Friday, 24. January 2020

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Zukunftswerkstatt Westerwald - Kooperation aus Überzeugung bis 2025 fortgesetzt

Bei Wikipedia heißt es „Tradition bezeichnet die Weitergabe von Überzeugungen“- vor diesem Hintergrund kann die jüngst verlängerte Kooperation zwischen der Universität Siegen und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwaldkreis mbH (wfg) wohl als Tradition bezeichnet werden. Überzeugt von dieser Art Theorie und Praxis miteinander zu verbinden sind die Akteure der Zukunftswerkstatt nämlich bereits seit 2015 und haben mit Erneuerung des Kooperationsvertrags beschlossen, das erfolgreiche Projekt bis 2025 fortzusetzen.

Im Rahmen der Zukunftswerkstatt besuchen Studierenden der Universität Siegen Westerwälder Unternehmen und finden in Interviews und Gesprächen heraus, wie der Betrieb sich selbst sieht und was er nach außen darstellen möchte. Mittels bundesweiter Online-Befragung und einer Analyse der Werbemittel, Internetseiten und Social Media Auftritte wird untersucht, wie das Unternehmen von Externen wahrgenommen wird. Über die Ergebnisse einer solchen Gegenüberstellung von Selbst- und Fremdbild haben inzwischen 18 Betriebe der Westerwälder Wirtschaft gestaunt.

Die Zukunftswerkstatt im Westerwaldkreis bietet allen Beteiligten einen Mehrwert: Die Betriebe erhalten einen unvoreingenommen Blick auf sich selbst und bekommen konkrete Verbesserungsvorschläge. Ein großer Vorteil bei der Selbstbildanalyse ist, dass den Studierenden in den Interviews oft anderen Antworten gegeben werden, als der Geschäftsführung oder der Personalleitung. Für die Universität ist es eine hervorragende Möglichkeit die Theorie in der Praxis umzusetzen und den Studierenden ein einmaliges Lernfeld anzubieten. „Zu zeigen, dass wir nicht in einem wissenschaftlichen Elfenbeinturm sitzen, sondern unseren Praxispartnern echte Hilfestellung bieten können ist ein Grund für die Einrichtung der Zukunftswerkstatt unter der Leitung von Robert Kebbekus. Uns in der Region in der wir tätig sind zu engagieren und uns mit starken Partner zu vernetzen ein weiterer“, erklärt Prorektor Prof. Dr. Volker Wulf bei der Vertragsunterzeichnung, die im Rahmen der diesjährigen Abschlussrunde der Zukunkftswerkstatt bei HUF HAUS in Hartenfels stattfand.

Auch Landrat Achim Schwickert freut sich über die Fortsetzung der Kooperation: „Mit diesem Praxisseminar kommen kluge Köpfe in den Westerwald und finden vielleicht Gefallen, an dem was sie hier erleben – sich in der Region und darüber hinaus zu zeigen wird für die Fachkräftegewinnung immer wichtiger, gerade weil die Wirtschaftsstärke und Innovationskraft der Wäller Wirtschaft noch nicht überall bekannt sind.“

Nach dem folgenden Kurzvortrag von Robert Kebbekus zum Thema „Social Media“ nahmen die Teilnehmenden nicht nur die Einladung zum Frühstück, sondern auch zu einem Rundgang durch die Wertstatt und das neueste Musterhaus „Ausblick“ von den HUF HAUS-Geschäftsführern Georg Huf und Christoph Schmidt gerne an und bestaunten die Zukunft des Wohnens.

Die Geschäftsführerin der wfg, Katharina Schlag, und der Leiter der Zukunftswerkstatt, Robert Kebbekus, freuen sich über die positive Resonanz der Teilnehmenden und auf die nun folgenden sechs Seminarrunden. Interessenten können sich gerne telefonisch unter 02602 124-405 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. melden.

Gefahr der Altersarmut nimmt zu

Rentnerinnen und Rentner häufiger von Armut bedroht

In Rheinland-Pfalz hat der Anteil der von Armut bedrohten Rentnerinnen und Rentner in den vergangenen Jahren zugenommen. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut mitteilt, waren 2018 (gemessen am Bundesmedian) knapp 18 Prozent der Rentnerinnen und Rentner – also mehr als jede bzw. jeder sechste – armutsgefährdet. Das waren knapp drei Prozentpunkte mehr als 2008 und knapp fünf Prozentpunkte mehr als 2006. Im Ländervergleich weist nur Mecklenburg-Vorpommern unter den Rentnerinnen und Rentnern eine höhere Armutsgefährdungsquote auf.

Seit 2006 ist die Armutsgefährdungsquote unter den Rentnerinnen und Rentnern in Rheinland-Pfalz nahezu kontinuierlich gestiegen. Lag die Quote im Jahr 2006 erst bei 13,1 Prozent, erreichte sie 2014 mit einem Anteilswert von 18,3 Prozent ihren vorläufigen Höhepunkt. Nach einem leichten Rückgang in den Jahren 2015 und 2016 hat sie zuletzt wieder zugenommen. Aktuell – das heißt im Jahr 2018 – sind 17,9 Prozent der rheinland-pfälzischen Rentnerinnen und Rentner armutsgefährdet und damit deutlich mehr als im bundesweiten Durchschnitt (16,1 Prozent). Im Ländervergleich weist nur Mecklenburg-Vorpommern eine höhere Armutsgefährdungsquote auf (18,6 Prozent). Am niedrigsten ist die Rate derzeit in Baden-Württemberg und in Hamburg (jeweils 13,4 Prozent).

Im Jahr 2018 lag die Armutsgefährdungsquote in Rheinland-Pfalz bei 15,4 Prozent und damit praktisch gleichauf mit dem bundesweiten Durchschnitt (15,5 Prozent). Während sie in Bremen (22,7 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (20,9 Prozent) deutlich höher ausfiel, waren in Bayern (11,7 Prozent) und in Baden-Württemberg (11,9 Prozent) anteilig sehr viel weniger Menschen von Armut bedroht. In Rheinland-Pfalz unterlag die Armutsgefährdungsquote in den letzten fünf Jahren nur geringen Schwankungen. Allerdings fällt sie heute um etwa einen Prozentpunkt höher aus als vor zehn Jahren (2008: 14,5 Prozent).

Die Schwelle, an der sich die Grenze zur Armutsgefährdung bemisst, lag 2018 für einen Einpersonenhaushalt bundesweit bei 1.035 Euro. Lebten zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren in einem Haushalt, errechnete sich – unter Berücksichtigung der Kostenersparnis in Mehrpersonenhaushalten – ein Grenzwert von 2.174 Euro.

Für einen Erwachsenen, der mit einem oder mehreren Kindern zusammen wohnte und wirtschaftete, fiel das Armutsgefährdungsrisiko besonders hoch aus. Von den Haushalten Alleinerziehender war in Rheinland-Pfalz 2018 fast jeder zweite armutsgefährdet (46,9 Prozent). Gegenüber 2008 bedeutet dies einen Anstieg um 2,7 Prozentpunkte. Im Vergleich der Länder sind die Haushalte von Alleinerziehenden nur in Mecklenburg-Vorpommern (56,9 Prozent) und in Sachsen-Anhalt (53,2 Prozent) häufiger von Armut bedroht. Deutlich seltener müssen Alleinerziehende und ihre Kinder in Berlin (34,1 Prozent) und in Baden-Württemberg (34,7 Prozent) die Einkommensarmut fürchten.

Die Daten stammen aus den Mikrozensuserhebungen 2005 bis 2018. Grundlage für die Auswertungen ist eine Hochrechnung der 1%-Stichprobe auf Basis der Bevölkerung in Privathaushalten am Hauptwohnsitz. Die Stichprobe des jährlich erhobenen Mikrozensus umfasst in Rheinland-Pfalz ca. 20.000 Haushalte, die umfassend zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Situation befragt werden.

Nach einem europaweit einheitlichen Standard ist die Armutsgefährdungsquote definiert als Anteil der Personen, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) der jeweiligen Bevölkerung beträgt. Grundlage für die Berechnung ist das sogenannte Äquivalenzeinkommen. Dabei handelt es sich um ein auf Basis des jeweiligen Haushaltsnettoeinkommens berechnetes bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Einkommen je Haushaltsmitglied, mit dessen Hilfe unter anderem Größen- und Einsparvorteile von mitgliederstarken Haushalten ausgeglichen werden können. Das Äquivalenzeinkommen wird auf Basis der neuen OECD-Skala berechnet. In die Berechnung gehen alle Personen bzw. Haushalte mit gültigen Einkommensangaben ein.

Die Angaben zu den Rentnerinnen und Rentnern schließen sämtliche Nichterwerbspersonen mit Bezug einer eigenen (Versicherten-)Rente oder Pension und Personen im Alter von 65 Jahren und älter mit Bezug einer Hinterbliebenenrente oder -pension ein.

Autor: Sebastian Fückel (Referatsleiter Analysen Staat, Soziales)

Minijob-Zentrale stellt Quartalsbericht vor

· Zahl der Minijobber geht bundesweit zurück

· Zahl der Frauen mit Minijob sinkt

· Mehr Männer, Ausländer und Senioren machen Minijobs

Die Zahl der Minijobber in Deutschland geht weiter zurück. Die bundesweit zuständige Minijob-Zentrale in Essen registriert im aktuellen Quartalsbericht mit Stand vom 30. Juni 2019 im gewerblichen Bereich 6.740.066 Personen mit einer Beschäftigung bis zu einem Verdienst von 450 Euro. Im Juni des Vorjahres waren es fast 23.000 Personen oder 0,3 Prozent mehr. Gegenüber der ersten statistischen Erhebung im Dezember 2004, also vor 15 Jahren, ging die Zahl der Minijobber um 97.800 zurück, währen die Zahl der versicherungspflichtigen Beschäftigten um mehr als 7 Millionen Menschen anstieg.

Waren die Minijobs früher als eine Aushilfstätigkeit gerade für Frauen bekannt, so gleicht sich das Geschlechterverhältnis zunehmend an: Zur Zeit sind noch 58,7 Prozent der Minijobber Frauen, ihre Zahl sank verglichen mit dem Vorjahr um 1,1 Prozent oder 44.000.

Deutlich stieg die Zahl der Ausländer, die einen Minijob ausüben. Waren es Ende Juni 2018 noch 921.246 Personen, so wuchs die Zahl um rund 39.000 Personen oder 3,7 Prozent. Den kompletten Quartalsbericht finden Sie unter: https://www.minijob-zentrale.de/quartalsbericht

Hat Ihr Unternehmen ein Immunsystem?

Hat Ihr Unternehmen ein Immunsystem? Mit dieser Fragestellung greift das diesjährige „Forum Wirtschaftsethik – Zukunft braucht Werte“ am 30.Oktober 2019 um 18:00 Uhr in der Stadthalle Westerburg einen Themenkomplex auf, welcher meist mit dem Begriff Resilienz beschrieben wird.

Die individuelle und organisationale Resilienz beschreibt die Fähigkeit, persönliche und unternehmerische Krisen zu meistern. Mit einem guten „Immunsystem“ gelingt es Unternehmen demnach leichter, mit Unwägbarkeiten, dem schnellen Wandel und immer neuen Rahmenbedingungen umzugehen. Bei den Mitarbeitern meint es den Umgang mit Stresssituationen, Misserfolgen oder Rückschlägen. Resiliente Mitarbeiter beweisen nicht nur in Ausnahmesituationen Stärke und Gelassenheit, sondern sind auch im Alltag insgesamt stabiler und belastbarer.

Neben einem Impulsvortrag von Dr. Andrea Hammermann vom Institut der deutschen Wirtschaft wird sich ein lokales Podium mit dem Thema „(Unternehmer-) Leben ist Veränderung“ beschäftigen. Veränderungen gehen oft mit Verunsicherung einher und können zu Spannungen und Stresssituationen im Unternehmen führen. Das Podium thematisiert Praxiserfahrungen, die zeigen, wie Unternehmer und Mitarbeiter mit dem stetigem Wandel  und grundlegenden Veränderungen umgehen können. Bei einem anschließenden Imbiss stehen dann der Austausch von Erfahrungen sowie zum Gehörten im Mittelpunkt.

Gesellschaftlich relevante Fragestellungen in den wirtschaftlichen Kontext zu übertragen und darzustellen, wie Unternehmen und Gesellschaft mit diesen Themen umgehen können – das ist das Anliegen des Forums. Seit 2017 laden die IHK Koblenz – Regionalgeschäftsstelle Montabaur, Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald, Evangelisches Dekanat Westerwald, Katholische Erwachsenenbildung Westerwald-Rhein-Lahn sowie die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Westerwaldkreises mbH einmal im Jahr gemeinsam zu diesem Veranstaltungsformat ein.

Die Teilnahme ist kostenlos, zur besseren Planung wird allerdings um eine Anmeldung gebeten. Bei Rückfragen steht Ihnen Marvin Kraus unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder telefonisch unter 02602 124-333 zur Verfügung.

Standort Rheinland-Pfalz: Tourismuswirtschaft steigert Nachfrage in anderen Branchen

Expertenrunde auf der Expo Real in München zu Möglichkeiten im Tourismussektor

München, 8. Oktober 2019. Mit rund 200 Millionen Aufenthaltstagen und einem Bruttoumsatz von über 7 Milliarden Euro zählt der Tourismus zu den bedeutenden Branchen in Rheinland-Pfalz und ist ein wichtiger weicher Standortfaktor im Wettbewerb um Gäste, Einwohner, Beschäftigte und Unternehmen. Über die strukturpolitische Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges diskutierten Expertinnen und Experten am Gemeinschaftsstand des Landes Rheinland-Pfalz und der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) auf der in München stattfindenden Immobilienmesse Expo Real.

Der Rhein-Lahn-Kreis wartet gleich mit zwei UNESCO-Weltkulturerbestätten auf. Über die Bedeutung für den Landkreis sagte Landrat Frank Puchtler: „Unsere Welterbe, Limes und Oberes Mittelrheintal, bedeuten Verantwortung für unsere Landschaft zu übernehmen und sind gleichzeitig Chance für die zukunftsorientierte, touristische Entwicklung unserer Heimat.“

Der Tourismus ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für das Land, von dem insbesondere Gastgewerbe, Einzelhandel und Dienstleistungswirtschaft profitierten, erklärte Christian Dübner, Tourismusreferent der Industrie- und Handelskammer Koblenz. „Vielversprechend für die weitere touristische Entwicklung sind die derzeitigen Neubauprojekte mit zukunftsweisenden Konzepten, die sich in Planung und Umsetzung befinden. Unsere Hotelbedarfsanalyse für die Destination Mittelrheintal prognostiziert 2.000 fehlende Betten. Für Investoren existiert hier ein großes zu erschließendes Potenzial“, so Dübner weiter.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und den Anforderungen der Gäste gerecht zu werden, sind Investitionen in die touristischen Betriebe unerlässlich. Darüber hinaus steigert eine starke Tourismuswirtschaft die regionale Nachfrage in anderen Sektoren wie Handel und Dienstleitungsgewerbe und macht einen Standort für Investoren attraktiv. Auch spielt Barrierefreiheit eine Rolle. „Die ISB als Förderbank des Landes unterstützt daher Investitionen von Tourismusbetrieben mit einer Vielzahl von Förderprogrammen. Investitionszuschüsse, zinsgünstige Kredite und Kreditbürgschaften – durch die Kombination passender Förderprogramme können wir Unternehmen begleiten und Projekte möglich machen“, erklärte Sibylle Schwalie, Bereichsleiterin Bürgschaften und Investitionszuschüsse der ISB.

Ein konkretes Investitionsvorhaben stellte Halil Ege, Projektleiter der Schloss Schaumburg GmbH in Balduinstein im Rhein-Lahn-Kreis, vor: „Unser Gesamtprojekt mit dem Ziel, Historisches mit der Erholung in der Natur und interessanter Gastronomie zu verbinden, ist in zwei Teile gegliedert: zum einen die Bespielung des Schlosses mit seinen fast 5.000 Quadratmetern Nutzfläche und zum anderen die Bewirtschaftung der Außenanlagen mit ca. 13 Hektar Grundfläche. Auf den schlosseigenen Gartenterrassen entsteht zurzeit neue Gastronomie, die zum Teil barrierefrei sein wird. Eine Waldhotelanlage bestehend aus komfortablen Baumhäusern wird in Kürze das Projekt abrunden und somit einen Beitrag für den Tourismussektor des Rhein-Lahn-Kreises leisten und diesen stärken.“

Auf Europas größter Messe für Immobilien und Investitionen werden in diesem Jahr auf 64.000 Quadratmetern rund 2.000 Aussteller sowie mehr als 45.000 Teilnehmer aus über 70 Ländern erwartet. Seit 1998 nutzen Fachbesucher und Aussteller die drei Messetage zum Austausch sowie zur Marktorientierung und -sondierung.

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