Mittwoch, 19. Juni 2019

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IHK-Fachkräftereport 2019 - Die Lage spitzt sich zu

Auch wenn der Fachkräftemangel bereits seit Jahren als größtes Geschäftsrisiko bewertet wird – jetzt spitzt sich die Lage zu. Dies ist das wichtigste Ergebnis einer erstmals landesweiten IHK-Umfrage zur Fachkräftesituation in den Unternehmen. Die aktuellen und die zukünftigen Entwicklungen bereiten den Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Rheinland-Pfalz große Sorge.

Die Umfrage haben die rheinland-pfälzischen IHKs gemeinsam mit dem Unternehmer Peter Hack, CEO der Hack AG in Kurtscheid, und der Wissenschaftlerin Prof. Christina Günther vorgestellt, die die Ergebnisse aus ihrer Perspektive spiegeln.

„Deutlich wird: Es besteht Handlungsbedarf. Heute sehen sich bereits 60 Prozent der Unternehmen stark oder sehr stark vom Fachkräftemangel betroffen – in zehn Jahren steigt diese Quote auf 85 Prozent. Das führt insbesondere zu einer steigenden Mehrbelastung der vorhandenen Belegschaft: Zwei Drittel der Unternehmen müssen die Arbeit auf weniger Köpfe verteilen. Mehr als die Hälfte kann Wachstumschancen nicht nutzen. Wir benötigen Rahmenbedingungen, die Unternehmern den Umgang mit dieser Herausforderung vereinfachen“, fasst Arne Rössel, Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, zusammen.

„Zwar werden überall Fachkräfte gesucht, besonders hervorzuheben sind jedoch die MINT-Berufe, bei denen zwei Drittel der Unternehmen Probleme haben, Stellen zu besetzen“, ergänzt Dirk Michel, Sprecher der IHK-Arbeitsgruppe Fachkräftesicherung Rheinland-Pfalz.

Prof. Christina Günther, Inhaberin des IHK-Lehrstuhls für kleine und mittlere Unternehmen an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar, fordert: „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel zu Weiterbildung und Qualifizierung, vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen. Die Halbwertzeit formaler Qualifikation reduziert sich in Zeiten von Digitalisierung und Technologisierung zunehmend. Noch sei das Verständnis von Bildung nicht flächendeckend auf zukünftige betriebliche Anforderungen eingestellt. Es brauche mehr Anreize und Unterstützung für Mitarbeiter und Unternehmen, um lebenslange Weiterqualifizierung zu fördern“. Das haben die rheinland-pfälzischen Unternehmen bereits erkannt und setzen Lebenslanges Lernen mit 73 Prozent auf die Spitzenposition der relevanten Trends in der Personalarbeit.

Dr. Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der IHK Trier, verdeutlicht die Chancen der Ausbildung: „Nach wie vor ist die berufliche Qualifikation das Nadelöhr: 75 Prozent der Unternehmen haben akuten Bedarf an Mitarbeitern mit abgeschlossener Berufsausbildung, rund die Hälfte sucht zudem verstärkt nach Mitarbeitern mit Höherer Berufsbildung, wie zum Beispiel nach Industriemeistern. Für Mitarbeiter mit akademischer Bildung liegt dieser Wert nur bei 22 Prozent. Die demografische Entwicklung und der Drang an die Hochschulen verschärfen dieses Problem. Die Folge: Unternehmen fehlen die Fachkräfte, um mit gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen Schritt halten und im globalen Marktgeschehen weiterhin bestehen zu können.“

Den kompletten Fachkräftereport können sie auf https://www.ihk-rlp.de/ unter der Dokumentennummer 4449742 nachlesen.

Weniger Betriebsgründungen und weniger Betriebsaufgaben im ersten Quartal

In Rheinland-Pfalz gab es im ersten Quartal 2019 etwas weniger Betriebsgründungen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems ging deren Zahl im Vergleich zum ersten Quartal 2018 um 0,8 Prozent auf 1.529 zurück.

Betrachtet werden hierbei Gründungen von Unternehmen, bei denen sich aufgrund ihrer Rechtsform oder voraussichtlichen Beschäftigtenzahl eine größere wirtschaftliche Relevanz vermuten lässt. Hierzu zählen alle Neugründungen von Kapital- und Personengesellschaften sowie Neugründungen von Einzelunternehmen, die in das Handelsregister oder in die Handwerksrolle eingetragen sind oder die mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben.

Den höchsten Anteil an den Betriebsgründungen hatte der Bereich „Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“; 21,6 Prozent aller Betriebsgründungen waren diesem Wirtschaftsabschnitt zuzuordnen. Es folgten das Baugewerbe mit einem Anteil von 14,3 Prozent, das Gastgewerbe mit einem Anteil von 10,1 Prozent, die „Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ mit einem Anteil von 10,0 Prozent sowie der Bereich der „Freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ mit einem Anteil von 9,7 Prozent.

Regionale Unterschiede

Während landesweit 3,8 Betriebe auf 10.000 Einwohner gegründet wurden, zeigten sich in regionaler Hinsicht deutliche Unterschiede. Für die kreisfreien Städte errechneten sich mit 5,4 Gründungen je 10.000 Einwohner deutliche höhere Werte als für die Landkreise (3,2). Die kreisfreien Städte mit den niedrigsten Werten – Worms und Trier – wiesen jeweils eine Aktivität von 4,0 auf, der höchsten Werte errechnete sich für Zweibrücken (7,9). Bei den Landkreisen lag die Spannweite zwischen 1,8 (Kusel) und 5,0 (Ahrweiler).

Sonstige Neugründungen

Die Zahl der sonstigen Neugründungen lag in den ersten drei Monaten des Jahres 2019 mit 5.893 um drei Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Als sonstige Neugründungen gelten Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag, Handwerkskarte und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Im Rahmen der sonstigen Neugründungen erfolgten 3.378 Gründungen im Nebenerwerb.

Gewerbeabmeldungen

Im ersten Quartal 2019 wurden insgesamt 8.685 Gewerbe abgemeldet und damit 4,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Betriebsaufgaben, die das Pendant zu den Betriebsgründungen darstellen, ging um 0,4 Prozent auf 1.381 zurück. Die sonstigen Stilllegungen verringerten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,8 Prozent auf 5.685.

Die Daten stammen aus der Gewerbeanzeigenstatistik, die aus den monatlichen Lieferungen der rheinland-pfälzischen Gewerbeämter an das Statistische Landesamt erstellt wird. Somit werden die Gewerbetreibenden durch die Statistik selbst nicht zusätzlich belastet. Die Gewerbeanzeigenstatistik stellt für Rheinland-Pfalz wichtige Informationen über Existenzgründungen und Stilllegungen bereit. Die Zahlen finden in der Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Strukturpolitik Verwendung und werden verstärkt auch zu Untersuchungen über die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt herangezogen.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Verwaltungsstatistiken)

Auftragseingänge der Industrie im April 2019 gestiegen

Im April 2019 ist die Nachfrage nach Erzeugnissen der rheinland-pfälzischen Industrie gestiegen. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex um 1,4 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Während aus dem Inland etwas weniger Bestellungen eingingen als im März (minus 0,8 Prozent), erhöhte sich das Ordervolumen aus dem Ausland um 2,3 Prozent.

In zwei der drei industriellen Hauptgruppen fiel die Nachfrage im April höher aus als im Vormonat. Nach einem deutlichen Rückgang im März verbuchte die Investitionsgüterindustrie nun den kräftigsten Zuwachs (plus 4,8 Prozent). Die bereinigten Auftragseingänge der Vorleistungsgüterhersteller nahmen leicht um 0,5 Prozent zu. In der Konsumgüterindustrie, deren Ordervolumen in den vergangenen Monaten besonders starken Schwankungen unterlag, verringerten sich die Bestellungen im April um 5,9 Prozent.

In den drei größten Branchen der rheinland-pfälzischen Industrie stieg die Nachfrage. Das Ordervolumen der Chemieindustrie, die zur Vorleistungsgüterindustrie zählt und gemessen am Umsatz die größte Branche des Verarbeitenden Gewerbes ist, erhöhte sich im April um ein Prozent. In der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, die zur Investitionsgüterindustrie gehört und die zweitgrößte Industriebranche ist, gab es einen Zuwachs in ähnlicher Größenordnung (plus 1,2 Prozent). Besonders stark stiegen die bereinigten Auftragseingänge mit plus 8,6 Prozent im Maschinenbau, der die drittgrößte Branche ist und ebenfalls zur Investitionsgüterindustrie zählt.

Trotz des Nachfrageanstiegs im April liegen die Bestellungen in der Industrie weiterhin deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonats (minus 12,4 Prozent). In- und Auslandsgeschäft liefen schlechter als im April 2018. Die Rückgänge erstreckten sich über alle drei Hauptgruppen. Auch in allen drei großen Industriebranchen fiel das Ordervolumen geringer aus als ein Jahr zuvor.

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)

tourING zu Gast bei VWH und ZENO

Wenn Studierende der Hochschule Koblenz auf innovative Betriebe im Westerwaldkreis treffen, dann veranstaltet die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Westerwaldkreises mbH (wfg) wieder ihre tourING Exkursion. Diesmal war das 4. Semester im Fachbereich Maschinenbau zu Gast bei VWH in Herschbach (OWW) und bei ZENO in Norken.

tourING ist ein Exkursionsangebot der wfg welches in Kooperation mit der Hochschule Koblenz regelmäßig durchgeführt wird. Die 15 angehenden Ingenieure besichtigten mit VWH und ZENO zwei innovative Betriebe und überzeugten sich vor Ort von beruflichen Perspektiven im Westerwald.

Als erstes Unternehmen wurde am Vormittag die VWH GmbH in Herschbach besucht. VWH ist spezialisiert auf den Sondermaschinenbau. Geschäftsführender Gesellschafter Thomas Sturm ließ es sich nicht nehmen und stellte den Studierenden persönlich das Unternehmen und dessen Leitsätze vor. Für VWH stehen Individualität und Qualität an höchster Stelle. So gilt für das Unternehmen „Geht nicht, gibt´s nicht“. Vor allem der Verbraucher kommt täglich mit Produkten in Kontakt, die mit Maschinen der VWH produziert werden. Dies macht das Unternehmen zu einem Global Player. Ein weiterer Global Player stand mit der ZENO GmbH am Nachmittag auf dem Programm. Die familiengeführte Unternehmensgruppe ist in verschiedenen Branchen tätig, allerdings liegt das Hauptsegment im Bereich der Zerkleinerungsmaschinen. Geschäftsführerin Nadine Krüger gab gemeinsam mit dem Technischen Leiter Dirk Kurzhagen einen Überblick über die inzwischen 50-jährige Unternehmensgeschichte. In der betriebseigenen Ausstellung und dem Technikum gab es dann für die Studierenden die Möglichkeit, die ZENO Erzeugnisse in ihrer fertigen Form zu begutachten und dem Team technische Fragen zu stellen.

Beide Betriebe warben bei den Exkursionsteilnehmern für eine Zukunft im Westerwälder Mittelstand. Laut den Unternehmern machen vor allem die hohe Lebensqualität und unsere gute Infrastruktur in die Ballungsgebiete unsere Region so attraktiv.
Die Studierenden waren von den beiden Betrieben hellauf begeistert und gingen mit neuen Erfahrungen und Eindrücken nach Hause.

„Genau deswegen bieten wir unsere Exkursionen an. Wir möchten den zukünftigen Fachkräften  zeigen, dass wir im Westerwaldkreis zahlreiche innovative Betriebe haben, die sich, auch dank ihrer bodenständigen Art, seit Jahren erfolgreich am Markt positionieren und  damit langfristig berufliche Perspektiven und Raum für persönliche Entwicklung bieten“, begründet die wfg-Geschäftsführerin Katharina Schlag die Weiterführung des bereits im sechsten Jahr erfolgreich laufenden Projektes.

Auch Sie möchten einmal Gastgeber einer solchen Exkursion sein? Oder als Bildungseinrichtung daran teilnehmen? Dann melden Sie sich unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder unter 02602 124-333.

V.i.S.d.P. Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Westerwaldkreises mbH

IHK-Außenwirtschaftsreport:

Rheinland-pfälzische Unternehmen im Auslandsgeschäft weniger zuversichtlich

Koblenz/Ludwigshafen/Mainz/Trier, 4. Juni 2019. Die rheinland-pfälzische Wirtschaft spürt im Auslandsgeschäft Gegenwind. Zwar haben die Exporte vergangenes Jahr einen neuen Rekordwert erreicht, jedoch beurteilen die Unternehmen ihre Geschäftsaussichten auf den Weltmärkten deutlich zurückhaltender. Dies zeigt der Außenwirtschaftsreport Rheinland-Pfalz 2018/2019, den die Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) heute (4. Juni) veröffentlicht.

„Im vergangenen Jahr waren die rheinland-pfälzischen Unternehmen einmal mehr sehr erfolgreich im Auslandsgeschäft“, kommentiert Volker Scherer, Sprecher International der IHK-Arbeitsgemeinschaft. Die Betriebe exportierten Waren im Wert von 59,9 Milliarden Euro – ein Plus von 9,3 Prozent gegenüber dem Jahr 2017 und mehr als je zuvor. Der wichtigste Markt bleibt dabei die EU: Sowohl beim Export (38,6 Mrd. Euro) als auch beim Import (31,7 Mrd. Euro) wurde der größte Teil des Handels mit anderen EU-Mitgliedstaaten getrieben. Außerhalb der EU sind nach wie vor die USA und China die wichtigsten Handelspartner.

Jedoch beurteilen die rheinland-pfälzischen Firmen ihre Perspektiven im Auslandsgeschäft insgesamt deutlich weniger optimistisch als in den Vorjahren. Für alle wichtigen Absatzmärkte sind die Geschäftserwartungen spürbar gedämpft. „Die geringere Dynamik der Weltwirtschaft und die internationalen Handelskonflikte, etwa zwischen den USA und China, wirken sich negativ auf die Geschäfte unserer Mitgliedsunternehmen aus“, erklärt Scherer.

Eine besondere Rolle in Europa spielt der Brexit, der bereits im vergangenen Jahr für einen Rückgang der rheinland-pfälzischen Exporte nach Großbritannien um 2,9 Prozent gesorgt hat. Auch außerhalb Europas bremsen Abschottungstendenzen den grenzüberschreitenden wirtschaftlichen Austausch. So beklagt fast jedes zweite deutsche Unternehmen eine spürbare Zunahme von Handelshemmnissen.

Die exportorientierte rheinland-pfälzische Wirtschaft ist auf den Zugang zu ausländischen Märkten angewiesen. Handelsverträge der EU leisten dazu einen wichtigen Beitrag. „Ein gutes Beispiel ist das Freihandelsabkommen, das die EU kürzlich mit Japan abgeschlossen hat – es macht den japanischen Markt auch für rheinland-pfälzische Unternehmen noch attraktiver“, so Scherer.

Den vollständigen Außenwirtschaftsreport können Sie auf www-ihk-rlp.de, Nummer 4430886 (bit.ly/2wC5MyI) herunterladen.

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