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Umfrage der IHK-Arbeitsgemeinschaft RLP:

Rheinland-pfälzische Wirtschaft nimmt ausländische Fachkräfte in den Fokus

Koblenz/Ludwigshafen/Mainz/Trier, 19. November 2019. Kein Thema bereitet Unternehmen in Rheinland-Pfalz so viel Sorge wie die Fachkräftesicherung. Vor diesem Hintergrund könnten ausländische Fachkräfte eine wichtige Zielgruppe sein, um die Folgen des Fachkräftemangels für die hiesige Wirtschaft abzumildern – das zeigt eine aktuelle Umfrage der vier rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs). Die Umfrageergebnisse stützen sich auf einen repräsentativen Querschnitt der Wirtschaft mit Antworten von mehr als 1.000 Betrieben mit über 200.000 Beschäftigten.

„Die Fachkräftesicherung bleibt Zukunftsthema Nummer 1, wenn es um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit unserer Mitgliedsunternehmen geht. Viele Betriebe nehmen deshalb neue Beschäftigungsgruppen wie beispielsweise ausländische Fachkräfte in den Blick, um ihren Mitarbeiterbedarf zu decken“, erklärt Dirk Michel, Sprecher der IHK-Arbeitsgruppe Fachkräftesicherung Rheinland-Pfalz. Rund 55 Prozent der Unternehmen nennen den Fachkräftemangel als größtes Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung; aktuell kann rund die Hälfte ihre offenen Stellen nicht besetzen. Fast ein Drittel der rheinland-pfälzischen Unternehmen gibt an, in der Vergangenheit bereits ausländische Fachkräfte eingestellt zu haben.

Zahlreiche Betriebe sehen sich derzeit jedoch mit Hürden bei der Einstellung internationaler Mitarbeiter konfrontiert – 31 Prozent werden durch aufwendige und unübersichtliche Prozesse in Bürokratie und Antragsverfahren abgeschreckt. Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) könnte hier Erleichterung schaffen und möglicherweise einen Beitrag dazu leisten, die bestehenden Fachkräftelücken zu schließen: Es wird zum 1. März in Kraft treten und bedeutet eine unkomplizierte rechtliche Grundlage für die Beschäftigung internationaler Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland. „Mit dem neuen FEG fällt nicht nur die Vorrangprüfung weg, sondern die Arbeitsmigration wird auch auf Fachkräfte mit beruflicher Qualifikation ausgeweitet. Der Fachkräftemangel in rheinland-pfälzischen Betrieben könnte dank dieser Regelungen etwas abgefedert werden“, ordnet Sabine Mesletzky, Sprecherin der IHK-Welcome Center Rheinland-Pfalz, die Neuerungen ein.

Allerdings dürfe das Potenzial des FEG nicht durch unnötige Bürokratie verschenkt werden: „Bedarf und Wille seitens der Wirtschaft, ausländische Fachkräfte zu beschäftigen, sind deutlich vorhanden – administrative Strukturen dürfen der Erschließung dieser Zielgruppe nicht im Wege stehen. Die IHKs begrüßen daher eine Zentralisierung der Fallbearbeitung in den Ausländerbehörden“, kommentiert Mesletzky. „Für die erfolgreiche Umsetzung des FEG werden die rheinland-pfälzischen IHKs gerne eng mit den entsprechenden Ministerien und Behörden zusammenarbeiten.“

Dass die Betriebe mit Blick auf die neue Gesetzeslage Unterstützung benötigen, zeigt ein weiteres Ergebnis der IHK-Umfrage. Aktuell geben nur 28 Prozent der Unternehmen an, die Regelungen und Möglichkeiten des FEG zu kennen. Um die rechtlichen Grundlagen zur Beschäftigung von Mitarbeitern aus dem Ausland praxisnah zu vermitteln, bieten die IHKs ihren Mitgliedern eine landesweite Roadshow an:

22.11.2019, 12 Uhr, IHK Koblenz, Koblenz

27.11.2019, 10 Uhr, IHK für Rheinhessen, Mainz

02.12.2019, 14 Uhr, IHK für die Pfalz, Ludwigshafen

16.01.2020, 14 Uhr, IHK Trier, Trier

Daneben unterstützen die Welcome Center der IHKs Unternehmen und interessierte Fachkräfte durch ein breites Beratungsangebot zu Orientierung, Rekrutierung, Willkommenskultur und beruflicher Anerkennung. Dieses Angebot trifft den Bedarf der rheinland-pfälzischen Wirtschaft: 31 Prozent wünschen sich mehr Informationen und Unterstützung bei der Beschäftigung ausländischer Fachkräfte.

Weitere Informationen zur FEG-Roadshow der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz: www.ihk-rlp.de/welcomecenter

Mobilfunkstrategie der Bundesregierung

IHKs fordern mehr Tempo beim Mobilfunkausbau

Koblenz/Ludwigshafen/Mainz/Trier, 18. November 2019. Die Bundesregierung will mit ihrer Mobilfunkstrategie bis 2024 nahezu alle Funklöcher in Deutschland schließen. Über das Sondervermögen Digitale Infrastruktur werden 1,1 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, um flächendeckend ein leistungsfähiges Mobilfunknetz zur Verfügung zu stellen. Für die Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Rheinland-Pfalz ist dieser Schritt überfällig.

„Der Ausbau der Glasfaser- und Mobilfunkinfrastruktur zählt zu den bedeutendsten wirtschaftspolitischen Aufgaben überhaupt. Im Zeitalter von Wirtschaft 4.0 ist es den Unternehmen schlicht nicht mehr vermittelbar, dass leistungsfähige Anbindungen nicht überall selbstverständlich zur Verfügung stehen“, so Arne Rössel, Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. Zwar sind durch die bisherigen Investitionen der Netzbetreiber 98 % der Haushalte mit dem Mobilfunkstandard 4G versorgt, aber nur 67 % der Fläche. „Gerade im ländlichen Raum stellt die vielerorts mangelnde Anbindung an verlässliche Netze ein großes Problem für Unternehmen dar“, so Rössel.

Dafür finanzielle Mittel bereitzustellen, ist aus Sicht der IHKs ein richtiger und entscheidender Ansatz, wenn der Wirtschaftsstandort gestärkt werden soll. Es darf jedoch nicht nur darum gehen, bestehende Lücken im 4G-Netz (LTE) zu schließen. Ziel muss vielmehr ebenso die flächendeckende Versorgung mit leistungsfähiger 5G-Infrastruktur sein. „Wenn wir Leitmarkt für 5G werden wollen, müssen wir jetzt schnell vorankommen. Gerade in der Industrie sind Maschinen- und Anlageninvestitionen stark auf digitale Anwendungen und Automatisierung der Produktion ausgerichtet. Hier dürfen wir im internationalen Vergleich nicht zurückfallen,“ verdeutlicht Arne Rössel die Sicht der Unternehmen.

Diese Herausforderung kann aus Sicht der IHKs nur gemeistert werden, wenn alle Akteure – Netzbetreiber, Bund und Land an einem Strang ziehen. „Das Land Rheinland-Pfalz hat in den vergangenen Monaten wichtige Schritte getan, um alle Player zu vernetzen und unterversorgte Gebiete zu identifizieren. Jetzt ist es entscheidend, dass das Land die Vorlage des Bundes aufnimmt, rasch umsetzt und – wo nötig – eigene Maßnahmen beisteuert“, betont Rössel. Die öffentliche Hand sollte den Netzausbau dadurch unterstützen, dass geeignete Liegenschaften für die Errichtung von Mobilfunkmasten bereitgestellt werden. „Genehmigungsverfahren für den Netzausbau müssen dringend beschleunigt werden“, fordert Rössel: „Sofern hierfür Kompetenzen in den Kommunen aufgebaut werden müssen, sollte dies zügig erfolgen. Wichtig ist es auch, vor Ort die Akzeptanz für die notwendige Errichtung von Mobilfunkmasten zu stärken. Hier kann die geplante Clearingstelle des Landes Rheinland-Pfalz wertvolle Dienste leisten.“

Parität in allen Ämtern in einer geschwisterlichen Kirche

Trier. Der Diözesanverband der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Bistum Trier unterstützt die Initiative „Maria 2.0“ sowie die Aktionen der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) „JA zur geschlechtergerechten Kirche!“ und des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) „Maria, schweige nicht!“.

Als erster Diözesanverband der KAB Deutschlands e.V. hat die KAB im Bistum Trier 1996 das paritätische Prinzip auf allen Vorstandsebenen in ihren Satzungen verankert.

Wir glauben, dass dieses Prinzip der gesamten Kirche gut tut!

Wir befürworten die Parität für alle kirchlichen Ämter nicht einfach nur, um Frauen in diese Ämter zu bringen, sondern um der Kirche die Möglichkeit zu geben sich aus deutlich mehr Charismen zu entwickeln, zu erneuern, ihrem göttlichen Auftrag in der Welt gerechter zu werden und den Menschen näher zu sein.

Wir erwarten, dass mit der Zulassung und Beteiligung von Frauen am Weiheamt sowohl der Abbau steiler männerdominierter Hierarchien einhergeht, als auch die Vertuschung von sexuellem Missbrauch in der Kirche eingedämmt wird.

Eine Kirche, die geschlechtergerecht von Frauen und Männern auf Augenhöhe gestaltet und repräsentiert wird kann der Glaubensweitergabe nur dienlich sein und wird in der Welt von heute mit Sicherheit glaubhafter erscheinen und sein!

Rheinland-pfälzische IHKs ehren Landesbeste der Höheren Berufsbildung

Mainz, 14. November 2019. Sie haben sich kürzlich zu IndustriemeisterInnen, FachwirtInnen, Fachkaufleuten und BetriebswirtInnen weitergebildet – und gehören zu den Landesbesten ihrer Bildungsgänge: 34 Absolventinnen und Absolventen der Höheren Berufsbildung hat die Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) gemeinsam mit Staatssekretärin Daniela Schmitt am Mittwoch bei einer Feierstunde im Frankfurter Hof in Mainz geehrt.

„Mit Ihrer Leistung geben Sie ein leuchtendes Beispiel für alle, die nach einer beruflichen Karriere durch Aufstiegsfortbildung streben. Sie haben vorgemacht, wie man mit Disziplin, Motivation und Durchhaltevermögen einen wichtigen Grundstein für die berufliche Karriere legen kann“, wandte sich Dr. Engelbert Günster, Präsident der IHK Rheinhessen, an die Geehrten. „Mit dieser Feier wollen wir ein Zeichen für die Unternehmen, die Politik und nicht zuletzt die Öffentlichkeit setzen, dass Weiterbildung eine Win-win-Situation für Mitarbeiter und Betriebe ist und dass höhere Berufsbildung als Baustein der Fachkräftesicherung auch einen Standortvorteil darstellt.“

Günster und Schmitt übergaben 15 Absolventinnen und 19 Absolventen in 30 verschiedenen Fachrichtungen ihre Auszeichnungen als „Landesbeste“. Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt würdigte ihren Erfolg: „Mit überdurchschnittlichem Einsatz haben Sie überdurchschnittliche Leistungen erbracht. Wir werden Sie bald in neuen Rollen wiederfinden: Sie werden selbst ausbilden, Sie werden Leitungsfunktionen in Unternehmen übernehmen oder Sie werden den Weg in die Selbstständigkeit gehen. Mit Ihrem Abschluss werden Sie künftig die rheinland-pfälzische Wirtschaft und ihre Unternehmen durch Ihr Know-how und mit Ihrem Engagement bereichern.“

Comedian Christian „Chako“ Habekost führte durch das Programm; musikalisch untermalt wurde die Landesbesten-Ehrung von der Band AmoKoma.

Jedes Jahr legen in Rheinland-Pfalz etwa 1.600 Frauen und Männer ihre Prüfungen der Höheren Berufsbildung vor den Ausschüssen der vier IHKs ab. Vorausgegangen sind meist eine erfolgreiche duale Berufsausbildung sowie eine mehrjährige Teilnahme an den Vorbereitungslehrgängen. Die Abschlussprüfungen sind bundeseinheitlich und damit deutschlandweit vergleichbar – ein Alleinstellungsmerkmal der beruflichen Bildung, das es in dieser Form beispielsweise im akademischen Bereich nicht gibt.

Einzelhandel setzte in den ersten drei Quartalen mehr um

Der rheinland-pfälzische Einzelhandel setzte von Januar bis September 2019 mehr um als im Vorjahreszeitraum. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems waren die Umsätze real, also um Preisveränderungen bereinigt, um 2,5 Prozent höher als von Januar bis September 2018. Nominal, also zu jeweiligen Preisen, stiegen die Erlöse um 3,3 Prozent. Deutschlandweit legten die Einzelhandelsumsätze preisbereinigt um 4,2 Prozent zu (nominal: plus 4,8 Prozent).

Umsatzentwicklung nach Wirtschaftszweigen

Die Umsatzentwicklung verlief in den verschiedenen Bereichen des Einzelhandels durchweg positiv. Der umsatzstärkste Bereich ist der „Einzelhandel mit sonstigen Haushaltsgeräten, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf“. In diesem Handelssegment lagen die preisbereinigten Umsätze in den ersten drei Quartalen 2019 um 3,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Im zweitgrößten Bereich, dem „Einzelhandel mit sonstigen Gütern“, zu denen Bekleidung, Schuhe und Lederwaren zählen, erhöhten sich die Erlöse real um 2,8 Prozent. Um 1,5 Prozent stiegen die Umsätze im „Einzelhandel mit Waren verschiedener Art“, zu dem Supermärkte, SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte gehören. Der Handel mit Verlagsprodukten, Sportausrüstungen und Spielwaren setzte real 5,6 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor. Im Handel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik stiegen die Umsätze preisbereinigt um 7,3 Prozent an.

Beschäftigung

Die Zahl der Beschäftigten im Einzelhandel lag in den ersten neun Monaten 2019 um 0,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Bei den Vollzeitbeschäftigten gab es keine Veränderung; die Zahl der Teilzeitbeschäftigten erhöhte sich um ein Prozent.
Die Daten stammen aus der monatlichen Stichprobenerhebung bei ausgewählten Einzelhandelsunternehmen in Rheinland-Pfalz. Durch das Handelsstatistikgesetz wird die Zahl der zu befragenden Einheiten auf höchstens 8,5 Prozent aller Unternehmen begrenzt. Die Angaben für Filialbetriebe von Einzelhandelsketten mit Sitz in einem anderen Bundesland sind in den Ergebnissen enthalten.

Die Einzelhandelsmesszahlen werden in fünfjährigem Abstand auf ein neues Basisjahr umgestellt. Ab der Veröffentlichung der Ergebnisse für den Berichtsmonat Januar 2018 beziehen sich alle Daten der Einzelhandelsstatistik nun auf das neue Basisjahr 2015 (zuvor 2010).

Autorin: Marie-Luise Schmittel (Sachgebiet Handel, Gastgewerbe, Dienstleistungen)

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