Mittwoch, 21. November 2018

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Mit Abakus Fehlkalkulationen vermeiden

Wirtschaftsinformatiker der Uni Trier stellen auf der Cebit eine Lösung zur erfahrungsbasierten Schätzung vor

Bei Projekten zur Software-Entwicklung führen Fehlkalkulationen insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) schnell zu einem Liquiditätsengpass oder sogar zur Insolvenz. Dazu stellen Wirtschaftsinformatiker der Universität Trier auf der heute eröffneten Messe Cebit eine Entwicklung vor. „Abakus“ ist eine softwaregestützte Schätzmethode, mit der KMU schneller und in besserer Qualität als bisher IT-Vorhaben planen, kalkulieren und gewinnbringend umsetzen können.

Um Softwareprojekte erfolgreich zu realisieren, sind zuverlässige Schätzungen von Aufwand und Kosten von größter Bedeutung. Unzureichende Aufwandsschätzungen sind häufig die Ursache einer fehlerhaften Planung des Projektumfangs und führen zu einer Fehlkalkulation der Projektkosten und dauer. Zu hoch angesetzte Kosten sind hingegen in der Regel nicht konkurrenzfähig und führen dazu, dass Angebote bei der Auftragsvergabe unberücksichtigt bleiben.

Ein wesentlicher Grund für Fehlschätzungen ist das Fehlen verlässlicher Schätzungen zu Projektbeginn bzw. in der vorgelagerten Phase der Akquise. Zu diesem Zeitpunkt liegen zumeist nur grobe Anforderungen vor. Zudem sind die technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen nicht in voller Detailtiefe geklärt. Dies führt bei den Projektverantwortlichen häufig dazu, dass die Projekt- und/oder Systemkomplexität unterschätzt und damit falsch kalkuliert wird.

Der Schätzmethode liegt ein Experience Management System (EMS) zugrunde, welches strukturierte Informationen zu abgeschlossenen Projekten enthält. Die Methode verfügt weiterhin über eine intelligente Assistenz. Diese ist in der Lage, relevante aufwands- sowie komplexitätstreibende Faktoren abzufragen und auszuwerten. Das Ergebnis der Methode ist eine strukturierte, möglichst genaue und nachvollziehbare Kalkulation der Projektaufwände.

Weitere Informationen: www.abakus-projekt.de

Niedrigzinsphase erhöht das Risiko einer Krisen-Spirale

Volkswirtschaftler der Universität Trier und der Deutschen Bundesbank haben herausgefunden, dass die Niedrigzinsphase die Risikobereitschaft von Geschäftsbanken erhöht. Als Folge könnte die Zinspolitik der EZB, die eigentlich die Effekte der Krise abmildern soll, eine neue Finanzkrise hervorrufen.

Juniorprofessor Matthias Neuenkirch (Universität Trier) und Matthias Nöckel (Deutsche Bundesbank) haben in ihrer Studie untersucht, ob geldpolitische Maßnahmen der Europäischen Zentralbank das Risikoverhalten von Banken in der Eurozone bei der Vergabe von Krediten beeinflussen. Mit Hilfe sogenannter vektorautoregressiver Modelle zeigen die Forscher, dass Geschäftsbanken nach einer Senkung der Leitzinsen (aggressiv) ihre Standards für die Kreditvergabe senken und somit riskantere Kredite vergeben. Damit wollen die Banken verhindern, dass ihre Zinsmargen aus dem Kreditgeschäft sinken. Trotz der aggressiven Senkung der Standards ist dieses Bestreben erfolglos. So fanden die beiden Forscher heraus, dass insbesondere Banken in den fünf Krisenländern Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien trotz dieser Gegenmaßnahmen die größten Verluste in ihren Zinsmargen hinnehmen mussten.

Neuenkirch und Nöckel weisen somit einen „Risikokanal“ bei der Übertragung geldpolitischer Maßnahmen auf die volkswirtschaftliche Entwicklung nach. Getrieben wird er durch die Aufweichung der Kreditvergabestandards der Geschäftsbanken. Dies hat wichtige Auswirkungen für die Politikgestaltung seitens der Zentralbanken. So zeigt die Erfahrung Japans, dass lang andauernde Niedrigzinsphasen zu verstärkten Risiken im Bankensystem und somit zur nächsten Finanzkrise führen können. Weiterhin illustriert die Studie ein wesentliches Dilemma für Zentralbanken. Diese sollen zum einen dafür sorgen, dass die Realwirtschaft in Krisenzeiten durch niedrige Zinsen stimuliert wird. Auf der anderen Seite gilt das durch diese Maßnahmen erhöhte Risikoverhalten seitens der Banken als einer der wesentlichen Gründe für den Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahre 2008.

Mit ihrer Untersuchung schließen Neuenkirch und Nöckel eine Lücke, da in vielen Studien die Konsequenzen von Leitzinsänderungen seitens der Zentralbanken auf das Verhalten von Geschäftsbanken nicht beachtet werden. Die Studie mit dem Titel „The Risk-Taking Channel of Monetary Policy Transmission in the Euro Area“ ist im Journal of Banking and Finance erschienen.

Eine frei zugängliche Arbeitspapier-Version des Aufsatzes steht hier bereit: https://www.unitrier.de/fileadmin/fb4/prof/VWL/EWF/Research_Papers/2017-02.pdf

Die publizierte Version des Aufsatzes kann auf der Seite des Journal of Banking and Finance abgerufen werden: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378426618301213

Hotelbedarfsanalyse

IHK Koblenz bittet um Teilnahme an Befragung

Koblenz, 11. Juni 2018. Gemeinsam mit der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V. hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz eine Hotelbedarfsanalyse für die Ferienregion Romantischer Rhein beim renommierten Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) beauftragt. Die Auftraggeber bitten die angeschriebenen Betriebe um Teilnahme.

„Ziel unserer Hotelbedarfsanalyse ist es, den Bedarf an zeitgemäßen Übernachtungskapazitäten und somit neuen Hotels, auch vor dem Hintergrund der bevorstehenden Bundesgartenschau, zu ermitteln“, erläutert Christian Dübner, Tourismusreferent der IHK Koblenz. „Die Studienergebnisse sollen unter anderem dazu dienen, in den Dialog mit potenziellen Investoren und Hotelketten zu gelangen und konkrete Investitionen in der Ferienregion Romantischer Rhein zu initiieren“, so Dübner.

Für die Erstellung der Studie sind die Auftraggeber auf die Unterstützung der im Rheintal ansässigen Wirtschaftsunternehmen und regionalen Beherbergungsbetriebe angewiesen, um die tatsächlich vorhandenen Beherbergungskapazitäten ermitteln zu können. Ein Teil der Hotelbedarfsanalyse basiert auf einer anonymen Befragung, die ab Kalenderwoche 25 im Rheintal durchgeführt wird. „Wir bitten den angeschriebenen Personenkreis, sich an der Befragung zu beteiligen. Unser Ziel ist es, einen möglichst umfassenden Überblick über die Gesamtregion zu erhalten. Nur so ist es möglich, ein seriöses und belastbares Gutachten zu erhalten“, appelliert Dübner.

Die Hotelbedarfsanalyse soll auf Basis der bestehenden Angebotsstrukturen sowie unter Berücksichtigung der kommunalen Bauleitplanungen und bereits vorliegender Studienergebnisse konkrete Flächen identifizieren, die für künftige Neuansiedlungen geeignet sind und Empfehlungen für Art, Größe und Marktpositionierung möglicher Hotelprojekte geben. Die Studienergebnisse werden für September 2018 erwartet und anschließend der interessierten Fachöffentlichkeit vorgestellt. Darüber hinaus sollen die Ergebnisse auch innerhalb der kommunalen und regionalen Gremien präsentiert und diskutiert werden.

„Um dem absehbaren Negativtrend entgegenzuwirken, benötigt das Mittelrheintal mancherorts dringend einen qualitativen und quantitativen Aufschwung. Investitionen in neue Beherbergungskapazitäten tragen dazu bei, die Region touristisch aufzuwerten und langfristig jüngere Zielgruppen anzusprechen“, so Rainer Zeimentz, Vorstand der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.

Eine 2017 vorgestellte Betriebsnachfolgestudie der IHK Koblenz für das Rheintal hatte gezeigt, dass es in den kommenden Jahren zu einer erheblichen Marktbereinigung über alle Betriebsarten kommen wird. Zahlreiche bestehende Objekte werden, unter anderem wegen unrentabler Betriebsgrößen, nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können. Lokale Angebotsengpässe, verbunden mit einer Schwächung der touristischen Attraktivität der Region, sind die Konsequenz.

KUK-Day 2018: Kreativ trifft Wirtschaft

Großes Interesse der Kultur- und Kreativwirtschaft an regionalem Austausch

Koblenz, 8. Juni 2018. Ideen, Impulse und Innovationen – Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft (KUK) sind dynamische Treiber ökonomischer Innovationen und wichtige Impulsgeber der Digitalisierung. Sie liefern Lösungsansätze für knifflige Probleme und brechen mit festgefahrenen Strukturen. Querdenken und Vorausdenken ist für die vielen Kleinunternehmen und Soloselbständigen der Branche eine Selbstverständlichkeit.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz hat jetzt gemeinsam mit 'Kreativer Raum Koblenz' und dem Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz zu einem ersten KUK-Day eingeladen. Mehr als 60 Unternehmensvertreter aus der Region sind der Einladung gefolgt und informierten sich in Workshops über Themen wie "Selbstvermarktung für Kreative" oder „Videokommunikation leicht gemacht“ und interessierten sich für die Vorstellung des Projekts „Game- Up“. „KI ist das neue Bio", versprach Reinhard Karger, Leiter Unternehmenskommunikation des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz in Saarbrücken, den interessierten Teilnehmern in seinem Vortrag.

„Ziel der Veranstaltung ist es, uns stärker mit den regionalen Akteuren zu vernetzen und der Branche eine größere Sichtbarkeit zu geben“, betonte Joachim Ollig vom Kreativen Raum Koblenz.

Bedeutender Wirtschaftszweig

Die Kultur- und Kreativwirtschaft (KuK) zählt in Rheinland-Pfalz zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen. Sie umfasst Branchen wie Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Film- und Rundfunkwirtschaft, Designwirtschaft, Architekturmarkt, Presse- und Werbemarkt sowie Software und Games-Industrie. „Insbesondere die Software- und Gaming-Industrie wird oftmals unterschätzt“, erläuterte IHK-Präsidentin Susanne Szczesny-Oßing, „dabei geht der Ursprung vieler bahnbrechender Entwicklungen auf Ideen und Projekte aus der Software- und Gaming-Industrie zurück. Die Kreativwirtschaft war es auch, die sich früher als andere Bereiche mit digitalen Anwendungen auseinandergesetzt hat.“

Impulse für die Gesamtwirtschaft

„Die Kultur- und Kreativwirtschaft gibt wichtige Impulse für die Gesamtwirtschaft. Damit meine ich nicht nur die kreative Leistung und das digitale Know-How, das die Macher dieser Branche mitbringen. Die Kreativbranche hat auch eine erfolgsversprechende Struktur. Man spricht hierbei von Cross Innovation: Menschen, die in der Kreativwirtschaft arbeiten, sind häufig gut vernetzt – das ist Teil ihres wirtschaftlichen Erfolgs. Sie greifen untereinander auf gegenseitiges Know-How zurück. Und dieses Erfolgsrezept bringt Innovationen – das gilt mehr denn je im Zeitalter der Digitalisierung. Wenn traditionelle KMU stärker in Verbindung treten mit der Kreativwirtschaft, dann wird das mit Sicherheit für beide Seiten erfolgreich sein – und auch gesamtwirtschaftlich neue Formen des Wirtschaftens hervorbringen. Der heutige KUK-Day soll einen Anstoß dazu geben“, sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt in Koblenz.

Mehr Informationen zum KUK-Day auf www.ihk-koblenz.de

IHK-Tourismusumfrage Stimmung im Gastgewerbe gut – Nachwuchs und Nachfolger fehlen

Koblenz, 8. Juni 2018. Die Stimmung innerhalb der Tourismusbranche im nördlichen Rheinland-Pfalz ist weiterhin positiv: 45 Prozent der Betriebe im Hotel- und Gastgewerbe sind mit der aktuellen Geschäftslage zufrieden. Für lediglich 13 Prozent bietet die Geschäftslage Anlass zur Sorge. Das geht aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz hervor, bei der mehr als 600 Betriebe aus Hotellerie und Gastronomie im nördlichen Rheinland-Pfalz befragt worden sind.

„Die Lage im Gastgewerbe ist weiterhin gut. Der sogenannte Klimaindex, der sich aus der Geschäftslage des Vorjahres und den Erwartungen an die nächste Saison zusammensetzt, beträgt 133 Punkte für Beherbergungsbetriebe und 116 Punkte für Gastronomiebetriebe. Beide Werte sind damit ausgesprochen hoch und wurden in der 10-Jahresbetrachtung lediglich von den Werten des Vorjahres übertroffen“, erläutert Christian Dübner, Referent für Tourismus bei der IHK Koblenz, die Ergebnisse der Umfrage.

Digitalisierung, Unternehmensnachfolge sowie Fach- und Arbeitskräftegewinnung sind weiterhin die branchenbestimmenden Themen. Trotz zahlreicher Personalengpässe planen nur zwölf Prozent der befragten Unternehmer, ihr Personal aufzustocken. „Die Zurückhaltung bei den Beschäftigungsabsichten der Branche kommt unter anderem daher, dass sich die Anzahl der Auszubildenden über alle gastgewerblichen Berufe hinweg in unserem Zuständigkeitsbereich um mehr als die Hälfte reduziert hat. 2007 gab es noch rund 900 Auszubildende in der IHK-Region Koblenz, 2017 waren es schon weniger als 400“, so Dübner.

Dabei biete das Gastgewerbe jungen Menschen nach einer fundierten dualen Ausbildung hervorragende Karrieremöglichkeiten – auch international. „In Rheinland-Pfalz stehen zahlreiche Betriebe für eine Übergabe an die nächste Generation oder an externe Existenzgründer bereit. Die IHK unterstützt aktiv dabei, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen und so die Unternehmensnachfolge sicherzustellen. Gerade auch Existenzgründer finden derzeit in Rheinland-Pfalz viele Betriebe, deren Weiterführung sich lohnt“, so Dübner.

Die Tourismuswirtschaft zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Rheinland-Pfalz, insbesondere auch im Bezirk der IHK Koblenz mit rund 8.000 Betrieben. Landesweit sind mehr als 150.000 Erwerbstätige in der Tourismusbranche tätig. Damit hängt jeder zehnte Arbeitsplatz in Rheinland-Pfalz am Tourismus. Die Branche erwirtschaftet landesweit einen Umsatz von 7,2 Milliarden Euro.

Die vollständige Umfrage kann unter www.ihk-koblenz.de/tourismusumfrage heruntergeladen werden.

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