Donnerstag, 26. November 2020

Letztes Update:08:42:17 AM GMT

region-rhein.de

RSS

Landwirte vor unfairen Handelspraktiken schützen

Erwin Rüddel: Missbrauch von Marktmacht des Handels Riegel vorschieben

Kreisgebiet. „Ich breche eine Lanze für unsere Landwirte. Schließlich sichern sie durch ihre Kernaufgabe, der Erzeugung von Lebensmitteln, unsere Ernährung. Dafür haben die Landwirte, auch hier im Kreis Neuwied, nicht nur unsere Wertschätzung sondern auch eine gerechte faire Entlohnung für ihrer Arbeit und Produkte verdient“, erklärt der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel.

Der selbst auf einem Bauernhof aufgewachsene Parlamentarier nimmt Bezug auf den vom Bundeskabinett aktuell gefassten Beschluss, mit dem die EU-Richtlinie gegen Unlautere Handelspraktiken (UTP-Richtlinie) in deutsches Recht umgesetzt werden soll. „Unsere Land- und Ernährungswirtschaft ist systemrelevant. Dies hat spätestens die Corona-Pandemie allen gezeigt. Krise hin oder her – in Deutschland ist die Versorgung mit sicheren, hochwertigen und bezahlbaren Lebensmitteln gesichert“, konstatiert Rüddel.

Im wahrsten Sinne des Wortes, sorge die Land- und Ernährungswirtschaft für das tägliche Brot. Dennoch sei sie das schwächste Glied in der Lebensmittelkette. Die Markt- und Verhandlungsmacht des Lebensmitteleinzelhandels sei enorm. Bloß eine Handvoll Handelsketten teile den Markt unter sich auf - zum Nachteil der Landwirte.

„Auf Kosten der Erzeuger finden kannibalistische Preiskämpfe statt. Die Verhandlungen zwischen Landwirten, Molkereien und den Handelsketten mutieren zu einem Kampf ‚David gegen Goliath‘. Gegenüber ihren Lieferanten setzen die Discounter niedrigste Preise durch. Den Tribut zahlen am Ende die Produzenten der Lebensmittel. Da gibt es bislang weder Augenhöhe noch Chancengleichheit“, kritisiert der Bundestagsabgeordnete.

Geändert werden soll das durch die UTP-Richtlinie. Sie listet die schädlichsten unlauteren Handelspraktiken auf und gibt Instrumente an die Hand, diesen unlauteren Wettbewerb zu entschärfen. Es geht um mehr Gerechtigkeit in der Lebensmittelkette unter nationaler Scharfstellung der Instrumente. Rüddel: „Dafür ist der Gesetzentwurf des von Julia Klöckner geleiteten Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft der erste wichtige Schritt.“

Der Christdemokrat merkt weiter an, dass ein fairer Umgang aller Beteiligten in der Lebensmittelkette zum Leitbild des ehrbaren Kaufmanns gehört. Niedrigpreis-Werbekampagnen mancher Handelsunternehmen zeigten jedoch, dass der Handel seine Marktmacht nicht selten auf dem Rücken von Landwirten und Verarbeitern ausspielt. Das Ziel der UTP-Richtlinie sei daher, „unsere Bauernfamilien vor missbräuchlichen Auswüchsen der Marktkonzentration des Handels zu schützen“.

„Wir können künftig mit der nationalen Umsetzung der UTP-Richtlinie unfairen Handelspraktiken einen Riegel vorschieben. Hierzu zählen beispielsweise Auftragsstornierungen in letzter Minute oder einseitige, rückwirkende Vertragsänderungen. Ein wichtiger Fortschritt ist, dass die Rücksendung nicht verkaufter Ware ohne Kaufpreiszahlung zu Lasten der Landwirte zukünftig unterbunden wird. Zudem wird es künftig nicht mehr möglich sein, die Lagerkosten des Händlers auf die Lieferanten abzuwälzen. Dafür und das die neuen Bestimmungen zügig in Kraft treten können haben wir uns stark gemacht!“, bekräftigt Erwin Rüddel.

Bauernverbände kritisieren den Lebensmittelhandel scharf

Umgang mit unlauteren Handelspraktiken muss beendet werden

Berlin/Koblenz. Der Deutsche Bauernverband und alle 18 Landesbauernverbände haben sich in einem offenen Brief an die vier großen Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen Aldi, Edeka, Lidl und Rewe gewandt, um mit Nachdruck eine Änderung ihrer Handelspraktiken zu verlangen. Die Verbände reagieren auf ein Schreiben dieser vier Unternehmen an Bundeskanzlerin Angela Merkel, worin sie sich diffamiert, diskreditiert und in „ehrabschneidender“ Weise behandelt fühlen.

Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, machte gemeinsam mit seinen Präsidentenkollegen deutlich, dass es gerade die Vorgehensweisen genau dieser vier Handelsunternehmen seien, die die Arbeitsfähigkeit, Existenz und somit Nachhaltigkeit vieler Betriebe zerstört habe und weiterhin zerstöre. Der Druck gehe maßgeblich vom Preiswettbewerb in der Ernährungsindustrie und im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) aus. Dessen Einkaufsverhalten heize die Situation weiter an und vernichte bäuerliche Existenzen. Als jüngstes Beispiel nannten die Präsidenten die neuerlichen Preissenkungen der zurückliegenden Wochen bei Schweinefleisch, die drastisch über das hinausgehen würden, was trotz Corona und Afrikanischer Schweinepest von Seiten des Marktes angemessen gewesen wäre. Die Präsidenten forderten von den Einzelhandelsunternehmen mehr Wertschätzung ein und die Vergütung höherer Standards und Kosten für die landwirtschaftlichen Betriebe. Sie machten deutlich, dass den Landwirten jegliches Verständnis für die Befindlichkeiten des Lebensmitteleinzelhandels fehle. Dass nun der LEH die europäische Richtlinie über unlautere Handelspraktiken als Bedrohung für sich selbst darstelle, schlage dem Fass den Boden aus. Hier werde bewusst Ursache und Wirkung verwechselt so Horper.

Wir feiern später -

Holger Wolf, Direktkandidat der Grünen für die Landtagswahlen, ruft Betriebe und Vereine zur Unterstützung der Gastronomie auf.

Anfang Dezember blicken die heimischen Gastronomen normalerweise auf volle Reservierungslisten. Weihnachtsfeier reiht sich an Weihnachtsfeier. Wer nicht frühzeitig reserviert hat, bekommt nur noch schwer einen Tisch.

Ein gutes Dezembergeschäft hilft Betrieben auch dabei, ggf. umsatzschwächere Monate wieder auszugleichen. Gerade in diesem Jahr wäre das ganz besonders wichtig gewesen.

Doch gesellige Feiern wird es aufgrund der aktuell notwendigen Auflagen dieses Jahr wohl nicht geben. Mit bitteren Folgen für die Gastronomie. Auch das jetzt so wichtige Außer-Haus-Geschäft kann diese Umsatzausfälle nicht ersetzen. Firmen und Vereine haben diese Möglichkeit, sich nach Hause beliefern zu lassen, leider nicht. Aber sie können ihre Feier auf später verschieben und mittels Gutscheinen bereits jetzt helfen.

Holger Wolf bittet daher Firmen, Vereine und auch private Gruppen darum, ausfallende Weihnachtsfeiern in Restaurants durch den Erwerb von Restaurantgutscheinen zu ersetzen.

"Der Gutschein wirkt wie ein Mikrokredit und zeigt zudem die Verbundenheit mit den Betrieben. Im Kreis Neuwied gibt es eine vielfältige Restaurantlandschaft. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass diese erhalten bleibt. So ist es natürlich Ehrensache, dass unser Grüner Ortsverband Unkel-Linz-Bad Hönningen hier mit gutem Beispiel vorangeht. Unser diesjähriges Weihnachtsessen sollte im Spanischen Garten in Linz stattfinden. Daher haben wir dort einen Gutschein erworben und hoffen, so ein wenig durch die schwere Zeit zu helfen. „Bitte machen Sie es uns nach und veröffentlichen Sie Ihre Unterstützung für Ihren gastronomischen Betrieb unter dem Motto #wirfeiernspäter in der Presse und den sozialen Medien, um so für weitere Unterstützer zu werben“, so Wolf.

Desolater Markt für Schweinefleisch

Präsident Horper fordert mehr Engagement von Politik und Lebensmitteleinzelhandel

Koblenz. Die Erzeugerpreise für Schweinefleisch sind von den Schlacht- und Fleischunternehmen diese Woche um weitere 8 Cent je Kilogramm Schweinefleisch zurückgenommen worden und liegen nur noch bei 1,19 Euro je Kilogramm. In vielen Fällen erhalten die Schweinemäster aber nicht einmal mehr diesen Preis, wenn das zu schlachtende Schwein ein bestimmtes Gewicht und ein bestimmtes Alter überschritten hat.

Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, sieht vor allem die Markpartner in der Pflicht: „Diese Preisrücknahme ist völlig unverständlich, da der Abfluss von Schweinefleisch in den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) während des Lock down problemlos vonstattengeht und sich die Verbraucherpreise seit Monaten auf einem Niveau befinden, das einen höheren Erzeugerpreis erlauben würde.“

In vielen Umfragen sei dokumentiert worden, dass der Verbraucher durchaus bereit sei, höhere Verbraucherpreise für regionale Ware zu akzeptieren, erklärt Horper. „Nun liegt es an den führenden Discountketten endlich einzulenken. Es ist an der Zeit ein Zeichen für den Erhalt der heimischen und regionalen Produktion zu setzen. Aber auch die Politik muss sich fragen lassen, ob sie weiter zuschauen will, wie die über Parteigrenzen hinweg gewünschte regionale Vermarktung wegbricht. Die Schweinehalter erwarten, dass die corona-bedingten Hilfen auch für die Schweinebranche zur Verfügung stehen.“

Wir feiern später

Holger Wolf, Direktkandidat der Grünen für dieLandtagswahlen, ruft Betriebe und Vereine zur Unterstützung der Gastronomie auf.

Reservierungslisten. Weihnachtsfeier reiht sich an Weihnachtsfeier. Wer nicht frühzeitig reserviert hat, bekommt nur noch schwer einen Tisch.

Ein gutes Dezembergeschäft hilft Betrieben auch dabei, ggf. umsatzschwächere Monate wieder auszugleichen. Gerade in diesem Jahr wäre das ganz besonders wichtig gewesen.

Doch gesellige Feiern wird es aufgrund der aktuell notwendigen Auflagen dieses Jahr wohl nicht geben. Mit bitteren Folgen für die Gastronomie. Auch das jetzt so wichtige Außer-Haus-Geschäft kann diese Umsatzausfälle nicht ersetzen. Firmen und Vereine haben diese Möglichkeit, sich nach Hause beliefern zu lassen, leider nicht. Aber sie können ihre Feier auf später verschieben und mittels Gutscheinen bereits jetzt helfen.

Holger Wolf bittet daher Firmen, Vereine und auch private Gruppen darum, ausfallende Weihnachtsfeiern in Restaurants durch den Erwerb von Restaurantgutscheinen zu ersetzen.

"Der Gutschein wirkt wie ein Mikrokredit und zeigt zudem die Verbundenheit mit den Betrieben. Im Kreis Neuwied gibt es eine vielfältige Restaurantlandschaft. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass diese erhalten bleibt. So ist es natürlich Ehrensache, dass unser Grüner Ortsverband Unkel-Linz-Bad Hönningen hier mit gutem Beispiel vorangeht. Unser diesjähriges Weihnachtsessen sollte im Spanischen Garten in Linz stattfinden. Daher haben wir dort einen Gutschein erworben und hoffen, so ein wenig durch die schwere Zeit zu helfen. „Bitte machen Sie es uns nach und veröffentlichen Sie Ihre Unterstützung für Ihren gastronomischen Betrieb unter dem Motto #wirfeiernspäter in der Presse und den sozialen Medien, um so für weitere Unterstützer zu werben“, so Wolf.

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL