Montag, 01. Juni 2020

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KulturLeben Rheinhessen: Villa Musica ist neuer Kulturpartner

Kultur erlebbar machen - auch für Menschen mit niedrigem Einkommen. Das ist das Ziel des Projekts „KulturLeben Rheinhessen“ der Bürgerstiftung Rheinhessen. Als neuer Kooperationspartner konnte nun auch die Stiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz auf Initiative von Staatssekretär Dr. Denis Alt, Vorstandsvorsitzender der Villa Musica und Unterstützer des Projekts „KulturLeben Rheinhessen“, gewonnen werden. Mehr als 30 Kulturinstitutionen, -vereine und –initiativen Rheinhessens sind mittlerweile Kulturpartner der Bürgerstiftung und stellen kostenlos Eintrittskarten zu Veranstaltungen wie Theateraufführungen, Konzerten oder Ausstellungsbesuchen zur Verfügung. Die Tickets werden an Menschen mit niedrigem Einkommen weitergegeben, die von den Sozialpartnern des Projekts „KulturLeben Rheinhessen“ vorgeschlagen werden.

„‘Kultur ist kein Luxus, Kultur ist Lebensmittel‘, ein Zitat von Johannes Rau, dass das Anliegen der Bürgerstiftung, allen Menschen den Zugang zu Kultur zu ermöglichen, unterstreicht. Kultur ist ein Menschenrecht. Menschen, die es sich sonst nicht leisten können, sollen selbstverantwortlich und würdevoll am sozialen und kulturellen Leben teilhaben können. Die ‚Bürgerstiftung Rheinhessen‘ hat hier ein vorbildliches Projekt für Rheinhessen auf den Weg gebracht“, freut sich Dr. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur. „Mit der Villa Musica als neuem Kooperationspartner haben wir einen kulturellen Leuchtturm mit einem hochwertigen musikalischen Angebot zur Unterstützung unseres Projektes gewonnen.“

Prof. Dr. Karl Böhmer, Wissenschaftlicher Direktor der Villa Musica Rheinland-Pfalz, ergänzt: "Mit ihren Veranstaltungen in Mainz deckt Villa Musica viele Facetten ab: vom ClassicClash im Frankfurter Hof über Kindertheater in der Villa Musica bis hin zu Vivaldi und Mozart im Landesmuseum. Wir freuen uns auf die neuen Zuhörerinnen und Zuhörer, die dank KulturLeben Rheinhessen zu uns kommen!"

Das Projekt „KulturLeben Rheinhessen“ wurde im August 2018 ins Leben gerufen. Die Liste der Partner, die das Konzept unterstützen, ist bereits nach einem knappen Jahr auf 32 Kulturinstitutionen angewachsen. Auch die Zahl der Sozialpartner ist beständig gewachsen und mit Standorten in Bingen, Ingelheim, Mainz und Worms über ganz Rheinhessen verteilt.

Weitere Informationen finden sich unter: www.kulturleben-rheinhessen.de

Die psychologischen Faktoren des Aufstiegs der AfD

Trierer Wissenschaftler erklären, wie die AfD Wählerstimmen gewinnt – aber auch, was gegen Rechtspopulismus getan werden kann.

Sechs Jahre nach ihrer Gründung ist die Alternative für Deutschland (AfD) in allen deutschen Landesparlamenten, als größte Oppositionsfraktion im Bundestag und im Europäischen Parlament vertreten. Bislang wurde dieser Aufstieg aus politischer und gesellschaftlicher Perspektive analysiert. Prof. Dr. Eva Walther und Diplom-Psychologe Simon Isemann haben die Partei aus psychologischer Perspektive betrachtet, denn „Politik wirkt immer durch psychologische Faktoren“. In ihrem neuen Buch kommen sie zu dem Schluss, dass die AfD auf unerfüllte psychologische Bedürfnisse der Menschen wie Sicherheit, Versorgung und Wertschätzung scheinbare Lösungen anbietet. Zum Beispiel gelingt es der AfD auf der einen Seite, bei Menschen das Gefühl von Benachteiligung zu wecken. Auf der anderen Seite suggeriert die Partei, „man werde dieser Benachteiligung entgegenwirken“.

Dagegen können Regierungsparteien mit Fakten schwerlich ankommen. „Objektive Faktoren sind für das subjektive Empfinden oft nicht maßgeblich. Was zählt ist der soziale Vergleich mit anderen und auf dieser Basis das Gefühl von Benachteiligung“, sagt Eva Walther. „Die etablierten Parteien tun sich in der Abwehr von Populismus deshalb schwer“, so Simon Isemann, „weil sie ihre Politik mühsam mit Argumenten vermitteln.“ Dagegen setze die AfD – skrupelloser als andere Parteien – verstärkt auf psychologische Faktoren. So werden Missmut und Ängste bestimmter Gruppen gezielt geschürt und entsprechende Sündenböcke präsentiert.

Laut Eva Walther widerspricht das AfD-Programm sogar den Interessen erheblicher Teile der eigenen Wählerschaft. „Mit der AfD geht die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander. Im AfD-Programm ist kaum Verbesserung für ärmere Schichten in Sicht“. Auf eine klare politische Linie kann sich die Partei jedoch bisher nicht verständigen. Dahinter vermutet Simon Isemann Kalkül, um möglichst heterogene Wählergruppen anzusprechen.

Den regierenden Kräften empfehlen Walther und Isemann, einen genauen Blick auf die psychologischen Grundbedürfnisse der Menschen zu werfen, wie materielle Sicherheit, Kontrolle, Wertschätzung und eigene Bedeutung. „In dem Maße wie es die Politik schafft, diese Bedürfnisse aufzugreifen, schwindet auch die Anziehungskraft populistischer Parteien“.

Wenn Raiffeisen seine Stimme erhebt

Neues Exponat: Im Deutschen Raiffeisenmuseum spricht er lebensecht mit den Besuchern

Hamm(Sieg). Schon mal mit Raiffeisen gesprochen? Im Deutschen Raiffeisenmuseum in Hamm (Sieg) ist das jetzt möglich. Die Installation mit dem Namen „Talking Head Raiffeisen“ erweckt den Genossenschaftsgründer zum Leben. Zum Erstaunen der Zuschauer belebt sich plötzlich sein Gesicht, und er erzählt von seiner Idee.

Das zusätzliche Exponat im kürzlich komplett modernisierten Museum ist ein Medienkunstwerk, das aus einer tönernen Büste und einer darübergelegten Bild- und Ton-Installation besteht, was überraschend echt wirkt. Im Beisein des Künstlers Martin Burkhardt (Baden-Baden) wurde es jetzt in Hamm vorgestellt. Als Hausherr – das Raiffeisenmuseum gehört der Ortsgemeinde Hamm – begrüßte Ortsbürgermeister Bernd Niederhausen die geladenen Gäste.

„Ich hätte nicht damit gerechnet, dass Raiffeisen an seinen Geburtsort zurückkehren würde und auch nicht damit, dass es einmal Tasten für verschiedene Sprachen geben würde“, sagte Bildhauer Burkhardt, der die Entstehung der Medieninstallation vor den geladenen Gästen erläuterte. In der Tat spricht der „Talking Head“ mehr Sprachen, als Raiffeisen je beherrschte, nämlich vier, und seine Stimme ist die des Schauspielers Ronald Spiess (u.a. Tatort).

Geschaffen wurde das Werk im Auftrag der Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG) in Montabaur. Im Jubiläumsjahr 2018 war es in mehreren europäischen Metropolen bei Raiffeisen-Veranstaltungen zu sehen, in guter Zusammenarbeit von Orts- und Verbandsgemeinde Hamm mit der ADG und dank des finanziellen Engagements der Stiftung des Förderkreises der Genossenschaftsmitglieder e.V. in Münster hat es nun im Museum in Hamm seinen endgültigen Standort gefunden.

Für dieses Engagement zu danken, war ein Anliegen von Alt-Ortsbürgermeister Hans Schmidt, der bis heute den Kontakt mit „den Münsteranern“ pflegt und über bisherige Gesamt-Zuwendungen in Höhe von 115.000 Euro berichtete. Vom Vorstand waren Egon Sickmann und Bernhard Holtmann gekommen, um sich anzusehen, wie sich der „sprechende Raiffeisen“ ins moderne Gesamtkonzept des Museums einfügt.

Bürgermeister Dietmar Henrich findet nicht nur, dass er passt, sondern die Neuausrichtung des Deutschen Raiffeisenmuseums geradezu verkörpert. „Er verleiht ihm weiteren Esprit.“ Henrich skizziere auch, dass Hamm sich auf den Weg begeben hat, Raiffeisen über die Jubiläumsfeiern des vergangenen Jahres hinaus zu würdigen und sich mit verschiedenen Projekten auch bemühe, seinem Geburtsort die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die ihm gebührt. „Auf diesem Weg ist der heutige Tag ein Meilenstein“, so Henrich.

Norbert Grüttner, einer der Museumsführer, wusste auf jeden Fall schon von „heller Begeisterung“ bei den Besuchern zu sprechen, die den Talking Head bereits erleben konnten. „Eine Frau hatte in einem Prospekt gelesen, Hamm sei eine Reise wert – und jetzt wisse sie auch, warum.“

Blätter zum Land: Der 20. Juli in unserer Region

Neu überarbeitete Ausgabe "Für Freiheit und Recht. Der 20. Juli 1944 und seine Verbindungen in unsere Region" in der Reihe "Blätter zum Land" erschienen / Kostenlos erhältlich

Der Link zur pdf-Datei: https://politische-bildung.rlp.de/fileadmin/download_neu/blaetterzumland/2019/BRZ_OSH_BzL_20._Juli.pdf

Die Blätter zum Land der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz erschienen erstmals 1999 und waren direkt ein Erfolg.

Zum 75. Jahrestag des Attentats am 20. Juli 1944 legen die Autoren Angelika Arenz-Morch und Axel Ulrich die überarbeitete 20-seitige Ausgabe 79 "Für Freiheit und Recht. Der 20. Juli 1944 und seine Verbindungen in unsere Region" vor. Sie schildern die Verbindungen zwischen den bekannten militärischen Mitgliedern des Umsturzversuchs des 20. Juli und dem zivilen Netzwerk. Im Mittelpunkt stehen dabei die in unserer Region tätig gewesenen Widerständler Ludwig Schwamb, Jakob Steffan, Alfred Freitag und andere.

Am Tag der Aktion hätte Hauptmann Hermann Kaiser vom Stab des Chefs der Heeresrüstung und Befehlshabers des Ersatzheeres in Wiesbaden in die Funktion des Verbindungsoffiziers zwischen den militärischen und den zivilen Widerständlern im Wehrkreis XII rücken sollen.

Wichtige Hinweise zum maßgeblich von Wilhelm Leuschner geknüpften zivilen Widerstandsnetz in unserer Region sind Emil Henk zu verdanken, der dominierenden Persönlichkeit des frühen sozialistischen Widerstandes im Raum Mannheim/Heidelberg. 1946 publizierte er seine Kenntnisse der Organisationsstruktur des zivilen Widerstandsnetzes im Zusammenhang mit dem "20. Juli" in der Region zwischen Kassel und Heidelberg sowie in Rheinhessen. Ausschnitte daraus sind nun erstmals in der überarbeiteten Ausgabe dokumentiert und historisch eingeordnet.

Die neue Ausgabe ist kostenlos bei der Landeszentrale für politische Bildung, Am Kronberger Hof 6 in 55116 Mainz ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ) erhältlich. Sie kann dort, sowie in den Gedenkstätten SS-Sonderlager/ KZ Hinzert und dem NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz / Gedenkstätte KZ Osthofen, auch direkt mitgenommen werden.

Blätter zum Land
Jedes "Blatt" ist im Format DIN A5 und erscheint in einer Auflage von 10.000 Exemplaren. Inhaltlich dreht sich die Reihe um Rheinland-Pfalz, die Menschen, das Land und seine Geschichte, seine Geografie, seine Wirtschaft, seine Kultur und Partnerschaften, und nicht zuletzt seine politischen Grundlagen. Themen, die man irgendwo her kennt und zu denen man immer schon mal Genaueres wissen wollte. Kurze, präzise Texte, aussagekräftige, teils farbige Fotos, Bilder und Karikaturen im ansprechenden Layout, bieten einen schnellen, leichtverständlichen, aber nie leichtgewichtigen Zugang. Alles Wesentliche kurz gefasst.

Unter www.politische-bildung-rlp.de können Sie auch schon erschienene Ausgaben der Blätter im pdf-Format herunterladen

Vortrag zur Gründungszeit der Sayner Hütte wird verschoben

Bendorf. Der für Freitag, 19. Juli, 20 Uhr geplante Vortrag von Dr. Hildegard Brog "Clemens Wenzeslaus und die Sayner Hütte" auf dem Denkmalareal Sayner Hütte muss verschoben werden.

Sobald ein Nachholtermin im Herbst feststeht, wird dieser von Stiftung Sayner Hütte und Freundeskreis Sayner Hütte bekanntgegeben.

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