Samstag, 16. Januar 2021

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„Wir machen weiter“

Digitale Aktionstage zur landwirtschaftlichen Arbeit in Corona-Zeiten

Berlin/Koblenz. Heute startet der Deutsche Bauernverband zusammen mit seinen Landesbauernverbänden eine digitale Aktionswoche. „Wir machen weiter“ soll unterstreichen, dass die deutsche Landwirtschaft auch in dieser besonderen Situation ihrer Verantwortung für die Versorgung der Bevölkerung mit sicheren und hochwertigen Lebensmitteln gerecht wird. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, unterstützt die Aktion, da die Bäuerinnen und Bauern während der Aktionstage über die sozialen Netzwerke Einblicke in ihre Arbeit zeigen: „Informationen, Videobotschaften und Chats verbinden die Menschen und klären über die berufliche und private Lebensumwelt der Bauernfamilien auf. Das ist eine gute Sache.“

Unter dem Hashtag #wirmachenweiter erläutern Bäuerinnen und Bauern was die Landwirtschaft ausmacht und begeistern gleichzeitig für ihren Beruf. Horper: „Nur eine starke Landwirtschaft hat die Kraft die eigene Bevölkerung mit ausreichenden und gesunden Lebensmitteln zu versorgen. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst.“

„Heimat schmeckt!“ e.V. in Corona-Zeiten

Jetzt, zu Zeiten der Corona-Krise, bei der es neben gesundheitlichen Auswirkungen auch zu erheblichen wirt­schaft­lichen Veränderungen kommt, geht es um nicht weniger als die Existenz vieler lokaler kleiner Betriebe und den Erhalt der damit verbundenen Arbeitsplätze. Einige Mitglieder des „Heimat schmeckt!“ e.V. berichten über ihre Arbeit in diesen besonderen Zeiten:

„In unserem Betrieb hat sich vor allem organisatorisch etwas geändert. In der Backstube arbeiten wir in verschieden Teams, um Gruppen kleiner zu halten und Kontakte zu verringern. Eine große Herausforderung für alle, da trotz einiger Lieferrückgänge durch die Nicht-Belieferung von Gastronomie und Schulen doch einiges an Bio-Brot in den Ofen kommt“, berichtet Charlotte Barth von der Vollkorn-Bäckerei Barth. „Wir sind sehr froh, wie gut diese Umstellung funktioniert hat. Wir versuchen viele positive Dinge aus diesen Veränderungen zu ziehen und überlegen schon, was in Zukunft Bestand hat.“ In den Bio-Barth-Filialen selbst geht es etwas ruhiger zu, da die Kunden vor der Tür warten. Die Kunden halten sich in der Regel an die Vorgaben und zeigen sich auch dann geduldig, wenn es etwas länger dauert. „Wir freuen uns aber schon alle auf eine Zeit nach dem Virus, in dem sich die Kunden in den Geschäften tummeln“, so Charlotte Barth.

Karl-Josef Hasdenteufel von der Alten Apfelwein-Kelterei Hasdenteufel in Hatzenport weiß zu berichten: „Wir haben weiterhin geöffnet und es kommen Kunden, aber leider nicht so viele wie sonst. Wir bedienen alle mit entsprechendem Abstand und nach vorheriger telefonischer Absprache. Innerhalb von Hatzenport bieten wir einen Lieferservice an. An fehlendem Leergut, wie es bei manchen Getränkefirmen der Fall ist, mangelt es bei uns nicht. Führungen und Apfelweinproben können zur Zeit natürlich nicht stattfinden.“

Klaus Ballmann von der Imkerei Ballmann - Honig vom Schultheishof steht mit seinem Verkaufswagen regelmäßig auf den Wochenmärkten in Neuwied und Koblenz: „Bei mir hat sich durch Corona nicht viel verändert außer einem anderen Hygieneverhalten privat und auch in meinem Verkaufswagen bei den Wochenmärkten. Ich möchte behaupten, dass die Wochenmärkte momentan etwas besser besucht werden. Viele Menschen meiden Supermärkte, da es dort mit der Abstandsregelung in den Gängen nicht immer klappt. Sie gehen nun lieber auf die Märkte. Diese Erfahrung machen auch andere Markthändler. Bei Honig fällt es nicht so auf, aber zum Beispiel bei Obst und Gemüse ist die Umsatzsteigerung schon sehr deutlich.“

Bei Bärbel Birkenbeil und Frank Nickenig von der Schnapsbrennerei Obsthof Birkenbeil in Heimbach-Weis läuft das Geschäft zur Zeit sehr ruhig. „Zwar sind neue Kunden dazu gekommen, die uns beim Spazierengehen erstmals entdeckt haben, aber unsere Destillate werden gern in Gesellschaft und zu Feiern getrunken, und wenn die nicht stattfinden, fehlt der Bedarf. Auch ist die Gastronomie weggefallen und hinzu kommt, dass wir einige Schnapsproben absagen mussten und mutmaßlich lukrative Marktveranstaltungen ersatzlos gestrichen wurden. Das trifft uns schon, aber zumindest kann unser Warenangebot nicht verderben und wird nicht saisonal unmodern.“ Die Schnapsbrennerei bietet schon seit Längerem Auslieferung im engeren Umkreis sowie Postversand an. Diese Angebote werden in Anspruch genommen, halten sich aber im überschaubaren Rahmen. Ein Lichtblick ist der Absatz über den regionalen Einzelhandel, der sich unverändert gut gestaltet.

„Durch unser sehr spezielles Sortiment haben wir den Laden mangels Kundschaft - es fehlen vor Allem die Touristen – vor drei Wochen geschlossen“, berichtet Heike Hoffmann von der Essigmanufaktur Hoffmann in Winningen. „Wir werden den Laden nun aber wieder regulär öffnen.“ Ein spontan eingeführter Lieferservice, der ohne persönlichen Kontakt durchgeführt wird, wurde seit ca. zwei Wochen ein wenig genutzt. „Das freut uns sehr, ist aber leider kein Vergleich zum normalen Umsatz. Toll ist die zum Teil unerwartete Unterstützung von außerhalb. So hat Slowfood eine Liste von Geschäften veröffentlicht und hierin auch Nicht-Mitglieder aufgenommen. Und die Mosellandtouristik möchte Manufakturen durch Pressearbeit unterstützen. Darüber freuen wir uns sehr!“

Gabi Engels vom Mühlenbach-Hofladen in Plaidt und Marie-Theres Neumann vom Hof-Meerheck in Heimbach-Weis haben momentan mehr zu tun, „da viele Privatleute nun mehr kochen und viel backen. Die Kunden kommen gerne in kleinere Läden, wo es nicht so voll ist. Allerdings fehlen uns die Gastronomiebetriebe.“

Auch Kristine von Gudenberg vom Gertrudenhof in Weißenthurm kann diese Entwicklung bestätigen. Sie hat jedoch ihren Hofladen geschlossen, da er so klein ist. „Hofladenkunden können ihre Bestellung telefonisch mit uns durchgehen und dann am Tor abholen. Unser Lieferservice „Ökokiste“ ist sehr stark gefragt, da dieser ohne Kundenkontakt abläuft und die Bezahlung über Lastschrift erfolgt.“

Die Arbeit von Bio-Winzer Uwe Weber aus Lehmen verläuft im Bereich Abholung und Versand sowie im Weinberg wie unverändert. „Auf den Märkten fehlt mir der Ausschank, was ich durch mehr Markttage auszugleichen versuche. Und natürlich fehlen die Kunden aus der Gastronomie. Gute Zuwächse jedoch sind bei den Marktschwärmereien zu verzeichnen.“

Während sich die Direktvermarkter mit viel Kreativität über die Runden halten, zeigt sich die Lage im Bereich der Gastronomie schwieriger. Die „Heimat schmeckt!“-Mitglieder Zur Linde in Mülheim-Kärlich sowie der Rote Ochse in Rhens bieten zwar Abholservice an, allerdings sind die meisten Gastronomiebetriebe geschlossen. So auch die Gutsschänke Schaaf in Winningen, die von Stefan Pohl betrieben wird. „Wir sind natürlich bereit Mundschutz zu tragen, stellen die Tische weit auseinander und decken großzügig ein, aber leider ist bisher keine Lockerung der Situation in Sicht. Die Ersparnisse sind bald aufgebraucht und Rücklagen für den kommenden Winter zu bilden, sind trotz Soforthilfen wohl unmöglich. Mitte Mai muss es los gehen, ansonsten müssen viele Gastronomen ums Überleben kämpfen,“ so Stefan Pohl.

Weitere Informationen über die Mitglieder des „Heimat schmeckt!“ e.V. gibt es unter www.heimat-schmeckt.de oder in der Vereinsbroschüre, die bei Sabine Borsch (02652/5279411, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ) und bei den Mitgliedsbetrieben erhältlich ist.

Corona-Pandemie – Rheinland-Pfalz-Programm Beschaffung

Ministerpräsidentin Malu Dreyer dankt BASF für Spende von 1 Million FFP2-Masken und für Unterstützung bei Beschaffung von Schutzausrüstung

„Die vielfältige Unterstützung der BASF bringt uns einen großen Schritt unserem Ziel näher, Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeheime und andere Einrichtungen des Gesundheitswesens mit Schutzmasken auszustatten, die den Träger vor Infektionen schützen. Die BASF leistet bei der Bewältigung der Corona-Pandemie einen herausragenden Beitrag. Neben der Umstellung der Produktion auf Desinfektionsmittel freut sich die Landesregierung besonders über eine Million gespendete FFP2-Schutzmasken. Die BASF hat sich außerdem bereit erklärt, das Land bei der Beschaffung wichtiger Schutzausrüstung aus dem Ausland zu unterstützen. Die Landesregierung ist für diese Hilfe sehr dankbar“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei der Entgegennahme der ersten von fünf Tranchen der Masken im Zentrallager der BASF in Frankenthal. Die Masken werden durch das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung an Krankenhäuser der Maximalversorgung mit Intensivstationen weitergegeben. Vor Ort wurden auch die Vertragsurkunden über einen Rahmenvertrag über die Erbringung von Beschaffungsleistungen für Schutzbekleidung ausgetauscht.

„In dieser Situation mit anzupacken und zu unterstützen, ist für alle bei BASF eine Selbstverständlichkeit“, so BASF-Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Brudermüller. „Wir tragen im Rahmen der BASF-Hilfsaktion „Helping Hands“ gerne mit einer Spende dazu bei, die Ärzteschaft und die Pflegekräfte in Rheinland-Pfalz gut auszustatten und nutzen dafür gerne unsere Einkaufsnetzwerke und unsere Logistik in China.“

„Das Landesamt arbeitet jeden Tag unter Hochdruck und mit großem Einsatz seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Beschaffung von Schutzausrüstung. Ich freue mich über die persönliche Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen der BASF in Shanghai. Sie sind uns bei der Beschaffung von Schutzausrüstung vor Ort eine sehr große Hilfe“, erklärte Detlef Placzek, Präsident des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung.

Im Rahmen des „Rheinland-Pfalz Programm Beschaffung“ steht die Landesregierung im engen Austausch mit Unternehmen in ganz Reinland-Pfalz, um die Beschaffung von Schutzausrüstung, Desinfektionsmitteln und medizinischem Gerät zu beschleunigen und die Produktion dieser Güter, die in der Corona-Pandemie dringend benötigt werden, vor Ort anzukurbeln. „Wir stehen als Landesregierung und Unternehmen im Land zusammen. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass den Menschen im Land geholfen werden kann, wenn sie an COVID19 erkranken, und dass unsere Fachkräfte in den Kliniken und Pflegeheimen bestmöglich gerüstet sind“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Wirtschaftsrat/Corona

Bundesfinanzminister Olaf Scholz zu Gast beim Wirtschaftsrat/Bund und Land unterstützen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Corona-Krise

In einem konstruktiven Gespräch haben die Mitglieder des Wirtschaftsrates von Ministerpräsidentin Malu Dreyer gemeinsam mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz die Auswirkungen und Konsequenzen der Corona-Pandemie diskutiert. Unter anderem wurden Fragen zu den Fördersystemen von Bund und Land sowie deren Wirkungen erörtert. Auch der wichtige Punkt, mit welchen Schritten die Wirtschaft wieder in Gang gebracht werden kann, war Gegenstand des Treffens. Eingeladen zu dem Gespräch hatten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wirtschaftsminister Volker Wissing. An dem Termin nahm auch Finanzministerin Doris Ahnen teil. Weitere Gesprächsteilnehmer waren unter anderem der Vorsitzende der Landesvereinigung der Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz, Dr. Gerhard Braun, und der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Rheinland-Pfalz/Saarland, Dietmar Muscheid.

Zu Beginn des Treffens erläuterte Ministerpräsidentin Malu Dreyer die am vergangenen Mittwoch im Kreis der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffenen Vereinbarungen mit Blick auf vorsichtige Lockerungen unter anderem im Einzelhandel. Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Das sind vorsichtige Schritte, die wir gehen. Die Erfolge bei der Eindämmung der Pandemie sind fragil. Auch wenn die Ansteckungsrate gesunken ist, bleibt die Ansteckungsgefahr groß. Wenn wir das Wirtschaftsleben in Deutschland wieder beleben wollen, dann dürfen wir keinen Rückschlag riskieren. Hier sind Umsicht und auch Geduld gefragt für einen nachhaltigen Erfolg.  Die durch die Corona-Krise ausgelösten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einschränkungen werden uns noch lange begleiten. Wir erleben in der Bevölkerung eine große Akzeptanz für die Einschränkungen, weil die Notwendigkeit dafür verstanden wird. Deswegen ist meiner Landesregierung wichtig, die zwischen Bund und Ländern getroffenen Vereinbarungen transparent und nachvollziehbar zu erläutern. Aus dem heutigen Gespräch nehme ich aber auch wichtige Hinweise und Anregungen mit für unsere weiteren Entscheidungen, die wir in den nächsten Wochen treffen müssen.“

Der Wirtschaftsrat begrüßte, dass Rheinland-Pfalz in der neuen Rechtsverordnung beschlossen hat, dass es keine starre 800 qm Lösung bei Geschäften geben soll, die ab Montag wieder öffnen können, sondern größere Geschäfte die Chance erhalten, einen Teil ihrer Verkaufsfläche abzutrennen.

Die Vertreter des Wirtschaftsrates dankten darüber hinaus den Regierungen im Bund und im Land für die großen Finanzhilfen. Jeder, der im internationalen Umfeld Geschäfte mache, wisse heute zu schätzen, wie schnell und flexibel die Hilfen in Deutschland flössen, hieß es in den Reihen des Wirtschaftsrates. Die Unternehmervertreter drückten ihre Sorge aus, dass die Produktion nicht eingestellt werden dürfe. Das sei nicht das Ziel, waren sich Finanzminister Scholz und Ministerpräsidentin Malu Dreyer einig.  Alle Beteiligten setzten auf Hygieneschutz, die notwendigen Maßnahmen sollten in der bewährten Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern umgesetzt werden.

Ein weiteres Anliegen aus dem Wirtschaftsrat war, dass Bundes- und Landesregierung sicherstellen, dass es auch noch Fördermittel in der Zeit nach der akuten Corona-Krise gibt. Die schwierigen Themen wie die Transformation seien nicht verschwunden.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer fügte hinzu: „Die Landesregierung verfolgt das Ziel, dass Unternehmen und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer so gut wie möglich aufgefangen und durch die Pandemie geführt werden. Bund und Land haben hierzu einen Schutzschild aufgebaut, um mit einem Wirtschaftsstabilisierungsfonds, mit Kurzarbeitergeld, Krediten, Soforthilfen, Zuschüssen und Bürgschaften die wirtschaftlichen Folgen abzumildern. Die Unterstützung betrifft alle Unternehmen. Wichtig ist mir, dass kleine und mittlere Unternehmen einbezogen sind, denn sie machen den Großteil unserer Wirtschaft aus. Darauf haben wir mit dem Zukunftsfonds Rheinland-Pfalz besonders geachtet.“

Bundesfinanzminister Olaf Scholz betonte: „Wir sind gerüstet für eine neue Normalität, in der uns das Corona-Virus noch eine ganze Weile begleiten wird. Bund und Länder sorgen mit vereinten Kräften dafür, dass Deutschland gut durch die Corona-Krise kommen kann. Unser Motto ist dabei: Nicht kleckern, sondern klotzen. Mit einem beispiellosen Hilfspaket schützen wir die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger, unterstützen Unternehmen sowie Beschäftigte. Malu Dreyer hat schnell angepackt und die Bundeshilfen unter anderem mit dem Soforthilfeprogramm für Wirtschaft und Arbeit erheblich aufgestockt. Rheinland-Pfalz ist damit gut aufgestellt, um auch nach der Krise wirtschaftlich stark und erfolgreich zu sein.“

„Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise erfordern wirtschafts- und finanzpolitisches Handeln, sowohl auf kurze, mittlere und lange Sicht. Kurzfristig geht es darum, eine Übergangsphase zu überbrücken, damit die plötzlich aufgetretenen Angebots- und Nachfrageschocks wenigstens in Teilen kompensiert werden“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing. Dafür stünden Zuschüsse und günstige Sofort-Darlehen zur Verfügung. In Rheinland-Pfalz seien bislang fast 69.000 Anträge auf Soforthilfe eingegangen. Die ISB habe mittlerweile 50.000 Anträge bearbeitet. „Die Auszahlung läuft. Wir haben gut 180 Millionen Euro bewilligt“, sagte Wissing. Mittel- und langfristig sei es entscheidend, dass der Staat weiterhin finanziell handlungsfähig bleibe, um die Unternehmen in der Phase des Übergangs hin zur Normalwirtschaft unterstützen zu können, sagte der Wirtschaftsminister. Das Exit-Tempo werde durch den Gesundheitsschutz vorgegeben. „Ich stehe hinter den nun anstehenden Lockerungen, die für viele Einzelhändler und Dienstleister enorm wichtig sind. Gleichzeitig appelliere ich an alle, sich weiterhin umsichtig zu verhalten und den Gesundheitsschutz unverändert ernst zu nehmen“, so Wissing.

LVU-Präsident Dr. Gerhard F. Braun spiegelte in dem Gespräch das Bild der rheinland-pfälzischen Wirtschaft in der aktuellen Lage. Die Wirtschaft im Land sei sehr unterschiedlich von der Krise betroffen. Nachfrageeinbrüche in der Folge der Schließungen und Probleme in der Produktion durch unterbrochene Zulieferketten seien die Hauptprobleme. Mit Blick auf die aufgelegten Förderprogramme von Bund und Land sagte der LVU-Präsident: „Wir schließen uns nicht der pauschalen Kritik an, dass zu wenig ausgezahlt wird. Es ist notwendig, dass die Auszahlungen korrekt verlaufen und die auszuzahlenden Gelder geprüft werden. Der Staat ist kein Geldautomat.  Zuschüsse und nicht zurückgezahlte Darlehen belasten die Steuerzahler. Da ist Sorgfalt nur angebracht.“

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Rheinland-Pfalz/Saarland, Dietmar Muscheid, bedankte sich, dass dieses direkte Gespräch mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz heute hier in Mainz stattfinden konnte. Dietmar Muscheid: „Es zeichnet uns in Rheinland-Pfalz aus, dass wir immer gemeinsam nach Lösungen suchen und gemeinsam auch diese Krise bewältigen werden. Natürlich müssen wir den Gesundheitsaspekt als allererstes im Blick haben, aber auch die Wirtschaft ist existenziell.“ Kurzarbeit habe sich als Kriseninstrument bewährt. Die betroffenen Arbeitnehmer müssten allerdings besser abgesichert werden als mit 60 beziehungsweise 67 Prozent vom letzten Nettogehalt.

Der Wirtschaftsrat ist ein Beratergremium der Ministerpräsidentin.

Erster Online-Gipfel im Kreis Mayen-Koblenz

Wirtschaftsexperten stehen Unternehmen am 23. April Rede und Antwort im Live-Stream

KREIS MYK. Unter dem Motto, „Antworten, Perspektiven, Mutmachung“ veranstalten die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein (WFG) am Donnerstag, 23. April, um 18 Uhr den ersten Corona-Online-Gipfel im Landkreis. Dabei werden Experten im Live-Talk Rede und Antwort zu den brennendsten Fragen der Unternehmen stehen, die die Betriebe bereits im Vorfeld über die Internetseite www.online-gipfel.de oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. einreichen können. Die Veranstaltung wird im Live-Stream gleichzeitig auf mehreren Facebook-Accounts und bei YouTube übertragen, sodass alle Firmen interaktiv am Gipfel teilnehmen können, ohne das Haus oder den Betrieb verlassen zu müssen.

Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises werden beim Online-Gipfel Vertreter und Experten von Bundesagentur für Arbeit, Jobcenter, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Sparkasse Koblenz, Kreissparkasse Mayen, Volksbank RheinAhrEifel und der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz für die Betriebe live online sein. „Mit dem ersten Corona Online-Gipfel bringen wir unserer Wirtschaft im Landkreis Mayen-Koblenz eine weitere konkrete Unterstützung und wollen Mut machen und Perspektiven aufzeigen“, sagt der WFG-Geschäftsführer Henning Schröder und ruft zur regen Teilnahme auf. Außergewöhnliche Zeiten, wie die aktuelle Corona-Pandemie erfordern andere Formate und neue Weg. Aus den derzeitigen Kontakten zu Unternehmen weiß der WFG-Geschäftsführer, dass viele Betriebe im Landkreis in großer Not sind und viele Sorgen haben. „Veranstaltungen, Workshops, persönliche Treffen, sind derzeit nicht möglich. Daher haben wir uns in Kooperation mit der Marketingflotte dazu entschlossen, einen ersten Corona-Online-Gipfel durchzuführen und damit einen Schritt in die digitale Welt zu gehen“, erläutert Schröder.

Weitere Informationen im Internet unter der Adresse www.online-gipfel.de

 

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