Freitag, 23. August 2019

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Über 160 Teilnehmer beim 3. Immobilientag in der Stadthalle Lahnstein

Der Verein „Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Rhein-Lahn e.V.“ und die Volksbank Rhein-Lahn-Limburg eG luden gemeinsam zum 3. Immobilientag in die Konferenzräume der Stadthalle Lahnstein ein.

Volksbank-Bereichsleiter Günter Groß und Rudi Keßler, Vorsitzender von „Haus und Grund“ begrüßten die Gäste, denen insgesamt 4 Vorträge mit unterschiedlichen Themen geboten wurden. Jeweils nach den Vorträgen bestand die Möglicheit zur Diskussion und nach einer kleinen Pause mit Imbiss startete dann der nächste Vortrag.

Günter Groß wies darauf hin, dass alles, was dreimal stattfindet, bereits Tradition sei und gemeinsam mit Rudi Keßler versprach er, auch künftig dieses Veranstaltungsformat anbieten zu wollen. Die bisher sehr positiven Reaktionen und die Resonanz auf die Veranstaltung sprächen schließlich für sich.

Prokurist Oliver Schmidt von der Creditreform startete den Reigen der Präsentationen und gab wertvolle Hinweise zur Verbraucherüberschuldung und deren Folgen. Sehr interessant waren für die Besucher vor allem die regionalen Unterschiede, die aus dem „Schuldneratlas“ ersichtlich sind sowie die Hauptgründe, die zu einer Überschuldung führen. Nach wie vor an der Spitze liegt als Grund die Arbeitslosigkeit, gefolgt von Krankheit/Sucht, Scheidung und einem nicht zum Einkommen passenden Konsumverhalten.

Mit dem Thema: „Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Frühzeitig an später denken“ traf Rechtsanwalt Dirk Wachendorf den Nerv der Zuhörer. Nach einer Erläuterung und Abgrenzung der beiden Begriffe machte der Referent deutlich, warum es sinnvoll ist, solche Verfügungen zu treffen. Anhand zahlreicher Beispiele wurden den Besuchern dies verdeutlicht. „Die Sicherheit im Vorfeld, höchstpersönliche Angelegenheiten möglichst im Sinne des Betroffenen zu regeln und den eigenen Willen bis zuletzt zu respektieren“ nannte Wachendorf als einen wesentlichen Grund.

Rechtsanwalt Thomas Rompelberg widmete sich den Klauseln im Wohnraummietrecht und zeigte dies anschaulich anhand von Schönheitsreparaturen. Er definierte zunächst den exakten Begriff, zeigte auch auf, was nicht dazu gehört und wies dann darauf hin, wer denn zur Durchführung von Schönheitsreparaturen verpflichtet ist. Mitgebrachte Vertragsmuster sowie Urteile dazu rundeten den Vortrag ab.

Dominik Schüller vom Deutschen Roten Kreuz als vierter Redner stellte den Hausnotruf des DRK-Mittelrhein vor. 365 Tage im Jahr und rund um die Uhr leiste das DRK Hilfe per Knopfdruck, so der Referent, mit dem Ziel, dass Menschen möglichst lange, selbstbestimmt und unabhängig in der vertrauten Umgebung leben können. Bereits über 2.100 Teilnehmer im Rhein-Lahn-Kreis und Koblenz nutzen dieses Angebot, das u.a. schnelle Hilfe durch naheliegende Rettungswachen leistet.

Rudi Keßler bedanke sich nochmals bei den Besuchern für ihre interessanten Fragen an die Referenten und Diskussionen und wünschte Ihnen einen guten Nachhauseweg.

Wirtschaftsleistung wächst um 1,7 Prozent

„Die rheinland-pfälzische Wirtschaft ist 2018 trotz schwierigerer Rahmenbedingungen robust gewachsen“, ist das gemeinsame Resümee von Wirtschaftsminister Volker Wissing und Marcel Hürter, Präsident des Statistischen Landesamtes, anlässlich der Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Jahreswirtschaftsberichts.

Das Bruttoinlandsprodukt nahm nach vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder preisbereinigt um 1,7 Prozent zu (Deutschland: plus 1,4 Prozent). „Im Vergleich der Bundesländer liegt Rheinland-Pfalz – gemeinsam mit Hamburg – auf dem fünften Platz“, erläuterte Hürter das Ergebnis. In jeweiligen Preisen belief sich das Bruttoinlandsprodukt auf 149 Milliarden Euro (plus 5,4 Milliarden Euro bzw. plus 3,8 Prozent). In Rheinland-Pfalz wurden 2018 folglich 4,4 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet.

Kräftiger Wachstumsbeitrag der Dienstleistungsbereiche

Alle wichtigen Wirtschaftsbereiche haben 2018 zum Wachstum beigetragen. Den mit Abstand größten Beitrag leisteten die Dienstleistungsbereiche; die Wertschöpfung stieg hier um 1,4 Prozent (Deutschland: plus 1,6 Prozent). Aufgrund ihres hohen Anteils an der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung (64 Prozent; Deutschland: 68 Prozent) trugen die Dienstleistungsbereiche etwa die Hälfte (0,86 Prozentpunkte) zum gesamten Wirtschaftswachstum bei.

Der kleinste Dienstleistungsbereich „Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ (Anteil an der gesamten Bruttowertschöpfung: 19 Prozent) erwirtschaftete mit plus 2,6 Prozent den größten Zuwachs (Deutschland: plus 2,4 Prozent). Der Teilsektor „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen“ (Anteil: 21 Prozent) verzeichnete den geringsten Anstieg (plus 0,5 Prozent; Deutschland: plus 1,3 Prozent). Im größten Teilsektor „Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung, Gesundheit“ (Anteil: 24 Prozent) stieg die Bruttowertschöpfung um 1,2 Prozent (Deutschland: ebenfalls plus 1,2 Prozent).

Industrie wächst um 1,5 Prozent

Die Bruttowertschöpfung des Verarbeitenden Gewerbes verbesserte sich um 1,5 Prozent. Da in diesem Bereich 26 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung erstellt werden, lag der Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum bei knapp 0,4 Prozentpunkten.

Anhand der Umsätze zeigt sich, dass die günstige Entwicklung in der Industrie vor allem auf das Auslandsgeschäft zurückzuführen ist. Der Gesamtumsatz im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden stieg 2018 um 6,9 Prozent. Während sich die Inlandsumsätze um 2,8 Prozent (Deutschland: plus 1,8 Prozent) erhöhten, stiegen die Erlöse im Ausland sogar um zehn Prozent (Deutschland: plus 2,9 Prozent). Damit nahm die Exportquote weiter zu; die rheinland-pfälzische Industrie weist mit 57,6 Prozent unter den Flächenländern die höchste Exportquote auf. „Die Daten verdeutlichen, dass die rheinland-pfälzischen Industrieunternehmen weiterhin auf den Export setzen. Angesichts des weltwirtschaftlichen Umfelds – Brexit, zunehmende Handelskonflikte, schwächeres Wachstum in China, in der EU und in der Eurozone – birgt die Exportorientierung zwar Risiken, zeigt aber auch die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie“, sagte Wirtschaftsminister Wissing.

Die größten Wachstumsimpulse kamen aus der Konsumgüterindustrie. Die Erlöse der Konsumgüterhersteller stiegen 2018 um 23 Prozent. Den wesentlichen Beitrag dazu leistete die Pharmabranche, deren Umsätze um 78 Prozent über dem Niveau des Vorjahres lagen. Aber auch die Investitionsgüterhersteller konnten Umsatzsteigerungen realisieren (plus 4,6 Prozent). Das geringste Wachstum verzeichneten die Vorleistungsgüterproduzenten mit plus 2,8 Prozent, was unter anderem auf die verhaltene Entwicklung der Chemieindustrie zurückzuführen ist, deren Erlöse nur um 1,2 Prozent zulegten.

Baugewerbe: Hochkonjunktur hält an

Noch besser als in der Industrie lief es 2018 im Baugewerbe. Preisbereinigt erhöhte sich die Wirtschaftsleistung hier um 5,9 Prozent (Deutschland: plus drei Prozent). Da das Baugewerbe aber nur einen Anteil von 5,9 Prozent an der gesamten Wertschöpfung hat (Deutschland: 5,3 Prozent), ist sein Beitrag zum Wirtschaftswachstum mit 0,31 Prozentpunkten trotz des starken Zuwachses kleiner als der Beitrag der Industrie.

Von den beiden Teilbereichen des Baugewerbes ist das Bauhauptgewerbe kräftig gewachsen. Hier übertraf der Umsatz 2018 das bisherige Rekordergebnis von 2017 um zwölf Prozent (Deutschland: plus elf Prozent). Alle Bereiche des Bauhauptgewerbes erzielten zweistellige Zuwachsraten. Die Erlöse stiegen im Hochbau um knapp 13 und im Tiefbau um knapp zwölf Prozent.

Die Ergebnisse der Konjunkturerhebung im Ausbaugewerbe für 2018 sind aufgrund einer methodischen Änderung nur eingeschränkt mit den Vorjahreswerten vergleichbar. Die Zahlen deuten auf eine weiterhin positive Entwicklung des Ausbaugewerbes.

Landwirtschaft

Im Jahr 2018 ist auch der Sektor „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ kräftig gewachsen. Die Bruttowertschöpfung stieg in diesem Bereich um knapp 19 Prozent (Deutschland: minus 1,6 Prozent). Dadurch erbrachte der primäre Sektor, trotz des sehr kleinen Anteils an der gesamten Wirtschaftsleistung (1,5 Prozent; Deutschland: 0,8 Prozent), einen nennenswerten Beitrag zum Wachstum der rheinland-pfälzischen Wirtschaft. Er fiel mit 0,26 Prozentpunkten fast so hoch aus wie der Beitrag des Baugewerbes. Ein wesentlicher Grund für dieses sehr gute Ergebnis war die außergewöhnlich ertragreiche Weinernte 2018.

Außenhandel: Exporte steigen das neunte Jahr in Folge

Der längerfristige Trend steigender Exporte blieb 2018 ungebrochen. Der Wert der aus Rheinland-Pfalz ausgeführten Waren nahm das neunte Jahr in Folge zu. Das Wachstum hat sich 2018 weiter beschleunigt. Der Wert der Ausfuhren stieg kräftig um 9,3 Prozent; dies war der größte Zuwachs seit 2011 (Deutschland: plus 3 Prozent). Die außergewöhnlich starke Zunahme der Ausfuhren 2018 ist im Wesentlichen auf die Steigerung der Konsumgüterexporte zurückzuführen, die um 36 Prozent zulegten. Der Grund für diesen Anstieg ist die kräftige Zunahme der Ausfuhr „Pharmazeutischer Spezialitäten“ (insbesondere Medikamente), die sich um 72 Prozent erhöhte. In geringerem Umfang als die Konsumgüter trugen auch die Investitionsgüter zum Anstieg der Ausfuhren bei. Ihr Exportwert stieg um 2,1 Prozent. Die Ausfuhr von Vorleistungsgütern war hingegen leicht rückläufig (minus 0,6 Prozent).

Preise

Die Verbraucherpreise lagen 2018 im Jahresdurchschnitt um 1,7 Prozent über dem Vorjahresniveau (Deutschland: plus 1,8 Prozent). Die jährliche Preisentwicklung blieb damit seit 2013 durchgängig unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank für den Euroraum (unter, aber nahe zwei Prozent). Den Höchststand erreichte die Teuerungsrate mit plus 2,5 Prozent im Oktober. Die niedrigste Preissteigerung wurde im Februar registriert (plus 0,9 Prozent).

Die Preisentwicklung bei den Energieprodukten (plus 4,4 Prozent) hatte auch 2018 einen merklichen Einfluss auf die Teuerungsrate. Der Energiebereich trug 0,46 Prozentpunkte zur Gesamtteuerung bei. Vor allem die Preise für Heizöl und Kraftstoffe zogen kräftig an (plus 19 Prozent bzw. plus acht Prozent). Die höchste Teuerungsrate gab es in der Hauptgruppe „Verkehr“ (plus 3,4 Prozent).
Die als Kerninflationsrate bezeichnete Veränderung des „Gesamtindex ohne Nahrungsmittel und Energie“ lag im Jahresdurchschnitt 2018 bei plus 1,3 Prozent (Deutschland: plus 1,4 Prozent).

Arbeitsmarkt: Aufwärtstrend setzt sich fort

Die gute wirtschaftliche Entwicklung hat dazu beigetragen, dass sich der Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt auch im Jahr 2018 weiter fortgesetzt hat. Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte in Rheinland-Pfalz ebenso wie die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen neuen Höchstwert. Dagegen fiel die Arbeitslosenquote auf den niedrigsten Stand seit 1992.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Erwerbstätigen um 18 800 auf einen neuen Rekordwert von 2,04 Millionen gestiegen (plus 0,9 Prozent; Deutschland: plus 1,3 Prozent). Einen starken Anstieg verzeichnete die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (plus 1,6 Prozent; Deutschland: plus 2,2 Prozent). Auch die geringfügige Beschäftigung nahm weiter zu (plus 0,7 Prozent; Deutschland: plus 0,9 Prozent). Die Zahl der Selbstständigen fiel dagegen erstmals seit 2003 wieder unter die Marke von 200.000 Personen (minus 2,2 Prozent; Deutschland: minus 1,7 Prozent).

Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich um 7.500 auf jahresdurchschnittlich 98 800 Personen (minus 7,1 Prozent; Deutschland: minus 7,6 Prozent). Das ist der niedrigste Stand seit 1992. Die Arbeitslosenquote sank um 0,4 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent. Sie lag damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (5,2 Prozent). Im Ländervergleich weisen bereits seit 2003 nur Bayern und Baden-Württemberg eine niedrigere Arbeitslosenquote auf.

Die Zahl der offenen Stellen, die die Nachfrageseite des Arbeitsmarktes beschreiben, ist weiter gestiegen. Bei der Bundesagentur für Arbeit waren 40.500 offene Stellen gemeldet, was einen Zuwachs um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Außergewöhnlicher Weinjahrgang 2018

Die Wein ausbauenden Betriebe und Kellereien in Rheinland-Pfalz erzeugten aus der Traubenernte des Jahres 2018 rund 6,7 Millionen Hektoliter Wein und Most. Wie das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz in Bad Ems mitteilt, waren das knapp 38 Prozent (1,8 Millionen Hektoliter) mehr als im Vorjahr. Einen mengenmäßig ähnlich außergewöhnlichen Weinjahrgang gab es zuletzt 2008 mit einer Weinerzeugung von 6,8 Millionen Hektolitern. Im Jahr 2018 wurden 27 Prozent zu Prädikats-, 66 Prozent zu Qualitäts- und 7 Prozent zu Landwein ausgebaut.

Auf die Erzeugung von Weißweinen entfielen 72 Prozent (4,8 Millionen Hektoliter). Davon wurden 59 Prozent zu Qualitäts- und 33 Prozent zu Prädikatsweinen verarbeitet. Beim Rotwein wird ein deutlich höherer Anteil als Qualitätswein vermarktet; 2018 waren es 84 Prozent (1,6 Millionen Hektoliter).

Mit 2,9 Millionen Hektolitern wurde im Anbaugebiet Rheinhessen die größten Erntemengen eingefahren, gefolgt von der Pfalz mit 2,5 Millionen Hektolitern. An der Mosel, dem drittgrößten Anbaugebiet in Rheinland-Pfalz, wurden 907.000 Hektoliter geerntet. 393.000 Hektoliter wurden an der Nahe geerntet, gefolgt von der Ahr mit 48.000 Hektolitern und dem Mittelrhein mit 36.000 Hektolitern. Von Rebflächen außerhalb der im Weinrecht festgelegten Weinanbaugebiete (Deutschweingebiete) wurden 2018 gut 2.000 Hektoliter geerntet.

Die Weinerzeugung basiert in Rheinland-Pfalz zu 99,8 Prozent auf landeseigenen Trauben. Lediglich 0,2 Prozent (knapp 14.000 Hektoliter) werden außerhalb von Rheinland-Pfalz zugekauft. Landesintern werden vor allem von Betrieben mit Sitz im Anbaugebiet Mosel Trauben aus anderen rheinland-pfälzischen Anbaugebieten zugekauft. 13 Prozent der gesamten Weinernte stammt von der Mosel; demgegenüber stehen knapp 23 Prozent rheinland-pfälzischer Weinerzeugung in Betrieben in diesem Anbaugebiet.

In den vergangenen zehn Jahren konnten unter den bedeutenden Weißweinen die Rebsorten Chardonnay und Sauvignon blanc hinsichtlich der Ertragsrebfläche und dadurch bedingt auch hinsichtlich der Erntemenge besonders stark zulegen. Im Zeitraum 2009 bis 2018 stieg die Erntemenge für Chardonnay in Reinland-Pfalz um 102.000 Hektoliter (plus 141 Prozent) auf 175.000 Hektoliter an. Der größte Anteil des Zuwachses entfällt auf die Anbaugebiete Rheinhessen und Pfalz. Prozentual noch deutlicher ausgeprägt ist im gleichen Zeitraum der Anstieg beim Sauvignon blanc: Hier beträgt der Zuwachs der Erntemenge 381 Prozent (69 000 Hektoliter); 2018 wurden 87.000 Hektoliter geerntet.

Die Angaben basieren auf der sekundärstatistischen Auswertung der Weinerzeugungsmeldungen, die Bestandteil der bei der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz geführten EU-Weinbaukartei sind.
Ein Hektoliter (hl) sind 100 Liter.

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)

Teuerungsrate im März bei plus 1,2 Prozent

Die Inflationsrate ist in Rheinland-Pfalz im März 2019 gesunken. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex um 1,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Februar hatte die Inflationsrate plus 1,5 Prozent betragen.

Die Energiepreise waren im März 2019 um 3,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Mineralölprodukte verteuerten sich um 4,5 Prozent. Dazu trugen insbesondere die Heizölpreise bei, die innerhalb eines Jahres um 14,3 Prozent zulegten. Für Kraftstoffe mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher im März 2,8 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahresmonat. Die Strompreise erhöhten sich um 2,5 Prozent und die Preise für Fernwärme um 1,4 Prozent. Die Preise für Gas waren dagegen rückläufig (minus 0,7 Prozent).

Die Nahrungsmittelpreise sind im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht gestiegen (plus 0,3 Prozent). Kräftige Preissteigerungen gab es beim Gemüse (plus 7,0 Prozent). Dies ist in erster Linie auf die starke Preiserhöhung bei Kartoffeln um 39,5 Prozent zurückzuführen. Aber auch Kopf- oder Eisbergsalat und Gurken wurden merklich teurer (plus 10,7 bzw. 11,4 Prozent). Ebenfalls spürbare Preissteigerungen waren bei Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchten sowie bei Brot- und Getreideerzeugnissen zu beobachten (plus 2,8 bzw. 2,5 Prozent). Preissenkungen gab es dagegen bei Obst sowie Molkereiprodukten und Eiern (minus 7,1 bzw. minus 3,3 Prozent). So waren Äpfel um 22,6 Prozent billiger als ein Jahr zuvor.

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, lag im März 2019 bei plus 1,0 Prozent nach plus 1,3 Prozent im Februar.

In neun der zwölf Hauptgruppen sind die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Die stärkste Steigerung war mit plus 3,0 Prozent in der Hauptgruppe „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ zu verzeichnen. Es folgten die Hauptgruppen „Verkehr“ (plus 2,1 Prozent) sowie „Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe“ und „Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen“ (jeweils plus 2,0 Prozent). In den Hauptgruppen „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ sowie „Post und Telekommunikation“ waren die Preise dagegen rückläufig (minus 1,1 bzw. minus 0,5 Prozent). Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke blieben im Vergleich zum Vorjahresmonat unverändert.

Veränderungen gegenüber Februar 2019

Gegenüber dem Vormonat nahm der Verbraucherpreisindex im März 2019 um 0,3 Prozent zu. Insbesondere für Bekleidung und Schuhe mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher tiefer in die Tasche greifen als im Februar (plus 1,8 Prozent). Hierbei dürften saisonale Gründe eine Rolle spielen. In der Hauptgruppe „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ stiegen die Preise um 1,4 Prozent. Deutliche Preisrückgänge gab es in der Hauptgruppe „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ (minus 0,7 Prozent).

Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in elf rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von 600 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte zukommt (sog. Wägungsschema), im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. Hier wird der Gesamtindex ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.

Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat März 2019 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 3. April 2019 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt, Verdienste / Preise)

Trockenperiode hatte starke Auswirkungen auf den Gemüseanbau

Gemüseanbau

Im Jahr 2018 wurden in Rheinland-Pfalz in 370 Betrieben 589.000 Tonnen Freilandgemüse erzeugt. Damit lag die Ernte leicht unter dem vorjährigen Aufkommen von rund 592.000 Tonnen (minus 0,6 Prozent). Auch die Anbaufläche war im Vergleich zum Vorjahr mit 19.000 Hektar um etwa 600 Hektar kleiner. Beide Effekte sind maßgeblich auf die Witterung des vergangenen Jahres mit der extremen Trockenperiode zurückzuführen.

In Rheinland-Pfalz, wie in ganz Deutschland, wird Gemüse hauptsächlich im Freiland und nur wenig in Gewächshäusern angebaut. Die Fläche unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen einschließlich Gewächshäuser beträgt in Rheinland-Pfalz 43 Hektar.

Die Freilanderzeugung findet schwerpunktmäßig in größeren Betrieben mit Anbauflächen für den Gemüsebau von 20 Hektar und mehr statt. 2018 machen diese Betriebe (ohne Erdbeeren) 40 Prozent der Erzeuger aus. Sie bewirtschafteten knapp 93 Prozent der Fläche. Jeder dieser größeren Betriebe erzeugte im Durchschnitt auf 120 Hektar Gemüse.

Von der Anbaufläche wurden 8,3 Prozent ökologisch bewirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die ökologisch bewirtschaftete Fläche um 21 Prozent. Die Zahl der Betriebe mit ökologischem Feldgemüsebau hat gegenüber 2012 um 38 Prozent auf 58 zugenommen.

Radieschen machen mit knapp 2.500 Hektar den größten Anbauanteil von 13 Prozent aus. Möhren und Karotten rangieren mit gut 1.900 Hektar an zweiter, Bund- bzw. Frühlingszwiebeln mit gut 1.700 an dritter Stelle. Spargel wurde auf 7,9 Prozent, Trockenzwiebeln auf 7,4 Prozent der Fläche angebaut. Mit gut 800 Hektar Anbaufläche stellt Feldsalat die flächenmäßig bedeutendste Salatart dar. Zusammen mit den anderen angebauten Arten entfallen 17 Prozent der Anbaufläche auf Salate.

Der rheinland-pfälzische Gemüseanbau kann die Verbraucher speziell im Sommerhalbjahr mit regionalem Gemüse versorgen. Klimatisch bedingt hat der Gemüseanbau seinen regionalen Schwerpunkt in der Pfalz. Sie ist das größte geschlossene Anbaugebiet für Freilandgemüse Deutschlands. Im Vergleich der kreisfreien Städte und Landkreise dominiert der Rhein-Pfalz-Kreis. Der benachbarte Kreis Germersheim rangiert an zweiter Stelle.

Die Gemüseerhebung wird alle vier Jahre (zuletzt 2016) allgemein durchgeführt und in den Zwischenjahren repräsentativ. Die Erntemengen werden ausschließlich repräsentativ erhoben. In den Anbauflächen ist der Mehrfachanbau innerhalb eines Jahres auf derselben Grundfläche berücksichtigt (z. B. die mehrfache Nutzung einer Grundfläche durch frühe und späte Gemüsearten). Kleinere Veränderungen im Anbauumfang und den Erntemengen sind aufgrund stichprobenbedingter Fehler nur bedingt aussagekräftig. Das Ergebnis für das Jahr 2018 liegt bei der Gemüseanbaufläche im Freiland mit einer 95-prozentigen Wahrscheinlichkeit in einem Schätzfehlerkorridor von maximal 1 260 Hektar um den Schätzwert; bei der Erntemenge von Freilandgemüse in einem Fehlerkorridor von maximal plus/minus 52.100 Tonnen. Seit 2010 beschränkt sich die Erfassung auf landwirtschaftliche Betriebe mit Anbauflächen von mindestens 0,5 Hektar im Freiland oder mindestens 0,1 Hektar in Gewächshäusern bzw. unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen, auf denen Gemüse und/oder Erdbeeren oder deren jeweilige Jungpflanzen angebaut werden.

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)

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