Donnerstag, 22. August 2019

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Weniger Betriebsgründungen und weniger Betriebsaufgaben im ersten Quartal

In Rheinland-Pfalz gab es im ersten Quartal 2019 etwas weniger Betriebsgründungen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems ging deren Zahl im Vergleich zum ersten Quartal 2018 um 0,8 Prozent auf 1.529 zurück.

Betrachtet werden hierbei Gründungen von Unternehmen, bei denen sich aufgrund ihrer Rechtsform oder voraussichtlichen Beschäftigtenzahl eine größere wirtschaftliche Relevanz vermuten lässt. Hierzu zählen alle Neugründungen von Kapital- und Personengesellschaften sowie Neugründungen von Einzelunternehmen, die in das Handelsregister oder in die Handwerksrolle eingetragen sind oder die mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben.

Den höchsten Anteil an den Betriebsgründungen hatte der Bereich „Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“; 21,6 Prozent aller Betriebsgründungen waren diesem Wirtschaftsabschnitt zuzuordnen. Es folgten das Baugewerbe mit einem Anteil von 14,3 Prozent, das Gastgewerbe mit einem Anteil von 10,1 Prozent, die „Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ mit einem Anteil von 10,0 Prozent sowie der Bereich der „Freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ mit einem Anteil von 9,7 Prozent.

Regionale Unterschiede

Während landesweit 3,8 Betriebe auf 10.000 Einwohner gegründet wurden, zeigten sich in regionaler Hinsicht deutliche Unterschiede. Für die kreisfreien Städte errechneten sich mit 5,4 Gründungen je 10.000 Einwohner deutliche höhere Werte als für die Landkreise (3,2). Die kreisfreien Städte mit den niedrigsten Werten – Worms und Trier – wiesen jeweils eine Aktivität von 4,0 auf, der höchsten Werte errechnete sich für Zweibrücken (7,9). Bei den Landkreisen lag die Spannweite zwischen 1,8 (Kusel) und 5,0 (Ahrweiler).

Sonstige Neugründungen

Die Zahl der sonstigen Neugründungen lag in den ersten drei Monaten des Jahres 2019 mit 5.893 um drei Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Als sonstige Neugründungen gelten Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag, Handwerkskarte und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Im Rahmen der sonstigen Neugründungen erfolgten 3.378 Gründungen im Nebenerwerb.

Gewerbeabmeldungen

Im ersten Quartal 2019 wurden insgesamt 8.685 Gewerbe abgemeldet und damit 4,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Betriebsaufgaben, die das Pendant zu den Betriebsgründungen darstellen, ging um 0,4 Prozent auf 1.381 zurück. Die sonstigen Stilllegungen verringerten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,8 Prozent auf 5.685.

Die Daten stammen aus der Gewerbeanzeigenstatistik, die aus den monatlichen Lieferungen der rheinland-pfälzischen Gewerbeämter an das Statistische Landesamt erstellt wird. Somit werden die Gewerbetreibenden durch die Statistik selbst nicht zusätzlich belastet. Die Gewerbeanzeigenstatistik stellt für Rheinland-Pfalz wichtige Informationen über Existenzgründungen und Stilllegungen bereit. Die Zahlen finden in der Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Strukturpolitik Verwendung und werden verstärkt auch zu Untersuchungen über die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt herangezogen.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Verwaltungsstatistiken)