Samstag, 16. Januar 2021

Letztes Update:04:17:02 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Wirtschaftsleistung bricht im zweiten Quartal ein

Die zur Eindämmung der Corona-Pandemie getroffenen Maßnahmen haben zu einem massiven Rückgang der Wirtschaftsleistung in Rheinland-Pfalz geführt. Das preis-, kalender- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt reduzierte sich im zweiten Quartal 2020 nach vorläufigen, indikatorgestützten Berechnungen des Statistischen Landesamtes um 6,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Vorjahresvergleich gab die Wirtschaftsleistung um 8,7 Prozent nach.

Das Verarbeitende Gewerbe musste im zweiten Quartal einen heftigen Rückgang seiner bereinigten Bruttowertschöpfung um gut zehn Prozent gegenüber dem ersten Quartal verkraften. Mit einem Minus von 0,8 Prozent entwickelte sich die Wertschöpfung im Baugewerbe vergleichsweise stabil. Die Wertschöpfung in den Dienstleistungsbereichen sank im zweiten Quartal um 6,6 Prozent.

Im Verarbeitenden Gewerbe leidet die Investitionsgüterindustrie am stärksten unter der Krise. Ihre bereinigten Umsätze brachen im zweiten Quartal um mehr als ein Viertel ein. Am geringsten waren die Erlöseinbußen in der Vorleistungsgüterindustrie.

Die bereinigten Erlöse im Bauhauptgewerbe waren im zweiten Quartal leicht rückläufig. Einer Umsatzsteigerung im Hochbau stand ein Rückgang im Tiefbau gegenüber.

Auf die Umsätze in den einzelnen Dienstleistungssektoren wirkt sich die Corona-Pandemie sehr unterschiedlich aus. Das Gastgewerbe sieht sich einem massiven Umsatzminus von annähernd zwei Dritteln gegenüber. Auch der Kfz-Handel war mit einem Erlösrückgang von beinahe einem Viertel stark betroffen. Im Gegensatz dazu verbuchte der Einzelhandel im zweiten Quartal ein leichtes Umsatzplus.

Zum Konjunkturbericht 2. Quartal 2020.

Jahresergebnisse zum Bruttoinlandsprodukt werden vom Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ berechnet. Die Quartalsergebnisse zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in Rheinland-Pfalz beruhen auf einer ökonometrischen Schätzung, bei der die vom Arbeitskreis ermittelten Jahresergebnisse mithilfe von quartalsweise vorliegenden Indikatoren aus den Unternehmensstatistiken (z. B. Umsätze und Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen) auf die Quartale verteilt werden. Weitere Informationen zur Methodik stehen unter http://www.statistik.rlp.de/fileadmin/dokumente/monatshefte/2017/Juni/06-2017-350.pdf zur Verfügung.

Autor: Dr. Martin Jacobs (Referat Analysen Staat, Soziales)

Digitale Zukunft - Drei Zuschuss-Programme für den Mittelstand

Mehr denn je sind die Unternehmen in der aktuellen Situation gefordert, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Es gilt Geschäftsmodelle zu prüfen, Prozesse kritisch zu hinterfragen, technische Ausstattung und Know-how der Mitarbeiter auf den neusten Stand zu bringen und zukunftsfähig zu machen.  So beschreibt es die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwaldkreis (wfg) auf ihrer Homepage. „Es freut mich sehr, dass wir unseren Unternehmen drei wirklich hilfreiche Zuschussprogramme im Bereich der Digitalisierung  - zwei vom Bund und eins von uns - vorstellen können, die den Mittelstand mit Zuschüssen unterstützen“, ergänzt Geschäftsführerin Katharina Schlag.

Das erste ist das Bundesförderprogramm „go-digital“.  Dies unterstützt mit Beratungsleistungen in den drei Modulen “Digitalisierte Geschäftsprozesse”, “Digitale Markterschließung” und “IT-Sicherheit” kleine und mittlere Unternehmen bei der Digitalisierung und Optimierung ihres Arbeitsalltags. Beratungsleistungen in einem ausgewählten Hauptmodul, mit gegebenenfalls erforderlichen Nebenmodulen, werden mit einer Förderquote von 50 % auf einen maximalen Beratertagessatz von 1.100 Euro gefördert. Das Unternehmen wählt einen für go-digital autorisierten Berater und dieser übernimmt dann die Antragstellung  und die gesamte Projektabwicklung.

Darauf aufbauend stellt die wfg mit ihrem Programm „Digi-Cash“ Zuschüsse für die Umsetzung der Beratungsergebnisse zur Verfügung.  Hier wurden jüngst die Förderrichtlinien modifiziert, so dass jetzt noch mehr kleinere Projekte und Einzelmaßnahmen mit 50%, bis max. 2.500 Euro, bezuschusst werden können.

Anfang September startete das Bundesförderprogramm „Digital jetzt“, bei dem Investitionen in digitale Technologien und in die Qualifizierung von Mitarbeitern im Mittelpunkt stehen. Dabei weisen die Mindestfördersummen von 17.000 Euro (Technologien) bzw. 3.000 Euro (Qualifizierung) darauf hin, dass hier größere Projekte im Fokus liegen. Daher steht dieses Programm auch Unternehmen mit bis zu 499 Beschäftigten zur Verfügung.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.wfg-ww.de

Verbraucherpreise im September um 0,1 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat

Die Verbraucherpreise in Rheinland-Pfalz sind im September 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat leicht gesunken. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, war der Verbraucherpreisindex 0,1 Prozent niedriger als im September 2019. Damit liegen die Verbraucherpreise den dritten Monat in Folge unter dem Vorjahresniveau.

Veränderungen gegenüber September 2019

Energie war im September 2020 um 6,5 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat. Insbesondere die Preise für Mineralölprodukte (minus 16 Prozent) wirkten dämpfend auf die Inflationsrate. Die Preise für Heizöl (einschließlich Umlage) sanken um 32 Prozent und die Kraftstoffpreise um 10,5 Prozent. Während Fernwärme 3,2 Prozent und Gas (einschließlich Umlage) 0,1 Prozent billiger wurden, verteuerte sich Strom um 4,2 Prozent.

Die Preise für Nahrungsmittel lagen im September um 1,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Den kräftigsten Preisanstieg gab es bei Obst (plus 5,6 Prozent). Zum Beispiel kosteten Äpfel 17,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Fleisch und Fleischwaren wurden ebenfalls merklich teurer (plus 5,4 Prozent). Dagegen wurde Gemüse deutlich günstiger angeboten (minus 5,2 Prozent). So sank der Preis für Kartoffeln um zwölf Prozent; Tomaten verbilligten sich sogar um 21 Prozent.

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, belief sich im September 2020 auf plus 0,5 Prozent. Im August 2020 betrug sie plus 0,4 Prozent.

Unter den zwölf Abteilungen gab es bei alkoholischen Getränken und Tabakwaren die größte Preissteigerung gegenüber dem Vorjahresmonat (plus 2,9 Prozent). An zweiter Stelle folgte die Abteilung „Andere Waren und Dienstleistungen“ (plus 2,4 Prozent), zu der u. a. Dienstleistungen sozialer Einrichtungen wie die ambulante und stationäre Pflege gehören. Nennenswerte Preissenkungen waren in den Bereichen „Post und Telekommunikation“ (minus 2,9 Prozent), „Verkehr“ (minus 2,4 Prozent) und „Bekleidung und Schuhe“ (minus 1,8 Prozent) zu verzeichnen.

Veränderungen gegenüber August 2020

Im Vergleich zum Vormonat ist der Verbraucherpreisindex um 0,1 Prozent gesunken. Die Preise im Bereich „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ verringerten sich um 2,2 Prozent und im Bereich „Verkehr“ um 0,5 Prozent. Den mit Abstand kräftigsten Preisanstieg gab es saisonbedingt bei Bekleidung und Schuhen, die sich innerhalb eines Monats um 4,9 Prozent verteuerten.
Vom 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2020 werden der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16 Prozent sowie der ermäßigte Steuersatz von sieben auf fünf Prozent gesenkt. Diese Maßnahme wirkt sich unterschiedlich auf die einzelnen Gütergruppen aus. So sind mehr als zwei Drittel der im Warenkorb enthaltenen Güter mit dem regulären oder dem ermäßigten Steuersatz behaftet. Die übrigen rund 30 Prozent der Güter – wie beispielsweise Wohnungsmieten – sind von der Mehrwertsteuerpflicht befreit. In welchem Umfang die niedrigeren Mehrwertsteuersätze an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurden, ist nur schwer nachweisbar, da die Preisentwicklung von vielen Faktoren abhängt.

Die Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in elf rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittlerinnen bzw. Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preise von 650 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sogenannte Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. In dieser Pressemitteilung wird die Veränderung des Gesamtindexes ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat September 2020 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 5. Oktober 2020 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autor: Christian Born (Sachgebiet Verdienste, Preise)

106 Auszubildende für die Finanzämter

Ausbildungsstart in der rheinland-pfälzischen Steuerverwaltung

106 Auszubildende starten am 1. Oktober 2020 an einem der 22 Finanzämter in Rheinland-Pfalz mit einer zweijährigen Ausbildung zur Finanzwirtin / zum Finanzwirt.

Die Nachwuchskräfte erhalten insgesamt acht Monate theoretische Ausbildung an der Landesfinanzschule in Edenkoben/Pfalz und 16 Monate praktische Ausbildung im Finanzamt.

Die Ausbildung ist breit gefächert und bietet abwechslungsreiche Tätigkeiten, die von der Bearbeitung von Steuererklärungen im Innendienst bis zum Einsatz im Außendienst, z. B. die Prüfung von Unternehmen im Bereich der Lohnsteueraußen- oder der Umsatzsteuersonderprüfung, reichen. Die Auszubildenden werden ab dem ersten Tag ihrer Ausbildung in ein Beamtenverhältnis übernommen und erhalten monatliche Bezüge.

Der spätere Beruf als Beamter in der Steuerverwaltung ist verantwortungsvoll und vielseitig. Flexible Arbeitszeitmodelle ermöglichen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Voraussetzung für die zweijährige Ausbildung ist mindestens der Sekundarabschluss I.

Ausführliche Informationen rund um die Ausbildung und die Bewerbung sowie persönliche Erfahrungen von Auszubildenden gibt es auf Instagram unter: karriere.finanzamt oder im Internet unter: www.jobs.fin-rlp.de

Ab 1. Oktober Insolvenzantrag größtenteils wieder Pflicht

IHKs: Unternehmen haben Chance auf Sanierung

Zu Beginn der Corona-Krise war es eine Sofortmaßnahme der Bundesregierung zur Stützung der Wirtschaft: Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sollte besonders Unternehmen aus Tourismus, Messe und Handel helfen, die pandemiebedingte Ausfallzeit zu überstehen. Für den Insolvenzgrund der Zahlungsunfähigkeit läuft diese Regelung zum 30. September 2020 aus. Die rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) raten Unternehmerinnen und Unternehmern, sich über die Chancen eines Insolvenzverfahrens zu informieren.

Ab dem 1. Oktober tritt die vorrübergehende Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für Unternehmen, deren Zahlungsunfähigkeit auf den Folgen der COVID-19-Pandemie beruht, wieder außer Kraft. Zahlungsunfähig ist, wer mindestens 10 Prozent der fälligen Verbindlichkeiten in den folgenden drei Wochen nicht begleichen kann. Für die Überschuldung ist die Antragspflicht bis Ende des Jahres weiterhin ausgesetzt.

Konkret besteht die Insolvenzantragspflicht für alle Gesellschaften, bei denen keine persönliche Haftung vorliegt. Dort wird ein unterlassener Insolvenzantrag für Geschäftsführer gefährlich. Denn sie müssen innerhalb von drei Wochen nach Kenntnis des Insolvenzgrundes den Antrag stellen. Ansonsten droht zivilrechtlich eine umfassende persönliche Haftung für eingegangene Verbindlichkeiten, aber auch strafrechtliche Konsequenzen sind möglich.

Andere Rechtsformen – insbesondere Einzelunternehmer – sind zwar nicht verpflichtet, haben aber die Möglichkeit, einen Insolvenzantrag zu stellen. Diese besteht auch bereits vor tatsächlicher und nur drohender Zahlungsunfähigkeit. Besonders interessant für Einzelunternehmer ist das Instrument der Restschuldbefreiung mit dessen Hilfe sie sich nach Beendigung des Insolvenzverfahrens von sämtlichen Restverbindlichkeiten befreien können. Bislang war dies frühestens nach sechs Jahren möglich. Die Frist wird ab 1. Oktober 2020 auf drei Jahre verkürzt.

Die Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern begrüßt die Rückkehr zum Insolvenzrecht aus „Vor-Corona-Zeiten“ als Schritt in Richtung mehr Normalität, denn die Meldefristen ändern nichts an der Faktenlage. „Die Corona-Krise hat viele Unternehmen hart getroffen und die nächsten Monate gehen mit einer großen Unsicherheit für die Unternehmer einher. Sollten Betriebe nicht mehr zahlungsfähig sein, bietet die 'Insolvenz in Eigenverwaltung' oder das 'Schutzschirmverfahren' die Chance, das Unternehmen fortzuführen und zu sanieren. Einzelunternehmen können nach einer Restschuldbefreiung neu beginnen", schildert Arne Rössel, Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. „Fristenverlängerungen ändern nichts an einer Überschuldungslage und verschleppen notwendige Entscheidungen.“ Ein weiterer Baustein mit dem Ziel der Sanierung wird sich aus der EU-Restrukturierungsrichtlinie ergeben, die aber erst noch in deutsches Recht umgesetzt werden muss. Dann können entsprechende Maßnahmen schon vor dem Insolvenzverfahren greifen.

Neben den Geschäftsführern von Kapitalgesellschaften sollten sich daher auch Einzelunternehmer und Personengesellschafter bei Zahlungsschwierigkeiten frühzeitig über den Ablauf und die Chancen eines Insolvenzverfahrens informieren. Erste Anlaufstelle für ihre Mitgliedsunternehmen sind die Industrie- und Handelskammern. Sie halten grundlegende Informationen bereit und unterstützen Firmen mit Webinaren und Sprechtagen. Wichtig ist: Eine Insolvenz muss nicht unmittelbar zur Zerschlagung des Unternehmens führen und ist nicht mit einem Scheitern des Unternehmers gleichzusetzen sondern bietet auch Möglichkeiten, das Unternehmen weiterzuführen.

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL