Samstag, 25. September 2021

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Mehr Gewerbeanmeldungen im ersten Halbjahr

In Rheinland-Pfalz wurden im ersten Halbjahr 2021 insgesamt 17.617 Gewerbe angemeldet. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, liegt dieser Wert um 15,8 Prozent über dem Wert des ersten Halbjahrs 2020, für das 15.218 Gewerbeanmeldungen verzeichnet wurden. Die Zahl der Gewerbeabmeldungen lag um 3,1 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Betriebsgründungen

Insgesamt 2.749 Gewerbeanmeldungen waren sogenannte Betriebsgründungen. Dies sind sechs Prozent mehr als von Januar bis Juni 2020. Zu den Betriebsgründungen zählen alle Neugründungen von Kapital- und Personengesellschaften sowie alle Neugründungen von Einzelunternehmen, bei denen ein Handelsregistereintrag oder eine Handwerkskarte vorliegt oder die mindestens einen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten haben.

Die meisten Betriebsgründungen betrafen mit knapp 22 Prozent Betriebe, deren Tätigkeitsfeld dem Wirtschaftsabschnitt „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ zuzurechnen ist. Die zweithöchste Anzahl stellten mit jeweils gut zwölf Prozent Betriebe mit einer Zugehörigkeit zu den Wirtschaftsabschnitten „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ und „Baugewerbe“.

Die Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner erreichten in der kreisfreien Stadt Speyer mit 13,0 den höchsten Wert. Der niedrigste Wert war mit 3,0 im Landkreis Kusel zu verzeichnen. In den kreisfreien Städten gab es insgesamt 9,1 Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner. Dem standen 5,8 Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner in den Landkreisen gegenüber.

Sonstige Neugründungen

Über die Betriebsgründungen hinaus gab es im ersten Halbjahr 2021 insgesamt 11.744 sogenannte sonstige Neugründungen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg deren Anzahl um 17,4 Prozent. Zu den sonstigen Neugründungen gehören die Gründung von Kleinunternehmen, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, keine Handwerkskarte besitzen und über keine sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten verfügen sowie die Gründung von Nebenerwerbsbetrieben. Von den sonstigen Neugründungen erfolgten 8.869 im Nebenerwerb. Hier ist im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 eine Steigerung von über 30 Prozent zu verzeichnen.

Neben den Betriebsgründungen und sonstigen Neugründungen waren in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 insgesamt 3.124 weitere Gewerbeanmeldungen zu verzeichnen. Hierunter fallen Umwandlungen sowie Zuzüge und Übernahmen.

Gewerbeabmeldungen

Im ersten Halbjahr 2021 wurden 13.558 Gewerbe abgemeldet. Die Zahl der Betriebsaufgaben – dem Pendant zu den Betriebsgründungen – sank um 7,2 Prozent auf 2.086. Die sonstigen Stilllegungen lagen mit 8.314 um 0,6 Prozent über dem Wert des ersten Halbjahres 2020.

Die Daten stammen aus der Gewerbeanzeigenstatistik, die aus den monatlichen Lieferungen der rheinland-pfälzischen Gewerbeämter an die im Statistischen Landesamt angesiedelte Verwaltungsstelle „Gewerbe-Online“ erstellt wird. Die Gewerbeanzeigenstatistik stellt für Rheinland-Pfalz wichtige Informationen über Existenzgründungen und Stilllegungen bereit. Die Zahlen finden in der Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Strukturpolitik Verwendung. Daten über Gewerbemeldungen werden auch verstärkt in Bezug auf deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt untersucht.

Autor: Dr. Dirk Schneider (Referat Steuern, Verwaltungsstatistiken)

78.300 Arbeitskräfte in der Landwirtschaft – minus 21 Prozent seit 2010:

Jeder Zweite ist nur saisonal beschäftigt

Nach den Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 waren in den 16.000 landwirtschaftlichen Betrieben in Rheinland-Pfalz 78.300 Personen beschäftigt, was seit 2010 einem Minus von 21 Prozent entspricht. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der Betriebe um rund 22 Prozent. Wie das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz weiter mitteilt, waren darunter 50 Prozent bzw. 39.200 Saisonarbeitskräfte, 24.600 Familienarbeitskräfte und 14.400 ständige Arbeitskräfte.

Insgesamt arbeiten immer weniger Menschen in der Landwirtschaft. Im Jahr 2010 lag die Zahl der Arbeitskräfte mit 99.400 Personen um 21.100 Personen höher als 2020 mit 78.300 Arbeitskräften. Männer hatten einen Anteil von 63 Prozent, Frauen von 37 Prozent (minus 1,7 Prozentpunkte im Vergleich zu 2010). Der höchste Frauenanteil an den Beschäftigten wurde mit 38 Prozent in Nordrhein-Westfalen, der niedrigste mit 28 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern festgestellt.

In der Landwirtschaft vollbeschäftigt waren 16.300 Arbeitskräfte, was einem Anteil von knapp 21 Prozent entspricht (plus 2,4 Prozentpunkte seit 2010). Im Bundesdurchschnitt lag der Vollbeschäftigtenanteil bei 29 Prozent. Nach Bundesländern bewegte sich der Anteil der vollbeschäftigten Arbeitskräfte zwischen 20 Prozent in Baden-Württemberg und 51 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen.

Mit 39.200 der Arbeitskräfte stellten Saisonarbeitskräfte, die vorwiegend während der Erntephasen im Gemüse-, Spargel-, Erdbeer-, aber auch im Weinbau tätig sind, 2020 die Hälfte der im Land beschäftigten Arbeitskräfte in landwirtschaftlichen Betrieben (2010: 52 Prozent).

In den Familienbetrieben, das sind landwirtschaftliche Betriebe, die in der Rechtsform eines Einzelunternehmens geführt werden, wurden im vergangenen Jahr rund 24.600 Familienarbeitskräfte und damit 12.400 weniger als noch 2010 gezählt. Unter den Familienarbeitskräften liegt der Vollbeschäftigtenanteil bei knapp 35 Prozent. In den Familienbetrieben waren noch 4.400 familienfremde Arbeitskräfte ständig beschäftigt. Das waren fast ein Drittel mehr als 2010. Die Zahl der Betriebe anderer Rechtsformen, vor allem die der Gesellschaften bürgerlichen Rechts, hat im Betrachtungszeitraum zugenommen. Da in diesen Betrieben aus methodischen Gründen keine Familienarbeitskräfte nachgewiesen werden, hat die Zahl der ständigen familienfremden Arbeitskräfte (10.000 Personen) um gut ein Drittel zugenommen. Insgesamt wurden 2020 bereits 14.400 ständige familienfremde Arbeitskräfte gezählt. Im Jahr 2010 lag die Zahl bei 10.800. In Kombination mit dem Arbeitskräfterückgang insgesamt ist ihr Anteil an den Arbeitskräften von elf auf gut 18 Prozent angestiegen. Der Vollbeschäftigtenanteil familienfremder Arbeitskräfte liegt bei knapp 54 und ist seit 2010 konstant. Rund 39.200 Personen oder 50 Prozent zählten zu den nicht ständigen familienfremden Arbeitskräften (Saisonarbeitskräfte).

Durch Mechanisierung und Rationalisierung in der Landwirtschaft sinkt die je Flächeneinheit durchschnittlich benötigte Arbeitskraft: Je 100 Hektar LF waren 2020 circa 4,7 Vollarbeitskräfte-Einheiten beschäftigt. Im Jahr 2010 waren es noch 5,4 Vollarbeitskräfte-Einheiten.

Zwei Drittel (66 Prozent) der Geschäftsführer bzw. Betriebsleiter in Rheinland-Pfalz verfügten über einen Bildungsabschluss im Bereich Landwirtschaft einschließlich Garten- und Weinbau, darunter 15 Prozent über einen Studienabschluss auf diesem Fachgebiet. 12 Prozent der rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsbetriebe wurden von einer Frau geleitet.

Weiterführende Informationen zu dem Thema „Arbeitskräfte/Berufsbildung“ in Form einer StoryMap finden Sie in dem gemeinsamen Statistikportal des Bundes und der Länder unter LZ2020.statistikportal.de.

Die LZ 2020 erfolgte zum Stichtag 1. März 2020. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Landwirtschaft wie etwa die fehlenden ausländischen Erntehelferinnen und Erntehelfer im Gemüsebau sind somit nicht in den Ergebnissen enthalten.

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)

Industrieproduktion im Juli fast unverändert

Die Produktionsleistung der rheinland-pfälzischen Industrie blieb im Juli 2021 fast unverändert. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der Produktionsindex preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,2 Prozent unter dem Niveau des Vormonats.

Die drei industriellen Hauptgruppen entwickelten sich unterschiedlich. Die Vorleistungsgüterproduzenten verzeichneten im Juli ein leichtes Minus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Hersteller von Konsumgütern reduzierten ihre Ausbringung um 1,5 Prozent. Der Output der Investitionsgüterproduzenten stieg dagegen um 1,6 Prozent.

In der Chemieindustrie, die nach den Umsätzen die größte Branche des Verarbeitenden Gewerbes ist und zur Vorleistungsgüterindustrie gehört, sank die Produktion im Juli um 1,1 Prozent. In der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie, die zur Investitionsgüterindustrie zählt und die zweitgrößte Branche ist, ging der Güterausstoß deutlich um 6,8 Prozent zurück. Diese Entwicklung dürfte unter anderem durch globale Lieferengpässe bei Halbleitern bedingt sein, die eine Drosselung der Produktion von Kraftwagen und Kraftwagenteilen zur Folge hatten. Der Maschinenbau, der ebenfalls zu den Investitionsgüterproduzenten gehört und die drittgrößte Branche der rheinland-pfälzischen Industrie ist, erhöhte den Output um 7,2 Prozent.

Im Juli 2021 war die bereinigte Industrieproduktion um 8,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber Februar 2020, als sich die Corona-Pandemie noch relativ wenig auf die wirtschaftlichen Aktivitäten auswirkte, stieg der Industrieoutput um 2,3 Prozent. Dazu trugen Produktionssteigerungen der Vorleistungs- und Investitionsgüterhersteller bei. In der Konsumgüterindustrie lag die Ausbringung hingegen weiterhin unter dem Vorkrisenniveau. Unter den drei größten Branchen des Verarbeitenden Gewerbes verzeichnete der Maschinenbau den kräftigsten Zuwachs (plus 19 Prozent). Der Güterausstoß der Chemieindustrie entwickelte sich mit plus 1,8 Prozent ebenfalls positiv. In der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie war der Output dagegen um 13 Prozent niedriger als im Februar 2020.

Die Pressemeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Beobachtung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Die Berechnungen beruhen auf vorläufigen Ergebnissen; nachträgliche Änderungen durch spät eintreffende oder korrigierte Meldungen von Betrieben sind möglich. Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie einschätzen zu können, werden die Ergebnisse des Berichtsmonats zusätzlich mit denen von Februar 2020 verglichen. Die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat können der Tabelle entnommen werden. Weitere Erläuterungen

Autor: Matthias Kowalczyk (Referat Analysen Wirtschaft)

Tabelle: Schnellmeldung zur Konjunktur Entwicklung der Produktion (real)

Inflationsrate stieg im August weiter an

Im August 2021 lag der Verbraucherpreisindex für Rheinland-Pfalz nach Angaben des Statistischen Landesamtes um 4,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Teuerungsrate fiel damit höher aus als im Juli 2021, als sie bei plus 3,7 Prozent lag. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1995.

Ursächlich für die hohen Inflationsraten seit Juli 2021 dürften im Wesentlichen die niedrigen Preise im Jahr 2020 sein. So trugen insbesondere die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze (Juli bis Dezember 2020) und das niedrige Preisniveau der Mineralölprodukte im vergangenen Jahr zu einer Erhöhung der Gesamtteuerung bei. Hinzu kommen Preisanstiege im ersten Halbjahr 2021, unter anderem durch die Einführung der CO2-Bepreisung (ab Januar 2021) und krisenbedingte Effekte wie eingeschränkte Angebote (z. B. bei Reisen), der Nachholbedarf bei bestimmten Gütern (z. B. in der Gastronomie) oder die enormen Preiserhöhungen auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen (steigende Erzeugerpreise).

Veränderungen gegenüber August 2020

Die Energiepreise erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 12,4 Prozent. Dies ist auf kräftige Preissteigerungen bei Mineralölprodukten zurückzuführen (plus 29,4 Prozent): Sowohl für Kraftstoffe als auch für Heizöl (einschließlich Umlage) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen (beide plus 25 Prozent). Die Preise für Gas (einschließlich Umlage) und Strom zogen ebenfalls merklich an (plus 5,0 bzw. 2,4 Prozent). Die Preise für Fernwärme legten um 0,8 Prozent zu.

Im Vergleich zum August des Vorjahres verteuerten sich Nahrungsmittel um 5,0 Prozent. Starke Preiserhöhungen gab es bei Gemüse (plus 11,6 Prozent). So waren Kartoffeln um 42 und Tomaten um 7,9 Prozent teurer als im August 2020. Für Molkereiprodukte und Eier musste ebenfalls wesentlich mehr bezahlt werden als ein Jahr zuvor (plus 5,8 Prozent; darunter Schnittkäse plus 7,2 Prozent). Die niedrigsten Preisanstiege waren bei Obst zu beobachten (plus 2,0 Prozent); Äpfel wurden sogar um 2,4 Prozent günstiger.

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, belief sich auf plus 2,9 Prozent. Im Juli 2021 betrug sie 2,6 Prozent.

In allen zwölf Abteilungen stieg das Preisniveau binnen Jahresfrist. Aufgrund der Steigerung der Kraftstoffpreise waren starke Zuwächse im Bereich „Verkehr“ zu verzeichnen (plus 9,8 Prozent). Auch die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich deutlich (plus 5,0 Prozent). Die geringsten Preissteigerungen gab es bei Waren und Dienstleistungen im Bereich „Gesundheit“ (plus 0,6 Prozent).

Veränderungen gegenüber Juli 2021

Der Verbraucherpreisindex lag im August 2021 um 0,1 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Am höchsten waren die Preissteigerungen in der Abteilung „Andere Waren und Dienstleistungen“ (plus 0,8 Prozent). Zu diesem Bereich gehören unter anderem Dienstleistungen sozialer Einrichtungen wie die ambulante und stationäre Pflege. An zweiter Stelle folgte der Bereich „Verkehr“ mit einem Plus von 0,5 Prozent. In den Abteilungen „Bekleidung und Schuhe“ sowie „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ sanken die Preise jeweils um 0,4 Prozent. Alkoholische Getränke und Tabakwaren waren um 0,1 Prozent günstiger als im Vormonat. In den Bereichen „Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe“ sowie „Gesundheit“ blieben die Preise im Durchschnitt konstant.

Die Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittlerinnen bzw. Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preise von 650 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sogenannte Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. In dieser Pressemitteilung wird die Veränderung des Gesamtindexes ohne Nahrungsmittel und Energie als Kerninflationsrate bezeichnet.
Im August kam es bei der Erhebung der Verbraucherpreise zu keinen wesentlichen Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise und den damit zusammenhängenden Maßnahmen.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat August 2021 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 6. September 2021 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat Unternehmensregister, Verdienste, Preise)

Erste Bilanz geht von durchschnittlicher Getreideernte aus

Nach einer ersten Erntebilanz des Statistischen Landesamtes in Bad Ems werden die rheinland-pfälzischen Landwirte im laufenden Jahr knapp 1,5 Millionen Tonnen Getreide ernten, was dem Durchschnittsniveau der Jahre 2015 bis 2020 entspricht. Gegenüber der Vorjahresmenge wäre eine Zunahme von sechs Prozent zu verzeichnen, was auf ein um rund 0,4 Tonnen je Hektar höheres Ertragsniveau zurückzuführen ist. Der durchschnittliche Hektarertrag liegt mit 7,1 Tonnen um 0,5 Tonnen über dem langjährigen Mittel.

Die kühle Frühjahrswitterung sorgte im Vergleich zu den Vorjahren für eine verzögerte Entwicklung der Bestände. Trockenphasen wie in den vergangenen Jahren haben in diesem Jahr nicht zu Ertragseinbußen im Getreideanbau geführt.

Die Getreidebestände sind im Allgemeinen gut durch den erneut milden Winter gekommen. Aufgrund des außergewöhnlich kühlen Frühjahrs bzw. Frühsommers mit häufigen Nachtfrösten war die Bestandsentwicklung verzögert. Im Vergleich zu den vergangenen drei Trockenjahren führte die reichliche Niederschlagsversorgung ab Mai bei im Großen und Ganzen moderatem Krankheitsbefall zu einer zwar verzögerten aber guten Bestandsentwicklung. In weiten Teilen des Landes verlief die im Vergleich zu den trockenen Vorjahren um knapp zwei Wochen verzögerte Ernte aufgrund der unbeständigen Witterung mit einigen Starkregenereignissen schleppend.

Getreide wurde 2021 auf 202.600 Hektar angebaut, was einer Flächenabnahme um rund drei Prozent im Vergleich zur Vorjahresfläche entspricht. Die wichtigste Getreideart ist Winterweizen, der auf 98.200 Hektar wuchs (plus 4,4 Prozent). Der Hektarertrag ist mit 7,6 Tonnen voraussichtlich gut fünf Prozent höher als der sechsjährige Durchschnitt 2015 bis 2020 von 7,2 Tonnen. Die erwartete Erntemenge liegt bei 747.000 Tonnen. Damit entfällt etwas mehr als die Hälfte der Getreideernte auf Winterweizen.

Wintergerste verzeichnet mit 39.900 Hektar im Vergleich zum Vorjahr eine Reduktion der Anbaufläche um fünf Prozent. Damit ist sie die zweitwichtigste Fruchtart auf dem Ackerland. Der durchschnittliche Ertrag von Wintergerste beträgt – nach 6,4 Tonnen im Vorjahr – 7,1 Tonnen je Hektar und wird das langjährige Mittel um etwa zwei Prozent übertreffen. Die für Wintergerste geschätzte Erntemenge beläuft sich auf 284.100 Tonnen. Das entspricht einem Zuwachs um rund sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr und übertrifft den Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020 um knapp drei Prozent. Der Anbauumfang der Sommergerste, die vor allem für die Malzherstellung angebaut wird, ist um gut 21 Prozent auf 29.800 Hektar zurückgegangen. Die Corona-bedingte Bierabsatzkrise führte im vergangenen Jahr zu einem Preisverfall bei Braugerste, worauf mit der Anbaureduktion reagiert wurde. Das Ertragsniveau liegt mit sechs Tonnen je Hektar knapp 13 Prozent über dem mehrjährigen Mittel. Es wird eine Gesamterntemenge von rund 179.000 Tonnen erwartet (minus 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr).

Nach deutlichen Flächenzuwächsen 2020 ist die Anbaufläche von Winterraps 2021 auf 35.900 Hektar zurückgegangen (minus 4,5 Prozent). Zum Zeitpunkt der Aussaat waren die Böden relativ trocken, die Bestandsetablierung in Folge schwierig, sodass die Bestände teilweise dünn und ungleichmäßig entwickelt in den Winter kamen. Vielerorts konnten die Rapsbestände die Entwicklungsrückstände ab Mitte April durch gute Entwicklung kompensieren. Der Hektarertrag liegt mit 3,4 Tonnen rund sieben Prozent unter dem mehrjährigen Durchschnitt von 3,6 Tonnen (minus 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Die Erntemenge (121.200 Tonnen) wird den langjährigen Durchschnittswert nach den aktuell vorliegenden Zahlen um rund 19 Prozent verfehlen.

Hinweis: Ertragsermittlungen von Futterpflanzen wie Silomais oder Grünland erfolgen erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Daten stammen aus der Bodennutzungshaupterhebung und der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung. Bei der Besonderen Ernteermittlung wurden bisher 182 der 470 ausgewählten Getreide- und Winterrapsfelder ausgewertet. Da noch nicht alle Proben ausgewertet werden konnten, sind die Ergebnisse noch mit Unsicherheiten behaftet; Veränderungen sind möglich. Aufgrund der dieses Jahr verzögerten Vegetationsentwicklung sind die dargestellten vorläufigen Erträge in besonderem Maße von den tendenziell ertragsstärkeren Frühdruschgebieten geprägt.

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)

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