Friday, 24. January 2020

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Konjunktur aktuell; Industrie

Industrieproduktion im Oktober: Leichter Anstieg gegenüber dem Vormonat

Die rheinland-pfälzische Industrieproduktion ist im Oktober 2019 leicht gestiegen. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex um 0,8 Prozent über dem Niveau des Vormonats.

In zwei der drei industriellen Hauptgruppen war die bereinigte Produktion im Oktober höher als im Monat zuvor. In der Konsumgüterindustrie, deren Ausbringung in den vergangenen Monaten besonders stark schwankte, stieg der Güterausstoß um 12,9 Prozent. Die Hersteller von Vorleistungsgütern steigerten ihren Output um zwei Prozent. In der Investitionsgüterindustrie sank die Produktion hingegen um 6,8 Prozent.

Das Minus in der Investitionsgüterproduktion ist auf die schwache Entwicklung der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie zurückzuführen. Der Güterausstoß der Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, die gemessen am Umsatz die zweitgrößte Industriebranche bilden, verringerte sich deutlich um 23,4 Prozent. Der Output der Chemieindustrie, die zur Vorleistungsgüterindustrie zählt und die Branche mit dem höchsten Umsatz ist, fiel dagegen um 4,1 Prozent höher aus als im September. Im Maschinenbau, der zur Investitionsgüterindustrie gehört und unter den Industriebranchen an dritter Stelle steht, stieg die Ausbringung ebenfalls (plus 1,1 Prozent).

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Industrieproduktion stark zurückgegangen (minus 18,3 Prozent). Der Output der Konsumgüterindustrie sank deutlich. Aber auch in der Investitionsgüterindustrie und in der Vorleistungsgüterindustrie war der Güterausstoß geringer als ein Jahr zuvor. Alle drei umsatzstärksten Branchen mussten Produktionseinbußen hinnehmen.

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)

„Attraktive Arbeitgeber Rheinland-Pfalz 2019“ ausgezeichnet

Maßgeschneiderte Unternehmens- und Personalpolitik als Mitarbeitermagnet

Mainz, 4. Dezember 2019. Viele rheinland-pfälzische Unternehmen begegnen dem Fachkräftemangel mit maßgeschneiderter, zeitgemäßer Unternehmens- und Personalpolitik. Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt und Ulrich Dexheimer, Sprecher des Vorstandes der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), zeichneten bei der Preisverleihung „Attraktiver Arbeitgeber Rheinland-Pfalz“ acht vorbildliche Unternehmen aus.

Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt rückte zu Beginn der Veranstaltung die Bedeutung des Arbeitsumfeldes in den Mittelpunkt: „In Zukunft wird es immer wichtiger werden, ein motivierendes und attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen.“ Vor allem die junge Generation lege zunehmend Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance. „Die ausgezeichneten Unternehmen zeigen beispielhaft, wie zukunftsorientierte Fachkräftesicherung erfolgreich gestaltet werden kann. Es beeindruckt mich, zu sehen, wie unsere mittelständischen Unternehmen mit der Zeit gehen, sich neu erfinden, attraktive Ausbilder und Arbeitgeber sind“, sagte Schmitt und gratulierte den acht Unternehmen zur Auszeichnung.

Region Koblenz

Aus der Region Koblenz konnte zum einen die Schreinerei Rönnefarth GmbH & Co. KG aus Dernau überzeugen. Sie lebt ihre Firmenphilosophie „Miteinander!“ beispielsweise dadurch, dass sie ihre Belegschaft, genannt „die Holzwürmer“, bei relevanten Entscheidungen miteinbezieht und gemeinsame Urlaube und Firmenevents organisiert.

Gemeinsame Veranstaltungen sind auch bei der Ridder GmbH aus Singhofen üblich. Hier honorierte die Jury insbesondere die schnelle, direkte Kommunikation über alle Führungsebenen und Abteilungen hinweg sowie die erfolgreiche Ausbildungsförderung – vier von sieben Führungskräften gehören seit Lehrzeiten zum Team des Herstellers von Wohn- und Badausstattung.

Region Pfalz

Einer der beiden Preisträger aus der Region Pfalz ist die KFZ-Werkstatt Karotek GmbH aus Burrweiler, die eine positive Fehlerkultur lebt und es ihren Mitarbeitenden ermöglicht, sich einzubringen und beständig besser zu werden. Neuen Teammitgliedern wird ein „Buddy“ zur Seite gestellt, ständige Fort- und Weiterbildung und Wissenstransfers garantieren ein stets aktuelles Fachwissen.

Auch die entra-Gruppe aus dem pfälzischen Winnweiler behält nicht nur die Zielerreichung des Unternehmens, sondern durch verschiedene Prozesse zudem die persönliche Weiterentwicklung der Mitarbeitenden im Blick. Darüber hinaus ermöglichen Formen des mobilen Arbeitens, etwa Videokonferenzen und Online-Tools, individuellen Arbeitszeitwünschen entgegenzukommen.

Region Rheinhessen

In der Region Rheinhessen zählt Jordan’s Untermühle aus Köngernheim zu den Preisträgern. Die Belegschaft des Wellnesshotels, die sich selbst als „Mühlengeister“ bezeichnet, profitiert von gelebter Diversität, vielen Weiterbildungsangeboten und einem digitalen Zeitmanagement-System, mittels dem die Mitarbeitenden Dienstpläne aktiv mitgestalten.

Die Ockenheimer Zimmermann Bedachungen GmbH sichert die gute Arbeitsatmosphäre gemäß ihrer Unternehmensphilosophie „Wertarbeit für mehr Lebensqualität“ durch verschiedene Faktoren: Flache Hierarchien, eine positive Fehlerkultur und zahlreiche Weiterbildungsangebote sowie Team- und Einzelgespräche über Führungsebenen hinweg stärken die Verbundenheit zum Unternehmen.

Region Trier

In der Region Trier punktet die Krämer Orthopädie GmbH aus Gerolstein neben Mitspracherechten und Umsatzbeteiligungen mit sehr großer Familienfreundlichkeit: Angestellte können bei Bedarf die Kinder mit in das Unternehmen bringen, außerdem zahlt das Unternehmen nach der Geburt eines Kindes eine Erholungsbeihilfe.

Auch die Trierer NATUS GmbH & Co. KG, die auf Elektrotechnik spezialisiert ist, schreibt soziale Verantwortung groß: In Kooperation mit der Lebenshilfe Trier e.V. ist in der Fertigungshalle eine Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigungen integriert. Darüber hinaus unterstützt NATUS den Schülerwettbewerb „Jugend forscht“ als Patenunternehmen beispielswiese durch die Bereitstellung von Ressourcen.

„Unsere Preisträger sind im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnete Beispiele für eine zeitgemäße, attraktive Unternehmens- und Personalpolitik: Sie geben ihren Mitarbeitenden Raum und Unterstützung zur fachlichen wie persönlichen Entfaltung“, bekräftigte ISB-Vorstandssprecher Ulrich Dexheimer.

In seinem Impulsvortrag „Chefsache Fachkräftemangel – Wie Sie als Chef zum Mitarbeitermagneten werden“ ging Bestsellerautor Jörg Mosler auf die zentrale Bedeutung ein, die Unternehmenswerten wie Zusammenhalt, Sinn und Spaß im „War of Talents“ zukommt – und wie Unternehmen diese nach außen kommunizieren können: „Wer Sie nicht kennt, kann nicht für Sie arbeiten. Kommunizieren Sie Ihre Vorzüge als Arbeitgeber daher stets aktiv und offensiv.“

Auftragseingänge der Industrie im Oktober 2019 gestiegen

Im Oktober 2019 ist die Nachfrage nach Erzeugnissen der rheinland-pfälzischen Industrie gestiegen. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Der Grund dafür ist eine Zunahme der Bestellungen aus dem Ausland (plus 6,5 Prozent). Das Ordervolumen aus dem Inland schrumpfte hingegen um 4,4 Prozent.

Die drei industriellen Hauptgruppen entwickelten sich unterschiedlich. In der Konsumgüterindustrie fielen die bereinigten Auftragseingänge im Oktober um 39,2 Prozent höher aus als im Vormonat. Die Nachfrage nach Investitionsgütern blieb nahezu unverändert (plus 0,2 Prozent). In der Vorleistungsgüterindustrie verringerte sich das Ordervolumen hingegen um vier Prozent.
Der Nachfragerückgang in der Vorleistungsgüterindustrie ist unter anderem auf Einbußen in der Chemiebranche zurückzuführen. In der Chemieindustrie, die die umsatzstärkste Branche des Verarbeitenden Gewerbes ist, nahmen die bereinigten Auftragseingänge im Oktober um 5,1 Prozent ab. Auch im Maschinenbau, der die drittgrößte Branche ist und zur Investitionsgüterindustrie gehört, waren die Bestellungen rückläufig (minus 3,3 Prozent). Einen Zuwachs um 3,8 Prozent verbuchten die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, die ebenfalls zur Investitionsgüterindustrie zählen und die zweitgrößte Industriebranche bilden.

Zugleich lagen die bereinigten Auftragseingänge im Oktober 2019 weiterhin deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonats (minus 11,3 Prozent). Sowohl das Inlands- als auch das Auslandsgeschäft lief schlechter als ein Jahr zuvor (minus 10,7 bzw. minus 11,7 Prozent). Der Nachfragerückgang erstreckte sich auf alle drei Hauptgruppen. Alle drei großen Branchen mussten Einbußen bei den Auftragseingängen hinnehmen; am stärksten fiel das Minus in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen aus (minus 21,3 Prozent).

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)

Verwaltung trifft Wissenschaft: Mit einem gemeinsamen Plan zum attraktiven Lebensraum

Um einen attraktiven Lebensraum zu entwickeln, bedarf es eines Plans, eines gemeinsamen Plans. Denn was macht eine lebenswerte Region aus? Ein gutes Bildungs-, Kultur und ÖPNV-Angebot, eine ausreichende medizinische Versorgung, gute Voraussetzungen für Wirtschaftsunternehmen, ein vielfältiges Angebot an Arbeitsplätzen und Einkaufsmöglichkeiten, eine gesunde Umwelt, Familienfreundlichkeit … Zu erreichen ist das alles nur, wenn man über Gebietsgrenzen hinaus plant und verstärkt zusammenarbeitet, um Synergieeffekte zu schaffen. Daher sind Raumentwicklungskonzepte wichtig und nötig. In der europäischen Großregion, die Luxemburg, die ehemalige Region Lothringen, das Saarland, Rheinland-Pfalz, die wallonische Region sowie die deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien umfasst, arbeitet man seit Jahren an einem ganz speziellen Raumentwicklungskonzept. Bei der jüngsten Veranstaltung von „Verwaltung trifft Wissenschaft“ in den Räumen der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord konnte Präsident Dr. Ulrich Kleemann einige Projektbeteiligte begrüßen, die über die Herausforderungen, den aktuellen Stand und die Perspektiven des ambitionierten Projekts berichteten.

Zu den 25 Partnern, die im Rahmen des EU-Projekts zusammenarbeiten, gehört auch die SGD Nord. Diese ist mit dem Referat Raumordnung und Landesplanung an der grenzüberschreitenden Raumentwicklung in der europäischen Grenzregion (REKGR) beteiligt, wie Katja Meder von der SGD berichtete. Das Konzept werde seit Januar 2018 über ein EU-Interreg-Projekt gefördert und im Koordinierungsausschuss für Raumentwicklung, einer Arbeitsgruppe des Gipfels der Großregion, mit technischer Unterstützung des Geoinformationssystems der Großregion (GIS-GR) erarbeitet. „Seit 2010 wurde eine Studie zur Entwicklung einer grenzüberschreitenden polyzentrischen Metropolregion (GPMR) in der Großregion erstellt, deren Umsetzung das große Ziel des Raumentwicklungskonzepts darstellt“, so Meder. Darüber hinaus wurden die für die Entwicklung der Großregion vorrangigen Verkehrsprojekte sowie eine vorbereitende Studie zum Thema Wirtschaft erstellt und später evaluiert. So konnten im Hinblick auf die weitere Erarbeitung des Konzepts Handlungsempfehlungen gegeben werden.

Was besonders zu beachten war und ist, erklärte Marie-Josée Vidal vom luxemburgischen Ministerium für Energie und Raumordnung, der federführenden Stelle: „Um die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Großregion zu steigern, ihre soziale und territoriale Kohäsion zu stärken, müssen sowohl die Schwächen wie auch die Stärken, die sich aus den Entwicklungsdynamiken in diesem gemeinsamen Raum ergeben, erfasst, verstanden, akzeptiert und bearbeitet werden“, so Vidal. Nur so werde es den politischen Akteuren möglich sein, sich dieser im Endspurt stehenden gemeinsamen, grenzüberschreitenden und operationellen Strategie anzunehmen und daraus zusammen, auch im Rahmen eines andauernden partizipativen Prozesses, eine dauerhafte und erfolgreiche Win-win-Partnerschaft zu garantieren. „Zum Wohle des Territoriums und der Gesellschaft“, erklärte Vidal.

Dr. Christian Muschwitz vom ebenfalls beteiligten Raumentwicklungs- und Kommunikationsinstitut „raumkom“ übernahm den wissenschaftlichen Teil des Vortrags und ging auf die Herausforderung des Projekts ein. Das Raumentwicklungskonzept der Großregion müsse mit einer „Zugroßregion“ umgehen, sagte er. „Mit Leben gefüllt werden wird das Konzept vor allem im Kernraum rund um das Großherzogtum Luxemburg und dann vor allem bei wenigen, ausgewählten Themen von besonderer Bedeutung für die regional Beteiligten.“ Muschwitz erläuterte, dass nicht alles durchzusetzen sei. Dass man auch einiges weglassen, andere Themenbereiche fokussieren und Leuchtturmprojekte herausarbeiten müsse. Als mögliches Leuchtturmprojekt im Mobilitätsbereich schlug er zum Beispiel eine Informations-App über öffentliche Verkehrsangebote in der gesamten Großregion vor.

Gastgeber Dr. Ulrich Kleemann sieht in der Erarbeitung solcher Raumentwicklungskonzepte gerade im Hinblick auf künftige gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedürfnisse eine bedeutende Aufgabe – und das nicht nur in der Grenzregion, sondern auch in vielen anderen Regionen des Landes. Er appellierte daher auch an politische Entscheidungsträger. „Es ist wichtig, dass man über die eigenen Gebietsgrenzen hinausdenkt und bereit ist, mit den Nachbarn zusammenzuarbeiten. So wird man am Ende Synergieeffekte schaffen, die den Bürgerinnen und Bürgern nützen“, sagte Kleemann.

Zum Hintergrund:

Unter dem Titel „Verwaltung trifft Wissenschaft“ beleuchtet Präsident Dr. Ulrich Kleemann im zweimonatigen Rhythmus jeweils ein Thema aus dem vielfältigen Aufgabenfeld der Struktur– und Genehmigungsdirektion Nord näher und lädt dazu Gastreferenten aus Wissenschaft und Verwaltung ein. Die Veranstaltung soll neben dem Austausch aktueller Informationen zwischen Lehre und Praxis eine Gelegenheit zum Kennenlernen des interessanten Aufgabenspektrums der Struktur– und Genehmigungsdirektion Nord bieten.

Inflationsrate liegt im November bei plus 0,8 Prozent

Die Teuerungsrate blieb im November 2019 unverändert. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex um 0,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Oktober hatte die Inflationsrate ebenfalls plus 0,8 Prozent betragen; im September 2019 lag sie bei plus 1,1 Prozent.

Einen wesentlichen Einfluss auf die moderate Preisentwicklung hatten die gesunkenen Energiepreise (minus 5,5 Prozent). Insbesondere Mineralölprodukte verbilligten sich im Vorjahresvergleich deutlich (minus 15,2 Prozent): Dazu trug zum einen der starke Rückgang der Heizölpreise (einschließlich Umlage) bei (minus 15,0 Prozent); zum anderen waren auch die Kraftstoffpreise spürbar niedriger als im November 2018 (minus 13,3 Prozent). Strom und Fernwärme verteuerten sich dagegen (plus 3,4 bzw. plus 2,9 Prozent). Für Gas (einschließlich Umlage) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher ebenfalls tiefer in die Tasche greifen (plus 2,3 Prozent). Ohne Berücksichtigung der Preise für Energie hätte die Teuerungsrate bei plus 1,5 Prozent gelegen.

Die Nahrungsmittelpreise lagen im November 2019 um 1,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wobei die Entwicklung uneinheitlich verlief. Teurer als vor einem Jahr waren vor allem Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte sowie Fleisch und Fleischwaren (plus 4,7 bzw. plus 4,4 Prozent). Hohe Preissenkungen gab es hingegen bei Speisefetten und -ölen (minus 9,4 Prozent). Beispielsweise verbilligte sich Butter um 14,3 Prozent. Die Preise für Gemüse gingen ebenfalls zurück (minus 2,2 Prozent); unter anderem waren Gurken und Kartoffeln deutlich günstiger als ein Jahr zuvor (minus 22,2 bzw. minus 14,1 Prozent).

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, erhöhte sich leicht. Sie lag im November 2019 im Vergleich zum Vorjahresmonat bei plus 1,6 Prozent. Im Oktober und September 2019 hatte sie 1,5 Prozent betragen.

Die höchste Preissteigerung unter den zwölf Abteilungen war im Bereich „Andere Waren und Dienstleistungen“ zu beobachten (plus 2,3 Prozent), hier insbesondere die Dienstleistungen sozialer Einrichtungen wie Altenwohnheime. Dicht dahinter folgen die alkoholischen Getränke und Tabakwaren mit einem Plus von 2,2 Prozent. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher günstig verlief hingegen die Entwicklung der Preise in der Abteilung „Verkehr“ (minus 2,3 Prozent). Sinkende Preise gab es auch im Bereich „Post und Telekommunikation“ (minus 0,5 Prozent).

Veränderungen gegenüber Oktober 2019

Gegenüber dem Vormonat ist der Verbraucherpreisindex im November 2019 um 0,7 Prozent gesunken. In drei der zwölf Abteilungen sank das Preisniveau; den größten Rückgang gab es in der Abteilung „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ mit minus 7,0 Prozent. Der wesentliche Grund dafür ist eine deutliche Preissenkung bei Pauschalreisen (minus 28,1 Prozent). Dieser Rückgang kann allerdings nicht als reine Preisentwicklung interpretiert werden, sondern ist zum Teil auf saisonale Änderungen der angebotenen Reisearten und -ziele zurückzuführen. In den Bereichen „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ sowie „Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen“ sanken die Preise um 0,3 Prozent. Neben der Abteilung „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ (plus 0,4 Prozent) waren noch in den Bereichen „Bekleidung und Schuhe“ sowie „Verkehr“ Preiserhöhungen zu verzeichnen (jeweils plus 0,3 Prozent).

Die Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittlerinnen bzw. Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preise von 600 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sogenannte Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. In dieser Pressemitteilung wird die Veränderung des Gesamtindexes ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat November 2019 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 4. Dezember 2019 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat Unternehmensregister, Verdienste, Preise)

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