Montag, 25. Oktober 2021

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Der WERT und die WÜRDE

„Wie soll das nur weitergehen?!“

Wer so denkt, ist dankbar für einen Halt, ein Licht, oft einen Menschen, der ihm beisteht und nicht wegläuft. Wo ihn aber finden? Diese Erfahrung der Getriebenheit und Unruhe, der Sorge und der Verlassenheit, ja zuweilen der Verzweiflung, auf der einen Seite und zugleich die Suche nach Verlässlichkeit, Halt, innerer Heimat auf der anderen Seite bewegt uns mehr, als uns lieb ist. Gibt es keine Brücke, keine Orientierung, die uns Antwort gibt? Oft genug müssen wir leider feststellen: nein – wir sehen keinen Halt. Jedenfalls nicht auf unserer, der menschlichen Ebene. Wo aber dann sonst?

Die Frage in diesen Krisenzeiten ist immer wieder die: Wem können wir vertrauen? Denn wir brauchen für uns selbst immer wieder einen festen, einen verlässlichen Halt, auf den wir bauen können. Gibt es ihn überhaupt in diesem Leben? An der Antwort scheiden sich heute mehr denn je die Geister.

Dabei ist diese Erfahrung des Vertrauens, der Möglichkeit, sich jemandem anzuvertrauen, ganz elementar für unser Leben und seine Entwicklung. Gewiss wird dadurch das Geschehen auf Weltebene so gut wie nicht beeinflusst. Dafür sind wir zu schwach. Aber sehr wohl die des eigenen Lebens. Denn jedes Vertrauen bedeutet ein Du, dem ich mich anvertraue, ein Stück Heimat, oft auch Geborgenheit, aber auch ein riskantes Unterfangen, denn ich liefere mich dem anderen gleichsam auch aus. Umso wichtiger ist es darum, dieses Vertrauensverhältnis zu schützen und zu pflegen. Denn der eigentliche, dauerhafte Schatz in unserem Leben ist jenes „Du“, jener Mensch, dem wir uns unbesorgt anvertrauen können, von dem wir wissen: Er wird mein Vertrauen nie missbrauchen!

Ein solcher Mensch ist wie der biblische Schatz im Acker. Wer ihn findet, verkauft alles und erwirbt den Acker...

Ich wünsche unserer Gesellschaft in diesem Land sehr, dass Ihr Schatz ­im ­Acker Ihr Vertrauen und Ihre Liebe neu verdient. Seien Sie gewiss: Ein solcher Mensch an Ihrer Seite ist mehr wert als der unnütze Reichtum der Milliardäre.

Lernen wir von daher wieder neu die Grundelemente in unserem Land zu schätzen, dass WERT und WÜRDE keine bloßen WORTE bleiben dürfen. Sie sind die Eckpfeiler gelingenden Lebens auf der ganzen Welt!

Olaf Erdmann