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Der Valentinstag - Tag der Liebenden

Entstehung und Bedeutung

Von Hans-Peter Meyer

Der Valentinstag (am 14. Februar des Jahres) gilt in einigen LĂ€ndern als Tag der Liebenden. Der Name des Tages wird heute zumeist auf die Legende des Bischofs Valentin von Terni zurĂŒckgefĂŒhrt. Der religiöse, in der kirchlichen Liturgie wurzelnde Ursprung des Feiertages besteht darin, dass am 14. Februar in manchen Kirchen die Ankunft Jesu als himmlischer BrĂ€utigam zur Himmlischen Hochzeit gefeiert wurde.

An PopularitĂ€t gewann der Valentinstag durch den Handel mit Blumen, besonders jedoch durch die umfangreiche Werbung der Floristen. Der Tag wird mit traditionellem Brauch vermischt, Ă€hnlich dem in den 1990er Jahren populĂ€r gewordenen und ĂŒber die USA aus Irland importierten Halloween

Brauchtum


Die PopularitĂ€t des Datums im angelsĂ€chsischen Bereich beruht auf einem Gedicht des englischen Schriftstellers Geoffrey Chaucer, „Parlament der Vögel“ (Parlement of Foul(e/y)s), das 1383 vermutlich aus Anlass einer Valentinsfeier am Hof Königs Richard II. fertig gestellt und erstmals öffentlich vorgetragen wurde. In dem Gedicht von Chaucer wird dargestellt, wie sich die Vögel zu eben diesem Feiertag um die Göttin Natur versammeln, damit ein jeder einen Partner finde.

Seit dem 15. Jahrhundert werden in England Valentinspaare gebildet, die sich kleine Geschenke oder Gedichte schicken. Die Verbindung mit Blumengeschenken könnte auf die Gattin des Dichters Samuel Pepys zurĂŒckgehen, die 1667 mit einem Blumenstrauß auf PepysÂŽ Liebesbrief reagierte. Von da an wurde die Verbindung von Brief und Blumen in der noblen britischen Gesellschaft nachgeahmt.

Englische Auswanderer nahmen den Valentinsbrauch mit in die „Neue Welt“, die USA – und so kam durch US-Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg dieser Brauch nach Deutschland; 1950 veranstaltete man in NĂŒrnberg den ersten „Valentinsball“; der Valentinstag wurde offiziell eingefĂŒhrt. Allgemein bekannt wurde er durch die dann verstĂ€rkt einsetzende Werbung der Floristen und der SĂŒĂŸwarenindustrie.

Konfekt, Karten, Parfum


Es gibt inzwischen unter anderem Valentinskonfekt, Valentinskarten und Parfums, doch die wichtigsten Geschenkartikel am Valentinstag sind nach wie vor Blumen. WĂ€hrend das Jahr ĂŒber hauptsĂ€chlich Frauen Blumen kaufen, sind es am Valentinstag ĂŒberwiegend MĂ€nner. Die Preise vor allem fĂŒr rote Rosen steigen zu diesem Anlass stark an.

In Japan beschenken am 14. Februar Frauen ihre EhemĂ€nner, mĂ€nnliche Kollegen, Chefs usw. mit Schokolade. DafĂŒr dĂŒrfen sie dann einen Monat spĂ€ter am White Day weiße Schokolade als Gegengeschenk erwarten. Mittlerweile erfreut sich dieser Tag auch in der Volksrepublik China bei jungen, am westlichen Lebensstil ausgerichteten Chinesen zunehmender Beliebtheit. In Brasilien wird der Valentinstag am 12. Juni gefeiert.

Aber auch in Europa haben sich eigene Traditionen herausgebildet. In Italien treffen sich die Liebespaare meist an BrĂŒcken oder auch GewĂ€ssern. Dort sind hĂ€ufig Vorrichtungen angebracht, an denen man z. B. ein Fahrrad anschließen kann. Diese werden zweckentfremdet, in dem einfach ein VorhĂ€ngeschloss angebracht wird. Auf das Schloss schreiben die Liebenden ihre Initialen, manchmal mit Datum, bei großen Schlössern sieht man sogar aufgeklebte Fotos des Paares.

Dieses Schloss wird angeschlossen, dann werfen die beiden jeder einen SchlĂŒssel ins Wasser und wĂŒnschen sich dabei etwas. Obwohl die WĂŒnsche danach nicht geĂ€ußert werden sollen, wĂŒnschen sich die Meisten, die ewige Liebe gefunden zu haben. So sammeln sich immer mehr Schlösser zu dicken Klumpen.

In Finnland wird der Valentinstag als „Freundschaftstag“ gefeiert, an dem man − meist anonym − denen, die man sympathisch findet, Karten schickt oder kleine Geschenke ĂŒbermittelt. Dieser „Freundschaftstag“ ist gegenĂŒber dem angelsĂ€chsischen oder kontinentaleuropĂ€ischen „Valentinstag“ deutlich enterotisiert. In westslawischen und sorbischen Gebieten Ostdeutschlands fĂ€llt in die Zeit um den Valentinstag das Fest der so genannten Vogelhochzeit. Dazu gehört das Volkslied „Die Vogelhochzeit“ („Ein Vogel wollte Hochzeit halten 
“)

Die Legende


Die Tradition des Valentinstags wird heute zumeist auf die Legende von Bischof Valentin von Terni zurĂŒckgefĂŒhrt, der als christlicher MĂ€rtyrer starb. Mehrere Orte in Deutschland behaupten, die Gebeine als Reliquien zu verwahren, wie zum Beispiel die bayerische Stadt Krumbach, Landkreis GĂŒnzburg. Auch in der Kirche Santa Maria in Cosmedin in Rom werden die angeblichen Reliquien ausgestellt.

Valentin war im dritten Jahrhundert nach Christus der Bischof der italienischen Stadt Terni (damals Interamna). Er hatte laut dieser Legende einige Verliebte christlich getraut, darunter Soldaten, die nach damaligem kaiserlichen Befehl unverheiratet bleiben mussten. Zudem hat er der Legende nach den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Überlieferung nach unter einem guten Stern gestanden. Auf Befehl des Kaisers Claudius II. wurde er am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens enthauptet.

Eine Legende bezieht den Todestag Valentins auf das römische Fest Lupercalia, das auf den 15.  Februar fiel. Es war der Feiertag der röm. Göttin Juno (gr.: Hera), der Frau des Jupiter (gr.: Zeus) und Schutzpatronin der Ehe. Junge MĂ€dchen gingen an diesem hohen Festtag in den Juno-Tempel, um sich ein Liebesorakel fĂŒr die richtige Partnerwahl zu holen.

Junge MÀnner aus dem einfachen Volk zogen an diesem Tag Lose, auf denen die Namen der noch ledigen Frauen standen. Die so gelosten PÀrchen gingen miteinander aus und manche sollen sich so ineinander verliebt haben. Dieser Volksbrauch galt vielen römischen Aristokraten als unmoralisch. EhemÀnner schenkten ihren Frauen an diesem Tag Blumen. So kam es, dass sich dieses Àltere römische Brauchtum mit der Geschichte des christlichen MÀrtyrers mischte und in die spÀtere Gesellschaft einsickerte.

Die Legende zum Bischof von Terni unterscheidet sich vom spĂ€teren Valentin von RĂ€tien (GraubĂŒnden). Dieser hat keine Liebenden zusammengebracht, sondern er gilt als Schutzpatron gegen die „fallenden Krankheiten“ wie Epilepsie und Ohnmacht.

Bei uns ist und bleibt der Valentinstag als ein Tag der Liebenden, wo Menschen „Blumen sprechen“ lassen. Möge es so bleiben -  heute und auch in der Zukunft.

©  Hans-Peter Meyer