Montag, 25. März 2019

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Teuerungsrate im Dezember bei plus 1,8 Prozent

Inflationsrate im Jahresdurchschnitt bei 1,9 Prozent

Die Teuerungsrate ist im Dezember 2018 deutlich gesunken. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex um 1,8 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats. Im November 2018 hatte die Inflationsrate plus 2,5 Prozent betragen.

Energie war im Dezember 2018 wesentlich teurer als im Vorjahresmonat (plus fĂŒnf Prozent). Der Grund dafĂŒr sind starke Preissteigerungen bei Mineralölprodukten (plus 10,7 Prozent). Sowohl die Preise fĂŒr Heizöl als auch die Kraftstoffpreise zogen merklich an (plus 14,3 Prozent bzw. plus 9,7 Prozent). Die Umlage fĂŒr Zentralheizung und FernwĂ€rme stieg um 3,4 Prozent; die Strompreise nahmen dagegen nur leicht zu (plus 0,5 Prozent). Gas war um 1,3 Prozent billiger als im Dezember 2017.

AbgeschwĂ€cht hat sich der Anstieg der Nahrungsmittelpreise. Sie waren im Dezember um 0,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Deutliche PreisrĂŒckgĂ€nge gab es bei Obst (minus 5,2 Prozent). So waren Äpfel um 19,2 Prozent billiger als im Vorjahresmonat. KrĂ€ftige Preissteigerungen waren hingegen bei GemĂŒse zu verzeichnen (plus 7,2 Prozent). Tiefer in die Tasche greifen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher unter anderem beim Kauf von Kartoffeln, die sich um 27,2 Prozent verteuerten.

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, blieb unverÀndert. Sie lag im Dezember wie im November bei 1,6 Prozent.

Elf der zwölf Hauptgruppen verzeichneten Preissteigerungen gegenĂŒber Dezember 2017. Am stĂ€rksten fiel der Anstieg in der Hauptgruppe „Verkehr“ mit plus 4,2 Prozent aus, was insbesondere auf die deutliche Erhöhung der Kraftstoffpreise zurĂŒckzufĂŒhren ist. Die Preise fĂŒr Beherbergungs- und GaststĂ€ttendienstleistungen zogen ebenfalls merklich an (plus 2,6 Prozent). Dahinter folgten die Bereiche „Bildungswesen“ sowie „Alkoholische GetrĂ€nke und Tabakwaren“ mit jeweils plus 2,5 Prozent. In der Hauptgruppe „NachrichtenĂŒbermittlung“ lagen die Preise unter dem Niveau des Vorjahresmonats (minus 0,7 Prozent).

VerĂ€nderungen gegenĂŒber November 2018

GegenĂŒber dem Vormonat blieb der Verbraucherpreisindex im Dezember 2018 konstant. Drei der zwölf Hauptgruppen verzeichneten Preissteigerungen. Deutlich mehr bezahlen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher fĂŒr Waren und Dienstleistungen im Bereich „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ (plus 5,3 Prozent; darunter Pauschalreisen plus 22,9 Prozent). In fĂŒnf Hauptgruppen lag das Preisniveau unter dem des Vormonats. Die stĂ€rksten RĂŒckgĂ€nge gab es bei Bekleidung und Schuhen sowie in der Hauptgruppe „Verkehr“ (jeweils minus 2,1 Prozent). Im Bereich „Verkehr“ war die Preissenkung insbesondere auf den kurzfristigen RĂŒckgang der Kraftstoffpreise zurĂŒckzufĂŒhren (minus 7,9 Prozent).

Entwicklung der Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt 2018

Im Jahresdurchschnitt waren die Verbraucherpreise 2018 um 1,9 Prozent höher als 2017. Damit entspricht die Teuerungsrate fĂŒr Rheinland-Pfalz dem Zielwert der EuropĂ€ischen Zentralbank, die fĂŒr den Euroraum mittelfristig eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent anstrebt. In den vergangenen Jahren war die Teuerung schwĂ€cher ausgefallen; 2018 war der höchste Preisniveauanstieg seit 2012 zu verzeichnen. Am stĂ€rksten verteuerten sich Waren und Dienstleistungen im Bereich „Verkehr“ (plus 3,5 Prozent). Ein wesentlicher Grund dafĂŒr ist die Erhöhung der Kraftstoffpreise, die im Jahresdurchschnitt 2018 um acht Prozent höher waren als im Jahr zuvor. Auch die Preise fĂŒr alkoholische GetrĂ€nke und Tabakwaren zogen spĂŒrbar an (plus 3,4 Prozent). FĂŒr Waren und Dienstleistungen des Bildungswesens sowie fĂŒr Beherbergungs- und GaststĂ€ttendienstleistungen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher ebenfalls tiefer in die Tasche greifen (plus 2,5 bzw. plus 2,4 Prozent). In zwei der zwölf Hauptgruppen sank das Preisniveau: Waren und Dienstleistungen der Hauptgruppe „NachrichtenĂŒbermittlung“ verbilligten sich um 0,6 Prozent. Die Preise fĂŒr Bekleidung und Schuhe fielen 2018 im Jahresdurchschnitt ebenfalls etwas niedriger aus als 2017 (minus 0,2 Prozent).

Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche PreisverĂ€nderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten fĂŒr Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in elf rheinland-pfĂ€lzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. KaufhĂ€user) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die PreisverĂ€nderungen von 600 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die PreisverĂ€nderungen werden gemĂ€ĂŸ der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte zukommt (sog. WĂ€gungsschema), im Preisindex berĂŒcksichtigt. Die VerĂ€nderung des VPI gegenĂŒber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergĂ€nzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte GĂŒter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist GĂŒter mit erfahrungsgemĂ€ĂŸ stark schwankenden Preisen. Hier wird der Gesamtindex ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.

Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat Dezember 2018 enthĂ€lt vorlĂ€ufige Ergebnisse. Sofern bis zum 10. Januar 2019 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgĂŒltig anzusehen.

Hinweis: Revision des Verbraucherpreisindex fĂŒr Deutschland
Der Verbraucherpreisindex wird in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden einer Revision unterzogen und auf ein neues Basisjahr umgestellt. Mit dem Berichtsmonat Januar 2019 erfolgt die Umstellung von der Basis 2010 auf das Basisjahr 2015. Dabei werden die VPI-Ergebnisse rĂŒckwirkend ab Januar 2015 neu berechnet.

Bitte merken Sie sich folgenden Veröffentlichungstermin vor:
21. Februar 2019 EndgĂŒltiges Ergebnis fĂŒr Januar 2019 sowie alle neu berechneten VPI-Ergebnisse ab Januar 2015 auf neuer Basis 2015

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt, Verdienste / Preise)