Mittwoch, 21. November 2018

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Medien beeinflussen die Einschätzung des Preisniveaus und wirtschaftliche Entscheidungen

Wie das aktuelle Preisniveau und die Inflation eingeschätzt werden, hängt nicht zuletzt von den Medien ab. Indirekt beeinflussen unterschiedliche Medientypen, wie sinnvoll Leser oder Zuschauer ihre wirtschaftlichen Entscheidungen treffen. Zudem erschwert die Berichterstattung der Medien die Informationspolitik der Zentralbanken. Dieser Zusammenhang lässt sich aus einer Studie von Volkswirtschaftlern der Universität Trier und der Niederländischen Zentralbank ableiten.

Juniorprofessor Matthias Neuenkirch (Universität Trier) und David-Jan Jansen (Niederländische Zentralbank) haben untersucht, ob die Nutzung bestimmter Printmedien einen Effekt auf die Wahrnehmung des Preisniveaus in den Niederlanden hat. Aufgrund der Vergleichbarkeit von Mediensystemen und Gesellschaft vermutet Matthias Neuenkirch, dass sich die Ergebnisse auf Deutschland übertragen lassen.

Die beiden Forscher fanden heraus, dass Leser von Boulevardzeitungen und regionalen Zeitungen die Inflation ungenauer einschätzen. Der gleiche negative Effekt tritt auch bei Fernsehzuschauern auf. Dagegen nehmen Nutzer von qualitativ höherwertigen Zeitungen und der Finanzpresse die Inflation präziser wahr.

Neuenkirch und Jansen halten diese Ergebnisse aus zweierlei Hinsicht für sehr ernüchternd. In der Forschung sei anerkannt, dass ein besseres Verständnis von wirtschaftlichen Zusammenhängen zu sinnvolleren wirtschaftlichen Entscheidungen führt, insbesondere im Hinblick auf die private Verschuldung. Im Umkehrschluss könnten falsche Einschätzungen von Preisniveau und Inflation dazu führen, dass Haushalte ungünstigere wirtschaftliche Entscheidungen treffen.

Zum anderen erschwert der teils negative Einfluss der Medien die Bemühungen von Zentralbanken, der breiten Öffentlichkeit die Absichten ihres Handelns zu vermitteln. So hat die Bank of England Ende des Jahres 2017 einen ersten Anlauf zu einer direkteren Kommunikation unternommen. Die britische Zentralbank versucht seitdem systematisch, leichter verständlich zu kommunizieren, so dass die Öffentlichkeit diese Informationen auch ohne die Hilfe des „Filters“ Medien verstehen kann.

Die von Neuenkirch und Jansen in der Studie ermittelten Effekte berücksichtigen Unterschiede in der Leserschaft der verschiedenen Typen von Zeitungen etwa in Bezug auf Bildung, Einkommen oder politische Einstellung. Die Untersuchung basiert auf eigens angepassten Umfragen im Dutch Household Survey für die Jahre 2014 bis 2017.

Handelsstreit zwischen der USA und der EU

Horper: Interessen der Landwirtschaft berücksichtigen

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau begrüßt, dass die befürchtete Eskalation im Handelsstreit zwischen der USA und der EU zunächst nicht eintreten wird. „Es ist immer besser miteinander zu reden und zu verhandeln, statt den jeweiligen Partner vor vollendete Tatsachen zu stellen“, so BWV-Präsident Michael Horper. Dabei müssten auch die Interessen der Landwirtschaft berücksichtigt werden. Keinesfalls dürften nur die Interessen der Industrie Beachtung finden. Abermals stellte er fest, dass die Landwirtschaft nicht erneut zum Bauernopfer werden dürfe: „Wir brauchen eine ausgewogene Handelspolitik, in der jeder Wirtschaftsbereich seine Chancen finden und nutzen kann“, so Präsident Horper abschließend.

Vielfältige Landwirtschaft

Umweltleistungen der Landwirtschaft anerkennen

Koblenz. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, hat bereits mehrmals darauf hingewiesen, dass die Landwirtschaft die Vielfalt der Flora und Fauna des Landes fördert und es ihr ein Anliegen sei, diese nachhaltig zu erhalten. Aktuell würden über 200.000 Hektar, das entspräche rd. 30 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche in Rheinland-Pfalz, entweder ökologisch oder unter Berücksichtigung verschiedener Agrarumweltmaßnahmen, bewirtschaftet. Darüber hinaus werde auch bei der Bearbeitung der übrigen Flächen die „gute fachliche Praxis“ angewandt.

Für Horper sei es indiskutabel, dass immer wieder auf die Landwirtschaft „eingeschlagen“ werde. Selbstverständlich müsse sie gesunde und vom Markt geforderte Lebensmittel erzeugen. Dabei würden Pflanzenschutzmittel nur bei bedrohlichem Schädlingsbefall und Düngemittel nur nach Bedarf der Pflanzen ausgebracht werden. Diese regionalen Leistungen für die Umwelt müssten vom Verbraucher honoriert werden. Wer die heimische Produktion schätze, sich für die Natur einsetze und einen fortwährenden Strukturwandel ablehne, müsse auch gezielt Lebensmittel aus Rheinland-Pfalz einzukaufen. Denn nur wirtschaftlich arbeitende Landwirte könnten Blüh- oder Feldrandstreifen anlegen, um Wildinsekten, Vögel oder Bienen entsprechende Nahrung zu bieten. Horper appelliert daher an die Bevölkerung, in dieser Hinsicht verstärkt auch selbst einen eigenen Beitrag zu leisten: „Die Landwirtschaft macht ihre Hausaufgaben. Es liegt aber auch an den Gartenbesitzern, ihre Gärten verstärkt mit Blütenpflanzen und sogenannten „Honigweiden“ zu bepflanzen. Schließlich trägt die Pflanzenvielfalt insgesamt zu einer Insektenvielfalt bei.“ In diesem Zusammenhang sei es erfreulich, dass die Honigernte 2018 weiter gestiegen sei.

Bauhauptgewerbe im Mai 2018: Aufträge höher, Umsätze niedriger als im Vormonat

Das rheinland-pfälzische Bauhauptgewerbe verzeichnete im Mai 2018 mehr Aufträge und niedrigere Umsätze als im Vormonat. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stiegen die Auftragseingänge im Vergleich zum April 2018 – kalender- und saisonbereinigt – um 19,7 Prozent. Der baugewerbliche Umsatz verringerte sich dagegen um 1,0 Prozent. Gegenüber den ersten fünf Monaten 2017 nahm das Ordervolumen um 7,5 Prozent zu, der Umsatz stieg um 3,3 Prozent.

Auftragseingänge nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum April 2018 übertrafen die bereinigten Auftragseingänge das Vormonatsergebnis sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau (plus 22,9 bzw. plus 16,8 Prozent). Mit Ausnahme des gewerblichen Hochbaus (minus 0,3 Prozent) stieg die Nachfrage nach Bauleistungen in allen Baubereichen an. Den stärksten Zuwachs verzeichnete der Wohnungsbau (plus 42,2 Prozent). Kräftige Auftragszuwächse gab es außerdem im sonstigen öffentlichen Tiefbau sowie im öffentlichen Hochbau (plus 31,3 bzw. plus 28,4 Prozent). Gegenüber den ersten fünf Monaten 2017 wurden sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau Auftragszuwächse registriert (plus 9,1 bzw. plus 5,8 Prozent).

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum April 2018 gingen die bereinigten Erlöse im Hochbau um 7,3 Prozent zurück. Für den Tiefbau errechnet sich dagegen ein höherer Umsatz als im Vormonat (plus 5,3 Prozent). Die stärksten Einbußen verzeichnete der öffentliche Hochbau (minus 20,6 Prozent). Im gewerblichen Hochbau sowie im Wohnungsbau kam es ebenfalls zu Umsatzrückgängen (minus 3,8 bzw. minus 3,0 Prozent). Dagegen übertrafen der gewerbliche Tiefbau sowie der Straßenbau den Vormonatsumsatz deutlich (plus 7,8 bzw. plus 6,9 Prozent). Gegenüber den ersten fünf Monaten 2017 erhöhten sich die baugewerblichen Umsätze sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau (plus 3,5 bzw. plus 3,1 Prozent).

Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird die monatliche Entwicklung der Auftragseingänge sowie des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe insgesamt, in den Teilbereichen Hochbau und Tiefbau sowie in der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber bereitgestellt. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat oder zum jeweiligen Vorjahreszeitraum angegeben. Weitere Erläuterungen

Autor: Thomas Kirschey (Referat Analysen, Auftragsarbeiten, FDZ)

Wie man den optimalen Zeitpunkt für die Rapsernte bestimmt

Wann wird Raps geerntet

Den richtigen Zeitpunkt für die Rapsernte zu finden ist ein ausschlaggebendes Element dafür, den optimalen Ertrag zu erwirtschaften! Allerdings ist es nicht immer ganz einfach, den idealen Moment für die Ernte zu bestimmen.

Die Faustregel ist, in Deutschland wird Raps im Frühsommer geerntet. Zu diesem Zeitpunkt sind die Schoten braun. Will man die optimale Erntezeit auswählen, dann sollte man die Pflanzen aufmerksam beobachten, sobald die Schoten beginnen, sich braun zu verfärben. Wenn die Rapskörner schwarz werden, ist der Raps reif und sollte geerntet werden. Der zweite Hinweis, dass Raps reif für die Ernte ist, ist, wenn Sie die Schoten schütteln und diese rascheln. Tägliche Kontrolle in dieser kritischen Zeit ist fast unumgänglich, wenn Ihr Ziel ist, den optimalen Rapsertrag zu erwirtschaften. Wann Raps geerntet wird, hängt allerdings auch von der Zeit der Rapsaussaat ab.

Was versteht man unter Schotenplatzfestigkeit

Schotenplatzfestigkeit steht im engen Zusammenhang mit einer guten Rapsernte. Platzen die Schoten, dann kann das zu einem nicht zu unterschätzenden Ernteverlust führen. Um dieses Risiko zu minimieren, hat der Landwirt die Möglichkeit, sich für Hybridrapssorten zu entscheiden. Diese Hybriden wurden in der Züchtung mit dem Ziel gekreuzt und ausgewählt, dass die Schoten weniger schnell platzen als die anderer, konventioneller Rapssorten. Dieser Effekt wird von Fachleuchten Schotenplatzfestigkeit genannt und Saatgutunternehmen wie DEKALB haben eigene Forschungsteams, die die verschiedenen Sorten Hybridraps auf variierende Umwelteinflüsse testen, um die ertragssichersten Rapssorten auszuwählen.

Der Vorteil der Schotenplatzfestigkeit ist, dass Sie auch bei einer unbeständigen Witterung mit einer gesteigerten Ertragssicherheit rechnen können. Das Erntezeitfenster wird größer und gibt Ihnen dabei mehr Flexibilität bei der Ernte, was vor allem dann von Vorteil ist, wenn der Raps zur gleichen Zeit wie Wintergetreide reif ist.

Somit erlauben Ihnen schotenplatzfeste Rapshybriden, witterungsbedingt überstürzte Entscheidung zur Ernte zu umgehen und Ihren optimalen Erntezeitpunkt überlegt auszuwählen.  Obwohl die Erträge jedes Betriebes von den individuellen Anbaubedingungen und der spezifischen Witterung abhängen, ist die Ertragssicherheit von Hybridraps auch bei Hagel und Starkregen weitaus stärker als bei herkömmlichem Raps. Und diese verminderten Ernteausfälle wirken sich steigernd auf die Rapserträge aus. Außerdem müssen Sie sich weitaus weniger um den optimalen Erntezeitpunkt sorgen: Schoten von Rapshybriden mit dieser Eigenschaft bleiben fast immer geschlossen, bis sie geerntet werden.

Die Marktleistung von Raps

Laut Untersuchungen ist die Vermarktung von Raps ein vielversprechendes Unternehmen. Nachdem der Preis im April einen Tiefpunkt erreicht hatte, erholte er sich schnell: Die Tendenz der Rapspreise war zuletzt aufsteigend, so haben sie im Mai um rund 20 Euro zugelegt. Mit anderen Worten, Rapserzeuger sollten nun planen, wann der beste Zeitpunkt ist, um die diesjährige Rapsernte, aber auch Restbestände zu verkaufen.

Das rapide Wachstum des aktuellen Rapspreises wird im Allgemeinen den verringerten Aussichten für die Rapsernte 2018 in Europa zugeschrieben. Hierfür können mehrere Gründe gefunden werden: Einerseits entwickelten sich aufgrund von hohen Niederschlagsmengen und feuchten Böden im Herbst und Winter die Blätter vieler Rapssorten langsamer, wodurch diese Rapspflanzen weniger groß und weniger gut entwickelt waren als in den Vorjahren. Andererseits haben auch die Unwetter in den letzten Wochen vor allem in Beständen herkömmlicher Rapssorten erhebliche Schäden angerichtet, die zur Ertragsminderung führen werden.

Da unberechenbare Witterungsbedingungen weltweit ein zunehmendes Problem für den Anbau vieler Kulturpflanzen sind, ist es für Landwirte im Allgemeinen und konkret für Rapserzeuger eine aussichtsreiche Option, sich für Hybridsorten zu entscheiden, die gegenüber der instabilen Wetterlage eine höhere Ertragssicherheit versprechen.

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