Dienstag, 26. Oktober 2021

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2. Treffen der Koblenzer Kulturfrauen fand virtuell statt

Anlässlich des Weltfrauentages fand am gestrigen Montag zum 2. Mal das Treffen der Koblenzer Kulturfrauen statt. 2020 gehörte die Premiere des von der Dezernentin für Bildung und Kultur PD Dr. Margit Theis-Scholz ins Leben gerufene Netzwerktreffen zu einer der letzten Präsenzveranstaltungen. Kurz darauf brachte der erste Lockdown die gesamte Kulturlandschaft ins Wanken. Die Folgen der Pandemie und der sowohl hoffnungsvolle als auch bange Blick auf die kommenden Wochen prägten auch die virtuelle Zusammenkunft, die nach den Begrüßungsworten der Kulturdezernentin verschiedene Beiträge regionaler Künstlerinnen bot. 

In ihrer Begrüßung verwies Theis-Scholz auf die grundsätzliche Gestaltungskraft, die erfolgreiche Vernetzung von Frauen zur Folge hat: „Ich bin überzeugt davon, dass das Netzwerkknüpfen eine große Stärke von Frauen in unserer Gesellschaft darstellt und in vielen Bereichen dazu gedient hat, gute, kreative Ideen zu schmieden und produktive Wege zur Umsetzung zu finden.“ Darüber hinaus richtete sie den Blick auf die hohe Bedeutung und Wirkungskraft für gesamtgesellschaftliche Entwicklungen: „Über die letzten Jahrzehnte hinweg haben Frauen, die in der Kunst- und Kulturszene arbeiten, kulturelle Institutionen und ihr Arbeitsumfeld stark beeinflusst. Ob als professionelle Künstlerinnen oder ehrenamtlich Tätige in Vereinen, Initiativen und Verbänden, ob in der Literatur, der Musik, Bildenden Kunst, dem Darstellen Spiel, Theater, Tanz und in anderen Kultursparten oder auch als kulturpolitisch auch einsetzende Frauen – die wachsende Zahl von Frauen wirkt in den Kulturbereich verändernd hinein und damit in die gesamte Gesellschaft. Dies wird einen langsamen, aber großen feststellbaren Einfluss auf die Werte, mit denen wir arbeiten, aber auch die Systeme und Strukturen im Kultursektor ausüben.“

Das virtuelle Treffen der Kulturfrauen wurde in diesem Jahr umrahmt von lokal ansässigen Künstlerinnen: Der Sängerin Leslie Wilbert, die mit ihrer Stimme und den Titeln „Yesterday“ und „Million Dreams“ begeisterte, der Singschule Koblenz und einem filmischen Beitrag der Mädchenkantorei, der Fotografin Julia Berlin, die eine Fotostrecke präsentierte und dabei auf die unterschiedlichen Rezeptionen von Männer- und Frauenportraits einging, und der Autorin Tessa Randau, die aus ihrem Buch „Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich“ las und ein Plädoyer für ein stärkeres Engagement von Frauen anschloss.

Theis Scholz bedankte sich den Künstlerinnen, die den besonderen Abend mitgestaltet hatten, aber auch bei allen anderen Kulturfrauen für ihr Engagement: „Ich danke Ihnen allen für Ihr aktives und engagiertes Mitwirken und Ihre direkten Beteiligungen in unserem Kulturraum - unabhängig von der Art und Weise des Beitrags, den sie leisten. Lassen Sie sich in Ihrem Tun ermutigen und in Ihren kulturellen Aktivitäten bestärkt fühlen, auch wenn diese Krise einen langen Atem erforderlich macht.“ Mit Blick auf die Pandemie und dem kommunikativen Umgang mit Kultur von Teilen der Politik appellierte Theis-Scholz zudem an die Runde: „Unsere Aufgabe in der momentanen Situation, die sich teilweise verheerend im gesamten Kulturbereich auswirkt, wird es sein, mit gemeinsamer Stimme auf die Bedeutung und Rolle der Kultur in unserer Gesellschaft hinzuweisen, die weit über Unterhaltung und Ablenkung hinausgeht. Sie ist Eckpfeiler, Gerüst und Spiegelbild unserer Gesellschaft und führt uns jedwede Veränderungen mit seismografischer Sensibilität vor Augen.“