Mittwoch, 11. Dezember 2019

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Weniger Wohngeldhaushalte in Rheinland-Pfalz

– Ausgaben für Bund und Land rückläufig

Ende 2018 bezogen in Rheinland-Pfalz rund 24.600 Haushalte Wohngeld. Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes knapp 1.800 bzw. 6,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die überwiegende Mehrheit der betroffenen Haushalte (21.900 bzw. 89 Prozent) erhielt Wohngeld als Zuschuss zur Miete, den übrigen 2.700 Empfängerhaushalten wurde es als Zuschuss zu den Kosten selbst genutzten Wohneigentums gewährt (Lastenzuschuss). In knapp 96 Prozent der Haushalte hatten alle Mitglieder einen Anspruch auf Wohngeld. In den restlichen Fällen wohnten Personen mit und ohne Wohngeldanspruch in sogenannten wohngeldrechtlichen Teilhaushalten zusammen.

Im Jahr 2018 brachten Bund und Land insgesamt knapp 44,7 Millionen Euro für Wohngeld auf. Davon entfielen rund 37,5 Millionen Euro (84 Prozent) auf Mietzuschüsse, während für den Lastenzuschuss weitere 7,1 Millionen Euro (16 Prozent) aufgewendet wurden. Gegenüber dem Vorjahr sind die Wohngeldausgaben um rund 5 Millionen Euro bzw. 10 Prozent gesunken.

Der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch je Empfängerhaushalt lag Ende 2018 – wie schon im Vorjahr – bei 154 Euro. Die höchsten Zuschüsse im Jahr 2018 wurden mit durchschnittlich 207 Euro im Rhein-Pfalz-Kreis gewährt, gefolgt von den kreisfreien Städten Ludwigshafen (194 Euro) und Mainz (191 Euro). Am niedrigsten fielen die Zuschussbeträge in der kreisfreien Stadt Pirmasens (117 Euro) aus.

Pirmasens wies bezogen auf die Bevölkerung die relativ höchste Zahl an Empfängerhaushalten auf. Auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner kamen dort etwa 13 Haushalte mit Wohngeldbezug; dahinter folgten Trier und Koblenz, die mit elf bzw. neun wohngeldbeziehenden Haushalten auch jeweils deutlich oberhalb des Landesschnitts von sechs Wohngeldhaushalten liegen. Mit einem Wert von etwa drei wurde im Landkreis Trier-Saarburg die niedrigste Quote ermittelt.

Wohngeld ist ein vom Bund und den Ländern je zur Hälfte getragener Zuschuss zu den Wohnkosten. Er wird einkommensschwachen Haushalten gewährt, damit diese die Aufwendungen für angemessenen und familiengerechten Wohnraum tragen können. Die Höhe des Wohngeldes richtet sich nach der Zahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder, der zu berücksichtigenden Miete bzw. Belastung sowie dem Gesamteinkommen des Haushaltes.

Die Wohngeldstatistik dient der Gewinnung umfassender, aktueller und zuverlässiger statistischer Informationen über die sozialen und finanziellen Auswirkungen des Wohngeldgesetzes. Die Ergebnisse bieten den politisch Verantwortlichen die notwendigen statistischen Grundlagen für Planungen und Entscheidungen. Sie sind darüber hinaus auch für die Verwaltung, die Wissenschaft sowie die breite Öffentlichkeit bestimmt.

Zur Erstellung der Wohngeldstatistik erhält das Statistische Landesamt regelmäßig Angaben aus Verwaltungsdaten der rheinland-pfälzischen Wohngeldbehörden; das sind in der Regel die Verwaltungen der kreisfreien Städte, der Landkreise und der großen kreisangehörigen Städte. Diese Daten werden vierteljährlich aufbereitet.

Die Vergleichbarkeit der Daten ist durch die mehrfachen Wohngeldnovellen nur bedingt gegeben.
Seit der Einführung des Wohngeldes im Jahr 1965 ist das Wohngeld mehrfach unter anderem an die Miet- und Einkommensentwicklung angepasst worden. Zuletzt wurden die Wohngeldleistungen im Zuge einer zum 1. Januar 2016 in Kraft tretenden Reform erhöht und somit an die Entwicklung der Mieten und Einkommen angepasst.

Die Zahl Empfängerhaushalte bezieht sich auf den Stichtag 31. Dezember, die Ausgaben auf das gesamte Jahr.

Autor: Markus Elz (Referat Soziales, Gesundheit, Rechtspflege)

Kaufwerte für baureifes Land 2018 gestiegen

Für baureifes Land wurde in Rheinland-Pfalz 2018 mehr bezahlt als ein Jahr zuvor. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lag der Kaufwert bei durchschnittlich 132 Euro pro Quadratmeter und war damit um 1,5 Prozent höher als im Vorjahr. Der Höchstwert von 2016 mit 133 Euro wurde nicht erreicht.

Sowohl die Zahl der Verkäufe als auch die verkaufte Fläche nahm gegenüber 2017 zu. Insgesamt gab es 5.815 Verkaufsfälle (plus 2,5 Prozent), bei denen 4,4 Millionen Quadratmeter baureifes Land die Eigentümerin bzw. den Eigentümer wechselten (plus 4,5 Prozent).

In den kreisfreien Städten sind die Kaufwerte tendenziell höher als in den Landkreisen. So errechnet sich für 2018 für die kreisfreien Städte ein durchschnittlicher Kaufwert von 358 Euro und für die Landkreise von 110 Euro pro Quadratmeter. In den Städten reicht die Spanne von 86 Euro in Pirmasens bis 622 Euro in Mainz. In den Kreisen wurde in Birkenfeld mit durchschnittlich 35 Euro der niedrigste Kaufwert je Quadratmeter gezahlt, im Rhein-Pfalz-Kreis mit 383 Euro der höchste.
Neben baureifem Land wurde im vergangenen Jahr auch in geringerem Umfang Industrieland (622 Kauffälle) sowie Rohbauland (225 Kauffälle) veräußert. Die Kaufwerte hierfür lagen mit 54 bzw. 25 Euro je Quadratmeter deutlich unter dem Kaufwert für baureifes Land. Land für Verkehrszwecke verkaufte sich für durchschnittlich 39 Euro je Quadratmeter (16 Kauffälle).

Weitere Informationen (einschließlich detaillierte Daten für kreisfreie Städte und Landkreise) enthält der Statistische Bericht.

Die Daten stammen aus den Meldungen der Geschäftsstellen der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte bei den Kataster- und Stadtvermessungsämtern. Die Gutachterausschüsse erhalten die Veräußerungsanzeigen von den Notaren. Die Angaben beziehen sich auf verkaufte Grundstücke, deren Größe 100 Quadratmeter und mehr beträgt.

Zum baureifen Land zählen voll erschlossene, unbebaute Grundstücke, bei denen eine Bebauung sofort möglich ist. Rohbauland ist noch nicht ausreichend erschlossen, liegt jedoch in Baugebieten und steht in absehbarer Zeit zur Erschließung und Bebauung an. Industrieland ist in den Bebauungsplänen als reines Industrie- und Gewerbegebiet ausgewiesen. Land für Verkehrszwecke sind unbebaute Grundstücke, die nur für den öffentlichen Verkehr (Autobahnen, Straßen, Wege, Brücken) genutzt werden sollen.

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt, Verdienste / Preise)

Industrieproduktion im Juni leicht gestiegen

Die rheinland-pfälzische Industrieproduktion ist im Juni 2019 leicht gestiegen. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex um 0,7 Prozent über dem Niveau des Vormonats.

In allen drei industriellen Hauptgruppen war die Ausbringung höher als im Mai. Den größten Zuwachs gab es in der Konsumgüterindustrie, deren Output in den vergangenen Monaten besonders stark schwankte (plus 3,7 Prozent). Der Güterausstoß der Investitionsgüterhersteller erhöhte sich leicht um 0,4 Prozent. In der Vorleistungsgüterindustrie lag die Produktion geringfügig über dem Niveau des Vormonats (plus 0,2 Prozent).

Die drei umsatzstärksten Branchen des Verarbeitenden Gewerbes entwickelten sich unterschiedlich. Der Maschinenbau, der zur Investitionsgüterindustrie gehört und unter den Industriebranchen gemessen am Umsatz an dritter Stelle steht, steigerte seinen Güterausstoß um 1,3 Prozent. In der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie, die die zweitgrößte Branche ist und zur Investitionsgüterindustrie gehört, blieb der Output nahezu unverändert (plus 0,1 Prozent). Produktionseinbußen gab es in der Chemieindustrie, die zur Vorleistungsgüterindustrie zählt und die Branche mit dem höchsten Umsatz ist. Ihre Ausbringung sank im Juni um 1,9 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Industrieproduktion stark zurückgegangen (minus 23,0 Prozent). Der Output der Konsumgüterindustrie fiel – allerdings ausgehend von einem sehr hohen Niveau – wesentlich niedriger aus als im Juni 2018. In der Investitionsgüterindustrie und in der Vorleistungsgüterindustrie war der Güterausstoß ebenfalls rückläufig. Von den drei größten Industriebranchen musste der Maschinenbau die größten Einbußen hinnehmen, aber auch in der Chemieindustrie und in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen lag die Ausbringung unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)

Auftragseingänge der Industrie im Juni 2019 auf dem Niveau des Vormonats

Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte blieb der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex im Juni 2019 gegenüber dem Vormonat unverändert. Einer leichten Zunahme der Bestellungen aus dem Inland um 0,7 Prozent stand ein Rückgang des Ordervolumens aus dem Ausland um 0,9 Prozent gegenüber.

In zwei der drei industriellen Hauptgruppen stieg die Nachfrage. Am größten fiel der Zuwachs in der Vorleistungsgüterindustrie aus (plus 5,2 Prozent). In der Investitionsgüterindustrie erhöhten sich die Bestellungen im Juni um 3,3 Prozent. Nur in der Konsumgüterindustrie, deren Auftragseingänge in den vergangenen Monaten besonders starken Schwankungen unterworfen waren, fiel das Ordervolumen deutlich geringer aus als im Mai (minus 20,9 Prozent).

In den drei größten Branchen der rheinland-pfälzischen Industrie lagen die bereinigten Auftragseingänge über dem Niveau des Vormonats. Die Chemieindustrie, die zur Vorleistungsgüterindustrie zählt und die gemessen am Umsatz die größte Branche des Verarbeitenden Gewerbes ist, verbuchte einen kräftigen Anstieg der Bestellungen (plus 8,2 Prozent). Bei den Herstellern von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, die zur Investitionsgüterindustrie gehören und die zweitgrößte Industriebranche bilden, gingen 1,7 Prozent mehr Aufträge ein als im Mai. Im Maschinenbau, der drittgrößten Branche, die ebenfalls zur Investitionsgüterindustrie zählt, erhöhte sich das Ordervolumen um 7,3 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Nachfrage nach Industrieprodukten deutlich zurückgegangen (minus 17,1 Prozent). Im Inlands- und im Auslandsgeschäft gab es Einbußen (minus 8,5 bzw. minus 21,4 Prozent). In allen drei Hauptgruppen fielen die Bestellungen geringer aus als im Juni 2018. Vor allem in der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie liefen die Geschäfte deutlich schlechter als ein Jahr zuvor. Während das Ordervolumen im Maschinenbau leicht sank, blieb die Nachfrage in der Chemieindustrie nahezu unverändert.

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)

Erntegespräch 2019 - Trockenheit lässt Bauern nicht aus Umklammerung

Andernach. Nahezu alle landwirtschaftlichen Kulturen litten unter der enormen Trockenheit des Jahres 2019, stellte der Vizepräsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Manfred Zelder, während der diesjährigen Erntepressekonferenz bei der Raiffeisen-Waren-Zentrale (RWZ) in Andernach fest.

Die Dürre führt im Getreidebau zu teilweise schwerwiegenden Qualitätseinbußen und die tierhaltenden Betriebe sorgen sich sehr darüber, ob ausreichend Futter für die Ernährung ihrer Tiere geerntet werden wird. Trotz akzeptabler Niederschlagsmengen über den vergangenen Winter hinweg, waren der April, Juni und Juli viel zu trocken. Alleine im Juni hat die Niederschlagsmenge mit durchschnittlich 35 Litern pro Quadratmeter in Rheinland-Pfalz noch nicht einmal die Hälfte der Niederschlagsmengen im langjährigen Mittel erreicht. Das hat viele Kulturen gerade in der Reifungsphase schwer getroffen. Erschwerend sind die um 60 Prozent über dem langjährigen Mittel liegenden Sonnenscheinstunden hinzugekommen.

Zelder: „Die verschiedenen Wasserhaltefähigkeiten der jeweiligen Böden sind in 2019 entscheidend für die lokal unterschiedlichen Ernteerträge. Nur die Wintergerste, die als erstes Getreide geerntet wurde, hatte in der Reifephase vom Mairegen profitiert und ist sowohl qualitativ als auch quantitativ erfreulich gut eingefahren worden. Das fünfjährige Ertragsmittel in Höhe von 6,8 Tonnen pro Hektar wurde insgesamt erreicht“. Die Schwankungen seien allerdings aufgrund des unterschiedlichen Wasserhaltevermögens der Böden enorm. Kritisch sieht Zelder die Erzeugerpreise, die zurzeit etwa fünf Prozent unter dem Vorjahr liegen würden.

Sorgen bereite dem Vizepräsidenten die Situation bei der Braugerste: „Der Mairegen hat hier zwar Schlimmeres verhindert und auch die Eiweißgehalte liegen erfreulich niedrig, aber der notwendige Vollgerstenanteil von 90 Prozent wird nicht erreicht“. Es liegt jetzt an den Händlern und Mälzern, die Kontraktbedingungen an die Situation anzupassen. Er forderte die Mälzer auf, einen Vollgerstenanteil ab 80 Prozent zu akzeptieren. Immerhin sei Gerste mit dieser Sortierung durchaus vermälzungsfähig. Die Erzeugerpreise seien wenig erfreulich, sie lägen zurzeit zehn Euro pro Tonne unter dem Erzeugerpreis des vergleichbaren Vorjahreszeitraums.

Der Winterweizen sei ebenfalls durch die Dürre stark beeinträchtigt worden. Die besondere Ernteermittlung des Statistischen Landesamtes in Bad Ems habe eine durchschnittliche Erntemenge von 6,9 Tonnen pro Hektar, also 0,3 Tonnen unter dem fünfjährigen Mittel, festgestellt. Auch die niedrigen Eiweißgehalte könnten wirtschaftliche Probleme verursachen. Dies liege allerdings weniger an den Backeigenschaften, als vielmehr an den Forderungen der Abnehmer, also den Mühlenbetrieben. Die aufnehmende Hand, betonte Zelder, solle die Kontraktbedingungen anpassen. Es mache keinen Sinn, guten Brotweizen unter 12 Prozent Eiweißgehalt als Futterweizen vermarkten zu müssen, obwohl der Weizen zum Backen geeignet sei. Auch die Abnehmer müssten sich den widrigen Witterungsverhältnissen anpassen und flexibel auf die Situation reagieren.

Für Brotweizen könnten die Erzeuger aktuell ca. 150 bis 160 Euro pro Tonne erzielen. Das seien 5 bis 10 € über den Preisen für Futterweizen. Zelder stellte fest, dass der Winterweizen mit über 100.000 Hektar an der rheinland-pfälzischen Ackerfläche mit exakt 400.000 Hektar weiterhin mit Abstand die bedeutendste Marktfrucht im Land sei.

Die Witterung habe im laufenden Wirtschaftsjahr den Raps ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen, betonte Zelder: „Mit einer Fläche von 37.000 Hektar ist in diesem Jahr die Rapsfläche geradezu eingebrochen. Die Anbaufläche nahm um 8.000 Hektar ab. Dies liegt vor allem am trockenen Herbst des Jahres 2018, der dazu führte, dass der Raps in fast allen Regionen sehr schlecht aufgelaufen ist und häufig umgebrochen und durch andere Kulturarten ersetzt wurde. Die Erträge bewegen sich bei 3,7 Tonnen pro Hektar ebenfalls unter dem fünfjähren Mittel. Die Ölgehalte sind zwar insgesamt geringer als in den letzten Jahren, es werden aber immer noch häufig Werte über 42 Prozent festgestellt“. Schwächere Ölgehalte seien vor allem in trockenen Gebieten mit leichten Böden zu finden. Hier seien auch Werte unter 40 Prozent keine Seltenheit.

Deutliche Worte fand Zelder über den Umgang mit der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland. Es sei unfassbar, dass wichtige Beizmittel verboten seien und die Landwirte sich mit stärkeren Schädlingsbefällen auseinander setzen müssten, obwohl bei sachgemäßer Anwendung keine Gefahr für die Verbraucher und die Umwelt bestehe. Das Beispiel Raps zeige, dass die politische und öffentliche Diskussion über die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln vielfach ideologisch verblendet sei. Vor allem fehlende Beizmittel verhinderten häufig höhere Erträge, sodass der Anbau dieser Kultur immer unattraktiver werde.

Mit großer Sorge sieht Zelder der Futterversorgung entgegen. Der Mais entwickle sich augenblicklich in vielen Gebieten in Rheinland-Pfalz außerordentlich schlecht. Wachstumshemmungen und eine verminderte Ausbildung der Kolben seien die Folge. Bleibe es auch bis Mitte August noch trocken, seien erste Noternten nicht mehr auszuschließen.

Die ersten beiden Wiesen-Grünschnitte im Frühjahr des Jahres seien erfreulich bis durchwachsen gewesen. Auf den wichtigen dritten Schnitt würden die Bauern großteils bis zum heutigen Tage warten. Den Betrieben würden mittlerweile 25 bis 30 Prozent des Gesamtertrages fehlen. Daher begrüßte Zelder die Maßnahmen des Bundes und des Landes, begrünte Brachen auf ökologischen Vorrangflächen nutzen zu dürfen. Weiterhin forderte er die Politik auf, auch die Aussaat und die Ernte von Zwischenfrüchten auf ökologischen Vorrangflächen wieder zu ermöglichen. Bei entsprechendem Regen könne die Nutzung von Zwischenfrüchten zur Entschärfung der Futtersituation beitragen.

Vizepräsident Zelder fand neben dem Bericht über die Ernte noch deutliche Worte über die Ausweisung von „roten Gebieten“, die im Rahmen der Umsetzung der Düngeverordnung erfolgen solle: „Die „roten Gebiete“ müssen messstellenorientiert ausgewiesen werden. Ich lehne jede Form von Kollektivstrafen ab. Probleme müssen dort gelöst werden, wo sie stattfinden. Landwirte mit zusätzlichen Auflagen zu belegen, obwohl sie ordnungsgemäß wirtschaften, ist indiskutabel“.

Im Rahmen der Pressekonferenz besichtigten die anwesenden Gäste und Medienvertreter die RWZ in Andernach. Geschäftsführer Dr. Stefan Zimmer erläuterte die Bedeutung der Vertriebsgruppe Eifel-Mittelrhein für die Bauern im nördlichen Rheinland-Pfalz und südlichen Nordrhein-Westfalen.

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