Donnerstag, 04. Juni 2020

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Gedenken 8. Mai 1945

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Landtagspräsident Hendrik Hering erinnern an das Kriegsende vor 75 Jahren

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Landtagspräsident Hendrik Hering erinnern am kommenden Freitag, 8. Mai, gemeinsam an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren. In einer Videobotschaft rufen sie dazu auf, verantwortungsvoll mit der Vergangenheit umzugehen und gegen Hass und Hetze einzutreten. Der 8. Mai 1945 sei ein Tag der Befreiung, der eine friedliche Entwicklung in Deutschland und Europa möglich gemacht habe. Er dürfe niemals aus der kollektiven Erinnerung verschwinden. Drehort der Videobotschaft war die Kirchenruine Sankt Christoph in Mainz, die als Mahnmal an die Opfer und die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs erinnert. Eine ursprünglich geplante gemeinsame Gedenkveranstaltung von Landtag und Staatskanzlei wurde aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Die Aufzeichnung wird ab Freitag, 8. Mai, 8.00 Uhr über die Internetseiten, die YouTube-Kanäle und die Social Media-Auftritte von Landtag und Staatskanzlei abrufbar sein. Um 11.30 Uhr werden die Ministerpräsidentin und der Landtagspräsident gemeinsam mit dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling und dem rheinland-pfälzischen Vorsitzenden des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. (VDK) Martin Haller in Sankt Christoph im stillen Gedenken einen Kranz niederlegen.

„Der 8. Mai 1945 war ein Tag der Befreiung vom nationalsozialistischen Terror, vom Elend des Krieges und von Gewaltherrschaft. Er erinnert uns an das dunkelste Kapitel in der deutschen Geschichte“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Im Gedenken an diesen Tag werde zugleich deutlich, wie wichtig es sei, für den Frieden und die Freundschaft der Völker einzustehen. „In diesem Jahr gedenken die Menschen anders als gewohnt, die Corona-Pandemie greift tief in unser aller Leben ein. Wie schwer es fällt, sich nicht mehr frei zu bewegen, lässt uns besonders spüren, wie kostbar Freiheit und Sicherheit sind. Daher muss klar sein, diese Einschränkungen können nur temporär sein, um Leben zu schützen“, sagte die Ministerpräsidentin. Zugleich sieht sie es als zentrale Aufgabe an, gegen Hass, Hetze und Ausgrenzung vorzugehen. Auch dies sei eine Verpflichtung, die wir aus dem 8. Mai 1945 ziehen müssten.

Landtagspräsident Hendrik Hering erinnerte daran, dass Deutschland unmittelbar nach Kriegsende wieder in die große Völkerfamilie Europas aufgenommen wurde, obwohl das Land unermessliches Leid über Europa und die Welt gebracht habe. „Dieses Vertrauen und die Bereitschaft zur Versöhnung bleiben angesichts der Katastrophe, die vorausgegangen war, einzigartig“, betonte der Landtagspräsident. Die europäischen Nachbarn hätten darauf vertraut, dass Deutschland einen demokratischen, stabilen und sozialen Rechtsstaat aufbauen würde. „Und so ist es gekommen“, sagte Hendrik Hering. Die europäische Einigung habe Rheinland-Pfalz in der Folge zu einem Land im Herzen Europas gemacht, das mit seinen Nachbarn in vielfältiger Weise verflochten sei. Umso schmerzhafter spüre man in diesen Tagen der Corona-Pandemie die Einschnitte, die krisenbedingte Grenzschließungen und Einschränkungen der Reisefreiheit notwendig machten.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Landtagspräsident Hendrik Hering zeigten sich überzeugt, dass Europa der Schlüssel dafür sein werde, die Pandemie und ihre Folgen zu bewältigen. Gerade jetzt seien Freundschaft, Solidarität und Zusammenhalt in Europa erneut von herausragender Bedeutung. Ein Zeichen dieser Freundschaft sei gewesen, dass rheinland-pfälzische Krankenhäuser schwerkranke Covid19-Patienten aus Frankreich aufgenommen haben, wie beispielsweise in Kandel, Kaiserslautern und Speyer.

Anlässlich des 75. Jahrestages hat Ministerpräsident Malu Dreyer für den 8. Mai für die Dienstgebäude der staatlichen und kommunalen Verwaltungen des Landes Rheinland-Pfalz sowie für die Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts Beflaggung angeordnet.