Freitag, 23. August 2019

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Koblenzer Schülerinnen und Schüler übernehmen Patenschaften für 57 Stolpersteine

Auf Initiative von Kultur- und Schuldezernentin Dr. Margit Theis-Scholz, unterstützt durch die Christliche-Jüdische Gesellschaft Koblenz und den Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V., haben zwölf Koblenzer Schulen Patenschaften für Stolpersteine übernommen.

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Mit den im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der einst in den jeweiligen Häusern und Wohnungen lebenden und dann in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten, vertriebenen oder getöteten Mitbürgerinnen und Mitbürgern jüdischen Glaubens erinnert werden.

Die Schulen nehmen nun an einem durch das Bildungsbüro der Stadtverwaltung Koblenz (Kultur- und Schulverwaltungsamt) organisierten jährlichen Aktionstag in Erinnerung an die Reichspogromnacht am 9. November teil. Die Schülerinnen und Schüler führen hierbei eine symbolische Reinigung der in der Nähe ihrer Schule verlegten Stolpersteine durch.

Die Übergabe der entsprechenden Reinigungssets an die teilnehmenden Schulen erfolgte durch Kultur- und Schuldezernentin Dr. Theis-Scholz im Rathaus. Mit den Sets ausgestattet wurden die Grundschule Arenberg, Grundschule Freiherr-vom-Stein, Grundschule Güls, Grundschule Immendorf, Grundschule Pfaffendorf, Grundschule Schenkendorf, Hilda-Gymnasium, Integrierte Gesamtschule Koblenz, Clemens-Brentano-/Overberg Realschule plus Koblenz, Diesterweg-Schule, Bischöfliches Cusanus-Gymnasium und die Dr. Zimmermansche Wirtschaftsschule.

Im Rahmen dieser Übergabe zeichnete Dr. Jürgen Schumacher, der Vorsitzende des Fördervereins Mahnmal Koblenz, den anwesenden Schülerinnen und Schülern die Ereignisse um die Novemberpogrome 1938 in Koblenz nach. Walter Baum von der Carl-Benz-Schule berichtete über die Patenschaft für 14 Stolpersteine, welche im Rahmen des fächerübergreifenden Unterrichts aus dem Bereich der Berufsfachschule und des Berufsvorbereitungsjahres bereits besteht.

Im Anschluss an die Übergabe der Reinigungssets wurden Schüler der Clemens-Brentano-/Overberg Realschule plus Koblenz zur symbolischen Reinigung der Stolpersteine an der Liebfrauenkirche 11 begleitet.

Kultur- und Schuldezernentin Dr. Theis-Scholz erachtet einen solchen Aktionstag als wichtigen Beitrag für eine lebendige Erinnerungskultur und hofft die Patenschaften im kommenden Jahr noch auf weitere Schulen ausweiten zu können. Sie bedankt sich insbesondere bei der Christlich-Jüdischen Gesellschaft Koblenz für die Dokumentation zu den schicksalhaften Opferbiographien, welche die Schulen entsprechend in den Unterricht integrieren können.

Die Stolpersteinpatenschaften werden u.a. vom Bildungsbüro Koblenz koordiniert. Das Bildungsbüro Koblenz wurde im Jahr 2017 mit Unterstützung von Fördermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gegründet. Als Koordinierungsstelle für Bildungsfragen arbeitet das Bildungsbüro Koblenz primär an der Vernetzung von Bildungsangeboten und Bildungsak teuren in Koblenz.