Donnerstag, 22. April 2021

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Strukturwandel schreitet weiter voran:

Erste Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020

Am 20. und 21. Januar 2021 findet die Internationale Grüne Woche statt. Sie steht unter dem Motto „rooting for tomorrow“ und behandelt aktuelle Themen in der Land- und Ernährungswirtschaft sowie im Gartenbau. Das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz in Bad Ems veröffentlicht aus diesem Anlass erste vorläufige Ergebnisse aus der Landwirtschaftszählung 2020 (LZ 2020).

Die Ergebnisse zeigen, dass die übergeordneten Tendenzen in der rheinland-pfälzischen Landwirtschaft weiterhin Bestand haben. Beispielsweise steigt die durchschnittliche Betriebsgröße bei sinkender Betriebszahl weiter, die ökologische Landwirtschaft wächst in ihrer Bedeutung, die Viehbestände schrumpfen, die Pachtpreise steigen.

  • Zum Erhebungsstichtag 1. März 2020 bewirtschafteten in Rheinland-Pfalz 16.400 Betriebe 709.700 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF).
  • Knapp 1.700 Betriebe bzw. zehn Prozent der Betriebe wirtschafteten ökologisch. Sie bewirtschafteten eine Fläche von 83.100 Hektar, wovon rund 13 Prozent in Umstellung von konventioneller zu ökologischer Bewirtschaftung befindlich waren.
  • Die meisten Betriebe (35 Prozent) haben ihren Produktionsschwerpunkt im Weinbau. Auf den Ackerbau sind 28 Prozent der Betriebe spezialisiert. Auf Futterbaubetriebe, wie z. B. Milchviehbetriebe, entfallen knapp 23 Prozent.
  • Der Strukturwandel macht auch vor dem Weinbau nicht Halt: Die Größenstruktur verändert sich hin zu weniger Betrieben mit mehr Rebflächenausstattung.
  • Rund 6.200 Betriebe haben Viehhaltung. Durchschnittlich verfügen sie über einen Viehbesatz von 46 Großvieheinheiten. Insgesamt schrumpft der Viehbestand des Landes weiter.
  • Die Anbindehaltung verliert weiter an Bedeutung. Neben der Betriebszahl und der Bestandsgröße wurden im Rahmen der LZ 2020 das erste Mal seit 2010 auch wieder die Daten zu Haltungsplätzen und Stallhaltungsverfahren aktualisiert.
  • Insgesamt sind 77.800 Arbeitskräfte in der rheinland-pfälzischen Landwirtschaft tätig, davon 21 Prozent vollbeschäftigt. Die Zahl der ständig familienfremden Arbeitskräfte steigt auf 14.500 Arbeitskräfte. Ihr Anteil an den Arbeitskräften insgesamt liegt bei 19 Prozent.
  • Nur in jedem fünften Familienbetrieb, dessen Leitung 55 Jahre oder älter ist, gibt es eine Hofnachfolge.
  • Der durchschnittliche Pachtpreis für landwirtschaftlich genutzte Fläche betrug 2020 rund 261 Euro pro Hektar (2010: 199 €/ha). Damit ist das durchschnittliche Pachtentgelt seit 2010 jährlich um rund 3,1 Prozent gestiegen.

Die hier dargestellten Ergebnisse stellen einen ersten Überblick über das Themenspektrum der LZ 2020 dar. Auf einer Sonderseite haben wir die wichtigsten vorläufigen Ergebnisse mit Grafiken, Tabellen und kurzen Texten zusammengestellt. Die endgültigen Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 werden von April an sukzessive veröffentlicht.

Erste Ergebnisse für ganz Deutschland werden am Donnerstag, 21. Januar 2021, um 10 Uhr in einer Online-Pressekonferenz vorgestellt.

Landwirtschaftszählungen werden in allen Mitgliedstaaten der EU durchgeführt und liefern wichtige Informationen zur Evaluierung und Weiterentwicklung der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik. Sie finden etwa alle zehn Jahre statt. Befragt wurden anlässlich der durchgeführten Erhebung mit Stichtag 1. März 2020 alle landwirtschaftlichen Betriebe mit fünf Hektar und mehr landwirtschaftlich genutzter Fläche bzw. Betriebe, die über bestimmte pflanzliche oder tierische Mindesterzeugungseinheiten verfügten. Befragt wurden rund 18.000 landwirtschaftliche Betriebe. Auf der Basis einer Stichprobe wurden die Angaben von rund 6.300 vorab zu einem vorläufigen Landesergebnis hochgerechnet.
Ein Haupterwerbsbetrieb liegt vor, wenn 50 und mehr Prozent der Einkünfte des Betriebsinhabers bzw. des Betriebsinhaberehepaars aus dem landwirtschaftlichen Betrieb stammen.
Die Zahl der Arbeitskräfte bezieht sich auf den Jahreszeitraum vor dem Erhebungsstichtag.
Die betriebswirtschaftliche Ausrichtung (BWA) gruppiert die Betriebe nach dem Produktionsschwerpunkt. Der monetäre Standardoutput der einzelnen Produktionsverfahren wird dazu ins Verhältnis zum gesamten Standardoutput des Betriebs gesetzt. Eine spezialisierte Ausrichtung liegt dann vor, wenn mindestens zwei Drittel des Standardoutputs aus dem jeweiligen Produktionsverfahren stammen.
Als ökologisch gilt ein Betrieb, wenn er nach der EG-Verordnung Nr. 834/2007 wirtschaftet. Die Verordnung regelt die Bedingungen der ökologischen bzw. biologischen Produktion und die Kennzeichnung dieser Erzeugnisse für alle Produktions- und Vermarktungsstufen.
Regionalisierte Ergebnisse liegen voraussichtlich ab Juli 2021 vor.
Weitere methodische Hinweise: www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Landwirtschaftszaehlung2020/_inhalt.html

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)

Massive Beschäftigungs- und Umsatzverluste im Gastgewerbe nach Lockdown im November

Wie zu erwarten, brachen mit dem erneuten Lockdown im November 2020 die Beschäftigungs- und Umsatzzahlen im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe drastisch ein. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lagen die Umsätze real, also um Preisveränderungen bereinigt, um 71 Prozent unter den Ergebnissen vom November 2019. Nominal bzw. bewertet in jeweiligen Preisen, erreichten die Verluste mit 70 Prozent ein ähnliches Niveau. Deutliche Einbrüche gab es auch bei der Beschäftigtenzahl; diese lag um 26 Prozent unter dem Stand im November 2019.

Umsatzentwicklung nach Wirtschaftszweigen

Besonders deutlich sind die Einschnitte in der Beherbergung ausgefallen: Die Betriebe erzielten im Vergleich zum November 2019 weniger als 20 Prozent der Umsätze (Rückgang real: minus 82 Prozent). Die Gastronomen, auf die zwei Drittel der Gastgewerbeumsätze entfallen, mussten Einbußen in Höhe von 66 Prozent hinnehmen. Hier waren vor allem Restaurants, Cafés, Eissalons und Imbissstuben vom Lockdown betroffen (minus 65 Prozent). Bei den Caterern und Erbringern von sonstigen Verpflegungsdienstleistungen halbierte sich der Umsatz in etwa (minus 53 Prozent).

Beschäftigung

Die Beschäftigungsverluste belaufen sich auf 26 Prozent; das heißt, jede vierte Stelle im Gastgewerbe ist weggefallen. Besonders betroffen waren die Teilzeitkräfte; deren Zahl reduzierte sich um 34 Prozent. Die Zahl der Vollzeitkräfte nahm gegenüber dem Vorjahresmonat um zwölf Prozent ab.

Vergleich mit April 2020

Die Rückgänge im ersten Lockdown fielen noch gravierender aus. Real lagen die Umsätze im April 2020 gegenüber dem April 2019 um 78 Prozent niedriger. Der Beschäftigungseinbruch belief sich auf 39 Prozent. In der Beherbergung brachen 90 Prozent der Umsätze weg und in der Gastronomie waren es 70 Prozent.

Zeitraum Januar bis November

In den ersten elf Monaten 2020 lagen die Umsätze im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe real 33 Prozent unter den Erlösen des Vorjahreszeitraums (nominal: minus 30 Prozent). Insgesamt waren 14 Prozent weniger Beschäftigte angestellt. Dabei ging die Zahl der Teilzeitkräfte mit 19 Prozent deutlich stärker zurück als die der Vollzeitkräfte (minus 5,2 Prozent).

Die Daten stammen aus der monatlichen Stichprobenerhebung bei 280 ausgewählten Gastgewerbeunternehmen in Rheinland-Pfalz. Durch das Handelsstatistikgesetz wird die Zahl der zu befragenden Einheiten bundesweit auf höchstens fünf Prozent aller Unternehmen begrenzt. Die Angaben für Filialbetriebe von Hotel- und Restaurantketten mit Sitz in einem anderen Bundesland sind in den Ergebnissen enthalten. Da es sich um eine Stichprobenerhebung handelt, liegen keine absoluten Werte sowie Regionalangaben vor.
Durch die Corona-Krise sind die Gastronomie und das Beherbergungsgewerbe wirtschaftlich außerordentlich beeinträchtigt. Da die Durchsetzbarkeit der Meldepflicht in dieser Situation eingeschränkt ist, liegt der Schätzanteil der fehlenden Statistikmeldungen über dem sonst üblichen Maß.

Autor: Petra Wohnus (Referat Unternehmensstatistiken)

Einzelhandelsumsatz auch im November im Plus

Der Einzelhandel in Rheinland-Pfalz schloss im November 2020 – dem Monat vor dem Lockdown – noch einmal mit positiven Ergebnissen: Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lagen die Einzelhandelsumsätze real, also um Preisveränderungen bereinigt, insgesamt um 3,5 Prozent über denen im November 2019. Nominal, also bewertet zu jeweiligen Preisen, stiegen die Erlöse um 4,4 Prozent. In Deutschland betrug der Umsatzanstieg real fünf Prozent (nominal: plus sechs Prozent).

Sowohl der Einzelhandel mit Lebensmitteln als auch der Non-Food-Bereich verzeichnete ein Umsatzplus: Real stieg der Umsatz im Handel mit Lebensmitteln um 1,5 Prozent. Aufgrund erhöhter Nahrungsmittelpreise lag der nominale Zuwachs bei 4,1 Prozent. Im Handel mit Nicht-Lebensmitteln lagen die Umsatzzuwächse real und nominal in etwa gleichauf (plus 4,8 bzw. 4,7 Prozent).

Umsatzentwicklung nach Wirtschaftszweigen

Einen deutlichen realen Erlösanstieg gab es im umsatzstärksten Bereich „Einzelhandel mit sonstigen Haushaltsgeräten, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf“ (plus 18 Prozent). Der am Umsatzanteil gemessene ebenfalls bedeutende Einzelhandel mit sonstigen Gütern, zu denen bspw. Bekleidung, Schuhe und Lederwaren usw. zählen, verzeichnete real Erlösrückgänge (minus 6,2 Prozent). In den weniger umsatzstarken Bereichen „Verlagsprodukte, Sportausrüstungen und Spielwaren“ sowie „Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik“ nahmen die Umsätze um 22 bzw. 17 Prozent zu.

Beschäftigung

Gegenüber dem November 2019 wurden im rheinlandpfälzischen Einzelhandel weniger Beschäftigte registriert (minus 0,7 Prozent; Deutschland: unverändert). Die Zahl der Vollzeit- und Teilzeitstellen entwickelte sich unterschiedlich: Während die Vollzeitkräfte um 0,8 Prozent zulegten, gingen die in Teilzeit Beschäftigten um 1,6 Prozent zurück.

Zeitraum Januar bis November

Von Januar bis November erwirtschaftete der Einzelhandel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein reales Umsatzplus von 4,4 Prozent (nominal: plus 5,7 Prozent). Auch die Beschäftigtenzahlen lagen im Plus: Die Zahl der tätigen Personen stieg in diesem Zeitraum um 0,9 Prozent. Dabei wurden 1,8 Prozent mehr Vollzeitkräfte und 0,4 Prozent mehr Teilzeitkräfte eingestellt.

Die Daten stammen aus der monatlichen Stichprobenerhebung bei ausgewählten Einzelhandelsunternehmen in Rheinland-Pfalz. Durch das Handelsstatistikgesetz wird die Zahl der zu befragenden Einheiten auf höchstens 8,5 Prozent aller Unternehmen begrenzt. Die Angaben für Filialbetriebe von Einzelhandelsketten mit Sitz in einem anderen Bundesland sind in den Ergebnissen enthalten.Die Einzelhandelsmesszahlen werden in fünfjährigem Abstand auf ein neues Basisjahr umgestellt. Ab der Veröffentlichung der Ergebnisse für den Berichtsmonat Januar 2018 beziehen sich alle Daten der Einzelhandelsstatistik nun auf das Basisjahr 2015 (zuvor 2010).

Autorin: Petra Wohnus (Referat Unternehmensstatistiken)

Meldepflicht:

Arbeitgeber mit mindestens 20 Mitarbeitern müssen schwerbehinderte Menschen beschäftigen Unternehmen müssen bis zum 31.3.2021 ihre Daten an die Arbeitsagentur melden

Arbeitgeber mit durchschnittlich mindestens 20 Arbeitsplätzen sind gesetzlich verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Die BA prüft auf gesetzlicher Grundlage, ob die Beschäftigungspflicht erfüllt ist. Arbeitgeber, mit mindestens 20 Arbeitsplätzen müssen der Agentur für Arbeit bis spätestens 31. März 2021 ihre Beschäftigungsdaten anzeigen. Diese Frist kann nicht verlängert werden. Am schnellsten geht es elektronisch.

Kostenlose Software

Um die Anzeige zu erstellen, können Unternehmen und Arbeitgeber die kostenfreie Software IW-Elan nutzen. Diese steht auf der Homepage www.iw-elan.de unter der Rubrik „Download“ zur Verfügung oder kann als CD-ROM unter der Rubrik „Service“ bestellt werden.

Kommen Arbeitgeber der Beschäftigungspflicht nicht nach, ist eine so genannte Ausgleichsabgabe zu zahlen. Diese Abgabe wird auf Grundlage der jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote ermittelt. Falls eine Ausgleichsabgabe gezahlt werden muss, kann dies ebenso über die Software berechnet werden.

Die Beschäftigungspflicht gilt auch für Unternehmen, die im laufenden Jahr von Kurzarbeit betroffen waren.

Zur Information:

Arbeitgeber, die der Beschäftigungspflicht von schwerbehinderten Menschen nicht nachkommen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen.


Diese Abgabe wird nicht pauschal erhoben, sondern ist gestaffelt.

Beschäftigungsquote                                     Höhe der Abgabe je

für Arbeitgeber                                               Monat und unbesetztem

Arbeitsplatz

3 Prozent bis unter 5 Prozent            125,- Euro

2 Prozent bis unter 3 Prozent            220,- Euro

unter 2 Prozent                                              320,- Euro

Regelungen für kleinere Betriebe

Unternehmen mit weniger als 40 Arbeitsplätzen müssen einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen. Sie zahlen je Monat 125 Euro, wenn sie diesen Pflichtplatz nicht besetzen.

Unternehmen mit weniger als 60 Arbeitsplätzen im Jahresdurchschnitt müssen zwei Pflichtplätze besetzen. Sie zahlen 125 Euro, wenn sie weniger als diese beiden Pflichtplätze besetzen, und 220 Euro, wenn weniger als ein Pflichtplatz besetzt ist.

Die Mittel der Ausgleichsabgabe werden zur Förderung der Teilhabe von schwerbehinderten Menschen verwendet. Darunter zählt etwa die Einrichtung eines Arbeitsplatzes oder die Förderung eines schwerbehinderten Menschen mit einem Eingliederungszuschuss.

Rente auf breiteres Fundament stellen

Zum Vorschlag der Arbeitgeber, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anzuheben, erklärt der BDH Bundesverband Rehabilitation e.V.:

„Die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre ist angesichts der unterschiedlichen Belastung verschiedener Berufszweige ungerecht. Zudem ist die Debatte ökonomisch überflüssig, da die Finanzierung der Rente in einem ökonomisch starken Land wie Deutschland in erster Linie von der politischen Bereitschaft abhängt, Lasten gerecht zu verteilen. Nach überwundenem Corona-Schock wird die deutsche Wirtschaft wieder auf einen stabilen Wachstumspfad einschwenken und trotz schrumpfender Erwerbsbevölkerung pro Kopf mehr Wohlstand schaffen. Es wird darauf ankommen, diesen in der Zukunft über einen zukunftsfesten Steuerschlüssel so zu verteilen, dass Rentenempfänger hierzulande eine teilhabegerechte Mindestrente erhalten“, so die Vorsitzende des Sozialverbands, Ilse Müller. Die Finanzierung der Rente über Lohnleistungen sei allein mit Blick auf den technologischen Wandel nicht mehr zeitgemäß und sollte künftig auf ein breiteres Fundament gestellt werden. Es sei Zeit, Kapitaleinkünfte oder Finanztransaktionen in die Finanzierung der Rente einzubeziehen, so die BDH-Vorsitzende.

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