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IHK-Tourismusumfrage Stimmung im Gastgewerbe gut – Nachwuchs und Nachfolger fehlen

Koblenz, 8. Juni 2018. Die Stimmung innerhalb der Tourismusbranche im nördlichen Rheinland-Pfalz ist weiterhin positiv: 45 Prozent der Betriebe im Hotel- und Gastgewerbe sind mit der aktuellen Geschäftslage zufrieden. Für lediglich 13 Prozent bietet die Geschäftslage Anlass zur Sorge. Das geht aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz hervor, bei der mehr als 600 Betriebe aus Hotellerie und Gastronomie im nördlichen Rheinland-Pfalz befragt worden sind.

„Die Lage im Gastgewerbe ist weiterhin gut. Der sogenannte Klimaindex, der sich aus der Geschäftslage des Vorjahres und den Erwartungen an die nächste Saison zusammensetzt, beträgt 133 Punkte für Beherbergungsbetriebe und 116 Punkte für Gastronomiebetriebe. Beide Werte sind damit ausgesprochen hoch und wurden in der 10-Jahresbetrachtung lediglich von den Werten des Vorjahres übertroffen“, erläutert Christian Dübner, Referent für Tourismus bei der IHK Koblenz, die Ergebnisse der Umfrage.

Digitalisierung, Unternehmensnachfolge sowie Fach- und Arbeitskräftegewinnung sind weiterhin die branchenbestimmenden Themen. Trotz zahlreicher Personalengpässe planen nur zwölf Prozent der befragten Unternehmer, ihr Personal aufzustocken. „Die Zurückhaltung bei den Beschäftigungsabsichten der Branche kommt unter anderem daher, dass sich die Anzahl der Auszubildenden über alle gastgewerblichen Berufe hinweg in unserem Zuständigkeitsbereich um mehr als die Hälfte reduziert hat. 2007 gab es noch rund 900 Auszubildende in der IHK-Region Koblenz, 2017 waren es schon weniger als 400“, so Dübner.

Dabei biete das Gastgewerbe jungen Menschen nach einer fundierten dualen Ausbildung hervorragende Karrieremöglichkeiten – auch international. „In Rheinland-Pfalz stehen zahlreiche Betriebe für eine Übergabe an die nächste Generation oder an externe Existenzgründer bereit. Die IHK unterstützt aktiv dabei, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen und so die Unternehmensnachfolge sicherzustellen. Gerade auch Existenzgründer finden derzeit in Rheinland-Pfalz viele Betriebe, deren Weiterführung sich lohnt“, so Dübner.

Die Tourismuswirtschaft zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Rheinland-Pfalz, insbesondere auch im Bezirk der IHK Koblenz mit rund 8.000 Betrieben. Landesweit sind mehr als 150.000 Erwerbstätige in der Tourismusbranche tätig. Damit hängt jeder zehnte Arbeitsplatz in Rheinland-Pfalz am Tourismus. Die Branche erwirtschaftet landesweit einen Umsatz von 7,2 Milliarden Euro.

Die vollständige Umfrage kann unter www.ihk-koblenz.de/tourismusumfrage heruntergeladen werden.

Industrieproduktion im April 2018 niedriger als im Vormonat

Die rheinland-pfälzische Industrieproduktion ist im April 2018 leicht gesunken. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex, der die mengenmäßige Ausbringung der Industrie misst, um 0,4 Prozent unter dem Niveau des Vormonats.

In zwei der drei industriellen Hauptgruppen war die bereinigte Produktion im April rückläufig. In der Vorleistungsgüterindustrie verringerte sich der Güterausstoß um 2,3 Prozent. Die Investitionsgüterhersteller drosselten ebenfalls ihre Produktion (minus 1,9 Prozent). Lediglich die Konsumgüterproduzenten steigerten ihren Output um 7,9 Prozent.

In den drei umsatzstärksten Branchen des Verarbeitenden Gewerbes war die Ausbringung im April geringer als im März. In der Chemieindustrie, die zur Vorleistungsgüterindustrie zählt und in Rheinland-Pfalz die umsatzstärkste Industriebranche ist, lag der Güterausstoß um 4,3 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Die Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie, die zweitgrößte Branche, produzierte 4,1 Prozent weniger als im Monat zuvor. Im Maschinenbau, der gemessen am Umsatz unter den Industriezweigen an dritter Stelle steht, schrumpfte der Output um 1,7 Prozent.

Trotz des Rückgangs gegenüber dem Vormonat lag die bereinigte Produktion der rheinland-pfälzischen Industrie im April 2018 deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats (plus 16 Prozent). In allen drei industriellen Hauptgruppen war der Güterausstoß höher als ein Jahr zuvor. Besonders stark fiel der Zuwachs in der Konsumgüterindustrie aus, was allerdings mit einem Sondereffekt in einem Teilbereich der Konsumgüterproduktion zusammenhängt. Von den drei größten Branchen steigerten zwei ihren Output; in der Chemieindustrie war die Ausbringung rückläufig.

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

IHK-Branchentreffen 120 Branchenvertreter tauschen sich beim Immobilienforum aus

Koblenz, 5. Juni 2018. Energiesparverordnung, Geldwäschegesetz, Wettbewerbsrecht: Zu diesen und anderen Themen haben sich rund 120 Branchenvertreter am Dienstag beim diesjährigen Immobilienforum ausgetauscht. Zu dem Treffen eingeladen hatten die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz und der Immobilienverband Deutschland (IVD) West. Referent Rudolf Koch, IVD, begleitete die Veranstaltung in den Räumen der IHK Koblenz mit fachlichem Input.

Von besonderem Interesse für die Teilnehmer war dabei ein ganz aktuelles Thema: Ab dem 1. August 2018 wird die Berufszulassung für Immobilienmakler sowie Wohnungseigentumsverwalter und Mietverwalter neu geregelt, um dem komplexen Anforderungsprofil der Berufsgruppe Rechnung zu tragen. „Konkret bedeutet das, dass Makler und Verwalter sich künftig regelmäßig weiterbilden müssen. Damit sind Informationspflichten den Behörden und den Kunden gegenüber verbunden. Die Einzelheiten werden in der neuen Makler- und Bauträgerverordnung geregelt“, erläutert Andrea Look, Referentin für Unternehmensgründung und Unternehmensförderung bei der IHK Koblenz. Für Wohnimmobilienverwalter wird erstmals eine Erlaubnispflicht in der Gewerbeordnung eingeführt – das heißt, für die Erlaubniserteilung müssen diese künftig den Nachweis über persönliche Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse sowie den Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung erbringen. Bereits tätige Wohnimmobilienverwalter müssen ebenfalls eine Erlaubnis beantragen.

„Diese neuen gesetzlichen Bestimmungen sorgen bei vielen Unternehmern in der Branche für Unsicherheit“, kommentiert Look die Neuregelungen. „Klar ist, dass der zusätzliche Verwaltungsaufwand eine Belastung für die Berufsgruppe darstellen wird und sich in angemessenen Grenzen halten muss. Gleichzeitig dürfte jedoch die Qualität sowohl im Bereich der Immobilienverwaltung als auch der Maklergeschäfte aufgrund der gesetzlichen Weiterbildungsverpflichtung steigen.“

Industrie erhielt im April mehr Aufträge

Die Nachfrage nach Erzeugnissen der rheinland-pfälzischen Industrie ist im April 2018 gestiegen. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex um 0,5 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Während die Nachfrage aus dem Inland mit plus vier Prozent kräftig zulegte, gingen aus dem Ausland weniger Bestellungen ein als im März (minus 1,4 Prozent).

In zwei der drei industriellen Hauptgruppen war das Ordervolumen im April höher als im März. Die Nachfrage nach Vorleistungsgütern stieg um 0,9 Prozent. In der Investitionsgüterindustrie gingen 0,5 Prozent mehr Aufträge ein als im Vormonat. In der Konsumgüterindustrie waren die Bestellungen hingegen rückläufig (minus 3,1 Prozent).

Das Ordervolumen lag in zwei der drei umsatzstärksten Branchen des Verarbeitenden Gewerbes über dem Niveau des Vormonats: In der Chemieindustrie, der Branche des Verarbeitenden Gewerbes mit dem größten Umsatz, gingen 0,5 Prozent mehr Aufträge ein als im März. Die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, die gemessen am Umsatz in der Industrie an zweiter Stelle stehen, verbuchten ebenfalls eine Nachfragesteigerung (plus 2,9 Prozent). Im Maschinenbau, der drittgrößten Branche, nahmen die bereinigten Auftragseingänge hingegen um 3,5 Prozent ab.

Die Bestellungen lagen im April 2018 deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats (plus 6,9 Prozent). Sowohl im Inlands- als auch im Auslandsgeschäft gab es Zuwächse (plus 7,5 bzw. plus 6,6 Prozent). Die Nachfragesteigerung betraf alle drei Hauptgruppen. Auch in den drei größten Branchen gingen mehr Aufträge ein als im April 2017.

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

EU-Finanzplanung

Horper: Der ländliche Raum darf wirtschaftlich nicht abgehängt werden

Koblenz. Die EU-Kommission hat ihre Vorschläge für die künftige Verteilung der Agrarfördergelder in Europa vorgelegt. Den landwirtschaftlichen Unternehmen drohen erhebliche Kürzungen – sowohl bei den Direktzahlungen wie auch bei der Förderung von Umweltmaßnahmen.

Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, zeigte sich enttäuscht über das Europaverständnis einiger Staaten in der EU. Es sei von geradezu existenzieller Bedeutung für die Europäische Union, dass die Lebensqualität und Attraktivität der ländlichen Räume nicht hinter die der städtischen Regionen falle. Die EU schlage mit Kürzungen von Agrarfördergeldern einen gefährlichen Weg ein. Auch kritisierte Horper, dass die EU-Kommission plane, den einzelnen Mitgliedsstaaten mehr Flexibilität bei der Verteilung der EU-Fördergelder einzuräumen. Dies führe zu weiteren Wettbewerbsverzerrungen und Benachteiligungen von landwirtschaftlichen Regionen, die zunehmend nationale Auflagen zu erfüllen haben. Allein in Rheinland-Pfalz sei die Zahl der Betriebe in den letzten 15 Jahren um 50 Prozent gesunken. „Die deutschen Bäuerinnen und Bauern benötigen die Direktzahlungen, um in der europa- und weltweiten Konkurrenzsituation bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln ein ausreichendes Einkommen erzielen zu können. Mittelkürzungen bei gleichzeitiger Erhöhung der Auflagen werden den Strukturwandel weiter beschleunigen. Das ist aber genau die Entwicklung, die weder die Politik noch die Gesellschaft möchte. Es muss das Ziel der Agrarpolitik sein, die ohnehin schon stark vom Strukturwandel geprägte Landwirtschaft zu erhalten und wirtschaftliche Perspektiven aufzuzeigen.“ Horper forderte die Politik im Allgemeinen, aber auch ganz besonders die Landesregierung in Rheinland-Pfalz auf, sich für den Erhalt der Einkommen stützenden Wirkung der Direktzahlungen aus der ersten Säule einzusetzen. Darüber hinaus müsse bei sinkenden Finanzmitteln der EU grundsätzlich über die künftige Ausrichtung des EU-Haushaltes diskutiert werden. Es gehe darum, den Geist Europas wieder neu zu beleben und den ländlichen Raum und auch den Bauern und Winzern wieder wirtschaftliche Perspektiven zu geben.

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