Samstag, 21. Juli 2018

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Gegenmaßnahmen im Handelsstreit mit den USA früher als erwartet

Rheinland-pfälzische IHKs warnen vor Zuspitzung des Handelskonflikts

Die Europäische Union setzt bereits morgen (22.06.2018) und damit zehn Tage früher als angekündigt Gegenmaßnahmen gegen die Zusatzzölle der USA auf Stahl- und Aluminiumprodukte aus der EU in Kraft. Aus Sicht der rheinland-pfälzischen Wirtschaft stellt die Einführung dieser Abgaben eine besorgniserregende Entwicklung dar.

Als Reaktion auf die US-Maßnahmen erhebt die EU künftig Zusatzzölle ebenfalls beim Import von Stahl- und Aluminiumerzeugnissen sowie bei bestimmten landwirtschaftlichen Erzeugnissen und einer Reihe weiterer Waren aus US-Produktion. Dazu zählen unter anderem Reis, Erdnussbutter, Bourbon Whiskey und Jeans. „Einerseits ist es eine richtige und angemessene Reaktion, dass die EU die ungerechtfertigten Zusatzzölle der USA mit entsprechenden eigenen Zöllen beantwortet“, erklärt Volker Scherer, Sprecher International der Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs). „Andererseits hat dieser Schritt negative Folgen, da dadurch neue Handelsbarrieren aufgebaut werden, was am Ende zu höheren Kosten für Unternehmen und Verbraucher führt. Deswegen appellieren wir an die EU-Kommission, in direkten Gesprächen eine Lösung im Handelsstreit mit den USA zu suchen, um den drohenden Handelskrieg abzuwenden“, so Scherer.

Die USA sind für Rheinland-Pfalz der drittwichtigste ausländische Handelspartner. Im vergangenen Jahr wurden Waren im Wert von 4,7 Mrd. Euro aus Rheinland-Pfalz in die USA exportiert und Waren im Wert von 2,6 Mrd. Euro aus den USA nach Rheinland-Pfalz importiert. Die wichtigsten Einfuhrgüter aus den USA sind Luftfahrzeuge, medizinische Geräte sowie chemische und pharmazeutische Erzeugnisse. Die wichtigsten Exportgüter, die aus Rheinland-Pfalz in die USA geliefert werden, sind pharmazeutische Erzeugnisse, chemische Grundstoffe, Düngemittel, Kunststoffe in Primärform, Maschinen und Kfz-Teile.

Als Ansprechpartner für Unternehmen aus Rheinland-Pfalz steht das Kompetenzzentrum USA der IHK Koblenz zur Verfügung (Frau Andrea Wedig, Tel. 0261 106-180, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ).

Netzwerk steigert Umsätze

BNI (Business Network International): Unternehmer helfen sich gegenseitig

Koblenz. Die drei Buchstaben BNI (Business Network International) stehen für wirtschaftlichen Erfolg: Zum internationalen Unternehmer-Netzwerk für Geschäftsempfehlungen gehört seit knapp vier Jahren auch das „Chapter Deutsches Eck“ in Koblenz. Die hier organisierten regionalen Unternehmerinnen und Unternehmer haben durch Empfehlungen intern rund 20 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz erzielt. „Damit haben wir im Ranking der 450 Chapter unserer Dachorganisation erstmals einen Platz unter den Top 10 erreicht“, sagt Chapter-Direktor Jost Gabriel.

Die Erfolgsbilanz des Koblenzer Chapters mit seinen 54 Unternehmen ist mehr als nur beeindruckend. Mit mehr als 10.000 Empfehlungen und dem erwähnten Umsatzplus hat es sich zu einem Vorzeige-Chapter entwickelt. Das Grundprinzip, wonach in jeder BNI-Gruppe jedes Gewerk nur einmal vertreten sein darf, gilt selbstverständlich auch in Koblenz. Es kann aber durchaus sein, dass die Anzahl der Unternehmen im Chapter Deutsches Eck noch weiter anwächst. „Derzeit sind wir 54 Unternehmen“, so Jost Gabriel. „Wir könnten aber noch Gewerke besetzen. Ich denke da an Fliesenleger, Maler, Steuerberater und eine Marketingagentur“, so der Chapter-Direktor.

Die Koblenzer BNI-Netzerker treffen sich jeden Donnerstag um 7 Uhr zu einem Arbeitsfrühstück in einem Koblenzer Hotel. Ein Frühstück, das sich lohnt, denn hier werden die Weichen auf die Erfolgsspur gestellt.

Foto: Michael Jarmusch BNI/Strödicke

Landwirtschaft

Lieferanten können Zulassung für Schulmilchprogramm beantragen

Das EU-Schulprogramm – Programmteil Schulmilch - wird im kommenden Schuljahr fortgesetzt, Interessenten können ab sofort die Zulassung als Lieferant beantragen.

Interessierte Molkereien, Milcherzeuger und Händler können nun ihre Zulassung als Lieferanten für Schulmilch beantragen. Besonders gesucht sind dabei regionale Lieferanten.

Die wesentlichen Eckpunkte des Programms: Grund- und Förderschulen sowie Kindertagesstätten können beliefert werden. Sie erhalten je Kind und Woche maximal eine Portion Milch (250 ml) kostenlos geliefert. Die Lieferanten können selbst erzeugte Milch oder fettreduzierte konventionelle und ökologisch erzeugte Milch, jeweils frisch oder als H-Milch anbieten. Angestrebt wird ein Anteil von 20 Prozent Bio-Milch.

Die Netto-Standardportionspreise betragen für konventionelle Frisch- und H-Milch 27 Ct und für Bio-Frisch- und H-Milch 30 Ct. Die Abgabe an die teilnehmenden Schulen und Kindertagesstätten erfolgt grundsätzlich nur in Liter-Gebinden.

Der Programmteil Schulmilch wird von der Kreisverwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises betreut. Interessierte Lieferanten können auf der Homepage der Kreisverwaltung weitergehende Informationen und das entsprechende Formular abrufen, mit dem sie die Zulassung als Schulmilchlieferant in Rheinland-Pfalz beantragen können. Die Unterlagen sind auf der Homepage www.kreis-sim.de unter Bürgerservice – Landwirtschaft – EU-Schulmilch hinterlegt. Die Frist zur Abgabe des Antrages auf Zulassung endet am 06.Juli 2018.

Mehr Unternehmens-, weniger Verbraucherinsolvenzen

Mehr Unternehmens-, weniger Verbraucherinsolvenzen

Im ersten Quartal 2018 stellten mehr rheinland-pfälzische Unternehmen einen Insolvenzantrag als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems stieg die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres 2017 um 16,7 Prozent auf 196. Die Zahl der beantragten Verbraucherinsolvenzen sank hingegen weiter und lag mit 760 Fällen um 2,3 Prozent niedriger als im ersten Quartal 2017.

Unternehmensinsolvenzen

Von den beantragten Unternehmensinsolvenzen waren 1.585 Beschäftigte betroffen, das waren deutlich mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (plus 146 Prozent). Mit 91 Millionen Euro stieg die Summe der geltend gemachten Gläubigerforderungen um 21,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Sie liegt damit wieder auf dem Niveau des ersten Quartals 2016. Im Durchschnitt war jedes insolvente Unternehmen mit 465.464 Euro verschuldet (Januar bis März 2017: 448.310 Euro).
Die meisten Insolvenzanträge betrafen mit 48 Fällen das Baugewerbe, gefolgt vom Wirtschaftsbereich „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ mit 36 Insolvenzverfahren. Im Bereich „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ waren 22, im Bereich „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ 19 sowie im Gastgewerbe 18 Verfahren anhängig.

Die so genannte Insolvenzhäufigkeit war in der kreisfreien Stadt Worms mit 2,4 Unternehmensinsolvenzen je 1.000 wirtschaftlich aktiven Unternehmen am höchsten. Unter den Landkreisen wies der Landkreis Mayen-Koblenz mit 2,3 Insolvenzen den höchsten Wert auf. Die niedrigste Insolvenzhäufigkeit ergab sich für die kreisfreie Stadt Landau, wo kein Insolvenzfall gemeldet wurde. Bei den Landkreisen wurde für den Landkreis Bad Dürkheim mit 0,2 Unternehmensinsolvenzen je 1.000 wirtschaftlich aktiven Unternehmen der geringste Wert ermittelt.

Verbraucherinsolvenzen

Die Summe der voraussichtlichen Forderungen bei den beantragten Verbraucherinsolvenzen belief sich auf 37,3 Millionen Euro. Die durchschnittliche Verschuldung insolventer Verbraucher lag damit bei 49.138 Euro (2017: 50.111 Euro).

Mit einer Insolvenzhäufigkeit von 7,4 je 10.000 Einwohner gab es im ersten Quartal 2018 in der kreisfreien Stadt Pirmasens die meisten Verbraucherinsolvenzen. Unter den Landkreisen wies der Kreis Kusel den höchsten Wert auf (5,2). Der niedrigste Pro-Kopf-Wert ergab sich bei den kreisfreien Städten in Landau sowie bei den Landkreisen im Kreis Birkenfeld mit jeweils 0,7 Verbraucherinsolvenzen je 10.000 Einwohner.

Die monatliche Insolvenzstatistik gibt Auskunft über das Insolvenzgeschehen und ist damit ein wichtiger konjunktureller Spätindikator. Erhebungsbasis sind die Meldungen der Amtsgerichte über die von ihnen bearbeiteten Verfahren.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Steuer- und Verwaltungsstatistiken)

Mehr Betriebsgründungen und Betriebsaufgaben im ersten Quartal

In Rheinland-Pfalz gab es im ersten Quartal 2018 mehr so genannte Betriebsgründungen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems stieg deren Zahl im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres 2017 um 4,4 Prozent auf 1.542.

Betrachtet werden hierbei Gründungen von Unternehmen, bei denen sich aufgrund ihrer Rechtsform oder voraussichtlichen Beschäftigtenzahl eine größere wirtschaftliche Relevanz vermuten lässt. Hierzu zählen alle Neugründungen von Kapital- und Personengesellschaften sowie Neugründungen von Einzelunternehmen, bei denen ein Handelsregistereintrag oder eine Handwerkskarte vorliegt oder die mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben.

Den höchsten Anteil an den Betriebsgründungen hatte mit 20,6 Prozent der Bereich „Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“. Es folgten das Baugewerbe mit einem Anteil von 15,8 Prozent, das Gastgewerbe mit 10,8 Prozent, die „Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ mit 8,9 Prozent sowie der Bereich der „Freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ mit 8,7 Prozent.

Regionale Unterschiede

Während landesweit knapp vier Betriebe auf 10.000 Einwohner gegründet wurden, zeigten sich regional zum Teil deutliche Unterschiede. Mit 9 Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner erreichte unter den kreisfreien Städten die Stadt Zweibrücken die höchste Quote. Bei den Landkreisen nahm der Landkreis Germersheim mit einer Quote von 4,4 Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner die Spitzenposition ein. Am niedrigsten waren die Gründungsaktivitäten unter den kreisfreien Städten in Landau in der Pfalz (3,9) und unter den Landkreisen im Landkreis Trier-Saarburg mit einer Quote von 1,5.

Sonstige Neugründungen

Die Zahl der sonstigen Neugründungen lag in den ersten drei Monaten des Jahres 2018 mit 5.719 um 2,6 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Als sonstige Neugründungen gelten Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag oder Handwerkskarte, die über keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verfügen. Im Rahmen der sonstigen Neugründungen erfolgten 3.405 Gründungen im Nebenerwerb, 3,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Gewerbeabmeldungen

Im ersten Quartal 2018 wurden insgesamt 9.103 Gewerbe abgemeldet und damit 4,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Betriebsaufgaben, die das Pendant zu den Betriebsgründungen darstellen, stieg um 9,9 Prozent auf 1.386. Die sonstigen Stilllegungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,3 Prozent auf 5.971.

Die Daten stammen aus der Gewerbeanzeigenstatistik, die aus den monatlichen Lieferungen der rheinland-pfälzischen Gewerbeämter erstellt wird. Somit werden die Gewerbetreibenden durch die Statistik selbst nicht zusätzlich belastet. Die Gewerbeanzeigenstatistik stellt für Rheinland-Pfalz wichtige Informationen über Existenzgründungen und Stilllegungen bereit. Die Zahlen finden in der Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Strukturpolitik Verwendung und werden verstärkt auch zu Untersuchungen über die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt herangezogen.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Steuer- und Verwaltungsstatistiken)

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