Donnerstag, 09. Juli 2020

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Weniger Insolvenzanträge im ersten Quartal

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Rheinland-Pfalz ist im ersten Quartal 2020 gesunken. Bei den Verbraucherinsolvenzen setzte sich der seit Jahren zu beobachtende Rückgang weiter fort. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stellten 179 Unternehmen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, das waren fast sechs Prozent weniger als im ersten Quartal des vorigen Jahres. Die Zahl der Anträge von Verbrauchern lag mit 612 um fünf Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Für den Monat März 2020 wurden 61 neu angemeldete Unternehmensinsolvenzen registriert, im März 2019 waren es 60. Die Folgen der Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, die Mitte März begannen, schlagen sich in den Insolvenzzahlen noch nicht nieder (siehe auch Hinweis unten).

Unternehmensinsolvenzen

Bedingt durch wenige Einzelfälle größerer Unternehmen, die Insolvenz anmelden mussten, vergrößerte sich die Anzahl der in Gefahr geratenen Arbeitsplätze. Die betreffenden Fälle standen nicht im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Insgesamt waren die Arbeitsplätze von 1.865 Beschäftigten betroffen. Dies waren 24 Prozent mehr als im ersten Quartal 2019. Ebenfalls erhöhte sich das Volumen der voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger auf insgesamt fast 140 Millionen Euro. Die damit verbundene Steigerung um 41 Prozent führte zu einem Höchstwert für das erste Quartal seit 2014. Durchschnittlich hatte damit jedes im ersten Quartal 2020 insolvent gewordene Unternehmen zum Zeitpunkt der Stellung des Insolvenzantrags gut 780.600 Euro Schulden. Im ersten Quartal 2019 hatte dieser Wert bei 522.900 Euro gelegen.

Die meisten Insolvenzanträge stellten Unternehmen, deren wirtschaftlicher Schwerpunkt den Wirtschaftsabschnitten „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (33 Anträge) und Baugewerbe (30) zuzurechnen ist. Es folgen Unternehmen mit Schwerpunkt im „Verarbeitendes Gewerbe“ (24) und „Gastgewerbe“ (20).

Die Insolvenzhäufigkeit der Unternehmen, definiert als die Anzahl der insolvent gegangenen Unternehmen je 1.000 wirtschaftlich aktive Unternehmen, war in den kreisfreien Städten Landau in der Pfalz und Pirmasens und im Landkreis Vulkaneifel mit Werten von 2,9 und 2,5 bzw. 2,4 am höchsten. Aus der kreisfreien Stadt Frankenthal (Pfalz) sowie den Landkreisen Cochem-Zell und Kusel lagen dem Statistischen Landesamt keine Meldungen vor.

Verbraucherinsolvenzen

Bei den Verbrauchern ergab sich entsprechend dem Rückgang der Anzahl der Fälle auch ein Rückgang der voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger; sie sank um 11,7 Prozent auf gut 25 Millionen Euro. Die durchschnittliche Verschuldung lag mit rund 41.200 Euro gleichfalls niedrigerer als im ersten Quartal 2019, wo sie 44.340 Euro betrug.

Die Insolvenzhäufigkeit bei den Verbrauchern, also die Anzahl der insolvent gewordenen Verbraucher je 10.000 Einwohner, war in der kreisfreien Stadt Pirmasens mit 5,7 mit Abstand am höchsten und im Landkreis Südliche Weinstraße mit 0,4 am niedrigsten.

Die monatliche Insolvenzstatistik gibt Auskunft über das Insolvenzgeschehen und ist damit ein wichtiger konjunktureller Spätindikator. Erhebungsbasis sind die Meldungen der Amtsgerichte über die beantragten Verfahren.
Durch das Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht vom 27. März 2020 wurde die Insolvenzantragspflicht bis vorerst zum 30. September 2020 ausgesetzt. Unternehmen, deren Insolvenzreife auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruht und die Aussichten darauf haben, eine bestehende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen, sind somit vorerst von der Insolvenzantragspflicht befreit. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die Anzahl der tatsächlich wirtschaftlich eingetretenen Insolvenzfälle größer ist als die den Amtsgerichten gemeldete und folglich in der Statistik nachgewiesene Anzahl.

Autor: Dr. Dirk Schneider (Referat Steuern, Verwaltungsstatistiken)

Industrie im März 2020:

Rückgang der Auftragseingänge durch schwaches Auslandsgeschäft

Im März 2020 ist die Nachfrage nach Erzeugnissen der rheinland-pfälzischen Industrie gesunken. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex 1,6 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Zwar stiegen die Bestellungen aus dem Inland um 5,8 Prozent, das Ordervolumen aus dem Ausland fiel jedoch um 5,9 Prozent geringer aus als im Februar. Vor allem das Geschäft mit den europäischen Ländern dürfte durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt worden sein.

Die drei industriellen Hauptgruppen entwickelten sich unterschiedlich. Während in der Investitionsgüter- und in der Konsumgüterindustrie weniger Aufträge eingingen als im Vormonat (minus 3,0 bzw. minus 5,1 Prozent), legte die Nachfrage nach Vorleistungsgütern leicht zu (plus 0,7 Prozent).

Kräftige Einbußen musste der Maschinenbau hinnehmen. In dieser Branche, die zur Investitionsgüterindustrie zählt und gemessen am Umsatz innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes an dritter Stelle steht, schrumpfte das Ordervolumen im März um 9,3 Prozent. In der Chemieindustrie, die die umsatzstärkste Branche des Verarbeitenden Gewerbes ist und zur Vorleistungsgüterindustrie gehört, blieben die Bestellungen gegenüber dem Vormonat fast unverändert (plus 0,1 Prozent). Die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, die zur Investitionsgüterindustrie zählen und gemessen am Umsatz die zweitgrößte Industriebranche sind, verbuchten eine deutliche Nachfragesteigerung (plus 5,5 Prozent).

Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat waren die Auftragseingänge rückläufig. Sie lagen 2,4 Prozent unter dem Niveau von März 2019. Aus dem In- und Ausland gingen weniger Bestellungen ein (minus 1,4 bzw. minus 3,1 Prozent). Während das Ordervolumen in der Vorleistungsgüter- und in der Investitionsgüterindustrie abnahm, wurden Konsumgüter etwas stärker nachgefragt als im März 2019. Einem leichten Zuwachs in der Chemiebranche standen im Fahrzeugbau und im Maschinenbau rückläufige Auftragseingänge gegenüber.

Die Pressemeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)

 

Rückgang der Industrieproduktion im März 2020

Die rheinland-pfälzische Industrieproduktion ist im März 2020 zurückgegangen. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex um 3,4 Prozent unter dem Niveau von Februar.

Ein wesentlicher Grund für die Drosselung der Produktion dürften Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sein. So kam es in Teilen der Industrie zu Werksschließungen und Kurzarbeit. Allerdings sind nicht alle drei industriellen Hauptgruppen gleichermaßen betroffen. Starke Einbußen gab es in der Investitionsgüterindustrie, deren Output im März 9,4 Prozent geringer war als im Monat zuvor. Die Ausbringung der Konsumgüterhersteller sank ebenfalls deutlich (minus 6,2 Prozent). Hingegen steigerte die Vorleistungsgüterindustrie ihren Güterausstoß leicht um 0,5 Prozent.

Zum Produktionsanstieg in der Vorleistungsgüterindustrie leistete die Chemiebranche einen wesentlichen Beitrag. Die umsatzstärkste Industriebranche erhöhte ihre Ausbringung um 2,4 Prozent. Massive Einbußen mussten die Hersteller von Kraftwagen- und Kraftwagenteilen hinnehmen, die zur Investitionsgüterindustrie zählen und gemessen am Umsatz die zweitgrößte Industriebranche bilden. Ihr Güterausstoß brach im März um 24 Prozent ein. Der Maschinenbau, der auch zur Investitionsgüterindustrie gehört und unter den Industriebranchen an dritter Stelle steht, drosselte seine Produktion ebenfalls (minus vier Prozent).

Die Industrieproduktion lag im März 2020 deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonats (minus 10,3 Prozent). In der Investitionsgüterindustrie reduzierte sich die Ausbringung um fast ein Drittel. Dazu trug der Einbruch der Kraftwagen- und Kraftwagenteileproduktion bei, die sich gegenüber März 2019 mehr als halbierte. Auch der Maschinenbau produzierte wesentlich weniger als im Vorjahresmonat. Vergleichsweise geringe Einbußen gab es in der Konsumgüter- und in der Vorleistungsgüterproduktion. Die Chemieindustrie konnte ihren Output sogar leicht steigern.

Die Pressemeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)

„Innovationsgutschein (FuE-Auftrag)“: bis zu 20.000 Euro Zuschuss

Vergabe von FuE-Aufträgen an Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen werden unterstützt

Mainz, 29. Mai 2020. Kleine und mittlere Unternehmen, die Forschungs- und Entwicklungsaufträge an externe Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen vergeben, erhalten vom Land über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) Unterstützung: Im Rahmen des Programms „Innovationsgutschein (FuE-Auftrag)“ werden entsprechende Kosten bis zu 40.000 Euro als förderfähig anerkannt und mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der Kosten, maximal 20.000 Euro, unterstützt. Schließen sich mehrere Unternehmen für ein Forschungsvorhaben zusammen, können sie ihre Gutscheine kumulieren.

Beim „Innovationsgutschein (FuE-Antrag)“ handelt es sich um die Weiterentwicklung des Programms „InnoStart“. Das Verfahren ist mit geringem Verwaltungsaufwand und einer Förderentscheidung innerhalb weniger Tage einfach gehalten, Anträge werden direkt bei der ISB gestellt. Das Antragsformular und weitere Informationen finden Interessierte auf den Internetseiten der ISB unter www.isb.rlp.de.

 

Bauhauptgewerbe im ersten Quartal 2020:

Aufträge niedriger, Umsätze höher als im Vorjahr

Das rheinland-pfälzische Bauhauptgewerbe verzeichnete im März 2020 weniger Aufträge und höhere Umsätze als im Vormonat. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes gingen die Auftragseingänge damit zu Beginn der Corona-Krise im Vergleich zum Februar 2020 – kalender- und saisonbereinigt – um 13,4 Prozent zurück. Der baugewerbliche Umsatz erhöhte sich um 7,3 Prozent. Gegenüber dem ersten Quartal 2019 verringerte sich das Ordervolumen leicht um 0,9 Prozent. Der Umsatz stieg dagegen um 10,5 Prozent.

Auftragseingänge nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum Februar 2020 blieben die bereinigten Auftragseingänge im Hochbau um 23 Prozent hinter dem Vormonatsergebnis zurück. Im Tiefbau sank die Nachfrage um 3,6 Prozent. Die negative Entwicklung zeigt sich in allen Baubereichen. Den stärksten Auftragseinbruch verzeichnete der öffentliche Hochbau (minus 31,4 Prozent). Für den Wohnungsbau sowie für den gewerblichen Hochbau errechnen sich ebenfalls kräftige Rückgänge (minus 21,6 bzw. minus 20,2 Prozent). Die geringsten Einbußen wiesen der Straßenbau sowie der gewerbliche Tiefbau auf (minus 1,8 bzw. minus 2,3 Prozent). Gegenüber dem ersten Quartal 2019 wurden sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau leichte Nachfragerückgänge registriert (minus 0,3 bzw. minus 1,6 Prozent).

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum Februar 2020 erhöhten sich die bereinigten Erlöse sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau (plus 9,3 bzw. plus 5,4 Prozent). Mit Ausnahme des gewerblichen Tiefbaus (minus 2,2 Prozent) stiegen die Umsätze in allen Baubereichen. Die stärkste Verbesserung gab es im Wohnungsbau (plus 20,1 Prozent). Im öffentlichen Hochbau sowie im sonstigen öffentlichen Tiefbau lagen die Umsätze ebenfalls klar über dem Vormonatsergebnis (plus 11,4 bzw. plus 11,2 Prozent). Gegenüber dem ersten Quartal 2019 zogen die baugewerblichen Umsätze sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau deutlich an (plus 11,6 bzw. plus 9,4 Prozent).

Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird die monatliche Entwicklung der Auftragseingänge sowie des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe insgesamt, in den Teilbereichen Hochbau und Tiefbau sowie in der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber bereitgestellt. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat oder zum jeweiligen Vorjahreszeitraum angegeben. Weitere Erläuterungen

Autor: Thomas Kirschey (Referat Analysen Staat, Soziales)

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