Dienstag, 20. August 2019

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Weniger Wohngeldhaushalte in Rheinland-Pfalz

– Ausgaben für Bund und Land rückläufig

Ende 2018 bezogen in Rheinland-Pfalz rund 24.600 Haushalte Wohngeld. Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes knapp 1.800 bzw. 6,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die überwiegende Mehrheit der betroffenen Haushalte (21.900 bzw. 89 Prozent) erhielt Wohngeld als Zuschuss zur Miete, den übrigen 2.700 Empfängerhaushalten wurde es als Zuschuss zu den Kosten selbst genutzten Wohneigentums gewährt (Lastenzuschuss). In knapp 96 Prozent der Haushalte hatten alle Mitglieder einen Anspruch auf Wohngeld. In den restlichen Fällen wohnten Personen mit und ohne Wohngeldanspruch in sogenannten wohngeldrechtlichen Teilhaushalten zusammen.

Im Jahr 2018 brachten Bund und Land insgesamt knapp 44,7 Millionen Euro für Wohngeld auf. Davon entfielen rund 37,5 Millionen Euro (84 Prozent) auf Mietzuschüsse, während für den Lastenzuschuss weitere 7,1 Millionen Euro (16 Prozent) aufgewendet wurden. Gegenüber dem Vorjahr sind die Wohngeldausgaben um rund 5 Millionen Euro bzw. 10 Prozent gesunken.

Der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch je Empfängerhaushalt lag Ende 2018 – wie schon im Vorjahr – bei 154 Euro. Die höchsten Zuschüsse im Jahr 2018 wurden mit durchschnittlich 207 Euro im Rhein-Pfalz-Kreis gewährt, gefolgt von den kreisfreien Städten Ludwigshafen (194 Euro) und Mainz (191 Euro). Am niedrigsten fielen die Zuschussbeträge in der kreisfreien Stadt Pirmasens (117 Euro) aus.

Pirmasens wies bezogen auf die Bevölkerung die relativ höchste Zahl an Empfängerhaushalten auf. Auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner kamen dort etwa 13 Haushalte mit Wohngeldbezug; dahinter folgten Trier und Koblenz, die mit elf bzw. neun wohngeldbeziehenden Haushalten auch jeweils deutlich oberhalb des Landesschnitts von sechs Wohngeldhaushalten liegen. Mit einem Wert von etwa drei wurde im Landkreis Trier-Saarburg die niedrigste Quote ermittelt.

Wohngeld ist ein vom Bund und den Ländern je zur Hälfte getragener Zuschuss zu den Wohnkosten. Er wird einkommensschwachen Haushalten gewährt, damit diese die Aufwendungen für angemessenen und familiengerechten Wohnraum tragen können. Die Höhe des Wohngeldes richtet sich nach der Zahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder, der zu berücksichtigenden Miete bzw. Belastung sowie dem Gesamteinkommen des Haushaltes.

Die Wohngeldstatistik dient der Gewinnung umfassender, aktueller und zuverlässiger statistischer Informationen über die sozialen und finanziellen Auswirkungen des Wohngeldgesetzes. Die Ergebnisse bieten den politisch Verantwortlichen die notwendigen statistischen Grundlagen für Planungen und Entscheidungen. Sie sind darüber hinaus auch für die Verwaltung, die Wissenschaft sowie die breite Öffentlichkeit bestimmt.

Zur Erstellung der Wohngeldstatistik erhält das Statistische Landesamt regelmäßig Angaben aus Verwaltungsdaten der rheinland-pfälzischen Wohngeldbehörden; das sind in der Regel die Verwaltungen der kreisfreien Städte, der Landkreise und der großen kreisangehörigen Städte. Diese Daten werden vierteljährlich aufbereitet.

Die Vergleichbarkeit der Daten ist durch die mehrfachen Wohngeldnovellen nur bedingt gegeben.
Seit der Einführung des Wohngeldes im Jahr 1965 ist das Wohngeld mehrfach unter anderem an die Miet- und Einkommensentwicklung angepasst worden. Zuletzt wurden die Wohngeldleistungen im Zuge einer zum 1. Januar 2016 in Kraft tretenden Reform erhöht und somit an die Entwicklung der Mieten und Einkommen angepasst.

Die Zahl Empfängerhaushalte bezieht sich auf den Stichtag 31. Dezember, die Ausgaben auf das gesamte Jahr.

Autor: Markus Elz (Referat Soziales, Gesundheit, Rechtspflege)