Mittwoch, 23. Januar 2019

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Kfz-Gewerbe: Bilanz und Ausblick zum Jahreswechsel

Autofahrer und Kfz-Gewerbe stecken im Diesel-Dilemma

Diesel-Diskussion und kein Ende. Besonders in Ballungsräumen ist die Unsicherheit der Autofahrer groß: Darf ich noch in die Städte einfahren oder nicht? Ab wann gilt wo welches Verbot? Der Flickenteppich von Fahrverbotszonen für ältere Diesel-Fahrzeuge wird größer und immer unübersichtlicher.

Das schlägt bis auf die Kfz-Betriebe durch. Denn auch Autohäuser und Werkstätten liegen in Fahrverbotszonen. Was machen die Kunden, wenn sie ihr älteres Diesel-Fahrzeug nicht mehr zum Service bringen können? Und was macht der Händler, wenn seine Umsätze zurückgehen, weil er zum Beispiel Euro 5-Diesel nicht mehr verkaufen kann?

„Der Automobilhandel leidet nach wie vor unter der Diesel-Krise, und zwar durch Leasing-Rückläufer sowie Euro 5-Standfahrzeuge, die sich nur schwer verkaufen lassen“, sagt Obermeister Jürgen Rutkowski. Außerdem hat der neue WLTP-Standard für die Abgasmessung im August für Chaos gesorgt. Denn ab dem 1. September 2018 müssen für alle neu zugelassenen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge die nach dem WLTP-Verfahren gemessenen Abgas- und Verbrauchswerte vorliegen. Für viele tausend Bestandsfahrzeuge bei den Herstellern und Händlern traf das nicht zu. Um sie überhaupt noch verkaufen zu können, mussten sie bis Ende August zugelassen werden. Das führte bei vielen Modellen zu einem Überangebot und setzte die Preise unter Druck. „Darüber hinaus haben teilweise stark nachgefragte Fahrzeuge aufgrund fehlender WLTP-Zulassung zurzeit extrem lange Lieferzeiten“, so Obermeister Jürgen Rutkowski.

All das führe zu einer Situation, die es im Kraftfahrzeuggewerbe in dieser Ausprägung bisher nicht gegeben habe. „Um die Lage für Halter von Euro 5-Dieselfahrzeugen nachhaltig zu verbessern setzen wir uns für die Hardware-Nachrüstung dieser Fahrzeuge ein“, so Obermeister Rutkowski. „Die dafür notwendige und vom Bundesverkehrsministerium angekündigte rechtlich verbindliche Verordnung muss jetzt zügig kommen. Das ist gut für die Umwelt, trägt zum Werterhalt älterer Diesel-Fahrzeuge bei und bringt freie Fahrt in die Verbotszonen.“

Das kommende Auto-Jahr sieht Obermeister Jürgen Rutkowski durchaus zwiespältig. Beim Verkauf von Neufahrzeugen werde es nach Einschätzung des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) eine kleine Delle in der Wachstumskurve geben. „Wir rechnen mit rund 3,43 Millionen Neuzulassungen, wobei vor allem der Privatmarkt Federn lassen wird“, so Obermeister Jürgen Rutkowski. Auch der Handel mit Gebrauchtwagen werde unter dem DieselDilemma leiden. Einzig für das Reparatur- und Servicegeschäft seien die Aussichten nach Meinung von Obermeister Jürgen Rutkowski auch für 2019 stabil.

Nach wie vor hoch attraktiv ist für junge Menschen ein Ausbildungsplatz im Kfz-Gewerbe. Das zeigt sich auch in der Kfz-Innung Unterlahn. „Zum neuen Ausbildungsjahr haben 38 junge Männer und Frauen ihre technische oder kaufmännische Ausbildung in den hiesigen Autohäusern und Werkstätten begonnen“, so Obermeister Jürgen Rutkowski. „Auch in Zeiten von Fahrverbotszonen und Diskussionen um den Diesel hat das Automobil offenbar nichts von seiner Faszination verloren.“ In Deutschland bilden die rund 38 000 Kfz-Meisterbetriebe über 90 000 junge Menschen aus. Im Jahr 2018 war die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Kfz-Gewerbe bundesweit im vierten Jahr in Folge angestiegen.

Mehr Betriebsgründungen, aber auch mehr Betriebsaufgaben

In Rheinland-Pfalz gab es in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres mehr sogenannte Betriebsgründungen, d. h. Gründungen von Betrieben, bei denen eine größere wirtschaftliche Bedeutung vermutet wird. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems stieg die Zahl der Betriebsgründungen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 4,5 Prozent auf 4.233.

Zu den Betriebsgründungen zählen alle Neugründungen von Kapital- und Personengesellschaften sowie Neugründungen von Einzelunternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind oder eine Handwerkskarte besitzen bzw. die mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben.

Die meisten Betriebsgründungen gab es in den Wirtschaftsabschnitten „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (21,7 Prozent aller Betriebsgründungen), „Baugewerbe“ (15,1 Prozent) und dem „Gastgewerbe“ (10,2 Prozent).

Regionale Betrachtung

Regional betrachtet war die Anzahl der Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner in der kreisfreien Stadt Zweibrücken am höchsten. Dort ergab sich für diese Kenngröße ein Wert von 20,7. Den höchsten Wert unter den Landkreisen erreichte der Landkreis Germersheim mit 11,6 Gründungen je 10.000 Einwohner. Die niedrigste Anzahl der Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner war bei den kreisfreien Städten in Koblenz (10,1) und bei den Landkreisen im Landkreis Trier-Saarburg (4,9) zu verzeichnen.

Sonstige Neugründungen

Die Zahl der sonstigen Neugründungen lag in den ersten neun Monaten 2018 mit 15.967 leicht unter dem Wert des Vorjahreszeitraums (minus 0,2 Prozent). Als sonstige Neugründungen gelten Gründungen von Kleinunternehmen, d. h. von Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag und ohne Handwerkskarte, die zudem keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben. Darunter befanden sich 9.222 Gründungen im Nebenerwerb. Insgesamt wurden 24.544 Gewerbe angemeldet; dies waren 1,3 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Betriebsaufgaben

Die Zahl der Aufgaben von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung (Pendant zu den Betriebsgründungen) stieg um 6,7 Prozent auf 3.484. Die Aufgaben von Kleinunternehmen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur leicht um 0,9 Prozent auf 15.458. Insgesamt wurden 23.339 Gewerbe abgemeldet, das waren 2 Prozent mehr als in den ersten neun Monaten des Jahres 2017.

Die Daten stammen aus der Gewerbeanzeigenstatistik, die aus den monatlichen Lieferungen der rheinland-pfälzischen Gewerbeämter erstellt wird. Somit werden die Gewerbetreibenden durch die Statistik selbst nicht belastet. Die Gewerbeanzeigenstatistik stellt wichtige Informationen über Existenzgründungen und Stilllegungen bereit. Die Zahlen finden in der Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Strukturpolitik Verwendung und werden verstärkt auch zu Untersuchungen über die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt herangezogen.

Autor: Lutz Zaun (Referat Steuer- und Verwaltungsstatistiken)

Unternehmensinsolvenzen leicht gestiegen, Verbraucherinsolvenzen weiterhin rückläufig

Verbraucherinsolvenzen weiterhin rückläufig

Von Januar bis September des laufenden Jahres stellten mehr rheinland-pfälzische Unternehmen einen Insolvenzantrag als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zu 2017 um 2,4 Prozent auf 562. Dagegen sank die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 13 Prozent auf 2.141 Fälle.

Unternehmensinsolvenzen

Von den beantragten Unternehmensinsolvenzen waren insgesamt 3.105 Beschäftigte betroffen und damit deutlich mehr als 2017. Die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 47 Prozent. Die Summe der geltend gemachten Gläubigerforderungen stieg um 27 Prozent auf 235 Millionen Euro. Jedes insolvente Unternehmen war durchschnittlich mit 417.786 Euro verschuldet (Januar bis September 2017: 336.206 Euro).

Die meisten Insolvenzanträge stellten Unternehmen aus dem Baugewerbe (122), gefolgt von Unternehmen aus dem Wirtschaftsabschnitt „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (88). Mit Abstand folgten die Wirtschaftsabschnitte Gastgewerbe (61) sowie die „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ (55) und „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ (49).

Die Insolvenzhäufigkeit war in der kreisfreien Stadt Koblenz mit 6,4 Unternehmensinsolvenzen je 1.000 wirtschaftlich aktiven Unternehmen am höchsten. Den zweithöchsten Wert und gleichzeitig den höchsten unter den Landkreisen verzeichnete der Rhein-Lahn-Kreis (6,1). Am niedrigsten war die Insolvenzhäufigkeit im Landkreis Südliche Weinstraße mit 1,2 Insolvenzen je 1.000 wirtschaftlich aktiven Unternehmen. Unter den kreisfreien Städten hatte Landau in der Pfalz den geringsten Wert (2,4).

Verbraucherinsolvenzen

Die Summe der voraussichtlichen Forderungen der Verbraucherinsolvenzen belief sich auf 101 Millionen Euro, das waren 21,8 Prozent weniger als von Januar bis September 2017. Die durchschnittlichen Schulden je insolventem Verbraucher betrugen 47.406 Euro (2017: 52.719 Euro).

Mit über 20 Fällen je 10.000 Einwohner kamen Verbraucherinsolvenzen in der kreisfreien Stadt Pirmasens am häufigsten vor. Unter den Landkreisen registrierte der Kreis Kusel den höchsten Wert (12,8). Den geringsten Wert aller kreisfreien Städte erreichte Neustadt an der Weinstraße (3,6). Bei den Landkreisen war die Insolvenzhäufigkeit im Landkreis Germersheim mit 2,6 am niedrigsten.

Die monatliche Insolvenzstatistik gibt Auskunft über das Insolvenzgeschehen und ist damit ein wichtiger konjunktureller Spätindikator. Erhebungsbasis sind die Meldungen der Amtsgerichte über die von ihnen bearbeiteten Verfahren.

Autor: Lutz Zaun (Referat Steuer- und Verwaltungsstatistiken)

Kommunalpolitische Positionen der Wirtschaft

IHK Koblenz: Gemeinsame Standortentwicklung vorantreiben

Koblenz, 7. Dezember 2018. Eine stärkere Zusammenarbeit der Kommunen und der regionalen Akteure: Das ist die zentrale Empfehlung der kommunalpolitischen Positionen, die die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz – nach intensiver Vorbereitung durch die IHK-Regionalbeiräte im Herbst – in ihrer Dezembersitzung verabschiedet hat. Mit Blick auf die Kommunalwahl im Mai 2019 möchte die Wirtschaft der Kommunalpolitik mit diesem Papier Handlungsimpulse für die Weiterentwicklung des IHK-Bezirks Koblenz geben.

„Vor Herausforderungen wie dem demografischen Wandel oder der Digitalisierung stehen die Kommunen im nördlichen Rheinland-Pfalz nicht allein. Wenn sich unsere Region zukunftsfest aufstellen will, dann ist eine verstärkte Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg eines der wichtigsten Instrumente dafür. Unsere ländlich geprägte Region muss gemeinsam Strategien entwickeln, um attraktiv für Fachkräfte, Unternehmen und – ganz grundlegend – für die Menschen vor Ort zu bleiben“, unterstreicht Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz. „Die Kommunalpolitik gestaltet den ländlichen Raum ganz entscheidend. Als Sprachrohr der Unternehmen in der Region bietet die IHK Koblenz dabei gerne ihre Expertise und ihren Rat an.“

Das Positionspapier wirft Schlaglichter auf die aus Sicht der Wirtschaft drängendsten kommunalpolitischen Themen: So fordern die Unternehmer beispielsweise eine gemeinsame Vermarktung der Region, um das Image des IHK-Bezirks Koblenz zu stärken. Auch die Erprobung neuer Mobilitätsstrategien und digitaler Konzepte insbesondere für den ländlichen Raum ist den Unternehmern ein Anliegen, ebenso wie der zügige Breitbandausbau, die Konsolidierung der kommunalen Haushalte und die Verringerung des Bahnlärms.

„In fast allen Bereichen gilt es, Synergieeffekte zu nutzen und voneinander zu lernen“, so Rössel. „Wenn die Möglichkeiten der Zusammenarbeit aller regionalen Akteure noch stärker als bisher ausgeschöpft werden, profitiert die gesamte Region.“

Das Positionspapier steht auf www.ihk-koblenz.de unter Eingabe der Nummer 4280508 als Download zur Verfügung. Anfang 2019 wird das Papier als Broschüre veröffentlicht.

Neue Teilhabechancen für Langzeitarbeitslose auf dem allgemeinen und dem sozialen Arbeitsmarkt

„Die aktuell gute Arbeitsmarktlage müssen wir nutzen, damit auch Langzeitarbeitslose am wirtschaftlichen Aufschwung teilhaben können. Denn gerade für diesen Personenkreis benötigen wir Beschäftigungsmöglichkeiten, um allen soziale und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Das Teilhabechancengesetz schafft hier Fördermöglichkeiten für Langzeitarbeitslose, die die Länder schon seit Jahren gefordert haben“, so Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler bei einer gemeinsamen Informationsveranstaltung des Arbeitsministeriums und der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Trotz der aktuell guten wirtschaftlichen Entwicklungen am Arbeitsmarkt gibt es nach wie vor Menschen, die vom wirtschaftlichen Aufschwung nicht profitieren können. Das sind vor allem diejenigen, die über einen längeren Zeitraum ohne Beschäftigung sind und Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende nach dem SGB II beziehen. Mit dem zum 1. Januar 2019 geplanten Teilhabechancengesetz soll Menschen, die langzeitarbeitslos sind, Perspektiven zur Teilhabe am Arbeitsmarkt eröffnet werden. Dazu stehen den Jobcentern dann die beiden Regelinstrumente „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ sowie „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ zur Verfügung, mit denen Lohnkostenzuschüsse an Arbeitgeber gefördert werden können.

„Als Bundesagentur für Arbeit übernehmen wir Verantwortung und möchten, dass auch diese langzeitarbeitslosen Frauen und Männer stärker von der guten Arbeitsmarktsituation profitieren. Mir ist bewusst, dass die Eingliederung in den Arbeitsmarkt eine große Herausforderung darstellt. Die Gründe hierfür sind vielfältig und oftmals treten mehrere Hürden wie zum Beispiel gesundheitliche Probleme, fehlende berufliche Kenntnisse oder Sprachbarrieren gleichzeitig auf. In Zusammenarbeit mit unseren Arbeitsmarktpartnern kommt den Jobcentern eine zentrale Rolle zu, wenn es darum geht, den besonders lange Arbeitslosen eine Chance am Arbeitsmarkt zu geben“, so Heidrun Schulz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Im Rahmen der Veranstaltung stellten Ministerin Bätzing-Lichtenthäler und Heidrun Schulz diese beiden neuen Regelinstrumente in Mainz vor. Eingeladen waren neben Vertretern der Arbeitgeberverbände und der Gewerkschaften auch die kommunalen Spitzenverbände sowie gemeinnützige Arbeitgeber aus Rheinland-Pfalz. Dies spiegelt auch die Bandbreite der Beschäftigungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose wider, denn die Beantragung der Lohnkostenzuschüsse steht allen Arbeitgebern, unabhängig von Art, Branche, Rechtsform und Region offen. Gleichzeitig wurden die Arbeitgeber auch aufgefordert, kreativ zu werden, wo sie Beschäftigungsmöglichkeiten in ihren Unternehmen anbieten können. Um die Integration der Langzeitarbeitslosen bei den jeweiligen Betrieben zu unterstützen, wird neben den Lohnkostenzuschüssen auch ein ganzheitlich beschäftigungsbegleitendes Coaching gefördert. Damit sollen die Arbeitsverhältnisse stabilisiert und vorzeitige Abbrüche verhindert werden. Erforderliche Weiterbildungen und betriebliche Praktika während der Förderdauer sind ebenfalls möglich.

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