Montag, 01. Juni 2020

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Industrie im März 2020:

Rückgang der Auftragseingänge durch schwaches Auslandsgeschäft

Im März 2020 ist die Nachfrage nach Erzeugnissen der rheinland-pfälzischen Industrie gesunken. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex 1,6 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Zwar stiegen die Bestellungen aus dem Inland um 5,8 Prozent, das Ordervolumen aus dem Ausland fiel jedoch um 5,9 Prozent geringer aus als im Februar. Vor allem das Geschäft mit den europäischen Ländern dürfte durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt worden sein.

Die drei industriellen Hauptgruppen entwickelten sich unterschiedlich. Während in der Investitionsgüter- und in der Konsumgüterindustrie weniger Aufträge eingingen als im Vormonat (minus 3,0 bzw. minus 5,1 Prozent), legte die Nachfrage nach Vorleistungsgütern leicht zu (plus 0,7 Prozent).

Kräftige Einbußen musste der Maschinenbau hinnehmen. In dieser Branche, die zur Investitionsgüterindustrie zählt und gemessen am Umsatz innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes an dritter Stelle steht, schrumpfte das Ordervolumen im März um 9,3 Prozent. In der Chemieindustrie, die die umsatzstärkste Branche des Verarbeitenden Gewerbes ist und zur Vorleistungsgüterindustrie gehört, blieben die Bestellungen gegenüber dem Vormonat fast unverändert (plus 0,1 Prozent). Die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, die zur Investitionsgüterindustrie zählen und gemessen am Umsatz die zweitgrößte Industriebranche sind, verbuchten eine deutliche Nachfragesteigerung (plus 5,5 Prozent).

Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat waren die Auftragseingänge rückläufig. Sie lagen 2,4 Prozent unter dem Niveau von März 2019. Aus dem In- und Ausland gingen weniger Bestellungen ein (minus 1,4 bzw. minus 3,1 Prozent). Während das Ordervolumen in der Vorleistungsgüter- und in der Investitionsgüterindustrie abnahm, wurden Konsumgüter etwas stärker nachgefragt als im März 2019. Einem leichten Zuwachs in der Chemiebranche standen im Fahrzeugbau und im Maschinenbau rückläufige Auftragseingänge gegenüber.

Die Pressemeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)

 

Rückgang der Industrieproduktion im März 2020

Die rheinland-pfälzische Industrieproduktion ist im März 2020 zurückgegangen. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex um 3,4 Prozent unter dem Niveau von Februar.

Ein wesentlicher Grund für die Drosselung der Produktion dürften Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sein. So kam es in Teilen der Industrie zu Werksschließungen und Kurzarbeit. Allerdings sind nicht alle drei industriellen Hauptgruppen gleichermaßen betroffen. Starke Einbußen gab es in der Investitionsgüterindustrie, deren Output im März 9,4 Prozent geringer war als im Monat zuvor. Die Ausbringung der Konsumgüterhersteller sank ebenfalls deutlich (minus 6,2 Prozent). Hingegen steigerte die Vorleistungsgüterindustrie ihren Güterausstoß leicht um 0,5 Prozent.

Zum Produktionsanstieg in der Vorleistungsgüterindustrie leistete die Chemiebranche einen wesentlichen Beitrag. Die umsatzstärkste Industriebranche erhöhte ihre Ausbringung um 2,4 Prozent. Massive Einbußen mussten die Hersteller von Kraftwagen- und Kraftwagenteilen hinnehmen, die zur Investitionsgüterindustrie zählen und gemessen am Umsatz die zweitgrößte Industriebranche bilden. Ihr Güterausstoß brach im März um 24 Prozent ein. Der Maschinenbau, der auch zur Investitionsgüterindustrie gehört und unter den Industriebranchen an dritter Stelle steht, drosselte seine Produktion ebenfalls (minus vier Prozent).

Die Industrieproduktion lag im März 2020 deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonats (minus 10,3 Prozent). In der Investitionsgüterindustrie reduzierte sich die Ausbringung um fast ein Drittel. Dazu trug der Einbruch der Kraftwagen- und Kraftwagenteileproduktion bei, die sich gegenüber März 2019 mehr als halbierte. Auch der Maschinenbau produzierte wesentlich weniger als im Vorjahresmonat. Vergleichsweise geringe Einbußen gab es in der Konsumgüter- und in der Vorleistungsgüterproduktion. Die Chemieindustrie konnte ihren Output sogar leicht steigern.

Die Pressemeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)

„Innovationsgutschein (FuE-Auftrag)“: bis zu 20.000 Euro Zuschuss

Vergabe von FuE-Aufträgen an Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen werden unterstützt

Mainz, 29. Mai 2020. Kleine und mittlere Unternehmen, die Forschungs- und Entwicklungsaufträge an externe Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen vergeben, erhalten vom Land über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) Unterstützung: Im Rahmen des Programms „Innovationsgutschein (FuE-Auftrag)“ werden entsprechende Kosten bis zu 40.000 Euro als förderfähig anerkannt und mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der Kosten, maximal 20.000 Euro, unterstützt. Schließen sich mehrere Unternehmen für ein Forschungsvorhaben zusammen, können sie ihre Gutscheine kumulieren.

Beim „Innovationsgutschein (FuE-Antrag)“ handelt es sich um die Weiterentwicklung des Programms „InnoStart“. Das Verfahren ist mit geringem Verwaltungsaufwand und einer Förderentscheidung innerhalb weniger Tage einfach gehalten, Anträge werden direkt bei der ISB gestellt. Das Antragsformular und weitere Informationen finden Interessierte auf den Internetseiten der ISB unter www.isb.rlp.de.

 

Bauhauptgewerbe im ersten Quartal 2020:

Aufträge niedriger, Umsätze höher als im Vorjahr

Das rheinland-pfälzische Bauhauptgewerbe verzeichnete im März 2020 weniger Aufträge und höhere Umsätze als im Vormonat. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes gingen die Auftragseingänge damit zu Beginn der Corona-Krise im Vergleich zum Februar 2020 – kalender- und saisonbereinigt – um 13,4 Prozent zurück. Der baugewerbliche Umsatz erhöhte sich um 7,3 Prozent. Gegenüber dem ersten Quartal 2019 verringerte sich das Ordervolumen leicht um 0,9 Prozent. Der Umsatz stieg dagegen um 10,5 Prozent.

Auftragseingänge nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum Februar 2020 blieben die bereinigten Auftragseingänge im Hochbau um 23 Prozent hinter dem Vormonatsergebnis zurück. Im Tiefbau sank die Nachfrage um 3,6 Prozent. Die negative Entwicklung zeigt sich in allen Baubereichen. Den stärksten Auftragseinbruch verzeichnete der öffentliche Hochbau (minus 31,4 Prozent). Für den Wohnungsbau sowie für den gewerblichen Hochbau errechnen sich ebenfalls kräftige Rückgänge (minus 21,6 bzw. minus 20,2 Prozent). Die geringsten Einbußen wiesen der Straßenbau sowie der gewerbliche Tiefbau auf (minus 1,8 bzw. minus 2,3 Prozent). Gegenüber dem ersten Quartal 2019 wurden sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau leichte Nachfragerückgänge registriert (minus 0,3 bzw. minus 1,6 Prozent).

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum Februar 2020 erhöhten sich die bereinigten Erlöse sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau (plus 9,3 bzw. plus 5,4 Prozent). Mit Ausnahme des gewerblichen Tiefbaus (minus 2,2 Prozent) stiegen die Umsätze in allen Baubereichen. Die stärkste Verbesserung gab es im Wohnungsbau (plus 20,1 Prozent). Im öffentlichen Hochbau sowie im sonstigen öffentlichen Tiefbau lagen die Umsätze ebenfalls klar über dem Vormonatsergebnis (plus 11,4 bzw. plus 11,2 Prozent). Gegenüber dem ersten Quartal 2019 zogen die baugewerblichen Umsätze sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau deutlich an (plus 11,6 bzw. plus 9,4 Prozent).

Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird die monatliche Entwicklung der Auftragseingänge sowie des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe insgesamt, in den Teilbereichen Hochbau und Tiefbau sowie in der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber bereitgestellt. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat oder zum jeweiligen Vorjahreszeitraum angegeben. Weitere Erläuterungen

Autor: Thomas Kirschey (Referat Analysen Staat, Soziales)

Inflationsrate sinkt im Mai auf 0,6 Prozent

Die Verbraucherpreise in Rheinland-Pfalz lagen im Mai um 0,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, ist das der niedrigste Wert seit November 2016. Im April hatte die Teuerungsrate plus 1,0 Prozent betragen.

Die Energiepreise wirkten auch im Mai dämpfend auf den Verbraucherpreisindex (minus 8,6 Prozent). Ursächlich für diese Entwicklung ist – wie im vergangenen Monat – vor allem der u. a. durch die Corona-Krise hervorgerufene starke Rückgang der Preise für Mineralölprodukte (minus 24,7 Prozent). So sanken die Preise für Heizöl (einschließlich Umlage) um 22,0 Prozent und die Kraftstoffpreise um 23,6 Prozent. Die Preise für Fernwärme waren ebenfalls niedriger als vor einem Jahr (minus 0,5 Prozent). Demgegenüber musste für Strom und Gas (einschließlich Umlage) binnen Jahresfrist mehr bezahlt werden (plus 7,2 bzw. 3,5 Prozent).

Nahrungsmittel waren 5,1 Prozent teurer als im Mai 2019. Bei Fleisch und Fleischwaren gab es deutliche Preissteigerungen (plus 9,8 Prozent; darunter Schweinefleisch plus 12,4 Prozent). Auch Obst und Gemüse kosteten merklich mehr als im Mai 2019 (plus 8,5 bzw. plus 5,1 Prozent). Besonders kräftig fiel der Preisanstieg bei Äpfeln und Tomaten aus (plus 17,8 bzw. 9,8 Prozent). Preissenkungen waren bei Speisefetten und Speiseölen zu verzeichnen (minus 4,8 Prozent).

Wären die Preisveränderungen bei Nahrungsmitteln und Energie unberücksichtigt geblieben, dann wäre die Inflationsrate wesentlich höher ausgefallen. Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, belief sich auf plus 1,3 Prozent. Im April 2020 hatte sie 1,2 Prozent betragen.

In acht der zwölf Abteilungen stiegen die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat. Den stärksten Anstieg gab es bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken (plus 5,0 Prozent). An zweiter Stelle folgte die Abteilung „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ (plus 3,1 Prozent). Die stärksten Preisrückgänge waren im Bereich „Verkehr“ zu beobachten (minus 5,2 Prozent). Auch für Waren und Dienstleistungen aus der Abteilung „Post und Telekommunikation“ musste etwas weniger bezahlt werden als im Vorjahr (minus 0,3 Prozent). In den Bereichen „Bildungswesen“ und „Bekleidung und Schuhe“ sanken die Preise geringfügig (jeweils minus 0,1 Prozent).

Hinweise zur Qualität des Verbraucherpreisindex (VPI) im Mai 2020

Im Mai 2020 kam es aufgrund der Corona-Krise zu weniger Einschränkungen bei der Erhebung der Verbraucherpreise in den Geschäften als im April 2020. In Einzelbereichen müssen allerdings Einschränkungen in der Aussagefähigkeit in Kauf genommen werden. Statistisch unsichere Zahlenwerte wurden im April und im Mai in den Tabellen und Grafiken entsprechend gekennzeichnet. Auf einen Vergleich der Ergebnisse zum Vormonat April wird aus diesem Grund verzichtet.

Die Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittlerinnen bzw. Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preise von 600 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sogenannte Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. In dieser Pressemitteilung wird die Veränderung des Gesamtindexes ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat Mai 2020 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 4. Juni 2020 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat Unternehmensregister, Verdienste, Preise)

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