Donnerstag, 09. Juli 2020

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Teuerungsrate liegt im August bei plus 1,4 Prozent

Die Inflationsrate ist im August 2019 gesunken. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex um 1,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Juli hatte die Inflationsrate 1,6 Prozent betragen.

Die Energiepreise sanken geringfügig. Sie waren im August 2019 um 0,5 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Insbesondere Mineralölprodukte wurden deutlich billiger (minus 5,2 Prozent). Die Kraftstoffpreise nahmen binnen Jahresfrist um fünf Prozent und die Preise für Heizöl (einschließlich Umlage) um 0,5 Prozent ab. Fernwärme und Strom verteuerten sich dagegen (plus 4,5 bzw. plus 3,2 Prozent). Die Gaspreise (einschließlich Umlage) legten ebenfalls gegenüber dem Vorjahresmonat zu (plus 1,7 Prozent).

Nahrungsmittel lagen um 1,5 Prozent über dem Niveau von August 2018. Besonders kräftig fiel der Preisanstieg beim Gemüse aus (plus 9,1 Prozent). So wurden Tomaten deutlich um 38,9 Prozent teurer. Weitere spürbare Preiserhöhungen gab es bei Fleisch- und Fleischwaren (plus 4,1 Prozent). Weniger bezahlen mussten Verbraucherinnen und Verbraucher für Speisefette und -öle (minus 10,7 Prozent). Zum Beispiel verbilligte sich Butter um 17,5 Prozent. Obst wurde ebenfalls günstiger (minus 4,6 Prozent; darunter Äpfel minus 13,7 Prozent).

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, blieb unverändert. Sie lag im August wie im Juli bei plus 1,6 Prozent.

In fast allen Hauptgruppen war das Preisniveau höher als im Vorjahresmonat. Vor allem für alkoholische Getränke und Tabakwaren mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher tiefer in die Tasche greifen (plus 2,1 Prozent). Es folgten die Hauptgruppen „Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen“, „Bildungswesen“ sowie „Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe“, die eine Teuerungsrate von zwei Prozent aufwiesen. Nur im Bereich „Post und Telekommunikation“ gingen die Preise zurück (minus 0,7 Prozent).

Veränderungen gegenüber Juli 2019

Der Verbraucherpreisindex lag im August 2019 um 0,1 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Neben der Hauptgruppe „Verkehr“ (minus 0,8 Prozent) waren noch in drei weiteren Hauptgruppen Preisrückgänge zu verzeichnen (Freizeit, Unterhaltung und Kultur: minus 0,7 Prozent; Post und Telekommunikation: minus 0,1 Prozent; Bekleidung und Schuhe: minus 0,1 Prozent). Die höchste Preissteigerung wurde in der Hauptgruppe „Möbel, Leuchten, Geräte u.a. Haushaltszubehör“ registriert (plus 0,4 Prozent).

Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von 600 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. Hier wird der Gesamtindex ohne Nahrungsmittel und Energie als Kerninflationsrate bezeichnet.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat August 2019 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 4. September 2019 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt, Verdienste / Preise)