Dienstag, 25. Juni 2019

Letztes Update:01:41:32 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Strukturwandel - Landwirtschaft bald auf „Roter Liste“

Koblenz. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft und im Weinbau in Rheinland-Pfalz geht ungebrochen weiter. Gab es 1960 noch 170.000 Betriebe, waren es 2000 gerade einmal 34.000 und heute gibt es nur noch knapp 17.000 landwirtschaftliche und weinbauliche Betriebe. „Über 150 Gemeinden haben nicht einmal mehr einen einzigen Landwirt unter ihren Einwohnern mit all den negativen Folgen für die lokale Nahrungsmittelversorgung und die Landes- sowie Dorfkultur. Der bäuerliche Berufsstand gehört mittlerweile auf die Rote Liste“, macht der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, deutlich.

Die Landwirte leisteten gute Arbeit. Die Betriebsleiter der Haupterwerbsbetriebe seien allesamt Agraringenieure, Landwirtschaftsmeister, Techniker oder langjährig erfahrene Unternehmer mit Gesellenbrief. Sie seien Fachleute, die ihren Beruf beherrschen, die gesunde Nahrungsmittel erzeugen, umweltfreundlich wirtschaften und freiwillig auf über 30 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen darüber hinaus Agrarumweltmaßnahmen in jedweder Form umsetzen würden. Über die Gründe für diese bedenkliche strukturelle Entwicklung lässt Horper keine Zweifel aufkommen: „Die Landwirte werden zwischen den Wünschen der Bevölkerung und der knallharten Marktrealität aufgerieben. Einerseits sollen sie eine ungeheure Vielfalt an Wünschen erfüllen, aber andererseits werden die entstehenden Kosten von der Gesellschaft nicht getragen. Dies muss zwangsläufig zu einer zunehmenden Rationalisierung, Spezialisierung und Verdrängung führen. Das Höfesterben ist die Folge.“

Ein weiterer wichtiger, zentraler Aspekt sei die zunehmende Bürokratie und die „Auflagenhysterie“. Als Beispiel nennt Horper die Pflanzenschutzdiskussion. Wirkstoffe, die in Deutschland nur mit strengsten Auflagen und äußerst verantwortungsbewusst eingesetzt werden dürften, stünden in der Diskussion oder seien bereits verboten, obwohl die Verbraucher zu günstigen Importwaren greifen würden, die genau mit diesen Wirkstoffen produziert worden seien: „Ich kaufe 1.000 mal lieber heimische Waren von heimischen Landwirten, als Importware, die unter Zuhilfenahme von Pflanzenschutzmitteln, die bei uns verboten sind, produziert worden sind. In Deutschland weiß ich, dass die Bauern exakt arbeiten und Grenzwerte eingehalten werden, bei Importware sieht das oftmals ganz anders aus“.

Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran . . .

... zum stellvertretenden Vorsitzenden 
der Landeshochschulpräsidentenkonferenz gewählt

KOBLENZ/TRIER. Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz, ist in der jüngsten Sitzung der Landeshochschulpräsidentenkonferenz (LHPK) an der Universität Trier zum stellvertretenden Vorsitzenden dieses Gremiums gewählt worden. Das Amt, das derzeit noch Prof. Dr. Norbert Kuhn, Präsident der Hochschule Trier innehat, wird Bosselmann zum 1. April 2019 übernehmen.

Derzeitiger Vorsitzender der Landeshochschulpräsidentenkonferenz ist Prof. Dr. Michael Jäckel von der Universität Trier, der sein Amt im Herbst vergangenen Jahres angetreten hatte. Turnusgemäß wechselt der Vorsitz in dem Gremium alle zwei Jahre.

Die Landeshochschulpräsidentenkonferenz tagt in der Regel viermal im Jahr. Neben der Wahl des zweiten Vorsitzenden berieten die Hochschulpräsidien der rheinland-pfälzischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften diesmal unter anderem über das rheinland-pfälzische Hochschulzukunftsprogramm. Das Gremium ist sich einig, dass das Land Rheinland-Pfalz nur mit einer angemessenen finanziellen und personellen Ausstattung im Bereich der akademischen Bildung im Wettbewerb der Bundesländer Erfolg haben kann.

Universität Trier hat neue Vizepräsidentin

Die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Ulrike Gehring ist zukünftig in der Universitätsleitung für die Bereiche Studium und Lehre verantwortlich.

Ein besonderes Anliegen sei ihr, das Profil der Universität Trier mit ihren großen und kleinen Fächern beizubehalten und weiterzuentwickeln, sagte Prof. Dr. Ulrike Gehring bei ihrer Amtsantrittsrede heute. Als neue Vizepräsidentin der Universität Trier wird sich die Professorin für Kunstgeschichte in den kommenden vier Jahren besonders um die Bereiche Studium und Lehre kümmern. Sie übernimmt das Amt von Prof. Dr. Martin Przybilski, der sich nach dem Auslaufen seiner Amtszeit nun wieder verstärkt der Forschung und Lehre in der Älteren deutschen Philologie widmen wird.

Die sich stellende Herausforderung sieht Gehring darin, „die Überlast der großen Fächer abzufedern, ohne die Minoritäten im Bildungswesen aus dem Auge zu verlieren“. Auch auf neue Konzepte für die Lehre möchte sie zukünftig ein besonderes Augenmerk legen, um den Wünschen von jungen Studierenden, aber auch Studierenden im Seniorenalter gerecht zu werden. Sie kündigte zudem an, einen fächerübergreifenden Dialog über gute Lehre und zukunftsweisende Studiengänge initialisieren zu wollen.

Die 1969 geborene Ulrike Gehring studierte in Frankfurt/Main und Paris Kunstgeschichte, Geschichte und Germanistik. Sie war unter anderem am Museum für zeitgenössische Kunst „zkm karlsruhe“ tätig, bevor sie 2003 einen Ruf an die Universität Trier als Juniorprofessorin mit dem Schwerpunkt Kunst der Moderne, Gegenwartskunst und Neue Medien annahm. Seit 2009 ist sie an der Universität Trier Professorin für Kunstgeschichte und hat maßgeblich an der Konzeptionierung und Etablierung des Medienkunstlabors „generator“, den Ausstellungsräumen auf Campus II, mitgewirkt.

Letzteres hob auch Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel besonders bei seiner Ansprache hervor. Er wünschte seiner neuen Stellvertreterin für ihre neuen Aufgaben alles Gute: „Wenn man ein solches Amt antritt, wird man ins kalte Wasser geworfen. Die Kalte-Wasser-Methode hat aber auch etwas Belebendes.“ Gehrings Vorgänger Martin Przybilski würdigte der Universitätspräsident vor allem für sein Engagement in der Akkreditierung von Studiengängen und den Aufbau von Kooperationen mit Israel und Japan. Martin Przybilski bedankte sich wiederum bei allen seinen Kolleginnen und Kollegen, die an der Universität Trier für Studium und Lehre verantwortlich sind, für die sehr gute Zusammenarbeit.

Zahl landwirtschaftlicher Betriebe weiter rückläufig

Im Jahr 2018 bewirtschafteten knapp 16.800 landwirtschaftliche Betriebe in Rheinland-Pfalz 706.900 Hektar Fläche. Das entspricht einem Rückgang von knapp 300 Betrieben im Vergleich zum Vorjahr (minus 1,8 Prozent). In Deutschland nahm die Zahl der Betriebe um 1,2 Prozent auf 266.690 Betriebe ab. Gegenüber dem Jahr 2010 hat die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Rheinland-Pfalz um 18,5 Prozent abgenommen (minus 3.800 Betriebe). Im gleichen Zeitraum wurde in Deutschland ein Rückgang um knapp 11 Prozent festgestellt.

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche (706.900 Hektar) hat sich gegenüber dem Jahr 2010 nur leicht verändert. Durch den Rückgang landwirtschaftlicher Betriebe hat sich die durchschnittliche bewirtschaftete Fläche je Betrieb in Rheinland-Pfalz von 34 auf 42 Hektar erhöht. Damit liegt sie deutlich unter der bundesdeutschen Betriebsgröße (2018: 62 Hektar). Rheinland-Pfalz rangiert damit im Vergleich zu den anderen Flächenländern im unteren Drittel. Die im Vergleich mit den westdeutschen Flächenländern geringe Fläche je Betrieb ist hauptsächlich auf die hohe Anzahl der Weinbaubetriebe in Rheinland-Pfalz zurückzuführen.

Der überwiegende Rückgang ist weiterhin bei den Betrieben festzustellen, die weniger als fünf Hektar bewirtschaften (minus 200 Betriebe). Sie stellen mit knapp 21 Prozent noch die größte Betriebsgruppe dar. Bundesweit beträgt der Anteil dieser Betriebe acht Prozent. Der hohe Rückgang von ebenfalls 200 Betrieben in der Größenklasse 20-50 Hektar ist zum einen bedingt durch Betriebsaufgaben, zum anderen aber auch durch Vergrößerungen, mit denen Betriebe in die nächste Größenklasse aufstiegen.

Die langfristige Tendenz rückläufiger Betriebszahlen hält in den unteren Größenklassen insgesamt an. Die Zahl der Betriebe, die 100 Hektar und mehr bewirtschaften, ist im Vergleich zum Vorjahr mit 2.100 stabil. Seit 2010 erhöhte sie sich um 6,1 Prozent.

Die Daten stammen aus der jährlich stattfindenden Bodennutzungshaupterhebung. Befragt wurden rund 6.000 landwirtschaftliche Betriebe mit fünf Hektar und mehr landwirtschaftlich genutzter Fläche bzw. Betriebe, die über bestimmte pflanzliche oder tierische Mindesterzeugungseinheiten verfügten. Die Angaben dieser Betriebe wurden zu einem Landesergebnis hochgerechnet.

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)

Bauhauptgewerbe im November 2018: Aufträge und Umsätze höher als im Vormonat

as rheinland-pfälzische Bauhauptgewerbe verzeichnete im November 2018 mehr Aufträge und leicht höhere Umsätze als im Oktober. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes lagen die Auftragseingänge – kalender- und saisonbereinigt – um 13,2 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Der baugewerbliche Umsatz verbesserte sich leicht um 0,4 Prozent. Gegenüber den ersten elf Monaten 2017 nahm das Ordervolumen um 9,8 Prozent zu, der Umsatz stieg um 9,4 Prozent.

Auftragseingänge nach Bauart und Auftraggeber

Im November 2018 kam es zu einer kräftigen Erhöhung der bereinigten Auftragseingänge im Hochbau (plus 39,5 Prozent). Im Tiefbau war die Nachfrage dagegen niedriger als im Vormonat (minus 9,0 Prozent). Im Hochbau konnten alle Baubereiche höhere Auftragseingänge verbuchen. Nach den kräftigen Auftragseinbußen im Oktober errechnet sich für den öffentlichen Hochbau ein sprunghafter Anstieg (plus 154 Prozent). Im Wohnungsbau sowie im gewerblichen Hochbau übertrafen die Auftragseingänge den Vormonatswert ebenfalls deutlich (plus 34,1 bzw. plus 23,2 Prozent). Im Tiefbau gab es in allen Baubereichen Einbußen. Am stärksten fiel der Rückgang im sonstigen öffentlichen Tiefbau aus (minus 19,1 Prozent). Gegenüber den ersten elf Monaten 2017 wurden sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau mehr Auftragseingänge registriert (plus 10,5 bzw. plus 9,1 Prozent).

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber

Im November 2018 erhöhten sich die bereinigten Erlöse im Hochbau um 2,5 Prozent. Für den Tiefbau errechnet sich dagegen ein Rückgang um 1,8 Prozent. Die höchste Umsatzsteigerung verzeichnete der öffentliche Hochbau (plus 11,8 Prozent). Zuwächse im Bereich von zwei Prozent erzielten der Straßenbau, der gewerbliche Tiefbau sowie der Wohnungsbau. Im sonstigen öffentlichen Tiefbau kam es zu einem deutlichen Umsatzrückgang (minus 11,5 Prozent). Gegenüber den ersten elf Monaten 2017 erhöhten sich die baugewerblichen Umsätze sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau (plus 9,6 bzw. plus 9,1 Prozent).

Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird die monatliche Entwicklung der Auftragseingänge sowie des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe insgesamt, in den Teilbereichen Hochbau und Tiefbau sowie in der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber bereitgestellt. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat oder zum jeweiligen Vorjahreszeitraum angegeben. Weitere Erläuterungen

Autor: Thomas Kirschey (Referat Analysen Staat, Soziales)

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL