Montag, 19. November 2018

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Dekanatskantorei Montabaur in Leipzig

MONTABAUR. Politische Bildung, deutsche Zeitgeschichte und evangelische Kirchenmusik: das sind die drei großen Themata, die die Reise der Dekanatskantorei Montabaur als dem Kammerchor des Evangelischen Dekanates Westerwald nach Leipzig prägten. Quartier bezog der gemischte Chor im Gästezentrum des Leipziger Missionswerks, dessen Direktor Pfarrer Ravinder Salooja die Wäller Gäste herzlich willkommen hieß und sich um deren Wohlergehen kümmerte. Die Räumlichkeiten eröffneten dem sangesfreudigen Ensemble eine gute und effektive Probenarbeit, die sich mit einem kontrastreichen Kulturprogramm abwechselte: so erwanderten sich die Sängerinnen und Sänger der Dekanatskantorei Montabaur im Rahmen einer individuellen und tief beeindruckenden Stadtführung von Sängerinnen, die persönlich an den bekannten Leipziger Montagsdemonstrationen an vorderster Linie teilnahmen und als Zeitzeugen aus eigener Erfahrung berichten konnten, einen großen Teil der Märsche auf dem Ring rund um die Altstadt Leipzigs. In der hellen und lichtdurchfluteten Nicolaikirche, dem Ort der Montagsgebete, von denen die Montagsdemonstrationen ausgingen, gab die Dekanatskantorei Montabaur eine konzertante Probe ihres Könnens und erfüllte den großen Kirchenraum mit ihrem Wohlklang. Konzertbesuche in der Thomaskirche rundeten den Besuch derjenigen beiden Stadtkirchen ab, in denen Johann Sebastian Bach seinen segensreichen Dienst versah. „Wir freuen uns aber auch, dass mit der Aula und Universitätskirche St. Pauli wieder eine Kirche erstanden ist, die vor 50 Jahren in einem barbarischen Akt des SED-Regimes gesprengt wurde“, meint Dekanatskantor Jens Schawaller. Natürlich nahm die Dekanatskantorei Montabaur am ökumenischen Gottesdienst zum Stadtfest Leipzigs teil und statte Auerbachs Keller einen gebührenden Besuch ab. (Foto: Rita Steindorf, Selters)