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IHK-Saisonumfrage Tourismus

Gastgewerbe: Personalsituation spitzt sich zu – Förderungen werden ausgeweitet

Koblenz, 9. Dezember 2019. Die Stimmung in der Tourismusbranche ist deutlich verhaltener als im Herbst des vergangenen Jahres: Lediglich 42 Prozent der Betriebe im Hotel- und Gastgewerbe sind mit ihrer Geschäftslage zufrieden. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz hervor, bei der mehr als 300 Betriebe aus Hotellerie und Gastronomie befragt worden sind.

„Der sogenannte Klimaindex, der sich aus der Geschäftslage des Vorjahres und den Erwartungen an die nächste Saison zusammensetzt, beträgt 114 Punkte für die Beherbergungsbetriebe und 99 Punkte für Gastronomiebetriebe. Beide Werte liegen mehr als zehn Punkte unter dem Mittelwert der Zehnjahresbetrachtung“, erläutert Christian Dübner, Referent für Tourismus bei der IHK Koblenz, die Ergebnisse der Umfrage. Im Vorjahreszeitraum lagen die Werte bei 121 beziehungsweise 115 Punkten. „Die aktuelle Einschätzung ist primär auf den ausgeprägten Personalmangel zurückzuführen, der sich weiter zuspitzt. Bei rund einem Viertel der Beherbergungsbetriebe wird sich die Zahl der Beschäftigten in der kommenden Saison reduzieren. Diese Entwicklung betrifft auch rund ein Drittel der gastronomischen Betriebe“, so Dübner weiter. „Die Konsequenz sind reduzierte Öffnungszeiten und im Extremfall die Betriebsschließung.“

Unter der dem Dach der Initiative „HOGA NEXT“, die die IHK Trier 2018 ins Leben gerufen hat, wird die IHK Koblenz ab dem kommenden Februar spezielle Veranstaltungsformate rund ums Personalmanagement anbieten: „Die Zukunft des Arbeitens im Gastgewerbe“, „Azubi-Marketing“, „der heiße Kampf um Talente“, „Employer Branding“ und „Erfolgsmodelle im Gastgewerbe“ sind nur einige der Themen, die dabei auf der Agenda stehen.

Investitionen sind laut IHK-Umfrage in rund 77 Prozent der Betriebe fällig, wobei Modernisierung, Produktinnovation und Rationalisierungen im Fokus des Gastgewerbes stehen. Mitte November hat das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium ein neues Programm zur einzelbetrieblichen Förderung der Hotellerie vorgestellt, das eine Lücke in den bisherigen Fördermöglichkeiten schließt. Zur konsequenten und nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen können Hotels, Hotel garnis, Gasthöfe, Pensionen und Ferienzentren einen Zuschuss von bis zu 750.000 Euro beantragen. Dabei erhalten kleine Unternehmen bis zu 20 Prozent und mittlere Unternehmen bis zu zehn Prozent der förderfähigen Kosten. Das Mindestinvestitionsvolumen liegt bei 250.000 Euro.

„Eine weitere Fördermöglichkeit für alle gastgewerblichen Betriebe stellt die Ausweitung des Programms ‚Barrierefreiheit im Tourismus‘ dar, welches barrierefreie Maßnahmen jetzt landesweit unterstützt. Auch die LEADER-Programme für den ländlichen Raum sollten Betriebe mit einem Investitionsbedarf prüfen. Hierbei spielt die touristische Entwicklung eine maßgebliche Rolle und den Betrieben bietet sich die Möglichkeit, Fördergelder für innovative Projekte zu sichern“, betont Dübner.

Die Tourismuswirtschaft zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Rheinland-Pfalz, insbesondere auch im Bezirk der IHK Koblenz mit rund 8.000 Betrieben. Landesweit sind mehr als 150.000 Erwerbstätige in der Tourismusbranche tätig. Damit hängt jeder zehnte Arbeitsplatz in Rheinland-Pfalz am Tourismus. Die Branche erwirtschaftet landesweit einen Umsatz von 7,4 Milliarden Euro.

Die Umfrage kann auf www.ihk-koblenz.de unter Eingabe der Nummer 4644646 heruntergeladen werden.

Weitere Informationen zum neuen Förderprogramm des Wirtschaftsministerium finden sich auf der Homepage der Investitions- und Strukturbank: www.isb.rlp.de.

Weniger Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen

Weniger Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen

Von Januar bis September des laufenden Jahres mussten weniger rheinland-pfälzische Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems ging die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen um 3,2 Prozent auf 544 zurück. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen sank um 2,9 Prozent auf 2.079 Fälle.

Unternehmensinsolvenzen

Die Summe der in den Insolvenzanträgen geltend gemachten Gläubigerforderungen ging leicht um 0,4 Prozent auf knapp 234 Millionen Euro zurück. Jedes insolvent gewordene Unternehmen war durchschnittlich mit 429.285 Euro verschuldet (Januar bis September 2018: 417.786 Euro).

Die meisten Insolvenzanträge betrafen Unternehmen aus dem Baugewerbe (119), mit Abstand gefolgt von Unternehmen aus dem Wirtschaftsabschnitt „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (92), Gastgewerbe (72) und „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ (45).

Im Landkreis Ahrweiler gab es mit 5,9 Insolvenzen je 1.000 wirtschaftlich aktive Unternehmen die größte Insolvenzhäufigkeit. Den zweithöchsten Wert und gleichzeitig den höchsten unter den kreisfreien Städten verzeichnete die Stadt Kaiserslautern (5,6). Am niedrigsten war die Insolvenzhäufigkeit in den kreisfreien Städten Speyer und Landau in der Pfalz mit jeweils 1,9 Insolvenzen je 1.000 wirtschaftlich aktiven Unternehmen sowie im Landkreis Südliche Weinstraße (2,1).

Verbraucherinsolvenzen

Die Summe der voraussichtlichen Forderungen bei den Verbraucherinsolvenzen belief sich auf knapp 90 Millionen Euro, das waren 11,8 Prozent weniger als von Januar bis September 2018. Die Schulden je insolvent gewordenem Verbraucher betrugen durchschnittlich 43.065 Euro (2018: 47.406 Euro).

Mit über 23 Fällen je 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern verzeichnete Pirmasens die höchste Häufigkeit an Verbraucherinsolvenzen. Die geringsten Werten ergaben sich mit jeweils 1,9 für Landau und den Rhein-Pfalz-Kreis.

Die monatliche Insolvenzstatistik gibt Auskunft über das Insolvenzgeschehen und ist damit ein wichtiger konjunktureller Spätindikator. Erhebungsbasis sind die Meldungen der Amtsgerichte über die von ihnen bearbeiteten Verfahren.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Verwaltungsstatistiken)

DGB Rheinland-Pfalz / Saarland

Zum Ende der 9. bundesweiten Woche der Menschen mit Behinderung

Zu wenige Menschen mit Behinderung Rheinland-Pfalz beschäftigt

Für schwerbehinderte Menschen ist es nach einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit in Rheinland-Pfalz besonders schwer, Arbeit zu finden. So liegt die Beschäftigungsquote im Land bei 4,1 Prozent, niedriger ist sie nur in Sachsen-Anhalt. Zum Ende der 9. bundesweiten Woche der Menschen mit Behinderung erklärt Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland:

„Rheinland-Pfalz erfüllt die gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsquote von fünf Prozent nicht. Die privaten Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz kommen sogar nur auf eine Quote von 3,7 Prozent. In mehr als 1.700 der rund 6.000 Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten arbeiten überhaupt keine Menschen mit schwerer Behinderung, obwohl diese Unternehmen dazu gesetzlich verpflichtet sind. In der Folge sind Menschen mit Behinderung doppelt so häufig und auch länger arbeitslos als Menschen ohne Behinderung. Unternehmen, die über Fachkräftemangel klagen, sollten diese Einstellungspraxis dringend überdenken. Arbeitgeber, die umdenken, finden vielfältige Unterstützungsangebote, wie Lohnkostenzuschüsse, Zuschüsse zur behindertengerechten Ausstattung des Arbeitsplatzes oder Begleitung durch Fachpersonal im Betrieb. Für Arbeitgeber, die nicht umdenken wollen, fordern wir eine deutliche Anhebung der Ausgleichsabgabe.“

Der öffentliche Dienst in Rheinland-Pfalz erfüllt die gesetzliche Beschäftigungsquote mit 5,2 Prozent knapp, liegt mit diesem Wert im Ländervergleich jedoch auf dem letzten Platz, kritisiert Muscheid:

„Das ist ein unhaltbarer Zustand! Wir begrüßen, dass die Landesregierung das Ziel verfolgt, die Beschäftigungsquote auf sechs Prozent auszuweiten. Aber selbst dann läge Rheinland-Pfalz noch weit unter dem bundesdeutschen Schnitt von 6,5 Prozent. Hier wünschen wir uns mehr Ehrgeiz und schnelle Erfolge! Wir unterstützen deshalb die Forderungen des Landesteilhabebeirats nach verbindlichen Zielvereinbarungen in den einzelnen Ressorts der Landesregierung, nach Stellenplänen, die auf Inklusion ausgerichtet sind und nach mehr Information über Fördermöglichkeiten. Dass es auch anders geht, zeigen die Beispiele des Landespreises für beispielhafte Beschäftigung schwerbehinderter Menschen, der in dieser Woche verliehen wurde. Hier wurde die Bezirksverwaltung Mainz der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft ausgezeichnet, in der die Beschäftigungsquote bei 12,3 Prozent liegt.“

Zum Hintergrund:

Der DGB fordert stärkere Anreize für Unternehmen, die gesetzliche Beschäftigungspflicht von fünf Prozent ernst zu nehmen. Dabei sollten vor allem jene Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden, die überhaupt keine schwerbehinderten Menschen beschäftigen. Die gesetzlich vorgesehene Abgabe für ausbleibende Beschäftigung von Menschen mit Behinderung sollte stark angehoben werden (pro fehlendem Arbeitsplatz/Monat):

  • bei einer Beschäftigungsquote von drei bis weniger als fünf Prozent von 125 auf 250 Euro, • bei einer Beschäftigungsquote von zwei bis weniger als drei Prozent von 220 auf 500 Euro,
  • bei einer Beschäftigungsquote von weniger als zwei Prozent von 320 auf 750 Euro.

Rückgang bei den Betriebsgründungen und -aufgaben

Rückgang bei den Betriebsgründungen und -aufgaben

In Rheinland-Pfalz gab es in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres weniger sogenannte Betriebsgründungen, d. h. Gründungen von Betrieben, bei denen eine größere wirtschaftliche Bedeutung vermutet wird. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems ging die Zahl der Betriebsgründungen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres leicht um 0,6 Prozent auf 4.206 zurück.

Zu den Betriebsgründungen zählen alle Neugründungen von Kapital- und Personengesellschaften sowie Neugründungen von Einzelunternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind oder eine Handwerkskarte besitzen bzw. die mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben.

Die meisten Betriebsgründungen gab es wie gewohnt in den Wirtschaftsabschnitten „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (20,7 Prozent aller Betriebsgründungen), mit Abstand gefolgt von den Wirtschaftsabschnitten „Baugewerbe“ (13,4 Prozent) und dem „Gastgewerbe“ (10,6 Prozent).

Regional betrachtet war die Anzahl der Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner in der kreisfreien Stadt Kaiserslautern am höchsten. Dort ergab sich für diese Kenngröße ein Wert von 21,4. Den höchsten Wert unter den Landkreisen erreichte der Landkreis Ahrweiler mit 11,1 Gründungen je 10.000 Einwohner. Die niedrigste Anzahl der Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner war bei den kreisfreien Städten in Neustadt an der Weinstraße und Koblenz (je 10,7) und bei den Landkreisen im Landkreis Kusel (5,0) zu verzeichnen. Im Durchschnitt ist das Niveau in den kreisfreien Städten deutlich höher als das Niveau in den Landkreisen.

Die Zahl der sonstigen Neugründungen lag in den ersten neun Monaten 2019 mit 16.112 leicht über dem Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums (plus 0,9 Prozent). Als sonstige Neugründungen gelten Gründungen von Kleinunternehmen, d. h. von Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag und ohne Handwerkskarte, die zudem keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben. Unter den sonstigen Neugründungen befanden sich 9.313 Gründungen im Nebenerwerb. Insgesamt wurden 24.388 Gewerbe angemeldet; dies waren 0,6 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Die Zahl der Aufgaben von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung (Pendant zu den Betriebsgründungen) ging um 2,2 Prozent auf 3.406 zurück. Die Aufgaben von Kleinunternehmen reduzierten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur leicht um 5,6 Prozent auf 14.597. Insgesamt wurden 22.224 Gewerbe abgemeldet, das waren 4,8 Prozent weniger als in den ersten neun Monaten des Jahres 2018.

Die Daten stammen aus der Gewerbeanzeigenstatistik, die aus den monatlichen Lieferungen der rheinland-pfälzischen Gewerbeämter erstellt wird. Somit werden die Gewerbetreibenden durch die Statistik selbst nicht belastet. Die Gewerbeanzeigenstatistik stellt wichtige Informationen über Existenzgründungen und Stilllegungen bereit. Die Zahlen finden in der Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Strukturpolitik Verwendung und werden verstärkt auch zu Untersuchungen über die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt herangezogen.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Verwaltungsstatistiken)

Konjunktur aktuell; Industrie

Industrieproduktion im Oktober: Leichter Anstieg gegenüber dem Vormonat

Die rheinland-pfälzische Industrieproduktion ist im Oktober 2019 leicht gestiegen. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex um 0,8 Prozent über dem Niveau des Vormonats.

In zwei der drei industriellen Hauptgruppen war die bereinigte Produktion im Oktober höher als im Monat zuvor. In der Konsumgüterindustrie, deren Ausbringung in den vergangenen Monaten besonders stark schwankte, stieg der Güterausstoß um 12,9 Prozent. Die Hersteller von Vorleistungsgütern steigerten ihren Output um zwei Prozent. In der Investitionsgüterindustrie sank die Produktion hingegen um 6,8 Prozent.

Das Minus in der Investitionsgüterproduktion ist auf die schwache Entwicklung der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie zurückzuführen. Der Güterausstoß der Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, die gemessen am Umsatz die zweitgrößte Industriebranche bilden, verringerte sich deutlich um 23,4 Prozent. Der Output der Chemieindustrie, die zur Vorleistungsgüterindustrie zählt und die Branche mit dem höchsten Umsatz ist, fiel dagegen um 4,1 Prozent höher aus als im September. Im Maschinenbau, der zur Investitionsgüterindustrie gehört und unter den Industriebranchen an dritter Stelle steht, stieg die Ausbringung ebenfalls (plus 1,1 Prozent).

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Industrieproduktion stark zurückgegangen (minus 18,3 Prozent). Der Output der Konsumgüterindustrie sank deutlich. Aber auch in der Investitionsgüterindustrie und in der Vorleistungsgüterindustrie war der Güterausstoß geringer als ein Jahr zuvor. Alle drei umsatzstärksten Branchen mussten Produktionseinbußen hinnehmen.

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)

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