Sunday, 19. January 2020

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Weniger Betriebsgründungen im ersten Halbjahr

In Rheinland-Pfalz gab es im ersten Halbjahr 2019 weniger Betriebsgründungen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems ging deren Anzahl gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 um 4,7 Prozent auf 2.811 zurück.

Betrachtet werden hierbei Gründungen von Unternehmen, bei denen sich aufgrund ihrer Rechtsform oder voraussichtlichen Beschäftigtenzahl eine größere wirtschaftliche Relevanz vermuten lässt. Hierzu zählen alle Neugründungen von Kapital- und Personengesellschaften sowie Neugründungen von Einzelunternehmen, die in das Handelsregister oder in die Handwerksrolle eingetragen sind oder die mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben.

Den höchsten Anteil an den Betriebsgründungen hatte der Wirtschaftsabschnitt „Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“; 21 Prozent aller Betriebsgründungen waren diesem Wirtschaftsabschnitt zuzuordnen. Es folgten das Baugewerbe mit einem Anteil von 13,9 Prozent, das Gastgewerbe mit einem Anteil von 10,7 Prozent sowie der Wirtschaftsabschnitt „Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen“ mit einem Anteil von 10,2 Prozent.

Regionale Unterschiede

Während landesweit 6,9 Betriebe auf 10.000 Einwohner gegründet wurden, zeigten sich in regionaler Hinsicht deutliche Unterschiede. Für die kreisfreien Städte errechneten sich mit durchschnittlich 10,2 Gründungen je 10.000 Einwohner deutliche höhere Werte als für die Landkreise mit 5,7. Die kreisfreie Stadt mit dem niedrigsten Wert, Landau in der Pfalz, wies eine Aktivität von 7,1 auf, der höchste Wert errechnete sich für Kaiserslautern mit 14,5 Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner. Bei den Landkreisen lag die Spannweite zwischen 3,4 für den Landkreis Kusel und 8,4 für den Landkreis Ahrweiler.

Sonstige Neugründungen

Die Anzahl der sonstigen Neugründungen lag im ersten Halbjahr 2019 mit 10.980 etwa ein Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Als sonstige Neugründungen gelten Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag, Handwerkskarte und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Im Rahmen der sonstigen Neugründungen erfolgten 6.295 Gründungen im Nebenerwerb.

Gewerbeabmeldungen

Im ersten Halbjahr 2019 wurden insgesamt 15.251 Gewerbe abgemeldet und damit 5,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Betriebsaufgaben, die das Pendant zu den Betriebsgründungen darstellen, stieg um 0,3 Prozent auf 2.376. Die sonstigen Stilllegungen verringerten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,1 Prozent auf 9.971.

Die Daten stammen aus der Gewerbeanzeigenstatistik, die aus den monatlichen Lieferungen der rheinland-pfälzischen Gewerbeämter an das Statistische Landesamt erstellt wird. Somit werden die Gewerbetreibenden durch die Statistik selbst nicht zusätzlich belastet. Die Gewerbeanzeigenstatistik stellt für Rheinland-Pfalz wichtige Informationen über Existenzgründungen und Stilllegungen bereit. Die Zahlen finden in der Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Strukturpolitik Verwendung und werden verstärkt auch zu Untersuchungen über die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt herangezogen.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Verwaltungsstatistiken)