Mittwoch, 23. Januar 2019

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Carl-Zuckmayer-Preis 2019

Dreyer und Menasse: Vorbehaltlose Anerkennung von Fakten gehört zum Wertefundament unserer liberalen Öffentlichkeit

Nach Gesprächen zwischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer, dem Kommissionsvorsitzenden Kulturminister Professor Konrad Wolf, Kommissionsmitgliedern und Robert Menasse hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer entschieden, den Carl Zuckmayer Preis am 18. Januar 2019 an Robert Menasse zu überreichen. Hier die gemeinsame Erklärung im Wortlaut:

Erklärung zur Verleihung des Carl-Zuckmayer-Preises 2019 an Robert Menasse

„Robert Menasse hat sich große Verdienste um die deutsche Sprache erworben, er hat in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes literarisches Gesamtwerk geschaffen, für das er zurecht große Anerkennung erhält. Sein engagiertes Streiten für die europäische Idee trifft europaweit auf große Resonanz und hat die politische Debatte um die Zukunft der Europäischen Union sehr bereichert. In Würdigung dieses beeindruckenden Wirkens werde ich Robert Menasse am 18. Januar 2019 die Carl-Zuckmayer-Medaille verleihen“, so Ministerpräsidentin Dreyer.

Die öffentliche Diskussion um den Umgang von Robert Menasse mit angeblichen Zitaten von Walter Hallstein hatte einen intensiven Austausch zwischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer, dem Kommissionsvorsitzenden, Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf und Robert Menasse zur Folge.

„Wir sind davon überzeugt, dass die vorbehaltlose Anerkennung von Fakten zum Wertefundament unserer liberalen Öffentlichkeit gehört. Die Bereitschaft, ja die Notwendigkeit, Gewissheiten von Annahmen und Fakten von Meinungen zu trennen, ist für das Gelingen einer demokratischen Debatte unerlässlich“, so Dreyer und Menasse. In einem offenen politischen Austausch müsse der Konsens gelten, dass in höchstem Maße gewissenhaft und sorgfältig mit Zitaten und historischen Tatsachen umgegangen werde.

„Es war ein Fehler von mir, Walter Hallstein in öffentlichen Äußerungen und nicht-fiktionalen Texten Zitate zuzuschreiben, die er wörtlich so nicht gesagt hat. Es war unüberlegt, dass ich im Vertrauen auf Hörensagen die Antrittsrede von Hallstein in Auschwitz verortet habe. Diese hat dort nicht stattgefunden. Das hätte ich überprüfen müssen. Ich habe diese Fehler nicht absichtsvoll und nicht mit dem Ziel der Täuschung begangen. Ich hielt diese Geschichte für ein starkes symbolisches Bild des europäischen Einigungsprojekts, das doch zweifellos mit dem Schwur ‘Nie wieder Auschwitz‘ verbunden ist. In meinem Roman ist das stimmig, aber die Vermischung von literarischen Fiktionen mit Äußerungen in europapolitischen Diskussionen bedauere ich sehr und entschuldige mich bei allen, die sich getäuscht fühlen“, erklärt Robert Menasse.

Es gebe einen Unterschied zwischen der künstlerischen Freiheit, die ein Schriftsteller in seinem fiktionalen Schaffen genieße, und der Verantwortung, der er gerecht werden müsse, wenn er sich in den politischen Diskurs begebe. Während Ersterer mit der historischen wie gegenwärtigen Realität künstlerisch umgehen, sie deuten und modellieren dürfe, unterliege Letzterer der Verpflichtung, Fakten von Fiktion zu trennen.

„Das Spiel von Fakten und Fiktionen zuzuspitzen und zu polarisieren – das war lange Zeit im öffentlichen Diskurs eine Rolle des Dichters. Es war eine produktive Methode, Diskussionen auszulösen, vor der sich Pragmatiker und so genannte Realisten drücken. Dass aber heute, in Zeiten der allgemeinen Verunsicherung, in Zeiten von Hetze und absichtlichen Fälschungen, hier klar abgegrenzt werden muss, verstehe ich. Die künstlerische Freiheit im Roman und die Spielregeln im politischen Diskurs dürfen nicht vermischt werden. Darauf werde ich achten und darauf können Sie sich verlassen“, so Menasse.

Die ersten Pilger nach Bethlehem… - Gedanken zum Tag der Erscheinung des Herrn (Dreikönigsfest)

Von Hans-Peter Meyer

Bei den Kindern sind sie beliebt. Auch den meisten Erwachsenen sind diese Wanderer nach all den Jahren noch ein Begriff. Denn sie waren es, die dem Weihnachtsstern folgten, der ihnen hell am nächtlichen Himmel leuchtend den Weg zur Geburtsstätte des neuen Königs der Juden nach Bethlehem wies: Jesus von Nazareth.

Sie waren seine ersten Verehrer, sie knieten vor dem Kinde nieder, huldigten dem Menschen, in welchem sie den Messias erkannten und beschenkten ihn mit den Gaben, die sie mit sich trugen: Mit Myrrhe, dem Balsamöl, gewonnen aus dem Harz des Myrrhestrauchs. Mit Weihrauch, dem getrockneten Harz des Weihrauchbaumes und mit dem Gold, welches einem König gebührt. Um es einfach auszudrücken, waren sie ersten Pilger nach Bethlehem.

Die Rede ist von Caspar, Melchior und Balthasar – den drei Weisen aus dem Morgenlande. Ob sie wirklich so hießen, ist heute kaum mehr zu bestimmen, denn nicht nur ihre Anzahl schwankte, je nach Quelle, zwischen zwei und vier, auch ihre Namen waren ursprünglich nicht festgelegt. Die aktuell gültige Fassung wurde zwischen dem sechsten und achten Jahrhundert bekannt, jedoch existieren auch heute noch regionale Abweichungen.

Anfänglich waren die Drei auch keine Aristokraten sondern, folgt man Matthäus, Magier aus dem Osten, also „Weise“. In den königlichen Stand wurden sie erst lange Zeit später erhoben, etwa zwischen dem achten und dem zwölften Jahrhundert. Zu ihrem Andenken begehen wir heute jedes Jahr am 6. Januar das Epiphaniasfest, benannt nach der Erscheinung des Herrn. Bekannter ist es unter dem Namen „Heilige Drei Könige“.

Wenngleich es kein bundesweiter Feiertag ist, so hat sich doch fast überall der Brauch des Sternsingens etabliert. Dabei ziehen hauptsächlich als Könige verkleidete Kinder mit einem Stern von Haus zu Haus, singen, sprechen ein Gedicht oder Gebet und verkünden die frohe Botschaft. Die als Lohn dafür erhaltenen Gaben, meist Geldspenden, gehen an die Armen, heute also an wohltätige Zwecke.

Zum Dank hinterlassen sie mit geweihter weißer Kreide ihre traditionelle Segensbitte an der Haustür oder am Türbalken, etwa so: 20 *C+M+B+ 13. Der Stern symbolisiert dabei den von Bethlehem, die Kreuze repräsentieren die Dreifaltigkeit in Form des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und die Buchstaben stehen wahlweise für die Namen der Drei Weisen oder für das lateinische „Christus Mansionem Benedicat“, was so viel bedeutet wie: „Christus, segne dieses Haus“.

Die Ziffern bezeichnen die Jahreszahl des Besuches und ändern sich somit in jeder Saison – in Gebrauch sind im Übrigen je nach Land und Konfession diverse örtliche Variationen der genannten Symbole.

Orthodoxe Christen feiern die Wasserweihe zum Gedenken der Taufe Christi, während die katholische Kirche dieses Ereignis getrennt von seiner Erscheinung erst an dem auf Epiphanias folgenden Sonntag zelebriert.

Eine besondere Form der Erinnerung an Caspar, Melchior und Balthasar findet sich in Form ihrer Gebeine, der Überlieferung nach die einzigen erhaltenen menschlichen Überreste von Zeitzeugen der Geburt Christi. Als Reliquien fanden sie ihren Weg mit Hilfe der Heiligen Helena, Mutter Kaiser Konstantins I, des Bischofs Eustorgius sowie des Erzbischofs Rainald von Dassel im Jahre 1164 von Palästina über Mailand bis ins mittelalterliche Köln.

Die Stadt erlangte dadurch neben ihrem Rang als Bistumssitz überregionale Bedeutung als Wallfahrtsort. Möglicherweise waren also diese Reliquien mit einer der Gründe für den Bau des Kölner Doms, denn dem wunderschönen, kunstvoll verzierten Schrein, in dem sie noch heute aufbewahrt werden, geziemte ein würdiges Domizil. Nach 632 Jahren Bauzeit war die entsprechende, bautechnische Meisterleistung dann auch vollbracht worden – aber das  wäre eine andere, neue Geschichte.

Dennoch sollte die vorstehende Interpretation eine Reflexion zum Tag der Heiligen Drei Könige sein – zum Nachdenken und zur Orientierung…

©  Hans-Peter Meyer

Literaturförderung: Arbeitsstipendien für Nachwuchsautoren vergeben

Das Land Rheinland-Pfalz hat im Bereich der Literaturförderung sechs Arbeitsstipendien vergeben, die mit jeweils 1.500 € dotiert sind. Auf Empfehlung einer Fachjury wurden die Autorinnen und Autoren Ingo Bartsch (Oppenheim), Sarah Beicht (Mainz), Andreas Martin Widmann (Berlin), Andreas Noga (Alsbach), Eva Paula Pick (Kaiserslautern), und Markus R. Weber (Mannheim) ausgewählt.

„Mit der Vergabe dieser Arbeitsstipendien möchten wir Schriftstellerinnen und Schriftsteller ermuntern, ein bereits begonnenes literarisches Projekt zum Abschluss zu bringen. Um ein literarisches Werk fertig zu stellen, braucht man vor allem in der Schlussphase Ruhe und Konzentration. Wir möchten Autorinnen und Autoren unterstützen, damit sie sich intensiv ihren Texten widmen können. Die Arbeitsstipendien sind deshalb ein wichtiges Förderinstrument für das Entstehen literarischer Texte“, sagte Kulturminister Konrad Wolf.

Die sechs Stipendiatinnen und Stipendiaten wurden von einer unabhängigen Fachjury ausgewählt. Ihr gehörten Monika Böss (Vorsitzende des Verbands der Schriftsteller Rheinland-Pfalz), Sylvia Fritzinger (Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Staatstheaters Mainz) und Ingo Rüdiger (Literaturbüro e.V. Mainz für Rheinland-Pfalz) an.

Bewerben konnten sich Autorinnen oder Autoren, die in Rheinland-Pfalz geboren sind oder hier leben oder die durch ihr literarisches Schaffen mit dem kulturellen Leben in Rheinland-Pfalz besonders verbunden sind. Zulässig waren auch literarische Projekte mit einem thematischen Rheinland-Pfalz-Bezug.

Das Kulturministerium beabsichtigt, im kommenden Jahr erneut Arbeitsstipendien zu vergeben.

INGO BARTSCH

Ingo Bartsch hat sich in Rhein-Main, Rhein-Neckar und bis hinunter in die Pfalz einen Namen auf diversen Lesebühnen erarbeitet. Gemeinsam mit Sarah Beicht veranstaltet er die Leselampe, eine Lesebühne in der Mainzer Dorett Bar. Ingo Bartschs Prosa ist geprägt von schwarzem Humor, der sich aus Alltäglichem speist und nicht selten bitter schmeckt; sein Erzählstil ist temporeich und pointiert. Anfang April 2019 wird im Piper-Verlag sein erster Roman erscheinen. Der 1980 in Kassel geborene Autor lebt seit 2000 in Mainz. Er ist verheiratet und hat drei Töchter.

SARAH BEICHT

Sarah Beicht, 1993 in Mainz geboren, studierte English Literature and Culture sowie Filmwissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit 2013 engagiert sie sich ehrenamtlich bei FILMZ-Festival des deutschen Kinos. Daneben ist sie als freie Journalistin für verschiedene Medien der Region tätig. Veröffentlicht wurde sie unter anderem in „SCHRiTTE“, „FreiDenker“ oder den Anthologien „Dark Killers“ und „Text and the City“. Im Jahr 2015 konnte sie den Jugendliteraturpreis der Stadt Frankfurt gewinnen und wurde zur Jugendliteraturwerkstatt Graz eingeladen, 2017 landete sie beim „iGhost-Wettstreit“ auf dem ersten Platz. Im selben Jahr gehörte sie zu den drei Finalisten des Literaturförderpreises der Stadt Mainz. Zu hören war sie unter anderem auf der Frankfurter Buchmesse, der Textbühne Mainz, beim Pink Carpet und im Lesezimmer sowie auf der Studiobühne Berlin. Sie war Teilnehmerin zahlreicher Schreibworkshops und Literaturwerkstätten und hält Bloggerworkshops und Literaturkurse für Kinder und Jugendliche. Sie bloggt auf Gutenbergs Letterwald über die Literaturszene ihrer Heimatstadt.

ANDREAS NOGA

Andreas Noga, 1968 in Koblenz geboren, lebt mit seiner Familie in Alsbach im Westerwald. Er veröffentlicht Gedichte und Kurzprosa, gelegentlich auch Buchbesprechungen, in Anthologien, Jahrbüchern, Kalendern, Literaturzeitschriften, Zeitungen sowie im Radio und im Internet. Seit dem Jahr 2000 sind sieben Gedichtbände, drei Postkartenbücher und ein Adventskalenderbuch als Einzeltitel von ihm erschienen. Im Jahr 2012 hat Andreas Noga für die Arbeit an einer Gedichtsammlung den Martha-Saalfeld-Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz und im Jahr 2010 den Kunstpreis von Lotto Rheinland-Pfalz erhalten. Von 2003 bis 2013 war Noga als Lyrik-Redakteur für die von Sandra Uschtrin herausgegebene Zeitschrift "Federwelt" aktiv. Andreas Noga ist Mitglied im "Bundesverband junger Autoren und Autorinnen" (BVjA). Er war Vorstandsmitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS, Landesverband Rheinland-Pfalz) und Schatzmeister im Literaturwerk Rheinland-Pfalz-Saar. Im Moselort Lehmen wurde 2014 unter der Schirmherrschaft von Stefan Gemmel ein mit Texten von Andreas Noga versehener Lyrikwanderweg eingerichtet. Diesen säumen auf einer Länge von 6 Kilometern Schiefertafeln mit Gedichten, die Impulse zur Landschaft geben.

EVA PAULA PICK

Eva Paula Pick, geboren in Mannheim, lebt seit 1994 in Kaiserslautern. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte. Im Anschluss folgten weitere Ausbildungen. Heute arbeitet sie als Theaterpädagogin und Psychotherapeutin, schreibt und ist Darstellende Künstlerin. 2013 erhielt sie ein Stipendium des Landes Rheinland-Pfalz in Vézelay, in den Folgejahren den Hans-Bernhard-Schiff-Preis und ein Stipendium in Wiepersdorf. Die Autorin veröffentlichte mehrere Bücher. 2016 war sie (mit 'Wo Hathors Kühe weiden') nominiert zum Pfalzpreis für Literatur. Für ihr neues Romanprojekt erhält sie ein Arbeitsstipendium des Landes.

MARKUS R. WEBER

Marcus R. Weber, 1963 in Worms geboren, studierte im Hauptfach Germanistik. Sein Studium schloss er 1996 mit einer Dissertation über Paul Kornfeld, einen Autor des Prager Kreises, ab.

Etwa 10 Jahre lang arbeitete er parallel zum Studium als redaktioneller Mitarbeiter bei kleinen Literaturzeitschriften und einer Zeitschrift für Kunst und Literatur.  Ab 2000 veröffentlichte Weber literaturkritische Beiträge im Saarländischen Rundfunk und mehrere Aufsätze zur deutschen Gegenwartsliteratur in Sammelbänden.

1995 erhielt er u.a. den Joseph-Breitbach-Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz, 2001 den Martha-Saalfeld-Förderpreis und 2012 ein Stipendium des Künstlerhauses Edenkoben.

ANDREAS Martin WIDMANN

Andreas Martin Widmann, 1979 in Mainz geboren, studierte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Germanistik, Theaterwissenschaft und Anglistik. Er promovierte in Neuerer Deutscher Literatur und unterrichtete mehrere Jahre Deutsche Sprache und Literatur am University College London. Seine Texte erschienen in zahlreichen Literaturzeitschriften und Anthologien und wurden mehrfach ausgezeichnet - unter anderem mit dem Robert-Gernhardt-Preis 2010. Für seinen Debütroman, "Die Glücksparade", erhielt Andreas Martin Widmann den Mara-Cassens-Preis 2013. Er lebt und arbeitet in Berlin, wo er am Bard College unterrichtet. Im August dieses Jahres erschien im Rowohlt-Verlag sein jüngster Roman „Messias“. Für die Arbeit daran hatte er zuvor den Martha-Saalfeld-Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz erhalten.

Landeszentrale für politische Bildung: Erfolgreiches Jahr für Schule ohne Rassismus

Schule mit Courage in Rheinland-Pfalz

Erfolgsgeschichte der Landeskoordination geht 2018 weiter: 16 neue Schulen im Projekt Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage / Jetzt 100.000 Jugendliche in 139 Schulen in Rheinland-Pfalz dabei

Als die Landeszentrale für politische Bildung (LpB) vor zehn Jahren die Landeskoordination des Projekts Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage für Rheinland-Pfalz übernahm, gab es in Rheinland-Pfalz 11 Projektschulen. Ende 2018 haben sich 139 Schulen in Rheinland-Pfalz den Titel Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage verdient. Alleine 2018 kamen 16 neue Projektschulen dazu. Die Zahl der rheinland-pfälzischen Schülerinnen und Schüler im Projekt liegt heute bei etwa 100.000. Die Zahl der Lehrenden erreicht ca. 8.000.

Der Direktor der Landeszentrale, Bernhard Kukatzki freut sich, dass der "rasante Anstieg in Rheinland-Pfalz auch 2018 anhielt. Und 2019 stehen schon weitere zehn Anwärter und 14 Interessierte bereit, sich dem Erfolgsprojekt von Aktion Courage e.V. anzuschließen. Mit neuen Kooperationen können wir Schulen gezielt mit Workshop-Angeboten unterstützen: Dank dafür an medienundbildung.com, die Regionale Arbeitsgruppe Rheinland-Pfalz von Gegen Vergessen für Demokratie e.V. und die AWO Pfalz."

Landeskoordinatorin Anke Lips ergänzt: "Unser diesjähriges Netzwerktreffen mit dem Schwerpunktthema Antisemitismus, das die Landeszentrale im Vorfeld ihrer großen Antisemitismus-Fachtagung am 14./15. Februar 2019 gezielt aufgegriffen hat, war ein voller Erfolg, der auch viel Medienbeachtung fand. Sehr erfreulich war auch, dass die Landeskoordination seit Sommer durch eine weitere Regionalkoordination in der Pfalz unterstützt wird. Damit kann das Angebot für die Schulen vor Ort deutlich gestärkt werden."

Die Landeskoordination
der LpB betreut und berät die Projektschulen in Rheinland-Pfalz, führt landes- und regionsweit Vernetzungstreffen durch, bietet Informationen für interessierte Schulen, vermittelt Workshops, Referenten, Trainings und steht bei Fragen und Problemen mit Rat und Tat den Projektschulen zur Seite. Dabei steht das gesamte Aufgabengebiet der Landeszentrale und der von ihr geleisteten Gedenkarbeit in Osthofen und Hinzert, sowie ihr Publikations- und Veranstaltungsangebot zur Verfügung.

Das Projekt Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage
ist eine Initiative von Schülerinnen und Schülern, die sich aktiv langfristig gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus und für eine tolerante, gewaltfreie und demokratische Kultur in Schule und Gesellschaft engagieren wollen. Das europaweite Projekt, 1988 in Belgien gegründet, läuft in Deutschland seit 1995.
Weitere Infos gibt es bei der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, Am Kronberger H
of 6, 55116 Mainz. Telefon: 06131/16-4109; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Adventskonzerte der DekanatsKantorei Montabaur

RWWANSBACH-BAUMBACH / MONTABAUR. Als der „Vater der deutschen Musik“ wurde er bezeichnet – Heinrich Schütz, der große vorbachsche Komponist aus Mitteldeutschland. Und in der Tat genaß der geniale Tonschöpfer eine umfassend-international geprägte musikalische Ausbildung auf der Höhe seiner Zeit in Venedig, deren künstlerische Früchte er im Laufe seines Lebens in Deutschland erntete und veredelte. Mit seiner fünfstimmigen Motette „Also hat Gott die Welt geliebt“ griff er die damals hochmoderne Klangsprache und den lebendigen Duktus des Madrigals auf, den die Dekanatskantorei Montabaur deklamierend und in agogischer Freiheit bei großer Intonationssicherheit umsetzte. Damit eröffnete der Kammerchor des Evangelischen Dekanates Westerwald sowohl in der Evangelischen Kirche von Ransbach-Baumbach, begleitet von Pfarrer Wolfgang Weik, als auch in der Evangelischen Lutherkirche Montabaur die diesjährigen Adventskonzerte unter der bewährten Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller. Mit der Kantate „Muss nicht der Mensch auf dieser Erden“ vom norddeutschen Barockkomponisten Nicolaus Bruhns brachte die Cappella Taboris als das Vokalensemble des Evangelischen Dekanates Westerwald ein kontrastreiches Werk historisch informiert zu Gehör: hierbei sangen Angelika Wies (Sopran), Monika Schlößer (Alt), Hildegard Sthamer (Tenor) und Ingo Jungbluth (Bass) die anspruchsvollen Vokalsoli und Ensemblesätze. Inhaltlich steht in dieser Kantate das biblische Motiv der „Gefährdung und Bewahrung“ im Fokus des Textes, was sich in der Weihnachtshistorie konkret im Konflikt zwischen Herodes und dem neugeborenen Jesus widerspiegelt und im Kindermord von Bethlehem dramatisch seinen Höhepunkt erreicht. Im Orchester, das lebendig, rhythmisch sicher und frisch musizierte, wirkten Cornelia Heppner (Violine), Marie Hesse (Violine), Sophie Jungbluth (Viola da braccia), Anne-Rose Selbach (Viola da braccia), Nina van Someren (Violoncello), Gudula Marxsen (Kontrabass), Andrea Scheugenpflug (Blockflöte) und Lydia Neumann (Blockflöte); die Orgel spielte die bewährte Organistin Susanne Schawaller. Sowohl in den Tuttisätzen als auch in den kammermusikalisch besetzten Formteileilen war das Musizieren zwischen dem Instrumental- als auch dem Vokalklangkörper von großer Dialogfreude und Kommunikationsfähigkeit aller Beteiligten geprägt. Das große Kernwerk der beiden Konzertabende bildete die „Weihnachts-Historie“ von Heinrich Schütz, die in hoch kontrastreicher Disposition den Evangelienbericht dramatisch umsetzt: der Komponist deutet dabei den Textinhalt musikalisch genial aus und entwirft so mit den Stilmitteln der Oper seiner Zeit ein Gesamtkunstwerk. Als Soliloquenten wirkten hierbei neben den Ensemblemitgliedern der Cappella Taboris weiterhin Monika Bathon (Alt), Norbert Busch (Bass) und Michael Müller (Bass) als Solisten. Die ausdrucksstarken Rezitative des Evangelisten sang Dekanatskantor Jens Schawaller (Tenor), die die Handlung des weihnachtlichen Geschehens tragen. Beschlossen wurden beide Konzertabende in den zwei Wäller Kirchen mit einer Choralbearbeitung für Chor und Orchester über das Weihnachtslied „Nun singet und seid froh“, mit der die Dekanatskantorei Montabaur, die Cappella Taboris und das Orchester die Zuhörerinnen und Zuhörer in den Abend entließen. Die Gäste dankten es allen Musikerinnen und Musikern mit einem kräftigen und langanhaltenden Applaus.

Foto: Rita Steindorf

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