Donnerstag, 24. September 2020

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Verleihung des Gerty-Spies-Literaturpreises wird verschoben

Verschiebung der am 24. Mai in Landau vorgesehenen Verleihung des Gerty-Spies-Literaturpreises an Milo Rau / Neuer Termin wird bekanntgegeben

Die für den 24. Mai 2020 in Landau vorgesehene Verleihung des Gerty-Spies-Literaturpreises der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz an Milo Rau muss verschoben werden! Ein neuer Termin wird bekanntgegeben, wenn sicher ist, wann die nötigen Veranstaltungsbeschränkungen durch die Covid-19-Pandemie dies wieder in einem angemessenen Rahmen zulassen.

Den diesjährigen Gerty-Spies-Literaturpreis erhielt Anfang April der Regisseur und Autor Milo Rau zugesprochen. Die Jury zeichnete ihn dafür aus, dass er wie kein anderer Kunst, Literatur und Politik verbinde.

"Gerade in der heutigen Zeit, in der Rassismus, Antisemitismus und Extremismus Menschen und Gesellschaft, auch über Terroranschläge, bedrohen, sei eine klare Positionierung der Gesellschaft und der Kunst für Menschlichkeit und politisches Engagement notwendiger denn je", heißt es in der Begründung.

Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale: "Milo Rau verbindet auf vielfältige und beeindruckende Weise Politik und Realität mit Theater, Literatur und Kunst. Man könnte sagen, für ihn ist Kunst eine pazifistische Waffe im Kampf für mehr Menschlichkeit. Dabei bleibt sie Kunst, keine Agitation. Wo andere wegschauen, schaut er genauer hin.

Dass Milo Rau kontroverse Themen mit den Mitteln der Kunst thematisiert, trifft sich mit dem Ziel der politischen Bildung, auch kontroverse Themen - neben historisch-politischer Bildung - aufzugreifen. Politische Bildung muss in Zukunft weiter neue Wege gehen, um neue und weitere Zielgruppen zu erreichen, und dies kann auch mit den Mitteln des Theaters geschehen. Das Theater ist der politischen Bildung und der Politik hier oft schon voraus".

Der Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung ist nach der Schriftstellerin Gerty Spies benannt, die 1897 in Trier geboren wurde und in der NS-Diktatur als Jüdin in das KZ Theresienstadt deportiert wurde. Dort begann sie zu schreiben, auch um geistig zu überleben. Gerty Spies starb am 10. Oktober 1997 im Alter von 100 Jahren in München.
Die letzten Preisträger waren Ralf Rothman, Ulrich Pelzer, Ursula Krechel und Navid Kermani.