Mittwoch, 27. März 2019

Letztes Update:08:15:40 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Passionskonzert FRECHBLECH

RANSBACH-BAUMBACH. Zu einem Passionskonzert mit geistlichen Texten und Liedern lĂ€dt Frechblech, das Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald, am Sonntag, 17. MĂ€rz um 18 Uhr in die Evangelische Kirche an der Kirchstraße in 56235 Ransbach-Baumbach ein. Unter der bewĂ€hrten Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller musiziert das WĂ€ller Ensemble geistliche Musik von Joh. Seb. Bach (1685 – 1750), Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847), Albert Becker (1834 – 1899) und Christian Sprenger (1976); die wertvolle Orgel von Förster & Nicolaus spielt Martin Löw aus Goddert. Der Eintritt ist frei!

Neue FĂŒhrung: Das KZ Osthofen aus weiblicher Perspektive

Neue SchwerpunktfĂŒhrung "Das KZ Osthofen aus weiblicher Perspektive" am Freitag, 8. MĂ€rz 2019 um 16.00 Uhr in der GedenkstĂ€tte KZ Osthofen

Im Rahmen ihres Schwerpunktthemas "Frauen verĂ€ndern die Welt" bietet die Landeszentrale fĂŒr politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB) am Freitag, 8. MĂ€rz 2019 um 16.00 Uhr in der GedenkstĂ€tte KZ Osthofen die neue SchwerpunktfĂŒhrung "Das KZ Osthofen aus weiblicher Perspektive".

Am Weltfrauentag berichtet Martina Ruppert-Kelly, Leiterin des PĂ€dagogischen Dienstes der GedenkstĂ€tte, den Teilnehmenden bei einem Rundgang ĂŒber Frauen wie Pauline Schöfer aus Osthofen, die im KZ Osthofen inhaftiert war, aber auch ĂŒber die Ehefrauen, MĂŒtter, Verlobten, Schwestern der mĂ€nnlichen HĂ€ftlinge. Wie gingen sie mit der Situation um, wie unterstĂŒtzten Sie ihre MĂ€nner und Verwandten, wie war ihre Situation zu Hause?

Die FĂŒhrung und der Eintritt in die GedenkstĂ€tte sind kostenlos. Die FĂŒhrung ist eine Kooperation mit dem Förderverein Projekt Osthofen e.V.

Die halbjÀhrlichen Schwerpunktthemen der LpB
Seit 2018 bietet die Landeszentrale fĂŒr politische Bildung Rheinland-Pfalz jedes Halbjahr ein neues Schwerpunktthema mit vielfĂ€ltigen Veranstaltungen. Nach "1968" und "Konsum" im letzten Jahr steht ab Januar 2019 das Thema "Frauen verĂ€ndern die Welt" fĂŒr ein halbes Jahr im Mittelpunkt.

Die VeranstaltungsĂŒbersicht finden sie unter https://politische-bildung-rlp.de/themen/themenschwerpunkt-frauen-veraendern-die-welt.html .

Die GedenkstÀtte KZ Osthofen ist an Rosenmontag und Faschingsdienstag geschlossen

GedenkstÀtte KZ Osthofen ist am 4. und 5. MÀrz 2019 geschlossen

Das NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz / GedenkstĂ€tte KZ Osthofen ist Rosenmontag (4. MĂ€rz) und Faschingsdienstag (5. MĂ€rz) ganztĂ€gig fĂŒr den Besucherverkehr geschlossen.

Ab Mittwoch, 6. MĂ€rz 2019 wird die GedenkstĂ€tte wieder zu den ĂŒblichen Öffnungszeiten fĂŒr Besucherinnen und Besucher geöffnet sein.

Die Öffnungszeiten der GedenkstĂ€tte KZ Osthofen sind:
Di - Fr: 9 - 17 Uhr. An Wochenenden und Feiertagen: 13 - 17 Uhr. Montags ist die GedenkstÀtte geschlossen! Gruppen werden um vorherige Anmeldung gebeten.

Als Christen und Muslime friedlich zusammenlebten

Prof. Dr. Lukas Clemens, Historiker der UniversitĂ€t Trier, erforscht eine spannende Geschichte im mittelalterlichen SĂŒditalien – mit Parallelen zur heutigen Zeit.

Die Geschichte hatte keinen guten Anfang: In der ersten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts ließ Kaiser Friedrich II. zwischen 80.000 und 100.000 Muslime, die in Sizilien lebten, in die Gegend um das knapp 700 Kilometer entfernte sĂŒditalienische Lucera umzusiedeln. In Sizilien war es zum Aufstand der Muslime gegen die christlichen Herrscher gekommen. Die AnfĂŒhrer wurden hingerichtet, alle anderen umgesiedelt und so ihrer lokalen Netzwerke beraubt. In der deutschen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts hieß es, Friedrich II. habe die Muslime zur Strafe auf dem Kastell von Lucera festgehalten. Untersuchungen des Trierer Historikers Prof. Dr. Lukas Clemens zeigen nun ein anderes Bild: „Es war vielmehr ein harmonisches Zusammenleben. Die Muslime konnten ihren religiösen Riten nachgehen, betrieben Handel, genossen FreizĂŒgigkeit und hielten MĂ€rkte ab. Einige Muslime kĂ€mpften auch als Elitesoldaten fĂŒr Friedrich II. und waren als BogenschĂŒtzen begehrt.“

Doch warum hat das Zusammenleben damals funktioniert, wĂ€hrend heute manchmal die Frage der Integration der großen Anzahl muslimischer Migranten unlösbar scheint? „Europa wurde damals grĂ¶ĂŸer gedacht als heute und umfasste den ganzen Mittelmeerraum, inklusive der KĂŒstenregionen Kleinasiens und Nordafrika. Friedrich II. war ein Gelehrter, der die muslimische Kultur und Wissenschaft schĂ€tzte.“

Oft wird Friedrich II., der unter anderem fĂŒr seine achteckige sĂŒditalienische Burg Castel del Monte bekannt ist, als deutscher Kaiser wahrgenommen. Doch die Untersuchungen von Clemens und seinen Mitstreitern im von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Projekt „Christen und Muslime in der Capitanata im 13. Jahrhundert“ kommen zu einem anderen Ergebnis. „Friedrich II. verbrachte nur eine relativ kurze Zeit nördlich der Alpen. Sein Herz schlug fĂŒr Sizilien, dessen König er ebenfalls war, und die dazugehörige Region im SĂŒden Italiens. In gewisser Weise war er einer der ersten EuropĂ€er, fĂŒr die der Kulturraum auch die Muslime umfasste.“

Gerade hier spielt auch die mittelalterliche Capitanata in Nord-Apulien eine Rolle. Ein besonderes Augenmerk des Projekts von Clemens liegt auf dem mittelalterlichen Siedlungsplatz Tertiveri, dessen Überreste markant auf einem HöhenrĂŒcken nahe von Lucera liegen. Der kleine Ort hatte im frĂŒhen Mittelalter einen eigenen Bischofssitz, der dann aber verlassen wurde. 1296 erhielt der muslimische Ritter ˈAbd al-ˈAzÄ«z fĂŒr seine militĂ€rischen Leistungen von dem damaligen König Siziliens, Karl II., das unbewohnte Tertiveri als Lehen.

Lukas Clemens und sein Team fanden bei ihren Ausgrabungen bei der ehemaligen Kathedrale neben christlichen auch zwei muslimische GrĂ€ber, bei denen die Bestatteten auf der Seite liegend in Richtung Osten nach Mekka blicken. Mit schriftlichen Quellen lĂ€sst sich belegen, dass ˈAbd al-ˈAzÄ«z mit knapp 100 Personen in Tertiveri gelebt haben muss, die vorerst ihrem Glauben weiter nachgegangen sind. Auf königlichen Druck musste ˈAbd al-ˈAzÄ«z dann Anfang des 14. Jahrhunderts jedoch zum Christentum konvertieren. „Es war zu Unstimmigkeiten und damit Unruhen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft gekommen“, erklĂ€rt Clemens. Karl II. ließ die muslimische Kolonie daraufhin auflösen. Die meisten Personen wurden in die Sklaverei verkauft. Damit verliert sich auch die Geschichte der Muslime in der Region.

„Die Geschichte der Muslime in SĂŒditalien ist bisher noch nicht so gut erforscht, wie in anderen Teilen Europas, beispielsweise in Andalusien. Dort gibt es anders als in Italien noch markante Bauwerke wie die Mezquita-Kathedrale in Cordoba, die von der Geschichte der muslimischen Bevölkerung erzĂ€hlen.“ Um noch ein wenig mehr Licht in die Geschichte der Muslime in SĂŒditalien zu bringen, wird Clemens im Herbst weitere Grabungen in Tertiveri durchfĂŒhren. Gleichzeitig erforscht er aktuell in einem weiteren Projekt die Geschichte von muslimischen Siedlungen in Sizilien. So wird bald auch mehr darĂŒber bekannt sein, wie die Muslime lebten, bevor sie nach Lucera und Tertiveri kamen.

Der Valentinstag - Tag der Liebenden


Entstehung und Bedeutung

Von Hans-Peter Meyer

Der Valentinstag (am 14. Februar des Jahres) gilt in einigen LĂ€ndern als Tag der Liebenden. Der Name des Tages wird heute zumeist auf die Legende des Bischofs Valentin von Terni zurĂŒckgefĂŒhrt. Der religiöse, in der kirchlichen Liturgie wurzelnde Ursprung des Feiertages besteht darin, dass am 14. Februar in manchen Kirchen die Ankunft Jesu als himmlischer BrĂ€utigam zur Himmlischen Hochzeit gefeiert wurde.

An PopularitĂ€t gewann der Valentinstag durch den Handel mit Blumen, besonders jedoch durch die umfangreiche Werbung der Floristen. Der Tag wird mit traditionellem Brauch vermischt, Ă€hnlich dem in den 1990er Jahren populĂ€r gewordenen und ĂŒber die USA aus Irland importierten Halloween

Brauchtum


Die PopularitĂ€t des Datums im angelsĂ€chsischen Bereich beruht auf einem Gedicht des englischen Schriftstellers Geoffrey Chaucer, „Parlament der Vögel“ (Parlement of Foul(e/y)s), das 1383 vermutlich aus Anlass einer Valentinsfeier am Hof Königs Richard II. fertig gestellt und erstmals öffentlich vorgetragen wurde. In dem Gedicht von Chaucer wird dargestellt, wie sich die Vögel zu eben diesem Feiertag um die Göttin Natur versammeln, damit ein jeder einen Partner finde.

Seit dem 15. Jahrhundert werden in England Valentinspaare gebildet, die sich kleine Geschenke oder Gedichte schicken. Die Verbindung mit Blumengeschenken könnte auf die Gattin des Dichters Samuel Pepys zurĂŒckgehen, die 1667 mit einem Blumenstrauß auf PepysÂŽ Liebesbrief reagierte. Von da an wurde die Verbindung von Brief und Blumen in der noblen britischen Gesellschaft nachgeahmt.

Englische Auswanderer nahmen den Valentinsbrauch mit in die „Neue Welt“, die USA – und so kam durch US-Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg dieser Brauch nach Deutschland; 1950 veranstaltete man in NĂŒrnberg den ersten „Valentinsball“; der Valentinstag wurde offiziell eingefĂŒhrt. Allgemein bekannt wurde er durch die dann verstĂ€rkt einsetzende Werbung der Floristen und der SĂŒĂŸwarenindustrie.

Konfekt, Karten, Parfum


Es gibt inzwischen unter anderem Valentinskonfekt, Valentinskarten und Parfums, doch die wichtigsten Geschenkartikel am Valentinstag sind nach wie vor Blumen. WĂ€hrend das Jahr ĂŒber hauptsĂ€chlich Frauen Blumen kaufen, sind es am Valentinstag ĂŒberwiegend MĂ€nner. Die Preise vor allem fĂŒr rote Rosen steigen zu diesem Anlass stark an.

In Japan beschenken am 14. Februar Frauen ihre EhemĂ€nner, mĂ€nnliche Kollegen, Chefs usw. mit Schokolade. DafĂŒr dĂŒrfen sie dann einen Monat spĂ€ter am White Day weiße Schokolade als Gegengeschenk erwarten. Mittlerweile erfreut sich dieser Tag auch in der Volksrepublik China bei jungen, am westlichen Lebensstil ausgerichteten Chinesen zunehmender Beliebtheit. In Brasilien wird der Valentinstag am 12. Juni gefeiert.

Aber auch in Europa haben sich eigene Traditionen herausgebildet. In Italien treffen sich die Liebespaare meist an BrĂŒcken oder auch GewĂ€ssern. Dort sind hĂ€ufig Vorrichtungen angebracht, an denen man z. B. ein Fahrrad anschließen kann. Diese werden zweckentfremdet, in dem einfach ein VorhĂ€ngeschloss angebracht wird. Auf das Schloss schreiben die Liebenden ihre Initialen, manchmal mit Datum, bei großen Schlössern sieht man sogar aufgeklebte Fotos des Paares.

Dieses Schloss wird angeschlossen, dann werfen die beiden jeder einen SchlĂŒssel ins Wasser und wĂŒnschen sich dabei etwas. Obwohl die WĂŒnsche danach nicht geĂ€ußert werden sollen, wĂŒnschen sich die Meisten, die ewige Liebe gefunden zu haben. So sammeln sich immer mehr Schlösser zu dicken Klumpen.

In Finnland wird der Valentinstag als „Freundschaftstag“ gefeiert, an dem man − meist anonym − denen, die man sympathisch findet, Karten schickt oder kleine Geschenke ĂŒbermittelt. Dieser „Freundschaftstag“ ist gegenĂŒber dem angelsĂ€chsischen oder kontinentaleuropĂ€ischen „Valentinstag“ deutlich enterotisiert. In westslawischen und sorbischen Gebieten Ostdeutschlands fĂ€llt in die Zeit um den Valentinstag das Fest der so genannten Vogelhochzeit. Dazu gehört das Volkslied „Die Vogelhochzeit“ („Ein Vogel wollte Hochzeit halten 
“)

Die Legende


Die Tradition des Valentinstags wird heute zumeist auf die Legende von Bischof Valentin von Terni zurĂŒckgefĂŒhrt, der als christlicher MĂ€rtyrer starb. Mehrere Orte in Deutschland behaupten, die Gebeine als Reliquien zu verwahren, wie zum Beispiel die bayerische Stadt Krumbach, Landkreis GĂŒnzburg. Auch in der Kirche Santa Maria in Cosmedin in Rom werden die angeblichen Reliquien ausgestellt.

Valentin war im dritten Jahrhundert nach Christus der Bischof der italienischen Stadt Terni (damals Interamna). Er hatte laut dieser Legende einige Verliebte christlich getraut, darunter Soldaten, die nach damaligem kaiserlichen Befehl unverheiratet bleiben mussten. Zudem hat er der Legende nach den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Überlieferung nach unter einem guten Stern gestanden. Auf Befehl des Kaisers Claudius II. wurde er am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens enthauptet.

Eine Legende bezieht den Todestag Valentins auf das römische Fest Lupercalia, das auf den 15.  Februar fiel. Es war der Feiertag der röm. Göttin Juno (gr.: Hera), der Frau des Jupiter (gr.: Zeus) und Schutzpatronin der Ehe. Junge MĂ€dchen gingen an diesem hohen Festtag in den Juno-Tempel, um sich ein Liebesorakel fĂŒr die richtige Partnerwahl zu holen.

Junge MÀnner aus dem einfachen Volk zogen an diesem Tag Lose, auf denen die Namen der noch ledigen Frauen standen. Die so gelosten PÀrchen gingen miteinander aus und manche sollen sich so ineinander verliebt haben. Dieser Volksbrauch galt vielen römischen Aristokraten als unmoralisch. EhemÀnner schenkten ihren Frauen an diesem Tag Blumen. So kam es, dass sich dieses Àltere römische Brauchtum mit der Geschichte des christlichen MÀrtyrers mischte und in die spÀtere Gesellschaft einsickerte.

Die Legende zum Bischof von Terni unterscheidet sich vom spĂ€teren Valentin von RĂ€tien (GraubĂŒnden). Dieser hat keine Liebenden zusammengebracht, sondern er gilt als Schutzpatron gegen die „fallenden Krankheiten“ wie Epilepsie und Ohnmacht.

Bei uns ist und bleibt der Valentinstag als ein Tag der Liebenden, wo Menschen „Blumen sprechen“ lassen. Möge es so bleiben -  heute und auch in der Zukunft.

©  Hans-Peter Meyer

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL