Friday, 24. January 2020

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Wenn unser Herz spricht….

Gedanken zu Weihnachten

Von Hans-Peter Meyer

Und wieder diese Gegensätze: Weihnachten in den Katastrophen-, Krisen- und Kriegsgebieten dieser Welt, nicht nur irgendwo, sondern in Syrien, in Libyen, in Ägypten, in Afghanistan, im Irak, in Pakistan, in Haiti, auf den Philippinen, in Nahost  der gewaltsame  Israelisch-Palästinensische Kriegskonflikt und  in vielen afrikanischen Ländern, aber auch auf europäischem Boden nicht weit entfernt von uns in der Ost-Ukraine. Grausame Bilder. Kinderchöre auf der einen und geschädigter Wald auf der anderen Seite. Erfolgsmeldungen einerseits – Vorurteile und Verleumdungen andererseits. Weltweit gibt es ein Viertel Reiche und drei Viertel Arme. Ein Viertel der Menschheit ist nicht in der Lage, seine Grundbedürfnisse wie Ernährung, Kleidung, Wohnung, Gesundheit und Bildung zu sichern.  Millionen Menschen auf unserem Globus kämpfen täglich um die nackte Existenz. Weltweit sterben jeden Tag 30 000 Kinder an den Folgen von Hunger, Krankheit und Kriegen - eine alarmierende Zahl, die man sich immer wieder nachhaltig bewusst machen muß.

Stille Nacht hier – und Terrormeldungen dort. Wie kann das Fest da überhaupt noch unsere Herzen und Seelen erreichen?

Denn das ist es doch, was wir an Weihnachten, dem Fest Christi Geburt, vor allem suchen: dass sich unsere Seele über den Tag erhebt. Dass es wirklich „weihnachtet“ um uns, in uns, in unseren Herzen, wie Theodor Storm es in einem seiner schönsten Gedichte beschrieb.

Den äußerlichen Glanz haben wir. Die Kugeln am geschmückten Christbaum werden immer bunter, die Geschenke immer kostbarer, selbst da, wo es inzwischen finanziell schmaler zugeht.

Keine Sorge also um den äußeren Glanz, auf den wir Menschen so sehr fixiert sind.

Aber was ist mit dem Glanz tief innen bei uns? Ohne Hass, ohne Verbitterung und Neid! Wo kommt er her, wie können wir ihn für uns gewinnen, diesen inneren Glanz?

Es führen keine Schnellstraßen zu Reichtum und Glück. Eine Kerzenlänge Gefühl reicht nicht. Die Liebe und Herzlichkeit, die wir Weihnachten erfahren, sind schon beglückend. Doch sie sind nur eine Seite der Medaille. Der Schweizer Literatur-Nobelpreisträger Carl Spitteler  (*1845 +1924)  hat einmal  die Formulierung geprägt:  „Menschen zu finden, die mit uns fühlen und empfinden, ist wohl das schönste Glück auf Erden“. Auch diese Hoffnung verbindet die Menschen mit Weihnachten.

Der Pädagoge und Buchautor Rolf Krenzer (*1936  +2007) hat vor einigen Jahren anlässlich des Festes von Christi Geburt folgende Worte geschrieben:

Wann fängt Weihnachten an?

Wenn der Schwache

dem Starken die Schwäche vergibt,

wenn der Starke

die Kräfte des Schwachen liebt,

wenn der Habewas

mit dem Habnichts teilt,

wenn der Laute

bei dem Stummem verweilt

und begreift,

was der Stumme ihm sagen will,

wenn das Leise

laut wird

und das Laute still,

wenn das Bedeutungsvolle

bedeutungslos,

das scheinbar Unwichtige

wichtig und groß,

wenn mitten im Dunkel

ein winziges Licht

Geborgenheit

helles Leben verspricht

und du zögerst nicht,

und du gehst  so wie du bist

darauf zu,

dann, ja dann,

fängt Weihnachten an!

Denn das Wunder geschieht erst, wenn wir Liebe und Herzlichkeit geben. Das selbst gebastelte Geschenk eines Kindes, die Überraschung für die Partnerin oder den Partner. Der Besuch bei einem Kranken oder Einsamen. Der plötzliche Anruf eines Freundes von weither. Jeder von uns kann zum Frieden  und zur Gerechtigkeit beitragen.

Wenn sich Gegner, ja Feinde zur Versöhnung die Hände reichen, wenn Menschen für Menschen ihre Herzen öffnen, dann wird für uns das Wunder von Bethlehem gegenwärtig.

Das ist die andere, die hellere Seite.

Beschenkt zu werden, das ist schön. Aber Schenken – „sich selber dreingeben“ – das ist der Schlüssel für Weihnachten, das Fest der Liebe und den Friedens. Es gibt keinen anderen Schlüssel.

Weihnachten heißt, mit Hoffnung leben, sich die Hände zur Versöhnung reichen, Fremde aufnehmen, Kranke trösten,  einander helfen, das Gute zu tun, die Tränen trocknen.

Jedes Mal, wenn einer dem anderen Liebe schenkt, wenn die Not des Unglücklichen gemildert wird, wenn Herzen zufrieden und glücklich sind, steigt der Schöpfer herab vom Himmel und bringt uns das Licht:

Das ist die Botschaft zu Weihnachten…

©  Hans-Peter Meyer

 

 

 

Bibliothek der Landeszentrale für politische Bildung über die Feiertage geschlossen

Über die Feiertage ist die Bibliothek der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz in Mainz (Am Kronberger Hof 6) ab sofort bis Montag, 6. Januar 2020 für den Besucherverkehr geschlossen.
Die Recherche des gesamten Bestandes ist aber auch in dieser Zeit durchgehend über den Online-Katalog unter www.politische-bildung-rlp.de/bibliothek.html möglich!

Ab Dienstag, 7. Januar 2020 ist die Bibliothek wieder zu den üblichen Öffnungszeiten für Sie da:
Montags 15.00 -17.00 Uhr
Dienstags, Donnerstags und Freitags 10.00 - 12.00 Uhr.
Mittwochs ist die Bibliothek geschlossen!

Adventskonzerte der DekanatsKantorei Montabaur

MONTABAUR / SELTERS. In diesem Jahr feiert die DekanatsKantorei Montabaur als der Kammerchor des Evangelischen Dekanates Westerwald ihr zwanzigjähriges Jubiläum. Den Abschluss des konzertreichen Festjahres machten dabei die zwei prächtigen Aufführungen des adventlichen Kantatenkonzertes in der Evangelischen Kirche von Selters und in der Evangelischen Lutherkirche Montabaur. Für die DekanatsKantorei Montabaur endet mit diesen beiden Konzerten auch der Jubiläumszyklus von Kompositionen aus der Feder von Friedrich Wilhelm Zachow, dem Lehrer Georg Friedrich Händels, der Ausführende wie Zuhörende das Jahr 2019 über begleitet hat. Mit dabei war auch die Cappella Taboris, die als Vokal- und Instrumentalensemble des Evangelischen Dekanates Westerwald protestantische Kirchenmusik in Konzert und Gottesdienst pflegt. „Im Laufe dieser zwanzig Jahre hat sich so viel entwickelt“, meint rückblickend der künstlerische Leiter Dekanatskantor Jens Schawaller, der als der Gründungskantor im evangelischen Teil des Unteren Westerwaldes ebenfalls auf zwei Jahrzehnte Berufserfahrung zurückblicken kann, „und wir freuen uns auf noch viele Konzerte, die in der Zukunft vor uns liegen!“. Im Orchester wirkten die bereits vielfach bewährten Musikerinnen Almut Wenzel (Violine), Leah Münzer (Violine), Sophie Jungbluth (Viola da braccia), Anne-Rose Selbach (Viola da braccia), Sibylle Zakel (Violoncello), Gudula Marxsen (Kontrabass), Andrea Scheugenpflug (Blockflöte) und Susanne Schawaller (Orgel). Gemeinsam mit der Cappella Taboris – es sangen als Solistinnen und Solisten Angelika Wies (Sopran), Monika Schlößer (Alt), Hildegard Sthamer (Tenor) und Ingo Jungbluth (Bass) – führten sie die Kantate zum Weihnachtsfest für Chor, zwei Violinen, Viola da braccia und Basso continuo „Das neugeborne Kindelein“ von Dietrich Buxtehude (1637 – 1707) auf. Das schwungvolle Werk lebt vom konzertierend-wettstreitenden Gegenüber von Vokal- und Instrumentalideen, die sich dialogisch miteinander auseinandersetzen, um dann schlussendlich eine musikalische Synthese einzugehen. In der Kantate zum Weihnachtsfest für Soli, Chor, Blockflöte, zwei Violinen, zwei Violae da braccia und Basso continuo „Uns ist ein Kind geboren“ von Friedrich Wilhelm Zachow (1663 – 1712) begaben sich die DekanatsKantorei Montabaur und die Cappella Taboris gemeinsam mit dem Orchester in den musikalischen Kontrast: Rezitative und Arien stehen in dieser Komposition dem lutherischen Choral „Gelobet seist du, Jesu Christ“ als Gegensatz gegenüber, der in aller musikalischen Bewegung wie ein Fels in der Brandung steht. Mit der Kantate zum Weihnachtsfest für Soli, Chor, Blockflöte, zwei Violinen, Viola da braccia und Basso continuo „Also hat Gott die Welt geliebet“ von Christian August Jacobi (1688 – nach 1725) erklang eine Komposition, die zum einen auf Luthers Weihnachtslied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ als auch auf die ganze Formenfülle dieses weitläufigen Genres zurückgreift – hier vereinigten sich alle Musikerinnen und Musiker des Abends in einem feierlichen Klangfest dieses lebensfrohen und abwechslungsreichen Werkes. Beide Konzerte endeten mit einem kräftigen und langanhaltenden Applaus der abendlichen Gäste.

Sankt Nikolaus – Ursprung und Brauchtum

Die Figur des heiligen Nikolaus und seine Geschichte.

Von Hans-Peter Meyer

Der legendäre Nikolaus ist eine Verschmelzung aus zwei historischen Personen: dem Bischof Nikolaus von Myra im kleinasiatischen Lykien, der wahrscheinlich im 4. Jahrhundert gelebt hat, und dem gleichnamigen Abt von Sion, der Bischof von Pinora war, und am 10. Dezember 564 in Lykien starb.

Aus diesen beiden historischen Personen entwickelte sich die ab dem 6. Jahrhundert in Legenden zu findende sagenumwobene Figur des wundertätigen Bischofs von Myra.

St. Nikolaus ist seit jeher einer der populärsten christlichen Heiligen.
Nikolaus ist insbesondere der Schutzpatron der Seefahrer, reisenden Händler, Ministranten und Kinder. In der orthodoxen Kirche ist seine Verehrung seit dem 6. Jahrhundert belegt, als Justinian I. in Konstantinopel eine ihm geweihte Kirche errichtete.


Nach Deutschland kam der Nikolauskult im 11. Jahrhundert, vermutlich durch Theophanu, die byzantinische Frau Ottos des Zweiten.
Ab dem 17. Jahrhundert bekam der Nikolaus Furcht einflößende Gehilfen als Begleiter zur Seite gestellt.

In Deutschland Knecht Ruprecht oder Hans Muff, in der Schweiz Schmutzli, in Österreich den Krampus, in Luxemburg den Housecker, in den Niederlanden den Zwarte Piet.
Das Gedenken an den Bischof von Myra ist katholischen Ursprungs und wurde von Martin Luther abgeschafft.   

Doch der Brauch lebt bis zum heutigen Tage weiter!

Bei uns wird Sankt Nikolaus oft auch der „Heilige Mann“ genannt.

In anderen Ländern ist Nikolaus auch unter folgenden Namen bekannt:

Klass, Sint Nicolaas, Sveti Nikola (Serbien), Sinterklaas (Niederlande), Samichlaus (Schweiz) oder Kleeschen (Luxemburg). Father Christmas (England), Père Noël (Frankreich), Noel Baba (Türkei), Santa Claus (Nord-Amerika), Papai Noel (Brasilien). Einst war er auch der Gabenbringer an Weihnachten.

In Mitteleuropa wurde er zunehmend vom Christkind (Kunstfigur von Martin Luther erfunden, der damit sein Vorhaben, den heiligen Nikolaus abschaffen zu wollen, untermauerte) verdrängt.

Später wurde das Christkind durch den Weihnachtsmann und in heutiger Zeit zunehmend durch den amerikanischen Santa Claus ersetzt.

Hans-Peter Meyer

Adventskonzerte FRECHBLECH

WALLMEROD / MONTABAUR. Zu einem geistlichen Konzert mit Musik und Lesungen zum Advent luden Frechblech als das Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald und der Organist Martin Löw aus Goddert gemeinsam jeweils in die Evangelische Christuskirche Wallmerod und in die Evangelische Pauluskirche Montabaur ein. Unter der Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller (Helikon) musizierte das Ensemble in den beiden charmant-neugotischen Wäller Kirchen, wobei Rudi Weide (Trompete), Claudia Liebe (Trompete), Dorit Gille (Waldhorn) und Benjamin Bereznai (Basstrompete) souverän und spielfreudig Kompositionen von der Renaissance bis in die Gegenwart in den beiden denkmalgeschützten Kirchen zum Leben erweckten. Zwei zeitgenössische Werke über „Fröhlich soll mein Herze springen“ von Christian Sprenger und Burkhard Kinzler rahmten den Gemeindegesang über das gleichnamige Lied des Berliner Kantors Johann Crüger, den Martin Löw an der Raßmannorgel bzw. der Wagnerorgel gekonnt führte. Nach dieser Eröffnung erklangen die polyphonen Motetten „O Heiland, reiß die Himmel auf“ von Johannes Brahms sowie „Adventi ének“ von Zoltán Kodály. Die Lesungen, allesamt mit viel liturgischem Sachverstand von Ben Bereznai verfasst und gekonnt rezitiert, gliederten dabei die Kompositionen und spannten einen geistlichen Bogen durch das ganze Konzert. Martin Löw ließ die Gäste beider Abende an seiner hohen Improvisationskunst teilhaben und extemporierte an drei Stellen über selbst gewählte und höchst unterschiedliche Themata aus der Literatur, die er mit Chorälen zu jeweils einem Orgelwerk synthetisierte. Ein weiteres Mal rahmten alle Musikerinnen und Musiker den Gemeindegesang „Es ist ein Ros entsprungen“ mit einer Choralbearbeitung von Christian Sprenger und Melchior Vulpius, bevor Martin Löw und Frechblech ihre Zuhörerinnen und Zuhörern mit dem Choral „Macht hoch die Tür“ und der Motette „Übers Gebirg Maria geht“ von Johann Eccard in den stimmungsvollen Adventsabend verabschiedeten.

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