Samstag, 21. Juli 2018

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Musical „Martin Luthers Kinder“

MONTABAUR. Lutherlieder und moderne Gesänge – eine ungewöhnliche Mischung für ein Musical? „Überhaupt nicht!“, kommentiert keck eine junge Sängerin der Kirchenmäuse, dem Kinderchor der Ev. Kirchengemeinde Montabaur, das Statement eines der zahlreichen Besucher des Luthermusicals anlässlich des 500jährigen Reformationsjubiläums.

„Kinder haben ein zartes Gespür und eine echte Offenheit für die Lieder des Wittenberger Reformators“, freut sich Dekanatskantor Jens Schawaller, „anders als viele Erwachsene gehen sie ganz freimütig und ideologisch vollkommen unbelastet mit dem reformatorisch-musikalischem Erbe um“.

Und tatsächlich sangen sich die jungen Menschen im kurzweiligen Musicals „Martin Luthers Kinder“ von Verena und Klaus Rothaupt mit ihren hellen und intonationssicheren Stimmen in die Herzen der Zuhörer. Dabei gestalteten sie die Lieder des 16. Jahrhunderts sowie das zeitgenössischen Liedgut mit einer ausdrucksstarken Choreographie, die die Musik lebendig abbildete.

Als seit einigen Jahren bereits bewährte und zuverlässige Geigerin wirkte Sophie Jungbluth mit, die mit viel musikalischem Selbstbewusstsein und künstlerischer Ausdruckstärke den Violinpart interpretierte. Im Verlauf des Musicals erlebten die Gäste tiefe Einblicke in Martin Luthers – souverän und humorvoll-gekonnt gespielt von Walter Liebe – Privatleben: abendliches Geschichtenerzählen im Familienkreis, Diskussion um die Schulsorgen der Kinder, Zankereien unter den Geschwistern – und die wichtige Frage, wo die sechs Kinder eigentlich herkommen: schließlich sind Mutter und Vater Luther ja eigentlich Mönch und Nonne.

„Im 50. Jahr der Lutherkirche ist dies Musical auch ein besonderes Geschenk an die hiesige Kirchengemeinde, die ihre jüngere von den beiden Kirchen voller Stolz nach dem großen Reformator benennt“, erklärt Dekanatskantor Schawaller, dem das Orgelspiel an der wertvollen Truhenorgel und die Gesamtleitung oblag. Die Gäste bedankten sich mit einem donnernden Applaus bei den Kirchenmäusen.

Einkehr im November – Eine nachdenkliche Betrachtung zum Herbstmonat

Von Hans-Peter Meyer

Er beginnt wieder -  der Monat November mit seinen zum Nachdenken und zur inneren Einkehr anregenden Feier- und Gedenktagen Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag und Totensonntag. Dieser Monat hat ein ganz besonderes Gepräge und bestimmt unsere Empfindungen und Gefühle in besonderem Maße.

Der November ist dazu angetan, Gedanken der Wehmut und Trauer zu wecken. Die Blätter fallen von den Bäumen, die Natur scheint abzusterben. Am späten Nachmittag senkt sich schon das Dunkel über die Landschaft. Der Wind fegt durch die leeren Straßen….

Im November trauern wir mehr als sonst um liebe Menschen und denken an die Zeit, als wir sie noch bei uns hatten. Wir gehen zu den Gräbern auf die Friedhöfe, zünden entsprechend der Sitte unserer keltischen Vorfahren kleine Lichter an und vieles wird plötzlich wieder gegenwärtig. Kein anderer Monat des Jahres ist so geeignet in uns diese Nachdenklichkeit zu wecken, wie dieser nasse, neblige und windige Monat. An langen Abenden werden Schubladen und Schatullen geöffnet. Wir greifen zu Briefen aus vergilbten Umschlägen. Dann werden wir unruhiger, unsere Gedanken flüchten zu den Dingen, aus denen die Dahingegangenen lauter zu uns sprechen als aus Grab und Stein.

Das Grün und die Blüten der Gräber erinnern trostreich an die Menschen, die nicht mehr unter uns sind. Zwiegespräche halten wir mit Bildern, aus denen  uns alte und junge Augenpaare ansehen, ernste und auch lachende. Sie blicken beredt auf unser Alltagsleben. Letzte Stunden und Gespräche kommen in Erinnerung, kleine Gesten der Liebe und Zärtlichkeit. Viele Einzelheiten sind ins Gedächtnis eingebrannt, denn liebe Tote kann man nicht vergessen. Wehmut beschleicht uns, weil uns nicht mehr mit den Toten verbindet als die Erinnerung. Im Laufe des Lebens wird jeder Mensch mit dem Tod konfrontiert – durch den Verlust von Angehörigen und Freunden oder weil eine schwere Krankheit die eigene Sterblichkeit unmittelbar vor Augen führt. Friedhofsbesuche, Grabpflege und Rituale an Trauertagen, wie zum Beispiel an Allerheiligen oder am Totensonntag, können bei der Trauerbewältigung hilfreich sein.  Der Schmerz wird dann leichter, unser Leben ist durch den Alltag mit neuen Aufgaben erfüllt.

Doch wer könnte einen Bruder, eine Schwester vergessen, einen Sohn oder eine Tochter, einen Ehemann oder die Ehefrau, einen Vater, die Mutter, einen vertrauensvollen Freund oder eine Freundin, die so zu unserem Leben gehörten, wie der Wechsel von Tag und Nacht? Wie sollte man aber weiterleben, wenn man nicht vergessen kann? Unsere Erinnerung darf uns nicht so gefangen nehmen, dass wir uns der Gegenwart und dem „Heute“ nicht mehr zu stellen vermögen. Es ist das ewige Gesetz der Natur: Werden, Vergehen und Werden. Das Große stirbt und das Kleine wächst nach.

Ehrfurcht, Achtung und Respekt vor den Toten sind so alt wie die Welt. Im christlichen Glauben wurzelt aber darüber hinaus die Hoffnung auf das, was uns erwartet, wenn auch wir die letzte Grenze überschritten haben. Niemand geht von uns, er geht nur voraus. Die Gedenktage im November fordern uns zur Selbstbesinnung auf. Stellen wir uns dem Schmerz, weil er notwendig ist, aber verharren wir nicht in ihm.

© Hans-Peter Meyer

38. Geistliche Abendmusik – Orgelkonzert mit Martin Löw

MONTABAUR. Im Rahmen der 38. Geistlichen Abendmusik lädt Dekanatskantor Jens Schawaller am Sonntag, dem 12.11.2017 um 18.30 Uhr in die Evangelische Pauluskirche an der Koblenzer Straße 5a in Montabaur zu einem besonderen Orgelkonzert ein: es gastiert Martin Löw aus Goddert an der historischen Wagnerorgel von 1875 mit einem Orgelimprovisationskonzert - „Musik für den Moment“ - an der charmanten Denkmalorgel in der Wäller Kreisstadt.

Dabei musiziert der gebürtige Saarländer und versierte Organist, Chorleiter und Komponist, der bereits seit etlichen Jahren zuverlässig Orgeldienste in den unterschiedlichsten Ev. Kirchengemeinden des Westerwaldes übernimmt, über bekannte Themata aus der Musik- und Filmgeschichte und über Kirchenlieder.

Der Eintritt ist frei!

Erinnerungskultur: Informationsaustausch und Vernetzung

Auf Einladung von Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz kamen im Rathaus Vertreterinnen und Vertreter von Initiativen, Vereinen, Gemeinden sowie weiteren Akteuren, zusammen, welche im Bereich der Erinnerungskultur zum Zweiten Weltkrieg im Koblenzer Raum aktiv tätig sind. Das Treffen sollte dem allgemeinen Informationsaustausch und der Vernetzung dienen. Dabei wurden Aktionen der einzelnen Akteure für 2018 vorgestellt. Außerdem diskutierte man mögliche Ansätze, welche die Erinnerungskultur für die junge Generation interessant machen könnten. Dazu wurden gegenwartsbezogene Anhaltspunkte besprochen. Man kam überein, sich fortan regelmäßig zu treffen, um Aktionen und den Austausch untereinander zu fördern.

Alte Lieder werden in Lahnstein neu gesponnen

Saitenspinner treffen Folkfreunde

Lahnstein. Am Sonntag, den 05. November 2017, laden die Saitenspinner zusammen mit dem Duo Jürgen Schöntges und Gernot Schauren zu einem Konzert in das Lahnsteiner Jugendkulturzentrum ein. Ab 17 Uhr (Einlass ab 16 Uhr) erklingen die gruppeneigenen Arrangements passend zum Bandmotto „ Alte Lieder neu gesponnen“. Karten sind beim Jugendkulturzentrum für 10 Euro im Vorverkauf (12 Euro an der Abendkasse) erhältlich.

Mit rein akustischen Instrumenten wie Gitarre, Flöte, Kontrabass, Geige werden die vier Saitenspinner Lieder verschiedenster Länder und Epochen zum Klingen bringen. Instrumentalstücke runden das Programm ab.

Die Folkprofis Jürgen Schöntges und Gernot Schauren geben alte deutsche Volkslieder, irische Folklore, amerikanische und englische Songs zum Besten. Zeitgenössische Lieder aus der Feder von Jürgen Schöntges gehören ebenfalls mit zum Repertoire. Der Sänger und Songschreiber begleitet sich nach Wahl auf einer alten Drehleier, dem 5-saitigen Banjo, einer Konzertgitarre und manchmal auch auf Esslöffeln. Die wichtigste Säule der Begleitung ist jedoch sein musikalischer Freund und Mitspieler, Gernot Schauren, ein sehr sinnlicher, professioneller Flötenspieler und lyrischer Begleiter auf der Mandoline und dem Saxophon.

Karten und Informationen beim Jugendkulturzentrum Lahnstein:

Telefon: 02621 50604

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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