Mittwoch, 12. Dezember 2018

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Hervorragende Maßnahmen in der Personalpolitik

Preisverleihung „Attraktiver Arbeitgeber Rheinland-Pfalz“ in Mainz

Mainz, 5. Dezember 2018. Zahlreiche mittelständische Unternehmen setzen auf eine engagierte Personalpolitik und spezielle Möglichkeiten der Mitarbeiterbindung, um Fach- und Führungskräfte für den eigenen Betrieb zu gewinnen und zu halten. Acht dieser Unternehmen aus den vier rheinland-pfälzischen Kammerbezirken, die besonderes Engagement in der Personalpolitik beweisen, zeichnete das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) und den rheinland-pfälzischen Kammern mit dem Titel „Attraktiver Arbeitgeber Rheinland-Pfalz“ aus.

„Die ausgezeichneten Unternehmen signalisieren klar, dass sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wertschätzen. Sie alle haben für ihr Unternehmen passende Strategien und Programme gefunden, die ihnen helfen, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Betrachten wir alle Attraktiven Arbeitgeber gemeinsam, finden wir hier einen reichhaltig gefüllten Instrumentenkasten für eine kreative Personalpolitik. Unternehmen, die sich als Attraktive Arbeitgeber positionieren, haben im Wettbewerb um die besten Köpfe die Nase vorn und sichern damit die Zukunft des eigenen Betriebs“, sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt.

Region Koblenz

In der Region Koblenz wurde die Hevert-Arzneimittel GmbH & Co. KG aus Bad Sobernheim prämiert. Hevert ermöglicht seinen 200 Mitarbeitenden durch rund 60 unterschiedliche Arbeitszeitmodelle eine besondere Work-Life-Balance. Auch bietet das Unternehmen eine Betreuung von Mitarbeiterkindern an. Eigene Führungsgrundsätze fördern eine umfassende unternehmensinterne Zusammenarbeit, von den Auszubildenden bis hin zur Geschäftsführung.

Das Unternehmen Sanitätshaus Wittlich GmbH aus Bad Ems überzeugt durch eine klare Unternehmensstruktur. Eine Kommunikationsmatrix dient den Beschäftigten als Orientierungshilfe, welche Ansprechpartner für welche Themen zuständig sind. Neu angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können zusätzlich auf ein Patensystem zurückgreifen. Es werden in verschiedensten Branchen und Fachrichtungen bis zu zehn Ausbildungsplätze vergeben, durch individuell angepasste Fort- und Weiterbildungskonzepte werden die benötigten Fachkräfte von Morgen selbst entwickelt.

Region Pfalz

In der Region Pfalz konnte die SBN Wälzlager GmbH & Co. KG aus Schönenberg-Kübelberg mit ihrer offenen Unternehmenskultur beeindrucken. Eine tolerante Fehlerkultur und der Einbezug der 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unternehmerische Entscheidungsprozesse, beispielsweise durch das Ideenforum, sind ebenso wie das Gesundheitsmanagement fest in der Unternehmensstruktur verankert. Durch die Vertrauensarbeitszeit für alle Mitarbeitenden und Teilzeitmodelle in verschiedenen Ausprägungen ist eine flexible Arbeitszeitgestaltung gewährleistet. Der Ausbildung wird eine hohe Bedeutung beigemessen – dies zeigt sich auch an der unbefristeten Übernahme der Auszubildenden.

Die Gunther Dech Bau GmbH aus Ramsen erhielt die Auszeichnung für die offene Kommunikation und Fairness innerhalb des 23-köpfigen Teams und zu den Kunden. Gefördert wird das kooperative Miteinander durch eine einheitliche Firmenkleidung und monatlichen Besprechungen mit der gesamten Belegschaft. Flexible Arbeitszeiten und ein Jahresarbeitszeitkonto zum Ausgleich saisonaler Schwankungen fördern das Wohl der Beschäftigten nachhaltig. Die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens wird durch die jährliche Einstellung von Auszubildenden und der regelmäßigen Teilnahme an Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen sichergestellt.

Region Rheinhessen

In der Region Rheinhessen wurde die Lufthansa Technik AERO Alzey GmbH ausgezeichnet. Das Unternehmen legt Wert auf eine möglichst große Handlungs- und Entscheidungsfreiheit seiner 625 Mitarbeitenden sowie ein Gleichgewicht zwischen individuellen Arbeitszeitwünschen und den betrieblichen Erfordernissen. Es zeichnet sich zudem durch ein zukunftsorientiertes Aus- und Weiterbildungskonzept aus.

Die in Mainz ansässige NTA Systemhaus GmbH & Co. KG wurde für ihre stark auf die 150 Beschäftigten ausgerichteten Unternehmenswerte prämiert. Flache Hierarchien und eine offene Gesprächskultur sowie ein „Kummerkasten“ bilden ein familiäres Arbeitsumfeld. Von hoher Bedeutung für das Unternehmen ist die Ausbildung von Fachkräften: Die Auszubildenden erhalten eine Übernahmegarantie nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung.

Region Trier

In der Region Trier wurde die Bitburger Braugruppe GmbH aus Bitburg in der Eifel prämiert. Die Verbindung von traditionellen Werten mit modernen und flexiblen Arbeitsformen und -umgebungen ist die Basis der verfolgten Lebensphasenorientierten Personalpolitik. Ein kultureller Rahmen für die Ausrichtung des Unternehmens wird durch ein unternehmenseigenes „Grundgesetz“ geschaffen, das die Richtlinien der Zusammenarbeit definiert und in alle Führungs- und Arbeitsprozesse integriert ist.

Die Floss Holzbau GmbH mit Sitz in Schönecken in der Eifel erhielt die Auszeichnung für ihr Motto „Geht nicht, gibt´s nicht“, das sich sowohl auf Kundenwünsche als auch auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben der Beschäftigten bezieht. Besondere Lebenssituationen und kurzfristige Arbeitszeitwünsche der zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben hohe Priorität. Durch enge und flache Hierarchien wird der Austausch gefördert und die stetige Optimierung von Prozessen ermöglicht.

„Dem Fachkräftemangel entgegenzutreten ist nicht jedes Unternehmen gewachsen, doch gerade die Heterogenität der Preisträger beweist vielfältige Handlungsmöglichkeiten. Sie haben die Mitarbeitenden als wichtigstes Gut erkannt und setzen ihre Prioritäten auf eine offene Kommunikation, Teamgeist und flexible Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eigenverantwortliches Arbeiten. Für ihr großes Engagement verdienen sie es, ausgezeichnet zu werden“, so ISB-Vorstandsmitglied Dr. Ulrich Link.

Prof. Dr. Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability IBE der Hochschule Ludwigshafen, sprach über Zielkonflikte in der Zeitpolitik: „Während aus betrieblicher und volkswirtschaftlicher Sicht angesichts des Fachkräftemangels die Notwendigkeit besteht, alle Zeitreserven zu heben, steigt gleichzeitig das Bedürfnis nach Entschleunigung und Balance seitens der Beschäftigten in einem immer länger werdenden Erwerbsleben an. Dieser Zielkonflikt in der Zeitpolitik lässt sich nicht zuletzt durch innovative Arbeitszeitmodelle entschärfen.“

Marcus Smola, Geschäftsführer der Best Western Hotels Central Europe, referierte über „Die Goldfischstrategie: 1 Prozent Kosten – 100 Prozent begeisterte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ sowie seine Zeit als „Undercover Boss“: „Arbeitgeber müssen endlich begreifen, dass ,Mitarbeitermarketing‘ genauso wichtig ist wie ,Kundenmarketing‘. Das betrifft Priorität, Bewusstsein und natürlich Investition. Die Preisträger haben dies bereits verinnerlicht – herzlichen Glückwunsch dazu!“