Mittwoch, 11. Dezember 2019

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Der Volkstrauertag – Die Geschichte eines Gedenktages

Von Hans-Peter Meyer

Der Volkstrauertag wurde durch den 1919 gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf Vorschlag seines bayerischen Landesverbandes zum Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges eingeführt. Nicht "befohlene" Trauer war das Motiv, sondern das Setzen eines nicht übersehbaren Zeichens der Solidarität derjenigen, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit den Hinterbliebenen der Gefallenen.

Die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Deutschen Reichstag in Berlin statt. Der damalige Reichstagspräsident Paul Löbe hielt eine im In- und Ausland vielbeachtete Rede, in der er einer feindseligen Umwelt den Gedanken an Versöhnung und Verständigung gegenüberstellte. Ein Komitee, dem von den großen Glaubensgemeinschaften bis zum jüdischen Frauenbund vielerlei Verbände angehörten, erreichte unter Federführung des Volksbundes, dass der Volkstrauertag in den meisten Ländern des Reiches gemeinsam, nämlich am Sonntag Reminiscere, dem fünften Sonntag vor Ostern, begangen wurde.

1934 bestimmten die nationalsozialistischen Machthaber durch ein Gesetz den Volkstrauertag zum Staatsfeiertag und benannten ihn "Heldengedenktag". Die Träger waren bis 1945 die Wehrmacht und die NSDAP. Die Richtlinien über Inhalt und Ausführung erließ der Reichspropagandaminister. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde der Volkstrauertag erneut vom Volksbund eingeführt und 1950 erstmals neben vielen regionalen Veranstaltungen mit einer Feierstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages begangen.

Nach einer Übereinkunft zwischen der Bundesregierung, den Ländern und den großen Glaubensgemeinschaften wurde der Termin auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (evangelisch) bzw. den 33. Sonntag im Jahreskreis (katholisch) verlegt. Durch Landesgesetze ist der Tag geschützt. Der Volksbund versteht diesen Gedenktag auch mit zunehmendem Abstand vom Krieg als einen Tag der Trauer. Der Volkstrauertag ist aber auch zu einem Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden geworden.

Der Volksbund betreut heute im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa Zwei Millionen Kriegstoten auf über 827 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten. Er wird dabei unterstützt von mehr als einer Million Mitgliedern und Förderern sowie der Bundesregierung. Das Leitwort ist:

Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden.

Im Rahmen der Gedenkveranstaltungen aus Anlass des Volkstrauertages  wird unter dem Begriff „Totengedenken“ immer wieder die nachfolgende Formulierung  gewählt:

Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg,
an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben,
der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Wir gedenken derer,
die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten,
einer anderen Rasse zugerechnet wurden oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer,
die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben,
und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage,
um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung,
um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte,
die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.

Wir gedenken heute auch derer,
die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.

Wir trauern mit den Müttern und mit allen, die Leid tragen um die Toten.
Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der Welt.

Worte - die  angesichts der zahlreichen kriegerischen Konflikte in der ganzen Welt - an Aktualität nie verlieren.

© Hans-Peter Meyer

 

SPD-Abgeordnete lesen Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Vorlesetags vor

Anlässlich des diesjährigen bundesweiten Vorlesetags am heutigen Freitag erklärt die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Bettina Brück: „Lesen ist der Schlüssel zu Bildung und die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Schulzeit. Der Vorlesetag ist eine gute Möglichkeit, die Bedeutung des Lesens und Vorlesens hervorzuheben. Das Vorlesen ist mitentscheidend für die Sprachentwicklung eines jeden Kindes. Kinder erlernen damit das Zuhören, können so ihren Wortschatz erweitern, sich in Geschichten hineindenken und steigern so unbemerkt ihre Fantasie und Kreativität. Durch das Vorlesen kann man Kinder bereits in frühem Alter für das Lesen begeistern und langfristig die Lesekompetenz fördern.“

Giorgina Kazungu-Haß, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, ergänzt: „Noch nie wurde so viel gelesen wie heute und noch nie war Lesestoff so schnell und leicht verfügbar wie heute. Lesen ist damit die wichtigste Schlüsselkompetenz, die jedes Kind erlernen muss, um am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilhaben zu können. Aktionstage wie der Vorlesetag rufen uns diese Bedeutung nochmal in Erinnerung, weshalb wir uns als SPD-Fraktion sehr gerne daran beteiligen. In diesem Jahr werden wieder viele Abgeordnete der SPD-Fraktion am Vorlesetag rheinland-pfälzische Schulen besuchen und den Kindern dort vorlesen.“

46. Geistliche Abendmusik – Musik zum Advent

WALLMEROD / MONTABAUR. Zu einem geistlichen Konzert mit Musik und Lesungen zum Advent laden FRECHBLECH als das Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald und der Organist Martin Löw aus Goddert gemeinsam am Samstag, 30.11. um 17.00 Uhr in die Evangelische Christuskirche Wallmerod und am ersten Advent, 01.12. um 18.30 Uhr in die Evangelische Pauluskirche Montabaur ein. Auf dem Programm stehen unterschiedliche Kompositionen von Johann Eccard, Melchior Vulpius, Johannes Brahms, Zoltán Kodály, Burkhard Kinzler und Christian Sprenger. Gegliedert werden diese kontrastreichen polyphonen Motetten durch Choralbearbeitungen und Gemeindegesang an der jeweiligen Orgel aus der Werkstatt von Gustav Raßmann und Georg Friedrich Wagner. Die Gesamtleitung hat Dekanatskantor Jens Schawaller inne, der Eintritt ist jeweils frei.

Sankt Martin – Erinnerung an einen großen Heiligen…

Von Hans-Peter Meyer

Trotz feuchter Kälte ziehen in diesen Tagen wieder Kinderscharen mit leuchtenden Laternen und eben solchen Augen singend durch die Straßen. Sicherlich haben sich schon viele gefragt woher diese Tradition der Martinszüge wohl kommen mag. Oder ob, und wenn ja welche, es noch weitere althergebrachte Bräuche an Sankt Martin gibt.

Am Martinstag erinnern wir an den Heiligen Martin von Tours. Er wurde Anfang des vierten Jahrhunderts in Ungarn, in dem damals zum römischen Weltreich gehörenden Sabaria geboren. Während seiner Zeit als römischer Legionär nahm er den christlichen Glauben an. Später wurde er Mönch und im Jahre 372 n. Chr. Bischof von Tours. Er verstarb 397 in Candes. Seine Berühmtheit verdankt er folgender Legende:

Es war in einer sehr kalten Nacht. Überall lag hoher Schnee und Eiszapfen hingen von den Bäumen. Der römische Soldat Martin ritt auf seinem Pferde an einen vor Kälte zitternden Bettler heran. Der arme Mann saß im Schnee und hatte keine warme Kleidung. Der Bettler sah zu Martin auf und flehte um Hilfe. Voll von Mitleid teilte Sankt Martin mit seinem Schwert seinen wärmenden Umhang. Die eine Hälfte überließ Martin dem armen frierenden Mann und rettete ihn damit vor dem Tod. Als der Bettler sich bedanken wollte, ritt Martin mit seinem Teil des Umhangs davon.

In alter Zeit hatte der Martini eine sehr hohe Bedeutung und von den etlichen Traditionen haben einige bis in unsere Zeit hinein überlebt. Am elften November endete im Mittelalter das bäuerliche Arbeitsjahr. So wurden die Ernteerträge verkauft und mit den Erlösen der jährliche Pachtzins gezahlt. Es wurde Saatgut für das nächste Jahr und neues Vieh auf den Märkten erstanden. Auf den Schlachtfesten gab es ein fröhliches Feiern, das wir heute noch in der traditionellen Martinsgans oder den Martinswecken, Stutenkerlen und Martinsbrezel  wiederfinden.

Es begann auch die 40tägige Vorweihnachtliche Fastenzeit, an die der heutige Karnevalsbeginn allerdings nur noch sehr schwach zu erinnern vermag.

Die bei uns sehr beliebten Martinsumzüge mit Laternen, großem Martinsfeuer und hoch zu Ross reitenden Sankt Martin finden jedoch erst seit vergleichsweise geringer Zeit statt. Sie haben ihren Ursprung im späten neunzehnten Jahrhundert und verbreiteten sich vom Rheinland aus. Als Höhepunkt der Umzüge wird die Legende des Sankt Martins nachgestellt.

Das Erlebnis eines lodernden Feuers und die leuchtenden Laternen zu einer langen Kette in der Dunkelheit aufgereiht ist für Kinder immer wieder etwas ganz Besonderes.

©  Hans-Peter Meyer

Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz:

Die Gewinner der 19. Langen Nacht des politischen Kurzfilms in Mainz

Drei ausgezeichnete Kurzfilme bei der „Langen Nacht des politischen Kurzfilms“ der Landeszentrale für politische Bildung vorne

Bei der 19. Mainzer Langen Nacht des politischen Kurzfilms bot die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz im und mit dem CinéMayence auch dieses Jahr wieder ein umfangreiches Programm.
Kurzfilmfans lernten neue Kurzfilme kennen und entschieden mit der Jury, welche Filme sich für den Einsatz in der politischen Bildungsarbeit in Rheinland-Pfalz eignen.

Die von der Jury und dem Publikum ausgewählten Filme sind
• die Doku-Animation „Brand“ von Jan Koester und Alexander Lahl über die Reaktionen in einem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt auf Flüchtlinge, die von der Fachjury auf den ersten Platz und vom Publikum auf den 2. gewählt wurde.
• „ma nouvelle vie européenne“ von Abou Bakar Sidibé und Moritz Siebert, eine essayistische Reflexion über Europas unsichtbare Grenzen und das Filmemachen als Akt der Selbstermächtigung von Abou Bakar Sidibé, der als Flüchtling aus Mali nach Europa kam. Das Publikum stimmte für den ersten Platz, die Jury für den zweiten.
• und der Film „Zombies“ vom kongolesischen Regisseurs und Musikers Baloji, über die fast körperliche Beziehung, die wir zu unseren „Smartphones“ haben. Ein Film über unsere Besessenheit, immer verbunden und ständig ‚eingeschaltet‘ zu sein. Hier waren Jury und Publikum einig: Der dritte Platz.

Unter http://www.cinemayence.de/kurzfilmnacht.html finden sie die weiteren Filme, die in der langen Nacht gezeigt wurden.

Lange Nacht des politischen Kurzfilms der Landeszentrale
Die Lange Nacht des politischen Kurzfilms findet seit 1999 statt. Die Landeszentrale für politische Bildung zeigt ausgewählte Filme der Oberhausener Kurzfilmtage. Das Programm umfasst Filme aus vielen Ländern. Eines haben alle diese Filme gemeinsam: es sind politische Filme.

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