Montag, 18. November 2019

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Im ersten Halbjahr weniger Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen

Im ersten Halbjahr 2019 stellten weniger rheinland-pfälzische Unternehmen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens als im ersten Halbjahr des Vorjahres. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems sank die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzverfahren gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres um 10,8 Prozent auf 362. Auch die Zahl der beantragten Verbraucherinsolvenzverfahren ging zurück. Sie lag mit 1.372 Fällen um 7,7 Prozent niedriger als im ersten Halbjahr 2018.

Unternehmensinsolvenzen

Die Forderungen der Gläubiger der Unternehmen, die Insolvenz anmelden mussten, beliefen sich auf insgesamt 152 Millionen Euro. Dieser Wert liegt 16,3 Prozent unter dem Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Die Forderungen je Unternehmen betrugen rund 421.000 Euro; dies sind 6,2 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2018.

Die meisten Insolvenzanträge betrafen Unternehmen des Wirtschaftsabschnitts „Baugewerbe“ (77), gefolgt von den Unternehmen des Wirtschaftsabschnitts „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (66). Dies sind jeweils Wirtschaftsabschnitte, in denen sehr viele Unternehmen tätig sind. Darauf folgt mit etwas Abstand der Wirtschaftsabschnitt „Gastgewerbe“ mit 50 gestellten Anträgen.

Die Insolvenzhäufigkeit bei Unternehmensinsolvenzen, definiert als die Anzahl der gestellten Insolvenzanträge je 1.000 wirtschaftlich aktiven Unternehmen, war am höchsten in den kreisfreien Städten Zweibrücken und Kaiserslautern mit 4,5 bzw. 4,4 Anträgen je 1.000 wirtschaftlich aktiven Unternehmen, gefolgt vom Landkreis Ahrweiler mit 3,9 Anträgen. Die niedrigste Insolvenzhäufigkeit ergab sich für die kreisfreien Städte Landau in der Pfalz und Frankenthal mit 0,5 bzw. 0,7 Anträgen je 1.000 wirtschaftlich aktiven Unternehmen. Es folgen der Landkreis Bernkastel-Wittlich und der Donnersbergkreis mit jeweils 1,2.

Verbraucherinsolvenzen

Die Verbraucher, die im ersten Halbjahr 2019 einen Insolvenzantrag stellen mussten, wiesen in der Summe Schulden in Höhe von 60,8 Millionen Euro auf. Damit war ein Verbraucher, der einen Insolvenzantrag stellen musste, im Durchschnitt mit einem Betrag von rund 44.300 Euro verschuldet. Die Höhe der Schulden insgesamt sank damit um 12,6 Prozent und die Höhe je Verbraucher um 5,3 Prozent.

Die Insolvenzhäufigkeit, bei Verbraucherinsolvenzen, definiert als die Anzahl der gestellten Insolvenzanträge je 10.000 Einwohner, war am größten in der kreisfreien Stadt Pirmasens, wo 18,8 Anträge je 10.000 Einwohner gestellt wurden. Es folgt die Stadt Kaiserslautern mit einem Wert von 9,0. Die geringste Insolvenzhäufigkeit war – wie auch bei den Unternehmensinsolvenzen – in der kreisfreien Stadt Landau in der Pfalz mit 0,9 Anträgen je 10.000 Einwohnern zu verzeichnen, gefolgt vom Rhein-Pfalz-Kreis mit 1,4 Anträgen.

Die monatliche Insolvenzstatistik gibt Auskunft über das Insolvenzgeschehen und ist damit ein wichtiger konjunktureller Spätindikator. Erhebungsbasis sind die Meldungen der Amtsgerichte über die von ihnen bearbeiteten Verfahren.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Verwaltungsstatistiken)