Freitag, 16. April 2021

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Zukunft Pflege – Jugendliche zeigen Begeisterung

Was kommt nach der Schule? Welche Optionen bietet der Arbeitsmarkt und wie finde ich heraus, was zu mir passt? Diese Fragestellungen beschäftigen auch die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule (FOS) Hachenburg. Im Rahmen einer Exkursion, die die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Westerwaldkreises (wfg) seit 2012 anbietet, konnte die 14-köpfige Gruppe in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule der Katharina Kasper Gruppe in Dernbach und im Seniorenzentrum Bethesda in Höhr-Grenzhausen sich einen Eindruck von Pflegeberufen in der Praxis machen.

„Der Pflegenachwuchs fehlt, es besteht eine angespannte Situation auf dem Pflegemarkt. Die Aufgabe ist es, junge Menschen zu motivieren und die positiven Aspekte der Pflegeberufe hervorzuheben“, freut sich Siegfried Oberender, Leiter der Schule für Pflegeberufe in Dernbach, über das bereits vorhandene Interesse der Jugendlichen, die an der FOS Hachenburg den Fachbereich Pflege gewählt haben.

Direkt zu Beginn des Besuches wurde über ein wichtige Veränderung, die ab Januar 2020 in Kraft tritt, informiert: die bisherigen Berufsausbildungen der Altenpflege, der Gesundheits – und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege werden zu einer generalistischen Ausbildung mit dem Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ bzw. „Pflegefachmann“ zusammengeführt.

In Anschluss hatten die Jugendlichen an mehreren Stationen die Gelegenheit mit praktischen Übungen den Arbeitsalltag zu erkunden. Von Hygiene, dem Umgang mit dem Atmungsgerät, zur stabilen Seitenlage, bis hin zu verschiedenen Sinneserfahrungen und Entspannungstechniken, konnte alles ausprobiert werden. Die aktuellen Auszubildenden der Pflegschule standen den interessierten Gästen kompetent zur Seite und erzählten mit Begeisterung von ihren Erfahrungen.

Wie solche Erfahrungen aussehen können, erlebte die Gruppen danach hautnah im Seniorenzentrum Bethesda in Höhr-Grenzhausen. Alle Angebote der Einrichtung, von Heimplätzen über vollstationäre Pflege bis zu  Kurzzeitpflegeplätzen stehen hier unter der Überschrift 

Dem Nächsten begegnen“.

„So eng mit Menschen zu arbeiten und so viel zurück zu bekommen, das hat mich in meinem Praktikum begeistert und meine Einstellung zu Pflegeberufen verändert“, begründet ein Teilnehmer seine Entscheidung für den Berufszweig.

Bei der Vorstellung der vielfältigen Einsatzbereiche im Seniorenzentrum Bethesda wurde deutlich, dass Pflegeeinrichtungen unterschiedliche Karrierechance und Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Auch hier wurde der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften und Auszubildenden betont.

Den Jugendlichen wurde mit auf den Weg gegeben, wie sehr sie in der Pflege gebraucht werden und dass sie ein wichtiger Teil in einem Team und in der Gesellschaft sein können.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwaldkreis mbH (www.wfg-ww.de) , bietet diese Exkursionen in jedem Schuljahr an. Interessierte Gastgeber können sich gerne an Beate Bolling, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Tel.: 02602 124-588, wenden.

Weitere Informationen zur neuen Pflegeausbildung unter: https://www.pflegeausbildung.net/

Tourismus: Kein Zuwachs bei den Gästen, leichtes Plus bei den Übernachtungen

Die rheinland-pfälzischen Tourismusbetriebe verzeichneten bis September eine leichte Zunahme der Übernachtungszahlen (plus ein Prozent) bei unverändertem Gästeaufkommen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems buchten in den ersten drei Quartalen 7,78 Millionen Gäste insgesamt 20,33 Millionen Übernachtungen.

Tourismusregionen

Sieben der neun Tourismusregionen verzeichneten ein höheres Übernachtungsaufkommen, wobei die Regionen Ahr und Naheland mit einem Zuwachs von 4,3 bzw. 3,9 Prozent an der Spitze lagen. Dahinter folgte die Region Rheinhessen mit einem Plus von 3,6 Prozent. Die Gästezahlen stiegen in drei der neun Regionen; die Spannweite der Veränderung lag zwischen Plus 4,6 Prozent in der Region Rheinhessen und Minus 7,1 Prozent im Hunsrück.

Betriebsarten

Rund die Hälfte der elf touristischen Betriebsarten verzeichnete Gäste- und Übernachtungszuwächse. Die Hotels garnis verbuchten beim Gäste- und Übernachtungsaufkommen gegenüber dem Vorjahreszeitraum den größten Zuwachs (jeweils plus 13 Prozent). Den stärksten Rückgang beim Gästeaufkommen verzeichneten die Vorsorge- und Rehabilitationskliniken mit einem Minus von 5,6 Prozent, beim Übernachtungsaufkommen verbuchten die Privatquartiere den größten Rückgang (minus 4,7 Prozent).

Herkunft

Von Januar bis September 2019 übernachteten 6,08 Millionen Gäste aus dem Inland in Rheinland-Pfalz (plus 0,1 Prozent). Die Zahl ihrer Übernachtungen stieg um 1,2 Prozent auf 15,51 Millionen. Aus dem Ausland kamen 1,7 Millionen Besucherinnen und Besucher (minus 0,4 Prozent), die 4,82 Millionen Übernachtungen buchten (plus 0,5 Prozent).

Die Ergebnisse basieren auf der monatlichen Befragung aller Beherbergungsbetriebe mit zehn und mehr Fremdenbetten, der Betreiber von Camping- und Reisemobilplätzen mit zehn und mehr Stellplätzen sowie der Kleinbetriebe in Städten und Gemeinden mit einem Prädikat als Heilbad, Luftkurort, Erholungsort oder Fremdenverkehrsort.

Autorin: Marie-Luise Schmittel (Sachgebiet Handel, Gastgewerbe, Dienstleistungen)

Bauhauptgewerbe im September 2019:

Aufträge niedriger, Umsätze höher als im Vormonat

Das rheinland-pfälzische Bauhauptgewerbe verzeichnete im September 2019 weniger Aufträge und höhere Umsätze als im Vormonat. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes gingen die Auftragseingänge im Vergleich zum August 2019 – kalender- und saisonbereinigt – um 1,1 Prozent zurück. Der baugewerbliche Umsatz erhöhte sich leicht um 0,4 Prozent. Gegenüber den ersten drei Quartalen 2018 verbesserte sich das Ordervolumen um 0,6 Prozent und der Umsatz um 10,8 Prozent.

Auftragseingänge nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum August 2019 stiegen die bereinigten Auftragseingänge im Tiefbau um 4,2 Prozent. Im Hochbau war dagegen ein Rückgang zu verzeichnen (minus 5,7 Prozent). Die höchsten Zuwächse gab es im sonstigen öffentlichen Tiefbau sowie im gewerblichen Hochbau (plus 17,4 bzw. plus 8,2 Prozent). Die stärksten Auftragseinbußen errechnen sich für den Wohnungsbau (minus 22,4 Prozent). Gegenüber den ersten drei Quartalen 2018 wurde im Tiefbau eine Nachfragesteigerung registriert (plus 3,5 Prozent). Im Hochbau ging die Nachfrage dagegen zurück (minus 2,4 Prozent).

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum August 2019 erhöhten sich die bereinigten Erlöse sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau um 0,4 Prozent. Den stärksten Zuwachs gab es im gewerblichen Tiefbau (plus 10,3 Prozent). Im gewerblichen Hochbau verbesserten sich die Erlöse ebenfalls deutlich (plus 7,0 Prozent). In den übrigen Baubereichen blieben die Umsätze hinter dem Vormonatsergebnis zurück. Den stärksten Rückgang verzeichnete der öffentlich Hochbau (minus 10,1 Prozent). Gegenüber den ersten drei Quartalen 2018 zogen die baugewerblichen Umsätze sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau kräftig an (plus 12,6 bzw. plus 9,2 Prozent).

Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird die monatliche Entwicklung der Auftragseingänge sowie des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe insgesamt, in den Teilbereichen Hochbau und Tiefbau sowie in der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber bereitgestellt. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat oder zum jeweiligen Vorjahreszeitraum angegeben. Weitere Erläuterungen

Autor: Thomas Kirschey (Referat Analysen Staat, Soziales)

Umfrage der IHK-Arbeitsgemeinschaft RLP:

Rheinland-pfälzische Wirtschaft nimmt ausländische Fachkräfte in den Fokus

Koblenz/Ludwigshafen/Mainz/Trier, 19. November 2019. Kein Thema bereitet Unternehmen in Rheinland-Pfalz so viel Sorge wie die Fachkräftesicherung. Vor diesem Hintergrund könnten ausländische Fachkräfte eine wichtige Zielgruppe sein, um die Folgen des Fachkräftemangels für die hiesige Wirtschaft abzumildern – das zeigt eine aktuelle Umfrage der vier rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs). Die Umfrageergebnisse stützen sich auf einen repräsentativen Querschnitt der Wirtschaft mit Antworten von mehr als 1.000 Betrieben mit über 200.000 Beschäftigten.

„Die Fachkräftesicherung bleibt Zukunftsthema Nummer 1, wenn es um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit unserer Mitgliedsunternehmen geht. Viele Betriebe nehmen deshalb neue Beschäftigungsgruppen wie beispielsweise ausländische Fachkräfte in den Blick, um ihren Mitarbeiterbedarf zu decken“, erklärt Dirk Michel, Sprecher der IHK-Arbeitsgruppe Fachkräftesicherung Rheinland-Pfalz. Rund 55 Prozent der Unternehmen nennen den Fachkräftemangel als größtes Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung; aktuell kann rund die Hälfte ihre offenen Stellen nicht besetzen. Fast ein Drittel der rheinland-pfälzischen Unternehmen gibt an, in der Vergangenheit bereits ausländische Fachkräfte eingestellt zu haben.

Zahlreiche Betriebe sehen sich derzeit jedoch mit Hürden bei der Einstellung internationaler Mitarbeiter konfrontiert – 31 Prozent werden durch aufwendige und unübersichtliche Prozesse in Bürokratie und Antragsverfahren abgeschreckt. Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) könnte hier Erleichterung schaffen und möglicherweise einen Beitrag dazu leisten, die bestehenden Fachkräftelücken zu schließen: Es wird zum 1. März in Kraft treten und bedeutet eine unkomplizierte rechtliche Grundlage für die Beschäftigung internationaler Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland. „Mit dem neuen FEG fällt nicht nur die Vorrangprüfung weg, sondern die Arbeitsmigration wird auch auf Fachkräfte mit beruflicher Qualifikation ausgeweitet. Der Fachkräftemangel in rheinland-pfälzischen Betrieben könnte dank dieser Regelungen etwas abgefedert werden“, ordnet Sabine Mesletzky, Sprecherin der IHK-Welcome Center Rheinland-Pfalz, die Neuerungen ein.

Allerdings dürfe das Potenzial des FEG nicht durch unnötige Bürokratie verschenkt werden: „Bedarf und Wille seitens der Wirtschaft, ausländische Fachkräfte zu beschäftigen, sind deutlich vorhanden – administrative Strukturen dürfen der Erschließung dieser Zielgruppe nicht im Wege stehen. Die IHKs begrüßen daher eine Zentralisierung der Fallbearbeitung in den Ausländerbehörden“, kommentiert Mesletzky. „Für die erfolgreiche Umsetzung des FEG werden die rheinland-pfälzischen IHKs gerne eng mit den entsprechenden Ministerien und Behörden zusammenarbeiten.“

Dass die Betriebe mit Blick auf die neue Gesetzeslage Unterstützung benötigen, zeigt ein weiteres Ergebnis der IHK-Umfrage. Aktuell geben nur 28 Prozent der Unternehmen an, die Regelungen und Möglichkeiten des FEG zu kennen. Um die rechtlichen Grundlagen zur Beschäftigung von Mitarbeitern aus dem Ausland praxisnah zu vermitteln, bieten die IHKs ihren Mitgliedern eine landesweite Roadshow an:

22.11.2019, 12 Uhr, IHK Koblenz, Koblenz

27.11.2019, 10 Uhr, IHK für Rheinhessen, Mainz

02.12.2019, 14 Uhr, IHK für die Pfalz, Ludwigshafen

16.01.2020, 14 Uhr, IHK Trier, Trier

Daneben unterstützen die Welcome Center der IHKs Unternehmen und interessierte Fachkräfte durch ein breites Beratungsangebot zu Orientierung, Rekrutierung, Willkommenskultur und beruflicher Anerkennung. Dieses Angebot trifft den Bedarf der rheinland-pfälzischen Wirtschaft: 31 Prozent wünschen sich mehr Informationen und Unterstützung bei der Beschäftigung ausländischer Fachkräfte.

Weitere Informationen zur FEG-Roadshow der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz: www.ihk-rlp.de/welcomecenter

Mobilfunkstrategie der Bundesregierung

IHKs fordern mehr Tempo beim Mobilfunkausbau

Koblenz/Ludwigshafen/Mainz/Trier, 18. November 2019. Die Bundesregierung will mit ihrer Mobilfunkstrategie bis 2024 nahezu alle Funklöcher in Deutschland schließen. Über das Sondervermögen Digitale Infrastruktur werden 1,1 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, um flächendeckend ein leistungsfähiges Mobilfunknetz zur Verfügung zu stellen. Für die Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Rheinland-Pfalz ist dieser Schritt überfällig.

„Der Ausbau der Glasfaser- und Mobilfunkinfrastruktur zählt zu den bedeutendsten wirtschaftspolitischen Aufgaben überhaupt. Im Zeitalter von Wirtschaft 4.0 ist es den Unternehmen schlicht nicht mehr vermittelbar, dass leistungsfähige Anbindungen nicht überall selbstverständlich zur Verfügung stehen“, so Arne Rössel, Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. Zwar sind durch die bisherigen Investitionen der Netzbetreiber 98 % der Haushalte mit dem Mobilfunkstandard 4G versorgt, aber nur 67 % der Fläche. „Gerade im ländlichen Raum stellt die vielerorts mangelnde Anbindung an verlässliche Netze ein großes Problem für Unternehmen dar“, so Rössel.

Dafür finanzielle Mittel bereitzustellen, ist aus Sicht der IHKs ein richtiger und entscheidender Ansatz, wenn der Wirtschaftsstandort gestärkt werden soll. Es darf jedoch nicht nur darum gehen, bestehende Lücken im 4G-Netz (LTE) zu schließen. Ziel muss vielmehr ebenso die flächendeckende Versorgung mit leistungsfähiger 5G-Infrastruktur sein. „Wenn wir Leitmarkt für 5G werden wollen, müssen wir jetzt schnell vorankommen. Gerade in der Industrie sind Maschinen- und Anlageninvestitionen stark auf digitale Anwendungen und Automatisierung der Produktion ausgerichtet. Hier dürfen wir im internationalen Vergleich nicht zurückfallen,“ verdeutlicht Arne Rössel die Sicht der Unternehmen.

Diese Herausforderung kann aus Sicht der IHKs nur gemeistert werden, wenn alle Akteure – Netzbetreiber, Bund und Land an einem Strang ziehen. „Das Land Rheinland-Pfalz hat in den vergangenen Monaten wichtige Schritte getan, um alle Player zu vernetzen und unterversorgte Gebiete zu identifizieren. Jetzt ist es entscheidend, dass das Land die Vorlage des Bundes aufnimmt, rasch umsetzt und – wo nötig – eigene Maßnahmen beisteuert“, betont Rössel. Die öffentliche Hand sollte den Netzausbau dadurch unterstützen, dass geeignete Liegenschaften für die Errichtung von Mobilfunkmasten bereitgestellt werden. „Genehmigungsverfahren für den Netzausbau müssen dringend beschleunigt werden“, fordert Rössel: „Sofern hierfür Kompetenzen in den Kommunen aufgebaut werden müssen, sollte dies zügig erfolgen. Wichtig ist es auch, vor Ort die Akzeptanz für die notwendige Errichtung von Mobilfunkmasten zu stärken. Hier kann die geplante Clearingstelle des Landes Rheinland-Pfalz wertvolle Dienste leisten.“

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