Montag, 14. Oktober 2019

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Außergewöhnlicher Weinjahrgang 2018

Die Wein ausbauenden Betriebe und Kellereien in Rheinland-Pfalz erzeugten aus der Traubenernte des Jahres 2018 rund 6,7 Millionen Hektoliter Wein und Most. Wie das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz in Bad Ems mitteilt, waren das knapp 38 Prozent (1,8 Millionen Hektoliter) mehr als im Vorjahr. Einen mengenmäßig ähnlich außergewöhnlichen Weinjahrgang gab es zuletzt 2008 mit einer Weinerzeugung von 6,8 Millionen Hektolitern. Im Jahr 2018 wurden 27 Prozent zu Prädikats-, 66 Prozent zu Qualitäts- und 7 Prozent zu Landwein ausgebaut.

Auf die Erzeugung von Weißweinen entfielen 72 Prozent (4,8 Millionen Hektoliter). Davon wurden 59 Prozent zu Qualitäts- und 33 Prozent zu Prädikatsweinen verarbeitet. Beim Rotwein wird ein deutlich höherer Anteil als Qualitätswein vermarktet; 2018 waren es 84 Prozent (1,6 Millionen Hektoliter).

Mit 2,9 Millionen Hektolitern wurde im Anbaugebiet Rheinhessen die größten Erntemengen eingefahren, gefolgt von der Pfalz mit 2,5 Millionen Hektolitern. An der Mosel, dem drittgrößten Anbaugebiet in Rheinland-Pfalz, wurden 907.000 Hektoliter geerntet. 393.000 Hektoliter wurden an der Nahe geerntet, gefolgt von der Ahr mit 48.000 Hektolitern und dem Mittelrhein mit 36.000 Hektolitern. Von Rebflächen außerhalb der im Weinrecht festgelegten Weinanbaugebiete (Deutschweingebiete) wurden 2018 gut 2.000 Hektoliter geerntet.

Die Weinerzeugung basiert in Rheinland-Pfalz zu 99,8 Prozent auf landeseigenen Trauben. Lediglich 0,2 Prozent (knapp 14.000 Hektoliter) werden außerhalb von Rheinland-Pfalz zugekauft. Landesintern werden vor allem von Betrieben mit Sitz im Anbaugebiet Mosel Trauben aus anderen rheinland-pfälzischen Anbaugebieten zugekauft. 13 Prozent der gesamten Weinernte stammt von der Mosel; demgegenüber stehen knapp 23 Prozent rheinland-pfälzischer Weinerzeugung in Betrieben in diesem Anbaugebiet.

In den vergangenen zehn Jahren konnten unter den bedeutenden Weißweinen die Rebsorten Chardonnay und Sauvignon blanc hinsichtlich der Ertragsrebfläche und dadurch bedingt auch hinsichtlich der Erntemenge besonders stark zulegen. Im Zeitraum 2009 bis 2018 stieg die Erntemenge für Chardonnay in Reinland-Pfalz um 102.000 Hektoliter (plus 141 Prozent) auf 175.000 Hektoliter an. Der größte Anteil des Zuwachses entfällt auf die Anbaugebiete Rheinhessen und Pfalz. Prozentual noch deutlicher ausgeprägt ist im gleichen Zeitraum der Anstieg beim Sauvignon blanc: Hier beträgt der Zuwachs der Erntemenge 381 Prozent (69 000 Hektoliter); 2018 wurden 87.000 Hektoliter geerntet.

Die Angaben basieren auf der sekundärstatistischen Auswertung der Weinerzeugungsmeldungen, die Bestandteil der bei der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz geführten EU-Weinbaukartei sind.
Ein Hektoliter (hl) sind 100 Liter.

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)

Teuerungsrate im März bei plus 1,2 Prozent

Die Inflationsrate ist in Rheinland-Pfalz im März 2019 gesunken. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex um 1,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Februar hatte die Inflationsrate plus 1,5 Prozent betragen.

Die Energiepreise waren im März 2019 um 3,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Mineralölprodukte verteuerten sich um 4,5 Prozent. Dazu trugen insbesondere die Heizölpreise bei, die innerhalb eines Jahres um 14,3 Prozent zulegten. Für Kraftstoffe mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher im März 2,8 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahresmonat. Die Strompreise erhöhten sich um 2,5 Prozent und die Preise für Fernwärme um 1,4 Prozent. Die Preise für Gas waren dagegen rückläufig (minus 0,7 Prozent).

Die Nahrungsmittelpreise sind im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht gestiegen (plus 0,3 Prozent). Kräftige Preissteigerungen gab es beim Gemüse (plus 7,0 Prozent). Dies ist in erster Linie auf die starke Preiserhöhung bei Kartoffeln um 39,5 Prozent zurückzuführen. Aber auch Kopf- oder Eisbergsalat und Gurken wurden merklich teurer (plus 10,7 bzw. 11,4 Prozent). Ebenfalls spürbare Preissteigerungen waren bei Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchten sowie bei Brot- und Getreideerzeugnissen zu beobachten (plus 2,8 bzw. 2,5 Prozent). Preissenkungen gab es dagegen bei Obst sowie Molkereiprodukten und Eiern (minus 7,1 bzw. minus 3,3 Prozent). So waren Äpfel um 22,6 Prozent billiger als ein Jahr zuvor.

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, lag im März 2019 bei plus 1,0 Prozent nach plus 1,3 Prozent im Februar.

In neun der zwölf Hauptgruppen sind die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Die stärkste Steigerung war mit plus 3,0 Prozent in der Hauptgruppe „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ zu verzeichnen. Es folgten die Hauptgruppen „Verkehr“ (plus 2,1 Prozent) sowie „Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe“ und „Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen“ (jeweils plus 2,0 Prozent). In den Hauptgruppen „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ sowie „Post und Telekommunikation“ waren die Preise dagegen rückläufig (minus 1,1 bzw. minus 0,5 Prozent). Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke blieben im Vergleich zum Vorjahresmonat unverändert.

Veränderungen gegenüber Februar 2019

Gegenüber dem Vormonat nahm der Verbraucherpreisindex im März 2019 um 0,3 Prozent zu. Insbesondere für Bekleidung und Schuhe mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher tiefer in die Tasche greifen als im Februar (plus 1,8 Prozent). Hierbei dürften saisonale Gründe eine Rolle spielen. In der Hauptgruppe „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ stiegen die Preise um 1,4 Prozent. Deutliche Preisrückgänge gab es in der Hauptgruppe „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ (minus 0,7 Prozent).

Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in elf rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von 600 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte zukommt (sog. Wägungsschema), im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. Hier wird der Gesamtindex ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.

Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat März 2019 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 3. April 2019 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt, Verdienste / Preise)

Trockenperiode hatte starke Auswirkungen auf den Gemüseanbau

Gemüseanbau

Im Jahr 2018 wurden in Rheinland-Pfalz in 370 Betrieben 589.000 Tonnen Freilandgemüse erzeugt. Damit lag die Ernte leicht unter dem vorjährigen Aufkommen von rund 592.000 Tonnen (minus 0,6 Prozent). Auch die Anbaufläche war im Vergleich zum Vorjahr mit 19.000 Hektar um etwa 600 Hektar kleiner. Beide Effekte sind maßgeblich auf die Witterung des vergangenen Jahres mit der extremen Trockenperiode zurückzuführen.

In Rheinland-Pfalz, wie in ganz Deutschland, wird Gemüse hauptsächlich im Freiland und nur wenig in Gewächshäusern angebaut. Die Fläche unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen einschließlich Gewächshäuser beträgt in Rheinland-Pfalz 43 Hektar.

Die Freilanderzeugung findet schwerpunktmäßig in größeren Betrieben mit Anbauflächen für den Gemüsebau von 20 Hektar und mehr statt. 2018 machen diese Betriebe (ohne Erdbeeren) 40 Prozent der Erzeuger aus. Sie bewirtschafteten knapp 93 Prozent der Fläche. Jeder dieser größeren Betriebe erzeugte im Durchschnitt auf 120 Hektar Gemüse.

Von der Anbaufläche wurden 8,3 Prozent ökologisch bewirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die ökologisch bewirtschaftete Fläche um 21 Prozent. Die Zahl der Betriebe mit ökologischem Feldgemüsebau hat gegenüber 2012 um 38 Prozent auf 58 zugenommen.

Radieschen machen mit knapp 2.500 Hektar den größten Anbauanteil von 13 Prozent aus. Möhren und Karotten rangieren mit gut 1.900 Hektar an zweiter, Bund- bzw. Frühlingszwiebeln mit gut 1.700 an dritter Stelle. Spargel wurde auf 7,9 Prozent, Trockenzwiebeln auf 7,4 Prozent der Fläche angebaut. Mit gut 800 Hektar Anbaufläche stellt Feldsalat die flächenmäßig bedeutendste Salatart dar. Zusammen mit den anderen angebauten Arten entfallen 17 Prozent der Anbaufläche auf Salate.

Der rheinland-pfälzische Gemüseanbau kann die Verbraucher speziell im Sommerhalbjahr mit regionalem Gemüse versorgen. Klimatisch bedingt hat der Gemüseanbau seinen regionalen Schwerpunkt in der Pfalz. Sie ist das größte geschlossene Anbaugebiet für Freilandgemüse Deutschlands. Im Vergleich der kreisfreien Städte und Landkreise dominiert der Rhein-Pfalz-Kreis. Der benachbarte Kreis Germersheim rangiert an zweiter Stelle.

Die Gemüseerhebung wird alle vier Jahre (zuletzt 2016) allgemein durchgeführt und in den Zwischenjahren repräsentativ. Die Erntemengen werden ausschließlich repräsentativ erhoben. In den Anbauflächen ist der Mehrfachanbau innerhalb eines Jahres auf derselben Grundfläche berücksichtigt (z. B. die mehrfache Nutzung einer Grundfläche durch frühe und späte Gemüsearten). Kleinere Veränderungen im Anbauumfang und den Erntemengen sind aufgrund stichprobenbedingter Fehler nur bedingt aussagekräftig. Das Ergebnis für das Jahr 2018 liegt bei der Gemüseanbaufläche im Freiland mit einer 95-prozentigen Wahrscheinlichkeit in einem Schätzfehlerkorridor von maximal 1 260 Hektar um den Schätzwert; bei der Erntemenge von Freilandgemüse in einem Fehlerkorridor von maximal plus/minus 52.100 Tonnen. Seit 2010 beschränkt sich die Erfassung auf landwirtschaftliche Betriebe mit Anbauflächen von mindestens 0,5 Hektar im Freiland oder mindestens 0,1 Hektar in Gewächshäusern bzw. unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen, auf denen Gemüse und/oder Erdbeeren oder deren jeweilige Jungpflanzen angebaut werden.

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)

Bauhauptgewerbe im Januar 2019: Aufträge und Umsätze niedriger als im Vormonat

Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr

Das rheinland-pfälzische Bauhauptgewerbe verzeichnete im Januar 2019 weniger Aufträge und niedrigere Umsätze als im Vormonat. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes gingen die Auftragseingänge im Vergleich zum Dezember 2018 – kalender- und saisonbereinigt – um 11,9 Prozent zurück. Der baugewerbliche Umsatz verringerte sich um 23,8 Prozent. Im Vergleich zum Januar 2018 erhöhte sich das Ordervolumen dagegen um 5,7 Prozent, der Umsatz zog um 6,9 Prozent an.

Auftragseingänge nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum Dezember 2018 gingen die bereinigten Auftragseingänge sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau deutlich zurück (minus 14,0 bzw. minus 10,2 Prozent). Die stärksten Auftragseinbußen verzeichnete der sonstige öffentliche Tiefbau (minus 59,6 Prozent). Im gewerblichen Hochbau sowie im Straßenbau blieb das Ordervolumen ebenfalls erheblich hinter dem Vormonatsergebnis zurück (minus 36,0 bzw. minus 15,1 Prozent). Dagegen errechnen sich für den gewerblichen Tiefbau sowie den öffentlichen Hochbau deutliche Auftragszuwächse (plus 14,2 bzw. plus 11,1 Prozent). Gegenüber Januar 2018 wurden im Hochbau kräftige Nachfragesteigerungen registriert (plus 21,5 Prozent). Im Tiefbau gingen die Auftragseingänge um 8,7 Prozent zurück.

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum Dezember 2018 errechnet sich im Hochbau ein kräftiger Rückgang der bereinigten Erlöse um 27,9 Prozent. Im Tiefbau blieb der Umsatz um 10,2 Prozent hinter dem Vormonatsergebnis zurück. In allen Bereichen des Bauhauptgewerbes gab es Einbußen. Die stärksten Umsatzeinbußen verzeichnete der öffentliche Hochbau (minus 47,3 Prozent). Aber auch der gewerbliche Hochbau sowie der Straßenbau registrierten deutliche Rückgänge der Erlöse (minus 24,1 bzw. minus 21,5 Prozent). Gegenüber Januar 2018 erhöhten sich dagegen die baugewerblichen Umsätze sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau (plus 9,4 bzw. plus 4,5 Prozent).

Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird die monatliche Entwicklung der Auftragseingänge sowie des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe insgesamt, in den Teilbereichen Hochbau und Tiefbau sowie in der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber bereitgestellt. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat oder zum jeweiligen Vorjahreszeitraum angegeben. Weitere Erläuterungen

Autor: Thomas Kirschey (Referat Analysen, Auftragsarbeiten, FDZ)

Arbeitgeberverband Rheinland-Nassau

Tarifeinigung für Landwirtschaft und Weinbau in Rheinland-Pfalz

Koblenz. Nach langwierigen Verhandlungen, die sich über fast eineinhalb Jahre und drei Verhandlungsrunden hingezogen haben, haben sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), der Landwirtschaftliche Arbeitgeberverband Rheinland-Nassau und der Landwirtschaftliche Arbeitgeberverband Rheinhessen-Pfalz auf einen Tarifabschluss für Landwirtschaft und Weinbau in Rheinland-Pfalz geeinigt. Dank dieses Tarifabschlusses können Betriebe in Rheinland-Pfalz bei Anwendung des Tarifvertrages nunmehr von erheblichen Flexibilisierungen in der Ausgestaltung der Arbeitszeit profitieren, die den tatsächlichen Erfordernissen der saisonal geprägten und von der Witterung abhängigen Branche Rechnung trägt.

So ist es ab April 2019 Arbeitnehmern in Landwirtschaft und Weinbau möglich, während Bestellungs- und Erntezeiten oder bedingt durch Witterungseinflüsse mehr als zehn Stunden täglich zu arbeiten. Auch eine Verkürzung der Ruhezeiten nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit von zehn auf bis zu acht Stunden ist bei entsprechendem Ausgleich zulässig. Ermöglicht wird all dies durch die Einführung von zwei modernen Arbeitszeitmodellen.

Im Rahmen eines Arbeitszeitkontos ist es etwa möglich, bei einem verstetigten Monatsentgelt auf Basis von 174 Stunden, unbegrenzt Minusstunden und bis zu 150 Plusstunden zu sammeln, ohne dass ein Überstundenzuschlag auszuzahlen wäre, wenn im Jahresvergleich ein Schnitt von acht Stunden täglich erreicht wird. Die Anwendung dieser Regelungen ist nur möglich, wenn zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Geltung des Manteltarifvertrags für Landwirtschaft und Weinbau in Rheinland-Pfalz ausdrücklich vereinbart wird. Im Gegenzug erhalten die Arbeitnehmer zur Kompensation bis zu zwei Tage mehr Urlaub als bisher und Vollbeschäftigte ein Weihnachtsgeld in Höhe von 300 Euro. Die bisher mögliche Winterkündigung ist durch die flexiblen Arbeitszeitmodelle obsolet geworden.

Im Rahmen der Entgelte wurde eine gegenüber der Bundesempfehlung für die Landwirtschaft eine abweichende Laufzeit vereinbart. Während die Bundesempfehlung Lohnsteigerungen bereits zum 1. Januar 2018 vorsah, treten diese in Rheinland-Pfalz erst zum 1. April 2019 in Kraft. Als Ausgleich werden die Löhne in Rheinland-Pfalz über die Laufzeit des Entgelttarifvertrages bis zum 31.12.2020 um 2 Prozent mehr als im Rahmen der Bundesempfehlung erhöht.

Die Landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände freuen sich, dass durch diesen Tarifabschluss gemeinsam mit der IG BAU ein modernes Vertragswerk für die Betriebe in Rheinland-Pfalz geschaffen werden konnte, welches den Mitgliedsbetrieben, die den Tarifvertrag anwenden, echte Vorteile bei der Flexibilisierung der Arbeitszeit bietet. Das Vertragswerk berücksichtigt die Bedürfnisse der saisonal geprägten Betriebe, die sich mit ihren heimischen Produkten auf dem Weltmarkt behaupten müssen.

Betriebe aus der Region Rheinland-Nassau, die Interesse an der Anwendung des Tarifvertrages haben, nehmen bitte Kontakt mit dem Landwirtschaftlichen Arbeitgeberverband Rheinland-Nassau unter 0261/9885-1321 auf.

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