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Fragen statt raten – Umfrage für Westerwälder Unternehmen

„Nur wer weiß, wo es hingehen soll, setzt die Segel richtig“ – Unter diesem Motto führt die  Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwaldkreis mbH (WFG) im März 2018 eine Onlineumfrage der Westerwälder Betriebe durch.

Die Themen mit denen sich Unternehmer auseinander setzen müssen sind vielseitig, komplex und oftmals dringlich. Märkte, Anforderungen von Kunden und Fachkräfte verändern sich immer schneller und die gesetzlichen Vorgaben nehmen zu. Die strategische Personalentwicklung von qualifizierter Ausbildung bis zur Weiterbildung und Beschäftigung älterer Arbeitnehmer, die Digitalisierung mit neuen Prozessen und wachsenden Anforderungen an Sicherheit und Datenmanagement, die gewünschte Nachhaltigkeit vom Rohstoff bis zum Endprodukt und  viele weitere kleinere und größere Herausforderung gehören zum Arbeitsalltag der verantwortlichen Unternehmer.

Gemeinsam mit den Partnern in der Region, wie den Kammern und Verbänden, der Kreishandwerkerschaft, der Agentur für Arbeit und Nachbarlandkreisen, werden verschiedene Formen der Unterstützung angeboten. Nur was genau hilft den Betrieben? Was brauchen sie wirklich? Und wie? Die eine Antwort wird es auf diese Frage sicherlich nicht geben, aber „um gute und vor allem passende Angebote machen zu können, ist es wichtig zu wissen, was die Unternehmer von uns erwarten und wo sie sich in welcher Form Unterstützung wünschen. Damit wir falsche Annahmen vermeiden und am Ziel vorbei schießen, fragen wir lieber direkt“, begründet Katharina Schlag, WFG-Geschäftsführerin, diese Aktion. „Erste Gespräche haben gezeigt, dass unser breites Spektrum draußen gar nicht so bekannt ist, wie wir es uns wünschen – daran möchten wir arbeiten und freuen uns über eine starke Beteiligung!“

Über die Internetseite www.wfg-ww.de können Westerwälder Betriebe aller Größen und aus allen Branchen an der Umfragen teilnehmen.

n Rheinland-Pfalz weiden weniger als fünf Prozent der in Deutschland gehaltenen Schafe

Im November 2017 hielten in Rheinland-Pfalz rund 600 landwirtschaftliche Betrieben mit mindestens 20 Schafen insgesamt etwa 68.700 Schafe. Mehr als 70 Prozent der Tiere waren Mutterschafe und gut ein Viertel des Bestandes Lämmer. Milchschafe werden selten gehalten; auf sie entfallen weniger als ein Prozent des Bestandes. Annähernd die Hälfte der Schafe steht in Beständen zwischen 50 und 500 Tieren.

In Deutschland (ohne die Stadtstaaten) gibt es rund 1,6 Millionen Schafe. Die Schafhaltung konzentriert sich auf die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen mit gut der Hälfte des Bestandes. Dagegen lag der Anteil der in Rheinland-Pfalz weidenden Schafe bei unter fünf Prozent.

Als Auswahlgrundlage für die Erhebung dient das Betriebsregister Landwirtschaft. Zur Grundgesamtheit zählen alle landwirtschaftlichen Betriebe mit mindestens 20 Schafen. Zur Aktualisierung der Grundgesamtheit wird u. a. das Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HI-Tier) als Informationsquelle herangezogen.

Seit 2011 ist der Erhebungsstichtag der 3. November. Kleinere Veränderungen des Bestandes an Schafen sind aufgrund stichprobenbedingter Fehler nur bedingt aussagekräftig. Das Ergebnis für den Schafbestand insgesamt liegt mit einer 95-prozentigen Wahrscheinlichkeit in einem Schätzfehlerkorridor von maximal rund 2 700 Tieren.

Autorin: Dr. Birgit Hübbers (Abteilung Landwirtschaft, Umwelt, Energie, Register)

Handwerkskammer Trier: Dieselfahrverbote schaden der Wirtschaft

Die Handwerkskammer (HWK) Trier warnt vor den negativen Folgen von Dieselfahrverboten. Diese würden die Mobilität vieler Unternehmen und Verbraucher erheblich einschränken. Die Fuhrparks der Handwerksbetriebe bestehen zu 80 bis 90 Prozent aus Dieselfahrzeugen. „Die erzwungene Stilllegung fast der gesamten Fahrzeugflotte wäre für viele Handwerksbetriebe existenzbedrohend“, warnt HWK-Geschäftsführer und Verkehrsexperte Dr. Matthias Schwalbach. „Die HWK appelliert deshalb an die Städte und Gemeinden, alles zu tun, um Fahrverbote zu vermeiden.“

Die HWK verlangt, auch die Auswirkungen auf das Kfz-Handwerk und die Autohändler zu berücksichtigen. Viele Händler könnten ihre Dieselfahrzeuge gar nicht mehr oder nur mit hohen Preisabschlägen verkaufen und müssten damit unverschuldet hohe Verluste hinnehmen. „Dazu trägt auch die Unsicherheit bei, dass viele Kunden nicht wissen, ob sie bei der Anschaffung von Dieselfahrzeugen später Nutzungseinschränkungen hinnehmen müssen“, so Schwalbach. „Die HWK fordert die Politik auf, hier schnellstmöglich für Klarheit zu sorgen.“

Die Kammer weist darauf hin, dass es sinnvolle Alternativen zu Fahrverboten gibt – etwa den Ausbau des ÖPNV, die Nachrüstung von Dieselbussen oder die Investition in bessere Verkehrsleitsysteme zur Vermeidung von schadstofferzeugenden Staus. Die HWK sieht die Autoindustrie in der Pflicht, mehr schadstoffarme und für das Handwerk geeignete Transporter auf den Markt zu bringen.

Das Handwerk engagiert sich vor Ort für eine wirkungsvolle Luftreinheitspolitik. So stehen die Kfz-Betriebe für Umrüstmaßnahmen bereit. Die HWK erwarte, so Schwalbach, dass die Autohersteller als Verursacher des Dieselproblems sämtliche Kosten übernehmen: „Es kann nicht sein, dass Handwerker und Verbraucher für die Versäumnisse der Automobilindustrie die Zeche zahlen müssen.“

Dreyer/Bätzing-Lichtenthäler: Berufliche Weiterbildung sichert Wettbewerbsfähigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen im Land ist im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken. Im Februar waren in Rheinland-Pfalz 107.534 Menschen arbeitslos gemeldet, insgesamt rund 130 Menschen weniger als im Januar und rund 10.270 weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,9 Prozent und damit um 0,5 Prozentpunkte niedriger als noch im Februar des vergangenen Jahres.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hob die Bedeutung der beruflichen Weiterbildung für die Wettbewerbsfähigkeit von Fachkräften und Unternehmen in Rheinland-Pfalz hervor: „Berufliche Weiterbildung ist die Grundlage dafür, dass Fachkräfte auf dem neuesten Stand sind: Sie sichert ihre Beschäftigungsfähigkeit und schafft durch eine Höherqualifizierung die Voraussetzungen für einen beruflichen Aufstieg. Gleichzeitig trägt berufliche Weiterbildung entscheidend dazu bei, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhalten. Das gilt auch in Zeiten guter konjunktureller Lage und voller Auftragsbücher", betonte die Ministerpräsidentin.

Wichtig sei daher eine Weiterbildungsstrategie, die sowohl von den Beschäftigten als auch von den Unternehmen getragen werde, sagten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. „Hier setzen die Landesregierung und der Europäische Sozialfonds (ESF) mit dem Weiterbildungsgutschein QualiScheck an: Wer selbst aktiv wird und sich weiterbildet, wird durch einen Zuschuss aus Landesmitteln und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt. Das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie fördert mit dem QualiScheck die Teilnahme von Beschäftigten an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen durch eine Erstattung von 60 Prozent der Weiterbildungskosten.“

„Unser Ziel ist es, einen zusätzlichen Anreiz für Beschäftigte zu setzen, sich beruflich weiterzubilden, um mit den Anforderungen der sich wandelnden Arbeitswelt Schritt zu halten und neue berufliche Perspektiven zu erschließen“ so Bätzing-Lichtenthäler. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung leiste Rheinland-Pfalz damit nicht zuletzt einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit sowie zur Fachkräftesicherung.

Infos zur Inanspruchnahme des QualiSchecks:

Eine individuelle Beratung über die QualiScheck-Förderung ist am 17. März 2018 auf der Rheinland-Pfalz-Ausstellung in Mainz-Hechtsheim (Halle 1, Stand-Nr. 119 - Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung) möglich. Des Weiteren steht die kostenfreie Servicenummer 0800/5 888 432 montags bis donnerstags von 8.00 bis 16.00 Uhr und freitags von 8.00 bis 13.00 Uhr zur Verfügung. Weitere Informationen zum QualiScheck erhalten Sie auf der Webseite www.qualischeck.rlp.de.

Vieh- und Fleischtag

Nutztierhaltungsstrategie und die Zukunft der Tierhaltung in Deutschland

Koblenz. „Die Nutztierhaltung in Deutschland und Rheinland-Pfalz befindet sich auf einem hohen Niveau, sowohl hinsichtlich des Tierwohls als auch der Hygiene und des Verbraucherschutzes“, erklärt der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, während des 25. Vieh- und Fleischtages in Koblenz. Deutschland sei weltweit eine der führenden Nationen im Tier- und Verbraucherschutz. Unabhängig von den vorhandenen hohen gesetzlichen Standards, die in vielen Teilen der Welt nicht annährend erreicht würden, hätten der bäuerliche Berufsstand und der Lebensmitteleinzelhandel über die Initiative Tierwohl Entwicklungen angestoßen, die deutlich über die gesetzlichen Vorgaben hinausgingen. Mit der Nutztierhaltungsstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft würden diese vielfältigen Aktivitäten positiv unterstützt. Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket hätten Verbesserungen der Haltungsbedingungen für landwirtschaftliche Nutztiere erreicht werden können, wie beispielsweise das Verbot nicht ausgestalteter Käfige bei Legehennen, der Verzicht auf Schnabelkupieren bei Legehennen oder die Einführung der Gruppenhaltung von Sauen im Wartebereich. Auch die Anbindehaltung bei den Milchkühen sei in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen und werde bald gänzlich verschwunden sein.

Horper macht deutlich, dass eine tierfreundliche Landwirtschaft allerdings nur möglich sei, wenn man hier in Deutschland erfolgreich wirtschaften könnte. Hierfür sei eine verlässliche Fortführung der gemeinsamen Agrarpolitik auch nach 2020 notwendig. Ohne die gesellschaftliche Unterstützung der Landwirtschaft würden Strukturen, wie sie in Rheinland-Pfalz vorherrschten, zerstört. Die gemeinsame Agrarpolitik müsse die Einkommenserzielung der Landwirte auf effiziente Weise unterstützen und damit die Bewirtschaftung der ländlichen Gebiete und somit auch der Grünlandregionen sichern. Horper fordert daher die Politik auf, die bäuerlichen Familienbetriebe zu stärken und die sogenannten Greeningauflagen praxistauglich weiterzuentwickeln. Gerade die Milch- und Fleischmärkte zeigten, dass die Preise und somit die Erlöse für die Betriebe extrem stark schwanken würden. Direktzahlungen hätten hingegen einen stabilisierenden Effekt. Sie seien daher auf dem bisherigen Niveau fortzuführen.

Gerade die Diskussion um die Düngeverordnung zeige, welche Auswüchse die Bürokratie in der Landwirtschaft annehme. Der aktuelle Umfang an Vorschriften und Kontrollen sei kaum mehr zu leisten. Es müsse daher mehr Toleranzen und Flexibilitäten bei den Kontrollen geben. Ambitionierte Ziele seien sowohl in Tier- als auch im Klimaschutz notwendig und geboten. Umso wichtiger seien Ausgleichsmaßnahmen, die den Landwirten Planungs- und Investitionssicherheit für die Zukunft ihrer Betriebe garantieren würden. Die gemeinsame europäische Agrarpolitik sei ein wichtiger Pfeiler der Europäischen Union. Sie dürfe nicht zum Steinbruch der Mitgliedsstaaten oder der Regionen werden. Daher dürfe die Finanzierung der Direktzahlungen nicht in Frage gestellt werden. Eine Renationalisierung würde zudem im gemeinsamen Markt zu neuen Wettbewerbsverzerrungen führen, was letztlich nicht im Sinne des Tierwohles wäre.

Der 25. Vieh- und Fleischtag in Rheinland-Pfalz informiert über die Entwicklungen beim Tierwohl sowie über die marktwirtschaftlichen Anforderungen.

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