort bildet. Das Veranstalterteam – jetzt unter Leitung von Verena Campailla-Heinz – hat in den nächsten Monaten noch einige Gäste aus Nordeuropa im Programm, wie z.B. den finnischen Akkordeonvirtuosen Kimmo Pohjonen, die Indierocker Mando Diao aus Schweden, die norwegische Jazzsängerinnen Silje Nergaard und Rebekka Bakken und die Liedermacherin Kari Bremnes von den Lofoten.

„Nordlichter“ gibt es auch bei dem Kulturfest zur Eröffnung des Kultursommers, das in diesem Jahr vom 8. bis 10. Mai in Zweibrücken stattfindet. Und das wörtlich, denn nach einem Programm mit Livemusik und Straßentheater aus den acht nordischen Ländern, erstrahlen abends Polarlichter über der Stadt.

Literatur-Fans können ab dem 1. April, wenn der prominente schwedische Krimiautor Arne Dahl die Westerwälder Literaturtage eröffnet, dem Norden literarisch näherkommen. Ein Begleitband zum Kultursommer erscheint unter dem Titel „Solidarität und Verantwortung oder: Was Europa zusammenhält“ voraussichtlich Anfang Juni im Rahmen der Reihe „Denkbares“ an Lahn und Rhein.

Schwedisches Puppentheater für die ganze Familie bei „Petterson, Pippi Langstrumpf und Mama Muh“ im PUK Bad Kreuznach oder nordisches Figurentheater für Erwachsene bei NO STRINGS ATTACHED in Mainz; die Keramikausstellung „Northern Lights - durchs Feuer“ der Städtischen Galerie Villa Streccius in Landau oder die bislang umfangreichste Einzelausstellung des Dänischen Fotografen und Konzeptkünstlers Joachim Koester in Mainz; das Filmfestival „Heimat Europa“ in Simmern (Hunsrück) oder „Baltikum Live“ in Worms zur Kunst der Länder Estland, Litauen und Lettland; das Weltmusikfestival „Horizonte“ in Koblenz mit einem finnischen Schwerpunkt – inklusive Sauna; musikalische Projekte zu Island bzw. Estland an der Nahe; hochkarätige

Vertreterinnen und Vertreter nordischer Musik im Rahmen des 35. Mosel Musikfestivals, des Festivals Euroclassic in der Westpfalz, der „Via Mediaeval“ in der Pfalz, in den „Orgelwochen“ und bei den Jazzfestivals im Land. All diese und viele weitere Beispiele gehören zu den 50 ausgewählten Projekten, die zusammen mit Texten und Illustrationen zu den verschiedenen Ländern in der gerade erschienenen Kultursommer-Publikation „Nordlichter“ zu finden sind.

Doch auch die Veranstaltungen ohne Mottobezug können sich wieder sehen und hören lassen: Ob die neue Produktion des Chawwerusch-Theaters „Ansteckende Freiheit“ über die Bad Bergzaberner Republik oder die Wiederaufnahme des Kultursommer-Theaterspektakels „Die Rheinfels Saga“ im Mittelrheintal; ob das Spiegelzeltfestival Altenkirchen oder das Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen - und vieles mehr.

Die zweite vorgestellte Broschüre „Gastlandschaften“, in Kooperation mit der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH (RPT) und der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) entstanden, stellt aus Anlass der Landesausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ die gekrönten Häupter in der Landesgeschichte in den Mittelpunkt. Dazu passend gibt es Kultur-Tipps zum Ansehen und Hingehen – nicht nur, aber auch aus dem Programm des Kultursommers Rheinland-Pfalz, den die Volkshochschulen des Landes erneut mit einem eigenen Bildungsprogramm begleiten.

Die Broschüren zum Blättern und mehr zum aktuellen KultursommerProgramm gibt es unter www.kultursommer.de .

Schwerpunkt Griechenland: Die letzten Byzantiner

Buchvorstellung mit Gespräch „Die Vertreibung der Griechen vom Schwarzen Meer“ am Donnerstag, 12. März 2020 um 19.00 Uhr in Mainz

Am Donnerstag, 12. März 2020 um 19.00 Uhr lädt die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz im Rahmen ihres 26-teiligen Griechenland-Schwerpunkts für das erste Halbjahr nach Mainz ein.
Im Gerty-Spies-Saal der Landeszentrale (Am Kronberger Hof 6, 1. Stock) analysiert Mirko Heinemann, freier Journalist, in der Buchvorstellung mit Diskussion „Die Vertreibung der Griechen vom Schwarzen Meer. Eine Spurensuche“, warum nach dem I. Weltkrieg etwa 1,2 Millionen Griechen aus dem Gebiet der heutigen Türkei zwangsausgesiedelt wurden. Er schildert auch seine Erlebnisse 100 Jahre später auf den Spuren seiner Familie und der sogenannten Pontos-Griechen im Norden der Türkei. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Südosteuropa-Gesellschaft, Zweigstelle Mainz und der Deutsch-Griechischen Gesellschaft Wiesbaden/Mainz e. V.

Das Buch „Die letzten Byzantiner“
Das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg: Am 9. August 1917 schießen Kriegsschiffe Russlands die Kleinstadt Ordu an der Schwarzmeerküste in Brand. Da die christlichen Minderheiten des Reichs im Verdacht stehen, Russland zu unterstützen, fürchten die dort lebenden Griechen die Rache ihrer türkischen Nachbarn und versuchen, an Bord der Schiffe zu gelangen. Eine, die es schafft, ist die 15-jährige Alexandra. Doch ihre Heimat sieht sie niemals wieder.
Alexandras Enkel Mirko Heinemann erzählt, wie Griechen seit der Antike an den Küsten Kleinasiens lebten, mit Byzanz das Erbe Roms antraten, und zum Ende des Osmanischen Reichs dem aufgeschaukelten Nationalismus und den Interessen der Großmächte zum Opfer fielen.

Mirko Heinemann
Jahrgang 1966, als Sohn einer griechischen Mutter und eines deutschen Vaters in Thessaloniki geboren, wuchs in Mönchengladbach auf. Er lebt heute in Berlin. Als freier Chefredakteur konzipiert er Themenbeilagen in Zeit, Handelsblatt, Capital, Welt und WirtschaftsWoche und arbeitet für taz, Das Parlament, FAZ und den Hörfunk, u.a. für den SWR und die Programme des Deutschlandfunks. Er ist Träger des Journalistenpreises der Pall-Mall-Foundation.

Die halbjährlichen Schwerpunktthemen der LpB
Seit 2018 bietet die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz jedes Halbjahr ein neues Schwerpunktthema mit vielfältigen Veranstaltungen an. Nach „1968“ und „Konsum“ vor zwei Jahren standen 2019 die Themen „Frauen verändern die Welt" und „Migration“ im Mittelpunkt.

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