Samstag, 23. Oktober 2021

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Musikalische Abendgottesdienste mit der Cappella Taboris

WESTERWALD. Auch in diesem Jahr bereiteten sich trotz aller pandemisch bedingten Einschränkungen viele Gäste zusammen mit der Cappella Taboris, dem besonderen Vokal- und Instrumentalensemble des Dekanates Westerwald unter der Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller, innerlich auf Advent und Weihnachten vor:

In der Evangelischen Johanneskirche Neunkirchen gestalteten Pfarrerin Anja Jacobi mit Alice Jacobi und in der Evangelischen Kirche Ransbach-Baumbach Pfarrer Wolfgang Weik mit Lina und Olaf Ruhfus-Hartmann gemeinsam mit der kleinen, aber feinen Kammermusikgruppe je einen reichen musikalischen Abendgottesdienst unter strenger Einhaltung aller Hygiene- und Schutzvorschriften.

„Wir sind für die Musikliebe und Offenheit der beiden Evangelischen Kirchengemeinden sehr dankbar“, erklärt Jens Schawaller, dem ein adventliches und weihnachtliches Musizieren in den Wäller Kirchen wichtig ist. In Neunkirchen erklang die Döring-Gottwaldorgel und in Ransbach-Baumbach die Orgel von Förster und Nicolaus zum Vor- und Nachspiel mit ausdifferenzierten Choralimprovisationen über das Lutherlied „Nun komm, der Heiden Heiland“ und „Es kommt ein Schiff, geladen“, die Jens Schawaller kontrastreich und virtuos, barock und hochromantisch interpretierte.

Im Rahmen der Eingangsliturgie begrüßte der Vorsitzende des Kirchenvorstandes in Neunkirchen Bernhard Nothdurft alle Anwesenden sehr herzlich, dann musizierte die Cappella Taboris Largo und Vivace aus der 95. Triosonate in a-Moll für Altblockflöte, Violine und Basso continuo von Georg Philipp Telemann (1681 – 1767) mit Monika Schlößer (Barockblockflöte), Jens Schawaller (Violine) und Susanne Schawaller (Truhenorgel in barocker Stimmung).

Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes erklang aus den „Biblischen Sprüchen“ vom selben Komponisten die Soloarie „Hosianna dem Sohne David“ mit der Sopranistin Claudia Geppert, Monika Schlößer (Alt), dem Tenor Jens Schawaller und Susanne Schawaller an der Truhenorgel, dann begaben sich Pfarrer Wolfgang Weik und Olaf Ruhfus-Hartmann in den Dialog mit der Cappella Taboris und gestaltete die Evangelienlesungen des Johann Sebastian Bach´schen Weihnachtsoratoriums, die von den Chorälen des bekannten Werkes des Leipziger Thomaskantors (1685 – 1750) gegliedert wurden. Hier musizierten die Cappellamitglieder gemeinsam.

In Ransbach fand anschließend eine angemessene Lüftungspause statt, in der Dekanatskantor Schawaller auf der Truhenorgel über „Macht hoch die Tür“ improvisierte. Nach einem geistlichen Input erklang das Allegro aus der eingangs begonnenen Triosonate sowie die Soloarie „Und das Wort ward Fleisch“ aus den „Biblischen Sprüchen“ – beides ebenfalls wieder Kompositionen von Georg Philipp Telemann. Mit Georg Friedrich Händels Komposition „Tochter Zion“ sang die Cappella Taboris stellvertretend für die Gemeinde ein traditionelles Adventslied, da der Gottesdienstgemeinde der eigene Gesang in den Kirchen momentan nicht gestattet ist.

In Ransbach gliederten Pfarrer Wolfgang Weik und Claudia Geppert den Adventschoral mit einem Fürbittgebet, zum Schluss des Gottesdienstes sammelten sich alle Anwesenden zum Vater unser und Segen. Für die dankbaren Gäste beider Wäller Kirchengemeinden waren dies zwei wohltuende und hochmusikalische Gottesdienste im Evangelischen Dekanat Westerwald, die alle Anwesenden berührten und bestärkten.