Sonntag, 20. Juni 2021

Letztes Update:02:17:05 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Netzwerktreffen zur Stärkung der Nachtkultur

Kulturdezernentin untermauert Bereitschaft der Stadt zum Dialog

Koblenz. Am 27. Mai hat Mike Spriestersbach in seiner Funktion als Nachtkulturbeauftragter zu einem Netzwerktreffen eingeladen. Bei dem Treffen in Form einer Videokonferenz war auch die Dezernentin für Bildung und Kultur der Stadt Koblenz, PD Dr. Margit Theis-Scholz mit dabei. Das Gespräch im zeitlichen Umfeld der Wiederaufnahme des Kulturbetriebs diente dem Meinungsaustausch über mittel- und langfristige Perspektiven zur Stärkung der Nachtkultur in Koblenz, ganz konkret aber auch als Signal an die anwesenden Vertreter der Szene, sich gemeinsam Gedanken über Beteiligungsmöglichkeiten am Kulturprogramm der kommenden Wochen und Monate zu machen - gerade auch für den Fall, dass die eigenen Einrichtungen noch für Konzerte und Clubbetrieb geschlossen bleiben müssen. Von Seiten der Nachtkultur waren die Betreiber des Mephistos, des Zenits, des SK2, des Kurioos, der Kaffeewirtschaft und der Gecko Lounge anwesend. Der Kreis soll laut Spriestersbach weiter ausgebaut werden.

„Alle sind aufgefordert weitere Teilnehmer zu finden um gemeinsam etwas zu kreieren", appellierte Spriestersbach, der in der Vergangenheit bereits selbst als Kulturveranstalter aufgetreten war, an die Runde. Staatliche Förderprogramme böten in diesem Jahr die Möglichkeit, trotz bestehender Einschränkungen mit geringem wirtschaftlichen Risiko Veranstaltungen zu planen und durchzuführen, aber auch die Aufmerksamkeit für die Szene zu erhöhen. Theis-Scholz ergänzte: „Wir wollen den Dialog. Unser Anliegen ist es heute, Ihnen zu vermitteln, dass wir sie als Kulturveranstalter verstehen." In der anschließenden Gesprächsrunde ging es um die Einbeziehung regionaler Kulturschaffender bei zukünftigen Großveranstaltungen, niveauvolle Kulturprogramme und ein anspruchsvolles Kulturangebot für Jugendliche, um den negativen Begleiterscheinungen der Nachtökonomie gemeinsam etwas entgegenzusetzen. Dass das Regelwerk der Stadt den Veranstaltern Grenzen setzt, wurde genauso thematisiert wie die möglichen Auswirkungen der bundespolitischen Initiative, Clubs als Kulturstätten anzuerkennen.

Theis-Scholz bedankte sich für den Input und nahm die Anregungen gerne mit. Mit den Worten "nichts ist in Stein gemeißelt“ drückte Spriestersbach seine Hoffnung aus, den aufgenommenen Dialog dafür zu nutzen, manche Entwicklungen im Zuge der Pandemie neu zu bewerten. „Die Stadt hat in den vergangenen Monaten schon Entgegenkommen gezeigt.“ In den kommenden Wochen soll es nun konkret um die Möglichkeit der Einbindung ins städtische Kulturprogramm, die Einbindung der Nachtkultur im Kulturhaus Koblenz+ und in die für den Sommer geplante Kulturnutzerstudie gehen.

„Sonderfonds des Bundes bringt uns das kulturelle Leben zurück!“

Erwin Rüddel: Kulturveranstaltungen werden abgesichert und wieder möglich

Berlin / Region. „Aufatmen bei den Organisatoren und Verantwortlichen von Kulturveranstaltungen auch im Kreis Neuwied, nachdem der Bundestag aktuell den 2,5 Milliarden Euro schweren Sonderfonds für Corona-Finanzhilfen für die Kulturbranche beschlossen hat. Damit werden zukünftig pandemiebedingte Ausfallrisiken von Konzerten, Festivals und anderen Kulturveranstaltungen durch die Erstattung von Vorbereitungs- und Ausfallkosten abgefedert“, erklärt aktuell der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel.

Der Parlamentarier erinnert daran, dass die Kultur durch düstere Monate gegangen ist. Deshalb seien viele Hilfsprogramme aufgelegt worden. Besonders hart getroffen waren und sind gerade die Kulturveranstalter: „Für die gibt es jetzt einen Sonderfonds des Bundes. Neben der erwähnten Abfederung, werden durch eine Wirtschaftlichkeitshilfe die Einnahmeverluste bei Corona bedingten Einschränkungen kompensiert.“

Mit 2,5 Milliarden Euro umfasst der Fonds mehr als das Doppelte des Etats von Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Aufgrund dieses beachtlichen Hilfsangebotes des Bundes sowie der sinkenden Corona-Ansteckungsraten ist Rüddel zuversichtlich, dass das kulturelle Angebot kurzfristig wieder ebenso reich wie vielfältig sein wird, „wie wir es vor dem Beginn der Pandemie gewohnt waren. Denn Live-Veranstaltungen bieten Kultur, Begegnung, Unterhaltung, Zerstreuung und insbesondere geistige Anregung. All dies wird nun wieder möglich, indem wir Veranstalter in die Lage versetzen, Veranstaltungsrisiken wieder zu tragen“.

Dafür, so der Abgeordnete, stünden nun alle Ampeln auf Grün: „Mit diesem Kulturveranstaltungsfonds erobern sich die Künstler und das Publikum die Bühnen zurück. Der Bund engagiert sich damit in nie dagewesener Höhe in der Kulturförderung.“

Der Fonds besteht aus zwei Säulen: Die Wirtschaftlichkeitshilfe soll kleinere Veranstaltungen bis 2.000 Besucher befördern, die aufgrund der Corona-Hygieneregeln nicht vor ‚vollem Haus‘ stattfinden können. Dazu werden die Ticketeinnahmen bis zu 100 Prozent bezuschusst. Als zweite Säule soll eine Ausfallabsicherung vor allem für größere Veranstaltungen das Risiko einer Coronas-bedingten Absage oder Verschiebung absichern. Bis zu 80 Prozent der Ausfallkosten übernimmt der Bund.

„Gemeinsam mit dem Programm ‚Neustart Kultur‘ der Kulturstaatsministerin sowie der Überbrückungshilfe III des Bundeswirtschaftsministers vervollständigt der Sonderfonds für Kulturveranstaltungen den Instrumentenkasten des Bundes für Kultur. Ich bin sicher: Der Veranstaltungsfonds wird auch im Kreis Neuwied zum Startschuss für einen schönen und glücklichen Kultursommer werden“, bekräftigt Erwin Rüddel.

Schule im Corona-Modus

„Bei den Aufgaben komme ich nur langsam voran, das stresst mich richtig“, schreibt Tyler. Alya hat große Angst, „dass meine Tante, die Krebs hat, das Corona-Virus bekommt und stirbt.“ Und Lisa wird poetisch: „Schule in Zeiten von Corona ist wie ein Schlachthof, nur dass Träume statt Tieren geschlachtet werden.“

Die Sorge um sich, die Sorge um andere: Das Buch „Schule im Corona-Modus“ versammelt mehr als 400 Texte und Bilder aus 44 hessischen Schulen, in denen Jungen und Mädchen ihre Eindrücke und Erlebnisse in der Corona-Pandemie zu Papier gebracht haben.

Die Freude über zusätzliche schulfreie Tage im Lockdown währte nur kurz. Schnell ist auch der Humor verflogen, mit dem die Schüler noch die Hamsterkäufe von Nudeln oder Toilettenpapier kommentierten. Mit jedem Tag der Ausnahmesituation vermissen sie die Struktur, die Schule und Unterricht ihrem Leben geben, mehr. Vor allem aber fehlt ihnen der persönliche Austausch mit ihren Klassenkameraden vor Ort. Sie erleben schmerzlich, dass Online-Kommunikation diesen nicht ersetzen kann. Langeweile kommt auf, dann Verunsicherung, Ängste vor dem Alleinsein, vor Vereinsamung, vor einer ungewissen Zukunft. Und Wut: Wut auf das Corona-Virus, diesen unsichtbaren Feind.

In ihrer Vielfalt – die Beiträge stammen aus allen Altersklassen und Schulformen – bilden die Arbeiten einen breiten Querschnitt der hessischen Schullandschaft ab. Um ein „ungeschöntes Stimmungsbild“ widerzugeben, hat die „Aktion Hessen hilft“ als Herausgeber auf eine redaktionelle Überarbeitung verzichtet.

„Schule im Corona-Modus“ eröffnet so einen authentischen Einblick in die Gefühlswelten junger Menschen in einer nun schon mehr als einem Jahr währenden Extremsituation. Es ist auch eine Dokumentation der Kreativität, die Kinder und Jugendliche entwickeln, um ihren Sorgen und Nöten Ausdruck zu verleihen: sei es mit einem Comic, in einem Tagebuch, einem Filmskript, einem Gedicht oder einem Gebet.

„Schule im Corona-Modus – Eindrücke und Erlebnisse von Schülerinnen und Schülern“, herausgegeben von der Aktion Hessen hilft e.V./Tobias Greilich, 464 Seiten. Das Buch mit einem Grußwort des hessischen Kultusministers Professor Dr. R. Alexander Lorz ist zum Preis von 14,80 Euro im Buchhandel erhältlich. ISBN: 978-3-942347-34-1. Für den Druck eines weiteren Buches bittet der gemeinnützige Verein um Spenden auf das Konto DE81 5185 0079 0121 0076 65. Der Verein ist erreichbar unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

Interviewfragen:

Tiefe Einblicke in die Sorgen von Schülern in der Pandemie

Herausgeber Tobias Greilich zur Publikation „Schule im Corona-Modus“ der „Aktion Hessen hilft“

Seit 1995 leistet die „Aktion Hessen hilft“ weltweit humanitäre Hilfe für Menschen in Not. Jetzt gibt sie das Buch „Schule im Corona-Modus – Eindrücke und Erlebnisse von Schülerinnen und Schülern“ heraus. Herr Greilich, Sie sind seit der Gründung Vorsitzender des Vereins, wie entstand die Idee zu dem Buch? Wie fügt sich dieses in das Anliegen des Vereins ein?

Die Aktion Hessen hilft ist zu meiner eigenen Schulzeit als Initiative von Schülern und Jugendlichen entstanden, weil uns das Kriegsleid im ehemaligen Jugoslawien erschüttert hatte und wir versuchen wollten zu helfen. Bis heute tragen mehrere Hundert hessische Schulen die „Hessische Schulaktion für Menschen in Not“ mit. Seit ich eigene Kinder habe, wurde es mit deren zunehmendem Alter immer wichtiger für mich, durch gemeinsame Projekte mit den Schulen auch den sozialen Horizont der beteiligten Schüler zu erweitern und sie die Welt noch ein Stückchen mehr begreifen zu lassen. In Corona-Zeiten sind Schüler selber „Menschen in Not“ – so entstand der Gedanke, sie mit ihren Sorgen und Nöten einmal selbst in den Mittelpunkt zu stellen.

Der Band versammelt Beiträge von Jungen und Mädchen vom Grundschulalter bis zum Abitur aus mehr als 40 Schulen. Wie ist diese große Bandbreite zustande gekommen?

Tatsächlich haben sich Schüler aller Altersklassen und Schulformen aus allen Teilen Hessens mit Beiträgen beteiligt. Teilweise arbeiten wir mit den Schulen schon seit vielen Jahren zusammen, teilweise haben sich neue Partner von der Buchidee angesprochen gefühlt und ihre Schüler zur Teilnahme animiert. Das Besondere ist, dass Beiträge von Grundschülern neben denen von Berufsschülern stehen, von Gymnasiasten neben denen von Förderschülern. Jeder drückt sich auf andere Weise aus, aber in Summe zeigen sie ein unmittelbares Stimmungsbild der hessischen Schülerschaft.

Sie haben sich bewusst gegen eine Bewertung oder Klassifizierung der Beiträge entschieden und auch keine redaktionelle Überarbeitung vorgenommen. Warum?

Uns ist bewusst, dass sich die Beiträge qualitativ unterscheiden, aber uns ging es auch nicht um einen künstlerischen oder literarischen Wettbewerb, sondern wir wollten Kinder und Jugendliche zu Wort kommen lassen – mit ihren Eindrücken und Erlebnissen, ehrlich und ungeschönt, in selbstgewählten künstlerischen Formen, ohne hinderliche Formvorschriften. Wir empfinden gerade diese Vielfalt als Ausdruck von Authentizität – das zeigt sich auch am Ergebnis.

Welche Gefühle haben Sie persönlich während der Arbeit an dem Buch beschäftigt?

Ich war vielfach betroffen. Durch meine eigenen Kinder, durch ihre Freundeskreise, durch zwei Schulen, deren Schulelternbeirat ich vorstehe, war ich ohnehin schon nah dran. Aber in dieser geballten Weise zu sehen und zu lesen, wie sehr die Corona-Krise auf den Schülern lastet, damit hatte ich nicht gerechnet. Dadurch wurde aus der reinen Idee für mich ein Herzensprojekt; die Schülerbeiträge sind sehr persönlich und bewegend und ich finde es absolut wert, sie zu veröffentlichen und dadurch zu bewahren.

Sie haben neben zwei erwachsenen Töchtern einen neunjährigen Sohn. Haben Sie mit ihm über das Buch gesprochen?

Natürlich war das Buch bei uns zu Hause immer wieder Thema. Unser Sohn erlebt den „Corona-Modus“ aus der Sicht eines Grundschülers, unsere mittlere Tochter macht unter diesen Bedingungen ihr Abitur. Selbst für unsere große Tochter als Studentin ist nichts mehr, wie es zu Studienbeginn war, und auch wir Eltern sind ja Teil von „Schule im Corona-Modus“. Meine Frau und unsere Kinder haben das Buch begleitet und unterstützt, Ideen eingebracht und unser Sohn hat gleich mehrere Beiträge gestaltet. Auch ihm hat es gut getan, seine Gefühle auf diese Weise ausdrücken zu können.

Und wo würden Sie sich wünschen, dass über „Schule im Corona-Modus“ gesprochen wird?

An den Schulen kennt jeder die Auswirkungen der Pandemie und ihrer Einschränkungen. Ich würde mir aber wünschen, dass die Politik noch etwas mehr von den Folgen ihrer Beschlüsse mitbekommen würde. Wer in diesem Schuljahr in die Grundschule eingeschult wurde, kennt im Prinzip keine Schule ohne Maske, kein Toben auf dem Pausenhof, keine tröstende Umarmung einer Lehrkraft, ja nicht einmal täglichen Unterricht in der Schule. Was das mittel- und langfristig mit unseren Kindern macht, ist noch gar nicht abzusehen. Wer das nachfühlen will, bekommt durch die Schülerbeiträge tiefe Einblicke.

Was ist Pfingsten? Eine verständliche Darstellung der Gaben des Heiligen Geistes.

Pfingsten leitet sich vom griechischen Wort  Pentekoste her, das einen fünfzigsten Tag bezeichnet. Pfingsten ist eines der großen christlichen Feste. Darum wird es in unserem Land zwei Tage hindurch begangen. Es wird fünfzig Tage nach Ostern gefeiert und bezeichnet den Abschluss der Osterzeit. Doch trägt das Pfingstfest  auch eigene Akzente. In ihm lebt, freilich verwandelt, ein im Alten Testament bezeugtes jüdisches Fest weiter: Im Buch Exodus wurde das „Fest der Erstlingsfrüchte von der Weinernte“, als Fest am fünfzigsten Tag bezeichnet, also als Pfingstfest (Ex 34,22). Nach dem Buch Deuteronomium war es auch eines der Wallfahrtsfeste im Laufe des Jahres (vgl. Dt. 6,9-12).

Aufgrund der Ostererfahrung der Christen erhielt das jüdische Pfingstfest, auch Wochenfest“ genannt, eine neue Bedeutung: als die junge Christengemeinde am Pfingstfest versammelt war, wurde sie vom Heiligen Geist erfüllt, so berichtet die Apostelgeschichte im 2. Kapitel. Es erfüllte sich, was der Prophet Joel vorausgesagt hatte: „Ich (Jahwe)…werde von meinem Geiste ausgießen über alles Fleisch…“ Die erste Frucht der Begabung mit dem Heiligen Geist war der Glaube an Jesus, denn, so Paulus, „niemand kann sagen: Herr ist Jesus, außer im Heiligen Geist“ (1. Kor  12,3) Aber auch andere Früchte zeigten sich bei den an Pfingsten Versammelten: Liebe, Freude, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut,  Selbstbeherrschung“ (Gal  5,22 f). Am Pfingstfest ereignete sich darüber hinaus das Sprachenwunder. Die, die den Christen begegneten, hörten sie in ihren eigenen Sprachen reden und verstanden sie – ein Hinweis, dass das Evangelium nun in alle Völker hineingetragen werden soll. Die Kirche ist ja Gottes neues Volk aus Juden und Heiden.

Dass Pfingsten am fünfzigsten Tag nach Ostern gefeiert wird, hat seinen Grund zum einen in seiner alttestamentarischen Herkunft und zum anderen darin, dass die vom Evangelisten Lukas  stammenden  Berichte in der Apostelgeschichte von einem zeitlichen  Abstand zischen Ostern und Pfingsten ausgehen. Dies hat zur heutigen Praxis geführt. Sachlich wäre es auch denkbar gewesen, die innere Zusammengehörigkeit des Oster- und Pfingstgeheimnisses stärker zu betonen – Sinne der Texte des Johannesevangeliums. Denn dort schenkt der auferstandene Christus seinen Jüngern den Heiligen Geist bereits bei seiner Begegnung mit ihnen am Abend des „ersten Tages der Woche“ also am Ostertag selbst (Joh  20, 19-23).

Nach dem Bericht des Lukas in der Apostelgeschichte gingen dem Pfingstfest einige Tage voraus, an denen die Jünger Jesu zusammen mit Maria, der Mutter Jesu, und einige anderen aus der christlichen Urgemeinde zum Gebet versammelt waren (Apg 1, 12-14) An dieses Beten erinnert die bis heute lebendige Praxis der Pfingstnovene. Vor Pfingsten beten Christen neun Tage hindurch um die Gaben des Heiligen Geistes für sich selbst und für die Kirche und die Welt. Seit einiger Zeit kommt in den Gebeten der Pfingstnovene ein ergänzender Akzent zum Tragen: Christen aus den verschiedenen Kirchen und Konfessionen beten um die Einheit der Christenheit.

© Hans-Peter Meyer

Kirchenmusik ist Berührung zwischen Gott und Mensch

Personalwechsel im Bereich Kirchenmusik: Sorger folgt auf Balzer

Trier – Thomas Sorger wird neuer Diözesanreferent für Kirchenmusik im Bistum Trier und Leiter der Bischöflichen Kirchenmusikschule in Trier. Er folgt zum 1. Juli auf Matthias Balzer, der am 30. Juni 2021 in den Ruhestand geht.

Mit Matthias Balzer geht ein kirchlicher Mitarbeiter in den Ruhestand, dem Vernetzung und Austausch wichtige Anliegen waren: „Wäre Gesanges voll unser Mund...“ zitiert er ein bekanntes Neues Geistliches Lied und ergänzt: „Musik – und nicht zuletzt Kirchenmusik – baut Brücken zu den Menschen und ermöglicht Berührung zwischen Gott und Mensch.“ Daran knüpft sein Nachfolger an. „Wenn Gott Liebe, Beziehung zum Menschen ist, mit Auswirkung auf die Beziehung der Menschen zueinander, dann ist Kirchenmusik eines der besten und schönsten Mittel, dies selbst zu erfahren und sich mit anderen darüber auszutauschen“, betont Thomas Sorger.

Thomas Sorger (*1962) hat ein Studium der Kirchenmusik in Köln sowie ein Studium als Musikschullehrer für Klavier und Gesang an der Universität in Koblenz absolviert. Er war Kirchenmusiker in Neuwied und Düren und freiberuflich als Ensemblesänger, Liedbegleiter, Continuospieler und Chorleiter tätig. Seit 2014 ist er Regionalkantor im Bistum Trier und leitet die Fachstelle für Kirchenmusik Neuwied. Er ist als Dozent bei den Kirchenmusikwerkwochen und in der Mitarbeit bei der Fortbildungswoche Kirchenmusik für Priester der Weltkirche im Bistum Trier aktiv. Im Zusammenhang mit der Synodenumsetzung hat Sorger in der Teilprozessgruppe Geistliche Zentren und im Entwicklungsprozess Kirchenmusik sowie in der Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Ergebnisse des Entwicklungsprozesses Kirchenmusik mitgearbeitet.

Matthias Balzer (*1955) studierte Kirchenmusik an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt a.M. mit Meisterkursen in den Fächern Orgel, Cembalo und Orchesterleitung und absolvierte die A-Prüfung als Kirchenmusiker sowie die Weiterbildung zum Orgelsachverständigen. Von 1980 bis 1995 war er als Dekanatskirchenmusiker in Friedrichshafen tätig, bevor er in den Dienst des Bistums Trier wechselte. Hier war er von 1995 bis 2000 als Diözesanreferent für Kirchenmusik tätig. Im Jahr 2000 wurde er zusätzlich mit der Ausbildung der C-Kirchenmusiker beauftragt und zum Leiter der Bischöflichen Kirchenmusikschule in Trier ernannt. Er initiierte und begleitete die Einrichtung der Dekanatskantorenstellen und der Fachstellen Kirchenmusik sowie ein neues Ausbildungskonzept. Seit 2006 ist die Stelle im Arbeitsbereich „Liturgie und Kirchenmusik“ in der Abteilung „Pastorale Grundaufgaben“ im Zentralbereich „Pastoral und Gesellschaft“ angesiedelt. Von 2007 bis 2019 war Balzer Präsident des Deutschen Pueri-Cantores-Verbandes; bis heute ist er Vizepräsident des Internationalen Pueri-Cantores-Verbandes. Zu den herausragenden Ereignissen in seiner Dienstzeit zählte das Kirchenmusikfest 2014 mit rund 2.000 Teilnehmenden zur Einführung des Neuen Gotteslobes – bei dessen Konzeption und Erstellung Balzer für das Bistum Trier die Projektleitung innehatte, das nationale Pueri-Cantores Chorfestival im Jahr 2015 mit rund 3.000 teilnehmenden Kindern und Jugendlichen und das 1. Ökumenische Kirchenmusikfest 2017 im Bistum Trier. 2019 war Balzer im Nachgang zur Diözesansynode 2013-2016 mit dem Entwicklungsprozess Kirchenmusik wesentlich daran beteiligt, die Grundlagen dafür zu erarbeiten, dass die Kirchenmusik eine missionarische und diakonische Ausrichtung der Pastoral stärker unterstützen und mitgestalten kann.

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL