Sonntag, 15. Dezember 2019

Letztes Update:10:51:15 PM GMT

region-rhein.de

Lächeln ist die Musik der Seele

Gedanken zum Tag des Lächelns
Erkenntnisse beim Umgang mit Menschen

Von Hans-Peter Meyer

Immer am ersten Freitag im Oktober gibt es einen besonders schönen Feiertag zu begehen. Denn seit 1999 wird an diesem Tag immer der sogenannte World Smile Day (WSD), der“ Tag des Lächelns“ gefeiert. Welch wunderbare und zauberhafte Idee, dieser besagte World Smile Day. Die Idee zum Tag liegt Harvey Ball zugrunde, der ein Werbegrafiker aus Worcester, Massachusetts (USA) ist und als Erfinder des „Smileys“ gilt. Grund genug, heute einen Beitrag Gedanken zum „Tag des Lächelns“  zu veröffentlichen.

Beim täglichen Umgang mit unseren Mitmenschen entdecken wir viele Arten und Unarten, Erträgliches und Unerträgliches, Verständliches und Unverständliches. Und doch kommen wir in der Hast und im Stress des Alltags selten dazu, dass Positive in unserem Mitmenschen zu verstehen und zu genießen.

Zum Beispiel das Lächeln. Lachen ist etwas ungemein Menschliches, ja, es ist dem Menschen allein vorbehalten. Den Schmerz, die Trauer und Gefühle teilen wir mit der Tierwelt, aber lachen und lächeln kann nur der Mensch. Der griechische Philosoph Heraklit schrieb schon in vorchristlicher Zeit, das Lachen, das Weinen und das Niesen seien heilige Handlungen, weil sie die Seele befreien. Und der berühmte deutsche Arzt  und Physiologe Hufeland schrieb im 18. Jahrhundert: „Die Gewohnheit unserer Vorfahren, durch Lustigmacher und Hofnarren Lachen zu erregen, beruhte auf richtigen gesundheitlichen Grundsätzen“.

Medizinisch gesehen ist das Lachen im wahrsten Sinne des Wortes ein zwerchfellerschütternder – oder besser gesagt   zwerchfellerregender Vorgang. Der Betreffende muss tief einatmen. Die aufgenommene Luft wird dann unter kräftiger Anspannung  der Bauchmuskulatur in mehreren Atemstößen wieder abgegeben.

So ist jedes Lachen eine elementare Tiefatem- und Ausatemübung.

Sie durchlüftet die Lunge, sorgt für mehr Sauerstoff.

Dieses und vieles mehr kann man in wissenschaftlichen Büchern nachlesen und das würde alles zu schwierig.  Machen wir uns etwas einfacher.

Nicht von ungefähr ist der eigentliche Sitz des Lachens und des Lächelns in den Augen, jener Schalk in den Augenwinkeln, jenes belustigte Blitzen, das auch ernsten Dingen eine Sonnenseite abzugewinnen vermag.

Die stillere Schwester des Lachens ist das Lächeln. Es ist nicht explosiv, es ist nicht stürmisch, aber irgendwie ist es elementar. Es durchleuchtet den Menschen von innen heraus.

Ein wirkliches Lächeln kann ein Gesicht verklären. Vielleicht könnte man von einem stilleren, vergeistigteren Prozess des Lachens sprechen. Vielleicht verstehen wir das Lächeln besser, wenn wir an seinem Gegensatz, das Grinsen denken.

Ein berühmter spanischer Philosoph und Soziologe bezeichnete  das Lachen und das Lächeln als ein spezifisch menschliches Attribut im Reiche der Schöpfung. Es ist ein Erbe aus der Zeit der Kindheit, das wir in das spätere Leben hineinzuretten vermögen. Bei dem Säugling und dem Kleinkind ist das Lachen  und das Lächeln noch der Ausdruck einer Heiterkeit, die sich selbst genügt. Im späteren Leben aber brauchen wir einen äußeren Anlass dazu. Dies setzt freilich einen Sinn für das Komische, für den Humor voraus, für die verschiedenen Arten des Witzes, eines skurrilen Gedankenganges, einer Karikatur, einer erheiternden Vorstellung.

Lachen und Lächeln sind eine geistige Macht. Beide vermögen den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes aus der Verspannung des Alltags zu lösen. Nicht nur im übertragenen Sinne wird hier der Mensch gelöst oder erlöst, sondern ganz real, seelisch und körperlich. Curt Goetz, einer der großen Meister des Humors, schrieb in seinem Buch „Dr. med. Hiob Prätorius“ den inhaltschweren Satz „Was uns fehlt, ist Freude; was wir brauchen, ist Hoffnung; was uns nottut, ist Zuversicht; wonach wir dürsten, ist Liebe, und wonach wir verschmachten, ist Frohsinn“.

So können wir den tieferen Sinn des Lachens und des Lächelns verstehen.

© Hans-Peter Meyer