Donnerstag, 22. April 2021

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Bauhauptgewerbe im Januar 2021:

Aufträge und Umsätze niedriger als im Vormonat

Das rheinland-pfälzische Bauhauptgewerbe verzeichnete im Januar 2021 weniger Aufträge und niedrigere Umsätze als im Vormonat. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes gingen die Auftragseingänge im Vergleich zum Dezember 2020 – kalender- und saisonbereinigt – um 8,2 Prozent zurück. Der baugewerbliche Umsatz war um 14,7 Prozent niedriger als im Vormonat. Im Vergleich zum Januar 2020 verringerte sich das Ordervolumen um 4,9 Prozent, der Umsatz ging gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,7 Prozent zurück.

Auftragseingänge nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum Dezember 2020 verringerten sich die bereinigten Auftragseingänge im Tiefbau um 16,1 Prozent. Der Hochbau verzeichnete dagegen einen Anstieg um 2,1 Prozent. Die stärksten Rückgänge errechnen sich für den öffentlichen Hochbau sowie den Straßenbau (minus 27,2 bzw. minus 24,1 Prozent). Im gewerblichen Hochbau sowie im Wohnungsbau zog das Ordervolumen an (plus 16,0 bzw. plus 6,4 Prozent). Gegenüber Januar 2020 wurde im Tiefbau ein deutlicher Nachfragerückgang registriert (minus 11,0 Prozent). Im Hochbau erhöhten sich die Auftragseingänge dagegen um 2,7 Prozent.

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum Dezember 2020 gab es im Hochbau einen kräftigen Rückgang der bereinigten Erlöse (minus 23,4 Prozent). Im Tiefbau blieb der Umsatz um 4,2 Prozent hinter dem Vormonatsergebnis zurück. Die negative Entwicklung im Hochbau wird durch die Umsatzeinbußen im Wohnungsbau verursacht (minus 49,5 Prozent). Hier hatte es zum Jahresende allerdings ein außergewöhnlich hohes Umsatzniveau gegeben. Im sonstigen öffentlichen Tiefbau kam es ebenfalls zu deutlich sinkenden Erlösen (minus 13,3 Prozent). Höhere Umsätze wurden lediglich im gewerblichen Hochbau sowie im Straßenbau registriert (plus 4,2 bzw. plus 1,7 Prozent). Gegenüber Januar 2020 gaben die baugewerblichen Umsätze sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau nach (minus 3,6 bzw. minus 1,6 Prozent).

Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird die monatliche Entwicklung der Auftragseingänge sowie des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe insgesamt, in den Teilbereichen Hochbau und Tiefbau sowie in der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber bereitgestellt. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat oder zum jeweiligen Vorjahreszeitraum angegeben. Weitere Erläuterungen

Autor: Thomas Kirschey (Referat Analysen Staat, Soziales)

IHK-Blitzumfrage zu Corona-Tests:

Hohe Testbereitschaft bei rheinland-pfälzischen Unternehmen

Koblenz, 22. März 2021. Fast jedes sechste Unternehmen in Rheinland-Pfalz bietet seinen Beschäftigten derzeit regelmäßig Corona-Tests an. Weitere 30 Prozent planen, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Kürze ebenfalls Tests anzubieten. Dieses Ergebnis liefert die aktuelle Umfrage der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs), die sich auf Antworten von 485 Unternehmen aus allen Branchen stützt.

„Mit dem Einsatz von Schnelltests in den Unternehmen, nimmt die Wirtschaft ihre Verantwortung wahr und leistet einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung“, so Arne Rössel, Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz und Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz.

Laut Umfrage sehen sich die Unternehmen bei der Umsetzung von betriebsinternen Corona‑Teststrategien mit einigen Hürden konfrontiert: 46 Prozent der rheinland-pfälzischen Betriebe bemängeln fehlende Informationen zum Umgang mit den Tests. Das Fehlen von passenden Schulungsangeboten für die betriebsinterne Durchführung von Schnelltests stellt für jeden vierten Betrieb ein Hemmnis dar. Weiterhin sieht jedes fünfte Unternehmen Probleme bei der Beschaffung von Corona-Tests. Von den Unternehmen, die ihre Belegschaft bereits testen, wünschen sich rund die Hälfte der Betriebe finanzielle Unterstützung für die Kosten der Tests.

„Werden diese Hürden beseitigt, kann der Anteil der testenden Unternehmen kurzfristig erhöht werden“, erklärt Rössel. „Und zwar mit einem passgenauem Informations- und Schulungsangebot, sowie der Unterstützung von Unternehmen bei der Suche nach Anbietern.“

In kostenfreien Webinaren informieren die IHKs darüber, wie Selbsttests im Unternehmen organisiert und durchführt werden können und beantworten Fragen, wo Schnelltests verfügbar sind und welche Rechtsgrundlagen gelten: www.ihk-rlp.de unter Eingabe der Nummer 5068250. Die nächsten Webinare finden am Donnerstag, 25. März 2021, statt.

Insektenschutzpaket

Landwirtschaft und Insektenschutz gehen Hand in Hand

Monreal. Artenvielfalt und die Erhaltung der Insektenbestände haben eine große Bedeutung für die Landwirtschaft. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland Nassau, Michael Horper, hat auf dem Schnürenhof der Familie Ludwig in  Monreal die Folgen des aktuellen Entwurfs des Insektenschutzpaketes der Bundesregierung kritisiert. Grundsätzlich gefährde der Gesetzgeber die Erfolge im Naturschutz und die Bereitschaft der Landwirte, freiwillige Leistungen im Umweltschutz durchzuführen: „Gesetze dürfen nicht dazu führen, dass freiwillige Maßnahmen für den Naturschutz unterlaufen und Fördermaßnahmen gekürzt oder gar eingestellt werden. Vielmehr ist es sinnvoll, den eingeschlagenen Weg im Bereich der Agrarumweltmaßnahmen fortzuführen und auszubauen. Außerdem wurde den Bauernfamilien einst zugesagt, dass die Landbewirtschaftung in Schutzgebieten Bestandschutz habe und eine wirtschaftliche Flächennutzung auch weiterhin möglich sein würde.“

Horper fordert die verlässliche Finanzierung vereinbarter Maßnahmen und den Vorrang von Kooperationen und Freiwilligkeit vor Verboten und Auflagen. Außerdem müsse Pflanzenschutz in Flora-Fauna-Habitaten (FFH) und Vogelschutzgebieten weiterhin möglich sein. Ansonsten würde der Vertrauensschutz vollständig untergraben werden. Zusätzliche Umweltleistungen seien im Rahmen des Vertragsnaturschutzes umzusetzen und finanziell zu honorieren. Daher fordere der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, dass im Rahmen der Änderungen des Naturschutzgesetzes und der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung kooperative Regelungen und Initiativen der Bundesländer zum Naturschutz und Insektenschutz Vorrang vor Bundesregelungen haben müssten.

Verpflichtende Bewirtschaftungseinschränkungen seien, so Horper, ein Eingriff in das Eigentumsrecht. Dies werde grundsätzlich abgelehnt. Es mache ihm große Sorgen, wie per Gesetz über Eigentumsrechte der Menschen hinweggegangen werde. Jede Form der gesetzlichen Bewirtschaftungseinschränkung müsse daher vollständig und dauerhaft wirtschaftlich ausgeglichen werden. Dies sei im Bundesnaturschutz eindeutig festzulegen. Ebenso, dass auch Beschränkungen im Rahmen der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung an Gewässern und in Schutzgebieten rechtssicher zu entschädigen seien.

Grundsätzlich sollte den staatlich ausgebildeten Agraringenieuren, Landwirtschaftsmeistern, Technikern und Gesellen wieder mehr Vertrauen entgegengebracht werden. Absolute Verbote bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in FFH-Gebieten oder übertriebene Abstände von Gewässern seien indiskutabel. Den Unternehmern stünden mittlerweile hervorragende Techniken und speziell zugelassene Pflanzschutzmittel zur Verfügung. Sowohl der technische als auch der wissenschaftliche Fortschritt bis hin zur sogenannten Präzisionslandwirtschaft dürften auf politischer Ebene nicht ignoriert werden. Es sei mittlerweile möglich Naturschutz und Landwirtschaft – auch konventionelle Landwirtschaft – unter einen Hut zu bringen. Die Politik müsse sich nur von Tatsachen und Fakten leiten lassen und weniger von Meinungen und Ansichten. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau stehe hinter einem kooperativen Naturschutz: „Wir ackern auch für Insekten!“.

Online-Plattform für Rheinland-Pfalz:

Mit dem „Ausbildungsatlas“ Ausbildungsbetriebe vor der Haustür finden

Koblenz/Mainz/Ludwigshafen/Trier. Der „digitale Ausbildungsatlas“ – ein Angebot der rheinland-pfälzischen IHKs – ist nun für ganz Rheinland-Pfalz online verfügbar. Dabei handelt es sich um eine Datenbank mit etwa 30.000 rheinland-pfälzischen Unternehmen, die jungen Menschen die Suche nach Ausbildungsbetrieben und -berufen in ihrer Region erleichtern soll. Integriert ist zudem eine Suchmaschine, über die Nutzer auf die Unternehmenshomepage gelangen können. Und zu jedem Beruf findet sich eine Beschreibung über Inhalte und Ablauf der Ausbildung. Mit dem Relaunch wurde eine Schnittstelle zur IHK-Lehrstellenbörse geschaffen. Mit dieser Verbindung können nun auch die offenen Ausbildungsplätze im Ausbildungsatlas gekennzeichnet werden.

„Gerade in der aktuell schwierigen Zeit ist es erforderlich, gemeinsam an digitalen Lösungen zur Berufsorientierung und Fachkräftesicherung zu arbeiten. Dabei ist der Ausbildungsatlas ein weiteres, wichtiges Puzzlestück, um den geeigneten Ausbildungsberuf und -betrieb zu finden. Welche Ausbildungsbetriebe gibt es in meiner Umgebung? Und welche Berufe kann ich rund um meinen Heimatort erlernen? Die Antworten auf diese Fragen finden sich im digitalen Ausbildungsatlas“, so Dr. Holger Bentz, bildungspolitischer Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz und Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung in der IHK Koblenz.

Die vier rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern haben in Kooperation mit der Handwerkskammer Trier und der Initiative Region Trier e.V. das Ziel, es jungen Menschen damit so einfach wie möglich machen, den besten Weg für ihre berufliche Zukunft zu finden und ihnen die vielen Chancen aufzeigen, die sozusagen vor ihrer Haustür auf sie warten.

Weitere Informationen unter https://www.derausbildungsatlas.de/.

Coronabedingte Beschäftigungs- und Umsatzrückgänge im Gastgewerbe halten an

Der Jahresauftakt verlief im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe mit einem deutlichen Minus: Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lagen die Umsätze real, also um Preisveränderungen bereinigt, im Januar 2021 um 72 Prozent unter denen des Vorjahres. Nominal bzw. bewertet in jeweiligen Preisen, beliefen sich die Verluste auf 71 Prozent. Deutschlandweit betrugen die Umsatzrückgänge real 70 Prozent und nominal 69 Prozent. Deutliche Einbrüche gab es auch bei der Beschäftigtenzahl; diese lag um 31 Prozent unter dem Stand im Januar 2020 (Deutschland: minus 28 Prozent).

Umsatzentwicklung nach Wirtschaftszweigen

Besonders deutlich sind die Einschnitte in der Beherbergung ausgefallen: Die Betriebe erzielten im Vergleich zum Januar 2020 weniger als 20 Prozent der Umsätze (Rückgang real: minus 82 Prozent). Die Gastronomen, auf die zwei Drittel der Gastgewerbeumsätze entfallen, verzeichneten Einbußen in Höhe von 68 Prozent. Hier waren mit Rückgängen von 69 Prozent vor allem Restaurants, Cafés, Eissalons und Imbissstuben von den Lockdown-Maßnahmen betroffen. Bei den Caterern und Erbringern von sonstigen Verpflegungsdienstleistungen lag das Umsatzminus bei 46 Prozent.

Beschäftigung

Der Beschäftigungsrückgang beläuft sich auf 31 Prozent, das heißt, fast jede dritte Stelle im Gastgewerbe ist weggefallen. Besonders betroffen waren die Teilzeitkräfte; deren Zahl reduzierte sich um 39 Prozent, bei den in Vollzeit Beschäftigten lag der Rückgang gegenüber Januar 2020 bei  18 Prozent.

Vergleich mit April 2020

Die Rückgänge im ersten Lockdown fielen noch gravierender aus. Real lagen die Umsätze im April 2020 gegenüber dem April 2019 um 78 Prozent niedriger. Der Beschäftigungseinbruch belief sich auf 39 Prozent. In der Beherbergung brachen 90 Prozent der Umsätze weg und in der Gastronomie waren es 70 Prozent.

Die Daten stammen aus der monatlichen Stichprobenerhebung bei 280 ausgewählten Gastgewerbeunternehmen in Rheinland-Pfalz. Durch das Handelsstatistikgesetz wird die Zahl der zu befragenden Einheiten bundesweit auf höchstens fünf Prozent aller Unternehmen begrenzt. Die Angaben für Filialbetriebe von Hotel- und Restaurantketten mit Sitz in einem anderen Bundesland sind in den Ergebnissen enthalten. Da es sich um eine Stichprobenerhebung handelt, liegen keine absoluten Werte sowie Regionalangaben vor.
Durch die Corona-Krise sind die Gastronomie und das Beherbergungsgewerbe wirtschaftlich außerordentlich beeinträchtigt. Da die Durchsetzbarkeit der Meldepflicht in dieser Situation eingeschränkt ist, liegt der Schätzanteil der fehlenden Statistikmeldungen über dem sonst üblichen Maß.

Autorin: Petra Wohnus (Referat Unternehmensstatistiken)

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