Sonntag, 20. Juni 2021

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Gastgewerbeumsatz im April 2021 höher als 2020, aber deutlich unter 2019

Die Umsätze des rheinland-pfälzischen Gastgewerbes nahmen im April 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lagen die Umsätze real, also um Preisveränderungen bereinigt, um 33 Prozent über den Ergebnissen des Vorjahresmonats. Nominal bzw. bewertet in jeweiligen Preisen, stieg der Umsatz um 37 Prozent. In Deutschland legte der Umsatz real um 24 und nominal um 28 Prozent zu.

Bei diesen Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass das Gastgewerbe im April 2020 besonders stark von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie betroffen war. Im Vergleich mit den Aprilergebnissen 2019 zeigte sich ein kräftiger Umsatzrückgang von 72 Prozent (nominal 70 Prozent).

Umsatzentwicklung nach Wirtschaftszweigen

Die Erlöse stiegen in allen Wirtschaftsbereichen des Gastgewerbes an. Das Beherbergungsgewerbe verzeichnete das größte Umsatzplus (43 Prozent). Doch auch die Gastronomie, auf die zwei Drittel der Gastgewerbeumsätze entfallen, erzielte 30 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahresmonat. Darunter verzeichneten die Restaurants, Cafés, Eissalons und Imbissstuben mit 34 Prozent (nominal 40 Prozent) einen größeren Anstieg als die Caterer und Erbringer von sonstigen Verpflegungsleistungen mit einem Plus von 20 Prozent (nominal 24 Prozent).

Beschäftigung

Die Beschäftigtenzahl lag mit minus 0,5 Prozent nur noch leicht unter dem Stand vom April 2020 (Deutschland: minus 8,2 Prozent).

Zeitraum Januar bis April

Im Vergleich zu den ersten vier Monaten des Vorjahres verzeichnete das rheinland-pfälzische Gastgewerbe einen Umsatzrückgang (real 56 und nominal 55 Prozent). Dabei gingen die Umsätze im Beherbergungsgewerbe real und nominal um 73 Prozent und in der Gastronomie real um 48 bzw. nominal um 47 Prozent zurück. Der Beschäftigungsstand war im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26 Prozent niedriger. Der Rückgang lag in der Gastronomie bei minus 26 Prozent und im Beherbergungsgewerbe bei minus 27 Prozent.

Die Daten stammen aus der monatlichen Stichprobenerhebung bei rund 280 ausgewählten Gastgewerbeunternehmen in Rheinland-Pfalz. Die Angaben für Filialbetriebe von Hotel- und Restaurantketten mit Sitz in einem anderen Bundesland sind in den Ergebnissen enthalten. Da es sich um eine Stichprobenerhebung handelt, liegen keine absoluten Werte sowie Regionalangaben vor. Bei zeitlichen Vergleichen ist der Berichtskreiswechsel im Berichtsmonat Februar 2021 zu beachten. Gleichzeitig ist die Unterteilung der Beschäftigten nach Voll- und Teilzeit entfallen.
Durch die Corona-Krise sind die Gastronomie und das Beherbergungsgewerbe wirtschaftlich außerordentlich beeinträchtigt. Da die Durchsetzbarkeit der Meldepflicht in dieser Situation eingeschränkt ist, liegt der Schätzanteil der fehlenden Statistikmeldungen über dem sonst üblichen Maß.

Autorin: Anastasia Anton (Referat Unternehmensstatistiken)

Landwirtschaftliche Betriebe im Land wuchsen seit 2010 pro Jahr um einen Hektar

StoryMap zeigt bundesweite Strukturen

Im Jahr 2020 nutzten in Rheinland-Pfalz 16.000 landwirtschaftliche Betriebe rund 699.200 Hektar Land für landwirtschaftliche Zwecke. Wie das Statistische Amt in Bad Ems auf Basis der endgültigen Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 mitteilt, waren davon gut 55 Prozent Ackerland, knapp 35 Prozent Dauergrünland und zehn Prozent Dauerkulturen.

Die Art der Bodennutzung hängt mit der Größe der Betriebe eng zusammen. Rheinland-Pfalz rangiert hinsichtlich der Flächenausstattung je Betrieb im unteren Mittelfeld unter den Flächenländern. So lag im Jahr 2020 die durchschnittliche Größe der Betriebe im Land bei knapp 44 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche je Betrieb (Deutschland: 63 Hektar). Die relative Kleinstrukturiertheit ist auf die anteilig hohe Anzahl Weinbaubetriebe mit einer Durchschnittsgröße von zwischenzeitlich knapp 10 Hektar je Betrieb zurückzuführen. Bei der Strukturerhebung aus dem Jahr 2016 wurde in Rheinland-Pfalz noch eine durchschnittliche Betriebsgröße von 40 Hektar je Betrieb ermittelt; 2010 waren es 34 Hektar je Betrieb.

Zahl der Betriebe sinkt

Der Strukturwandel hin zu weniger Betrieben mit einer größeren Flächenausstattung hält somit unvermindert an. Seit 2010 ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 20.600 auf gut 16.000 gesunken (minus 22 Prozent). Besonders betroffen waren die Betriebe mit fünf Hektar Fläche und weniger. Ihre Zahl reduzierte sich um 5.500 auf 3.100 (minus 43 Prozent). Demgegenüber ist die Zahl der Betriebe mit 200 Hektar und mehr Fläche seit 2010 um 55 Prozent angestiegen. Die 550 Betriebe dieser Größenklasse bewirtschafteten 2020 rund 23 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche (159.800 Hektar) und damit fast genauso viel wie die 11.800 Betriebe mit bis zu 50 Hektar Fläche.

Relativ wenig Ackerland

Nach Hauptnutzungs- und Kulturarten war der Anteil des Ackerlandes an der landwirtschaftlich genutzten Fläche mit 55 Prozent relativ niedrig (Deutschland: 70 Prozent). Dagegen war der Grünlandanteil mit 35 Prozent vergleichsweise hoch (Deutschland: 29 Prozent). Der Anteil von Dauerkulturen, wie Rebland, Obstanlagen und Baumschulen, ist aufgrund der Bedeutung des Weinbaus im Land mit zehn Prozent bundesweit am höchsten.

In Rheinland-Pfalz wurden im Jahr 2020 vor allem Getreide und Ölfrüchte angebaut. Sie nah-men zusammen 67 Prozent der Ackerfläche ein. Der Getreideanteil lag mit 57 Prozent fünf Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Wert von rund 52 Prozent. Die in den vergangenen Jahren rückläufige Rapsanbaufläche ist mit 9,7 Prozent am Ackerland im Vergleich noch überdurch-schnittlich (Deutschland: 8,2 Prozent). Hackfrüchte wie Kartoffeln und Zuckerrüben wurden auf 6,1 Prozent des Ackerlands angebaut (Deutschland: 5,7 Prozent). Gemüse und Erdbeeren spielten mit einem Flächenanteil von zusammen 3,4 Prozent speziell in der Vorderpfalz eine bedeutende Rolle (Deutschland: 1,1 Prozent). Pflanzen zur Grünernte, das sind Futterpflanzen (z.B. Silomais) einschließlich Pflanzen zur Energiegewinnung, standen auf knapp 16 Prozent des Ackerlandes (Deutschland: 27 Prozent).

Ökologischer Landbau

Knapp zwölf Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen – das sind 82.200 Hektar Land – wurden im Jahr 2020 für die Produktion von Gemüse, Obst, Fleisch, Milch oder Getreide aus ökologischem Landbau genutzt. In ganz Deutschland wurden knapp zehn Prozent ökologisch bewirtschaftet. Vor zehn Jahren standen Rheinland-Pfalz 38.000 Hektar Land für die Bio-Produktion und damit anteilig weniger als die Hälfte zur Verfügung.

Die Landwirtschaftszählung ist die größte landwirtschaftliche Erhebung und erfasst im Abstand von zehn Jahren wichtige Daten der landwirtschaftlichen Betriebe in Rheinland-Pfalz und den anderen Ländern. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nutzen diese Daten als Informationsquelle und Entscheidungsgrundlage.

StoryMap

Weiterführende Informationen bietet eine StoryMap im gemeinsamen Statistikportal des Bundes und der Länder unter https://lz2020.statistikportal.de und www.landwirtschaftszaehlung2020.de.

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)

Einzelhandelsumsätze im April über Vorjahresniveau

Die Umsätze des rheinland-pfälzischen Einzelhandels legten im April 2021 leicht zu. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lagen die Einzelhandelsumsätze real, also um Preisveränderungen bereinigt, um drei Prozent über den Werten des Vorjahres. Nominal, also zu jeweiligen Preisen, erhöhten sich die Umsätze um 4,7 Prozent. Im Vorkrisenvergleich zu April 2019 zeigt sich eine geringe Umsatzzunahme. In Deutschland betrug das Umsatzplus gegenüber April 2020 real 5,1 und nominal 6,4 Prozent.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im April 2020 wirkten sich unterschiedlich auf die Bereiche „Handel mit Lebensmitteln“ bzw. „Handel im Non-Food-Bereich“ aus, sodass auch im April 2021 die Veränderungsraten gegensätzlich verliefen. Während die Handelserlöse mit Nicht-Lebensmitteln, die im April 2020 deutliche Rückgänge verzeichnet hatten, um 8,1 Prozent deutlich zulegten (nominal plus 10,1 Prozent), entwickelte sich der Umsatz mit Lebensmitteln rückläufig (minus 2,6 Prozent bzw. nominal 0,9 Prozent). Dieser hatte im April 2020 stark zugelegt.

Umsatzentwicklung nach Wirtschaftszweigen

Vier von fünf Handelszweigen wiesen gegenüber April 2020 reale Umsatzzuwächse auf. Im umsatzstärksten Segment, dem Einzelhandel mit Waren verschiedener Art in Verkaufsräumen (einschließlich Lebensmittel), gingen die Umsätze gegenüber den Vorjahreswerten um 2,3 Prozent zurück. Dagegen verzeichneten die ebenfalls großen Bereiche „Sonstige Güter“, zu denen beispielsweise Bekleidung, Schuhe und Lederwaren zählen, und „Sonstige Haushaltsgeräte, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf“, Zuwächse von 17 bzw. 4,8 Prozent. Auch die Handelsbereiche mit geringeren Umsatzanteile, der Handel mit Verlagsprodukten, Sportausrüstungen und Spielwaren sowie der Handel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik, erzielten Umsatzzuwächse von 5,2 bzw. 31 Prozent.

Beschäftigung

Der Personalstand im Einzelhandel stieg im Vergleich zum April 2020 um ein Prozent (Deutschland: Plus 1,2 Prozent).

Zeitraum Januar bis April

Die Geschäfte im Einzelhandel entwickelten sich in den ersten vier Monaten gegenüber dem Vorjahr real leicht rückläufig (minus ein Prozent). Aufgrund von Preissteigerungen legte die Umsatzentwicklung nominal geringfügig um 0,7 Prozent zu. Die Beschäftigtenzahl stieg in diesem Zeitraum um 0,9 Prozent.

Die Daten stammen aus der monatlichen Stichprobenerhebung bei ausgewählten Einzelhandelsunternehmen in Rheinland-Pfalz. Die Angaben für Filialbetriebe von Einzelhandelsketten mit Sitz in einem anderen Bundesland sind in den Ergebnissen enthalten. Bei zeitlichen Vergleichen ist der Berichtskreiswechsel im Berichtsmonat Februar 2021 zu beachten. Gleichzeitig ist die Unterteilung der Beschäftigten nach Voll- und Teilzeit entfallen.
Die Einzelhandelsmesszahlen werden in fünfjährigem Abstand auf ein neues Basisjahr umgestellt. Ab der Veröffentlichung der Ergebnisse für den Berichtsmonat Januar 2018 beziehen sich alle Daten der Einzelhandelsstatistik nun auf das Basisjahr 2015 (zuvor 2010).

Autorin: Dr. Noreen Geenen (Referat Unternehmensstatistiken)

Bistum Trier: Pfarrer aus Waldbreitbach wird Multiplikator für Präventionsarbeit

Zertifizierte Multiplikatoren für die Präventionsarbeit

Aktuell werden 12 Hauptamtliche im Bistum Trier ausgebildet

Bistumsweit/Trier – Sichere Räume für Kinder, Jugendliche und schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene innerhalb der Kirche gewährleisten: Das ist das erklärte Ziel der Fachstelle Prävention gegen sexualisierte Gewalt im Bistum Trier. Um die Qualitätsstandards der Präventionsarbeit flächendeckend sicherzustellen, werden Hauptamtliche zu Multiplikatoren ausgebildet, die dann wiederum Basisschulungen zum Thema Prävention für hauptamtlich Beschäftigte im Bistum Trier und ehrenamtlich Engagierte vor Ort leiten. Die Teilnahme an einer Basisschulung ist seit dem Jahr 2010 für alle Mitarbeitenden im Bistum Trier verpflichtend.
90 Frauen und Männer wurden bereits zu Multiplikatoren ausgebildet – zwölf weitere absolvieren aktuell die zertifizierte Ausbildung. Vier Teilnehmende berichten.

Die Themen der Ausbildung sind vielfältig und umfassen die durch die Präventionsordnung des Bistum Trier vorgegebenen Inhalte: In insgesamt fünf Modulen (je zwei Tage) vertiefen die designierten Multiplikatoren ihr Wissen unter anderem in den Themenbereichen Täterstrategien, mögliche Reaktion von betroffenen Personen und hilfreiches Verhalten des Umfeldes. „Mit diesen Inhalten habe ich tagtäglich zu tun”, sagt die Ausbildungsteilnehmerin Doris Blesius (60), Psychologische Psychotherapeutin in den Lebensberatungsstellen Cochem und Ahrweiler. Die Multiplikatorenausbildung habe den Vorteil, dass dort Menschen aus unterschiedlichen Kontexten zusammen kämen, die ihren jeweils eigenen Fokus auf die Thematik haben. „Prävention kann nicht von Einzelnen bewirkt werden, sondern ist eine Aufgabe, die nur durch die Mitwirkung aller gelingen kann. Dieser Aspekt wird in den Basisschulungen in den Blick genommen. Alle Teilnehmenden erhalten Informationen, die sie handlungsfähiger machen sollen. Denn bei Beobachtungen von Grenzverletzungen oder übergriffigem Verhalten bedarf es eines mutigen und angemessenen Eingreifens. Dadurch sollen Taten verhindert beziehungsweise frühzeitig aufgedeckt werden.“

Inhaltlich auf den neuesten Stand

Die meisten Inhalte der Ausbildung sind auch Kathrin Prams (43) nicht unvertraut, da sie in ihrer Arbeit als Pädagogische Referentin in der FachstellePlus für Kinder- und Jugendpastoral Saarbrücken immer wieder mit diesen Themen konfrontiert ist. Dennoch lerne sie viel Neues in der Multiplikatorenausbildung, berichtet sie: „Die Ausbildung umfasst zum Beispiel ständig aktualisierte Zahlen, etwa zu Kriminalstatistiken, und neueste Forschungserkenntnisse.” Auch brandaktuelle Aspekte wie der Umgang mit digitalen Delikten würden angesprochen – ein Thema, das insbesondere bei Jugendlichen im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung an Brisanz gewonnen hat. Beispielhaft nennt sie pornografische Nachrichten, die Kinder und Jugendliche via Online-Chat von anderen Menschen, teilweise Fremden, erhalten. Dahinter stünden oftmals Erwachsene, die sich als Gleichaltrige ausgeben. „Wir möchten die Ehrenamtlichen dafür sensibilisieren, dass natürlich auch im Internet Vorsicht geboten ist. Die Multiplikatorenausbildung befähigt uns, ganz gezielt zu solchen Themen Module anzubieten und sie zu vertiefen.” Ein besonderes Augenmerk werde außerdem auf „katholische Risiken” gelegt, sprich Risikofaktoren, die speziell im kirchlichen Umfeld auftreten.

Strukturen schaffen, die dem Leben dienen

Pfarrer Andreas Burg aus der Pfarreiengemeinschaft Waldbreitbach, Niederbreitbach und Kurtscheid hat sich ebenfalls für die Multiplikatorenausbildung angemeldet. „Wenn es darum geht, eine Kultur der Achtsamkeit zu implementieren, braucht es Transparenz und gemeinsam festgelegte Regeln”, betont der 40-Jährige. Dabei dürfe das besondere Gefährdungspotential innerhalb von Kirche nicht ausgespart werden. Einer der wichtigsten Punkte in der Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen und auch hauptamtlichen Kollegen sei es, deren Blick für Grenzverletzungen zu schärfen und eine Kultur zu entwickeln, die es erlaubt, offen darüber zu sprechen. Feste Bestandteile wie ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis und eine Selbstverpflichtungserklärung – beides Voraussetzung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – seien wichtig, aber eben nicht genug. „Es geht darum, eine Haltung zu vermitteln, und zwar aus dem Evangelium heraus. Nicht als Machtsystem, sondern mit den Menschen. Dann haben wir eine Struktur geschaffen, die dem Leben dient.”

Die diplomierte Theaterpädagogin Pamela Diederichs arbeitet seit Anfang vergangenen Jahres als Pädagogische Referentin in der Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral Bitburg. Als sie dort anfing, ermutigten ihre Kollegen sie gleich, an der Multiplikatorenausbildung teilzunehmen – allein schon deshalb, weil diese Voraussetzung für die Durchführung der Basisschulungen ist. „So sind wir alle auf dem gleichen Wissensstand und können uns gut austauschen”, erklärt die 47-Jährige. „Es freut mich, dass wir uns damit innerkirchlich gut aufstellen und diese qualitativ sehr hohe Ausbildung machen können. Auch, dass die ersten zwei Module der Schulung aufgrund der Covid-19-Pandemie innerhalb kurzer Zeit auf digital umgestellt wurden, zeigt mir, dass man das Thema Prävention für relevant und wichtig erachtet und sich ihm nicht entziehen möchte.”

Die Multiplikatorenausbildung wird jeweils von zwei Mitgliedern der Fachgruppe Prävention geleitet. Der aktuelle Ausbildungszyklus, der im März begann und im Herbst endet, wird von der Diplom-Pädagogin Ulrike Laux und dem Diplom-Psychologen Christoph Fleck geleitet. Die Multiplikatorenausbildung richtet sich an alle Personen, die in ihrem Arbeitsfeld Basisschulungen zum Thema Prävention durchführen möchten. Weitere Informationen gibt es auf www.praevention.bistum-trier.de.

Wertschöpfung der Gesundheitswirtschaft sank im Jahr 2020

Wertschöpfung der Gesundheitswirtschaft sank im Jahr 2020

Im Corona-Jahr 2020 verringerte sich auch in der Gesundheitswirtschaft die Wirtschaftsleistung deutlich. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, ging die Bruttowertschöpfung in der rheinland-pfälzischen Gesundheitswirtschaft preisbereinigt um 5,1 Prozent zurück und damit sogar etwas stärker als in der Gesamtwirtschaft (minus 4,8 Prozent).

Mittelfristig wächst die Gesundheitswirtschaft jedoch dynamisch. Zwischen 2008 und 2020 stieg die Wertschöpfung nach derzeitigem Berechnungsstand preisbereinigt um 14 Prozent, während die gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfung in diesem Zeitraum lediglich um 6,4 Prozent zunahm.
Die Gesundheitswirtschaft trägt mehr als ein Zehntel zur Wirtschaftsleistung bei. In jeweiligen Preisen erzielte der Bereich 2020 eine Bruttowertschöpfung von 14,1 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anteil von elf Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung, die im Land erstellt wird.

Die Gesundheitswirtschaft ist sehr personalintensiv. Daher ist ihre Bedeutung für den Arbeitsmarkt noch größer als ihr Wertschöpfungsanteil. Im Jahr 2020 waren 280.400 Personen in der rheinland-pfälzischen Gesundheitswirtschaft tätig, was einem Anteil von knapp 14 Prozent an allen Erwerbstätigen entspricht. Im Vergleich der Bundesländer ist dies der fünfthöchste Anteil.

Gegenüber 2019 nahm die Zahl der Erwerbstätigen in der Gesundheitswirtschaft um 1,8 Prozent zu. Von 2014 bis 2020 – mit weiter zurückliegenden Jahren sind die Ergebnisse wegen einer Änderung der Methodik nur eingeschränkt vergleichbar – stieg die Erwerbstätigenzahl in der Gesundheitswirtschaft kräftig um 13 Prozent. Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen erhöhte sich in diesem Zeitraum in Rheinland-Pfalz nur um 2,8 Prozent.

Die Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen gibt Auskunft über die Produktivität der Gesundheitswirtschaft. Im Jahr 2020 erwirtschaftete jede erwerbstätige Person in der rheinland-pfälzischen Gesundheitswirtschaft im Durchschnitt eine Bruttowertschöpfung von 50.200 Euro. Damit liegt die Produktivität um rund 1.900 Euro unter dem Durchschnitt aller Bundesländer; im Ländervergleich belegt Rheinland-Pfalz den achten Platz. Aufgrund der hohen Personalintensität ist die Produktivität in der Gesundheitswirtschaft auch wesentlich niedriger als in der Gesamtwirtschaft (2020: 63.500 Euro).

Die Ergebnisse beruhen auf dem Wertschöpfungs-Erwerbstätigen-Ansatz, mit dem die Arbeitsgruppe „Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ (AG GGRdL) vergleichbare Daten zur Wertschöpfung und Erwerbstätigkeit in der Gesundheitswirtschaft für alle Bundesländer erstellt. Die Ergebnisse sind konsistent zu den amtlichen Gesamtrechnungsergebnissen der Arbeitskreise Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (AK VGRdL) und Erwerbstätigenrechnung (AK ETR). Dies ermöglicht den Vergleich mit der Gesamtwirtschaft bzw. mit anderen Wirtschaftsbereichen der Bundesländer.
Die Abgrenzung der Gesundheitswirtschaft erfolgte wirtschaftszweigbezogen auf Basis der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008 (WZ 2008) durch die Arbeitsgruppe Gesundheitsökonomische Gesamtrechnung der Länder (AG GGRdL), der das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz angehört. Weitergehende Informationen – auch zu der Berechnungsmethode – sind der Internetseite der Arbeitsgruppe www.ggrdl.de zu entnehmen.

Autor: Moritz Hohlstein (Referat Analysen Wirtschaft)

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