Sonntag, 24. März 2019

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Teuerungsrate im Dezember bei plus 1,8 Prozent

Inflationsrate im Jahresdurchschnitt bei 1,9 Prozent

Die Teuerungsrate ist im Dezember 2018 deutlich gesunken. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex um 1,8 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats. Im November 2018 hatte die Inflationsrate plus 2,5 Prozent betragen.

Energie war im Dezember 2018 wesentlich teurer als im Vorjahresmonat (plus fĂŒnf Prozent). Der Grund dafĂŒr sind starke Preissteigerungen bei Mineralölprodukten (plus 10,7 Prozent). Sowohl die Preise fĂŒr Heizöl als auch die Kraftstoffpreise zogen merklich an (plus 14,3 Prozent bzw. plus 9,7 Prozent). Die Umlage fĂŒr Zentralheizung und FernwĂ€rme stieg um 3,4 Prozent; die Strompreise nahmen dagegen nur leicht zu (plus 0,5 Prozent). Gas war um 1,3 Prozent billiger als im Dezember 2017.

AbgeschwĂ€cht hat sich der Anstieg der Nahrungsmittelpreise. Sie waren im Dezember um 0,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Deutliche PreisrĂŒckgĂ€nge gab es bei Obst (minus 5,2 Prozent). So waren Äpfel um 19,2 Prozent billiger als im Vorjahresmonat. KrĂ€ftige Preissteigerungen waren hingegen bei GemĂŒse zu verzeichnen (plus 7,2 Prozent). Tiefer in die Tasche greifen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher unter anderem beim Kauf von Kartoffeln, die sich um 27,2 Prozent verteuerten.

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, blieb unverÀndert. Sie lag im Dezember wie im November bei 1,6 Prozent.

Elf der zwölf Hauptgruppen verzeichneten Preissteigerungen gegenĂŒber Dezember 2017. Am stĂ€rksten fiel der Anstieg in der Hauptgruppe „Verkehr“ mit plus 4,2 Prozent aus, was insbesondere auf die deutliche Erhöhung der Kraftstoffpreise zurĂŒckzufĂŒhren ist. Die Preise fĂŒr Beherbergungs- und GaststĂ€ttendienstleistungen zogen ebenfalls merklich an (plus 2,6 Prozent). Dahinter folgten die Bereiche „Bildungswesen“ sowie „Alkoholische GetrĂ€nke und Tabakwaren“ mit jeweils plus 2,5 Prozent. In der Hauptgruppe „NachrichtenĂŒbermittlung“ lagen die Preise unter dem Niveau des Vorjahresmonats (minus 0,7 Prozent).

VerĂ€nderungen gegenĂŒber November 2018

GegenĂŒber dem Vormonat blieb der Verbraucherpreisindex im Dezember 2018 konstant. Drei der zwölf Hauptgruppen verzeichneten Preissteigerungen. Deutlich mehr bezahlen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher fĂŒr Waren und Dienstleistungen im Bereich „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ (plus 5,3 Prozent; darunter Pauschalreisen plus 22,9 Prozent). In fĂŒnf Hauptgruppen lag das Preisniveau unter dem des Vormonats. Die stĂ€rksten RĂŒckgĂ€nge gab es bei Bekleidung und Schuhen sowie in der Hauptgruppe „Verkehr“ (jeweils minus 2,1 Prozent). Im Bereich „Verkehr“ war die Preissenkung insbesondere auf den kurzfristigen RĂŒckgang der Kraftstoffpreise zurĂŒckzufĂŒhren (minus 7,9 Prozent).

Entwicklung der Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt 2018

Im Jahresdurchschnitt waren die Verbraucherpreise 2018 um 1,9 Prozent höher als 2017. Damit entspricht die Teuerungsrate fĂŒr Rheinland-Pfalz dem Zielwert der EuropĂ€ischen Zentralbank, die fĂŒr den Euroraum mittelfristig eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent anstrebt. In den vergangenen Jahren war die Teuerung schwĂ€cher ausgefallen; 2018 war der höchste Preisniveauanstieg seit 2012 zu verzeichnen. Am stĂ€rksten verteuerten sich Waren und Dienstleistungen im Bereich „Verkehr“ (plus 3,5 Prozent). Ein wesentlicher Grund dafĂŒr ist die Erhöhung der Kraftstoffpreise, die im Jahresdurchschnitt 2018 um acht Prozent höher waren als im Jahr zuvor. Auch die Preise fĂŒr alkoholische GetrĂ€nke und Tabakwaren zogen spĂŒrbar an (plus 3,4 Prozent). FĂŒr Waren und Dienstleistungen des Bildungswesens sowie fĂŒr Beherbergungs- und GaststĂ€ttendienstleistungen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher ebenfalls tiefer in die Tasche greifen (plus 2,5 bzw. plus 2,4 Prozent). In zwei der zwölf Hauptgruppen sank das Preisniveau: Waren und Dienstleistungen der Hauptgruppe „NachrichtenĂŒbermittlung“ verbilligten sich um 0,6 Prozent. Die Preise fĂŒr Bekleidung und Schuhe fielen 2018 im Jahresdurchschnitt ebenfalls etwas niedriger aus als 2017 (minus 0,2 Prozent).

Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche PreisverĂ€nderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten fĂŒr Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in elf rheinland-pfĂ€lzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. KaufhĂ€user) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die PreisverĂ€nderungen von 600 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die PreisverĂ€nderungen werden gemĂ€ĂŸ der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte zukommt (sog. WĂ€gungsschema), im Preisindex berĂŒcksichtigt. Die VerĂ€nderung des VPI gegenĂŒber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergĂ€nzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte GĂŒter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist GĂŒter mit erfahrungsgemĂ€ĂŸ stark schwankenden Preisen. Hier wird der Gesamtindex ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.

Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat Dezember 2018 enthĂ€lt vorlĂ€ufige Ergebnisse. Sofern bis zum 10. Januar 2019 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgĂŒltig anzusehen.

Hinweis: Revision des Verbraucherpreisindex fĂŒr Deutschland
Der Verbraucherpreisindex wird in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden einer Revision unterzogen und auf ein neues Basisjahr umgestellt. Mit dem Berichtsmonat Januar 2019 erfolgt die Umstellung von der Basis 2010 auf das Basisjahr 2015. Dabei werden die VPI-Ergebnisse rĂŒckwirkend ab Januar 2015 neu berechnet.

Bitte merken Sie sich folgenden Veröffentlichungstermin vor:
21. Februar 2019 EndgĂŒltiges Ergebnis fĂŒr Januar 2019 sowie alle neu berechneten VPI-Ergebnisse ab Januar 2015 auf neuer Basis 2015

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt, Verdienste / Preise)

Bauhauptgewerbe im Oktober 2018: UmsÀtze höher, AuftrÀge niedriger als im Vormonat

Das rheinland-pfĂ€lzische Bauhauptgewerbe verzeichnete im Oktober 2018 weniger AuftrĂ€ge und höhere UmsĂ€tze als im September. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes lagen die AuftragseingĂ€nge – kalender- und saisonbereinigt – um 10,0 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Der baugewerbliche Umsatz verbesserte sich um 5,2 Prozent. GegenĂŒber den ersten zehn Monaten 2017 nahm das Ordervolumen um 9,1 Prozent zu, der Umsatz stieg um 8,8 Prozent.

AuftragseingÀnge nach Bauart und Auftraggeber

Im Oktober 2018 verringerten sich die bereinigten AuftragseingĂ€nge sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau (minus 15,2 bzw. minus 5,5 Prozent). Nach dem sprunghaften Anstieg im September errechnen sich fĂŒr den öffentlichen Hochbau krĂ€ftige Auftragseinbußen (minus 87 Prozent). Aber auch der Straßenbau sowie der gewerbliche Hochbau verzeichneten deutliche RĂŒckgĂ€nge (minus 10,8 bzw. minus 9,3 Prozent). Dagegen ĂŒbertraf die Nachfrage im Wohnungsbau sowie im gewerblichen Tiefbau das Vormonatsergebnis (plus 11,1 bzw. plus 2,4 Prozent). GegenĂŒber den ersten zehn Monaten 2017 wurden sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau mehr AuftragseingĂ€nge registriert (plus 12,1 bzw. plus 5,8 Prozent).

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber

Im Oktober 2018 erhöhten sich die bereinigten Erlöse sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau um 5,1 Prozent. Mit Ausnahme des leichten RĂŒckgangs im öffentlichen Hochbau (minus 0,2 Prozent), konnten alle Baubereiche ihren Umsatz steigern. Den höchsten Zuwachs verzeichnete der sonstige öffentliche Tiefbau (plus 10,7 Prozent). Im gewerblichen Hochbau sowie im gewerblichen Tiefbau wurden ebenfalls ĂŒberdurchschnittliche Steigerungen registriert (plus 8,1 bzw. plus 7,5 Prozent). GegenĂŒber den ersten zehn Monaten 2017 erhöhten sich die baugewerblichen UmsĂ€tze sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau (plus 9,6 bzw. plus 8,0 Prozent).


Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird die monatliche Entwicklung der AuftragseingÀnge sowie des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe insgesamt, in den Teilbereichen Hochbau und Tiefbau sowie in der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber bereitgestellt. Um kurzfristige VerÀnderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte mit dem jeweiligen Vormonat. ErgÀnzend werden die VerÀnderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat oder zum jeweiligen Vorjahreszeitraum angegeben. Weitere ErlÀuterungen

Autor: Thomas Kirschey (Referat Analysen Staat, Soziales)

Bruttoinlandsprodukt wÀchst im dritten Quartal um 0,7 Prozent

Im dritten Quartal 2018 ist die rheinland-pfĂ€lzische Wirtschaft wieder deutlich stĂ€rker gewachsen. Nach vorlĂ€ufigen, indikatorgestĂŒtzten Berechnungen des Statistischen Landesamtes stieg das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2018 gegenĂŒber dem Vorquartal preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Wirtschaftsleistung im Land um 2,1 Prozent.

Das Wirtschaftswachstum wurde gleichermaßen von der Industrie und von den Dienstleistern getragen. Sowohl im Verarbeitenden Gewerbe als auch in den Dienstleistungsbereichen legte die Bruttowertschöpfung gegenĂŒber dem zweiten Quartal 2018 preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,8 Prozent zu. Im Baugewerbe stagnierte hingegen die Wertschöpfung im Vergleich mit dem Vorquartal.
Die Entwicklung der kalender- und saisonbereinigten UmsĂ€tze im Verarbeitenden Gewerbe zeigt, dass das Wachstum in diesem Bereich durch eine Sonderentwicklung bei den KonsumgĂŒterproduzenten bedingt ist, deren Erlöse krĂ€ftig stiegen. In der Vorleistungs- und in der InvestitionsgĂŒterindustrie, denen auch die drei grĂ¶ĂŸten Industriebranchen im Land angehören, gingen die UmsĂ€tze hingegen zurĂŒck. Die bereinigte Wertschöpfung im Baugewerbe stagnierte trotz höherer UmsĂ€tze sowohl im Bauhauptgewerbe als auch im Ausbaugewerbe.
Die Zunahme der Wertschöpfung im Dienstleistungssektor steht auf einer breiten Basis. Dies zeigen die fast durchgehend steigenden Umsatzzahlen aus den einzelnen Branchen dieses Bereichs. Beispielsweise wuchsen die Erlöse im Großhandel preis-, kalender- und saisonbereinigt um 2,5 Prozent gegenĂŒber dem zweiten Quartal. Das Gastgewerbe konnte demgegenĂŒber seine bereinigten Erlöse zum Vorquartal lediglich konstant halten.

LINK zum Konjunkturbericht

Jahresergebnisse zum Bruttoinlandsprodukt werden vom Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der LĂ€nder“ berechnet. Die Quartalsergebnisse zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in Rheinland-Pfalz beruhen auf einer ökonometrischen SchĂ€tzung, bei der die vom Arbeitskreis ermittelten Jahresergebnisse mithilfe von quartalsweise vorliegenden Indikatoren aus den Unternehmensstatistiken (z. B. UmsĂ€tze und BeschĂ€ftigte nach Wirtschaftsbereichen) auf die Quartale verteilt werden. Weitere Informationen zur Methodik stehen unter http://www.statistik.rlp.de/fileadmin/dokumente/monatshefte/2017/Juni/06-2017-350.pdf zur VerfĂŒgung.

Autor: Dr. Martin Jacobs (Referat Analysen Staat, Soziales)

Kfz-Gewerbe: Bilanz und Ausblick zum Jahreswechsel

Autofahrer und Kfz-Gewerbe stecken im Diesel-Dilemma

Diesel-Diskussion und kein Ende. Besonders in BallungsrĂ€umen ist die Unsicherheit der Autofahrer groß: Darf ich noch in die StĂ€dte einfahren oder nicht? Ab wann gilt wo welches Verbot? Der Flickenteppich von Fahrverbotszonen fĂŒr Ă€ltere Diesel-Fahrzeuge wird grĂ¶ĂŸer und immer unĂŒbersichtlicher.

Das schlĂ€gt bis auf die Kfz-Betriebe durch. Denn auch AutohĂ€user und WerkstĂ€tten liegen in Fahrverbotszonen. Was machen die Kunden, wenn sie ihr Ă€lteres Diesel-Fahrzeug nicht mehr zum Service bringen können? Und was macht der HĂ€ndler, wenn seine UmsĂ€tze zurĂŒckgehen, weil er zum Beispiel Euro 5-Diesel nicht mehr verkaufen kann?

„Der Automobilhandel leidet nach wie vor unter der Diesel-Krise, und zwar durch Leasing-RĂŒcklĂ€ufer sowie Euro 5-Standfahrzeuge, die sich nur schwer verkaufen lassen“, sagt Obermeister JĂŒrgen Rutkowski. Außerdem hat der neue WLTP-Standard fĂŒr die Abgasmessung im August fĂŒr Chaos gesorgt. Denn ab dem 1. September 2018 mĂŒssen fĂŒr alle neu zugelassenen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge die nach dem WLTP-Verfahren gemessenen Abgas- und Verbrauchswerte vorliegen. FĂŒr viele tausend Bestandsfahrzeuge bei den Herstellern und HĂ€ndlern traf das nicht zu. Um sie ĂŒberhaupt noch verkaufen zu können, mussten sie bis Ende August zugelassen werden. Das fĂŒhrte bei vielen Modellen zu einem Überangebot und setzte die Preise unter Druck. „DarĂŒber hinaus haben teilweise stark nachgefragte Fahrzeuge aufgrund fehlender WLTP-Zulassung zurzeit extrem lange Lieferzeiten“, so Obermeister JĂŒrgen Rutkowski.

All das fĂŒhre zu einer Situation, die es im Kraftfahrzeuggewerbe in dieser AusprĂ€gung bisher nicht gegeben habe. „Um die Lage fĂŒr Halter von Euro 5-Dieselfahrzeugen nachhaltig zu verbessern setzen wir uns fĂŒr die Hardware-NachrĂŒstung dieser Fahrzeuge ein“, so Obermeister Rutkowski. „Die dafĂŒr notwendige und vom Bundesverkehrsministerium angekĂŒndigte rechtlich verbindliche Verordnung muss jetzt zĂŒgig kommen. Das ist gut fĂŒr die Umwelt, trĂ€gt zum Werterhalt Ă€lterer Diesel-Fahrzeuge bei und bringt freie Fahrt in die Verbotszonen.“

Das kommende Auto-Jahr sieht Obermeister JĂŒrgen Rutkowski durchaus zwiespĂ€ltig. Beim Verkauf von Neufahrzeugen werde es nach EinschĂ€tzung des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) eine kleine Delle in der Wachstumskurve geben. „Wir rechnen mit rund 3,43 Millionen Neuzulassungen, wobei vor allem der Privatmarkt Federn lassen wird“, so Obermeister JĂŒrgen Rutkowski. Auch der Handel mit Gebrauchtwagen werde unter dem DieselDilemma leiden. Einzig fĂŒr das Reparatur- und ServicegeschĂ€ft seien die Aussichten nach Meinung von Obermeister JĂŒrgen Rutkowski auch fĂŒr 2019 stabil.

Nach wie vor hoch attraktiv ist fĂŒr junge Menschen ein Ausbildungsplatz im Kfz-Gewerbe. Das zeigt sich auch in der Kfz-Innung Unterlahn. „Zum neuen Ausbildungsjahr haben 38 junge MĂ€nner und Frauen ihre technische oder kaufmĂ€nnische Ausbildung in den hiesigen AutohĂ€usern und WerkstĂ€tten begonnen“, so Obermeister JĂŒrgen Rutkowski. „Auch in Zeiten von Fahrverbotszonen und Diskussionen um den Diesel hat das Automobil offenbar nichts von seiner Faszination verloren.“ In Deutschland bilden die rund 38 000 Kfz-Meisterbetriebe ĂŒber 90 000 junge Menschen aus. Im Jahr 2018 war die Zahl der neu abgeschlossenen AusbildungsvertrĂ€ge im Kfz-Gewerbe bundesweit im vierten Jahr in Folge angestiegen.

Mehr BetriebsgrĂŒndungen, aber auch mehr Betriebsaufgaben

In Rheinland-Pfalz gab es in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres mehr sogenannte BetriebsgrĂŒndungen, d. h. GrĂŒndungen von Betrieben, bei denen eine grĂ¶ĂŸere wirtschaftliche Bedeutung vermutet wird. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems stieg die Zahl der BetriebsgrĂŒndungen gegenĂŒber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 4,5 Prozent auf 4.233.

Zu den BetriebsgrĂŒndungen zĂ€hlen alle NeugrĂŒndungen von Kapital- und Personengesellschaften sowie NeugrĂŒndungen von Einzelunternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind oder eine Handwerkskarte besitzen bzw. die mindestens einen sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten haben.

Die meisten BetriebsgrĂŒndungen gab es in den Wirtschaftsabschnitten „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (21,7 Prozent aller BetriebsgrĂŒndungen), „Baugewerbe“ (15,1 Prozent) und dem „Gastgewerbe“ (10,2 Prozent).

Regionale Betrachtung

Regional betrachtet war die Anzahl der BetriebsgrĂŒndungen je 10.000 Einwohner in der kreisfreien Stadt ZweibrĂŒcken am höchsten. Dort ergab sich fĂŒr diese KenngrĂ¶ĂŸe ein Wert von 20,7. Den höchsten Wert unter den Landkreisen erreichte der Landkreis Germersheim mit 11,6 GrĂŒndungen je 10.000 Einwohner. Die niedrigste Anzahl der BetriebsgrĂŒndungen je 10.000 Einwohner war bei den kreisfreien StĂ€dten in Koblenz (10,1) und bei den Landkreisen im Landkreis Trier-Saarburg (4,9) zu verzeichnen.

Sonstige NeugrĂŒndungen

Die Zahl der sonstigen NeugrĂŒndungen lag in den ersten neun Monaten 2018 mit 15.967 leicht unter dem Wert des Vorjahreszeitraums (minus 0,2 Prozent). Als sonstige NeugrĂŒndungen gelten GrĂŒndungen von Kleinunternehmen, d. h. von Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag und ohne Handwerkskarte, die zudem keine sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten haben. Darunter befanden sich 9.222 GrĂŒndungen im Nebenerwerb. Insgesamt wurden 24.544 Gewerbe angemeldet; dies waren 1,3 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Betriebsaufgaben

Die Zahl der Aufgaben von Betrieben mit grĂ¶ĂŸerer wirtschaftlicher Bedeutung (Pendant zu den BetriebsgrĂŒndungen) stieg um 6,7 Prozent auf 3.484. Die Aufgaben von Kleinunternehmen erhöhten sich gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum nur leicht um 0,9 Prozent auf 15.458. Insgesamt wurden 23.339 Gewerbe abgemeldet, das waren 2 Prozent mehr als in den ersten neun Monaten des Jahres 2017.

Die Daten stammen aus der Gewerbeanzeigenstatistik, die aus den monatlichen Lieferungen der rheinland-pfĂ€lzischen GewerbeĂ€mter erstellt wird. Somit werden die Gewerbetreibenden durch die Statistik selbst nicht belastet. Die Gewerbeanzeigenstatistik stellt wichtige Informationen ĂŒber ExistenzgrĂŒndungen und Stilllegungen bereit. Die Zahlen finden in der Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Strukturpolitik Verwendung und werden verstĂ€rkt auch zu Untersuchungen ĂŒber die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt herangezogen.

Autor: Lutz Zaun (Referat Steuer- und Verwaltungsstatistiken)

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