Dienstag, 09. März 2021

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BetriebsgrĂĽndungen und -aufgaben

Im Jahr 2020 weniger BetriebsgrĂĽndungen und -aufgaben, aber mehr GrĂĽndungen im Nebenerwerb

In Rheinland-Pfalz wurden im Jahr 2020 insgesamt 31.331 Gewerbe angemeldet. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, liegt dieser Wert praktisch auf dem Niveau des Jahres 2019, fĂĽr das 31.373 Gewerbeanmeldungen verzeichnet wurden. Die Zahl der Gewerbeabmeldungen lag um 9,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.

BetriebsgrĂĽndungen

Insgesamt 5.141 Gewerbeanmeldungen waren sogenannte Betriebsgründungen. Dies sind 8,3 Prozent weniger als im Jahr 2019. Dieser Rückgang könnte mit dem ersten Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie begründet werden. Die Betriebsgründungen hatten im April ihren Tiefstwert erreicht. Zu den Betriebsgründungen zählen alle Neugründungen von Kapital- und Personengesellschaften sowie alle Neugründungen von Einzelunternehmen, bei denen ein Handelsregistereintrag oder eine Handwerkskarte vorliegt oder die mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben.

Den höchsten Anteil an den Betriebsgründungen hatte mit fast 21 Prozent der Wirtschaftsabschnitt „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“. Den zweithöchsten Anteil stellte mit rund 13 Prozent der Wirtschaftsabschnitt „Baugewerbe“.

Die Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner erreichten den höchsten Wert mit 23,7 in der kreisfreien Stadt Zweibrücken. Der niedrigste Wert war mit 5,6 im Landkreis Trier-Saarburg zu verzeichnen. Der Rückgang der Betriebsgründungen gegenüber dem Jahr 2019 verlief bei den kreisfreien Städten deutlich stärker als bei den Landkreisen. Je 10.000 Einwohner gab es in den kreisfreien Städten 3,3 Betriebsgründungen weniger, in den Landkreisen hingegen nur 0,5 weniger als im Jahr 2019.

Sonstige NeugrĂĽndungen

Über die Betriebsgründungen hinaus gab es im Jahr 2020 insgesamt 20.701 sogenannte sonstige Neugründungen. Gegenüber dem Jahr 2019 stieg deren Anzahl um 1,3 Prozent. Zu den sonstigen Neugründungen gehören die Gründung von Kleinunternehmen, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, keine Handwerkskarte besitzen und über keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verfügen, sowie die Gründung von Nebenerwerbsbetrieben. Von den sonstigen Neugründungen erfolgten 14.519 im Nebenerwerb. Hier ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 27 Prozent zu verzeichnen.

Neben den BetriebsgrĂĽndungen und sonstigen NeugrĂĽndungen waren im Jahr 2020 noch 5.489 weitere Gewerbeanmeldungen zu verzeichnen. Hierunter fallen Umwandlungen sowie ZuzĂĽge und Ăśbernahmen.

Gewerbeabmeldungen

Im Jahr 2020 wurden 27.181 Gewerbe abgemeldet. Die Zahl der Betriebsaufgaben – sie sind das Pendant zu den Betriebsgründungen – sank um 7,4 Prozent auf 4.244. Die sonstigen Stilllegungen lagen mit 17.453 um 11,8 Prozent unter dem Wert des Jahres 2019.

Die Daten stammen aus der Gewerbeanzeigenstatistik, die aus den monatlichen Lieferungen der rheinland-pfälzischen Gewerbeämter an die im Statistischen Landesamt angesiedelte Verwaltungsstelle „Gewerbe-Online“ erstellt wird. Die Gewerbeanzeigenstatistik stellt für Rheinland-Pfalz wichtige Informationen über Existenzgründungen und Stilllegungen bereit. Die Zahlen finden in der Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Strukturpolitik Verwendung. Daten über Gewerbemeldungen werden auch verstärkt in Bezug auf deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt untersucht.

Autorin: Franziska Hilger (Sachgebiet Verwaltungsstatistiken)

DANIELA SCHMITT: Menschen und Tourismusbranche brauchen Osterferien-Perspektive

MAINZ. Mit Blick auf die Lage der Tourismusbranche und den kommenden Osterferien sagt die Spitzenkandidatin der Freien Demokraten zur rheinland-pfälzischen Landtagswahl, Daniela Schmitt:

„Für viele Menschen waren die vergangenen Monate eine große Belastung. Die Bürgerinnen und Bürger fragen sich jetzt, ob sie die Osterferien für einen Urlaub nutzen können. Auch die Tourismusbranche sehnt sich nach einer verlässlichen Perspektive.

Der Plan der Bundesregierung sieht vor, dass frühestens am 22. März über mögliche Öffnungen beraten werden soll. Das ist viel zu spät. Sollten die Corona-Zahlen in den kommenden Tagen weiter sinken, müssen private Reisen auch früher möglich sein. Eingebettet in eine umfassende Test-und Impfstrategie sollte frühzeitig über verantwortungsvolle Öffnungen nachgedacht werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn muss schnellstmöglich einen Plan vorlegen, der aufzeigt, wie der Osterurlaub für die Menschen möglich sein kann.

Hinzu kommt, dass die Hotels und Tourismusbetriebe Zeit zur Vorbereitung brauchen. Eine Entscheidung kurz vor dem ersten Ferientag hilft den Betrieben nicht. Die Branche hat im vergangenen Jahr bewiesen, dass sie sehr verantwortungsbewusst mit der Pandemie umgeht. Mit wirksamen Hygienekonzepten haben die Hotels dafür gesorgt, dass sie nicht zum Infektionstreiber wurden. Dies trauen wir ihnen auch in diesem Jahr zu.“

Weniger Insolvenzanträge im Jahr 2020

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist in Rheinland-Pfalz im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr gesunken. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stellten 622 Unternehmen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das waren mehr als elf Prozent weniger als im Jahr 2019. Die Zahl der Anträge von Verbrauchern lag mit 1.753 um gut 36 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.

Die Folgen der Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, die Mitte März begannen, schlagen sich in den Zahlen somit (noch) nicht nieder. Dabei dürfte eine Rolle spielen, dass die Insolvenzantragspflicht bereits kurz nach Beginn der Krise ausgesetzt wurde. Seit März 2020 wurden 504 neue Unternehmensinsolvenzen registriert; von März bis Dezember 2019 waren es 571.

Unternehmensinsolvenzen

Durch die beantragten Unternehmensinsolvenzen gerieten im Jahr 2020 insgesamt 4.486 Arbeitsplätze in Gefahr. Das Volumen der voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger belief sich auf rund 506 Millionen Euro. Durchschnittlich hatte damit jedes insolvent gewordene Unternehmen knapp 812.900 Euro Schulden.

Die meisten Insolvenzanträge stellten – wie auch im Vorjahr – Unternehmen, deren wirtschaftlicher Schwerpunkt den Wirtschaftsabschnitten „Baugewerbe“ (131 Anträge) und „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (91 Anträge) zuzurechnen ist.

Die Insolvenzhäufigkeit, also die Insolvenzen je 1.000 aktive Unternehmen, lag im Durchschnitt in den kreisfreien Städten höher als in den Landkreisen. Den mit 7,0 höchsten Wert verzeichnete die kreisfreie Stadt Ludwigshafen am Rhein. Unter den Landkreisen ergab sich der höchste Wert mit 6,1 für Alzey-Worms. Am niedrigsten war die Insolvenzhäufigkeit im Landkreis Kusel mit einem Wert von 1,1.

Verbraucherinsolvenzen

Bei den Verbraucherinsolvenzen beliefen sich die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger auf knapp 80 Millionen Euro. Jeder dieser Verbraucher war damit im Durchschnitt mit rund 45.600 Euro verschuldet.

Mit 20,6 Verbraucherinsolvenzen je 10.000 Einwohner wurde in Pirmasens der höchste Wert verzeichnet. Die niedrigste Insolvenzhäufigkeit weist der Landkreis Südliche Weinstraße mit einem Wert von 1,7 auf.

Die monatliche Insolvenzstatistik gibt Auskunft über das Insolvenzgeschehen und ist damit ein wichtiger konjunktureller Spätindikator. Erhebungsbasis sind die Meldungen der Amtsgerichte über die beantragten Verfahren.
Durch das Gesetz zur vorübergehenden Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und zur Begrenzung der Organhaftung bei einer durch die COVID-19-Pandemie bedingten Insolvenz (COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz - COVInsAG) (Artikel 1 des Gesetzes zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht vom 27. März 2020) wurde die Insolvenzantragspflicht zunächst bis zum 30. September 2020 sowohl für die Insolvenzgründe Zahlungsunfähigkeit als auch für Überschuldung ausgesetzt, sofern die Ursache für die Insolvenzgründe pandemiebedingt war. Für den Insolvenzgrund der Überschuldung wurde die Regelung im Anschluss bis 31. Dezember 2020 verlängert. Vor dem Hintergrund der erneuten Einschränkungen aufgrund des Bund-Länder-Beschlusses vom 28.10.2020 wurde die Insolvenzantragspflicht in der Folgezeit für den Monat Januar 2021 und später bis Ende April 2021 weiter ausgesetzt, sofern ein Antrag auf Novemberhilfen gestellt wurde, ein solcher Antrag nicht aussichtslos ist sowie der erlangbare Hilfebetrag ausreichend ist, um die bestehende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen. Vor dem Hintergrund der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht ist davon auszugehen, dass die Anzahl der tatsächlich wirtschaftlich eingetretenen Insolvenzfälle größer ist als die den Amtsgerichten gemeldete und folglich in der Statistik nachgewiesene Anzahl.

Autor: Dr. Dirk Schneider (Referat Steuern, Verwaltungsstatistiken)

Zum Jahresauftakt mehr Aufträge für die rheinland-pfälzische Industrie

Die rheinland-pfälzische Industrie ist mit einem Anstieg der Auftragseingänge in das Jahr 2021 gestartet. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex im Januar 2021 um zwei Prozent über dem Niveau des Vormonats. Der Grund dafür ist die günstige Entwicklung des Inlandsgeschäfts (plus 5,3 Prozent); die Bestellungen aus dem Ausland blieben nahezu unverändert (plus 0,2 Prozent).

Die Nachfrage nach Investitionsgütern zog kräftig an. Das Ordervolumen war 4,3 Prozent höher als im Dezember 2020. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern gingen im Januar 0,7 Prozent mehr Aufträge ein als im Vormonat. In der Konsumgüterindustrie blieben die Bestellungen unverändert.

Der Zuwachs in der Investitionsgüterindustrie ist auf den Anstieg der Nachfrage nach Kraftwagen und Kraftwagenteilen zurückzuführen. In der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie, die gemessen am Umsatz unter den Industriebranchen an zweiter Stelle steht, erhöhten sich die bereinigten Auftragseingänge im Januar um zehn Prozent. Im Maschinenbau, der ebenfalls zur Investitionsgüterindustrie gehört und die drittgrößte Industriebranche ist, war das Ordervolumen hingegen etwas geringer als im Dezember (minus 0,9 Prozent). In der Chemieindustrie, die zur Vorleistungsgüterindustrie zählt und die umsatzstärkste Branche des Verarbeitenden Gewerbes ist, gingen zwei Prozent mehr Bestellungen ein als im Vormonat.

Aber auch im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2020, in dem die Corona-Pandemie noch keine nennenswerten Auswirkungen auf die Industrie in Rheinland-Pfalz hatte, fällt die Bilanz günstig aus: Die bereinigten Auftragseingänge lagen im Januar 2021 um 9,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. In- und Auslandsgeschäft liefen wesentlich besser als ein Jahr zuvor. In der Konsumgüterindustrie gingen 3,8 Prozent mehr Bestellungen ein; in der Investitions- und in der Vorleistungsgüterindustrie waren die Zuwächse sogar zweistellig. Unter den drei größten Branchen verzeichnete die Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie den stärksten Nachfrageanstieg (plus 17 Prozent); allerdings befand sich die Branche in den Monaten vor dem Ausbruch der Corona-Krise bereits in einer Schwächephase. In der Chemieindustrie lag das Ordervolumen um elf Prozent und im Maschinenbau um 6,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die Pressemeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat können der beiliegenden Tabelle entnommen werden.  Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)

Ein Jahr Fachkräfteeinwanderungsgesetz: Bedarf an qualifizierten Fachkräften wird wieder steigen

Ludwigshafen, 1. März 2021. Ausländische Fachkräfte sind seit langem ein Hoffnungsschimmer für deutsche Unternehmen – angesichts immer weniger qualifizierter Arbeitskräfte auf dem deutschen Arbeitsmarkt und gleichzeitig steigender Beschäftigungsabsichten. Um die Einreise und Beschäftigung beruflich qualifizierter Fachkräfte aus Drittstaaten zu erleichtern, ist auch unter Mitwirkung der Industrie- und Handelskammern (IHKs) vor genau einem Jahr das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) in Kraft getreten. Das Potenzial des FEGs konnte für den Mittelstand seitdem kaum nutzen. Die Pandemie hat sowohl zu Einreisebeschränkungen als auch zu einer deutlichen Veränderung bei Wirtschaftslage und Arbeitsmarkt geführt.

„Unsere IHK-Konjunkturumfragen zeigen, dass die Verfügbarkeit von Fachkräften langsam wieder in den Fokus rückt. Mittlerweile sieht über ein Drittel der Betriebe hier wieder ein Geschäftsrisiko, hinter Sorgen zu Pandemieentwicklung und Inlandsnachfrage. Wir gehen davon aus, dass mit einer konjunkturellen Erholung auch der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern wieder steigt“, so Arne Rössel, Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz.

Die Welcome Center der IHKs bereiten sich auf eine steigende Beratungsnachfrage der Unternehmen vor. „Das Interesse an Erwerbsmigration und speziell am beschleunigten Fachkräfteverfahren steigt langsam wieder“, so Sabine Mesletzky, Sprecherin der Welcome Center.

Zentrale Voraussetzung für die Zuwanderung aus Drittstaaten ist die Anerkennung beruflicher Qualifikation. Um Verzögerungen im Verfahren zu vermeiden, sollten sich Arbeitgeber frühzeitig mit dem Anerkennungsprozess beschäftigen. „Die Welcome Center und Anerkennungsberater der IHKs stehen Fachkräften und Betrieben hierbei zur Seite", so Mesletzky weiter. Mit der neuen Zentralen Ausländerbehörde in Kaiserslautern haben rheinland-pfälzische Unternehmen seit Anfang 2021 zudem endlich landesweit einen einheitlichen Ansprechpartner, der sie im gesamten Verfahren begleitet. Herausfordernd seien nach wie vor die Prozesse in den deutschen Auslandsvertretungen. Es komme nicht selten vor, dass interessierte Fachkräfte mehrere Monate auf einen Termin zur Visavergabe warten müssten. „Hier sind weiterhin intensive Anstrengungen zur Digitalisierung von Prozessen notwendig, um Verzögerungen bei der Stellenbesetzung zu verhindern“, fordert Sabine Mesletzky.

„Wir haben die letzten Monate genutzt, um mit Politik und Verwaltung verlässliche Strukturen für die Umsetzung des FEG zu schaffen. Mit Blick auf die kommende Landtagswahl ist es wichtig, dass diese auch in der neuen Legislaturperiode gepflegt und mit einem hohen Bewusstsein für die Bedürfnisse von Wirtschaft und Arbeitgebern weiterentwickelt werden. Dazu braucht es eine nachhaltige Strategie für Rheinland-Pfalz, um sich als attraktiver Standort für internationale Fachkräfte zu etablieren“, so Rössel.

Die rheinland-pfälzischen IHKs (Koblenz, Rheinhessen, Pfalz und Trier) bieten auf ihren Internetseiten Informationen zum Beratungsangebot der Welcome Center bereit. Auf https://make-it-in.rlp.de informieren IHKs und Landesregierung zum FEG und zu den entsprechenden Abläufen und Voraussetzungen.

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