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Bistum Trier: Pfarrer aus Waldbreitbach wird Multiplikator für Präventionsarbeit

Zertifizierte Multiplikatoren für die Präventionsarbeit

Aktuell werden 12 Hauptamtliche im Bistum Trier ausgebildet

Bistumsweit/Trier – Sichere Räume für Kinder, Jugendliche und schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene innerhalb der Kirche gewährleisten: Das ist das erklärte Ziel der Fachstelle Prävention gegen sexualisierte Gewalt im Bistum Trier. Um die Qualitätsstandards der Präventionsarbeit flächendeckend sicherzustellen, werden Hauptamtliche zu Multiplikatoren ausgebildet, die dann wiederum Basisschulungen zum Thema Prävention für hauptamtlich Beschäftigte im Bistum Trier und ehrenamtlich Engagierte vor Ort leiten. Die Teilnahme an einer Basisschulung ist seit dem Jahr 2010 für alle Mitarbeitenden im Bistum Trier verpflichtend.
90 Frauen und Männer wurden bereits zu Multiplikatoren ausgebildet – zwölf weitere absolvieren aktuell die zertifizierte Ausbildung. Vier Teilnehmende berichten.

Die Themen der Ausbildung sind vielfältig und umfassen die durch die Präventionsordnung des Bistum Trier vorgegebenen Inhalte: In insgesamt fünf Modulen (je zwei Tage) vertiefen die designierten Multiplikatoren ihr Wissen unter anderem in den Themenbereichen Täterstrategien, mögliche Reaktion von betroffenen Personen und hilfreiches Verhalten des Umfeldes. „Mit diesen Inhalten habe ich tagtäglich zu tun”, sagt die Ausbildungsteilnehmerin Doris Blesius (60), Psychologische Psychotherapeutin in den Lebensberatungsstellen Cochem und Ahrweiler. Die Multiplikatorenausbildung habe den Vorteil, dass dort Menschen aus unterschiedlichen Kontexten zusammen kämen, die ihren jeweils eigenen Fokus auf die Thematik haben. „Prävention kann nicht von Einzelnen bewirkt werden, sondern ist eine Aufgabe, die nur durch die Mitwirkung aller gelingen kann. Dieser Aspekt wird in den Basisschulungen in den Blick genommen. Alle Teilnehmenden erhalten Informationen, die sie handlungsfähiger machen sollen. Denn bei Beobachtungen von Grenzverletzungen oder übergriffigem Verhalten bedarf es eines mutigen und angemessenen Eingreifens. Dadurch sollen Taten verhindert beziehungsweise frühzeitig aufgedeckt werden.“

Inhaltlich auf den neuesten Stand

Die meisten Inhalte der Ausbildung sind auch Kathrin Prams (43) nicht unvertraut, da sie in ihrer Arbeit als Pädagogische Referentin in der FachstellePlus für Kinder- und Jugendpastoral Saarbrücken immer wieder mit diesen Themen konfrontiert ist. Dennoch lerne sie viel Neues in der Multiplikatorenausbildung, berichtet sie: „Die Ausbildung umfasst zum Beispiel ständig aktualisierte Zahlen, etwa zu Kriminalstatistiken, und neueste Forschungserkenntnisse.” Auch brandaktuelle Aspekte wie der Umgang mit digitalen Delikten würden angesprochen – ein Thema, das insbesondere bei Jugendlichen im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung an Brisanz gewonnen hat. Beispielhaft nennt sie pornografische Nachrichten, die Kinder und Jugendliche via Online-Chat von anderen Menschen, teilweise Fremden, erhalten. Dahinter stünden oftmals Erwachsene, die sich als Gleichaltrige ausgeben. „Wir möchten die Ehrenamtlichen dafür sensibilisieren, dass natürlich auch im Internet Vorsicht geboten ist. Die Multiplikatorenausbildung befähigt uns, ganz gezielt zu solchen Themen Module anzubieten und sie zu vertiefen.” Ein besonderes Augenmerk werde außerdem auf „katholische Risiken” gelegt, sprich Risikofaktoren, die speziell im kirchlichen Umfeld auftreten.

Strukturen schaffen, die dem Leben dienen

Pfarrer Andreas Burg aus der Pfarreiengemeinschaft Waldbreitbach, Niederbreitbach und Kurtscheid hat sich ebenfalls für die Multiplikatorenausbildung angemeldet. „Wenn es darum geht, eine Kultur der Achtsamkeit zu implementieren, braucht es Transparenz und gemeinsam festgelegte Regeln”, betont der 40-Jährige. Dabei dürfe das besondere Gefährdungspotential innerhalb von Kirche nicht ausgespart werden. Einer der wichtigsten Punkte in der Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen und auch hauptamtlichen Kollegen sei es, deren Blick für Grenzverletzungen zu schärfen und eine Kultur zu entwickeln, die es erlaubt, offen darüber zu sprechen. Feste Bestandteile wie ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis und eine Selbstverpflichtungserklärung – beides Voraussetzung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – seien wichtig, aber eben nicht genug. „Es geht darum, eine Haltung zu vermitteln, und zwar aus dem Evangelium heraus. Nicht als Machtsystem, sondern mit den Menschen. Dann haben wir eine Struktur geschaffen, die dem Leben dient.”

Die diplomierte Theaterpädagogin Pamela Diederichs arbeitet seit Anfang vergangenen Jahres als Pädagogische Referentin in der Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral Bitburg. Als sie dort anfing, ermutigten ihre Kollegen sie gleich, an der Multiplikatorenausbildung teilzunehmen – allein schon deshalb, weil diese Voraussetzung für die Durchführung der Basisschulungen ist. „So sind wir alle auf dem gleichen Wissensstand und können uns gut austauschen”, erklärt die 47-Jährige. „Es freut mich, dass wir uns damit innerkirchlich gut aufstellen und diese qualitativ sehr hohe Ausbildung machen können. Auch, dass die ersten zwei Module der Schulung aufgrund der Covid-19-Pandemie innerhalb kurzer Zeit auf digital umgestellt wurden, zeigt mir, dass man das Thema Prävention für relevant und wichtig erachtet und sich ihm nicht entziehen möchte.”

Die Multiplikatorenausbildung wird jeweils von zwei Mitgliedern der Fachgruppe Prävention geleitet. Der aktuelle Ausbildungszyklus, der im März begann und im Herbst endet, wird von der Diplom-Pädagogin Ulrike Laux und dem Diplom-Psychologen Christoph Fleck geleitet. Die Multiplikatorenausbildung richtet sich an alle Personen, die in ihrem Arbeitsfeld Basisschulungen zum Thema Prävention durchführen möchten. Weitere Informationen gibt es auf www.praevention.bistum-trier.de.

Wertschöpfung der Gesundheitswirtschaft sank im Jahr 2020

Wertschöpfung der Gesundheitswirtschaft sank im Jahr 2020

Im Corona-Jahr 2020 verringerte sich auch in der Gesundheitswirtschaft die Wirtschaftsleistung deutlich. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, ging die Bruttowertschöpfung in der rheinland-pfälzischen Gesundheitswirtschaft preisbereinigt um 5,1 Prozent zurück und damit sogar etwas stärker als in der Gesamtwirtschaft (minus 4,8 Prozent).

Mittelfristig wächst die Gesundheitswirtschaft jedoch dynamisch. Zwischen 2008 und 2020 stieg die Wertschöpfung nach derzeitigem Berechnungsstand preisbereinigt um 14 Prozent, während die gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfung in diesem Zeitraum lediglich um 6,4 Prozent zunahm.
Die Gesundheitswirtschaft trägt mehr als ein Zehntel zur Wirtschaftsleistung bei. In jeweiligen Preisen erzielte der Bereich 2020 eine Bruttowertschöpfung von 14,1 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anteil von elf Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung, die im Land erstellt wird.

Die Gesundheitswirtschaft ist sehr personalintensiv. Daher ist ihre Bedeutung für den Arbeitsmarkt noch größer als ihr Wertschöpfungsanteil. Im Jahr 2020 waren 280.400 Personen in der rheinland-pfälzischen Gesundheitswirtschaft tätig, was einem Anteil von knapp 14 Prozent an allen Erwerbstätigen entspricht. Im Vergleich der Bundesländer ist dies der fünfthöchste Anteil.

Gegenüber 2019 nahm die Zahl der Erwerbstätigen in der Gesundheitswirtschaft um 1,8 Prozent zu. Von 2014 bis 2020 – mit weiter zurückliegenden Jahren sind die Ergebnisse wegen einer Änderung der Methodik nur eingeschränkt vergleichbar – stieg die Erwerbstätigenzahl in der Gesundheitswirtschaft kräftig um 13 Prozent. Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen erhöhte sich in diesem Zeitraum in Rheinland-Pfalz nur um 2,8 Prozent.

Die Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen gibt Auskunft über die Produktivität der Gesundheitswirtschaft. Im Jahr 2020 erwirtschaftete jede erwerbstätige Person in der rheinland-pfälzischen Gesundheitswirtschaft im Durchschnitt eine Bruttowertschöpfung von 50.200 Euro. Damit liegt die Produktivität um rund 1.900 Euro unter dem Durchschnitt aller Bundesländer; im Ländervergleich belegt Rheinland-Pfalz den achten Platz. Aufgrund der hohen Personalintensität ist die Produktivität in der Gesundheitswirtschaft auch wesentlich niedriger als in der Gesamtwirtschaft (2020: 63.500 Euro).

Die Ergebnisse beruhen auf dem Wertschöpfungs-Erwerbstätigen-Ansatz, mit dem die Arbeitsgruppe „Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ (AG GGRdL) vergleichbare Daten zur Wertschöpfung und Erwerbstätigkeit in der Gesundheitswirtschaft für alle Bundesländer erstellt. Die Ergebnisse sind konsistent zu den amtlichen Gesamtrechnungsergebnissen der Arbeitskreise Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (AK VGRdL) und Erwerbstätigenrechnung (AK ETR). Dies ermöglicht den Vergleich mit der Gesamtwirtschaft bzw. mit anderen Wirtschaftsbereichen der Bundesländer.
Die Abgrenzung der Gesundheitswirtschaft erfolgte wirtschaftszweigbezogen auf Basis der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008 (WZ 2008) durch die Arbeitsgruppe Gesundheitsökonomische Gesamtrechnung der Länder (AG GGRdL), der das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz angehört. Weitergehende Informationen – auch zu der Berechnungsmethode – sind der Internetseite der Arbeitsgruppe www.ggrdl.de zu entnehmen.

Autor: Moritz Hohlstein (Referat Analysen Wirtschaft)

Live-Online-Lehrgang „Zollwissen kompakt“

Die Unternehmen arbeiten heute fast alle global, so werden Kenntnisse in der Außenwirtschaft zu Schlüsselqualifikationen. Vor allem Mitarbeiter in der Außenwirtschaftsberatung, die regelmäßig Auskünfte zu Fragen des EU-Zolltarifs, zu Ursprungsregeln in Freihandelsabkommen und zur Exportkontrolle geben, sind hier gefordert.

Die IHK-Akademie Koblenz führt zur Unterstützung der Unternehmen vom 6. – 8. Juli 2021 einen Live-Online Lehrgang mit den Themenschwerpunkten:

  • · Einreihung von Waren in den Zolltarif - Stammdaten korrekt erstellen
  • · Präferenzkalkulation und Lieferantenerklärungen
  • Exportkontrolle

durch. In drei aufeinanderfolgenden Online-Trainings zu je vier Stunden erhalten die Teilnehmer Sicherheit im Umgang mit den komplexen Regelungen der Fachthemen Zolltarif, Präferenzen und Exportkontrolle.

Angela Rosenberg, 0261 30471-83, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder Online www.ihk-akademie-koblenz. de Suchwort Zollwissen

IHKs in Rheinland-Pfalz bilden 99 Auszubildende zu Energie-Scouts weiter

Versteckte Energie-Fresser aufgespürt

Die Energiepreise zählen in den Unternehmen zu den größten Kostentreibern. Immer mehr Betriebe investieren deshalb und gleichzeitig zum Schutz der Umwelt in Maßnahmen zu effizienterem Energieeinsatz und motivieren ihre Belegschaften zum sparsamen Umgang mit Ressourcen. Die Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Rheinland-Pfalz sensibilisieren deshalb bereits Auszubildende und bieten Jugendlichen die Weiterbildung zum „IHK-Energie-Scout“ an. Herausragende Projektarbeiten aus dem diesjährigen Wettbewerb zeichneten die IHKs am Donnerstag, 10. Juni, bei einer digitalen Preisverleihung aus.

Energie-Management ist für die Präsidenten-Sprecherin der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, Susanne Szczesny-Oßing, ein Kernthema für die Betriebe: „An unserem Standort sind die kleinen und mittelständischen Unternehmen entscheidende Innovationstreiber. Doch in der jüngsten Konjunkturumfrage bezeichnete schon annähernd jeder zweite Betrieb die steigenden Energie- und Rohstoffpreise als Risiko für seine weitere Entwicklung. Das motiviert den Mittelstand zu großen Anstrengungen bei Energiewende und Klimaschutz. Mit dem Projekt Energie-Scouts wollen die IHKs Auszubildende frühzeitig an dieses Thema heranführen. Sie sollen einen Beitrag leisten, den Energieverbrauch und die Energiekosten nachhaltig zu senken.“ Szczesny-Oßing würdigte die jungen Teams: „Sie helfen durch Ihr Engagement, nachhaltiges Wirtschaften weiter zu fördern und verinnerlichen zugleich unternehmerisches Denken und Handeln als Fach- und Führungskräfte von morgen."

Insgesamt 99 Auszubildende aus 31 Unternehmen haben die vier rheinland-pfälzischen IHKs 2020 zu Energie-Scouts weitergebildet. „Wir setzen bei den jungen Mitarbeitern an, um frühzeitig einen verantwortungsvollen Umgang mit Energie zu fördern. Gleichzeitig hilft das Projekt den Betrieben dabei, nachhaltig Kosten einzusparen“, erklärte Arne Rössel als Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz.

Bei der digitalen Abschlussveranstaltung der IHK-Energie-Scouts 2021 präsentierten die Azubiteams ihre Projektarbeiten. Auf Plakaten stellten sie dar, welche Maßnahmen sie in ihren Betrieben zur Einsparung und zum effizienten Einsatz von Energie entwickelt oder optimiert haben. Das besondere Augenmerk der Besucher galt den acht besten Projekten. Aus diesen wählten eine Jury und das Publikum die drei Siegerprojekte aus, die von den Industrie- und Handelskammern mit einem Preisgeld von insgesamt 1.800 EUR gewürdigt wurden. Die Preisträger sind:

1.  Platz: Finzelberg GmbH & Co. KG, Andernach; Projekt-Team: Julian Wohlgemuth, Fabian Rebiger, Alikaan Akdeniz, Alexander Neustedt und Mehmet Özdemir

2.  Platz: Lohmann & Rauscher GmbH & Co. KG, Neuwied; Projekt-Team: Enrico Dück, Amelie Milbrodt, Jérémie Fallait, Max Karowsky

3.  Platz:  KBMT GmbH & Co. KG, Trierweiler; Projekt-Team: Niklas Kersch, Daniel Palgen, Nico Fischer, Mathis Huwer

Bereits zum siebten Mal haben die IHKs in Rheinland-Pfalz diese kostenfreie Qualifikation angeboten, die sich aus zwei eintägigen Workshops und einer Projektarbeit im Unternehmen zusammensetzt. „Im praktischen Teil suchten die Auszubildenden ganz konkret nach versteckten ,Energie-Fressern` in ihren Betrieben“, erläuterte Szczesny-Oßing.

Die Ideen für die Unternehmensprojekte waren vielfältig und reichten von der Lokalisierung und Behebung von Druckluftleckagen über die Umrüstung auf energieeffiziente Beleuchtungssysteme bis hin zur optimierten Steuerung von Pumpen und Maschinen oder Aktionen zur Mitarbeitersensibilisierung. Die Nachfrage nach der Weiterbildung zum Energie-Scout ist weiterhin so groß, dass das Projekt im Herbst 2021 bereits zum achten Mal stattfinden wird.

Azubiteams aus den acht folgenden Unternehmen stellten bei der Abschlussveranstaltung ihre Energieeffizienzprojekte vor:

Daimler Truck AG, Wörth

Finzelberg GmbH & Co. KG, Andernach

InterPlan Ingenieure Becker GmbH, Trier

KBMT GmbH & Co. KG, Trierweiler

Lohmann & Rauscher GmbH & Co. KG, Neuwied

Reifenhäuser Blown Film GmbH, Worms

Tehalit GmbH, Heltersberg

THIMM Display GmbH, Wörrstadt

Im ersten Quartal mehr Gründungen von Nebenerwerbsbetrieben

In Rheinland-Pfalz wurden im ersten Quartal 2021 insgesamt 9.370 Gewerbe angemeldet. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, liegt dieser Wert um 13,4 Prozent über dem Wert des ersten Quartals 2020, für das 8.262 Gewerbeanmeldungen verzeichnet wurden. Die Zahl der Gewerbeabmeldungen lag hingegen um 2,4 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Betriebsgründungen

Insgesamt 1.458 Gewerbeanmeldungen waren sogenannte Betriebsgründungen. Dies sind 0,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Zu den Betriebsgründungen zählen alle Neugründungen von Kapital- und Personengesellschaften sowie alle Neugründungen von Einzelunternehmen, bei denen ein Handelsregistereintrag oder eine Handwerkskarte vorliegt oder die mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben.

Den höchsten Anteil an den Betriebsgründungen hatte mit mehr als 22 Prozent der Wirtschaftsabschnitt „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“. Den zweithöchsten Anteil stellte mit rund 13 Prozent der Wirtschaftsabschnitt „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“.

Die Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner erreichten den höchsten Wert mit 7,6 in der kreisfreien Stadt Zweibrücken. Der niedrigste Wert war mit 1,4 im Landkreis Kusel zu verzeichnen. In den kreisfreien Städten waren 5,0 Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner festzustellen. Dem standen nur 3,1 Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner in den Landkreisen gegenüber.

Sonstige Neugründungen

Über die Betriebsgründungen hinaus gab es im ersten Quartal 2021 insgesamt 6.213 sogenannte sonstige Neugründungen. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum stieg deren Anzahl um 16,4 Prozent. Zu den sonstigen Neugründungen gehören die Gründung von Kleinunternehmen, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, keine Handwerkskarte besitzen und über keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verfügen, sowie die Gründung von Nebenerwerbsbetrieben. Von den sonstigen Neugründungen erfolgten 4.753 im Nebenerwerb. Hier ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von knapp 41 Prozent zu verzeichnen.

Neben den Betriebsgründungen und sonstigen Neugründungen waren in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 noch 1.699 weitere Gewerbeanmeldungen zu verzeichnen. Hierunter fallen Umwandlungen sowie Zuzüge und Übernahmen.

Gewerbeabmeldungen

Im ersten Quartal 2021 wurden 7.730 Gewerbe abgemeldet. Die Zahl der Betriebsaufgaben – sie sind das Pendant zu den Betriebsgründungen – sank um 15,5 Prozent auf 1.175. Die sonstigen Stilllegungen lagen mit 4.789 um 5,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals.

Die Daten stammen aus der Gewerbeanzeigenstatistik, die aus den monatlichen Lieferungen der rheinland-pfälzischen Gewerbeämter an die im Statistischen Landesamt angesiedelte Verwaltungsstelle „Gewerbe-Online“ erstellt wird. Die Gewerbeanzeigenstatistik stellt für Rheinland-Pfalz wichtige Informationen über Existenzgründungen und Stilllegungen bereit. Die Zahlen finden in der Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Strukturpolitik Verwendung. Daten über Gewerbemeldungen werden auch verstärkt in Bezug auf deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt untersucht.

Autor: Dr. Dirk Schneider (Referat Steuern, Verwaltungsstatistiken)

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