Mittwoch, 23. Januar 2019

Letztes Update:05:09:56 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Konjunktur aktuell

Auftragseingänge der Industrie im August 2018: Deutlicher Rückgang gegenüber dem Vormonat

Im August 2018 ist die Nachfrage nach Erzeugnissen der rheinland-pfälzischen Industrie deutlich zurückgegangen. Der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex lag nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte 4,8 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland gingen weniger Bestellungen ein als im Juli (minus 2,8 bzw. minus 5,9 Prozent).

In allen drei industriellen Hauptgruppen sank das Ordervolumen. Die Nachfrage nach Investitionsgütern schrumpfte im August um 5,8 Prozent. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern gingen 5,2 Prozent weniger Aufträge ein als im Vormonat. In der Konsumgüterindustrie nahmen die Bestellungen ebenfalls ab (minus 4,5 Prozent).

In den drei umsatzstärksten Branchen des Verarbeitenden Gewerbes waren die Auftragseingänge rückläufig: In der Chemieindustrie, der umsatzmäßig größten Branche des Verarbeitenden Gewerbes, verringerte sich das Ordervolumen im August um 3,9 Prozent. Die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, die gemessen am Umsatz in der Industrie an zweiter Stelle stehen, mussten einen Rückgang der Bestellungen um 5,5 Prozent hinnehmen. Im Maschinenbau, der drittgrößten Branche, fiel die Nachfrage um 6,1 Prozent niedriger aus als im Monat zuvor.

Trotz der Einbußen gegenüber dem Vormonat lagen die Auftragseingänge im August über dem Niveau des Vorjahresmonats (plus 5,4 Prozent). Zwar gingen die Bestellungen aus dem Inland um 3,4 Prozent zurück, die Nachfrage aus dem Ausland erhöhte sich jedoch deutlich um elf Prozent. Die Konsumgüterindustrie verzeichnete einen sehr starken Zuwachs, der auf eine branchenspezifische, dynamische Entwicklung zurückzuführen ist. Dadurch wurden die Nachfragerückgänge in den anderen beiden Hauptgruppen mehr als ausgeglichen. Von den drei umsatzstärksten Branchen konnte lediglich die Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie einen Anstieg des Ordervolumens gegenüber dem Vorjahresmonat verbuchen.

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)

77 Auszubildende für die Finanzämter des Landes

Ausbildungsstart in der rheinland-pfälzischen Steuerverwaltung
77 Auszubildende starten am 1. Oktober 2018 an einem der 23 Finanzämter in Rheinland-Pfalz mit einer zweijährigen Ausbildung zur Finanzwirtin / zum Finanzwirt. Insgesamt durchlaufen sie acht Monate theoretische Ausbildung an der Landesfinanzschule und 16 Monate praktische Ausbildung im Finanzamt.
Die Ausbildung ist breit gefächert und bietet abwechslungsreiche Tätigkeiten, die von der Bearbeitung von Steuererklärungen im Innendienst oder dem Einsatz im Außendienst, z. B. Prüfung von Unternehmen im Bereich der Lohnsteueraußen- oder der Umsatzsteuersonderprüfung, reichen. Dabei lässt sich der spätere Beruf durch flexible Arbeitszeitmodelle auch mit Familie gut vereinbaren.
Die Auszubildenden genießen ab dem ersten Tag ihrer Ausbildung alle Vorzüge des Beamtenverhältnisses und erhalten Anwärterbezüge von rund 1050 Euro netto pro Monat.
Voraussetzung für die zweijährige Ausbildung ist mindestens der Sekundarabschluss I. Bewerbungen für Einstellungen in 2019 sollten möglichst bald online über www.jobs.fin-rlp.de abgegeben werden. Die Auswahlverfahren haben bereits begonnen.
Informationen von Auszubildenden und über die Ausbildung gibt es auch auf facebook unter: www.facebook.com/finanzverwaltung oder auf Instagram unter: karriere.finanzamt

Heimischer Anbau deckt fast die Hälfte des Verbrauchs an Äpfeln

Die rheinland-pfälzischen Obstbaubetriebe können dieses Jahr – nach einer ersten Bilanz des Statistischen Landesamtes in Bad Ems – eine Apfelernte von 38.300 Tonnen einbringen. Das wären 40 Prozent mehr als die durchschnittliche Erntemenge (27.300 Tonnen) in den Jahren 2012 bis 2017.

Gegenüber dem vergangenen Jahr, als mit 10.100 Tonnen eine der kleinsten Erntemengen seit Jahrzehnten eingebracht wurde, beträgt die Zunahme fast dreihundert Prozent. Damit stehen rechnerisch jedem Einwohner 9,4 Kilogramm Äpfel aus heimischer Erzeugung zur Verfügung. Das wäre knapp die Hälfte des Pro-Kopf-Verbrauchs, der 2015/16 bei 19 Kilogramm lag.

Äpfel werden auf 1.390 Hektar angebaut und sind damit die wichtigste Obstart im Land. Der Hektarertrag wurde auf rund 27,5 Tonnen geschätzt. Der durchschnittliche Wert beträgt 20,1 Tonnen/Hektar.

Nach den Feststellungen der Berichterstatterinnen und Berichterstatter brachten auch die anderen Obstarten deutlich höhere Erträge. Süßkirschen stehen mit 653 Hektar auf dem zweiten Platz der Anbaustatistik. Der Ertrag liegt mit geschätzt sieben Tonnen je Hektar um 31 Prozent über dem langjährigen Schnitt von 5,3 Tonnen. Die geschätzte Erntemenge beträgt 4.600 Tonnen.

Sauerkirschen (562 Hektar) brachten mit 9,5 Tonnen je Hektar einen Ertrag, der den Mittelwert der Jahre 2012 bis 2017 (7,7 Tonnen/Hektar) um 23 Prozent übersteigt. Die Erntemenge beläuft sich auf 5.300 Tonnen. Die Birnen anbauenden Betriebe (163 Hektar) werden mit 21 Tonnen je Hektar voraussichtlich eine Ernte einbringen, die um 28 Prozent über dem mehrjährigen Durchschnitt liegt. Die geschätzte Erntemenge beläuft sich auf 3.400 Tonnen.

Die Daten stammen aus der Ernte- und Betriebsberichterstattung für Baumobst. Rund 180 Landwirte berichten regelmäßig über die Wachstumsbedingungen und die Erträge von Baumobst. Die Schätzungen sind vorläufig und können je nach weiterem Witterungsverlauf mehr oder weniger von den endgültigen Ergebnissen abweichen. Quelle für Pro-Kopf-Verbrauch: Statistisches Jahrbuch über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 2016; Tabelle 265

Autor: Jörg Breitenfeld (Abteilung Wirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt, Register)

Größte Weinmosternte seit zehn Jahren erwartet

Auf mehr als 6,4 Millionen Hektoliter schätzten die Ernteberichterstatterinnen und Ernteberichterstatter des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz Ende August die Erntemenge für Weinmost. Eine größere Menge war zuletzt 2008 mit 6,6 Millionen Hektoliter geerntet worden. Im Vergleich zu der durch Spätfröste geschädigten Menge des Vorjahres dürfte fast ein Drittel mehr geerntet werden. Gegenüber dem langjährigen Mittelwert beträgt der Zuwachs fast zwölf Prozent.

Die Erntemenge der weißen Moste liegt nach den aktuellen Schätzungen mit 4,5 Millionen Hektoliter fast 18 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2017. Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Zunahme mit 39 Prozent deutlich höher aus. Beim Rotmost liegt die Erntemenge mit zwei Millionen Hektoliter auf dem Niveau des langjährigen Mittels. Zum Vorjahr beträgt der Zuwachs der Erntemenge fast 18 Prozent.

Knapp ein Viertel der Erntemenge (1,6 Millionen Hektoliter) entfällt auf Riesling, der wichtigsten Rebsorte im Land. Damit wird die Erntemenge des Vorjahres um ein Drittel übertroffen. Mit jeweils rund 0,9 Millionen Hektoliter folgen Müller-Thurgau und Dornfelder.

Für Rheinhessen – dem größten Weinanbaugebiet Deutschlands – wurde mit 2,8 Millionen Hektoliter eine Erntemenge geschätzt, die den langjährigen Vergleichswert um 14 Prozent übertrifft. In der Pfalz wird die Erntemenge mit 2,4 Millionen Hektoliter um neun Prozent über dem Durchschnitt liegen. An der Mosel wird eine Erntemenge von 0,8 Millionen Hektoliter erwartet, das wären fast acht Prozent mehr als im langjährigen Durchschnitt und rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr.

Wegen des Termins, zu dem die Schätzungen erfolgen, sind die Ergebnisse noch mit Unsicherheiten behaftet und Veränderungen aufgrund des weiteren Witterungsverlaufs möglich.

Im Rahmen der Ernte- und Betriebsberichterstattung berichten rund 220 Ernteberichterstatterinnen und Ernteberichterstatter regelmäßig über die Wachstumsstände der Reben und die Weinmosterträge. Bei den Ertragsschätzungen wird stets davon ausgegangen, dass der weitere Witterungsverlauf keine Extreme aufweist.

Autor: Jörg Breitenfeld (Abteilung Wirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt, Register)

Teuerungsrate steigt im September auf plus 2,4 Prozent

Die Teuerungsrate ist im September 2018 weiter gestiegen. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex um 2,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im August hatte die Inflationsrate plus 2,0 Prozent betragen.

Energie war im September 2018 erneut wesentlich teurer als im Vorjahresmonat (plus 8,2 Prozent). Dies ist auf deutliche Preissteigerungen bei Mineralölprodukten zurückzuführen (plus 19,3 Prozent). Sowohl die Preise für Heizöl als auch die Kraftstoffpreise erhöhten sich gegenüber September 2017 kräftig (plus 38,5 Prozent bzw. plus 14,2 Prozent). Die Umlage für Zentralheizung und Fernwärme stieg um 2,2 Prozent. Während die Strompreise gegenüber dem Vorjahresmonat leicht zunahmen (plus 0,4 Prozent), waren die Gaspreise rückläufig (minus 2,0 Prozent).

Auch Nahrungsmittel wurden deutlich teurer. Die Nahrungsmittelpreise lagen im September 2018 3,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Besonders kräftig fielen die Preissteigerungen bei Gemüse aus (plus 18,0 Prozent). Zum Beispiel verdoppelte sich der Preis für Gurken und auch Salat kostete fast doppelt so viel wie im September 2017, was mit der außergewöhnlichen Hitze und Trockenheit dieses Sommers zusammenhängen dürfte. Die Preise für Molkereiprodukte und Eier sowie für Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte zogen ebenfalls deutlich an (plus 3,9 Prozent bzw. plus 3,0 Prozent). Preissenkungen gab es bei Speisefetten und -ölen (minus 2,5 Prozent) sowie Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren (minus 1,5 Prozent).

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die oft auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, erhöhte sich ebenfalls. Sie belief sich im September auf plus 1,6 Prozent nach plus 1,4 Prozent im August.

In zehn der zwölf Hauptgruppen war das Preisniveau höher als im Vorjahresmonat. Die stärkste Steigerung gab es mit plus fünf Prozent in der Hauptgruppe „Verkehr“, was insbesondere auf den deutlichen Anstieg der Kraftstoffpreise zurückzuführen ist. Merkliche Preiserhöhungen waren auch bei alkoholischen Getränken und Tabakwaren (plus 4,6 Prozent) sowie im Bildungswesen (plus 4,2 Prozent) zu verzeichnen. In den Hauptgruppen „Nachrichtenübermittlung“ sowie „Bekleidung und Schuhe“ war das Preisniveau niedriger als im September 2017 (minus 0,8 bzw. minus 0,4 Prozent).

Veränderungen gegenüber August 2018

Gegenüber dem Vormonat ist der Verbraucherpreisindex im September 2018 um 0,4 Prozent gestiegen. Deutlich tiefer in die Tasche greifen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher saisonal bedingt bei Bekleidung und Schuhen (plus 6,5 Prozent). Dahinter folgte das Bildungswesen (plus 2,1 Prozent). Drei der zwölf Hauptgruppen verzeichneten Preisrückgänge; am stärksten verringerten sich die Preise im Bereich „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ mit minus 2,7 Prozent (darunter Pauschalreisen: minus 10,5 Prozent).

Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in elf rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von 600 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. Hier wird der Gesamtindex ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet. Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat September 2018 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 4. Oktober 2018 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Dr. Annette Illy (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt, Verdienste / Preise)

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL