Dienstag, 20. April 2021

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Höchste Absolventenzahl in den Gesundheits- und Krankenpflegeberufen

Im Jahr 2020 schlossen in Rheinland-Pfalz knapp 1.250 junge Menschen eine Pflegeausbildung an einer Schule des Gesundheitswesens ab. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, war das die höchste Absolventenzahl der vergangenen zehn Jahre. Gegenüber dem Vorjahr stieg sie um 80 Nachwuchskräfte bzw. 6,8 Prozent.

Der Zuwachs ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass bei weitestgehend konstanter Prüfungsteilnehmerzahl die Zahl der nicht bestandenen Prüfungen sank. Von etwa 1.400 Prüfungen zur Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie Krankenpflegehilfe waren rund 180 nicht erfolgreich. Im Vorjahr waren es noch 240 nicht bestandene Prüfungen. Damit sank die Quote von 17 auf 13 Prozent.

Langfristiger Anstieg der Pflegenachwuchskräfte

Langfristig zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Nachwuchskräfte in den Berufen der Gesundheits- und Krankenpflege. Zwischen 2010 und 2020 nahm die Absolventenzahl um 22 Prozent zu. Dies ist im Wesentlichen auf die Gewinnung von Ausbildungsinteressierten mit ausländischer Staatsangehörigkeit zurückzuführen. Gegenüber 2010 wuchs der Ausländeranteil bei den Absolventinnen und Absolventen von vier auf 13 Prozent. Demgegenüber konnte der unterrepräsentierte Anteil der männlichen Fachkräfte nicht erhöht werden: Sowohl in 2010 als auch in 2020 lag der Männeranteil bei 15 Prozent.

Neue Pflegeausbildung trägt zum Anstieg der Schülerzahl bei

Rund 1.700 junge Menschen begannen im Schuljahr 2020/21 eine Ausbildung an einer Schule des Gesundheitswesens in dem neu eingeführten Bildungsgang „Pflegefachmann/-frau“, in dem die Bildungsgänge „Gesundheits- und Krankenpflege“, „Gesundheits- und Kinderkrankenpflege“ sowie „Altenpflege“ zu einer generalistischen Pflegeausbildung zusammengeführt wurden. Die hohe Zahl der Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger in diesem neuen Beruf trug damit zum Anstieg der Schülerzahl in den Berufen der Gesundheits- und Krankenpflege an den Schulen des Gesundheitswesens bei (plus 7,3 Prozent gegenüber 2019/20).

Die Daten über Schülerinnen und Schüler sowie Absolventinnen und Absolventen werden jährlich zum Schuljahresbeginn im Rahmen der Statistik der Schulen des Gesundheitswesens erhoben.
Die Daten der Auszubildenden in der Altenpflege und Altenpflegehilfe werden an den Fachschulen für Altenpflege im Rahmen der Statistik der berufsbildenden Schulen erhoben und stehen voraussichtlich Anfang 2021 zur Verfügung.

Autor: Dr. Marco Schröder (Referat Bildung)

Handelsabkommen mit GB - Unternehmen erleichtert über Sicherung des zollfreien Handels

Die Europäische Union und das Vereinigte Königreich haben sich am 24. Dezember 2020 nach langen, zähen Verhandlungen auf ein Freihandelsabkommen geeinigt, das die Zollfreiheit des bilateralen Warenhandels für die Zeit nach dem Ende der Brexit-Übergangsphase am 31. Dezember 2020 sichert.

Warenlieferungen aus den EU-Staaten nach Großbritannien und in umgekehrter Richtung sind somit weiterhin von jeglichen Zöllen befreit, wie es bisher bereits im Rahmen des europäischen Binnenmarktes der Fall war.

„Diese Nachricht haben die betroffenen Unternehmen mit großer Erleichterung aufgenommen“, kommentiert Karina Szwede, Sprecherin International der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. „Damit werden  zusätzliche Kosten und insofern auch Wettbewerbsnachteile für unsere Unternehmen bei Warenlieferungen über den Ärmelkanal abgewendet“, so die Außenwirtschaftsexpertin.

Mit dem neuen Abkommen sichern sich die EU und Großbritannien gegenseitig zu, dass Waren aller Art, die ihren Ursprung im Gebiet der anderen Vertragspartei haben, zollfrei importiert werden können. Das Vertragswerk muss noch vom Europäischen Rat gebilligt und vom Europäischen Parlament ratifiziert werden. Arbeitsintensiver wird der Handel mit Großbritannien dennoch: Unabhängig von diesem Abkommen sind ab 01.01.2021 Formalitäten wie Ausfuhranmeldungen abzuwickeln, die im Warenverkehr mit allen Ländern außerhalb der EU unabdingbar sind.

Neben dem Warenhandel sollen die laufenden Verhandlungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich auch eine Reihe anderer Themen, die für die Wirtschaft von Bedeutung sind, über den Jahreswechsel hinaus regeln. Dazu zählen etwa die Mobilität von Arbeitskräften oder der Schutz personenbezogener Daten. „Auch in diesen Bereichen gilt es für London und Brüssel, schnell pragmatische Regelungen zu vereinbaren, um die anhaltende Unsicherheit endlich zu beenden“, so Szwede.

Die rheinland-pfälzischen IHKs stehen ihren Mitgliedsunternehmen weiterhin mit Beratung und Informationsveranstaltungen zum Brexit zur Seite. Ein vertieftes Angebot zum britischen Markt stellt die IHK Pfalz mit ihrem Kompetenzzentrum Großbritannien bereit: www.pfalz.ihk24.de/grossbritannien.

Das Vereinigte Königreich ist ein bedeutender Partner der rheinland-pfälzischen Wirtschaft. Im vergangenen Jahr wurden Waren im Wert von rund 3,3 Mrd. Euro aus Rheinland-Pfalz nach Großbritannien exportiert. Damit war das Land der drittwichtigste ausländische Absatzmarkt für hiesige Unternehmen.

Mehr vollstationäre Behandlungen in rheinland-pfälzischen Krankenhäusern

Im Jahr 2019 wurden in den insgesamt 87 rheinland-pfälzischen Krankenhäusern fast 945.000 Personen vollstationär versorgt. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, waren dies rund 9.300 Personen bzw. ein Prozent mehr als im Vorjahr. Durchschnittlich verweilten die Patientinnen und Patienten rund sieben Tage in der Klinik. Dies führte über das gesamte Jahr betrachtet in Summe zu knapp 6,6 Millionen Belegungstagen.

Die rheinland-pfälzischen Krankenhäuser beschäftigten insgesamt 42.985 Vollkräfte. Das entspricht in etwa dem Vorjahreswert (43.067). Beim ärztlichen Personal ist eine deutliche Zunahme der Vollkräfte von fünf Prozent zu verzeichnen. Auch die Zahl der Pflegekräfte ist leicht um 145 Vollkräfte angestiegen (0,9 Prozent). Demgegenüber ist das nichtärztliche Personal insgesamt um 428 Vollkräfte bzw. 1,2 Prozent gesunken.

Hinweis zu Pressemitteilungen mit Daten vor Corona

Das Statistische Landesamt veröffentlicht jährlich mehr als 200 Pressemitteilungen, die ein umfassendes Bild der Strukturen und Entwicklungen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft liefern. Die Veröffentlichung der Zahlen erfolgt mit einigem zeitlichen Abstand zum Berichtszeitraum; denn das Einsammeln der Daten und ihre sorgfältige Aufbereitung nach wissenschaftlichen Grundsätzen kosten Zeit. Deshalb wird auch noch über Strukturen und Entwicklungen berichtet, die vor dem Beginn der Corona-Pandemie liegen. Diese Zahlen haben eine wichtige Funktion; sie bilden die Grundlage für die Bewertung der Auswirkungen von Corona in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft. Deshalb veröffentlicht das Statistische Landesamt Pressemitteilungen mit Vor-Krisen-Ergebnissen.

Einmal im Jahr liefern die Krankenhäuser Eckdaten zu Versorgung und Personal an das Statistische Landesamt.

Verdopplung der steuerlichen Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung

Deutliche Erhöhung auch des Pflege-Pauschbetrags

Zum 1. Januar 2021 treten bei der Lohn- und Einkommensteuer für Menschen mit Behinderung verschiedene Neuerungen in Kraft:

  • die Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung werden verdoppelt,
  • bereits ab einem Grad der Behinderung von mindestens 20 kann ein Pauschbetrag für Menschen mit Behinderung gewährt werden,
  • die zusätzlichen Anspruchsvoraussetzungen zur Gewährung eines Pauschbetrags für Menschen mit Behinderung bei einem Grad der Behinderung von unter 50 entfallen.

Darüber hinaus wird der derzeitige Pflege-Pauschbetrag von 924 Euro auf 1.800 Euro angehoben. Bei der häuslichen Pflege von Menschen, die in den Pflegegraden 2 und 3 eingeordnet sind, wird der pflegenden Person zukünftig ebenfalls ein Pflege-Pauschbetrag in Höhe von 600 Euro bzw. 1.100 Euro gewährt.

Mit diesen Änderungen im Einkommensteuergesetz wird vielen Menschen mit Behinderung der aufwändige Einzelnachweis ihrer behinderungsbedingten Mehraufwendungen auch in Zukunft erspart. Darüber hinaus wird den Leistungen pflegender Angehöriger künftig eine höhere Wertschätzung und persönliche Anerkennung zuteil.

Was müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Behinderung tun?

Sofern bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bereits bisher ein Pauschbetrag als Freibetrag im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigt wurde, muss grundsätzlich kein neuer Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung gestellt werden. Die verdoppelten Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung werden für die meisten Fälle automatisch angesetzt. Bei vorschüssig gezahlten Gehältern werden sich die erhöhten Beträge voraussichtlich erst in der Abrechnung für Februar auswirken. Wird der Erhöhungsbetrag in Einzelfällen erst nachträglich berücksichtigt, kann der Arbeitgeber die bisherigen Lohn-/Gehaltsabrechnungen rückwirkend korrigieren und die zu hoch einbehaltene Lohnsteuer erstatten.

Folgende Fälle sind von der vollautomatischen Verdopplung der Pauschbeträge für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Behinderung ausgenommen:

  • Übertragung der Pauschbeträge durch Kinder auf Eltern,
  • Übertragung der Pauschbeträge zwischen Ehegatten/Lebenspartnern,
  • der Lohnsteuerabzug erfolgt unter Berücksichtigung des Faktorverfahrens,
  • der Pauschbetrag verteilt sich auf mehrere Dienst- / Beschäftigungsverhältnisse,
  • die Gültigkeit des Pauschbetrags läuft zum 31. Dezember 2020 ab.

Wenn die Gültigkeit des Pauschbetrags zum 31. Dezember 2020 abläuft, muss ein neuer Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung gestellt werden. In allen anderen genannten Fällen werden die Finanzämter in Rheinland-Pfalz die Verdopplung zeitnah einpflegen.

Worauf sollten Betroffene im Jahr 2021 achten?

Sollte der verdoppelte Pauschbetrag für Menschen mit Behinderung nach dem ersten Quartal 2021 (Ablauf Monat März 2021) noch nicht beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt worden sein, sollte formlos (über ELSTER – www.elster.de –, schriftlich oder telefonisch)  Kontakt mit dem zuständigen Wohnsitzfinanzamt aufgenommen werden. Alternativ kann auch der „Antrag auf Korrektur von unzutreffenden elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM)“ verwendet oder ein Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung gestellt werden. Die erforderlichen Vordrucke stehen unter https://www.formulare-bfinv.de - hier unter „Steuerformulare / Lohnsteuer (Arbeitnehmer)“ zur Verfügung.

Was ist bei einem erstmaligen Antrag auf einen Pauschbetrag zu tun?

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die erstmalig einen Pauschbetrag für Menschen mit Behinderung für den monatlichen Lohnsteuerabzug wünschen, müssen hierfür einen einmaligen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung ausfüllen (entsprechende Nachweise müssen beigefügt werden). Dieser Antrag steht unter: https://www.formulare-bfinv.de – hier unter „Steuerformulare / Lohnsteuer (Arbeitnehmer)“ - zur Verfügung und kann per Post oder elektronisch (z.B. mit einer sonstigen Nachricht in www.elster.de) beim Wohnsitzfinanzamt eingereicht werden.

Dies gilt auch in den Fällen, in denen bislang kein Pauschbetrag für Menschen mit Behinderung gewährt werden konnte, da die gesetzlichen Voraussetzungen hierfür nicht erfüllt waren (z. B. Fälle mit einem Grad der Behinderung von 20 oder Fälle mit einem Grad der Behinderung unter 50 ohne die bislang notwendigen zusätzlichen Anspruchsvoraussetzungen).

Pauschbetrag auch im Rahmen der Einkommensteuererklärung möglich

Wird kein Antrag auf Lohnsteuerermäßigung gestellt oder handelt es sich um Steuerpflichtige, die keine Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer sind, kann der verdoppelte Pauschbetrag für Menschen mit Behinderung wie gewohnt im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

Berücksichtigung auch bei Vorauszahlungen

Für das Jahr 2021 festgesetzte Einkommensteuer-Vorauszahlungen können unter Berücksichtigung der erhöhten Behinderten-Pauschbeträge auf Antrag herabgesetzt werden.

2. IHK-Unternehmensbarometer zur Digitalisierung in Rheinland-Pfalz

Mehr Chancen als Risiken durch digitale Transformation

Der Ausbau einer leistungsfähigen Breitbandinfrastruktur bleibt für die Unternehmen das größte Hemmnis auf dem Weg in die digitale Transformation. Das zeigt das aktuelle „Unternehmensbarometer Digitalisierung in Rheinland-Pfalz“, mit dem die rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHK) zum zweiten Mal nach 2018 einen Einblick in den aktuellen Stand und die erwarteten Auswirkungen der Digitalisierung im Bundesland liefern.

Der Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, Arne Rössel, fasst die grundlegende Einschätzung von mehr als 600 teilnehmenden Unternehmen zusammen: „Besonders der Mittelstand sieht sich weiter in der Digitalisierung vorangekommen als noch in der ersten Umfrage vor knapp drei Jahren. Nach der Selbsteinschätzung der Unternehmen sind damit zwar die ersten Weichen auf dem Weg in die digitale Zukunft gestellt, das Ziel liegt jedoch oft noch in weiter Ferne.“ Während sich knapp 40 Prozent der Großbetriebe mit mehr als 250 Mitarbeitern und der Kleinstbetriebe unter 20 Mitarbeitern als voll digital bezeichnet, sind es im Mittelstand bei Unternehmen mit 20-249 Mitarbeitern lediglich 30,6 Prozent, in der Industrie sogar nur 25,3 Prozent aller Betriebe.

Trotz leicht positiver Tendenz seit 2018 fühlt sich immer noch knapp ein Drittel der befragten Unternehmen gebremst durch eine fehlende flächendeckende Digitalinfrastruktur, gerade auch im Mobilfunkbereich. Vordringliche Aufgabe für Bundes- und Landesregierung bleibt daher für 70 Prozent der Befragten die Schaffung einer leistungsfähigen und flächendeckenden Breitbandinfrastruktur. Von der Politik wünscht sich mittlerweile fast die Hälfte der Unternehmen zudem einen vereinfachten Zugang zu Digitalisierungsfördermitteln (44,1 Prozent), die Digitalisierung von Verwaltungsverfahren (49,1 Prozent) sowie die Vermittlung digitaler Basiskompetenzen in allen Bildungsbereichen (43,5 Prozent, Mehrfachnennungen waren möglich).

Die Digitalisierung erfordert Investitionen in allen Bereichen, wie die deutliche Mehrheit der teilnehmenden Unternehmen angibt. Besonders der Bedarf an Weiterbildungsmaßnahmen für die eigene Belegschaft hat im Vergleich zur Umfrage 2018 nochmals zugenommen (+4 Prozent). Für immer mehr Unternehmen überwiegen jedoch die Chancen die Risiken der digitalen Transformation: 57,8 Prozent sind davon überzeugt, dass neue digitale Geschäftsmodelle große Chancen bereithalten. Vor allem der Handel erkennt die steigenden Chancen der digitalen Transformation durch neue Geschäftsmodelle (62,9 Prozent).

Die vollständige Umfrage finden Sie unter www.ihk-rlp.de.

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