Montag, 21. Oktober 2019

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95. Geburtstag

Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratuliert dem ersten Zuckmayer-Preisträger Günther Fleckenstein

Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratuliert Günther Fleckenstein herzlich zu seinem 95. Geburtstag am 13. Januar. Der Theaterregisseur, Dramaturg und Intendant wurde 1979 als erster Kulturschaffender mit der Carl-Zuckmayer-Medaille ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung würdigt das Land Rheinland-Pfalz Künstlerinnen und Künstler für Verdienste um die deutsche Sprache und um das künstlerische Wort. „In seinem Schaffen hat er durch Intellekt, Gefühl, Leidenschaft und Intuition das deutsche Theater geprägt und dabei sein außergewöhnliches künstlerisches Talent umfangreich unter Beweis gestellt. Dabei galt sein besonderes Engagement Carl Zuckmayer und seinen Werken. Das hat mich sehr beeindruckt“, so die Ministerpräsidentin.

Günther Fleckenstein sei sich stets treu geblieben und habe seine Beziehung zu Rheinland-Pfalz und Mainz immer aufrechterhalten. Insbesondere beim alljährlichen Festakt für die neuen Zuckmayer Preisträger sei er ein oft und gern gesehener Gast. Zu seinem Ehrentag wünsche sie ihm alles Gute, Glück und Wohlergehen, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Günther Fleckenstein wurde 1924 in Mainz-Mombach geboren. Der studierte Theaterwissenschaftler war unter anderem Regieassistent und stellvertretender Dramaturg an den Kammerspielen Mainz sowie von 1966 bis 1986 Intendant des Deutschen Theaters in Göttingen.

Die Stadt Koblenz und Markus Dietze . . .

. . . verlängern den laufenden Intendantenvertrag bis zum Ende der Spielzeit 2024/2025.

Nachdem der Stadtrat durch einen einstimmigen Beschluss der Vertragsverlängerung zwischen der Stadt Koblenz und Intendant Markus Dietze bereits in seiner Sitzung vom 14. Dezember 2018 seine Zustimmung erteilt hatte, haben nun Anfang Januar 2019 Oberbürgermeister David Langner und Markus Dietze die Vertragsverlängerung bis zum 31. Juli 2025 unterzeichnet.

Oberbürgermeister David Langer und Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz erklärten anlässlich der Vertragsunterzeichnung:

„Markus Dietze hat in den vergangenen Jahren für das Theater Koblenz Hervorragendes geleistet: Eine künstlerisch klare Positionierung des Theaters Koblenz im Kontext der Theater in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus geht Hand in Hand mit einer soliden, transparenten und sachorientierten Betriebsführung.

Mit dieser Vertragsverlängerung unterstreicht die Stadt Koblenz ihr deutliches Bekenntnis zum Theater und trifft eine strategisch wichtige Entscheidung im Hinblick auf eine erfolgreiche künstlerische Zukunft genauso wie in Bezug auf die für die Zukunft anstehenden Sanierungs-maßnahmen und die Weiterentwicklung des Theaters Koblenz.

Wir begrüßen, dass der Stadtrat der Stadt Koblenz uns in dieser Angelegenheit so einmütig unterstützt und freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit Intendant Markus Dietze.“

Der 1972 in Waiblingen bei Stuttgart geborene Dietze ist seit der Spielzeit 2009/2010 Intendant des Theaters Koblenz. Zuvor war er, nach einem Regiestudium in Hamburg und der Arbeit als freiberuflicher Regisseur und Produktionsleiter – unter anderem bei Festivals wie den Salzburger Festspielen und der Ruhrtriennale – von 2004 bis 2009 Intendant des Theaters der Altmark in Stendal. Neben seiner Tätigkeit als Intendant und Opern- und Schauspielregisseur ist Dietze regelmäßig im Rahmen der universitären Lehre an verschieden Hochschulen tätig und engagiert sich ehrenamtlich im Deutschen Bühnenverein vor allem in Fragen des Tarif- und des Urheberrechts.

Das neue Jahr hat begonnen – Gedanken zum Wandel der Zeit…

Die Jahreszeiten

Es beginnt wieder ein neues Jahr. Auch wenn wir nicht wissen, was es für uns bereit hält, so wissen wir doch genau, dass es in vier Abschnitte eingeteilt ist: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. In all dem  Wandel und Wechsel der Zeiten erfahren wir in den Jahreszeiten Beständiges und Wederkehrendes und darin birgt sich viel Gutes für uns Menschen.

Im Frühling ersehnen wir alle das neue Leben. Wen die Winterstarre sich löst,  wenn an kahlen, toten Zweigen erste Knospungen sich bilden, wenn aus dunklen Tiefen der Erde neue Sprösslinge aufbrechen, dann wird augenfällig, was Leben heißt. Die Totenstarre ist überwunden, das neue Leben triumphiert. Der Mensch wird lebendiger…

Der Sommer ist die Zeit des Wachsens und des Reifens, die Zeit der Ruhe und der Erholung. Die Natur steht in Saft und Kraft und so entsteht neue Lebensfreude. Die Schöpfung blüht und reift.

Der Herbst ist die Zeit der Ernte, der Kreis vollendet sich. Mühe und Arbeit erhalten in der Ernte ihre sinnvolle Bestätigung. Es wird Bilanz gezogen, wie es mit den eigenen Lebensfrüchten bestellt ist.

Der Winter wiederum führt uns in die dunkle Zeit. Die Säfte ziehen sich in die Wurzeln zurück, brach und kalt liegt die Natur danieder.  Es gibt die längste Nacht und den kürzesten Tag des Jahres und dennoch  dürfen wir uns auf das neue Licht freuen. Nicht das Dunkel, sondern letztendlich das  Licht wird triumphieren.

Die Tage und Jahreszeiten sollen uns lehren, bewusster mit unserer Zeit und unserem Leben umzugehen. Umso mehr uns dies gelingt, umso besser können wir den Wandel gestalten, die Tiefen ertragen und die Positive dankbar annehmen

Hans-Peter Meyer

Carl-Zuckmayer-Preis 2019

Dreyer und Menasse: Vorbehaltlose Anerkennung von Fakten gehört zum Wertefundament unserer liberalen Öffentlichkeit

Nach Gesprächen zwischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer, dem Kommissionsvorsitzenden Kulturminister Professor Konrad Wolf, Kommissionsmitgliedern und Robert Menasse hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer entschieden, den Carl Zuckmayer Preis am 18. Januar 2019 an Robert Menasse zu überreichen. Hier die gemeinsame Erklärung im Wortlaut:

Erklärung zur Verleihung des Carl-Zuckmayer-Preises 2019 an Robert Menasse

„Robert Menasse hat sich große Verdienste um die deutsche Sprache erworben, er hat in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes literarisches Gesamtwerk geschaffen, für das er zurecht große Anerkennung erhält. Sein engagiertes Streiten für die europäische Idee trifft europaweit auf große Resonanz und hat die politische Debatte um die Zukunft der Europäischen Union sehr bereichert. In Würdigung dieses beeindruckenden Wirkens werde ich Robert Menasse am 18. Januar 2019 die Carl-Zuckmayer-Medaille verleihen“, so Ministerpräsidentin Dreyer.

Die öffentliche Diskussion um den Umgang von Robert Menasse mit angeblichen Zitaten von Walter Hallstein hatte einen intensiven Austausch zwischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer, dem Kommissionsvorsitzenden, Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf und Robert Menasse zur Folge.

„Wir sind davon überzeugt, dass die vorbehaltlose Anerkennung von Fakten zum Wertefundament unserer liberalen Öffentlichkeit gehört. Die Bereitschaft, ja die Notwendigkeit, Gewissheiten von Annahmen und Fakten von Meinungen zu trennen, ist für das Gelingen einer demokratischen Debatte unerlässlich“, so Dreyer und Menasse. In einem offenen politischen Austausch müsse der Konsens gelten, dass in höchstem Maße gewissenhaft und sorgfältig mit Zitaten und historischen Tatsachen umgegangen werde.

„Es war ein Fehler von mir, Walter Hallstein in öffentlichen Äußerungen und nicht-fiktionalen Texten Zitate zuzuschreiben, die er wörtlich so nicht gesagt hat. Es war unüberlegt, dass ich im Vertrauen auf Hörensagen die Antrittsrede von Hallstein in Auschwitz verortet habe. Diese hat dort nicht stattgefunden. Das hätte ich überprüfen müssen. Ich habe diese Fehler nicht absichtsvoll und nicht mit dem Ziel der Täuschung begangen. Ich hielt diese Geschichte für ein starkes symbolisches Bild des europäischen Einigungsprojekts, das doch zweifellos mit dem Schwur ‘Nie wieder Auschwitz‘ verbunden ist. In meinem Roman ist das stimmig, aber die Vermischung von literarischen Fiktionen mit Äußerungen in europapolitischen Diskussionen bedauere ich sehr und entschuldige mich bei allen, die sich getäuscht fühlen“, erklärt Robert Menasse.

Es gebe einen Unterschied zwischen der künstlerischen Freiheit, die ein Schriftsteller in seinem fiktionalen Schaffen genieße, und der Verantwortung, der er gerecht werden müsse, wenn er sich in den politischen Diskurs begebe. Während Ersterer mit der historischen wie gegenwärtigen Realität künstlerisch umgehen, sie deuten und modellieren dürfe, unterliege Letzterer der Verpflichtung, Fakten von Fiktion zu trennen.

„Das Spiel von Fakten und Fiktionen zuzuspitzen und zu polarisieren – das war lange Zeit im öffentlichen Diskurs eine Rolle des Dichters. Es war eine produktive Methode, Diskussionen auszulösen, vor der sich Pragmatiker und so genannte Realisten drücken. Dass aber heute, in Zeiten der allgemeinen Verunsicherung, in Zeiten von Hetze und absichtlichen Fälschungen, hier klar abgegrenzt werden muss, verstehe ich. Die künstlerische Freiheit im Roman und die Spielregeln im politischen Diskurs dürfen nicht vermischt werden. Darauf werde ich achten und darauf können Sie sich verlassen“, so Menasse.

Die ersten Pilger nach Bethlehem… - Gedanken zum Tag der Erscheinung des Herrn (Dreikönigsfest)

Von Hans-Peter Meyer

Bei den Kindern sind sie beliebt. Auch den meisten Erwachsenen sind diese Wanderer nach all den Jahren noch ein Begriff. Denn sie waren es, die dem Weihnachtsstern folgten, der ihnen hell am nächtlichen Himmel leuchtend den Weg zur Geburtsstätte des neuen Königs der Juden nach Bethlehem wies: Jesus von Nazareth.

Sie waren seine ersten Verehrer, sie knieten vor dem Kinde nieder, huldigten dem Menschen, in welchem sie den Messias erkannten und beschenkten ihn mit den Gaben, die sie mit sich trugen: Mit Myrrhe, dem Balsamöl, gewonnen aus dem Harz des Myrrhestrauchs. Mit Weihrauch, dem getrockneten Harz des Weihrauchbaumes und mit dem Gold, welches einem König gebührt. Um es einfach auszudrücken, waren sie ersten Pilger nach Bethlehem.

Die Rede ist von Caspar, Melchior und Balthasar – den drei Weisen aus dem Morgenlande. Ob sie wirklich so hießen, ist heute kaum mehr zu bestimmen, denn nicht nur ihre Anzahl schwankte, je nach Quelle, zwischen zwei und vier, auch ihre Namen waren ursprünglich nicht festgelegt. Die aktuell gültige Fassung wurde zwischen dem sechsten und achten Jahrhundert bekannt, jedoch existieren auch heute noch regionale Abweichungen.

Anfänglich waren die Drei auch keine Aristokraten sondern, folgt man Matthäus, Magier aus dem Osten, also „Weise“. In den königlichen Stand wurden sie erst lange Zeit später erhoben, etwa zwischen dem achten und dem zwölften Jahrhundert. Zu ihrem Andenken begehen wir heute jedes Jahr am 6. Januar das Epiphaniasfest, benannt nach der Erscheinung des Herrn. Bekannter ist es unter dem Namen „Heilige Drei Könige“.

Wenngleich es kein bundesweiter Feiertag ist, so hat sich doch fast überall der Brauch des Sternsingens etabliert. Dabei ziehen hauptsächlich als Könige verkleidete Kinder mit einem Stern von Haus zu Haus, singen, sprechen ein Gedicht oder Gebet und verkünden die frohe Botschaft. Die als Lohn dafür erhaltenen Gaben, meist Geldspenden, gehen an die Armen, heute also an wohltätige Zwecke.

Zum Dank hinterlassen sie mit geweihter weißer Kreide ihre traditionelle Segensbitte an der Haustür oder am Türbalken, etwa so: 20 *C+M+B+ 13. Der Stern symbolisiert dabei den von Bethlehem, die Kreuze repräsentieren die Dreifaltigkeit in Form des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und die Buchstaben stehen wahlweise für die Namen der Drei Weisen oder für das lateinische „Christus Mansionem Benedicat“, was so viel bedeutet wie: „Christus, segne dieses Haus“.

Die Ziffern bezeichnen die Jahreszahl des Besuches und ändern sich somit in jeder Saison – in Gebrauch sind im Übrigen je nach Land und Konfession diverse örtliche Variationen der genannten Symbole.

Orthodoxe Christen feiern die Wasserweihe zum Gedenken der Taufe Christi, während die katholische Kirche dieses Ereignis getrennt von seiner Erscheinung erst an dem auf Epiphanias folgenden Sonntag zelebriert.

Eine besondere Form der Erinnerung an Caspar, Melchior und Balthasar findet sich in Form ihrer Gebeine, der Überlieferung nach die einzigen erhaltenen menschlichen Überreste von Zeitzeugen der Geburt Christi. Als Reliquien fanden sie ihren Weg mit Hilfe der Heiligen Helena, Mutter Kaiser Konstantins I, des Bischofs Eustorgius sowie des Erzbischofs Rainald von Dassel im Jahre 1164 von Palästina über Mailand bis ins mittelalterliche Köln.

Die Stadt erlangte dadurch neben ihrem Rang als Bistumssitz überregionale Bedeutung als Wallfahrtsort. Möglicherweise waren also diese Reliquien mit einer der Gründe für den Bau des Kölner Doms, denn dem wunderschönen, kunstvoll verzierten Schrein, in dem sie noch heute aufbewahrt werden, geziemte ein würdiges Domizil. Nach 632 Jahren Bauzeit war die entsprechende, bautechnische Meisterleistung dann auch vollbracht worden – aber das  wäre eine andere, neue Geschichte.

Dennoch sollte die vorstehende Interpretation eine Reflexion zum Tag der Heiligen Drei Könige sein – zum Nachdenken und zur Orientierung…

©  Hans-Peter Meyer

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