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Analyse zur Wirtschaft in Rheinland-Pfalz 2019

Analyse zur Wirtschaft in Rheinland-Pfalz 2019

Die rheinland-pfĂ€lzische Wirtschaft konnte 2019 die positive Entwicklung der zurĂŒckliegenden Jahre nicht fortsetzen. Das Statistische Landesamt in Bad Ems hat jetzt die Analyse zur Wirtschaft im vergangenen Jahr vorgestellt. Darin wird ausfĂŒhrlich die Entwicklung in den Bereichen Industrie, Baugewerbe, Landwirtschaft und Dienstleistungen beschrieben. Weitere Kapitel beleuchten den Außenhandel, den Arbeitsmarkt und die Preisentwicklung.

Die wichtigsten Eckpunkte werden auf einer Sonderseite kurz beschrieben. Die Analyse steht als PDF-Datei zum Download zur VerfĂŒgung.

Inflationsrate in Rheinland-Pfalz im MĂ€rz bei plus 1,4 Prozent

Der Verbraucherpreisindex lag in Rheinland-Pfalz im MĂ€rz 2020 um 1,4 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems fiel die Inflationsrate damit wesentlich niedriger aus als im Februar 2020, als sie bei plus 1,8 Prozent gelegen hatte.

Die Entwicklung der Energiepreise wirkte dĂ€mpfend auf die Teuerung. Energie war im MĂ€rz 2020 im Durchschnitt um 0,9 Prozent billiger als ein Jahr zuvor. Der Grund dafĂŒr sind PreisrĂŒckgĂ€nge bei Mineralölprodukten, die sich binnen Jahresfrist um 7,9 Prozent verbilligten. Sowohl die Preise fĂŒr Heizöl (einschließlich Umlage) als auch die Kraftstoffpreise lagen unter dem Niveau des Vorjahresmonats (minus 15,4 bzw. minus 4,6 Prozent). FĂŒr Strom mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher allerdings wesentlich mehr bezahlen als im MĂ€rz 2019 (plus 6,7 Prozent). Die Preise fĂŒr Gas (einschließlich Umlage) und FernwĂ€rme erhöhten sich ebenfalls (plus 3,5 bzw. plus 2,3 Prozent).

Nahrungsmittel waren im MĂ€rz 2020 merklich teurer als ein Jahr zuvor (plus 3,3 Prozent). Die Preisentwicklung bei den einzelnen Warengruppen verlief sehr unterschiedlich: Besonders stark stiegen die Preise fĂŒr Fleisch und Fleischwaren (plus 9,1 Prozent). Vor allem fĂŒr Schweine- und Rindfleisch mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher tiefer in die Tasche greifen (plus 11,0 bzw. plus 6,1 Prozent). Aber auch die Preise fĂŒr Obst zogen binnen Jahresfrist deutlich an (plus 5,6 Prozent). Zum Beispiel verteuerten sich Weintrauben um 15,6 und Äpfel um 12,1 Prozent. Alle diese Entwicklungen sind allerdings bereits seit mehreren Monaten zu beobachten und nicht auf kurzfristige Nachfragesteigerungen im Zuge der Corona-Krise zurĂŒckzufĂŒhren. PreisrĂŒckgĂ€nge gab es bei Speisefetten und Speiseölen sowie bei Kaffee, Tee und Kakao, die im Durchschnitt 6,3 bzw. 3,6 Prozent billiger angeboten wurden als im Vorjahresmonat.

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, belief sich im MĂ€rz auf plus 1,5 Prozent. Sie war etwas niedriger als im Februar (plus 1,6 Prozent).

In zehn der zwölf Abteilungen lagen die Preise ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats. Die stĂ€rksten Preissteigerungen gab es in der Abteilung „Nahrungsmittel und alkoholfreie GetrĂ€nke“ (plus 3,0 Prozent). Dahinter folgt mit plus 2,5 Prozent der Bereich „Andere Waren und Dienstleistungen“, zu dem unter anderem Dienstleistungen sozialer Einrichtungen wie die ambulante und stationĂ€re Pflege gehören. In der Abteilung „Post und Telekommunikation“ sank das Preisniveau um 0,5 Prozent, da die Preise fĂŒr Telefone und andere GerĂ€te der Kommunikation deutlich zurĂŒckgingen (minus 7,1 Prozent).

VerĂ€nderungen gegenĂŒber Februar 2020
GegenĂŒber dem Vormonat blieb der Verbraucherpreisindex im MĂ€rz 2020 nahezu unverĂ€ndert (minus 0,1 Prozent). Deutliche PreisrĂŒckgĂ€nge gab es im Bereich „Verkehr“ (minus 1,7 Prozent), da sich die Kraftstoffpreise stark verringerten (minus 6,1 Prozent). Dies könnte unter anderem mit globalen Nachfrageeinbußen auf dem Ölmarkt infolge der seit 2019 nachlassenden Weltkonjunktur und der Corona-Krise zusammenhĂ€ngen. Die Kraftstoffpreise waren so niedrig wie zuletzt im Juli 2017. Außerdem war das Preisniveau in vier weiteren Abteilungen etwas niedriger als im Februar. Deutliche Preissteigerungen waren – wie gewöhnlich zu dieser Jahreszeit – im Bereich „Bekleidung und Schuhe“ zu verzeichnen (plus 3,4 Prozent).

Die VerĂ€nderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) misst die durchschnittliche PreisverĂ€nderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten fĂŒr Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfĂ€lzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittlerinnen bzw. Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. KaufhĂ€user) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preise von 600 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die PreisverĂ€nderungen werden gemĂ€ĂŸ der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sogenannte WĂ€gungsschema) zukommt, im Preisindex berĂŒcksichtigt. Die VerĂ€nderung des VPI gegenĂŒber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergĂ€nzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte GĂŒter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist GĂŒter mit erfahrungsgemĂ€ĂŸ stark schwankenden Preisen. In dieser Pressemitteilung wird die VerĂ€nderung des Gesamtindexes ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat MĂ€rz 2020 enthĂ€lt vorlĂ€ufige Ergebnisse. Sofern bis zum 3. April 2020 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgĂŒltig anzusehen.

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)

Wissing: AntrĂ€ge fĂŒr Zuschussprogramm können gestellt werden

Solo-SelbststĂ€ndige, Freiberufler und Kleinunternehmen haben von diesem Montag an die Möglichkeit, ZuschĂŒsse aus dem Sofortprogramm des Bundes zu beantragen. Das Antragsformular kann auf den Internetseiten der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), des Wirtschaftsministeriums sowie den Industrie- und Handelskammern und den Handwerkskammern heruntergeladen werden. Die ausgefĂŒllten AntrĂ€ge nimmt ausschließlich die ISB entgegen. Dies hat Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing mitgeteilt.

„Wir wollen unsere Unternehmen, unsere SelbstĂ€ndigen und Freiberufler, die ArbeitsplĂ€tze, mithin das wirtschaftliche, soziale und kreative Potential unseres Landes schĂŒtzen und bewahren. Mit dem Zuschuss können rund 140.000 SelbststĂ€ndige und Kleinunternehmen die dringend benötigte LiquiditĂ€tshilfe erhalten“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing. Wissing dankte ISB und Kammern fĂŒr die „sehr gute Zusammenarbeit im Interesse der rheinland-pfĂ€lzischen Wirtschaft in dieser schwierigen Zeit“.

Die Antragsformulare können ĂŒber die Internetseiten der ISB, des Wirtschaftsministeriums, den Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern heruntergeladen werden. Eingereicht werden kann der Antrag ausschließlich bei der ISB. Die Mitarbeiterzahl berechnet sich nach VollzeitĂ€quivalenten, nicht nach Köpfen.

Antragsberechtigt sind Solo-SelbststĂ€ndige, Freiberufler sowie Unternehmen bis zu 10 BeschĂ€ftigten. Mit den ZuschĂŒssen des Bundes soll akuter LiquiditĂ€tsbedarf bezogen auf drei Monate gedeckt werden. Unternehmen bis zu 5 BeschĂ€ftigte können bis zu 9.000 Euro, Unternehmen ĂŒber 5 bis 10 BeschĂ€ftigte können bis zu 15.000 Euro erhalten.

„Aus schon ĂŒber 10.000 individuellen Beratungen wissen wir, dass die Corona-Krise 90 Prozent der regionalen Wirtschaft mit zum Teil drastischen UmsatzrĂŒckgĂ€ngen und LiquiditĂ€tsengpĂ€ssen trifft. Wir setzen darauf, dass SoloselbstĂ€ndigen und Kleinstunternehmen mit dem Bundeszuschuss rasch und unbĂŒrokratisch Soforthilfe geleistet wird. Die vier IHKs in Rheinland-Pfalz halten das Antragsformular auch auf ihren Homepages zum Download bereit und stehen ihren Mitgliedsbetrieben bei Fragen zur Antragsstellung mit den eingerichteten IHK-Hotlines zur VerfĂŒgung“, sagte Arne Rössel, Sprecher der IHKs in Rheinland-Pfalz.

Kurt Krautscheid, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern Rheinland-Pfalz betonte: „Es gilt nun alle möglichen Ressourcen einzusetzen, um eine zĂŒgige Bearbeitung der AntrĂ€ge und Auszahlung der Mittel an die Betriebe zu ermöglichen. Wir sind dem Land dankbar, dass es innerhalb kurzer Zeit gelungen ist, hierfĂŒr die Mittel bereitzustellen und die Infrastruktur aufzubauen. FĂŒr viele Unternehmen zĂ€hlt hier jeder Tag.“

Wirtschaftsminister Wissing wies auch mit Blick auf Unternehmen mit ĂŒber 10 BeschĂ€ftigten auf den ergĂ€nzenden „Zukunftsfonds Starke Wirtschaft Rheinland-Pfalz“ hin. „Wir ergĂ€nzen hier mit unbĂŒrokratisch zu vergebenden, gĂŒnstigen Sofortdarlehen das Programm des Bundes auf sinnvolle Art und Weise und erweitern die LiquiditĂ€tshilfen fĂŒr Unternehmen bis zu 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte Wissing. Die Sofort-Darlehen können ĂŒber die Hausbanken beantragt werden.

AntrĂ€ge nimmt ausschließlich die die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) per E-Mail, postalisch oder per Fax an. Die dafĂŒr E-Mail-Adresse lautet Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschĂŒtzt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , die Faxnummer lautet 06131 6172-1159,Antragsformulare können heruntergeladen werden unter

www.isb.rlp.de

https://mwvlw.rlp.de/de/themen/corona/

https://www.pfalz.ihk24.de/

https://www.rheinhessen.ihk24.de/

https://www.ihk-koblenz.de/

https://www.ihk-trier.de/

sowie auf den Internetseiten der Handwerkskammern in Rheinland-Pfalz.

Rheinland-pfÀlzische Wirtschaft schrumpfte 2019 um 1,3 Prozent

Die rheinland-pfĂ€lzische Wirtschaft ist 2019 geschrumpft. „Preisbereinigt nahm das Bruttoinlandsprodukt um 1,3 Prozent ab“, teilt Marcel HĂŒrter, PrĂ€sident des Statistischen Landesamtes in Bad Ems, mit. Die Wirtschaftsentwicklung fiel damit im Jahr vor der Corona-Krise wesentlich schwĂ€cher aus als in Deutschland (plus 0,6 Prozent) und in den alten BundeslĂ€ndern ohne Berlin (plus 0,4 Prozent).

In jeweiligen Preisen erreichte das Bruttoinlandsprodukt 2019 einen Wert von 145 Milliarden Euro (plus 0,9 Prozent gegenĂŒber 2018). Der Anteil von Rheinland-Pfalz am deutschen Bruttoinlandsprodukt belĂ€uft sich damit auf 4,2 Prozent.


Einbruch der Wertschöpfung in der Industrie

Verantwortlich fĂŒr den krĂ€ftigen RĂŒckgang der gesamtwirtschaftlichen Leistung war das Verarbeitende Gewerbe, das in Rheinland-Pfalz 23 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung erwirtschaftet (Deutchland: 22 Prozent). Die Bruttowertschöpfung der Industrie sank preisbereinigt um 9,8 Prozent. Der RĂŒckgang war damit wesentlich höher als im Bundesdurchschnitt (minus 3,7 Prozent). Der Beitrag der Industrie zur rheinland-pfĂ€lzischen Wirtschaftsentwicklung belief sich auf minus 2,5 Prozentpunkte. Großen Anteil am Einbruch der Wertschöpfung hatte die KonsumgĂŒterindustrie, und hier insbesondere die Pharmaindustrie. „Dies resultiert jedoch zu einem erheblichen Teil aus einem statistischen Basiseffekt. Im Jahr 2018 fĂŒhrte eine Sonderentwicklung in der Pharmaindustrie zu einer außergewöhnlich guten Entwicklung“, erklĂ€rte HĂŒrter. Von den drei grĂ¶ĂŸten Branchen in Rheinland-Pfalz mussten die Chemische Industrie und der Maschinenbau deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen.


Wertschöpfung im Baugewerbe nimmt zu

Das Baugewerbe (Wertschöpfungsanteil: 6 Prozent; Deutschland: 5,6 Prozent) verzeichnete ein ordentliches Wachstum. Die Bruttowertschöpfung stieg in diesem Bereich um 1,9 Prozent und trug damit plus 0,1 Prozentpunkte zur Entwicklung der Gesamtwirtschaft bei. Der Wertschöpfungszuwachs im Baugewerbe war jedoch ebenfalls deutlich geringer als in Deutschland (plus 3,9 Prozent).


Dienstleistungsbereiche wachsen ebenfalls
Die Wirtschaftsleistung der Dienstleistungsbereiche, die einen Anteil von 66 Prozent an der gesamten Wertschöpfung haben, erhöhte sich um 1,4 Prozent (Deutschland: plus 1,7 Prozent). „Damit trugen die Dienstleistungen 0,9 Prozentpunkte zur gesamten Wirtschaftsentwicklung bei“, so HĂŒrter. Den grĂ¶ĂŸten Zuwachs verzeichnete der Teilsektor „Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung, Gesundheit“. Im Berichtsjahr stieg die Wertschöpfung preisbereinigt um 1,5 Prozent (Deutschland: ebenfalls plus 1,5 Prozent). Auch im Bereich „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, GrundstĂŒcks- und Wohnungswesen“ entsprach das Wachstum mit einem Plus von 1,3 Prozent der Bundesentwicklung. Der Teilsektor „Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ entwickelte sich mit einer Wertschöpfungszunahme von 1,3 Prozent dagegen deutlich schwĂ€cher als in Deutschland (plus 2,5 Prozent).


Landwirtschaft schrumpft

Im Gegensatz zum Jahr zuvor ist die Wertschöpfung des Sektors „Land- und Fortwirtschaft, Fischerei“ 2019 krĂ€ftig gesunken. Sie nahm um 7,9 Prozent ab (Deutschland: plus 0,4 Prozent). Aufgrund des sehr kleinen Anteils dieses Bereichs an der gesamten Wirtschaftsleistung (1,7 Prozent; Deutschland: 0,9 Prozent) betrĂ€gt der Beitrag zur Entwicklung der rheinland-pfĂ€lzischen Wirtschaft jedoch nur minus 0,1 Prozentpunkte. Ein wesentlicher Grund fĂŒr das Ergebnis war die im Vergleich zum Rekordjahr 2018 schwache Weinernte sowie die unterdurchschnittliche Baumobsternte.


Zunahme von ErwerbstÀtigkeit und Arbeitsvolumen

Die ungĂŒnstige Entwicklung der Wertschöpfung hat sich kaum auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. Die Zahl der ErwerbstĂ€tigen erreichte 2019 einen neuen Höchststand. Im Jahresdurchschnitt hatten 2,05 Millionen Personen ihren Arbeitsort in Rheinland-Pfalz. Lediglich die Dynamik des BeschĂ€ftigungszuwachses hat nachgelassen. Die ErwerbstĂ€tigkeit nahm nur noch um 0,6 Prozent zu (plus 12.800 Personen bzw. 0,6 Prozent; Deutschland: plus 0,9 Prozent).
Das Arbeitsvolumen, also die tatsĂ€chlich geleistete Arbeitszeit aller ErwerbstĂ€tigen, stagnierte nahezu. Es erhöhte sich nur um 0,1 Prozent (Deutschland: plus 0,6 Prozent) auf knapp 2,8 Milliarden Arbeitsstunden. Je ErwerbstĂ€tigen wurden damit durchschnittlich 1.356 Stunden geleistet, in Deutschland waren es mit 1.386 Stunden 30 Stunden mehr. Im LĂ€ndervergleich ist allerdings zu beachten, dass Rheinland-Pfalz den höchsten Anteil an marginal BeschĂ€ftigten aufweist. Auch die Teilzeitquote der sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten liegt ĂŒber dem Bundesdurchschnitt.


ArbeitsproduktivitÀt sinkt
Da sich das reale Bruttoinlandsprodukt verringerte und das Arbeitsvolumen stagnierte, ist die ArbeitsproduktivitÀt, gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Arbeitsstunde, im Berichtsjahr gesunken, und zwar um 1,4 Prozent (Deutschland: unverÀndert). Je ErwerbstÀtigenstunde wurden in Rheinland-Pfalz 2019 in jeweiligen Preisen 52,26 Euro erwirtschaftet. In Deutschland war das Bruttoinlandsprodukt je Arbeitsstunde um 2,52 Euro und in den alten BundeslÀndern ohne Berlin um 4,50 Euro höher.

Die Ergebnisse fĂŒr 2019 basieren auf ersten vorlĂ€ufigen Berechnungen des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der LĂ€nder“, die sich auf Basisstatistiken des Berichtszeitraumes Januar bis Dezember stĂŒtÂŹzen. FĂŒr einzelne Branchen liegen noch keine lĂ€nderspezifischen Ergebnisse vor. In diesen Wirtschaftszweigen werden einheitlich fĂŒr alle LĂ€nder die Entwicklungen in den nationalen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) unterstellt.

Mit den Ergebnissen der 1. Fortschreibung 2019 legt der Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der LĂ€nder“ die ersten detaillierten Ergebnisse der Revision 2019 zur Bruttowertschöpfung nach Wirtschaftsbereichen sowie zum Bruttoinlandsprodukts auf LĂ€nderebene vor. Die Ergebnisse sind abgestimmt auf den Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes vom Februar 2020.

Weitere Informationen finden Sie im Internetangebot des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der LĂ€nder“ unter www.vgrdl.de.


Autorin: Dr. Annette Tennstedt (Referat Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen)

Saisonale Helfer wichtig fĂŒr die Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz

Aktuell hauptsĂ€chlich der GemĂŒsebau betroffen

Deutschlandweit werden zurzeit SaisonarbeitskrĂ€fte fĂŒr die Landwirtschaft gesucht. Durch die Coronakrise ist die Reisefreiheit eingeschrĂ€nkt und es fehlen Helfer, die bisher schwerpunktmĂ€ĂŸig aus Osteuropa kamen. Im Jahresdurchschnitt werden in ganz Deutschland bis zu 300.000 SaisonarbeitskrĂ€fte benötigt. Bis zu 42.000 dĂŒrften es im Laufe des Jahres in Rheinland-Pfalz sein.

Daten zu ArbeitskrĂ€ften werden in der Agrarstatistik als Strukturdaten nur in mehrjĂ€hrigen AbstĂ€nden (zuletzt 2016) erhoben und nicht jĂ€hrlich wie beispielsweise Ernteergebnisse oder die Bodennutzung. Danach waren 2016 im Durchschnitt 41.900 SaisonarbeitskrĂ€fte bzw. AushilfskrĂ€fte in den landwirtschaftlichen Betrieben in Rheinland-Pfalz beschĂ€ftigt. In spezialisierten Gartenbaubetrieben waren es 17.600 und in Ackerbaubetrieben 5 100. Sie werden in diesen Betrieben ĂŒberwiegend im GemĂŒsebau (aktuell zur Spargelernte), fĂŒr Pflanzarbeiten oder zur Erdbeerernte benötigt. Weitere 16 200 entfielen im Jahr 2016 auf spezialisierte Dauerkulturbetriebe, zu denen in Rheinland-Pfalz ĂŒberwiegend Weinbaubetriebe gehören. Wein und GemĂŒsebau sind wichtige landwirtschaftliche Produktionszweige in Rheinland-Pfalz. Im Jahr 2017 erbrachten Sie 34 bzw. 17 Prozent des gesamten landwirtschaftlichen Produktionswertes von 2.905 Millionen Euro.

Von allen ArbeitskrĂ€ften in den landwirtschaftlichen Betrieben hat Rheinland- Pfalz unter den BundeslĂ€ndern den höchsten Anteil an SaisonarbeitskrĂ€ften. Sie machten 2016 gemessen an den in der Landwirtschaft tĂ€tigen Personen mehr als die HĂ€lfte der ArbeitskrĂ€fte aus (Deutschland: 30 Prozent). Von allen SaisonarbeitskrĂ€ften in Deutschland waren rund 15 Prozent in Rheinland-Pfalz beschĂ€ftigt. Damit zĂ€hlte Rheinland-Pfalz zu den fĂŒnf BundeslĂ€ndern mit dem höchsten Bedarf.

Um diesen Bedarf zu decken wurden Internetplattformen aufgebaut, die Helfer und Suchende zusammenbringen sollen: www.saisonarbeit-in-deutschland.de oder www.daslandhilft.de

Agrarstrukturerhebungen finden in mehrjĂ€hrigen AbstĂ€nden in landwirtschaftlichen Betrieben mit mindestens fĂŒnf Hektar landwirtschaftlich genutzter FlĂ€che statt und in kleineren Betrieben, wenn sie bestimmte Kulturen auf einer MindestflĂ€che anbauen oder eine bestimmte Anzahl Nutztiere halten. FĂŒr den Weinbau gilt als Erfassungsgrenze z. B. eine RebflĂ€che von mindestens 0,5 Hektar. Die Daten zum Produktionswert in der Landwirtschaft stammen aus der regionalen landwirtschaftlichen Gesamtrechnung des Bundes und der LĂ€nder mit dem Berechnungsstand Mai 2019 fĂŒr die Ergebnisse des Jahres 2017. Der angegebene Produktionswert ist bewertet zu Erzeugerpreisen.

Autorin: Dr. Birgit HĂŒbbers

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