Mittwoch, 12. Dezember 2018

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Rückenschonend Heimwerken ist nicht schwer

Falsche Bewegungen, die nachteilig für das komplizierte Muskel-, Knochen- und Nervensystem des Rückens sind, gehören zu einer der häufigsten Auslöser, die zu Erkrankungen dieses Körperbereichs führen. Schon junge Menschen klagen über Rückenbeschwerden, weil die körperliche Bewegung oftmals zu gering ist. Hinzu kommen dann im Erwachsenenalter Fehlbelastungen, die den Rücken und die Gelenke zusätzlich beanspruchen und diese vorzeitig abnutzen lassen.

Beschwerden mit dem Rücken vermeiden

In erster Linie ist das Heben und Tragen von Lasten oder Gegenständen mit einer falschen Körperhaltung. Grundsätzlich können Wirbelsäule sowie die Extremitäten nicht unbegrenzt schwere Lasten aufnehmen, obwohl das im Alltag häufig vergessen wird. Auch das anhaltende Transportieren belastet den Rücken, wenn nicht auf die richtige Körperhaltung und Körperspannung geachtet wird.

Beim Heben ist es wichtig, dass die Utensilien nahe an den Körper heran geführt werden. Die Aufstehbewegung sollte über die starken Kniegelenke erfolgen. Der Rücken wird gerade gehalten.

Heimwerker oder Gartenfreunde, die überwiegend bodennah tätig sind, unterliegen zusätzlichen Gefährdungen für den Rücken. Dasselbe gilt für anhaltende Bewegungen, die durch das Erledigen von Arbeite über Kopf ausgelöst werden. Ohne Werkzeuge mit einer ergonomischen Beschaffenheit leidet der Rücken noch mehr, sodass Schmerzen zu den alltäglichen Begleitern werden.

Sehr schädlich für die Muskulatur und die Gelenke ist das Ausführen abrupter Bewegungen sowie das Heben ohne vorherige Erwärmung. Die Muskeln sind dann weniger geschmeidig und dehnfähig, sodass feinste Risse in den Muskelfasern auftreten können. Diese führen aufgrund der Schmerzen und der eingeschränkten Beweglichkeit zu einer Intensivierung einer Schonhaltung. Gerade einseitige Belastungen oder Bewegungen in dieser Form lösen immer wieder Verspannungen aus.

Außer den rückenschonenden Werkzeugen tragen auch bedarfs- und rückengerecht justierbare Haltestiele sowie Transporthilfen und ergonomische Leitern zu einem rückenschonenden Heimwerken bei. Beim Kauf dieser Produkte sollte darauf geachtet werden, dass diese ein möglichst niedriges Eigengewicht haben. Hinsichtlich des Arbeitsschutzes gibt es eine Fülle an Hinweisen, die die Rückengesundheit verbessern.

Ergonomische Einrichtungen sind ein Plus für den starken Rücken

Wissenschaftlich nachgewiesen, dass zu lange sitzende Positionen für den Rücken enorm nachteilig sind. Daraus resultieren im Laufe der Zeit meist Verspannungen der Muskulatur, die sich bis in den Nacken, in die Lendenmuskeln und in die Oberarme ausdehnen können.

Ist es nicht möglich, lange Sitzphasen zu vermeiden, dann kommen ergonomische, rückenschonende Sitz- und Stehvorrichtungen sowie Werkstattbänke, Halterungssysteme und Bürotische zum Einsatz. Mit einem hochwertigen Mobiliar, das rückenschonend konzipiert ist, kann der Körper einen höchstmöglichen Sitz- oder Stehkomfort erfahren. Diese Ausstattungen unterstützen ein bewegliches oder dynamisches Sitzen. Das ist hauptsächlich an Tele- oder Computerarbeitsplätzen obligatorisch.

Darüber hinaus profitieren auch Hobbyschneiderinnen an ihren Nähmaschinen von diesen für den Rücken perfekten Erfindungen. Wer beim Hobby, im Haushalt oder beim Heimwerken viel sitzt, sollte ebenfalls über eine solche Anschaffung nachdenken. Auf diesen Möbelstücken ist ein rückengerechtes und gleichzeitig entspanntes Sitzen realisierbar. Das beugt wiederum vorzeitigen Ermüdungserscheinungen und Rückenschmerzen vor. Dem gewohnheitsmäßigen stillen Sitzen kann dabei gleichfalls schrittweise eine gewisse Dynamik verliehen werden.

Häufig benutzte Arbeitsflächen in Küchen sind durch die ergonomische Höhe perfekt für eine optimale Körperhaltung und ein rückenschonendes Stehen oder Sitzen beim Zubereiten von Speisen geeignet. Grundsätzlich können ergonomische Möbel und rückenschonende Transportmittel auch vor langfristigen Beschwerden des Rückens bewahren.



Prophylaktisch sinnvolle Rückentherapien

Aber mit einem achtsamen Bewegen des Rückens ist es nicht abgetan. Um eine Kräftigung der Muskulatur sowie der Gelenke mit ihren Sehnen und Bändern zu erzielen, sind weitere Empfehlungen sinnvoll:

Regelmäßige Rückenübungen
Reduzierung von Übergewicht
Kinesiotaping
sanfte Zufuhr von Wärme
Bewegungswechsel
Benutzen von Hilfsmitteln

Neben den passiven Behandlungen durch Massagen, das Lösen von Blockaden oder das Verabreichen von Medikamenten nimmt die aktive Therapie von Rückenbeschwerden eine zentrale Stellung ein. Das gezielte Beüben des Rückens hat den Vorteil, dass die organischen Ursachen der Beschwerden weitgehend behoben werden. Bei Medikamenten werden jedoch lediglich die Symptome bekämpft.

Bei einseitigen Körperhaltungen können spezielle Sportarten sowie ein Durchführen von Dehn- oder minimalen Streckübungen beitragen, den Rücken zu entlasten und Schmerzfreiheit zu bringen. Insbesondere bei anhaltend gleichen Armhaltungen wie beim Handarbeiten sind schmerzhaft verspannte Schultern und Nackenpartien nicht auszuschließen.

Um den Rücken zu kräftigen, muss es nicht das Gewichtheben oder ausschließlich ein Muskelaufbau sein. Häufig genügen schon Ausdauersportarten oder die Gelenke entlastende Sportarten wie Schwimmen oder Rad fahren.