Mittwoch, 21. August 2019

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Inflationsrate im Juli bei plus 1,6 Prozent

Die Inflationsrate ist im Juli auf 1,6 Prozent gestiegen. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, war die Teuerungsrate damit etwas höher als im Mai und Juni 2019, als sie nur jeweils bei 1,5 Prozent gelegen hatte.

Energie war im Juli 2019 um 1,8 Prozent teurer als ein Jahr zuvor; für Mineralölprodukte mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher 0,2 Prozent mehr bezahlen. Die Preise für Heizöl (einschließlich Umlage) erhöhten sich im Vergleich zum Juli 2018 um 4,5 Prozent, wohingegen sich die Preise für Kraftstoffe nur leicht veränderten (plus 0,3 Prozent). Fernwärme und Strom wurden ebenfalls merklich teurer (plus 4,6 bzw. 3,3 Prozent). Die Gaspreise (einschließlich Umlage) nahmen gegenüber dem Vorjahresmonat nur leicht zu (plus 0,3 Prozent).

Nahrungsmittel verteuerten sich im Vergleich zum Juli des Vorjahres um 1,0 Prozent. Die höchsten Preissteigerungen waren beim Gemüse zu verzeichnen (plus 7,8 Prozent). Die Preiserhöhungen erstreckten sich dabei auf viele Sorten. So wurden Kartoffeln deutlich um 27,5 Prozent teurer; der Preis für Paprika legte um 22,2 Prozent zu. Aber auch für Fleisch- und Fleischwaren mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher wesentlich mehr bezahlen als ein Jahr zuvor (plus 3,7 Prozent). Starke Preissenkungen gab es bei Speisefetten und -ölen (minus 10,9 Prozent); der Preis für Butter war um 17,3 Prozent niedriger als im Juli 2018. Obst wurde ebenfalls billiger (minus 6,4 Prozent; darunter Äpfel minus 17,5 Prozent).

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, ist im Juli leicht gesunken. Sie belief sich auf plus 1,6 Prozent; im Juni hatte sie bei plus 1,7 Prozent gelegen.

In fast allen zwölf Hauptgruppen sind die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Den kräftigsten Zuwachs gab es mit plus 4,0 Prozent in der Hauptgruppe „Bekleidung und Schuhe“. Auch in den Hauptgruppen „Bildungswesen“, „Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen“ sowie „Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe“ lag die Teuerungsrate über der Zwei-Prozent-Marke. Nur im Bereich „Post und Telekommunikation“ sanken die Preise (minus 0,8 Prozent).

Veränderungen gegenüber Juni 2019

Gegenüber dem Vormonat stieg der Verbraucherpreisindex im Juli um 0,6 Prozent. Mit Abstand am stärksten fielen die Preiserhöhungen in der Hauptgruppe „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ aus (plus 3,9 Prozent, darunter Pauschalreisen plus 15,1 Prozent). Es folgten die Hauptgruppen „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“, „Verkehr“ und „Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen“ (jeweils plus 0,4 Prozent). In zwei der zwölf Hauptgruppen sanken die Preise. Merkliche Preisrückgänge gab es bei Bekleidung und Schuhen (minus 2,9 Prozent); in der Hauptgruppe „Möbel, Leuchten, Geräte u.a. Haushaltszubehör“ belief sich das Minus auf 0,2 Prozent.

Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von 600 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. Hier wird der Gesamtindex ohne Nahrungsmittel und Energie als Kerninflationsrate bezeichnet.

Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat Juli 2019 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 5. August 2019 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt, Verdienste / Preise)