Donnerstag, 26. November 2020

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Freundeskreis Sayner Hütte erwirbt historischen Eisenguss-Ofen

Großzügige Spende ermöglichte den Ankauf

Bendorf-Sayn. Einen gusseisernen „Oval-Ofen“ aus der Produktion der Sayner Hütte um 1830 konnte der Freundeskreis Sayner Hütte e.V. kürzlich erwerben. Das Kunstguss-Objekt stammt aus dem Deutschen Eisenofen-Museum Neu-Ulm und war bereits viel bewundertes Exponat der Ausstellung PREUSSENS SCHWARZER GLANZ im Rheinischen Eisenkunstguss-Museum, die in Schloss Sayn 2018/2019 gezeigt wurde.

Das Angebot an Eisenkunstgusswaren publizierte die Sayner Hütte in Musterkatalogen. Bereits im ersten Katalog aus dem Jahre 1823 „Abbildungen der Gusseisenwaaren aus der königlichen Eisengiesserey zu Saynerhütte“ zeigten Lithographien Großobjekte aus Eisenguss, darunter auch reich verzierte Oval-Öfen.

Eine großzügige Spende ermöglichte dem Förderverein jetzt den Ankauf des wertvollen Eisenguss-Ofens. Frau Johanna Bernardi hat im Andenken an Ihren im vergangenen Jahr verstorbenen Ehemann, Fritz Bernardi, mit einem Betrag von 5.000 Euro den Erwerb in Gang gesetzt. Dem Freundeskreis gelang es, weitere 1.000 Euro an Spendengeldern einzuwerben. Fritz Bernardi war langjähriges Mitglied im Freundeskreis Sayner Hütte e.V.. Sein großes Interesse galt der Erhaltung der Gießhalle und der Geschichte des Eisenkunstgusses.

Zurzeit steht der historische Ofen noch gut verpackt auf dem Denkmalareal der Sayner Hütte. Sobald die Sanierungsarbeiten am dortigen Arkadengebäude abgeschlossen sind, wird der Ofen als historisches Original-Produkt der Sayner Eisengießerei einen Platz in der neuen Eisenkunstguss-Ausstellung erhalten. Mit Beginn des Jahres 2020 hat das Rheinische Eisenkunstguss-Museum bekanntermaßen seinen Standort von Schloss Sayn auf die Sayner Hütte verlegt. Museumsleiterin Barbara Friedhofen hat die Grundlagen für das Konzept der neuen Dauerausstellung ausgearbeitet. Der „Oval-Ofen“ wird als eines der Glanzstücke der künftigen Ausstellung die Kunst „der preußisch königlichen Eisengiesserey zu Saynerhütte“ präsentieren.

" Einkehr im November – Eine nachdenkliche Betrachtung zum Herbstmonat…“

Von Hans-Peter Meyer

Er beginnt wieder - der Monat November mit seinen zum Nachdenken und zur inneren Einkehr anregenden Feier- und Gedenktagen Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag und Totensonntag. Dieser Monat hat ein ganz besonderes Gepräge und bestimmt unsere Empfindungen und Gefühle in besonderem Maße.

Der November ist dazu angetan, Gedanken der Wehmut und Trauer zu wecken. Die Blätter fallen von den Bäumen, die Natur scheint abzusterben. Am späten Nachmittag senkt sich schon das Dunkel über die Landschaft. Der Wind fegt durch die leeren Straßen….

Im November trauern wir mehr als sonst um liebe Menschen und denken an die Zeit, als wir sie noch bei uns hatten. Wir gehen zu den Gräbern auf die Friedhöfe, zünden entsprechend der Sitte unserer keltischen Vorfahren kleine Lichter an und vieles wird plötzlich wieder gegenwärtig. Kein anderer Monat des Jahres ist so geeignet in uns diese Nachdenklichkeit zu wecken, wie dieser nasse, neblige und windige Monat. An langen Abenden werden Schubladen und Schatullen geöffnet. Wir greifen zu Briefen aus vergilbten Umschlägen. Dann werden wir unruhiger, unsere Gedanken flüchten zu den Dingen, aus denen die Dahingegangenen lauter zu uns sprechen als aus Grab und Stein.

Das Grün und die Blüten der Gräber erinnern trostreich an die Menschen, die nicht mehr unter uns sind. Zwiegespräche halten wir mit Bildern, aus denen uns alte und junge Augenpaare ansehen, ernste und auch lachende. Sie blicken beredt auf unser Alltagsleben. Letzte Stunden und Gespräche kommen in Erinnerung, kleine Gesten der Liebe und Zärtlichkeit. Viele Einzelheiten sind ins Gedächtnis eingebrannt, denn liebe Tote kann man nicht vergessen. Wehmut beschleicht uns, weil uns nicht mehr mit den Toten verbindet als die Erinnerung. Im Laufe des Lebens wird jeder Mensch mit dem Tod konfrontiert – durch den Verlust von Angehörigen und Freunden oder weil eine schwere Krankheit die eigene Sterblichkeit unmittelbar vor Augen führt. Friedhofsbesuche, Grabpflege und Rituale an Trauertagen, wie zum Beispiel an Allerheiligen oder am Totensonntag, können bei der Trauerbewältigung hilfreich sein. Der Schmerz wird dann leichter, unser Leben ist durch den Alltag mit neuen Aufgaben erfüllt.

Doch wer könnte einen Bruder, eine Schwester vergessen, einen Sohn oder eine Tochter, einen Ehemann oder die Ehefrau, einen Vater, die Mutter, einen vertrauensvollen Freund oder eine Freundin, die so zu unserem Leben gehörten, wie der Wechsel von Tag und Nacht? Wie sollte man aber weiterleben, wenn man nicht vergessen kann? Unsere Erinnerung darf uns nicht so gefangen nehmen, dass wir uns der Gegenwart und dem „Heute“ nicht mehr zu stellen vermögen. Es ist das ewige Gesetz der Natur: Werden, Vergehen und Werden. Das Große stirbt und das Kleine wächst nach.

Ehrfurcht, Achtung und Respekt vor den Toten sind so alt wie die Welt. Im christlichen Glauben wurzelt aber darüber hinaus die Hoffnung auf das, was uns erwartet, wenn auch wir die letzte Grenze überschritten haben. Niemand geht von uns, er geht nur voraus. Die Gedenktage im November fordern uns zur Selbstbesinnung auf. Stellen wir uns dem Schmerz, weil er notwendig ist, aber verharren wir nicht in ihm.

© Hans-Peter Meyer

 

Freundeskreis Sayner Hütte erwirbt historischen Eisenguss-Ofen

Großzügige Spende ermöglichte den Ankauf

Bendorf-Sayn. Einen gusseisernen „Oval-Ofen“ aus der Produktion der Sayner Hütte um 1830 konnte der Freundeskreis Sayner Hütte e.V. kürzlich erwerben. Das Kunstguss-Objekt stammt aus dem Deutschen Eisenofen-Museum Neu-Ulm und war bereits viel bewundertes Exponat der Ausstellung PREUSSENS SCHWARZER GLANZ im Rheinischen Eisenkunstguss-Museum, die in Schloss Sayn 2018/2019 gezeigt wurde.

Das Angebot an Eisenkunstgusswaren publizierte die Sayner Hütte in Musterkatalogen. Bereits im ersten Katalog aus dem Jahre 1823 „Abbildungen der Gusseisenwaaren aus der königlichen Eisengiesserey zu Saynerhütte“ zeigten Lithographien Großobjekte aus Eisenguss, darunter auch reich verzierte Oval-Öfen.

Eine großzügige Spende ermöglichte dem Förderverein jetzt den Ankauf des wertvollen Eisenguss-Ofens. Frau Johanna Bernardi hat im Andenken an Ihren im vergangenen Jahr verstorbenen Ehemann, Fritz Bernardi, mit einem Betrag von 5.000 Euro den Erwerb in Gang gesetzt. Dem Freundeskreis gelang es, weitere 1.000 Euro an Spendengeldern einzuwerben. Fritz Bernardi war langjähriges Mitglied im Freundeskreis Sayner Hütte e.V.. Sein großes Interesse galt der Erhaltung der Gießhalle und der Geschichte des Eisenkunstgusses.

Zurzeit steht der historische Ofen noch gut verpackt auf dem Denkmalareal der Sayner Hütte. Sobald die Sanierungsarbeiten am dortigen Arkadengebäude abgeschlossen sind, wird der Ofen als historisches Original-Produkt der Sayner Eisengießerei einen Platz in der neuen Eisenkunstguss-Ausstellung erhalten. Mit Beginn des Jahres 2020 hat das Rheinische Eisenkunstguss-Museum bekanntermaßen seinen Standort von Schloss Sayn auf die Sayner Hütte verlegt. Museumsleiterin Barbara Friedhofen hat die Grundlagen für das Konzept der neuen Dauerausstellung ausgearbeitet. Der „Oval-Ofen“ wird als eines der Glanzstücke der künftigen Ausstellung die Kunst „der preußisch königlichen Eisengiesserey zu Saynerhütte“ präsentieren.

Ein Abend mit Dieter Aurass

In seinem neuen Thriller „Jeden 3. Tag“ nimmt Dieter Aurass seine Leser mit auf eine blutige Reise durch Koblenz und verschont auch die StadtBibliothek nicht. Am vergangenen Freitag kehrte er in friedlicher Absicht an den Ort des Geschehens zurück und las aus seinem Buch.
Mit den ersten Kapiteln seines Romans machte er dem Publikum Lust aufs Selberlesen. Darüber hinaus bot sein abwechslungsreicher Auftritt zahlreiche Überraschungen und Kostproben seiner Arbeit. Er las aus anderen Texten, rezitierte humoristische Kriminalgedichte und pointierte Kurzkrimis.
Wie nebenbei plauderte Aurass über das Schreiben und seine erste Karriere als Polizeibeamter, aus der er noch heute literarisch schöpft. Durch viele Fragen aus dem Publikum wurde aus der Lesung ein regelrechtes Gespräch, das keine Fragen offen ließ: über den perfekten Mord, den langen Weg zum ersten Roman und das rührige Leben eines Autors neben dem Schreiben.
Die Zuhörer erlebten 2 Stunden vielseitige Unterhaltung und einen Autor „zum Anfassen“ – alles unter Wahrung der Abstandsregeln, selbstverständlich!

Carl-Zuckmayer-Medaille 2021

Sprachartistin Nora Gomringer bekommt Carl-Zuckmayer-Medaille

Nora Gomringer, eine der prägendsten Dichterinnen der jungen Generation, wird 44. Trägerin der Carl-Zuckmayer-Medaille. Ministerpräsidentin Malu Dreyer verleiht ihr die bundesweit beachtete Auszeichnung für ihre Verdienste um die deutsche Sprache am 18. Januar 2021 im Mainzer Staatstheater. „Die vielseitig begabte Künstlerin ist eine der großen Sprachartistinnen unserer Zeit. Phantasievoll, kreativ und sich immer wieder neu entdeckend, hat sie die Literaturszene der Gegenwart beeinflusst. In ihren Gedichten und Essays, im Poetry-Slam wie im lyrischen Experiment ist ihre unverwechselbare Stimme zu hören, die von großartigem Sprachvermögen zeugt“, begründete die Ministerpräsidentin ihre Entscheidung, die sie aufgrund von Vorschlägen einer Fachkommission getroffen hat.

Carl Zuckmayer hätte es gefallen, wie Nora Gomringer mühelos zwischen Tiefgang und Komik wechsle. In ihrem letzten Lyrik-Band „Gottesanbieterin“ veröffentlichte Nora Gomringer sogar ein Gedicht über Zuckmayer. „Vor einigen Jahren hatte sie gemeinsam mit ihrem Vater Prof. Eugen Gomringer eine Professur an der Universität Koblenz-Landau inne. Ich freue mich sehr darauf, wenn sie als Preisträgerin nach Rheinland-Pfalz zurückkehrt“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Nora Gomringer, geboren 1980, hat die deutsche und schweizerische Staatsbürgerschaft. Sie lebt in Bamberg und leitet dort das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia. Als freie Schriftstellerin hat sie bereits eine Vielzahl von Lyrikbänden und zwei Essaybände veröffentlicht.

Nora Gomringer arbeitet in unterschiedlichen künstlerisch-literarischen Disziplinen. Nach vielen Jahren in der Poetry-Slam-Szene liegt ein Hauptaugenmerk von ihr auf Musik-Wort-Programmen.

Die Carl-Zuckmayer-Medaille wird vom Land Rheinland-Pfalz seit 1979 jährlich am 18. Januar, dem Todestag Carl Zuckmayers, an Persönlichkeiten vergeben, die sich um die deutsche Sprache in besonderer Weise verdient gemacht haben. Der Preisträger erhält eine vom Künstler Otto Kallenbach geschaffene Medaille sowie ein 30-Liter-Fass Nackenheimer Wein, dem Lieblingswein Carl Zuckmayers.

Trägerinnen und Träger der Carl-Zuckmayer-Medaille sind:

Günther Fleckenstein (1979), Werner Hinz (1980), Georg Hensel (1982), Friedrich Dürrenmatt (1984), Ludwig Harig (1985), Dolf Sternberger (1986), Tankred Dorst (1987), Günter Strack (1988), Hanns Dieter Hüsch (1989), Martin Walser, Adolf Muschg, André Weckmann (1990), Albrecht Schöne (1991), Hilde Domin (1992), Hans Sahl (1993), Fred Oberhauser (1994), Grete Weil (1995), Mario Adorf (1996), Katharina Thalbach (1997), Harald Weinrich (1998), Eva-Maria Hagen (1999), Peter Rühmkorf (2000), Mirjam Pressler (2001), Herta Müller (2002), Monika Maron, Wolf von Lojewski (2003), Edgar Reitz (2004), Thomas Brussig (2005), Armin Mueller-Stahl (2006), Udo Lindenberg (2007), Bodo Kirchhoff (2008), Volker Schlöndorff (2009), Emine Sevgi Özdamar (2010), Hans Werner Kilz (2011), Uwe Timm (2012), Doris Dörrie (2013), Dieter Kühn (2014), Bruno Ganz (2015), Sven Regener (2016), Joachim Meyerhoff (2017), Yoko Tawada (2018), Robert Menasse (2019), Maren Kroymann (2020)

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