Dienstag, 25. Juni 2019

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Auftragseingänge der Industrie im November 2018 erneut gesunken

Im November 2018 ist der Index der Auftragseingänge in der rheinland-pfälzischen Industrie erneut gesunken. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex um 3,6 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Aus dem In- und Ausland gingen weniger Aufträge ein als im Oktober (minus 2,1 bzw. minus 4,4 Prozent).

Die Nachfrage nach Vorleistungs- und Investitionsgütern war im November rückläufig. Am stärksten fiel das Minus bei den Vorleistungsgütern aus, deren Ordervolumen um 7,6 Prozent abnahm. Bei den Investitionsgüterproduzenten gingen 4,2 Prozent weniger Bestellungen ein als im Oktober. In der Konsumgüterindustrie stiegen die Auftragseingänge hingegen um 8,7 Prozent.

Die drei umsatzstärksten Branchen der rheinland-pfälzischen Industrie mussten Nachfragerückgänge hinnehmen. Die größten Einbußen gab es mit minus 11,3 Prozent in der Chemieindustrie, die zur Vorleistungsgüterindustrie zählt und die umsatzmäßig größte Branche des Verarbeitenden Gewerbes ist. Bei den Herstellern von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, die zur Investitionsgüterindustrie gehören und gemessen am Umsatz in der Industrie an zweiter Stelle stehen, sank das Ordervolumen um 3,8 Prozent. Im Maschinenbau, der ebenfalls zur Investitionsgüterindustrie zählt und die drittgrößte Branche ist, schrumpften die bereinigten Auftragseingänge um drei Prozent.

Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat waren die Bestellungen rückläufig. Die bereinigten Auftragseingänge lagen um 3,4 Prozent unter dem Niveau von November 2017. Sowohl das Inlands- als auch das Auslandsgeschäft liefen schlechter als ein Jahr zuvor. Einem Anstieg der Nachfrage in der Konsumgüterindustrie standen deutliche Einbußen in der Vorleistungsgüterindustrie und ein leichtes Minus in der Investitionsgüterindustrie gegenüber. In zwei der drei umsatzstärksten Branchen – in der Chemieindustrie sowie im Maschinenbau – gingen weniger Aufträge ein als im Vorjahresmonat. Die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen verbuchten hingegen einen Anstieg der Bestellungen.

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)

Teuerungsrate im Dezember bei plus 1,8 Prozent

Inflationsrate im Jahresdurchschnitt bei 1,9 Prozent

Die Teuerungsrate ist im Dezember 2018 deutlich gesunken. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex um 1,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im November 2018 hatte die Inflationsrate plus 2,5 Prozent betragen.

Energie war im Dezember 2018 wesentlich teurer als im Vorjahresmonat (plus fünf Prozent). Der Grund dafür sind starke Preissteigerungen bei Mineralölprodukten (plus 10,7 Prozent). Sowohl die Preise für Heizöl als auch die Kraftstoffpreise zogen merklich an (plus 14,3 Prozent bzw. plus 9,7 Prozent). Die Umlage für Zentralheizung und Fernwärme stieg um 3,4 Prozent; die Strompreise nahmen dagegen nur leicht zu (plus 0,5 Prozent). Gas war um 1,3 Prozent billiger als im Dezember 2017.

Abgeschwächt hat sich der Anstieg der Nahrungsmittelpreise. Sie waren im Dezember um 0,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Deutliche Preisrückgänge gab es bei Obst (minus 5,2 Prozent). So waren Äpfel um 19,2 Prozent billiger als im Vorjahresmonat. Kräftige Preissteigerungen waren hingegen bei Gemüse zu verzeichnen (plus 7,2 Prozent). Tiefer in die Tasche greifen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher unter anderem beim Kauf von Kartoffeln, die sich um 27,2 Prozent verteuerten.

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, blieb unverändert. Sie lag im Dezember wie im November bei 1,6 Prozent.

Elf der zwölf Hauptgruppen verzeichneten Preissteigerungen gegenüber Dezember 2017. Am stärksten fiel der Anstieg in der Hauptgruppe „Verkehr“ mit plus 4,2 Prozent aus, was insbesondere auf die deutliche Erhöhung der Kraftstoffpreise zurückzuführen ist. Die Preise für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen zogen ebenfalls merklich an (plus 2,6 Prozent). Dahinter folgten die Bereiche „Bildungswesen“ sowie „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ mit jeweils plus 2,5 Prozent. In der Hauptgruppe „Nachrichtenübermittlung“ lagen die Preise unter dem Niveau des Vorjahresmonats (minus 0,7 Prozent).

Veränderungen gegenüber November 2018

Gegenüber dem Vormonat blieb der Verbraucherpreisindex im Dezember 2018 konstant. Drei der zwölf Hauptgruppen verzeichneten Preissteigerungen. Deutlich mehr bezahlen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher für Waren und Dienstleistungen im Bereich „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ (plus 5,3 Prozent; darunter Pauschalreisen plus 22,9 Prozent). In fünf Hauptgruppen lag das Preisniveau unter dem des Vormonats. Die stärksten Rückgänge gab es bei Bekleidung und Schuhen sowie in der Hauptgruppe „Verkehr“ (jeweils minus 2,1 Prozent). Im Bereich „Verkehr“ war die Preissenkung insbesondere auf den kurzfristigen Rückgang der Kraftstoffpreise zurückzuführen (minus 7,9 Prozent).

Entwicklung der Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt 2018

Im Jahresdurchschnitt waren die Verbraucherpreise 2018 um 1,9 Prozent höher als 2017. Damit entspricht die Teuerungsrate für Rheinland-Pfalz dem Zielwert der Europäischen Zentralbank, die für den Euroraum mittelfristig eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent anstrebt. In den vergangenen Jahren war die Teuerung schwächer ausgefallen; 2018 war der höchste Preisniveauanstieg seit 2012 zu verzeichnen. Am stärksten verteuerten sich Waren und Dienstleistungen im Bereich „Verkehr“ (plus 3,5 Prozent). Ein wesentlicher Grund dafür ist die Erhöhung der Kraftstoffpreise, die im Jahresdurchschnitt 2018 um acht Prozent höher waren als im Jahr zuvor. Auch die Preise für alkoholische Getränke und Tabakwaren zogen spürbar an (plus 3,4 Prozent). Für Waren und Dienstleistungen des Bildungswesens sowie für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher ebenfalls tiefer in die Tasche greifen (plus 2,5 bzw. plus 2,4 Prozent). In zwei der zwölf Hauptgruppen sank das Preisniveau: Waren und Dienstleistungen der Hauptgruppe „Nachrichtenübermittlung“ verbilligten sich um 0,6 Prozent. Die Preise für Bekleidung und Schuhe fielen 2018 im Jahresdurchschnitt ebenfalls etwas niedriger aus als 2017 (minus 0,2 Prozent).

Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in elf rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von 600 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte zukommt (sog. Wägungsschema), im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. Hier wird der Gesamtindex ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.

Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat Dezember 2018 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 10. Januar 2019 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Hinweis: Revision des Verbraucherpreisindex für Deutschland
Der Verbraucherpreisindex wird in regelmäßigen Abständen einer Revision unterzogen und auf ein neues Basisjahr umgestellt. Mit dem Berichtsmonat Januar 2019 erfolgt die Umstellung von der Basis 2010 auf das Basisjahr 2015. Dabei werden die VPI-Ergebnisse rückwirkend ab Januar 2015 neu berechnet.

Bitte merken Sie sich folgenden Veröffentlichungstermin vor:
21. Februar 2019 Endgültiges Ergebnis für Januar 2019 sowie alle neu berechneten VPI-Ergebnisse ab Januar 2015 auf neuer Basis 2015

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt, Verdienste / Preise)

Bauhauptgewerbe im Oktober 2018: Umsätze höher, Aufträge niedriger als im Vormonat

Das rheinland-pfälzische Bauhauptgewerbe verzeichnete im Oktober 2018 weniger Aufträge und höhere Umsätze als im September. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes lagen die Auftragseingänge – kalender- und saisonbereinigt – um 10,0 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Der baugewerbliche Umsatz verbesserte sich um 5,2 Prozent. Gegenüber den ersten zehn Monaten 2017 nahm das Ordervolumen um 9,1 Prozent zu, der Umsatz stieg um 8,8 Prozent.

Auftragseingänge nach Bauart und Auftraggeber

Im Oktober 2018 verringerten sich die bereinigten Auftragseingänge sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau (minus 15,2 bzw. minus 5,5 Prozent). Nach dem sprunghaften Anstieg im September errechnen sich für den öffentlichen Hochbau kräftige Auftragseinbußen (minus 87 Prozent). Aber auch der Straßenbau sowie der gewerbliche Hochbau verzeichneten deutliche Rückgänge (minus 10,8 bzw. minus 9,3 Prozent). Dagegen übertraf die Nachfrage im Wohnungsbau sowie im gewerblichen Tiefbau das Vormonatsergebnis (plus 11,1 bzw. plus 2,4 Prozent). Gegenüber den ersten zehn Monaten 2017 wurden sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau mehr Auftragseingänge registriert (plus 12,1 bzw. plus 5,8 Prozent).

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber

Im Oktober 2018 erhöhten sich die bereinigten Erlöse sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau um 5,1 Prozent. Mit Ausnahme des leichten Rückgangs im öffentlichen Hochbau (minus 0,2 Prozent), konnten alle Baubereiche ihren Umsatz steigern. Den höchsten Zuwachs verzeichnete der sonstige öffentliche Tiefbau (plus 10,7 Prozent). Im gewerblichen Hochbau sowie im gewerblichen Tiefbau wurden ebenfalls überdurchschnittliche Steigerungen registriert (plus 8,1 bzw. plus 7,5 Prozent). Gegenüber den ersten zehn Monaten 2017 erhöhten sich die baugewerblichen Umsätze sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau (plus 9,6 bzw. plus 8,0 Prozent).


Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird die monatliche Entwicklung der Auftragseingänge sowie des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe insgesamt, in den Teilbereichen Hochbau und Tiefbau sowie in der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber bereitgestellt. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat oder zum jeweiligen Vorjahreszeitraum angegeben. Weitere Erläuterungen

Autor: Thomas Kirschey (Referat Analysen Staat, Soziales)

Bruttoinlandsprodukt wächst im dritten Quartal um 0,7 Prozent

Im dritten Quartal 2018 ist die rheinland-pfälzische Wirtschaft wieder deutlich stärker gewachsen. Nach vorläufigen, indikatorgestützten Berechnungen des Statistischen Landesamtes stieg das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2018 gegenüber dem Vorquartal preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Wirtschaftsleistung im Land um 2,1 Prozent.

Das Wirtschaftswachstum wurde gleichermaßen von der Industrie und von den Dienstleistern getragen. Sowohl im Verarbeitenden Gewerbe als auch in den Dienstleistungsbereichen legte die Bruttowertschöpfung gegenüber dem zweiten Quartal 2018 preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,8 Prozent zu. Im Baugewerbe stagnierte hingegen die Wertschöpfung im Vergleich mit dem Vorquartal.
Die Entwicklung der kalender- und saisonbereinigten Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe zeigt, dass das Wachstum in diesem Bereich durch eine Sonderentwicklung bei den Konsumgüterproduzenten bedingt ist, deren Erlöse kräftig stiegen. In der Vorleistungs- und in der Investitionsgüterindustrie, denen auch die drei größten Industriebranchen im Land angehören, gingen die Umsätze hingegen zurück. Die bereinigte Wertschöpfung im Baugewerbe stagnierte trotz höherer Umsätze sowohl im Bauhauptgewerbe als auch im Ausbaugewerbe.
Die Zunahme der Wertschöpfung im Dienstleistungssektor steht auf einer breiten Basis. Dies zeigen die fast durchgehend steigenden Umsatzzahlen aus den einzelnen Branchen dieses Bereichs. Beispielsweise wuchsen die Erlöse im Großhandel preis-, kalender- und saisonbereinigt um 2,5 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal. Das Gastgewerbe konnte demgegenüber seine bereinigten Erlöse zum Vorquartal lediglich konstant halten.

LINK zum Konjunkturbericht

Jahresergebnisse zum Bruttoinlandsprodukt werden vom Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ berechnet. Die Quartalsergebnisse zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in Rheinland-Pfalz beruhen auf einer ökonometrischen Schätzung, bei der die vom Arbeitskreis ermittelten Jahresergebnisse mithilfe von quartalsweise vorliegenden Indikatoren aus den Unternehmensstatistiken (z. B. Umsätze und Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen) auf die Quartale verteilt werden. Weitere Informationen zur Methodik stehen unter http://www.statistik.rlp.de/fileadmin/dokumente/monatshefte/2017/Juni/06-2017-350.pdf zur Verfügung.

Autor: Dr. Martin Jacobs (Referat Analysen Staat, Soziales)

Kfz-Gewerbe: Bilanz und Ausblick zum Jahreswechsel

Autofahrer und Kfz-Gewerbe stecken im Diesel-Dilemma

Diesel-Diskussion und kein Ende. Besonders in Ballungsräumen ist die Unsicherheit der Autofahrer groß: Darf ich noch in die Städte einfahren oder nicht? Ab wann gilt wo welches Verbot? Der Flickenteppich von Fahrverbotszonen für ältere Diesel-Fahrzeuge wird größer und immer unübersichtlicher.

Das schlägt bis auf die Kfz-Betriebe durch. Denn auch Autohäuser und Werkstätten liegen in Fahrverbotszonen. Was machen die Kunden, wenn sie ihr älteres Diesel-Fahrzeug nicht mehr zum Service bringen können? Und was macht der Händler, wenn seine Umsätze zurückgehen, weil er zum Beispiel Euro 5-Diesel nicht mehr verkaufen kann?

„Der Automobilhandel leidet nach wie vor unter der Diesel-Krise, und zwar durch Leasing-Rückläufer sowie Euro 5-Standfahrzeuge, die sich nur schwer verkaufen lassen“, sagt Obermeister Jürgen Rutkowski. Außerdem hat der neue WLTP-Standard für die Abgasmessung im August für Chaos gesorgt. Denn ab dem 1. September 2018 müssen für alle neu zugelassenen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge die nach dem WLTP-Verfahren gemessenen Abgas- und Verbrauchswerte vorliegen. Für viele tausend Bestandsfahrzeuge bei den Herstellern und Händlern traf das nicht zu. Um sie überhaupt noch verkaufen zu können, mussten sie bis Ende August zugelassen werden. Das führte bei vielen Modellen zu einem Überangebot und setzte die Preise unter Druck. „Darüber hinaus haben teilweise stark nachgefragte Fahrzeuge aufgrund fehlender WLTP-Zulassung zurzeit extrem lange Lieferzeiten“, so Obermeister Jürgen Rutkowski.

All das führe zu einer Situation, die es im Kraftfahrzeuggewerbe in dieser Ausprägung bisher nicht gegeben habe. „Um die Lage für Halter von Euro 5-Dieselfahrzeugen nachhaltig zu verbessern setzen wir uns für die Hardware-Nachrüstung dieser Fahrzeuge ein“, so Obermeister Rutkowski. „Die dafür notwendige und vom Bundesverkehrsministerium angekündigte rechtlich verbindliche Verordnung muss jetzt zügig kommen. Das ist gut für die Umwelt, trägt zum Werterhalt älterer Diesel-Fahrzeuge bei und bringt freie Fahrt in die Verbotszonen.“

Das kommende Auto-Jahr sieht Obermeister Jürgen Rutkowski durchaus zwiespältig. Beim Verkauf von Neufahrzeugen werde es nach Einschätzung des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) eine kleine Delle in der Wachstumskurve geben. „Wir rechnen mit rund 3,43 Millionen Neuzulassungen, wobei vor allem der Privatmarkt Federn lassen wird“, so Obermeister Jürgen Rutkowski. Auch der Handel mit Gebrauchtwagen werde unter dem DieselDilemma leiden. Einzig für das Reparatur- und Servicegeschäft seien die Aussichten nach Meinung von Obermeister Jürgen Rutkowski auch für 2019 stabil.

Nach wie vor hoch attraktiv ist für junge Menschen ein Ausbildungsplatz im Kfz-Gewerbe. Das zeigt sich auch in der Kfz-Innung Unterlahn. „Zum neuen Ausbildungsjahr haben 38 junge Männer und Frauen ihre technische oder kaufmännische Ausbildung in den hiesigen Autohäusern und Werkstätten begonnen“, so Obermeister Jürgen Rutkowski. „Auch in Zeiten von Fahrverbotszonen und Diskussionen um den Diesel hat das Automobil offenbar nichts von seiner Faszination verloren.“ In Deutschland bilden die rund 38 000 Kfz-Meisterbetriebe über 90 000 junge Menschen aus. Im Jahr 2018 war die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Kfz-Gewerbe bundesweit im vierten Jahr in Folge angestiegen.

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